Schweiz

Ausgebimmelt: Kirchenglocken in Bischofszell müssen Nachtruhe einhalten

Bischofszell mit seinen Kirchentürmen.

Im Schweizerischen Bischofszell hatten 21 Menschen baurechtliche Anzeige gegen das nächtliche Glockengeläut eingereicht, weil es sie um den Schlaf brachte. Nach einer Langzeit-Lärmmessung werden die Glocken der katholischen Kirche nachts in Zukunft überhaupt nicht mehr läuten, die Glocken der evangelischen Kirche nur noch stündlich.

Etwa 6.000 Personen wohnen in der kleinen Gemeinde Bischofszell im Kanton Thurgau. Einige davon in der Altstadt, in der die katholische St. Pelasiuskirche und die evangelische Johanneskirche bisher die Nachtruhe mit Glockengeläut durchbrachen. 21 Anwohner*innen erstatteten, nach Angaben von fm1today, dagegen baurechtliche Anzeige. Eine daraufhin durchgeführte Langzeit-Lärmmessung kam zum Schluss, dass der Glockenlärm in der unteren Altstadt sich "erheblich" bis "sehr störend" auswirke und Aufwachreaktionen hervorrufen könne.

Obwohl der Stadtrat eigentlich am nächtlichen Glockenschlag festhalten wollte, mussten zum Schutz einer erholsamen Nachtruhe Lösungen her. Da bauliche Maßnahmen für die Kirchen nicht in Frage kamen, werden die Glocken der evangelischen Kirche nachts "nur noch" stündlich statt viertelstündlich schlagen und die Glocken der katholischen Kirche – immerhin zwischen 400 und 5.000 Kilo schwer – nachts ganz schweigen. Morgens wird die katholische Kirche erst um sieben, also eine halbe Stunde später als bisher, zum Gebet läuten.

Auch in Deutschland sind immer wieder Anwohner*innen mit ihrem Kampf gegen den Glockenlärm erfolgreich. Die Glockenschläge der Kirchen sind zwar aus der Lärmschutzverordnung ausgenommen, aber dennoch nicht unantastbar. So gelang es zahlreichen Gemeinden ebenfalls, nächtliches Geläut zu unterbinden oder, wie vor kurzem in NRW geschehen, die Läutdauer zu verkürzen. Das Läuten ist in der Läuteordnung der jeweiligen Gemeinde festgelegt, sodass die Gemeinde auch auf die (Schlaf-)Bedürfnisse der Einwohner*innen Rücksicht nehmen kann. Während einige Angestellte der Kirche das Geläut als "allgemeines Kulturgut" deklarieren, sind andere offen für Änderungen im Läutprotokoll.

Kommentare (39)

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Mi. 11 Sep 2019 - 13:07

Wie kann man sich von einem Verein gängeln lassen, zu dessen "Kulturgut" es früher einmal gehörte Menschen auf grausamste Art zu Foltern und zu töten, nur weil das heute nicht mehr in Mode ist, muss man sich von deren Kirchengeläute ständig belästigen lassen?
Auch Gemeinderäte sollten sich einmal ein Gesamtbild mit Einbeziehung der Geschichte von den Kirchen machen, bevor sie vor diesen Katzbuckeln.
Wir alle sind den Kirchen NICHTS schuldig, aber die Kirchen uns!

Alex (nicht überprüft)

Mi. 11 Sep 2019 - 13:34

Und bald hat sich das zum Gebetgebimmel für immer ausgebimmelt. Gott sei Dank, oder wem auch immer. Ein Muezzin darf ja auch nicht jede Stunde vom Minarett herunterprüllen wie es ihm gefällt. Da kann die Kirchenbimmel auch endlich verstummen - Amen.

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Do. 12 Sep 2019 - 00:19

Im Gegenzug kommen die Pfaffen jetzt evtl. mit der Forderung, am Garfreitag weiterhin Grabesruhe einzuhalten...

Manfred Schleyer (nicht überprüft)

Do. 12 Sep 2019 - 10:16

Da wird Jesus aber sehr traurig sein. Blink!

Peter Scheiwiller (nicht überprüft)

Do. 12 Sep 2019 - 17:06

Ich finde es sehr schade das die Glocken in der Nacht nicht mehr läuten dürfen. Ich wohne gleich neben der Kirche. Obwohl ich kein regelmässiger Kirchgänger bin war das Geläut immer sehr schön und gab ein Gefühl von Heimat. Dass die Strasse und die Beiz auf der anderen Seite des Hauses eine viel störendere Lärmbelastung ist, scheint niemand zu stören. Ich finde diese Entwicklung sehr bedenklich.

Es steht Ihnen doch frei, in Ihrer Wohnung eine entsprechende Beschallung zu installieren. Warum sollen andere für Ihr Heimatgefühl um den Schlaf gebracht werden? Ziemlich egoistisch.

Wohl kaum ist das egoistisch. Wer neben einer Kirche wohnt sollte sich Bewusstsein das da halt auch Kirchenglocken läuten. Immerhin ist das schon jahrhunderte so. Wer das nicht mag sollt sich nicht neben so einer Kirche niederlassen. Ist ja irgendwie logisch. Wenn aber eine Beiz die früher keine Gartenbeiz war, plötzlich sich dazu entschliesst ab sofort bei praktisch jeder Witterung bis nachts um 1 oder 2 draussen Gäste zu bewirten ist das nicht vorhersehbar. Der Strassenlärm hat sich in den letzten 10 Jahren ebenfalls um rund 50% gesteigert. Dazu kommt das gewisse Autofahrer bewusst noch Gas geben um noch mehr Lärm zu verursachen. Das nenne ich egoistisch und sind Phänomene die so nicht wirklich voraus zu sagen waren. Ich könnte also noch verstehen das sich Nachbarn über das Glockengeläut aufregen
würden wenn ihr Haus vor der Kirche dort stand.

Äh? Das ist wieder Atheisten/Humanisten-Logik: Wieso setzen Sie sich denn dafür ein, dass andere Menschen nicht an Gott und die Kirche glauben dürfen? Das ist doch wohl eher egoistisch! Nur weil Sie nicht an Gott glauben, bedeutet das ja zum Glück nicht, dass das alle Menschen so denken müssen. Setzen Sie sich doch lieber einen Kartoffelsack auf den Kopf, dann müssen Sie auch nicht mehr den Papst sehen.

"Das ist wieder Atheisten/Humanisten-Logik: Wieso setzen Sie sich denn dafür ein, dass andere Menschen nicht an Gott und die Kirche glauben dürfen?"

Welcher Atheist und welcher Humanist agiert gegen Art. 4 und 5 GG? Zumindest von den vernünftigen. Sie dürfen alles glauben, aber Sie dürfen nicht erwarten, dass andere wegen Ihrer privaten Vorstellungen auf die Knie geht und Respekt zollen. Wer an Riten einer vorderasiatische Hirtenkultur glauben will, soll das tun - samt aller Wundergeschichten.

Doch Sie dürfen das niemandem aufzwingen (Art. 140 GG). Daher mag Glockengeläut traditionell sein, doch diese Tradition besteht aus drei Gründen: 1. die Uhrzeit zu verkünden, 2. Gläubige zum Gottesdienst zu rufen und 3. an christlichen Feiertagen zum Gedenken zu läuten.

Zu 1.: Inzwischen gibt es vielfältige Methoden, die Uhrzeit zu erfahren. Dieser Zweck ist also obsolet. Vor allem nachts ist die akustische Anzeige der Uhrzeit überflüssig.

Zu 2.: In einer Gesellschaft, die in drei Jahren weniger als 50 % konfessionelle Christen hat, ist die Aufforderung zum Gottesdienst überflüssig und verstößt gegen Art. 140 GG.

Zu 3.: Auch das interessiert bestenfalls eine Minderheit in Deutschland. Die Aufforderung zum Gedenken, das eng mit Religion verbunden sind, verstößt ebenfalls gegen das GG.

Natürlich sieht das heute niemand mehr so eng und die meisten interessiert es nicht die Bohne. Aber Fakt bleibt, dass religiöse Bekundungen, die unüberhörbar verbreitet werden, meine atheistischen Gefühle verletzen...

Damian S. (nicht überprüft)

Mi. 18 Sep 2019 - 10:00

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Gut gebrüllt Löwe, zumindest für einen Brachial-Atheisten. Aber dadurch werden meine christlich-religiösen Gefühle verletzt und das mag ich gar nicht! Die Kirche (inklusive ihres erhabenen Glockenklangs) bleibt im Dorf. Punkt.

Dass Ihre christlich-religiösen Gefühle verletzt werden und Sie deswegen auf ihrer Position beharren, verletzt meine atheistischen Gefühle. Morgen um 6 in der Früh hinter der Friedhofsmauer? Pistole oder Degen…?

Damian S. (nicht überprüft)

Fr. 20 Sep 2019 - 09:31

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Okay, ich werde da sein. Gehören Sie zu dieser Sorte Mensch, die einem unbewaffneten Mann in den Rücken schießen?

Paul (nicht überprüft)

Mi. 18 Sep 2019 - 23:35

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Die Wallfahrtskirche im Münchner Stadtteil Ramersdorf musste drei Jahre und elf Monate wegen Renovierung ohne Glockenläuten auskommen, die Gottesdienste fanden teilweise in einem Zelt statt.

Das "zum Gottesdienst rufen" mit Glocken ist folglich entbehrlich.

Unechter Pole (nicht überprüft)

Sa. 14 Sep 2019 - 10:47

Antwort auf von Peter Scheiwiller (nicht überprüft)

Die Straße ist laut als ein nur schwer vermeidbares physikalisches Nebeneffekt ihrer Funktion. Trotzdem versucht man, dieses einzuschränken. Die Bimmeltöpfe sind hingegen mit voller Absicht laut.

Man muss sich eigentlich fragen, wieso die Kirchen noch nicht auf die Idee gekommen sind, zusätzlich zum Gebimmel die Gegend zu verweihrauchen, um mit der Feinstaub- und Giftstoffbelastung die Straße zu übertrumpfen.

Herr Scheiwiller, ich fühle mit Ihnen. Das kommt nämlich dabei heraus, wenn man die Kirche abschafft und den christlichen Glauben einschränkt oder sogar verbietet. Möchten Sie in so einer Welt leben? Ich glaube nicht. Ich übrigens auch nicht. Den Atheisten/Humanisten darf man eben nicht zu viel Macht geben, sondern muss sie in christliche Bahnen lenken.

Herr Damian S. & Herr Scheinwiller, gegen Indoktrination von Kindheit an ist kein Kraut gewachsen, denn das blockiert logisches Denken per se.
Bitte nicht Antworten, ist zwecklos mit verbohrten Menschen wie Sie beide zu Diskutieren.

Scheiwiller (nicht überprüft)

Mo. 16 Sep 2019 - 13:09

Antwort auf von Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Sehr geehrter Herr Baierlein
Ich bin mir nicht so sicher ob sie die Sachlage richtig verstanden haben.
Also nochmals ganz simpel erklärt. Wer neben eine Kirche oder aber damit sie es auch verstehen um was es geht neben einen, sagen wir mal einen gut frequentierten Nachtklub zieht und sich dann wundert warum man des Nachts was hört ist noch nicht reif logisch zu denken. Ich für mich habe mich bewusst neben einer Kirche niedergelassen, weil ich den Glockenklang mag. Wer das nicht mag zieht besser nicht neben eine Kirche. In Amerika müsste vielleicht ein Schild neben einer Kirche angebracht werden auf dem stehen würde: Vorsicht die Kirchenglocken bimmeln.

Sehr schön anschaulich erklärt, Herr Scheiwiller. Ich fürchte nur, dass Herr Baierlein auch das nicht versteht (verstehen will?) und weiterhin in seinem atheistischen Elfenbeinturm lebt. Aber egal, es hat sich ja zum Glück nicht überall ausgebimmelt. In meinem Dorf steht die Kirche jedenfalls noch und läutet erhaben und majestätisch vor sich hin. Wie es sich eben für eine christliche Kirche gehört, da können diese Atheisten/Humanisten sagen was sie wollen, sind ja eh nur eine laute und völlig unbedeutende Minderheit. Von denen lass ich mir doch nicht meinen Glauben und mein Heimatgefühl kaputtmachen.

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Mi. 18 Sep 2019 - 13:34

Antwort auf von Damian S. (nicht überprüft)

"… da können diese Atheisten/Humanisten sagen was sie wollen, sind ja eh nur eine laute und völlig unbedeutende Minderheit."

Fakt ist: In zwei, drei Jahren sind konfessionelle Christen eine Minderheit. Wenn man bedenkt, dass viele gezwungen sind, Mitglieder in einem der Glaubenskonzerne zu sein, um einen Arbeitsplatz zu bekommen, dann sind sie sogar eine kleinere Minderheit. Nehme ich den Glauben an den christlichen Zinnober als Grundlage, sind sie mit ca. 12 % der Bevölkerung eine verschwindende Minderheit.

"Von denen lass ich mir doch nicht meinen Glauben und mein Heimatgefühl kaputtmachen."

Das will doch auch niemand. Doch sollte Ihr Glaube nicht so aufdringlich sein, dass es jeder, der es nicht hören will, mitbekommen muss. Wenn in ihrer Idylle eine Moschee stünde und der Muezzin regelmäßig über Lautsprecher zum Gebet riefe, würde ich bei Ihrer Reaktion gerne Mäuschen spielen. Ob Sie das dann auch so vehement verteidigen würden…?

Damian S. (nicht überprüft)

Mo. 16 Sep 2019 - 13:44

Antwort auf von Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Wer sind Sie denn? Und warum so aggressiv? Oder haben wir Ihr anti-christliches Weltbild, das bloß aus Hass, Ablehnung, Diskriminierung und Ausgrenzung besteht, ins Wanken gebracht? Ich dagegen besitze Empathie und Einfühlungsvermögen und kann Herrn Scheinwiller so gut verstehen. Ich wohne in einer ländlichen Gegend und liebe auch die Kirchenglocken, die ein Stück Heimat für mich sind. Aggressiv werde ich nur, wenn ich anti-christliches Gedankengut aus atheistischen Münder höre. Ich würde Sie mit meiner Mistforke aus meinem Dorf jagen, Herr Baierlein!

Ja meine beiden Glockenliebhaber, sie sind halt die einzigen denen das Gebimmel gefällt und wie alle Christen reagieren sie mit Gewaltandrohung, sie werden NIE verstehen was ein Humanist und Atheist wirklich meint, der sich einzig für weltweiten Frieden engagiert.
Hass, Ablehnung, Diskriminierung sind mit Sicherheit keine Attribute von Atheisten und aggressiv sind, mit Verlaub, Sie, indem Sie mir drohen mich mit der Mistgabel aus Ihrem Dorf zu jagen, merken Sie das eigentlich nicht.
Die Geschichte der Christenheit ist ein einziges aneinanderreihen von Mord und Totschlag, Verfolgung und Hinrichtungen, wenn Sie nur wollten, könnten Sie dafür faktenbasierte Belege
recherchieren, aber damit würde ja Ihr falsches, christliches Weltbild in sich zusammenstürzen.
Als Augen und Ohren zu und weiter so bis zum bitteren Ende.

Mit humanistischen Grüßen
G.B.

Klaus (nicht überprüft)

Do. 19 Sep 2019 - 15:47

Antwort auf von Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Uiuiui, hier ist ja wieder viel los. Aber so mag ich das, eine lebhafte Diskussion zwischen Befürwortern und Gegnern der Kirche bzw. Atheisten/Humanisten. Was wir nun brauchen, ist eine übergeordnete Identität um den Streit zu zähmen. Nein, noch besser, Respekt von und für die andere Seite. Dann könnten wir das Ablehnung-Respekt-Modell der Toleranz empirisch überprüfen.

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Fr. 20 Sep 2019 - 10:26

Antwort auf von Klaus (nicht überprüft)

Hallo Klaus, Sie schreiben, <zwischen Befürwortern und Gegnern der Kirche bzw.
Atheisten/Humanisten>
Jeder Humanist ist immer auch Atheist, da er nicht an Geister glaubt, aber jeder Atheist ist nicht automatisch auch Humanist, es besteht somit kein Zwiespalt zwischen beiden.

Paul (nicht überprüft)

Do. 19 Sep 2019 - 20:04

Antwort auf von Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Und, Herr Damian, reden Sie sich nicht darauf hinaus, dass Sie das mit der Mistgabel nicht ernst gemeint hätten! Das Entscheidende ist Ihre Geisteshaltung, die mit dieser Äußerung zu Tage getreten ist, dieselbe Arroganz und Selbstherrlichkeit, die auch bei Bischöfen und Kardinälen vorkommt.

"Und warum so aggressiv?"

Was ist denn mit Ihnen los? Schauen wir mal, wie weit Ihre Nächstenliebe reicht:

"Oder haben wir Ihr anti-christliches Weltbild, das bloß aus Hass, Ablehnung, Diskriminierung und Ausgrenzung besteht, ins Wanken gebracht?"

Ein "anti-christliches Weltbild" (was immer das ist) besteht also "bloß aus Hass, Ablehnung, Diskriminierung und Ausgrenzung"?

D. h. jemand, der dem Christentum gegenüber kritisch eingestellt ist (was angesichts dessen grausamer Geschichte nachvollziehbar erscheint), ist erfüllt von "Hass" und "lehnt" (vermutlich Christen) "ab", "diskriminiert" sie und "grenzt" sie "aus"? Sie dürfen sich ja gern in der Opferrolle zu sehen, als Märtyrer gar, der unter Christenverfolgung leidet. Doch das findet in der Realität nicht statt.

Umgekehrt wird ein Schuh draus: Jahrhunderte lang haben nächstenliebe Christen sogenannte "Gottlose", "Ketzer" oder "Andersgläubige" bis aufs Blut verfolgt, ermordet, enteignet, vertrieben. Alle Attribute, die Sie dem von Ihnen eingebildeten "Anti-Christianismus" zuordnen - nämlich Hass, Ablehnung, Diskriminierung und Ausgrenzung - treffen zu 100 % auf das Christentum in 95 % dessen Geschichte zu.

"Ich dagegen besitze Empathie und Einfühlungsvermögen und kann Herrn Scheinwiller so gut verstehen."

Jemand, der derart historisch falsch und vollkommen unbegründet über rationale Menschen herzieht, soll empathisch sein und Einfühlungsvermögen besitzen? Das ich nicht lache!

"Aggressiv werde ich nur, wenn ich anti-christliches Gedankengut aus atheistischen Münder höre. Ich würde Sie mit meiner Mistforke aus meinem Dorf jagen, Herr Baierlein!"

Hier offenbaren Sie vollends Ihren Charakter. Wie in den alten Zeiten soll es wieder werden. Hurra, die Scheiterhaufen brennen wieder im Dorfidyll. Halleluja, wir jagen sie wieder, spießen sie auf, die gottlosen Gesellen...

Tut mir leid, Herr S. Wir haben inzwischen 21. Jh. "Hass, Ablehnung, Diskriminierung und Ausgrenzung" sind vorbei. Wir haben jetzt Demokratie und ein Grundgesetz. Christen dürfen nicht mehr machen, was sie wollen. Auch die müssen sich jetzt an gleichberechtigende Gesetze halten. Der Geisterglaube ist auf dem Rückzug, verschwindet nach 1.700 Jahren christlicher Tyrannei in der Versenkung der Geschichte. Trotzdem dürfen Sie ihm - sofern friedlich und nicht penetrant - frönen, das Recht will Ihnen keine Säkularer nehmen. Allerdings rein privat finanziert.

Aber Sie sollten sich eine andere Sprache angewöhnen. Oder sollen wir jetzt auch Sätze wie diesen schreiben?: "Oder haben wir Ihr christliches Weltbild, das bloß aus Kinderficken, Steuerzahler Schröpfen, unmenschliche Gesetz Befördern und Schülerverblödung besteht, ins Wanken gebracht?"

Warum ausgerechnet in christliche Bahnen? Und nicht buddhistische oder hinduistische oder islamische oder ....? Infolge frühkindlicher Indoktrination ist für Sie offensichtlich "christlich" das einzig Vorstellbare.

Soll "Gott" doch endlich mal ALLEN Menschen auf der Welt mitteilen, WELCHE Religion "Er" möchte, damit diese Gehässigkeiten aufhören a la "die glauben was Falsches". Da "Gott" dies seit Jahrhunderten nicht tut, ist es ihm wohl völlig egal, was die Menschen glauben, oder: ... "Gott" existiert überhaupt nicht?!

Dann braucht es auch keine Kirchenglocken.

Damian S. (nicht überprüft)

Mo. 16 Sep 2019 - 23:57

Antwort auf von Paul (nicht überprüft)

Oder aber Gott ist für den menschlichen Verstand gar nicht greifbar, da „Er“ ein höheres Wesen ist.

Dann braucht es eben doch Kirchenglocken, um sich diesen „überweltlichen“ Gott weltlich ins Bewusstsein zu rufen. Und da, wo es weltlich ist, ist es gemütlich. Da ist Heimat, da lässt man sich nieder.

Damian S. (nicht überprüft)

Mi. 18 Sep 2019 - 09:54

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Da kann ich Ihren Kommentar nur zitieren: „Sie dürfen alles glauben, aber Sie dürfen nicht erwarten, dass andere wegen Ihrer privaten Vorstellungen auf die Knie geht und Respekt zollen.“ - Eben, so zolle ich dieser atheistischen, stumpfsinnigen Minderheit keinen Respekt, falle nicht auf die Knie vor der „humanistischen Vernunft“ und rufe laut und mit voller Überzeugung in die Welt „Natürlich gibt es einen Gott!“. Zudem erfreue ich mich am christlichen Glockengeläut, das trotz moderner Uhren jeden Tag (und jede Nacht) ertönt. Herrlich ist doch das fromme Christen-Leben!

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Do. 19 Sep 2019 - 17:07

Antwort auf von Damian S. (nicht überprüft)

"… und rufe laut und mit voller Überzeugung in die Welt „Natürlich gibt es einen Gott!“."

Das dürfen Sie gerne, aber erwarten Sie nicht von der Mehrheit in diesem Land ernstgenommen zu werden. Mitleidig angelächelt werden - okay...

Damian S. (nicht überprüft)

Fr. 20 Sep 2019 - 09:35

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Kein Sorge, das erwarte ich nicht. Artikel 5 Absatz 1 im Grundgesetz (Recht auf freie Meinungsäußerung) legitimiert mein Handeln. Ja, Herr Kammermeier, ich kenne mich auch sehr gut mit den Gesetzen in diesem Kirchenstaat aus.

„Natürlich gibt es einen Gott!“

Woher bitte WISSEN Sie das? Oder nur weil es Ihnen mündlich wie schriftlich ERZÄHLT wurde, MEINEN Sie lediglich, dass es "ihn" gibt? Glauben Sie auch alles, was in den Schriften der Inka, der Maya und anderer früherer Kulturen für Erklärungen zu finden sind? Nein? Weshalb nicht?

"Und es erscholl eine Stimme vom Himmel und Gott sprach ..."

So steht es in der Bibel. Damals konnte "Er" sich also einer großen Menschenmenge zeitgleich zuwenden und auf akustischem Weg Anweisungen geben, die zugeschriebene Eigenschaft "höheres Wesen" war offenbar kein Hindernis.

Seit Jahrhunderten will oder kann "Er" es nicht mehr. Warum? Ist er vielleicht gestorben, und damals meinte "Er" nur, "ewig" zu sein.

Rüdiger Kramer (nicht überprüft)

Di. 17 Sep 2019 - 11:22

Das Läuten stammt aus einer Zeit, wo es keine Uhren im privaten Besitz gab. Heute ist jedem, der zur Kirche gehen will, zu zumuten, dass er auf seine Uhr schaut. Die gibt es mehr oder weniger wohl in jedem Haushalt. Somit ist ein Läuten für die Uhrzeit anzuzeigen, völlig sinnlos geworden.

Ebenso sinnlos wie die Atheisten-Szene und die „Humanisten“ (übrigens ein völlig sinnloser und irreführender Begriff - Sekte wäre passender).

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Do. 19 Sep 2019 - 17:09

Antwort auf von Damian S. (nicht überprüft)

Wo kommt dieser Hass bei Ihnen nur her? Zu viel in der Bibel gelesen...?

Damian S. (nicht überprüft)

Fr. 20 Sep 2019 - 09:39

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Nein, zu viele schlechte Erfahrungen mit Atheisten/Humanisten in der Vergangenheit gemacht. So schlecht, dass ich mich nun vehement auf der Gegenseite positioniere. Und das „loud and proud“!

Peter Scheiwiller (nicht überprüft)

Mi. 18 Sep 2019 - 11:51

Antwort auf von Rüdiger Kramer (nicht überprüft)

Ob die Kirchenglocken sinnlos sind oder nicht steht hier ja kaum zur Debatte. Grundsätzlich geht es ja darum ob ein Mensch der selbständig denken kann neben eine Kirche ziehen sollte die seit seiner Erbauung die Kirchenglocken läutet. Jemand mit Verstand zieht auch nicht neben einen Flughafen und versucht nachher das keine Flugzeuge mehr fliegen dürfen weil er merkt das er kein Fluglärm mag.

Rüdiger Kramer (nicht überprüft)

Fr. 20 Sep 2019 - 11:21

Antwort auf von Peter Scheiwiller (nicht überprüft)

Das Totschlag Argument, die Kirche war schon da, ist völlig irrelevant. Da hinter lässt Oma ihren Enkeln ein Häuschen, dieses steht im Schallbereich einer Kirche. Und die sollen auf das Erbe verzichten, weil sie durch das Bimmeln nicht schlafen können. Wir leben nicht mehr im Mittelalter. Es bleibt dabei, dem unsinnigen Glocken-krach muss man sich heute, nicht mehr unterwerfen bloß weil es schon da war.

Hella Camargo

Jahrgang 1980, hat Germanistik und romanische Philologie studiert. Da sie in eine römisch-katholische Familie hineingeboren wurde und dreieinhalb Jahre auf einer katholischen Grundschule verbracht hat, war der Grundstein zum Atheismus früh gelegt. Heute baut sie lieber auf ihren Gerechtigkeitssinn als auf kirchliche Gebote.

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