Satirische Motivwagen gehen um die Welt

Düsseldorfer Karneval erregt internationales Aufsehen

Die Geburt des Brexit
Trumps Russlandaffaire
"Genossen, das ENDE ist NAHles!"
Lindner als Angsthase
Polen-Ungarn-Karnevalswagen
Sklaverei in Libyen, gefördert von der EU
Air Berlin
Insektensterben
Abgasskandale

Jacques Tillys politische Karnevalswagen sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Auch beim diesjährigen Rosenmontagsumzug hat er nicht an satirischem Spott gespart und löst damit ein internationales Medienecho aus. 

Jedes Jahr steigt die Spannung, bis die aus Maschendraht und Pappmaché gefertigten Motivwagen von Jacques Tilly beim Rosenmontagsumzug über die Straßen rollen. Bis dahin gilt höchste Geheimhaltung über die Motive, mit denen Tilly politische Debatten und tagesaktuelle Geschehnisse satirisch verarbeitet und damit dem Düsseldorfer Karneval sein unverkennbares Gesicht verleiht. So auch vergangene Woche. 

Gleich zwei Motivwagen wurden dem krisenhaften Zustand der SPD gewidmet. Auf dem einen dreht sich Martin Schulz selbst durch einen riesigen Fleischwolf, auf dem "Selber Schulz!" steht. Auf dem anderen verkündet seine designierte Nachfolgerin Andera Nahles als boxende Proletin: "Genossen, das ENDE ist NAHles!". 

Beispielbild
"Selber Schulz!", Foto: © grossplastiken.de

Auch andere Politiker gingen natürlich nicht leer aus: Abgebildet als schwarze Witwe thront Angela Merkel über den Gebeinen von ehemaligen politischen Partnern wie Steinmeier, Steinbrück, Rösler, Stoiber und Gabriel. Darunter prangt der Schriftzug "Der Nächste, bitte!". Ein anderer Wagen thematisiert den Abbruch der Jamaika-Verhandlungen durch Christian Lindner, der als Angsthase vor der Regierungsverantwortung flüchtet. Das Motto: "Von tollen Posen zu vollen Hosen". 

Beispielbild
Angela Merkel als schwarze Witwe, Foto: © grossplastiken.de

Andere Wagen von Tilly widmeten sich dem Rechtsextremismus innerhalb der AfD, dem Brexit, dem andauernden Insektensterben, der EU-Flüchtlingspolitik und der AirBerlin-Pleite. Fehlen durften natürlich auch nicht die aktuelle Russland-Affäre von Donald Trump, der VW-Abgasskandal und die rechtsnationalistische Kumpanei zwischen Jaroslav Kaczysnki und Victor Orban. 

Beispielbild

Die rechtsextreme AfD, Foto: © grossplastiken.de

Enorme Resonanz

Wie in den Jahren zuvor haben die Karnevalswagen große Aufmerksamkeit auf sich gezogen und konnten ein enormes Presseecho verzeichnen. Neben der Tagesschau berichteten auch der Spiegel, Focus, Welt, FAZ, SZ und viele weitere Medien über Tillys Arbeit.

Auch außerhalb von Deutschland wurde eifrig über die satirischen Motive berichtet, so etwa in Großbritannien, Schweden, Argentinien, Polen, Italien, Ungarn, Bulgarien, Kroatien, Armenien, Israel, Österreich, Griechenland, Russland, Albanien, Bosnien, den Vereinigten Staaten, der Ukraine, der Schweiz, der Slowakei, dem Iran und Portugal.

Kommentare (4)

Burkhard (nicht überprüft)

Di. 20 Feb 2018 - 13:41

Antwort auf von Hans Trutnau (nicht überprüft)

Lieber Jacques,
zu deinen phantastischen Wagen sei dir „viel Lob und Ehr“ zuteil.
Fürs nächste Jahr hat dir Angela, die Ewige, aber schon ein neues Motiv serviert, egal was zwischenzeitlich passiert:

Saarbrücken – Berlin – Düsseldorf
Unsere neue sa-tierisch gute Mitarbeiterin:
AKK
Annegret Karnevals-Karrenbauer

Genügend konkreten Stoff hat sie schon – und wird sie vermutlich noch – liefern.
AKK tritt doch auch gerne als Putzfrau auf… Viel Spaß!

Burkhard (nicht überprüft)

Di. 20 Feb 2018 - 18:32

Lieber Jacques,
zu deinen phantastischen Wagen sei dir „viel Lob und Ehr“ zuteil.
Fürs nächste Jahr hat dir Angela, die Ewige, aber schon ein neues Motiv serviert, egal was zwischenzeitlich passiert:

Saarbrücken – Berlin – Düsseldorf
Unsere neue sa-tierisch gute Mitarbeiterin:
AKK
Annegret Karnevals-Karrenbauer

Genügend konkreten Stoff hat sie schon – und wird sie vermutlich noch – liefern.
AKK tritt doch auch gerne als Putzfrau auf… Viel Spaß!

Resnikschek Karin (nicht überprüft)

Mo. 26 Feb 2018 - 09:32

Lieber Tilly, machst Du mal wieder was für Konfessionsfreie? Da uns die Kirchen Werbeverbote, Zensur und Ausgrenzung ohne Ende bescheren, kämen wir wenistens im Fasching zu Wort! Für einen diesseitig humanistischen Lebensstil in einem Staat, der weltanschaulich neutral ist - was für eine Utopie! Gruß Karin Resnikschek, Humanisten Tübingen

Florian Chefai

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