Internationales

Beichtstuhl

Spanien: Falscher Priester nach 18 Jahren enttarnt

Knapp 20 Jahre lang hatte der Kolumbianer Miguel Ángel Ibarra die katholische Kirche glauben lassen, Priester zu sein, obwohl er nie die Weihe erhalten hatte. Für seine Gemeinde und sein Bistum Cádiz und Ceuta bringt die Aufdeckung nicht nur einen Image-Schaden, sondern auch die Frage nach der Gültigkeit von z. B. Eheschließungen und Beichten mit sich.

Ensaf Haidar

Die langen Klauen des pakistanischen Anti-Blasphemie-Gesetzes

Was haben eine saudi-arabisch-kanadische Menschenrechtsaktivistin, ein kanadischer Kolumnist und ein iranisch-stämmiger australischer schiitischer Geistlicher gemein? Sie alle haben mit ihren Tweets Islamismus kritisiert und sie alle wurden von Twitter wegen Verstoßes gegen das pakistanische Anti-Blasphemie-Gesetz ermahnt. Keiner von ihnen lebt in Pakistan. Twitter beruft sich auf rechtmäßige Behördenmeldungen.

Buenos Aires

Finanzielle Unterstützung des Klerus, trotz Missbrauch und Homophobie

Die katholische Kirche erhält in Argentinien jährlich 130.000.000 argentinische Pesos (etwas über drei Millionen Euro) vom Staat. Dabei gäbe es neben der dringend notwendigen Trennung von Staat und Kirche noch weitere Gründe, die großzügige finanzielle Unterstützung zu beenden. Werden doch auch dort sexuelle Übergriffe auf Minderjährige und menschenverachtende Aktionen in katholischen Schulen aufgedeckt.

Psychologische Begutachtung von Priesteranwärtern in Diskussion

Da die Berichte zu sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche nicht abreißen, erwägt die spanische Konferenz religiöser Menschen (Conferencia Española de Religiosos, kurz: Confer) nun eine psychologische Begutachtung ihrer Amts-Anwärter. Um weiteren Schaden für die Kirchen, hier vor allem der katholischen, abzuwenden, steht diese Überprüfung als Teil eines auszuarbeitenden Maßnahmenpaketes zur Debatte. Im Falle zukünftiger katholischer Amtsinhaber, soll auch die affektive Reife zum Zölibat geprüft werden.

Kathedrale von Salamanca

Priester nach Missbrauch Minderjähriger ins Ausland gesendet

Die spanische katholische Kirche fällt im Rahmen der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen immer wieder besonders negativ auf. Vertuschung, Schweigegeld für Opfer, Schutz der Täter vor Behörden und vieles mehr wurde und wird aufgedeckt. Was schon jetzt nach einem besonders dick aufgetragenen Fortsetzungs-Krimi klingt, steigert sich noch. Hat die spanische katholische Kirche doch ihre Pädophilen sogar ins Ausland verschoben.

Indonesien startet Ketzerei-App

Indonesische Strafverfolgungsbehörden haben eine App veröffentlicht, die es nun jedem Handybesitzer ermöglichen soll, "fehlgeleitete" religiöse Aktivitäten mit wenigen Klicks den Strafverfolgungsbehörden zu melden. Menschenrechtsaktivisten kritisieren die App.