Sterbehilfe in Kanada

Kanada legalisiert ärztlich assistierten Suizid

Sterbehilfe Kanada
Kanada legalisiert den ärztlich assistierten Suizid

BERLIN. (hpd) Nach mehrwöchigen Debatten legalisierte das kanadische Parlament am 17. Juni den ärztlich assistierten Suizid. Die kanadische Regierung hatte den Gesetzentwurf im April eingebracht, am vergangenen Freitag nahm er die letzte Hürde im Senat.

Um ärztlich assistierten Suizid in Anspruch nehmen zu können, müssen laut dem neuen kanadischen Gesetz folgende Kriterien erfüllt sein:

Der Suizidwillige muss geistig zurechnungsfähig und mindestens 18 Jahre alt sein. Er muss eine schwere und unheilbare Krankheit oder Behinderung haben, die einen fortgeschrittenen und unumkehrbaren Zustand mit andauerndem und nicht ertragbarem Leid erreicht hat. Ferner muss der Suizidwillige berechtigt sein, das kanadische Gesundheitssystem in Anspruch zu nehmen. So soll der Zugang zum assistierten Suizid auf Kanadier und Menschen mit dauerhafter Aufenthaltserlaubnis in Kanada beschränkt und 'Selbstmord-Tourismus' nach Kanada verhindert werden.

Kanada gehört nun zu den wenigen Ländern weltweit, in denen Ärzte kranken Menschen legal helfen dürfen zu sterben.

Kommentare (8)

ja ganz einfach, interessiert außer mir aber keinen. ich habe ein neues Bad bekommen. ich habe eine Dusche statt einer wanne nun. Ich freue mich sehr, da muss ich mich nicht mehr in die wanne legen, da brauche ich nicht so viel putzen und das duschen geht viel schneller. das alte bad war sehr verschimmelt und abgenutzt, da haben mir die handwerker gesagt, das ich das neue bad verdient habe, weil ich 10Jahre mit diesem bad gelebt habe :-)

Werner Koch (nicht überprüft)

Di. 21 Jun 2016 - 14:52

Interessant ist ein breiterer Blick: Kanada hat seit November 2015 eine neue Regierung.

Die neu gewählte liberale Regierung in Kanada (die eine konservative Regierung ablöst) zeigt gleich zu Anfang beachtliche Veränderungen: Von 31 Kabinettsmitgliedern haben 17 ihren Eid ohne Gottesformel abgelegt.
Das fand ich auch bemerkenswert und vorbildlich.

Also: Die Ablösung einer konservativen Regierung durch eine liberale Regierung, Beispiel Kanada, kann zu mehr Säkularität und zu Verbesserungen für konfessionsfreie Bürger führen.

http://www.patheos.com/blogs/friendlyatheist/2015/11/05/half-of-the-new-canadian-cabinet-members-chose-to-skip-so-help-me-god-in-their-oaths-of-office/

Hans Arnold (nicht überprüft)

Di. 21 Jun 2016 - 17:32

Folgerichtig zu Ende gedacht, wird der Vorgang allmählich auch zur Kostenentlastung von Alten und Dementen führen. Nein, nicht durch Zwang, sondern über den Umweg des Gewissens beim Einzelnen, der die Gesellschaft von den durch ihn generierten Kosten befreien will. Der Geist ist aus der Flasche.

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Di. 21 Jun 2016 - 20:50

Ein Meilenstein, der für fast alle anderen Staaten Vorbild sein könnte.

Bernd Müller (nicht überprüft)

Di. 21 Jun 2016 - 23:17

Ein Schritt in die richtige Richtung, während das autoritäre Deutschland gegen den Mehrheitswillen der Bevölkerung genau in die falsche marschiert.

Dennoch ist mir unverständlich, warum man "unerträgliches" Leid haben muss. "Erträglich" bedeutet schließlich nicht "erlebenswert", und schlussendlich muss das jeder für sich selbst entscheiden und sollte nicht von Politkern oder Ärtzen für die Person entschieden werden.

Dass der "Tourismus" ausgeschlossen werden soll, zeigt mal wieder die zynische Natur der national organisierten Menschheit. Im falschen Land geboren? Kein Geld für einen dauerhaften Wohnsitz im Ausland, oder keine Aufenthaltserlaubnis? Tja, Pech gehabt, darfste qualvoll abkratzen.

beate hermann (nicht überprüft)

Fr. 15 Jul 2016 - 18:13

ein sehr fortschrittliches land , eine gute nachricht

Daniela Wakonigg

Die Autorin ist studierte Philosophin, Theologin und Germanistin. Sie lebt in Münster (Westf.) und arbeitet als freie Autorin und Journalistin für Hörfunk- und Print-Medien. Sie ist u. a. Redakteurin der Zeitschrift MIZ und war von 2016 bis Anfang 2024 stellvertretende Chefredakteurin des hpd.

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