Internationales

Symbolbild

Kanada: Indigene Internats-Opfer sollen entschädigt werden

Jahrzehntelang waren indigene Kinder ihren Familien entrissen und in, meist von der katholischen Kirche geführte, Internate gebracht worden. Dort sollten ihre Sprachen und ihre Kultur gegen jene der aus Europa Zugewanderten ausgetauscht werden. Die Kinder erlebten zudem noch körperliche und sexuelle Gewalt. Nicht wenige starben und wurden in unmarkierten Gräbern verscharrt. Nun hat sich die Regierung zu einem Entschädigungspaket von 40 Milliarden kanadischen Dollar entschieden. Eine Entscheidung, die mit gemischten Gefühlen aufgenommen wird.

Gedenken an die ermordeten Redakteure

Pakistan: Tote und Verletzte bei Anti-"Hebdo"-Protesten

Satirische Beiträge, die Religionskritik enthalten, bringen stark religiöse Menschen häufig auf die Palme. Besonders heftig scheint das auf jene zuzutreffen, die sich der fundamentalistischen Auslegung des Islams zugehörig fühlen. Aus deren Reihen kommt es immer wieder zu blutigen Übergriffen gegenüber Religionskritiker:innen. Wenn eine Zeitschrift mit hoher Reichweite etwa den islamischen (vermeintlichen) Propheten Mohammed durch den Kakao zieht, dann sind Ausschreitungen und Mordaufrufe gegenüber den Verantwortlichen keine Seltenheit. Im Fall von Charlie Hebdo kam es vor sieben Jahren auch tatsächlich zur Ermordung eines Großteils der Redaktion.

Kein Geld aus dem Ausland mehr für Mutter-Teresa-Hilfswerk

Die katholische Hilfsorganisation "Missionaries of Charity" (MoC), gegründet von der Nonne Mutter Teresa, muss in Indien künftig ohne ausländische Geldspenden auskommen. Nicht etwa aufgrund der berechtigten Kritik an einer "Wohltätigkeit", die das Seelenheil höher wertet als grundlegende medizinische Anforderungen. Nein, die "Missionarinnen der Barmherzigkeit" sind offenbar der hindu-nationalistischen Regierung ein Dorn im Auge.

Indien: Werbung mit lesbischem Paar zurückgezogen

Hin und wieder werden Werbespots aufgrund eines Shitstorms aus den sozialen Netzwerken, Videoportalen, Fernsehen oder Radio entfernt. Geht es dabei etwa um Rassismus oder Sexismus, sind dieser öffentlich aufgebaute Druck und die entsprechenden Konsequenzen sehr begrüßenswert. Wenn allerdings auf die Gefühle von homophoben Persönlichkeiten Rücksicht genommen wird, sind die Leidtragenden vor allem LGBTQIA+. Diese Form von Cancel Culture muss als reaktionär eingestuft werden. Ein Kommentar von Constantin Huber.

Radikale Kirchengemeinde will die USA in einen Gottesstaat verwandeln

In der Stadt Moscow im US-Bundesstaat Idaho, hat es sich die Kirchengemeinde Christ Church zur Aufgabe gemacht die lokalen Institutionen zu unterwandern und strebt an, aus dem kleinen Städtchen eine rein "christliche Stadt" zu machen. Weitere Ziele der erzkonservativen Kirche um den Prediger Douglas Wilson sind es anschließend in den gesamten USA eine Theokratie zu errichten.

Panama: Nach Massengrab-Fund Sektenmitglieder verhaftet und verurteilt

Nach Hinweisen auf brutale Exorzismen und weitere Gewalttaten einer Sekte, konnten Behörden im Januar 2020 in der Region Ngäbe Buglé 15 Gefangene befreien, fanden jedoch auch ein Massengrab vor. Im Grab verscharrt waren die Körper von sieben Menschen, unter ihnen minderjährige und eine schwangere Person. Diesen Dezember wurden nun neun Personen zu jeweils mehreren Jahrzehnten Haft verurteilt.

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Gott, Familie und Waffen

Sie tragen "Patriot", "Jesus" oder "Tactical" im Benutzernamen. Manchmal auch schlicht "Mom" oder "Sparky". Eine Gruppe christlicher US-Prepper tauscht sich regelmäßig per Videokonferenz aus. Sie verbindet eine Gruppenidentität, an deren Spitze zwei Dinge stehen: der zweite Verfassungszusatz (Waffenfreiheit) und männliche Dominanz.

Dubai

Emirate: Die "größte Gesetzesreform" seit 50 Jahren

Unverheiratete Frauen, die in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) schwanger werden, müssen künftig keine Gefängnisstrafe mehr fürchten. Bisher konnten sie der Haft nur durch Heirat oder Ausreise in ein anderes Land entgehen. Nach einem neuen Gesetz. Anders als bisher behalten unverheiratete Schwangere und Mütter ab Januar 2022 auch den Schutz der Krankenversicherung.

Polen stellt kirchliche Anliegen über Frauenrechte

In unserem Nachbarstaat könnte bald eine enorm restriktive Handhabung zur Wirklichkeit werden, die heutzutage eigentlich nur noch in fundamentalistisch regierten Ländern angedacht wird: Ein Schwangerenregister zur Kontrolle von Frauen bis in den Uterus. Damit ist Polen auf dem Kurs, den etwa auch der Iran eingeschlagen hat. Der massive Einfluss, den die Kirche bei solchen fragwürdigen Unterfangen hat, wird dabei gerne unterschätzt.