Wie die SPD ihre säkularen Wurzeln verleugnet

August Bebel
August Bebel, einer der Gründerväter der SPD, im Jahr 1913

Letzte Woche sorgte die Meldung für Schlagzeilen, dass die SPD den Arbeitskreis "Säkulare Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen" nach wie vor nicht zulässt. In der Antwort auf eine Anfrage des hpd geht ein Sprecher der Partei noch weiter: Die Trennung von Kirche und Staat sei weder ihr Ziel noch das des Grundgesetzes. Damit wären die Gründerväter der SPD sicherlich nicht einverstanden.

"SPD und Kirche: Freundschaft mit Startschwierigkeiten" heißt ein Artikel des Christlichen Medienmagazins pro von 2013. Darin wird die Entwicklung des Verhältnisses der Partei zu den beiden Amtskirchen geschildert, mit dem Tenor, dass die unvernünftige, radikale Haltung von damals überwunden wurde. Von "militanter anti-religiöser Propaganda" ist die Rede.

Christentum und Sozialismus seien wie Feuer und Wasser, sagte August Bebel, einer der Urväter der deutschen Sozialdemokratie, Ende des 19. Jahrhunderts. In einem vielbeachteten Briefwechsel lieferte sich der bekennende Atheist mit Kaplan Hohoff einen Schlagabtausch, in dem er unter anderem schrieb, das Christentum sei "nichts als Heidentum, das heißt eine Religion wie alle anderen Religionen auch: Menschenwerk, nichts mehr und nichts weniger". Und: "Die Bibel ist das verwirrteste Buch, welches existiert (…). Eine Verworrenheit, welche die katholische wie die evangelische Kirche längst in lauter Sekten aufgelöst haben würde, wenn nicht die Priester- und die Staatsgewalt die Rechtgläubigkeit an den einmal aufgestellten Lehren mit Gewalt aufrechterhalten hätte." Aus seinen Ausführungen folgert Bebel, dass er "nicht nur ein Gegner des Katholizismus, sondern jeder Religion sein muss, weil nach meiner festen Überzeugung die Religion nur da Geltung haben kann, wo Unwissenheit über die menschliche Entwicklung wie Unbekanntschaft mit den Forschungen der Geschichte und Naturwissenschaft besteht". Ihn als Sozialdemokrat stört, dass das Christentum "die Menschheit in der Knechtschaft und Unterdrückung gehalten und bis auf den heutigen Tag sich zum Werkzeug politischer und sozialer Ausbeutung hergegeben" habe.

Deshalb fand sich konsequenterweise im Erfurter Programm von 1891 die Erklärung von Religion zur Privatsache und eine daraus folgende Forderung nach der Trennung von Staat und Kirche. Dies änderte sich im Laufe des 20. Jahrhunderts, wovon der pro-Artikel erfreut berichtet: "Das Verhältnis der SPD zu den Kirchen ist heute weitgehend von Entspannung, Offenheit und Dialogfähigkeit geprägt, eine, gemessen an den Anfängen der Sozialdemokratie, geradezu epochale Wandlung."

Diese "epochale Wandlung" scheint die Haltung der SPD zum Thema Religion mittlerweile gar ins Gegenteil verkehrt zu haben. Von der Öffnung der Partei für religiöse Menschen, die nach Aussage des Artikels "Programmatik und praktische Politik der SPD wesentlich geprägt" hätten, bis zur wiederholten Ablehnung eines Arbeitskreises "Säkulare Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen" ist es ein weiter Weg. Seit vielen Jahren bemühen sich die "Säkularen Sozis" um eine offizielle Anerkennung durch die Partei, während Christen, Juden und Muslime ihr Gremium innerhalb der SPD bereits haben. Vergangene Woche sorgte ein Brief von Generalsekretär Lars Klingbeil für Aufsehen, in dem er es den Laizisten in seiner Partei untersagte, den Begriff "SozialdemoratInnen" als Bezeichnung für ihre Gruppierung zu verwenden. Auch der hpd berichtete darüber.

Auf eine Anfrage des hpd an den Parteivorstand mit der Bitte um eine Stellungnahme antwortete ein SPD-Sprecher, alle seien "herzlich eingeladen, sich in der SPD zu beteiligen" und "jeder der säkularen Mitstreiterinnen und Mitstreiter" dürfe sich Sozialdemokrat nennen, "so wie alle Mitglieder der SPD". Die Nutzung des Logos und des Namens der Partei sei allerdings "offiziellen Organisationseinheiten und Gremien" vorbehalten – und dazu gehören die "Säkularen Sozis" nicht.

Und dann kommt eine bemerkenswerte Aussage: "Als SPD bekennen wir uns zum jüdisch-christlichen und humanistischen Erbe Europas und zur Toleranz in Fragen des Glaubens. Grundlage und Maßstab dafür ist unsere Verfassung. Kernanliegen der 'Säkularen Sozis' ist die strikte Trennung von Kirche und Staat. Das ist eine legitime Position. Es ist allerdings nicht die Position der SPD, so wie es auch nicht die Position des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland ist. 2011 hat der SPD-Parteivorstand daher die Einrichtung eines laizistischen Arbeitskreises einstimmig abgelehnt."

Die Behauptung, die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland sehe keine Trennung von Staat und Kirche vor, ist so nicht richtig. Es gibt ein sogenanntes "Trennungsgebot", das im Grundgesetz in Paragraph 140, der sich aus mehreren Paragraphen der Weimarer Reichsverfassung zusammensetzt, Ausdruck findet: "Es besteht keine Staatskirche", heißt es dort. "Nach heutiger, so gut wie allgemeiner Rechtsauffassung versteht man unter Trennungsgebot jedenfalls das grundsätzliche Verbot einer organisatorisch-institutionellen Verbindung von Staat und religiös-weltanschaulichen Gemeinschaften, insbesondere Kirchen", schreibt Gerhard Czermak dazu im Lexikon des Instituts für Weltanschauungsrecht. Dieses Trennungsgebot sei "ein religionsrechtliches Hauptanliegen der Verfassung", das jedoch durch die tatsächliche Praxis in Form eines "engen Schulterschlusses zwischen Staat und Religion" ausgehöhlt werde.

Mit anderen Worten: Um einen grundgesetzkonformen Zustand herzustellen, müsste man sehr wohl aktiv für die Trennung von Staat und Kirche eintreten. Gerne erinnert sich die in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden drohende SPD an bessere Zeiten, verehrt ihre Granden von einst. Mit Aussagen wie dieser zum Verhältnis von Kirche und Staat verrät sie ihre Gründer jedoch. Auf der Internetseite der SPD findet man Portraits von "Größen der Sozialdemokratie". Auch August Bebel ist dort vertreten. Seine ablehnende Haltung gegenüber Religionen wird dort vollkommen verschwiegen. Er würde sich im Grabe umdrehen.

Kommentare (31)

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Mo. 25 Mär 2019 - 12:18

Wer hat August Bebel verraten?
Sozialdemokraten!

Auch das GG verstehen viele Sozen heute nicht mehr. Doch selbst wenn es August Bebel nie gegeben hätte und das GG keinen Art. 140 enthielte, müsste eine vernünftige Partei eine säkulare Position einnehmen. Warum? Weil sich die Gesellschaft im Wandel befindet!

Als Bebel lebte und auch noch, als das GG verfasst wurde, gab es in Deutschland eine fast 100% christliche Gesellschaft. Pogrome haben jahrhundertelang die Juden mehr oder weniger vertrieben. Religionsfreiheit spielte also aus Sicht der Herrschenden keine Rolle; der Staat paktierte mit den Kirchen und umgekehrt.

Heute leben wir im Zeitalter der Globalisierung mit einhergehender Pluralisierung der Gesellschaft. Religionen, Kulturen und Lebensauffassung unterschiedlichster Art durchdringen die Strukturen. Wir erleben bei sehr starker Identifikation mit solchen persönlichen Verhaltensweisen die Bildung von Parallelgesellschaft und der Entstehung einer unangebrachten Opfermentalität. Wer sich abgrenzt, kann sich schneller ausgegrenzt fühlen und darüber jammern.

Wenn nun einzelne dieser inzwischen unzähligen Varianten eine Durchdringung auf staatlicher Ebene (mit politischer Bedeutung) erreichen - indem Politiker oder Parteien ihnen dies gestatten oder sie sogar dazu einladen -, dann haben wir in einer Demokratie ein Problem: Wenn man dies bei nur einer religiösen oder kulturellen Gruppe zulässt, dann muss man es bei allen tun.

Die Folge wäre eine unendliche Kakophonie einander widersprechender Gesetze oder staatlicher Richtlinien. Nur ein Beispiel: § 1631d BGB (Genitalverstümmelungserlaubnisgesetz) und Art. 2 GG (2) (Recht auf körperliche Unversehrtheit) kollidierten mit einem solchen Knall, dass über 70% der deutschen Bevölkerung ihn hörten, nur viele taube Politiker nicht. Warum taub? Weil sie keine scharfe Trennlinie zwischen Staat und Weltanschauungen ziehen.

Nur wenn es diese Trennung zwischen allen staatlichen (also an sämtliche Bürger gleichermaßen gerichteten) Belangen/Handlungen/Gesetzen einerseits und den unglaublich vielfältigen privaten Interessen der Bürger gibt, kann ein Staat demokratisch handlungsfähig bleiben, weil er sich in Weltanschauungsfragen und sonstigen persönlichen Spezialitäten neutral verhält.

Der 100% säkulare Staat ist aus meiner Sicht die einzige Chance, in einer globalen Welt die Pluralität aufrechtzuerhalten, ohne die Funktionsfähigkeit des Staatapparates zu gefährden. Die Alternative wäre ein chaotisches Kuddelmuddel aus einander widerstreitenden Interessen (Stichworte: Geschlechterapartheit/Art. 3 GG; Genitalverstümmelung/Art. 2 GG; christliches Arbeitsrecht; § 166 StGB; Staatsleistungen an Kirchen etc pp.)

Falls die SPD wieder fußfassen will, dann sollte sie mit August Bebel in den Dialog treten. Sie sollte die Zeichen der Zeit erkennen (schwindende konfessionelle Bindung bei gleichzeitig wachsender Pluralität) und an einem Staat, an einem Europa und an einer Welt mitgestalten, die zukunftsfähig sind.

Religion war gestern. Heute ist Demokratie...

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Mo. 25 Mär 2019 - 12:44

"Dialogfähigkeit"?
Gemeint ist die Kriechfähigkeit auf der religiösen Schleimspur. Ikswk.
Gute N8, SPD.
Gleicht schon einem Selbstmordprogramm, sich auf solch fatale Art & Weise von bald der Hälfte der Bevölkerung zu verabschieden.

A.S. (nicht überprüft)

Mo. 25 Mär 2019 - 13:18

Danke für die Aufklärung, Frau Bodenstein.
Die einstmals aufgeklärte SPD wurde nach ihrer Öffnung in Richtung der Kirchen (die sicherlich in der Hoffnung auf mehr Wähler erfolgte) durch Kirchen-Lakaien unterwandert und schließlich übernommen. Gleiches ist den einstmals progressiven Grünen passiert, ich vermute dass da er Zusammenschluss mit "Bündnis 90" eine wichtige Rolle gespielt hat. Bei den Linken ist dieser Prozess erkennbar im Gange.

Eine des systemischen Schwächen der parlamentarischen Demokratie ist ihre Anfälligkeit für Unterwanderung durch engagierte und gut organisierte Demokratiefeinde, die die freiheitliche Demokratie dann ganz demokratisch gegen die Wand fahren. Bis schließlich das Volk wieder von autöritären Strukturen träumt.

Wolfgang Schaefer (nicht überprüft)

Mo. 25 Mär 2019 - 14:20

Tja, es ist halt ein Kreuz mit dem Kreuz. Die Spd bekommt von mir auch kein Kreuz!

HuGo (nicht überprüft)

Mo. 25 Mär 2019 - 14:31

Die Kirchen sind systemrelevante und sogar grösste Arbeitgeber Deutschlands mit eigenem Arbeitsrecht, die unter dem Deckmantel der verpflichtenden Christlichkeit dem Staat viele Umstände und Aufgaben zu Billigtarifverträgen, die Ausbeutung beinhalten, abnimmt. Und, wer nicht christlich spürt, setzt ggf. seine Existenz auf s Spiel. Soetwas ist menschenverachtende Ausdehnung und Ausnutzung der seoarierten rechtlichen Möglichkeiten.

Ralf Rosmiarek (nicht überprüft)

Mo. 25 Mär 2019 - 14:42

Es ist zu fragen, warum die SPD-Führung nicht endlich konsequenterweise der CDU/CSU beitritt, da gibts dieses „C“ wenigstens noch im Namen. Und offensichtlich besteht daran große Freude. Die verbleibenden SPD-Mitglieder dürften sich dann neu sortieren und Rat bei ihrem Gründervater Bebel einholen. Auf die Grundlagen der SPD zu schauen, könnte auch im 21. Jahrhundert lohnen.

Resnikschek Karin (nicht überprüft)

Mo. 25 Mär 2019 - 14:47

Laizismus ist gegen das GG. Trennung von Staat/Kirche leider unrealistisch. Die Kirchen haben sich - wie unter den Nazis - mit der Regierung der jungen BRD arrangiert und sie haben sich zum Moral- und Sozialgaranten erklärt. Konfssionsfreie gab es damals nicht. Heute nach 70 Jahren Filz sind eher Einzelforderungen angesagt: 1) das Finanzamt darf nicht nach der Konfession fragen (Art. 3, 4 GG, Art 18 AEM) 2) das kirchl. Dienstrecht ist Unrecht: die Kirchen sollen uns ohne jede Auflage einstellen - und keine Mittagsgebete in Altenheimen! 3) die ethische Erziehung säkularer Kinder soll durch säkulare Ethik erfolgen - erteilt von säkularen Lehrkräften. Keine religiöse Beeinflussung durch die Hintertür! Und Ethik-Humanistik-Lehrstühle an die Unis, wo kath./ev./islam./jüd. Theologie auf unsere Kosten gelehrt wird 4) ersatzloses Streichen der Staatsleistungen -dann ist Geld da für Punkt 3) - 5) wir sind 40% und wollen in dieser zahl in TV- und Rundfunktäten und Medien beteiligt werden 6) Konfessionsfreie/Säkulare in Regierungsämter und Bildungs- und Sozialfunktionsstellen (zu 40%) 7) Schluss mit der massiven Diskriminierung Säkularer, z.B. durch die haltlose Behauptung, wir seien militant. Oder wir seien Söhne, Cousins etc. des Teufels. 8) friedliches Zusammensein aller Weltanschauungen, gleichberechtigt und gleich wertgeschätzt in der BRD - nur das entspricht einer offenen, freiheitlichen Gesellschaft - alles andere ist gegen die Demokratie und Zeichen einer intoleranten, ideologie- bzw. religionsgesteuerten Kirchenrepublik Karin Resnikschek, Tübingen (Ortsgruppe Humanisten)

Stefan P. (nicht überprüft)

Mo. 25 Mär 2019 - 14:50

Diese selbstherrliche Missachtung des Grundgesetzes und demokratischer Grundsätze ist nur noch erbärmlich - gerade auch in Zeiten, in denen es so wichtig wäre, die Demokratie gegen die Rechten zu verteidigen.

Stattdessen wird hier wieder ein Stück Demokratie geopfert. Wofür? Um Kraft der eigenen internen Machtposition anderen den eigenen Privatglauben aufzuzwingen. Und sich bei religiösen Wählerschichten anzubiedern.

Diese Partei hat freilich im Selbstverrat (siehe Hartz IV und Co.) mittlerweile gute Tradition, so dass man da auch schon wieder von einer Kontinuität sprechen kann. Man muss halt realistisch sein: Sie hat noch weit weniger mit ihrer Gründungsausgabe zu tun als eine Popgruppe, die ohne verbliebenes Gründungsmitglied weiter auf Tour ist ... irgendwann wird es zum Etikettenschwindel ...

Also bitte weiterschmoren in der selbst geschaffenen Prozenthölle ...!

Resnikschek Karin (nicht überprüft)

Mo. 25 Mär 2019 - 14:55

Die anderen Parteien sind nicht besser: die grüne Baerbock will mit den Kirchen Zusammenarbeit - vergaß natürlich den Säkularen das Gleiche anzubieten. Die FDP hat auch Angst, Wähler zu verlieren. Die CDU versucht nur ganz am Rande auf uns zuzugehen. Immer wieder den Bundestag ansprechen!!! und die Parlamentarier.
Ja, weiter alle Parteien anschreiben - oben und an der Basis - und auf die weitgehend unbekannte Problematik aufmerksam machen und nicht mehr locker lassen. Nur warten auf die 50% kann schnell ins Auge gehen. Dank an alle die dranbleiben, Karin Resnikschek, Tübingen

Werner Helbling (nicht überprüft)

Mo. 25 Mär 2019 - 14:57

Ein Grund mehr, sich von dieser Partei abzuwenden. Leider hat bis dato keine einzige Partei den Mut, sich um die Nichtgläubigen und deren Anliegen offiziell anzunehmen und diese Wählerschaft in ihren Kreisen willkommen zu heissen. Wann will halt keine religiösen Gefühle verletzten. Immerhin sind es bald 50 % der Bevölkerung, die mit Religion nichts mehr am Hut haben. Ob man die Gefühle der Nichtreligiösen verletzt, scheint keine Rolle zu spielen. Dies wird sich über kurz oder lang für alle jetzigen Parteien zu einem Rohrkrepierer entwickeln und zu einem bösen Erwachen führen.

Hans-Otto Lang (nicht überprüft)

Mi. 27 Mär 2019 - 09:39

Antwort auf von Werner Helbling (nicht überprüft)

An dieser Partei könnte man glatt verzweifeln. Damit mir das nicht passiert, habe ich ihr mitgeteilt, dass sie mit mir als Wähler nicht mehr rechnen kann. Natürlich keine Reaktion von den SPD-Bonzen!

Sascha Larch (nicht überprüft)

Sa. 30 Mär 2019 - 10:57

Antwort auf von Werner Helbling (nicht überprüft)

Sehr geehrter Herr Hellbling

Doch, es gibt eine solche Partei:
https://diehumanisten.de/
...bald auch in einem Parlament in Ihrer Nähe...:-)

Friedhelm Mandt (nicht überprüft)

Mo. 25 Mär 2019 - 15:03

Auch Heinz Kühn würde sich
im Grab umdrehen.
Friedhelm

Kay Krause (nicht überprüft)

Mo. 25 Mär 2019 - 15:16

Wenn es wenigstens ein paar vernünftige Leute in der SPD geben würde, dann könnte man sie zu diesem August Bebel doch nur beglückwünschen. Aber so, wie es momentan aussieht, kann man diese Partei nur sang-und klanglos untergehen lassen. Kommende Generationen werden sich nicht mal mehr an ihre Existenz erinnern!

Thomas Greve (nicht überprüft)

Mo. 25 Mär 2019 - 15:24

Es geht der SPD genau wie den Kirchen nur um den Erhalt der Macht. Die Partei hat sich schon von mehreren einstigen Programmen und Zielen verabschiedet. Deshalb hat sie auch diese großen Stimmenverluste zu verzeichnen. Sich jetzt noch gegen die Kirchen zu positionieren traut man sich gar nicht. Traurig, traurig diese Feigheit.

Anne Pförtner (nicht überprüft)

Mo. 25 Mär 2019 - 15:37

August Bebel 1840-1913) Zitat:
„Die Religion der Liebe, die christliche, ist seit mehr als achtzehn Jahrhunderten gegen alle Andersdenkenden eine Religion des Hasses, der Verfolgung, der Unterdrückung gewesen. Keine Religion der Welt hat der Menschheit mehr Blut und Tränen gekostet als die christliche, keine hat mehr zu Verbrechen der scheußlichsten Art Veranlassung gegeben; und wenn es sich um Krieg und Massenmord handelt, sind die Priester aller christlichen Konfessionen noch heute bereit, ihren Segen zu geben, und hebt die Priesterschaft der einen Nation gegen die feindlich ihr gegenüberstehende Nation flehend die Hände um Vernichtung des Gegners zu einem und demselben Gott, dem Gott der Liebe, empor.“

Marek Nowakowski (nicht überprüft)

Mo. 25 Mär 2019 - 16:07

Bebel statt Bibel!

Gerhard Lein (nicht überprüft)

Mo. 25 Mär 2019 - 16:27

Ich will mich als einer der Sprecher im Netzwerk der säkularen Sozialdemokrat*innen nicht zu ausführlich äußern. Wir haben auf unserem halbjährlichen Sprechertreffen am Wochenende im Parteihaus in Hannover beschlossen, das Gesprächsangebot des Generalsekretärs Klingbeil anzunehmen.
Wichtig ist mir allerdings doch, dass der Partei kein Antrag zur Einrichtung eines laizistischen Arbeitskreises in der SPD vorliegt, sondern der Antrag eines Arbeitskreises säkularer Sozialdemokrat*innen. Das ist schon ein beträchtlicher Unterschied. Und dies müsste auch dem vom hpd zitierten Sprecher der SPD eigentlich bekannt sein.
Zur Vollständigkeit muss Ihrem Artikel aber auch entgegnet werden, dass die SPD nach ihrem Godesberger Programm den Kampf gegen Religionen/Kirchen beendet und zu einem Miteinander gefunden hat. Dies darf jetzt aber angesichts der deutlichen Zunahme der Zahl konfessionsfreier Menschen im Lande nicht in sein Gegenteil verkehrt werden. Wir säkularen Sozialdemokrat*innen erwarten eine größer werdende Offenheit unserer Partei gegenüber der sehr stark anwachsenden Zahl säkular orientierter Menschen im Lande.

Interessant zu erwähnen ist vielleicht noch, dass die Bezeichnung sich anscheinend im Laufe der letzten Jahre geändert hat (https://www.deutschlandfunk.de/religionspolitik-der-spd-kein-herz-fuer-saekulare-sozis.886.de.html?dram:article_id=444771)

Roland Weber (nicht überprüft)

Mo. 25 Mär 2019 - 16:37

Wem es jetzt noch nicht klar geworden ist, der sollte es langsam begreifen:

Die Aufklärung ist gescheitert!

- Nicht wegen den Aussagen dieser Rumpf-Partei-Vertreter, sondern weil überhaupt kein gesellschaftliches Interesse an Wahrheit und Auf-Klärung besteht. Die SPD verrät nur noch ein weiteres Mal ihre historische Wurzeln. Das ist alles.

Man glaubt alles, und alles nicht - aber man glaubt immer. Gegen Dummheit, Aberglauben und Machtinteressen kämpft man letztlich immer vergebens.

Rüdiger Pagel (nicht überprüft)

Mo. 25 Mär 2019 - 16:58

Vielleicht sollten die SPD-ler mal das Grundgesetz genauer lesen.

Ich habe von den derzeitigen Parteien nichts anderes erwartet.
Man ist halt klerikal verseucht.
Pius XII sei Dank.

Bernd Kockrick (nicht überprüft)

Mo. 25 Mär 2019 - 18:19

Dass die SPD ihre Wurzeln leugnet und heute lieber mit den Volksverdummern als mit den Aufklärern paktiert ist schon oft unter Beweis gestellt worden. Aber dass sie sich jetzt auch noch als leseunkundig outet ist zu traurig. Sowohl in der Weimarer Verfassung von 1919 wie im Grundgesetz von 1949 wird eindeutig die Trennung von Staat und Kirchen und die Ablösung der Staatsleistungen gefordert!

W. Klosterhalfen (nicht überprüft)

Mo. 25 Mär 2019 - 18:27

Für das von den Kirchen und deren Mitgliedern im Bundestag vorangetriebene infame Suizidhilfeverhinderungsgesetz § 217 StGB hätten die Ja-Stimmen aus der CDU/CSU-Fraktion nicht gereicht. Aber mindestens 59 anscheinend nachhaltig christlich indoktrinierte Abgeordnete der spezialdemokratischen Partei haben auch für dieses inhumane Schandgesetz gestimmt. Das reichte dann. Näheres hier: www.reimbibel.de/217c.htm .

Peter Hemecker (nicht überprüft)

Mo. 25 Mär 2019 - 23:30

Die SPD hat so ziemlich jede Gruppe ihrer Wählerschaft verprellt, für die sie einstmals gegründet worden ist und deren Rechte sie über Jahrzehnte verteidigen wollte. Von den ursprünglichen Zielen ist nichts mehr übrig geblieben. Man fragt sich, wen diese SPD-Politiker überhaupt noch vertreten wollen und wer diese Partei eigentlich noch wählt. Vermutlich nur diejenigen – überwiegend älteren - Wähler, die schon immer diese Partei gewählt haben und die nicht mehr flexibel genug sind, umzudenken. Nur dass sich diese Wählerschaft sukzessive biologisch verabschiedet. Das gleiche gilt für die Mitglieder der Kirchen, bei denen sich die SPD meint anbiedern zu müssen: Auch diese verschwinden nicht nur durch Austritte, sondern dadurch, dass deutlich mehr wegsterben, als durch (Zwangs-)taufen neu hinzukommen. Die SPD wird daher genauso marginalisiert werden, wie es ihre Schwesterparteien in vielen europäischen Staaten vorgemacht haben.

Leider ist die Auswahl an Parteien, die die strikte Trennung von Staat und Kirche verlangen, gering: Glaubwürdig vertreten nur die Piratenpartei und die Partei der Humanisten dieses Ziel.

M. Landau (nicht überprüft)

Di. 26 Mär 2019 - 03:10

Die SPD ist heute nur noch eine skurril anmutende Truppe rotlackierter Ministranten, die opportunistischen Mehrheitsbeschaffer der Kirchenpatei(en).

Sepp Rothwangl (nicht überprüft)

Di. 26 Mär 2019 - 09:20

Ich bin in Deutschland nicht wahlberechtigt, aber die SPD wäre für mich damit unwählbar.

Emma L (nicht überprüft)

Do. 28 Mär 2019 - 21:01

Laut SPD Parteivorstand ist die Position der säkularen Sozis zwar legitim, aber nicht die des Grundgesetzes. Wenn ich eine Meinung vertrete, die sich nicht mit dem Grundgesetz deckt, bin ich dann nach SPD Vorstand nicht ergo ein Verfassungsfeind? Darf aber trotzdem in der SPD sein? Wie lange noch? Gut, dass ich gar nicht erst dabei bin...

G. Hantke (nicht überprüft)

Do. 28 Mär 2019 - 22:26

Vor 50 Jahren war ich überzeugt, die CDU würde alsbald in der Versenkung verschwinden und die SPD sich, nicht zuletzt aufgrund der Entspannungspolitik unter Willy Brandt, als einzige große Volkspartei durchsetzen. Inzwischen stellt sich mir die SPD als die schlechtere CDU dar. Die Grünen, von ihrem jedenfalls ursprünglich konsequenten ökologischen Programm abgesehen, stellen sich mir nicht wesentlich besser dar. So blieben mir als einzige Hoffnung zwischendurch nur die Piraten. Und da hatte ich allerdings von der Jugend mehr erwartet. Wie mir scheint, sterben die Alten nicht weg, die Dummen nicht aus und die Jungen gehen erst gar nicht wählen.

Hans Strohschein (nicht überprüft)

Sa. 30 Mär 2019 - 13:18

Interessant zu lesen, dass einer Partei angekreidet wird, dass sie sich in über 100 Jahren gewandelt hat. Die scheinbar Aufgeklärten outen sich hier als die Ewig-Gestrigen. Danke für die Beiträge: ich werde wohl doch wieder SPD wählen.

Ute Soltau (nicht überprüft)

Di. 9 Apr 2019 - 20:59

Antwort auf von Hans Strohschein (nicht überprüft)

Nicht nur die SPD.
Keine !der etablierten! Parteien ist (mehr) wählbar.
Alle kugeln sie irgendwie und irgendwo herum.
Von wegen säkular!
Ich gebe nur noch denjenigen meine Stimme, die sich definitiv einsetzen,
für die drängenden Themen und Belange des 21. Jahrhunderts:
welche sind :
Mensch,
Umwelt,
Tierschutz.

U.S.

Gisa Bodenstein

Die Autorin studierte Kulturgeographie mit den Wahlfächern Politische Wissenschaft, English and American Studies und Physische Geographie in Erlangen. Danach war sie für die Erlanger Nachrichten und die Berliner Morgenpost tätig. Seit 2017 arbeitet sie für den hpd und hat im April 2025 den Posten der Chefredakteurin übernommen.

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