Was steckt hinter Verschwörungstheorien?

Alle Aluhüte fliegen hoch!

Es gibt Leute, die halten Kondensstreifen für gefährliche Chemtrails.
Es gibt tatsächlich Leute, die halten Kondensstreifen für gefährliche Chemtrails.

Die Erde ist flach, Elvis lebt, Paul McCartney ist tot und wurde durch einen Doppelgänger ersetzt, Angela Merkel ist ein Reptiloid und die Schockbilder auf den Zigarettenschachteln sollen Menschen nur deshalb vom Rauchen abhalten, weil der Qualm die Chemtrails schwächt. Verschwörungstheorien sind häufig amüsant, doch können sie ebenso den öffentlichen Frieden stören.

Stephen Hawking sagte einen schönen Satz: "Der größte Feind des Wissens ist nicht die Unwissenheit, sondern die Illusion, wissend zu sein."

Die Aussage lässt sich mühelos auf all die Flacherdler, Impfgegner oder Reichsbürger übertragen. Warum sind erwachsene Menschen von der fixen Idee überzeugt, die Bundesrepublik Deutschland sei eine Firma und es gelte immer noch die Weimarer Verfassung? Wie grenzdebil muss man sein, dass man tatsächlich glaubt, die Erde sei eine Scheibe? Mangelt es an Aufklärung? Oder handelt es sich um eine Psychose? Sind die Unbelehrbaren als Baby vom Wickeltisch gefallen und auf dem Kopf gelandet? Bin ich gemein, wenn ich das denke?

Derlei Fragen stelle ich mir und ich hoffe auf Antworten. Deshalb schreibe ich diesen Artikel. Dass ich nun vor meinem Bildschirm hocke und tippe, hat aber auch einen persönlichen Grund. Denn im Bekanntenkreis beobachte ich mit konsternierter Faszination die Metamorphose eines eigentlich gescheiten jungen Mannes zu einem Verschwörungstheoretiker. Und ich überlege, was schief gelaufen ist? Welche Synapsen sind fehlgeschaltet? Und könnte mir Ähnliches passieren?

Angefangen hat alles ganz harmlos. Max (so soll er heißen) misstraute der Pharmaindustrie und setzte auf die Kraft der Natur. Ein paar Kräuter im Garten schaden nicht, konstatierte er. So weit, so nachvollziehbar. Die Machenschaften des Konzerns Monsanto bestärkten ihn in seinem Misstrauen. Und so wurde aus der "Pharmaindustrie" ein paar Monate später die "Pharmalobby". Die Presse beschuldigte er infolgedessen, nur im Sinne der Neoliberalen zu berichten. Das empfand ich zwar als Mumpitz, aber ich nahm seine Äußerung nicht ernst genug, um mich mit ihm auseinanderzusetzen. Zudem waren wir nicht eng befreundet. Vielmehr las ich nur seine Postings auf Facebook und scrollte weiter.

Im Laufe des Jahres folgten Nestlé-Boykott-Aufrufe, die ich likte und wohlgefällige Kommentare zum lupenreinen Demokraten Putin, die ich nicht likte. Hellhörig wurde ich erst, als Max nicht mehr von den öffentlich rechtlichen Medien sprach, sondern das Wort "Massenpropaganda" benutzte. Kurz darauf äußerte Max Skepsis am Anschlag auf das World Trade Center, sinnierte über einen möglichen "Inside Job" und postete Videos von Daniele Ganser. Ich schrieb einen kritischen Kommentar und wurde gelöscht. Dafür war ich mir jetzt sicher: Max ist zum Verschwörungstheoretiker mutiert. Und ich hatte es zu spät bemerkt.

Futter für Aluhüte

Eine Verschwörungstheorie ist eine Mischung aus verifizierbaren Tatsachen und imaginierten Behauptungen, aus denen immer neue Sinnzusammenhänge konstruiert und Schlussfolgerungen gezogen werden.

Konspirationismus findet sich in vielen Bereichen des Lebens, ob in Medizin, Raumfahrt oder Geschichte. Dahinter steckt Argwohn, und mit Argwohn lässt sich Geld scheffeln. Ein gutes Beispiel hierfür ist der oben erwähnte Daniele Ganser, der daraus ein Geschäftsmodell gemacht hat und Bestseller schreibt. Der populäre Schweizer Historiker entertaint in vollen Sälen und kassiert hohe Gagen, wirkt smart und charmant, der Anzug sitzt perfekt. Er nimmt gern jede Einladung an, referiert überall – ob in Hörsälen, Volkshochschulen oder auf einem Kongress des umstrittenen Sektenpredigers Ivo Sasek, der auch Holocaustleugnern eine Bühne bietet.

Mit steilen Theorien über den Einsturz des World Trade Center 7 (das Nebengebäude der Twin Towers wurde nicht von einem Flugzeug getroffen) ist dem Historiker die Aufmerksamkeit gewiss. 2006 stellte Ganser infrage, ob tatsächlich Osama bin Laden hinter den Anschlägen stecke. Sogar das islamistische Attentat auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo sei für ihn "ungeklärt", denn vielleicht handelte es sich ja um eine Operation unter "falscher Flagge", so wähnt der Doktor. Die USA ist in seiner Argumentationskette immer der Bösewicht und über Russland verliert er kaum ein kritisches Wort, obwohl er sich als "Friedensforscher" (so bezeichnet er sich selbst) doch erst recht für den Ukraine-Konflikt und Russlands Rolle diesbezüglich interessieren sollte. Stattdessen kritisiert er die westlichen Medien und rät seinem Publikum, sich häufiger auf Sputnik News und Russia Today zu informieren. Dort taucht er übrigens wiederholt als Interviewgast auf.

In seinen Büchern, die sich hunderttausendfach verkaufen, spricht Ganser durchaus wichtige politische Themen an und liefert interessante Ansätze, allerdings arbeitet er unsauber und benutzt oft (nicht immer) dubiose Quellen. Er bewegt sich für einen Akademiker auf einem erstaunlich schmalen Grat zwischen Empirie und Unwissenschaftlichkeit. Einzelbeispiele müssen für das große Ganze herhalten. Wahres wird verquirlt mit schrägen Hypothesen. Die Schweizer Tageswoche bezeichnetet ihn sogar als "Manipulator". Nicht umsonst wurde sein befristetes Beschäftigungsverhältnis als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der ETH Zürich nicht verlängert. Seine Habilitation an der Universität Basel scheiterte.

Ganser ist kein klassischer Verschwörungstheoretiker, das soll an dieser Stelle gesagt sein. Denn er macht sich nicht angreifbar, er bleibt vage. Er bietet lediglich eine Zirkusshow und verdient sich eine goldene Nase.

Warum ist er dennoch gefährlich? Weil er seinem Publikum eine Mischung aus Fakten, Dramatisierungen und schemenhaften Anspielungen in den Kopf pflanzt. Er stellt Fragen, deutet an. Damit kann er nicht widerlegt werden. Das verschafft ihm Redlichkeit und die Aluhüte freuen sich über neues Futter. Seine Fingerzeige sind nämlich anschlussfähig für all jene, die der Politik und den Medien nicht mehr glauben können und in 9/11 einen "Inside Job" sehen wollen. So wie Max. Daraus entsteht eine Misstrauensspirale und schlagartig sind offizielle Untersuchungsberichte nichts mehr wert und ein pixeliges YouTube-Video wird als Beweis für eine vermeintliche Sprengung des WTC7 herangezogen. Die fundierten Aufarbeitungen des National Institute of Standards and Technology hingegen gelten dann unversehens als lückenhaft.

Somit verschiebt sich die Wahrheit, und wenn sich die Wahrheit verschiebt und Fakten geleugnet werden, öffnet das Tür und Tor für all jene, die mit ihren Lügen die freiheitliche Grundordnung zu schwächen versuchen. Damit meine ich nicht Daniele Ganser. Er ist nur der Türöffner zur Parallelwelt. Aber das ist schon kritikwürdig genug.

Es geht um Wissenschaft, nicht um Bauchgefühle

Unzählige Menschen lassen sich von Begriffen wie "Massenpropaganda" und "Lügenpresse" manipulieren, nehmen schrullige Spekulationen für bare Münze und tippeln wie die Ratten den Rattenfängern hinterher, vertrauen den Bullshittern. Sie überprüfen nicht, stellen keine Gegenhypothesen auf, nein, sie mutmaßen, ob da was dran sein könnte. Meinungen sind plötzlich wichtiger als Fakten. Vielleicht ist ja alles ganz anders, als die Politiker uns weismachen wollen? Und sind Politiker nicht auch nur Marionetten? Der Zweifel ist der Nährboden für Verschwörungstheorien. Scheint es doch geheimes Wissen zu geben, das endlich an die Oberfläche dringt. In seiner Selbsteinschätzung gehört der Verschwörungstheoretiker der kundigen Minderheit an. Einer Elite, die er zwar normalerweise für alles Übel der Welt verantwortlich macht, aber wenn man selbst zur Elite zählt, gilt dieses Mantra augenscheinlich nicht. Der Verschwörungstheoretiker glaubt, mehr zu wissen als die anderen, als der dumme Rest der "Schlafschafe". Das ist am Ende schlichte Selbsterhöhung.

Zwischen 10 und 20 Prozent der deutschen Bevölkerung hängen einer Verschwörungstheorie an, zum Beispiel, dass sie durch Chemtrails – also durch Flugzeuge versprühte Gifte – gesteuert werden. Und der Schwachsinn kennt keine Grenzen. So mag man zwar die Flacherdler und jene Spinner, die an Reptiloide glauben, belächeln, doch schrillen spätestens bei den Behauptungen der Impfgegner sämtliche Alarmglocken. Hier wird es nämlich lebensbedrohlich. Insbesondere wenn Filme wie "Eingeimpft – Familie mit Nebenwirkungen" auf die große Kinoleinwand projiziert werden und jene Halbwahrheiten des Regisseurs und Autors David Sieveking dazu beitragen, dass manche Eltern ihre Kinder nicht mehr schutzimpfen lassen.

Impfen ist aber keine persönliche Entscheidung, die von Stimmungen abhängt. Impfen ist Solidarität und Verantwortung der Gesellschaft gegenüber. Außerdem suggerieren solche Filme, dass sich angeblich die Hälfte der Bevölkerung gegen das Schutzimpfen stemmen würde.

Das aktive Recherchieren nach Information kann eben auch zu Falschwissen führen, wie Psychologin Cornelia Betsch in einem Interview mit der Zeit erklärte. Es kommt auf die Quellen an. Aber man wird doch noch mal diskutieren dürfen, heißt es dann sofort. Gewiss, unbedingt! Skeptizismus ist unerlässlich, denn so funktioniert Wissenschaft. Und hier liegt der Aluhut im Pfeffer: Es geht um Wissenschaft, nicht um Bauchgefühle.

Welche Impfungen sinnvoll sind und welche nicht, sollten Ärzte und Impfkommissionen entscheiden, nicht Hausfrauen und Heilpraktiker.

Die Wahrheit ist nicht relativ

Mehr als besorgniserregend sind auch solche Verschwörungstheorien, die rassistisch oder antisemitisch daherkommen. Wenn Reichsbürger Polizisten erschießen. Wenn besorgte Bürger aufgrund einer angeblichen "Umvolkung" die AfD wählen. Wenn von einer jüdischen Weltverschwörung gefaselt und der Holocaust geleugnet wird. Das ist Volksverhetzung und steht in Deutschland zu Recht unter Strafe. Hier greifen Verschwörungstheoretiker gern auf handfeste Lügen zurück wie die kürzlich verurteilte Ursula Haverbeck, oder sie frisieren Dokumente, wie der berühmte britische Holocaustleugner David Irving. Aber man wird doch noch mal diskutieren dürfen, heißt es dann erneut. Interessanterweise berufen sich Holocaustleugner und Antidemokraten vornehmlich auf jene demokratische Meinungsfreiheit, die sie eigentlich abschaffen wollen.

"Es gibt Fakten, es gibt Meinungen und es gibt Lügen", sagt Historikerin Deborah Lipstadt, die gegen Irving prozessierte und fügt hinzu: "Die Wahrheit ist nicht relativ!"

Das Arschgeweih der Verschwörungstheoretiker

Droht Gegenwind von renommierten Wissenschaftlern, bedienen sich Verschwörungstheoretiker jedweder Façon gern echten Fakten, um ihre alternativen Fakten zu legitimieren. Ein beliebtes Argument ist hierbei, dass sich ja auch Kopernikus oder Galilei gegen die Mehrheitsgesellschaft gestellt hätten und damit recht behielten.

Mit solchen Leuten lässt sich freilich nicht diskutieren. Ihre Filterblase ist aus Beton. Wer glaubt, der glaubt.

Oft hängen die Aluhüte gleich mehreren Konspirationstheorien an. Alles sei Teil eines riesigen Komplotts. Und jedes Mal komplottieren "die da oben" gegen "die da unten". Daran knüpft sich stets die Hütchenfrage, wer von den Geheimbündlern am meisten von der Geheimbündelei profitiere. Sind es die Eliten (wer immer das sein mag)? Die Politiker? Die Freimaurer? Die Rothschilds? Dieses ständige cui bono nennt der Blogger Sascha Lobo das "Arschgeweih der Verschwörungstheoretiker."

Trotzdem ist ein Flacherdler nicht gleich ein Holocaustleugner. Der eine mag eine harmlose Hohlbirne sein, der andere stört den öffentlichen Frieden und sollte sich vor Gericht verantworten.

Und dann sind da natürlich jene Verschwörungstheorien, die sich als wahr erwiesen haben. Das kommt vor. Man denke an den Fall Mohammed Mossadegh. Der iranische Premierminister wurde 1953 durch die CIA und dem britischen Geheimdienst gestürzt. Ohne diesen Putsch hätte es vermutlich keine Islamische Revolution gegeben. Die Akten zur "Operation Ajax" wurden erst 2013 veröffentlicht und die einstige Verschwörungstheorie wandelte sich zur tatsächlich stattgefundenen Verschwörung. Und das wiederum befeuert Flacherdler, Holocaustleugner, Chemtrail-Besorgte, Mondlandungsskeptiker und Daniele Ganser.

Angst und Macht

Verschwörungstheorien gab es schon immer. Ob politisch motiviert oder nicht. Ob von links oder rechts. Mit ihnen lässt sich seit jeher die Welt erklären. Und sie lässt sich aufteilen; in Gut und Böse. Das macht es leichter.

Verschwörungstheorien dürften so alt sein wie Verschwörungen selbst. Die Pharaonen kannten welche und auch die Römer hatten ein Faible für Komplotte. Eine berühmte Verschwörungstheorie besagte, dass Kaiser Nero Rom angezündet hätte. Der Glaube an Geheimbündeleien zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. So beschuldigten Katholiken Juden, christliche Kinder zu ermorden, Puritaner trauten das wiederum den Katholiken zu, in der Neuzeit machte sich angeblich eine Hexensekte breit und 1918 stand die Dolchstoßlegende in allen Blättern.

Und obwohl man den Eindruck gewinnen könnte, gerade heutzutage wird außerordentlich viel geschwurbelt, widerspricht Professor Michael Butter dieser Annahme in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung. Verschwörungstheorien seien nämlich lange nicht so beliebt und einflussreich wie vor hundert oder zweihundert Jahren.

"Damals waren sie fest in allen medialen, wissenschaftlichen und politischen Diskursen verankert. Es war völlig normal, daran zu glauben, auch unter amerikanischen Präsidenten", zitiert ihn die Zeitung.

Gleichwohl gebe es aktuell wieder mehr Verschwörungstheorien als vor zwei Jahrzehnten. Auch das sei evident. Das Internet trage eine Mitschuld, konstatiert der Professor. Impfgegner können Facebookgruppen gründen und Pizzagate-Anhänger twittern ihren Mist ins World Wide Web und werden geteilt.

Das Netz fungiert als eine exorbitante Aluhut-Jauchegrube, denn alles scheint miteinander verbunden und jede hirnrissige These wandelt sich durch einen Mausklick zum Faktum. Sogar der größte geistige Durchfall findet Hütchen, die sich darin suhlen.

Und da der Verschwörungstheoretiker glaubt, mehr zu wissen als die anderen, erhält er Macht. Und Macht ist ein wichtiger Punkt, denn ganz gleich welcher Religion der Verschwörungstheoretiker angehört, welcher Gesellschaftsschicht, welchen Geschlechts und in welchem Jahrhundert er lebt – er teilt mit allen Hütchen eine Sache, nämlich Angst. Angst, nichts mehr zu verstehen, Angst, die Kontrolle zu verlieren in einer Welt, die immer komplexer zu werden scheint. Die Verschwörungstheorie gibt ihm die Kontrolle zurück. Und die will sich der Gläubige nicht wieder wegnehmen lassen, deshalb hält er an seiner Überzeugung fest. Und sei sie noch so irrational und widersprüchlich. Da wird zurechtgebogen und geleugnet, bis es den Aluhut vom Kopf fegt.

Der Journalist Tobias Jaecker erklärt es in einem Interview mit der Tagesschau so: "Willkürlich herausgegriffene Fakten dienen als Beweise. Zufälle werden bestritten. Alles, was in die Theorie nicht hineinpasst, wird unterschlagen oder als Propaganda abgetan."

Und Jaecker zieht ein ernüchterndes Fazit: "Verschwörungstheorien mit Argumenten widerlegen zu wollen, ist in der Regel zwecklos – Verschwörungstheoretiker fühlen sich dadurch in ihren kruden Theorien meist nur noch mehr bestätigt."

Gesamtgesellschaftlich betrachtet zeigt sich hier ein tiefgreifendes Problem, und zwar das fehlende Grundvertrauen in Volksvertreter und Journalisten. Die sprießenden Verschwörungstheorien der letzten Jahre offenbaren eine Krise in unserer Demokratie. Und das ist mehr als beunruhigend.

Was also tun? Wie gibt man den Menschen Sicherheit?

Durch eine sozialere Politik? Durch Bildung? Aufklärung? Durch den Abbau von Feindbildern? Durch Wertschätzung?

Ich weiß darauf keine Antwort. Und vielleicht ist meine Polemik falsch. Vielleicht sollte ich gnädiger sein, denn an dieser Stelle muss ich beichten; auch ich lasse mich zuweilen von Verschwörungstheorien einfangen. Und das sogar mit einer heimlichen Wonne. Weil manche Thesen spannend sind oder überraschend oder originell. Wie knisternde Lagerfeuergeschichten.

War es die Titanic, die sank oder das Schwesterschiff Olympic? Wurde Marilyn Monroe nicht doch vom US-amerikanischen Geheimdienst ermordet wegen ihrer Affäre mit Kennedy? Hatte Ludwig XIV. einen Bruder, der eine eiserne Maske tragen musste? War Jack the Ripper ein Königssohn? Und steckte hinter Kaspar Hauser nicht vielleicht der Erbprinz vom Großherzogtum Baden?

Fast jeder wird sich ertappt fühlen, da bin ich mir sicher. Und wer erinnert sich nicht an die abstrusen und gleichermaßen aufregenden Storys eines Erich von Däniken?

Wir bleiben nun mal fehlbare Menschlein, und manchmal vermag man uns einen Bären aufzubinden. Aber wir können ja nichtsdestotrotz verantwortungsbewusst mit diesem Bären umgehen, damit er nicht ausbricht und sich durch die Gegend frisst.

Wie immer gilt: Überprüfe die Fakten. Stelle Gegenhypothesen auf. Schalte den Verstand ein. Und teile den Schrott nicht im Netz.

Max, mein Bekannter, postete vor zwei Monaten eine Meldung zu Chemtrails. Dazu schrieb er den Satz: "Haltet mich meinetwegen für verrückt, aber da ist was dran."

Die Meldung ist mittlerweile gelöscht. Ob er nochmal darüber nachgedacht hat? Ich weiß es nicht. Wir haben keinen Kontakt mehr.


Hinweis der Redaktion: Aufgrund von Kommentaren wurde eine missverständliche Formulierung nach Veröffentlichung korrigert.

Kommentare (46)

Andreas Lichte (nicht überprüft)

Fr. 9 Nov 2018 - 13:12

Ich verwende den Begriff “Verschwörungstheorie” nicht, weil er unscharf ist, und immer wieder nur dazu benutzt wird, das Gegenüber zu diffamieren –

siehe auch die Diskussion zu "Angelesen: „Verschwörungstheorien“ von Bernd Harder", https://blog.psiram.com/2018/11/angelesen-verschwoerungstheorien-von-bernd-harder/

Andreas Lichte (nicht überprüft)

Fr. 9 Nov 2018 - 13:17

... ein einziges Mal habe ich in einem Artikel des Humanistischen Pressedienstes "Verschwörungstheorie" geschrieben, warum?

“‘Töne wie aus einer undichten Gummizelle!’

(…)

In Deutschland werden Rudolf Steiners Waldorfschulen (zum größten Teil) staatlich finanziert und nach Kräften gefördert – heute mehr denn je, mehr als 1984, als Fritz Beckmannshagen schrieb: “Heute sind die Kultusministerien einiger Länder bezüglich der Waldorfschulen total unkritisch und unangemessem großzügig geworden. Ich kann mir dieses irrationale Verhalten nur erklären, indem ich vermute, daß an wichtigen Stellen der Ministerien stille Förderer der Bewegung sitzen und lenken, so daß man bald zutreffend von Okkultusministerien spricht.”

Das klingt dann doch gewagt. Nach “Verschwörungstheorie”. Vielleicht sitzen in den Kultusministerien auch einfach nur Menschen, die “Töne wie aus einer undichten Gummizelle” mögen?

Quelle: https://hpd.de/artikel/10216

Adam Sedgwick (nicht überprüft)

Fr. 9 Nov 2018 - 13:49

Es gibt zwei Sorten von Verschwörungstheorien, die eine ist vollkommener Unsinn (z.B.Erde ist eine Scheibe) die andere Sorte ist seriös. Man ersetze das Wort Verschwörung durch die Begriffe wie: Geheime Absprache, stillschweigende Zustimmung etc. Daher gibt es ja zum Beispiel das Bundeskartellamt mit dem Auftrag genau gegen solche Art Verschwörungen vorzugehen. Leider gibt es zuviele dramatische Verschwörungen, oder in welche ethische Rubrik fällt der Dieselskandal? Auch der BER gehört irgendwie dazu, als Futterplatz für große Baulöwen.
Also sich bitte nicht verzetteln und ablenken lassen durch ChemTrail Unsinn, sondern mit voller Energie gegen die wirklich die Menschheit bedrohenden Verschwörungen vorgehen, auf jeden Fall öffentlich machen. Der hpd leistet ja schon ganz gute Dienste dazu, bitte weitermachen.

Roland Fakler (nicht überprüft)

Fr. 9 Nov 2018 - 13:59

Gute Analyse! Schöner und wichtiger Beitrag zur aktuellen Aufklärung! Sorry für meine Eigenwerbung, aber wir ziehen schliesslich am gleichen Strang. Hier gibt's mein Buch: Wie aus falschem Denken falsches = unvernünftiges = verhängnisvolles Handeln wird / wurde http://rolandfakler.de/?page_id=2334

Apollon Alekto (nicht überprüft)

Sa. 24 Nov 2018 - 11:35

Antwort auf von Roland Fakler (nicht überprüft)

Menschen als Ratten zu bezeichnen die Blind irgendwelchen Rattenfängern hinterherlaufen ist eine gute Analyse?

Andreas E. Kilian (nicht überprüft)

Fr. 9 Nov 2018 - 14:06

Für den einen sind Verschwörungstheorien Unfug, für den anderen die Chance sich mit der Materie ausführlicher auseinanderzusetzen und seinen Verstand zu schärfen.
So ist z.B. die wissenschaftlich interessante Frage nicht, ob die Erde eine Scheibe ist, sondern wie die Zeit in einem mehrdimensionalem Raum verlaufen muss, damit die Erde für den Beobachter zur Scheibe wird. Oder: Darf ich es als Chemtrail bezeichnen, wenn Flugzeuge im Landeanflug ihre Tanks entleeren, um das Unfallrisiko bei der Landung zu minimieren?

Nutzen wir also solche Chancen, um unseren Spaß zu haben. Es gibt was zu lernen.

Sascha Larch (nicht überprüft)

Sa. 10 Nov 2018 - 14:11

Antwort auf von Andreas E. Kilian (nicht überprüft)

Gibt es diese "Urban Legend" immer noch daß Flugzeuge im Landeanflug angeblich regelmäßig ihre Tanks entleeren?
Das ist kompletter Unsinn!

Lediglich in Notfällen kann es dazu kommen daß ein Flugzeug, das kurz nach dem Start notlanden muß, einen Teil des Treibstoffs ablassen muß um das zulässige Landegewicht nicht zu überschreiten. Und selbst in diesem extrem seltenen Fall gelten sehr strenge Regeln zum Schutz der Umwelt.

Zudem trifft das überhaupt nur für große Langstreckenmaschinen zu (z.B. Boeing 747) bei denen das zulässige Abfluggewicht größer ist als das zulässige Landegewicht.
Kleine Kurzstreckenmaschinen z.B. haben gar keine Vorrichtungen um Treibstoff im Flug abzulassen.

Hm, seltsam genau diese Thema wurde dieses Jahr in der Nähe des Frankfurter Flughafen intensiv diskutiert und keiner hat gesagt es wäre nur eine Legende. Bzw sind diese "Notfälle" bei weitem nicht so selten wie Sie es darstelen.

https://www.rheinpfalz.de/lokal/artikel/flugzeug-laesst-75-tonnen-kerosin-ueber-pfalz-ab-1/
https://www.rnz.de/nachrichten/metropolregion_artikel,-pfaelzerwald-starker-protest-gegen-das-tonnenweise-ablassen-von-kerosin-_arid,380520.html

Apollon Alekto (nicht überprüft)

Sa. 24 Nov 2018 - 11:36

Antwort auf von Andreas E. Kilian (nicht überprüft)

Absolut.

hj_allemann (nicht überprüft)

Fr. 9 Nov 2018 - 14:30

"Eine Verschwörungstheorie ist eine Mischung aus verifizierbaren Tatsachen und imaginierten Behauptungen, aus denen immer neue Sinnzusammenhänge konstruiert und Schlussfolgerungen gezogen werden."

Ist es nicht! Es ist zunächst eine Hypothese, die man verfolgt um die Wahrheit herauszubekommen. Manchmal schafft man es, bei guten Verschwörungen, die es ja zweifelsohne gibt, seltener.

Aber die oben von der Autorin selbst formulierte Definition ist ein Grundmuster für ihren Artikel selbst und zugleich ein Schleier, hinter dem sie ihre wütende Attacke gegen Daniele Ganser versteckt und das hat einen guten Grund.

Der Einsturz der Türme 9/11 hinterläßt in der Tat viele Fragen, auf die Ganser aufmerksam macht - und Geld verdient. Ja und? Arbeitet die Autorin umsonst?

Ganser bietet nicht eine einzige Theorie an, nur Fragen und Zweifel an der offiziellen Version. Das kontert die Autorin mit den "fundierten Aufarbeitungen des National Institute of Standards and Technology". Also ja, diesem Regierungsinstitut muss man wirklich Vertrauen schenken, da bleibt kein Zweifel, keine Frage, schließlich sind die Regierungen der USA ja noch nie mit irgendwelchen Verschwörungen erwischt worden. Denen kann man so gut vertrauen wie den deutschen Regierungsinstitutionen zur NSU, oder zu Amri, dem Berliner Attentäter, oder; sorry jetzt wir meine Verschwörungsliste wohl zu lang.

Der Angriff auf Ganser soll Zweifel an der offiziellen 9/11 Theorie beseitigen, die löcherig und lächerlich ist bis ins Letzte. Zweifel an westlichen Regierungen und den Mainstream-Medien werden mit Verschwörungstheorien gleichgesetzt, wer solche Zweifel hat, soll mit vollkommen verblödeten Flacherdlern gleichgesetzt werden.

Zugleich fühlt sich die Autorin berechtigt, Daniele Ganser Ratschläge zu erteilen, dass er sich doch lieber um den Ukrainekonflikt und die Rolle Russlands, statt um die imperialistische Rolle der USA im gleichen Konflikt kümmern solle. Außerdem gibt Ganser Interviews bei RT Today, statt sich von den "westlichen" Medien weiter totschweigen zu lassen. So ein schlimmer, finsterer Bruder ist das also! Danke Frau Pungs. Werde ich mich jetzt daran halten und nur noch CNN, Fox und ARD mein Vertrauen schenken!

Wohl nicht. Ich bin mir bewußt dass RT Today russische Propaganda, CNN amerikanische Propaganda und ARD deutsche Propaganda ist. Ich bin froh, dass u.a. auch auf hpd.de manchmal sehr gute kritische Berichte zu Religionsfragen erscheinen, die ich in den westlichen und russischen Medien vermisse. (Sicher gibt es die religionskritischen Berichte in ausführlichster Form dort. Ich bin wohl nur zu blöd, sie zu finden! hpd.de ist ergo bestimmt eine Plattform für Verschwörungstheoretiker,die die Existenz Gottes leugnen und das, obwohl amerikanische und russische Präsidenten sowie deutsche Politiker genügend Beweise für IHN liefern!)

Warum dieser diffamierende Artikel auf hpd veröffentlich wird, bleibt mir allerdings ein Rätsel, ist aber tolerabel, wenn man für eine freie Presse und Meinungsäußerung eintritt.

Zu diesem langen Diffamierungskonvolut könnte man noch mehr anmerken, ich hoffe aber, das sich auch andere Kommentatoren diesbezüglich betätigen. Obwohl, ist es das eigentlich Wert?

Lieber hj,
Mit deinem langen Kommentar bestätigst du Frau Pungs hinreichend. Danke dafür. Würdest du dein Pro-Ganser Geseiere noch mal lesen, wüsstest du das. Aber so ist es halt mit Aluhut-Trägern. Es zählt nur die eigene Wahrheit und Fakten sind nur dann richtig, wenn sie in‘s eigene Weltbild passen. Viel Spass dabei... und du kannst dir sparen, mich darauf hinzuweisen, dass das ja auch auf mich passt. Ich lasse mich gerne von Argumenten überzeugen, aber nicht von konspirativer Fragestellung a la Ganser. Die Themen sind für dieses Format hier leider zu komplex... sonst könnte ich hier noch Seitenweise schreiben. Aber das wird dich sicher nicht abhalten, dies zu tun.

hj_allemann (nicht überprüft)

So. 11 Nov 2018 - 10:06

Antwort auf von Perer Riese (nicht überprüft)

Ein "Anti-Anti-Ganser Beitrag" wäre kein "Pro-Ganser Geseiere", genauso wenig wie die Feinde meiner Feinde meine Freunde sind. Der Pungs-Artikel diffamiert Ganser ohne auch nur eine einzige Quelle anzubieten, außer dem anonymen und verblendeten Freund Max der Autorin. Ich kommentierte diesen unsauberen Journalismus und weise auf den Zweck hin, dem er dienen soll. Der Zweck ist Kritik und Zweifel an offiziellen Verlautbarungen ersticken, in dem die Kritiker verunglimpft werden. Ganser habe ich selbstversändlich dabei verteidigt, weil er der Autorin als zu verleumdende
Hauptperson dient.

Ihr Kommentar folgt em Muster, dass man auf Kritik nicht mit Argumenten reagiert, sondern mit dem nächsten unbewiesenen Angriff (oder Behauptung). Das ist bekannt. Trump ist ein Meister darin. Neu ist vielleicht, dass man sich dabei wechselnder Autorennamen bedient.

Für alle, die sich eine gute Debatte anhören wollen: "Faszination Verschwörungstheorien: Richard David Precht im Gespräch mit Harald Lesch im ZDF". Am einfachsten hier klicken: https://www.youtube.com/watch?v=3XIDU3NgvhE

Kann man sich gut beim Joggen anhören, dann ist es gleichzeitig Gehirntraining.

struppi (nicht überprüft)

So. 11 Nov 2018 - 16:31

Antwort auf von Perer Riese (nicht überprüft)

Es ist eine Bestätigung für eine Theorie wenn man erklärt das es keine Theorie gibt?

Wie der lange Kommentar ausführt, zählt eben nicht die "eigene" Wahrheit, sondern in dem Fall sind es Zweifel an der einen Wahrheit. Wem dies zu komplex ist, mag diese eine Wahrheit akzeptieren. Das Diffamieren der Leute die Fragen stellen, weil sie unbequem sind ist aber tatsächlich eine beliebte Masche. Für mich machen Sie sich damit zum Teil einer Verschwörung, aber das sollte man nicht hinterfragen ;-)

Frank Roßner, … (nicht überprüft)

So. 11 Nov 2018 - 17:34

Antwort auf von hj_allemann (nicht überprüft)

Liebe Autorin,
bitte prüfen Sie, ob es für Sie Sinn macht, unter dem verbrannten Begriff Aluhüte oder auch Goldene Aluhüte weiter zu veröffentlichen. Konkret kann ich Ihnen, als Person, die seit mehr als 53 Jahren mit Menschen in und aus der Ukraine Kontakt hat, sagen, dass fast alle derzeit am Konflikt Beteiligten mit einer verkürzten Geschichtsdarstellung arbeiten, zum eigenen Nutzen und zum Schaden der dort lebenden Menschen.

Lieber hj,
Vielleicht kann jemand dem Herrn Ganser einen Job bei Rheinmetall vermitteln, damit er sich und seine Familie künftig redlich ernähren kann.
Danke für Ihren Artikel, dem ich mit Nachdruck zustimmen möchte, besonders dem letzten Satz.

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Fr. 9 Nov 2018 - 14:50

"... sehen wollen. So wie Max." Auf das 'wollen' kommt es an. Armer Max.
Schöner Artikel; bis zum selbstkritischen Ende!
Aber "5 Prozent der deutschen Bevölkerung" - das SIND Millionen...

Oh, da haben Sie gut aufgepasst mit der Zahl. Und ja, richtig. Danke. Ich werde das berichtigen und an den hpd weitergeben.
Beste Grüße
NP

Frank (nicht überprüft)

Fr. 9 Nov 2018 - 14:54

Operation Gladio, eine Stay-Behind Gruppe, gefördert durch die NATO, ist keine Verschwörungstheorie. Keiner weiß genau, was da ablief und in welchen Ausmaß sie terroristische Anschläge in Europa unterstützen ist nicht geklärt. Aber die 85 Toten die bei dem Anschlag auf den Bahnhof Central in Bologna 1980 starben sind keine Erfindung oder Spinnerei. Das MK-Ultra Programm der CIA ist auch keine Spinnerei, sondern ist wirklich passiert, eine Reihe von Menschenversuchen wurden durchgeführt, es gab Versuche einen Menschen durch Gehirnwäsche zu programmieren. Welchen Erfolgt die CIA hatte, ist nicht bekannt. Die sagen das Experimente brauchte keinen Erfolg, aber so etwas würden sie auch sagen, um Erfolge zu verschleiern. Das COINTELPRO Programm des FBI zur Unterwanderung linker und rechter Gruppen ist auch keine Spinnerei. Es ist falsch zu glauben der Durchschnittsbürger habe irgendeine Kontrolle über die Zustände in der Welt. Es sieht eher so auch, als ob die Regierungen machen können was sie wollen, ohne zur Verantwortung gezogen. Selbst wenn eine Verschwörung auffliegt, Konsequenzen sind eher selten.

Klar, es gibt tatsächlich Verschwörungen; geschenkt. Schreibt die Autorin doch selbst - nicht gelesen?
Aber: "Die sagen das Experimente brauchte keinen Erfolg ..."
Was soll das?

Allerdings wird nur eine einzige Verschwörung erwähnt "Operation Ajax" und dies war nicht die einzige Operation bei der die CIA eine Regierung gewaltsam absetzte, die den Interessen der USA widersprach. Der Grund warum viele Menschen an Verschwörungstheorien glauben wird mit der simplen Erklärung
"Gesamtgesellschaftlich betrachtet zeigt sich hier ein tiefgreifendes Problem, und zwar das fehlende Grundvertrauen in Volksvertreter und Journalisten. "
In diesem Punkt haben Politiker und Journalisten nicht viel getan, um sich das Vertrauen zu verdienen. Im Grunde ist lügen und die Wahrheit zu verdrehen eine Eigenschaft, die jeder Politiker und Journalist besitzen muss. Kaum ein Politiker wird gewählt, wenn er die Wahrheit sagt.

"Was soll das?"
Warum sollen die Menschen den Journalisten und den Politikern vertrauen, wenn wieder einmal ein juristisch zweifelhaftes Projekt entlarvt wurde. Die offizielle Version über MK Ultra liest sich wie das Drehbuch zu einer Mysteryserie. Viele Akten wurden vernichtet.
https://de.wikipedia.org/wiki/MKULTRA
Die Vorstellung, dass diese Programm viel weiter ging und erfolgreicher war, als die CIA zugibt, dürfte viele Menschen beunruhigen. So etwas kann nicht als Spinnerei abgetan haben. Das will ich damit sagen.

A.S. (nicht überprüft)

Sa. 10 Nov 2018 - 02:18

Ich halte Verschwörungstheorien für einen Effekt, der aus der Arbeitsweise unseres Gehirns resultiert: Es sucht ständig nach Kausal-Zusammenhängen.
Außerdem gibt es genügen echte Verschwörungen. Dass es Verschwörungen gibt, ist erwiesen. Aber nicht alles, was nach Verschwörung ausschaut, ist auch eine. Es gibt auch Zufälle und unbeabsichtigte, ungeplante Dynamiken. Damit kann aber unser Verstand nicht umgehen.

Kay Krause (nicht überprüft)

Sa. 10 Nov 2018 - 09:26

"Verschwörungstheorien gab es schon immer, mit ihnen läßt sich die Welt erklären!" Ein guter Satz! Ich ziehe den logischen Schluß daraus, dass die sogenannten Weltreligionen ebenfalls auf Verschwörungstheorien basieren

Wolfgang Schaefer (nicht überprüft)

Sa. 10 Nov 2018 - 10:38

Verschwörungstheorien haben bei mir keine Chancen. Ich bin Atheist und ich glaube nicht
jeden Mist. Darauf schwöre ich!

Apollon Alekto (nicht überprüft)

Sa. 24 Nov 2018 - 12:00

Antwort auf von Wolfgang Schaefer (nicht überprüft)

Du deine Person, dein Ego, deine Identität ist nichts weiter als ein Glaube. Ob du willst oder nicht. Du glaubst.

TmoWizard (nicht überprüft)

Sa. 10 Nov 2018 - 23:00

Der Begriff "Verschwörungstheorie" ist meistens nicht zu gebrauchen, da er oftmals die verkehrten Leute betrifft... Mich selbst zum Beispiel! Ich schreibe auf meinem Blog oftmals über die Überwachungsmaßnahmen hier in Deutschland und wurde anfangs oft als solcher bezeichnet, mein Castle war trotzdem gut besucht.

Dann kam Edward Joseph Snowden, meine angebliche Verschwörungstheorie wurde zur anerkannten Tatsache und meine Besucher blieben plötzlich aus! Klar, denn nun konnte man alles ganz offiziell in den "normalen" Medien lesen. Heute interessiert es kaum noch jemand, in der Presse wird das Thema kaum noch erwähnt und bei mir liest kaum noch jemand mit.

Gleichzeitig ist eigentlich alles beim Alten geblieben, immer noch höre ich die Sprüche "Ich hab ja nichts zu verbergen!" und "Verschlüsselung ist viel zu kompliziert!"... Wobei letzterer auf die zum größten Teil für den normalen Anwender tatsächlich viel zu kompliziert geschriebenen Tutorials dazu zurück zu führen sind. Wen interessieren schon "epileptische Kurven" oder wie das Zeug heißt, wenn man doch einfach nur seine E-Mails verschlüsseln möchte?

Ansonsten muß ich sagen, daß mir dieser Artikel gut gefällt, weiter so!

struppi (nicht überprüft)

So. 11 Nov 2018 - 16:50

Ganser ist ein sehr schlechtes Beispiel und hat auch bei Wikipedia aktuell zu einer umfangreichen Diskussion geführt. Der Artikel wurde mittlerweile massiv angepaßt, um diese Diffamierungen, die auch hier auftauchen zu entfernen.

z.b. das seine Habilitation "scheiterte" ist entfernt worden und darüber hinaus hat sie nichts mit Verschwörungstheorien zu tun, es ging um Erdölförderung.

Das die USA bei seiner Forschung "immer der Bösewicht" ist, leigt vermutlich daran, dass sein Forschungsgebiet die NATO ist. Ein Einstufung als "Bösewicht" erfolgt da nicht, es geht um die Frage was diese im Hintergrund treibt. In dem Fall auch vor allem darum, dass es die Öffentlichkeit weiß. Ob das dann richitg oder falsch ist müssen wir bewerten.

Ansonsten finden sich die Reihe der Diffamierungen die im Wikipediaartikel mal enthalten waren, hier schön wieder. Und man sieht wie man eine Verschwörung aufgebaut wird. Welche Theorien dahinter stehen, ist dann die andere Frage.

Was aber klar ist: Es geht darum Dinge unsagbar zu machen. Also eine Art religiöses Tabu zu schaffen. Was mittlerweile auch sehr gut gelungen ist. Mit diesem Satz von Stichwörtern, die hier alle Vorkommen, läßt sich jede kritische Frage stigmatisieren und eine inhaltliche Diskussion ist beendet. Ziel erreicht.

Andreas Lichte (nicht überprüft)

Di. 13 Nov 2018 - 13:55

@ Nadine Pungs

Sie fragen: "Wie grenzdebil muss man sein, dass man tatsächlich glaubt, die Erde sei eine Scheibe? Mangelt es an Aufklärung? Oder handelt es sich um eine Psychose?"

Es mangelt an Textverständnis, bei Ihnen. Die website "The Flat Earth Society" – https://www.tfes.org – ist, meine Worte, "eine Übung in kritischem Denken", ein hoax, oder einfach gesagt: Satire. Schlecht, wenn man Satire ernst nimmt.

Machen aber auch andere, siehe die Diskussion hier: https://blog.psiram.com/2018/11/angelesen-verschwoerungstheorien-von-bernd-harder/

Sven F (nicht überprüft)

So. 18 Nov 2018 - 19:26

Antwort auf von Andreas Lichte (nicht überprüft)

Hallo Herr Lichte,

es gibt nicht nur diese Webseite, es gibt gerade bei Youtube auch jede Menge Kanäle, die eine flache Erde vertreten. Und, wie häufig bei so einem Unsinn, ist es in vielen Fällen schlicht unmöglich, eine tatsächlich vertretene Meinung von einer Parodie zu unterscheiden.

Andreas Lichte (nicht überprüft)

Mo. 19 Nov 2018 - 12:03

Antwort auf von Sven F (nicht überprüft)

@ Sven F Sie schreiben: "Und, wie häufig bei so einem Unsinn, ist es in vielen Fällen schlicht unmöglich, eine tatsächlich vertretene Meinung von einer Parodie zu unterscheiden." Richtig, es ist schwer zu unterscheiden, schafft auch der SPIEGEL nicht: "Glaube an Scheibenwelt:
Flachwitz", http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/scheibenwelt-was-wir-von-flacherdlern-lernen-koennen-a-1162461.html

Wenn ich nicht sicher bin, dann sage ich dazu nichts. Ich mache mich nicht über etwas "lustig", das ich nicht verstehe, oder erkläre es gar zu einer "Gefahr" für unsere Gesellschaft.

Bernd Schmidt (nicht überprüft)

Mi. 14 Nov 2018 - 20:05

Der Artikel gefällt mir nicht, weil der Autor voreingenommen ist.

Ich höre mir lieber die Vorträge von Herrn Ganser im Internet an oder gehe zu seinen Vorträgen. Dann bilde ich mir dazu meine eigene Meinung.

Der wesentliche Punkt meiner Bewertung der Tätigkeit von Herrn Ganser ist:
Ganser tritt ganz grundsätzlich für den Frieden, für friedliche Konfliktlösungen und für Völkerverständigung ein. Und das unterstütze ich.

Wenn Herr Ganser so friedliebend ist, wieso trat er dann auf einem Kongress des umstrittenen Sektenpredigers Ivo Sasek auf, der auch Holocaustleugnern eine Bühne bietet?

Oder stimmt das obige gar nicht?

Apollon Alekto (nicht überprüft)

Sa. 24 Nov 2018 - 12:12

Antwort auf von Sven F (nicht überprüft)

Würde man auch jemanden Verurteilen der Vortäge über Frieden und Menschheitsfamilie beim IS hält oder bei Nazi Veranstalltungen oder bei Söldnern oder beim KKK?

Sven F (nicht überprüft)

So. 25 Nov 2018 - 12:31

Antwort auf von Apollon Alekto (nicht überprüft)

Äh, woraus genau schließen Sie, dass Herr Ganser bei diesem Anlass einen Vortrag über "Frieden und Menschheitsfamilie" gehalten hat? Waren Sie dabei oder haben Sie den Text vorliegen?

Apollon Alekto (nicht überprüft)

Sa. 24 Nov 2018 - 11:27

Ja, lieber Autor diese Polemik ist mehr als Falsch. Verschwörungstheoretiker ist zu einem politschen Kampfbegriff geworden und die als Ratten und Aluhut tragende Spinner zu bezeichnen ist eine sehr üble Sache. Die Spalltung der Gesellschaft ist das einzige was wirklich gefährlich ist und Kommentare wie diese machen genau das. Wir Menschen müssen einander zuhören und uns ernst nehmen. Wenn wir den Dialog kappen und Menschen in Schubladen packen und sogar wie hier anfeinden, entmenschlichen und als die Gefahr darstellen ist das eine Form von Gewalt und Spalltung die zur weitern polarisierung beiträgt und diese gipfelt früher oder später in echter Gewalt. So einen undifferenzierten Schrott habe ich schon lange nicht mehr gelsen.
Man muss miteinander Sprechen und sich Respektieren und vorallem dürfen wir uns nicht voreinander Angst machen lassen. Wenn wir offensichtlich solche Angst vor Manipulation haben ist das dann nich erstrecht ein Grund sich offen mit dem Thema ausseinander zu setzen?

Sven F (nicht überprüft)

So. 25 Nov 2018 - 12:39

Antwort auf von Apollon Alekto (nicht überprüft)

"Wir Menschen müssen einander zuhören und uns ernst nehmen. Wenn wir den Dialog kappen"
Äh, haben Sie schon einmal versucht, mit einem Verschwörungstheoretiker einen Dialog zu führen? Ich jedenfalls schon oft. Resultat: Es sind fast immer gerade jene, die einen Dialog verhindern: durch übelste Beschimpfungen ("Rattenfänger" ist absolut harmlos dagegen; erst kürzlich hat mich einer einen Juden genannt, der in die Gaskammer gehört), durch Ignorieren von Fakten, und schlicht dadurch, dass sie irgendwann nicht mehr antworten.

"Man muss miteinander Sprechen und sich Respektieren "
Sagen Sie das den Verschwörungstheoretikern. Ich bin offen dafür, werde aber wieder und wieder aufs übelste enttäuscht .

@ Sven F Als was würden Sie den Begriff "Verschwörungstheoretiker" / "Verschwörungstheorie" bezeichnen? A – als "wissenschaftlich"? B – als "Allgemeinplatz", der inzwischen für alles und nichts gebraucht wird? C – oder als "Verbalinjurie"?

Sie können sich auch gerne hier an der Diskussion beteiligen: https://blog.psiram.com/2018/11/angelesen-verschwoerungstheorien-von-bernd-harder/

Ich denke nicht, dass irgendeine der Definition A/B/C allgemein zutrifft. Es kommt immer auf den Kontext an.

Und nein danke, ich habe mich schon an genügend Diskussionen beteiligt, die nirgendwohin geführt haben.

Apollon Alekto (nicht überprüft)

Sa. 24 Nov 2018 - 12:06

Verschwörungstheoretiker sind Aluhutträger und Ratten heißt es im Text.
Was hat das mit noch mit "Humanismus" zu tun wenn wir einander schon so entmenschlichen sobald die Meinung abweicht.

"Verschwörungstheoretiker sind Aluhutträger und Ratten heißt es im Text."
Nein, heißt es nicht. Die Leute, die Verschwörunstheoretikern *glauben* werden in einer *Metapher* mit Ratten verglichen, die einem Rattenfänger folgen. Vielleicht wäre eine bessere Metapher möglich, aber was Sie schreiben, ist schlicht falsch.

"Was hat das mit noch mit "Humanismus" zu tun wenn wir einander schon so entmenschlichen sobald die Meinung abweicht."
Da dass mit den "Ratten" schlicht falsch war, bleibt die Bezeichnung "Aluhutträger". Die ist zwar auch nicht gerade nett, aber unter "entmenschlichen" verstehe ich dann doch was anderes.

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