Bayern

Mogelpackung: Homöopathie soll ins bayerische Gesundheitsministerium

Eines muss man der bayerischen Regierung lassen: Timing können sie. Bald beginnt die Nominierungsphase für das "Goldene Brett" 2020. Dann kann wieder jeder und jede Vorschläge einreichen, wer in diesem Jahr den Negativpreis für den "größten pseudowissenschaftlichen Unsinn" des Jahres erhalten soll. Bereits jetzt steht fest, dass es eine harte Konkurrenz geben wird. Wer in diesem Feld die Nase vorn haben will, muss schon Besonderes leisten.

Säkulare Protestaktion vor dem Münchener Rathaus

CSU in Sorge um die weltanschauliche Neutralität

Die CSU – Sie wissen schon, diese bayerische Splitterpartei, die vor zwei Jahren in allen Behörden Kreuze aufhängen ließ – hat etwas ganz Neues für sich entdeckt: Das Neutralitätsgebot in weltanschaulichen Fragen. Aber nur dann, wenn es darum geht, die eigenen Überzeugungen zu verteidigen – und die sind ja, wie der Parteiname schon sagt, christlich.

Vollständig auf Institution verlassen, die vertuscht hat

Die Zahlen der Missbrauchsstudie der Katholischen Kirche sind erschütternd: 1.670 katholische Geistliche in Deutschland wurden beschuldigt, über Jahrzehnte hinweg mehr als 3.600 Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht zu haben. Dennoch wurden nur wenige Täter angeklagt und verurteilt.

Verleihung des Ludwig-Feuerbach-Schülerpreises

Ludwig-Feuerbach-Schülerpreis 2020 verliehen

Der Bund für Geistesfreiheit (bfg) Bayern hat seinen diesjährigen Ludwig-Feuerbach-Schülerpreis verliehen. Er ging an Hannin El-Qarm vom Alexander-von-Humboldt-Gymnasium in Schweinfurt für ihre Arbeit "Der Sinn des Lebens". Aufgrund der hohen Qualität der eingereichten Schriften wurden insgesamt fünf statt drei ausgezeichnet.

"Ich gelobnudele"

Die Anhänger der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters – sogenannte Pastafari – haben eine weitere Hürde in Hinblick auf die gesellschaftliche Anerkennung ihrer Weltanschauungsgemeinschaft gemeistert. Im Mai wurde mit Fabian Dörner in Bamberg deutschlandweit erstmals einem Ratsmitglied eine pastafarianische Vereidigung gestattet.

Protestaktion im Juni 2018, hier vor der Bayerischen Staatsoper

"Kreuzerlass" stellt Eingriff in Religions- und Weltanschauungsfreiheit dar

Der Bund für Geistesfreiheit (bfg) München und der bfg Bayern zeigen sich erfreut über den Beschluss des Verwaltungsgerichts München vom 27. Mai zum sogenannten "Kreuzerlass" der bayerischen Staatsregierung. Unter anderem hat das Gericht festgestellt, dass der Kreuzerlass einen Eingriff in die Religions- und Weltanschauungsfreiheit darstellt und dass dieser "gezielt darauf gerichtet (ist), jeden Behördenbesucher mit dem Kreuz zu konfrontieren".

Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks fest in Gottes Hand

Wie der Bund für Geistesfreiheit (bfg) München recherchierte, ist der Vorstand des Rundfunkrates in Bayern zu 100 Prozent christlich, im Rundfunkrat und dessen Ausschüssen ist der Einfluss kirchlicher und kirchennaher Mitglieder ebenfalls groß, hinzu kommt eine starke Stellung der CSU. Der bfg München fordert eine Reform des zentralen Entscheidungs- und Kontrollgremiums und die überfällige Anpassung an gesellschaftliche Realitäten, denn für einen demokratischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist mehr Vielfalt nötig und wichtig.

Homöopathie ist keine Antibiotika-Alternative!

Am 24. Oktober berichtete das kritische Portal "MedWatch", dass dem Bayerischen Landtag ein Antrag der Fraktionen von CSU und Freien Wählern vorliegt, in dem die Beforschung von alternativmedizinischen Methoden, "namentlich der Homöopathie", zur Verringerung  und Vermeidung des Einsatzes von Antibiotika gefordert wird. Der Gesundheitsausschuss des Landtages hat bereits mehrheitlich dem Landtag empfohlen, entsprechend zu beschließen.

Staatliche finanzierte Missionsstation für Studenten

Die bayerische Landesregierung hat der Technischen Universität München (TUM) eine "Universitätskirche" aufgedrängt, die weder dem Hochschulrecht noch dem Verfassungsgebot der weltanschaulichen Neutralität entspricht: die Karmelitenkirche in Straubing. Sie soll zur studentischen Missionsstation umfunktioniert werden.

Jesus auf dem E-Scooter

Aus Gründen des Tierschutzes forderte die Tierrechtsorganisation PETA vergangene Woche, bei den nächsten Oberammergauer Passionsspielen auf den traditionellen Jesus-Ritt auf einem Esel zu verzichten. Alternativ könne der Jesus-Darsteller einen Elektro-Tretroller nutzen. Ein Sturm der Entrüstung folgte.