Justitia, im Hintergrund die Münchner Frauenkirche

Prozess um kirchlichen Missbrauch

„Ein Stück Rechtsgeschichte“

Das Landgericht Traunstein hat in einem Gutachten bestätigt: Die sexualisierte Gewalt, die ein Kläger gegen das Erzbistum München und Freising im Kindesalter erfahren hat, hat seine psychische und soziale Entwicklung nachhaltig beeinträchtigt. Die Kirche muss nun Schmerzensgeld zahlen.

Ahmad Rafi und Sarai Meyron mit Kunstwerk

Check Your Dogma II – jetzt in Offenbach

Gemeinsame iranische und israelische Kunst

Die Gemeinschaftsausstellung "Check Your Dogma" von Sarai Meyron und Ahmad Rafi wurde vergangenen Freitag in den Räumen des "Bundes Offenbacher Künstler" (BOK) von Ricarda Hinz eröffnet. Die Vorstandsvorsitzende des Düsseldorfer Aufklärungsdienstes (DA!) und Beirätin der Giordano-Bruno-Stiftung erläuterte, warum die beiden Preisträger eines Düsseldorfer Wettbewerbs jetzt in Offenbach zu sehen sind.

Guinea-Pavian im Zoo Nürnberg

Erneut Tötung "überzähliger" Paviane im Tiergarten Nürnberg geplant

15 Monate nachdem die Pläne des Nürnberger Tiergartens erstmals ruchbar geworden waren, einen Teil seiner vorgehaltenen Pavianherde im Namen des "Populationsmanagements" zu töten – es waren über die Jahre hinweg unkontrolliert weit mehr Guinea-Paviane "nachgezüchtet" worden, als der Zoo auch nur einigermaßen den Bedürfnissen der Tiere entsprechend unterzubringen in der Lage war –, diese Pläne aufgrund massiver öffentlicher Kritik aber nicht umgesetzt werden konnten, steht die angeblich "notwendige" Tötung der Tiere nun erneut im Raum.

Trumpverehrung

Wenn gescheiterte Attentate als göttlicher Wille gedeutet werden

Gerettet durch Gottes Hand?

Als Donald Trump im vergangenen Jahr einem Attentat nur knapp entging, stand für seine Anhänger fest: Hier hatte niemand Geringerer als der Allmächtige selbst seine schützende Hand im Spiel. Der heutige US-Außenminister Marco Rubio twitterte noch in der Nacht: "God protected President Trump". Was wie ein bizarrer Einzelfall klingt, fügt sich nahtlos in eine lange Reihe von Ereignissen ein, die als "göttliche" Eingriffe gedeutet werden.

Symbolbild

Ist das Bild einer Muslimin ohne Kopftuch so zu behandeln wie Fotos von sexuellem Missbrauch?

Debatte in Großbritannien über "kulturell intime Fotos"

In Großbritannien soll nicht nur die Veröffentlichung, sondern sogar schon der bloße Besitz "nicht einvernehmlicher kulturell intimer Fotos" geahndet werden. So empfiehlt es ein überparteilich besetzter Ausschuss dem britischen Parlament. Gemeint sind etwa Fotos von Frauen, die sonst in der Öffentlichkeit ein Kopftuch tragen, auf dem Bild dann aber ohne ein solches zu sehen sind. Käme ein solches Gesetz, dann stünden solche Fotos oder Videos auf derselben Stufe wie Darstellungen von sexuellem Kindesmissbrauch.

Rezension

Kapitalismus ohne Freiheit der Märkte und mit Planung

Grace Blakeley, eine junge Oxford-Ökonomin, legt mit "Die Geburt der Freiheit aus dem Geist des Sozialismus" eine neue Monographie vor. Das Buch ist durchaus kapitalismuskritisch gehalten, aber nicht so pathetisch wie der schiefe deutsche Übersetzungstitel vermuten lässt. Die Autorin vereinfacht mitunter sozioökonomische Kontexte, gleichwohl liefert sie auch mit leichter Hand geschriebene nachvollziehbare Kritik.

Gerichtsgebäude in Eilenburg

Viele offene Fragen beim Prozessauftakt in Eilenburg

Beschneidung als "fahrlässige Körperverletzung"?

Seit Montag steht in Eilenburg (bei Leipzig) ein Chirurg aus Taucha vor Gericht. Die Anklage lautet "fahrlässige Körperverletzung" nach einer aus Gründen der Tradition erfolgten "Beschneidung" eines fünf Wochen alten Babys. Nach zwei Verhandlungstagen und umfangreicher Zeugenbefragung konnte einiges geklärt werden, doch viele Fragen bleiben offen beziehungsweise entstehen erst während der Verhandlung.

Zuckerkügelchen in Kinderhänden

Wie die Homöopathieindustrie Kinder gezielt ködert

Zucker für die Kleinsten

Die Deutsche Homöopathie-Union (DHU) führt seit langem ein "Homöopathieset für Kinder". Dass es sich dabei um exakt dieselben Zuckerkügelchen handelt wie für Erwachsene – ohne medizinisch relevanten Wirkstoff, ohne jede Evidenz – wird dabei zur Nebensache. Entscheidend ist die Verpackung: bunt, verspielt, kindgerecht. Eine Aufmachung, die ganz bewusst Vertrauen schaffen soll – bei den Kleinsten ebenso wie bei ihren Eltern.

Orang-Utan

Orang-Utans in Zoos erkunden ihre Umwelt intensiver als ihre wilden Artgenossen

Leben im Zoo fördert Neugier

Eine neue Studie, die wilde und in Zoos gehaltene Sumatra-Orang-Utans vergleicht, zeigt, dass das Leben im Zoo das Verhalten von Orang-Utans gegenüber ihrer Umwelt erheblich verändert. Die Forschenden haben bei 51 Orang-Utans im Alter von 0,5 bis 76 Jahren über 12.000 Fälle aktiver Manipulation und visueller Untersuchung von Objekten analysiert.

Ali al-Qaradaghi, Generalsekretär der IUMS

Internationale Muslim-Organisation ruft zum heiligen Krieg gegen Israel auf

Islamverbände schweigen zu Terror-Fatwa

Am 1. April veröffentlichte die "International Union of Muslim Scholars" (IUMS) eine Fatwa, ein islamisches Rechtsgutachten, unter dem Titel "Die anhaltende Aggression gegen Gaza und die Aussetzung des Waffenstillstands", in der zum Krieg gegen Israel aufgerufen wird, das allerdings darin nur als "zionistisches Gebilde" bezeichnet wird. Der Humanistische Pressedienst (hpd) wollte von drei Islamverbänden wissen, wie sie zu dem Aufruf der IUMS stehen.

Interview zur "Einführung in das Pastafaritum"

Ratzingers Theologie als Anhängsel des Spaghettimonsters

Wofür Christentum und Islam Jahrhunderte benötigten, ist dem Pastafaritum in nicht einmal zwei Jahrzehnten gelungen: einen theologischen Klassiker vorzulegen, der abzusehenderweise für lange Zeit richtungsweisend bleiben dürfte. Die MIZ-Redaktion sprach mit dem Autor Joseph Capellini über sein Erfolgsbuch, über den Bezug zu Joseph Ratzingers Einführung in das Christentum und über das Fliegende Spaghettimonster (FSM).

Symbolbild

Pandemie: Alte Rollenbilder, neue Arbeitswelt

Neue Studien der Soziologin Caroline Berghammer zeigen, wie der Homeoffice-Anteil während der Lockdowns stark anstieg und sich seither auf einem höheren Niveau stabilisiert hat. Gleichzeitig hat sich die Verteilung von Erwerbs- und Fürsorgearbeit nach der Pandemie wieder an frühere Muster angepasst.

Termine

Mehr aus den Rubriken

Cover

Rezension

Miteinander reden, auch wenn es weh tut

Der Psychologe und Autor Ahmad Mansour sorgt sich um die Debattenkultur in Deutschland. In seinem neuen Buch „Haltung ohne Hass“ beschreibt er, wie und warum politischer Streit eskaliert und was geschehen muss, damit Menschen wieder verschiedene Meinungen aushalten.

Demonstration in Berlin

Kommentar

Gen Z regelt: Und was kommt nach dem Protest?

Unter dem Motto „Gen Z regelt“ sind am 31. Oktober junge Menschen in zahlreichen deutschen Städten auf die Straße gegangen. Sie fordern bessere Bildung, ein bezahlbares Leben und mehr Mitsprache bei Entscheidungen über ihre Zukunft. Viele Medien berichteten jedoch vor allem über Ausschreitungen am Rande einiger Demonstrationen, kaum aber über die Forderungen der jungen Menschen.

Cover

Eine interessante journalistische Monographie

„Wie die Demokratische Partei Trump großmachte“

Welchen indirekten Anteil die Demokraten selbst an Trumps Wahlsiegen hatten, wird in Berichterstattungen und Diskussionen häufig ignoriert. Dass sie sich zugunsten des großen Geldes von den kleinen Leuten abgewandt haben, ist in einem Buch zum Thema die zentrale These: „Die Undemokraten“ von Jörg Wimalasena.

Millionen für die katholische Kirche

Katholische Kirche beteiligt sich nicht an Renovierungskosten für Bekenntnisschule

Nein, wir geben nichts

Die katholische Kirche erfreut sich an den knapp 800 katholischen Bekenntnisschulen in Nordrhein-Westfalen, werden sie doch zu 100 Prozent von der öffentlichen Hand bezahlt. Wenn aber eine verschuldete Stadt eine solche Schule für viele Millionen Euro renoviert und die Kirche um Hilfe bittet, wird diese Bitte wortreich zurückgewiesen. Das zeigt ein Fall aus dem nordrhein-westfälischen Städtchen Haan.

Janosch

Erinnerungen an Janosch

„Falsche Propheten schreiben sich mit f wie Fogel…“

Der Zeichner, Schriftsteller und Kinderbuchautor Janosch („Oh, wie schön ist Panama“) ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Die Giordano-Bruno-Stiftung erinnert an ihren ehemaligen Beirat („Herr Jott“, wie er sich manchmal nannte, verließ die Stiftung 2023 aus Altersgründen) mit dem Beitrag, den Michael Schmidt-Salomon 2021 zum 90. Geburtstag von Janosch verfasst hat.

Sparschwein

Die stille Umdeutung des Unterhaltsvorschusses

Politische Debatten verraten oft mehr durch ihre Begriffe als durch die konkreten Maßnahmen, über die gestritten wird. Das gilt auch für die aktuelle Diskussion um den Unterhaltsvorschuss. Nachdem Bundesfamilienministerin Karin Prien ihren ursprünglichen Vorschlag, den Unterhaltsvorschuss für 16- und 17-Jährige zu streichen, teilweise zurückgenommen hat, wird nun über eine Einkommensgrenze für Alleinerziehende diskutiert.

Säkularer Stand beim Tag der Deutschen Einheit

„Bremen hat uns mit offenen Armen empfangen”

Drei Tage, zwei Zelte auf der Einheitsmeile und ein Publikum, das zugewandt stehen blieb: Der Zentralrat der Konfessionsfreien blickt auf ein Bürgerfest zurück, das einen riesigen Zuspruch brachte. Mit Lesungen, Präsentationen und Diskussionen am Informationsstand stellte er in direkter Nachbarschaft mit dem AK Polis säkulare Politik und die Aufklärung über die Gefahren des Politischen Islam zur öffentlichen Debatte. Auch der hpd präsentierte sich am Stand.

Bundesadler im Bundesverfassungsgericht

75 Jahre Bundesverfassungsgericht

Erfolgreich, aber mit getrübter Bilanz

Das Bundesverfassungsgericht ist in Deutschland zu einer Institution geworden, die hohes Ansehen genießt. Ihm sind wegweisende Entscheidungen zu verdanken. Darüber sollte allerdings nicht übersehen werden, dass gleichfalls kritische Rückfragen geboten sind. Anlass zur Kritik bieten nicht nur die Entscheidungen, die das Karlsruher Gericht zu den Vorrechten der Kirchen getroffen hat.

Marburg

Ein Humanistenpreis an Islamisten?

Die geplante Verleihung des „Marburger Leuchtfeuers 2026“ an Bilal Farouk El-Zayat sorgt für Kontroversen. Im Zentrum der Debatte stehen seine dokumentierten Verbindungen zu islamistischen Milieus und der Umgang der Humanistischen Union Marburg mit der Kritik an ihrer Preisträgerwahl.

historischer Marktplatz

Der Einfluss der abrahamitischen Religionen auf das Wirtschaftswachstum

„Warum sind manche Länder reich und andere arm?“ – Das war die Ausgangsfrage, die sich drei Ökonomen gestellt haben. Zur Beantwortung der Frage wählten sie jedoch einen für die Ökonomie unüblichen Ansatz, denn sie interessierten sich dezidiert für den Einfluss der Religion auf die historische Entwicklung des Wirtschaftswachstums. Sie kamen zum Ergebnis, dass Religion das Wachstum sowohl positiv als auch negativ beeinflussen kann.

El-Zayat wiegelt ab

Der hpd hatte über die geplante Verleihung der Auszeichnung „Marburger Leuchtfeuer" berichtet. Es ging vor allem um die Verbindungen des Preisträgers Bilal Farouk El-Zayat zu islamistischen Milieus, über die bereits 2018 berichtet worden war.