Wissenschaft

Katta-Gruppe

Frauenpower bei den Lemuren

Jane Goodall, Dian Fossey und Bituré Galdikas – drei Frauen, die legendär geworden sind. Feldforscherinnen der ersten Stunde. Alison Jolly studierte nicht wie sie Menschenaffen, sondern die Lemuren auf Madagaskar im Berenty Nationalpark, besonders die ringelstreifen-schwänzigen Kattas. Ihre Resultate sind nicht weniger spektakulär. So beobachtete sie in den achtziger Jahren erstmals die Frauenpower der Kattaweibchen über die Männchen.

Göttliches Übel

Schon Boethius hatte das Problem "in seinem berühmten Buch 'Vom Trost der Philosophie' in eine prägnante Frageform gebracht: Si deus, unde malum? Wenn es einen allgütigen, allwissenden und allmächtigen Gott gibt, woher dann die Leiden Unschuldiger, die Qualen Todkranker, die Gräuel des Krieges?" Es ist dieses Theodizee-Problem, die Frage nach der "Rechtfertigung der Güte und Weisheit Gottes angesichts der Weltübel", dem Gerhard Streminger in seinem in überarbeiteter Auflage erschienenen Buch über "Gottes Güte und die Übel der Welt" nachgeht und das er in aller Gründlichkeit analysiert.

Stephen Hawking

"Wissenschaft wird gewinnen, weil sie funktioniert"

Am 8. Januar 2017 feiert Stephen Hawking seinen 75. Geburtstag. Das ist zugleich ein medizinischer Rekord, weil ihm Ärzte 1963 eine Lebenserwartung von lediglich zwei Jahren prognostizierten. Doch der britische Physiker und Bestsellerautor ist noch immer sehr aktiv – auch als Religionskritiker. Der hpd gratuliert dem britischen Wissenschaftler und veröffentlicht hier Auszüge aus den Büchern "Hawkings Kosmos" und "Einfach Hawking!" von Rüdiger Vaas. Der Wissenschaftsjournalist, Astronomie-Redakteur des Monatsmagazins bild der wissenschaft und Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung hat Hawking mehrfach persönlich gesprochen und vier populärwissenschaftliche Bücher über dessen Leben und faszinierenden Forschungen veröffentlicht.

Grundrechte für Menschenaffen

Eine sensationelle Meldung ging kurz vor Jahresende 2016 über die Ticker der internationalen Medien: In einer bahnbrechenden Entscheidung erklärte die argentinische Richterin María Alejandra Mauricio, eine im Zoo der Provinzhauptstadt Mendoza lebende Schimpansin namens CECILIA sei keine Sache, die der Zoo besitzen könne, sondern Rechtssubjekt, sprich: eine nicht-menschliche Person, die ebendeshalb umgehend aus der Gefangenhaltung zu entlassen sei.

Bürokratie und Massenmord

Der Historiker Peter Logerich legt mit "Wannseekonferenz. Der Weg zur 'Endlösung'" eine Darstellung und Deutung der bürokratischen Vorbereitung des Massenmordes an den Juden im Zweiten Weltkrieg vor. Der Autor entzieht sich einfachen Erklärungen und macht auf die Komplexität des Prozesses aufmerksam, wobei er auch Detailaspekte der Konferenz akribisch untersucht und so eine schlüssige Interpretation präsentiert.

Oxytocin stärkt den Zusammenhalt in Schimpansengruppen

Es ist verblüffend, welch hohen Preis Menschen zahlen, wenn sie in den Krieg ziehen. Sie sind bereit, persönlich Kosten zu tragen um ihrer eigenen Gruppe zu nützen, indem sie mit Gruppenangehörigen kooperieren und sich dem Gegner gegenüber feindselig verhalten. Trotz der Aggressivität stärken diese Konflikte das Zugehörigkeitsgefühl zur Gruppe, den sozialen Zusammenhalt und die Verbundenheit zwischen Gruppenangehörigen – wesentliche Aspekte eines erfolgreichen Konkurrenzkampfes mit anderen Gruppen. 

Großeltern mit Enkelkind

Wer sich um andere kümmert, lebt länger

Eine aktuelle Studie untersucht den Zusammenhang von Altruismus und Lebenszeit. Dabei zeigte sich, dass ältere Menschen, die andere unterstützen, länger leben. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Evolution and Human Behavior veröffentlicht. Daran beteiligt waren Forschende der Universität Basel, der Edith Cowan University, der University of Western Australia, der Humboldt-Universität zu Berlin und des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin.

Gewalt und Monotheismus

Der Ägyptologe Jan Assmann geht in seinem Buch "Totale Religion. Ursprünge und Formen puritanischer Verschärfung" erneut dem Kontext von Gewalt und Monotheismus nach. Dabei beschränkt er sich auf eine kenntnisreiche Darstellung zur Entstehungsgeschichte, eine darüber hinausgehende Erörterung im strukturellen oder übergeschichtlichen Sinne findet man darin nicht.

"Treffen sich zwei Moleküle im Labor"

"Biologie ist cool und Genetik war noch nie so spannend wie heute" – diesen letzten Satz des Buches gilt es zu beweisen, was dem Autor mühelos gelingt. Humorvoll, spritzig, zuweilen auch flapsig-deftig, immer aber kenntnisreich und spannend, führt der 28jährige Molekularbiologe Martin Moder zu interessanten, oftmals auch überraschenden Einsichten in verschiedene Wissensgebiete der Molekularbiologie und Genetik, erklärt Rätselhaftes und beantwortet wichtige Fragen zur biologischen Zukunft des Menschen.