AfD will Offener Gesellschaft in Europa den Kampf ansagen
Foto: © Ricarda Hinz
Gerade fand der Bundesparteitag der AfD in Magdeburg statt. Die Partei, die mittlerweile seit zehn Jahren besteht, sieht sich aufgrund der jüngsten Umfrage- und Wahlerfolge im Aufwind. Am Tag danach begann die Europawahlversammlung, die auch noch am nächsten Wochenende weitergehen soll. Im Raum steht ein Leitantrag, der die anti-freiheitlichen Positionen der Partei einmal mehr offenlegt.
Geht es nach der AfD, soll nicht nur die Europäische Union und der Euro, sondern auch die Offene Gesellschaft in entscheidenden Punkten rückabgewickelt werden. Das wird deutlich, wenn man einen Blick in den Leitantrag der Bundesprogrammkommission wirft, über den am kommenden Wochenende auf dem zweiten Teil der Europawahlversammlung in Magdeburg entschieden werden soll.
Da wäre etwa das Bekenntnis "zum klassischen Leitbild der Familie", wonach andere Formen des Zusammenlebens als die Ehe zwischen Mann und Frau zwar zu respektieren, damit aber nicht gleichzustellen seien. Gleichzeitig unterstütze man es, wenn Menschen traditionelle Geschlechterrollen lebten. Auch will die Partei die Vermehrung fördern, um der "demografische[n] Katastrophe der westlichen Gesellschaften" zu begegnen. Dazu gehört auch, das Recht auf körperliche Selbstbestimmung einzuschränken. Geht es nach der AfD, müsse "Abtreibung die absolute Ausnahme werden" und solle beispielsweise nur bei "kriminologischen oder bei medizinischen Indikationen" möglich sein. Im Leitantrag ist von einer "grotesken Bagatellisierung und Verharmlosung der Kindstötung" die Rede. Bezahlte Leihmutterschaft wird als "eine Form von Kinderhandel" bezeichnet.
Außerdem will die AfD die "Gender-Ideologie" stoppen: Laut Leitantrag zur Europawahl sei es "eine biologische Tatsache und kein soziales Konstrukt", dass es genau zwei Geschlechter gebe: Frauen und Männer. "Die Pseudowissenschaft der Gender-Ideologie bestreitet diese biologische Grundtatsache." Die EU müsse jede Förderung dieser "skandalösen Ideologie" sofort beenden, meint die Partei. Und weiter: "Den größten Schaden richtet die Gender-Ideologie bei Kindern und Jugendlichen in der Pubertät an. Sie werden dadurch in ihrer Entwicklung massiv beeinträchtigt und tragen in vielen Fällen dauerhafte Schäden davon. Die AfD fordert ein Verbot von 'Geschlechtsumwandlungen' bei Minderjährigen sowie eine rigide Einschränkung von medikamentösen Behandlungen, z. B. mit Pubertätsblockern."
Darüber hinaus fordert die AfD einen "Stopp aller Corona-Impfungen" wegen angeblicher "überproportional auftretender schwerer Impfschäden". Der umstrittene Heilpraktiker-Beruf soll in Deutschland erhalten werden. Es wird auf ein Urteil des EuGH aus dem Jahr 2002 abgestellt, das die eigene bestehende österreichische Regelung, wonach ärztliche Tätigkeiten Ärzten vorbehalten sind, bestätigt hat. Damit habe der Europäische Gerichtshof klargestellt, dass die Heilpraktikertätigkeit für ihn nicht schützenswert sei. Eine eigenartige Argumentation, wenn man bedenkt, dass die AfD ja gerade weg will von gemeinsamen europäischen Standards hin zu mehr Nationalstaatlichkeit.
Dass die Partei nicht viel von problembewusster Erinnerungskultur hält, ist spätestens seit Björn Höckes Aussage zum Holocaust-Mahnmal im Berliner Regierungsviertel bekannt. Nun nennt die AfD auch die kritische Aufarbeitung des europäischen Kolonialismus eine "Schuld- und Schamkultur" und lehnt sie ab. Anstelle dessen solle es "ein selbstbewusstes Bekenntnis zur eigenen Geschichte – mit all ihrem Licht und Schatten" geben.
Der Verfassungsschutz stellte bei diversen Wahlbewerbern der AfD auf ihrer Versammlung "rechtsextremistische Verschwörungstheorien" fest. Innerhalb der Partei bestünden starke verfassungsfeindliche Strömungen, deren Einfluss weiter zunehme. "(...) Bereits jetzt zeigt sich, dass Personen, die in der Vergangenheit mit Positionen aufgefallen sind, die nicht mit unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung vereinbar sind, der AfD-Delegation im kommenden Europäischen Parlament angehören werden", zitiert der Spiegel den Verfassungsschutzpräsidenten, der sich gegenüber der dpa äußerte.

Kommentare (26)
Netiquette für Kommentare
Mit anderen Worten, zurück
Mit anderen Worten, zurück ins "Reich" und alle Errungenschaften des politischen und sozialen Fortschritts,´sowie eine Vereinigung der Länder abschaffen, sich abkapseln gegen
jegliche Verbindung mit anderen demokratischen Ländern, das sind Zukunftsperspektiven
welche einem nur noch Schauer den Rücken hinablaufen lassen.
Bemerkenswert: Einem nicht
Bemerkenswert: Einem nicht unerheblichen Teil der Aufzählung wird zugeschrieben, der "offenen Gesellschaft" zuwiderzulaufen.
Tatsächlich handelt es sich um gesellschaftspolitisch strittige Themen.
"Offene Gesellschaft" - gilt ungefragt als positiv, weil der der Gegenbegriff "geschlossene Gesellschaft" heißt.
Gerade in einer liberal- demokratischen Gesellschaft muss aber darum gestritten werden, wohin und wozu sie sich öffnet.
Richtige Frage: Offen wofür?
Richtige Frage: Offen wofür?
Geistige Offenheit ermöglicht Lernprozesse. Geistige Offenheit für jeden Quatsch verursacht nur Konfusion.
Offenheit für krimnelle Vereinigungen geht zu Lasten der Sicherheit.
Offenheit der Sozialsysteme für alle zerstört die Sozialsysteme.
Offenheit für große Migrationsbewegungen überfordert unsere Gesellschaft.
Offenheit an sich als Selbstzweck ist kein sinnvoller Wert. Offenheit braucht das Recht zur Filterung. Was als "gut" eingestuft wird kann rein, was als "schlecht" eingestuft wird muss draußen bleiben. In einer Demokrate entscheidet über "gut" und "schlecht" das Volk, nicht die Regierung, nicht die Kirche.
Genau das sind wichtige
Genau das sind wichtige Fragen. Man kann über die Gender-Theorie unterschiedlicher Meinung sein, ohne gegen die "offene Gesellschaft" zu sein. Ebenso gilt dies für Migration. Der Autor benutzt hier einen vefälschten Begriff der "offenen Gesellschaft".
Wer will denn verbieten in
Wer will denn verbieten in den Punkten Gendertheorie oder Migration anderer Meinung zu sein?
A.S. schrieb: "In einer
A.S. schrieb: "In einer Demokratie entscheidet über 'gut' und 'schlecht' das Volk, nicht die Regierung, nicht die Kirche."
—
In der Offenen Gesellschaft entscheidet jeder und jede selbst, was gut oder schlecht ist, und gerade nicht 'das Volk'. Auch der freiheitliche, demokratische Rechtsstaat entscheidet nicht nach 'gut oder schlecht', sondern setzt Grenzen da, wo die Freiheit anderer bedroht wird. Der Zweck der Offenen Gesellschaft ist: Freiheit. Freiheit übrigens gerade für diejenigen, die anders glauben, leben, lieben oder sich kleiden als die Mehrheit.
@SG aus E:
@SG aus E:
Sie schreiben: "In der Offenen Gesellschaft entscheidet jeder und jede selbst, was gut oder schlecht ist, und gerade nicht 'das Volk'."
Da kann ich nicht mitgehen. Jede Gesellschaft braucht eine Grundkonsens, ohne den kein Zusammenleben möglich ist, z.B. StGB und BGB, Straßenverkehrsordnung usw.. Dieser Grundkonsens muß politisch-gesellschaftlich ausgehandelt werden. Das geschieht durch freie, öffentliche Diskussion und den Gesetzgebungsprozess im Parlament.
Dürfen Ihrer Meinung nach Pädophile für sich Sex mit Kindern für "gut" erklären?
Ihre Auffassung von "offener Gesellschaft" funktioniert nicht. "Offene Gesellschaften" sind bereit zu lernen und sich nach Bedarf zu verändern, wenn der Bedarf gemeinschaftlich festgestellt wird. "Ein Jeder kann machen was er will" ist keine offene Gesellschaft im Sinne Poppers, sondern Anarchie.
Viele politische Parteien
Viele politische Parteien eignen sich länger je mehr ein religiös – sektiererisches Verhalten und Auftreten an. Nach Vorbild des Jahrtausends währenden Erfolges der etablierten Religionen. Politik und Religion hat sich schon immer zusammen gerauft zur gegenseitigen Machterhaltung. Fakten, Realität, Wissen und gesunder Menschenverstand wird durch Glauben ersetzt. Siehe dazu die weltweite Entwicklung. Eine Schande für die Menschheit und deren obersten politischen und religiösen Führern und Staatoberhäuptern! Dass eine Handvoll Staatmänner die gesamte Erdbevölkerung gewissermassen in Geiselhaft nehmen können und entsprechend Angst und Schrecken verbreiten, kann man nur noch als krank und pervers bezeichnen. Wenn das nochmal 50 Jahren so weitergeht, schaufelt sich die Menschheit ihr Grab selbst! Und warum? Wegen Machtgier und Fanatismus einiger weniger Staatführer/Diktatoren. Gemäss einiger Vorbildern des 20-igsten Jahrhunderts: Hitler, Stalin, Franco, Mussolini, usw. Fazit: Nichts gelernt!
Und heute, Putin, Trump,
Und heute, Putin, Trump, Erdogan, u.s.w.
Zitat:
Zitat:
"Die Pseudowissenschaft der Gender-Ideologie bestreitet diese biologische Grundtatsache."
Diese Feststellung ist ein Paradebeispiel dafür, warum sich immer mehr Menschen der AfD zuwenden - sie sind es leid von einer Minderheit gezwungen zu werden die Sprache zu verändern, die Wirklichkeit zu verleugnen und etwas zu akzeptieren was fiktiven Charakter hat.
Jeder soll gern seine persönliche Situation hinsichtlich des Geschlechtsempfindens selbst bestimmen. Es allerdings anderen aufzuzwingen abstruse Theorien hinsichtlich der Geschlechtsidentität widerspruchslos hinzunehmen und sich gar selbst einzuschränken um niemandem 'auf die Füße zu treten' ist ein unbilliges Verlangen.
Die 'alternative Realität' in der es mehr als zwei biologische Geschlechter gibt ist schlichtweg ein Mangel an Bildung oder der Wunsch nach Aufmerksamkeit jener Menschen, die ansonsten nichts Konkretes an Fertigkeiten, Ideen und Verhalten aufzuweisen haben.
Die pauschale Ablehnung solcher Thesen der AfD - anstatt sich damit konkret auseinanderzusetzen und die Frage nach dem Wahrheitsgehalt zu stellen - ist genau der Grund warum der Durchschnittsbürger dies als ungerecht empfindet. Manche Wahlstimme geht so als 'Trotzreaktion' zur AfD.
Ausgrenzen und Ignorieren sind keine Methoden die den etablierten Parteien geholfen haben und weiter helfen werden die AfD in die Schranken zu weisen. Es fehlt an sachlicher Auseinandersetzung und Widerlegung der Programmatik ... und an dem Mut sich ganz allgemein gegen den Versuch von Minderheiten zu stellen die die Meinungshoheit an sich zu reißen versuchen.
„Die AfD fordert ein Verbot
„Die AfD fordert ein Verbot von 'Geschlechtsumwandlungen' bei Minderjährigen sowie eine rigide Einschränkung von medikamentösen Behandlungen, z. B. mit Pubertätsblockern."
Wer um alles in der Welt hat etwas dagegen, wenn man sich für die körperliche Unversehrtheit von Kindern einsetzt? Was genau ist hier "anti-freiheitlich"?
"Auch will die Partei die Vermehrung fördern, um der "demografische[n] Katastrophe der westlichen Gesellschaften" zu begegnen"
Wer um alles in der Welt hat etwas dagegen, dass man dem demografischen Problem mit der normalsten und herkömmlichsten Lösung, nämlich in den Nachwuchs zu investieren, begegnet? Was genau ist hier "anti-freiheitlich"?
"Laut Leitantrag zur Europawahl sei es "eine biologische Tatsache und kein soziales Konstrukt", dass es genau zwei Geschlechter gebe: Frauen und Männer."
Wer um alles in der Welt hat etwas gegen das Bekennen zu naturwissenschaftlichen Tatsachen? Was genau ist hier "anti-freiheitlich"?
Man kann gewisse Positionen politisch ja durchaus kritisieren. Aber die oben genannten gehören nicht dazu. "Anti-freiheitlich" sieht anders aus: zB einer gesamten Bevölkerung vorzuschreiben, wie sie ihre Wohnung zu heizen haben.
Sogar Therapeuten wie
Sogar Therapeuten wie Alexander Korte, die einen vorsichtigen Ansatz verfolgen, lehnen "Geschlechtsumwandlungen" bei Jugendlichen nicht grundsätzlich ab. Wenn man ein Verbot dieser Praxis fordert, befindet man sich im Widerspruch zur Wissenschaft.
Ich sehe nicht, wie die
Ich sehe nicht, wie die Absicherung gegen eine hohe Wahrscheinlichkeit bei Jugendlichen, falsch zu liegen und extremste, irreversible Schäden zu verursachen, der Wissenschaft und erst recht nicht medizinischer Ethik widerspricht.
Und wieso glauben Sie, das
Und wieso glauben Sie, das besser beurteilen zu können als die Fachleute?
Weil es ersten kein Kollektiv
Weil es ersten kein Kollektiv gibt, das sich "Fachleute" nennt und dabei mit einer einzigen Stimme spricht und b) die Bewertung nichts mit "Fachleuten" zu tun hat.
Ja, auch in der Fachwelt gibt
Ja, auch in der Fachwelt gibt es unterschiedliche Positionen dazu, wie mit Jugendlichen mit einer Geschlechtsdysphorie umgegangen werden sollte. Aber mir ist kein einziger Experte bekannt, der Operationen und Hormongabe bei Jugendlichen grundsätzlich, also in allen Fällen, ablehnt.
Dass Ihre Bewertung nichts mit Fachwissen zu tun hat, sondern Ihrem Bauchgefühl entspringt, fürchte ich auch.
Sie hätten damals wohl auch
Sie hätten damals wohl auch die Lobotomie verteidigt mit dem Verweis auf "Fachwissen" und "Fachleute".
Statt zu "fürchten", sollten Sie sich besser mal schleunigst auf den aktuellen Stand bringen, und zwar weltweit und nicht nur in Ihrer kleinen bubble.
Wenn Sie es allen ernstes für "Fachwissen" halten, Kindern, deren Körper und Geist nicht ausgereift sind, die Geschlechtsteile zu entfernen, Penis und Brüste abzuschneiden, Gebährmutter zu entfernen und ihre Körper damit unwiederruflich zu zerstören und unfruchtbar und dazu noch von lebenslanger Hormoneinnahme abhängig zu machen, ohne auch nur ansatzweise die für einen so ungeheuren Akt der Gewalt notwendigen Belege für einen überragenden, positiven Effekt vorzuweisen, dann muss man nicht nur an Ihrem Sachverstand zweifeln, sondern auch erbehlich an Ihrer ethischen Kompetenz.
Schönen Tach noch.
Von Kindern war doch gar
Von Kindern war doch gar nicht die Rede - ich habe von Jugendlichen gesprochen. An Kindern werden solche Eingriffe in Deutschland gar nicht vorgenommen.
Sie scheinen ja „auf dem neuesten Stand“ zu sein - dann werden Sie doch mal konkret: Welcher Experte aus Wissenschaft oder Medizin befürwortet ein Verbot von Operationen und Hormontherapien bei Jugendlichen? Mir ist diese Forderung nur von Politikern und Aktivisten bekannt.
Aber Malte, auch bei
Aber Malte, auch bei Jugendlichen ist die Sache problematisch.
Fakt ist:
1. Eine eindeutige Diagnose gestaltet sich schwierig. Und sie ist um so schwieriger bei leicht beeinflussbaren Kindern und Jugendlichen in der vulnerablen Phase der Pupertät.
2. Wir wissen, dass sich der Grossteil der Problemfälle nach der Pupertät von selbst erledigt oder sich eine normale Homosexualität herausbildet.
3. Es ist keinesfalls ausreichend nachgewiesen, dass die positiven Effekte gegenüber den zahlreichen schwerwiegend negativen und irreversiblen Effekten überwiegen.
Kurzum: die Wahrscheinlichkeit, etwas negatives zu bewirken, ist damit wesentlich höher, als dem Betroffenen etwas gutes zu tun. In einer solchen Situation die massiven Operationen oder Blocker auch nur in Erwägung zu ziehen, ist definitiv mehr als fahrlässig, widerspricht medizinischen und wissenschaftlichen Standards und gehört deshalb verboten. Ärzte, Chirurgen und Psychater haben weltweit zu Genüge bewiesen, dass sie mit diesen Werkzeugen nicht verantwortungvoll umgehen können. Zum Glück fangen die ersten Staaten an, diesem unwissenschaftlichen und Ideologie getriebenen Wahnsinn den Riegel vorzuschieben.
Was ein Erwachsener macht, ist ihm freilich freigestellt. Aber bei Minderjährigen, die sich noch nicht mal ein Tattoo stechen lassen dürfen, hat der Staat eine Verantwortung. Die Verantwortung, die Betroffenen vor sich selbst wie auch den Scharlatanen zu schützen. Kurioserweise geht es bei uns mit dem geplanten SBG tendenziell genau in die andere Richtung.
Ich denke nicht, dass sie in
Ich denke nicht, dass sie in der Lage sind, es richtig einschätzen zu können, ob eine Diagnose schwer oder nicht schwer ist, genau dafür sind Fachleute vonnöten, von denen Sie keiner sind. Die Definition von Wahnsinn ist übrigens in der von Ihnen genannten, angeblichen Ideologie, der die Welt angeblich verfallen sein soll, nicht gegeben.
LG
Sie können selbstverständlich
Sie können selbstverständlich denken, was Sie wollen. Aber die genannte Einschätzung, eine Diagnose sei schwer, ist nun wahrlich keine Raketenwissenschaft angesichts der mit diesem Thema verbundenen Problematiken und dem faktischen Umstand, dass man bei der Diagnose alleine auf Worte angewiesen ist. Dazu braucht man kein Experte sein, um zu dieser Konklusion zu kommen. Im übrigen sagen das die Experten ja selber.
Dem letzten Teil Ihrers Postings stimme ich zu, der Begriff wahr von mir auch nicht medizinisch gemeint.
"Die Wahrscheinlichkeit,
"Die Wahrscheinlichkeit, etwas negatives zu bewirken, ist damit wesentlich höher, als dem Betroffenen etwas gutes zu tun."
Das wäre der Fall, wenn alle Jugendlichen, die behaupten "trans" zu sein, sofort Hormone und Operationen erhalten würden. Aber das ist natürlich nicht der Fall. Hier ein Beispiel, wie bei Jugendlichen im Idealfall vorgegangen wird: https://www.3sat.de/wissen/nano/im-falschen-koerper-100.html
Es gibt gute Gründe, bei Jugendlichen vorsichtig zu agieren und nicht einfach sofort ihre "Identität" zu bestätigen. Aber ein grundsätzliches Verbot von medizinischen Maßnahmen lässt sich nach meinem Wissensstand nicht rechtfertigen. An dieser Forderung kann man gut diejenigen, die wirklich am Schutz der Jugendlichen interessiert sind, von denjenigen unterscheiden, die "trans" als reines Kulturkampf-Thema bearbeiten.
Übrigens dürfen sich Jugendliche selbstverständlich ein Tattoo stechen lassen, wenn die Eltern zustimmen.
"Aber das ist natürlich nicht
"Aber das ist natürlich nicht der Fall."
Doch. Leider. Genau das ist der Fall. Natürlich nicht "alle sofort". Aber doch weit aus häufiger als notwendig. Bei uns in D zum Glück noch nicht so häufig wie im Ausland. Die Entwicklung in vielen anderen Staaten zeigt jedoch eindeutig auf, dass mit dieser Behandlungsmethode in zahlreichen Fällen nicht verantwortungsvoll umgegangen wird. Die bekannten Fälle legen nahe, dass die Gründe entweder ideologisch oder konformitätsbedingte Kritiklosigkeit oder rein kommerzielles Interessen sind.
Ihrer pauschalisierenden Wertung kann ich ebenfalls nicht zustimmen: Einen Kulturkampf haben vielmehr diejenigen ausgerufen, die a) entgegen wissenschaftlicher Methodik schwerwiegende und folgenreiche Therapien flächendeckend einführen, ohne dass die langfristigen Folgen überprüft worden wären, und b) der medizin-ethischen Grundsatzregel, sowenig Schaden wie möglich zu verursachen, widersprechen. Ein Konzept, dass wir seit Jahrzehnten als minimal-invasive Medizin zu Recht befürworten.
Wenn man behauptet, dass diese schwerwiegenden, irreversiblen Operationen - die den Körper eines Minderjährigen, der noch nicht mal geschäftsfähig ist, weil er die Folgen seiner Entscheidungen oft nicht umfänglich abschätzen kann, für immer zerstören (und das meine ich nicht polemisch sondern rein sachlich: der Körper eines Mädchens, dem die Brüste abgetrennt und der Uterus entfernt wird bzw eines Jungen, dem der Penis abgeschnitten wird, sind defacto in dieser Hinsicht für immer zerstört) - bei einem Minderjährigen tatsächlich die einzig sinnvolle Therapie sein soll, dann müssten die medizin-wissenschaftlichen Belege für diese ungeheuerliche Behauptung so dermaßen eindeutig sein, dass es keinen einzigen Zweifel gibt. Aber genau diese Eindeutigkeit fehlt. Und genau deshalb sind diese Therapien bei Minderjährigen aus guten Gründen abzulehnen. Dieser Position die Redlichkeit abzusprechen, erachte ich als verblendete Anmaßung.
Da kommen wir der Sache schon
Da kommen wir der Sache schon näher: Es wird häufiger gemacht als notwendig. Das ist leider wahr (siehe Tavistock-Klinik). Aus der Tatsache, dass es Fälle gibt, in denen voreilig Operationen bewilligt wurden, kann man aber nicht ableiten, dass das die Mehrzahl der Fälle sind. Eine vernünftige Reaktion darauf wäre, strengere Richtlinien für Therapeuten und Mediziner zu fordern. Ein pauschales Verbot halte ich (wie alle mir bekannten Fachleute) für überzogen.
Ich denke, es ist müßig, zu diskutieren, wer genau den Kulturkampf angefangen hat. Klar ist, dass er von zwei Seiten betrieben wird, die sich gegenseitig aufschaukeln.
"„Die AfD fordert ein Verbot
"„Die AfD fordert ein Verbot von 'Geschlechtsumwandlungen' bei Minderjährigen sowie eine rigide Einschränkung von medikamentösen Behandlungen, z. B. mit Pubertätsblockern."
Wer um alles in der Welt hat etwas dagegen, wenn man sich für die körperliche Unversehrtheit von Kindern einsetzt? Was genau ist hier "anti-freiheitlich"?"
Anti-freiheitlich ist die Einschränkung der Behandlungsmethoden für entsprechende Fälle, in denen die genannten Behandlungen notwendig sind. Hingegen will niemand Kinder mit unnötigen Operationen schaden, so wie Sie es fälschlicherweise darstellen.
""Auch will die Partei die Vermehrung fördern, um der "demografische[n] Katastrophe der westlichen Gesellschaften" zu begegnen"
Wer um alles in der Welt hat etwas dagegen, dass man dem demografischen Problem mit der normalsten und herkömmlichsten Lösung, nämlich in den Nachwuchs zu investieren, begegnet? Was genau ist hier "anti-freiheitlich"?"
Sie unterschlagen hierbei, dass das Recht auf Abtreibung von Frauen massiv eingeschränkt werden soll. Das ist anti-freiheitlich. Frauen auch noch Vorwürfe zu machen, dass sie angeblich Kindermöderinnen wären, wenn sie einen Fötus abtreiben ist zudem eine perfide Art der Manipulation, die sich die AfD herausnimmt und ethisch zutiefst verabscheuungswürdig.
""Laut Leitantrag zur Europawahl sei es "eine biologische Tatsache und kein soziales Konstrukt", dass es genau zwei Geschlechter gebe: Frauen und Männer."
Wer um alles in der Welt hat etwas gegen das Bekennen zu naturwissenschaftlichen Tatsachen? Was genau ist hier "anti-freiheitlich"?"
Es ist keine naturwissenschaftliche Tatsache, dass es nur 2 Geschlechter gäbe.
"Man kann gewisse Positionen politisch ja durchaus kritisieren. Aber die oben genannten gehören nicht dazu. "Anti-freiheitlich" sieht anders aus: zB einer gesamten Bevölkerung vorzuschreiben, wie sie ihre Wohnung zu heizen haben."
Gewisse Positionen der AfD kann man kritisieren? XD Diese Partei lässt sich von Faschisten beraten, ist regelmäßig zu Gast in einer faschistischen Denkfabrik, verblödet die Gesellschaft emotional und macht sie unfähig zum normalen Umgang mit Flüchtlingen und sorgt damit für Spaltung zwischen Flüchtlinge und Einheimische und profitiert davon. Herumgeschreie, Beleidungen, Desinformation zu Corona und Klimawandel und damit einhergehende Volksverdummung gehören ebenfalls zur AfD. Usw.. Man kann nicht nur manche Positionen dieser Partei kritisieren, sondern fast alles was diese Partei macht ist eine Katastrophe.
"" Anti-freiheitlich" sieht anders aus: zB einer gesamten Bevölkerung vorzuschreiben, wie sie ihre Wohnung zu heizen haben."
Klingt doch gut, wenn man es ordentlich umsetzt. Der Klimawandel ist ein reales Problem. Auch hohe Kosten für fossile Energien sind ein riesiges Problem, dem man mit ordentlichem Ausbau von erneuerbarer Energie entgegentreten kann, wodurch sich die Kosten für Energie drastisch reduzieren würde aufgrund der kaum vorhandenen Produktionskosten von erneuerbaren Energien. Leider setzt dies kein Politiker derzeit um.
1. Wie kommen Sie darauf,
1. Wie kommen Sie darauf, dass die genannten Massnahmen notwendig seien? Es gibt auch andere Behandlungsmethoden, mit denen wir den Betroffenen helfen können, Massnahmen, die wesentlich schonender für den Patienten sind. Daran ist nicht das geringste "anti-freiheitlich". Im Gegenteil. Man bewahrt dem Patienten eine Zukunft in einem gesunden Körper.
2. Dass es Personen gibt, die den Betroffenen mit diesen Massnahmen bewusst schaden wollen, glaube ich ebenfalls nicht. Hatte ich auch nirgends gesagt. Der Punkt ist aber, dass sie dennoch Schaden anrichten, auch wenn ihre Intention redlich sein mag.
3. Ich unterschlage hier gar nichts, denn Schwangerschaftsabbruch hat nichts mit Politiken zur Steuerung der Demographie zu tun.
4. Selbstverständlich ist es eine naturwissenschaftliche Tatsache, dass es bei Säugetieren bzw bei der Spezies Homo Sapiens Sapiens nur bzw exakt zwei Geschlechter gibt. Da gibt es nicht den geringsten Zweifel. Selten war eine Tatsache so wahr wie diese naturwissenschaftliche Aussage.
5. Selbstverständlich gibt es Positionen der AfD, die man mit guten Gründen kritisieren kann. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass ausschliesslich alles, was aus dieser Richtung kommt, falsche bzw schlechte Ideen sind.
6. Mit Ihren Vorwürfen unter Verwendung von Vokabular wie "verblödet" oder "Volksverdummung" sollten sie vorsichtig sein, wenn Sie zeitgleich die Tatsache leugnen, dass es nur zwei Geschlechter gibt. Auch empfehle ich einen Geschichtsexkurs zwecks Verständnis, was Faschismus tatsächlich bedeutet. Und den Umgang mit Flüchtlingen erschwert nicht die AfD sondern die Sozialisierung sowie der Bildungsstand der Migranten und insbesondere die schiere Masse an Personen, die seit 2015 konstant, ungeregelt und unkontrolliert in unser Land strömt und damit erhebliche finanzielle, soziale und kriminalistische Probleme verursacht. Die Verantwortung hierfür tragen die amtierenden Regierungen, nicht die AfD.
7. Am Heizungsgesetz ist leider überhaupt nichts "gut umgesetzt". Die Kritikpunkte gibt es regelmässig überall nachzulesen.
8. Drastischer Ausbau der erneuerbaren? Schon mal nachgerechnet, wieviel wir bräuchten? In ihrer Wohnung würden 3 von den Dingern stehen. Und damit sind wir immer noch nicht autarkt von konstanter Energie und benötigen also immer noch Gas, Kohle oder Atomkraft; Strom, den man dann teuer einkaufen muss. Fakt ist: für die Grünen ist der Klimawandel ganz offensichtlich nicht mehr so wichtig, wenn sie Co2 neutrale Atomkraftwerke abstellen und das Klima belastende Kohlekraftwerke wieder anschmeissen.