Rezensionen

Forschungsüberblick zur Radikalisierung

Christopher Daase, Nicole Deitelhoff und Julian Junk haben mit "Gesellschaft Extrem. Was wir über Radikalisierung wissen" einen Forschungsüberblick zum Thema vorgelegt. Da zu den Autoren viele langjährige Forscher gehören, erhält man so einen informativen und strukturierten Überblick, gelegentlich aber auch mit kleinen Schiefen.

Stacheldraht in Jerusalem

Israel ist nicht einfach zu erklären

Der Israelkenner, Journalist, Buchautor, Reiseleiter und Theologe Wolfgang Sotill nennt als Hauptziel seines Buches, Fakten zu Israel zu vermitteln, Zusammenhänge aufzuzeigen und Klischees aufzubrechen. Was als Buchtitel nach einfacher Reiseliteratur klingt, erweist sich als fundierte Auseinandersetzung mit Israel.

Saša Stanišić (Ausschnitt/Screenshot aus einem YouTube-Video)

Herkunft - Die Geschichte hinter der Geschichte

Früher, im Lateinunterricht, hatten wir es manchmal mit Begriffen zu tun, die uns später immer wieder einfielen. "Koinzidenz" gehörte dazu, ein Begriff, der verschiedene Bereiche miteinander verband, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben: cum tacent, clamant – (auch) wenn sie schweigen, schreien sie!

Symbolbild

Verbeamtete Rechtsextremisten

Die beiden Journalisten Matthias Meisner und Heike Kleffner haben einen Sammelband mit dem Titel "Extreme Sicherheit. Rechtsradikale in Polizei, Verfassungsschutz, Bundeswehr und Justiz" herausgegeben, worin sich viele Fallstudien zu dem im Untertitel genannten Themenkomplex finden.

Eine Anleitung zur zivilisierten Gesprächsführung

Der Philosoph Peter Boghossian und der Mathematiker James Lindsey legen mit "How to Have Impossible Conversations: A Very Practical Guide" eine interessante und nützliche Anleitung zur Gesprächsführung vor. Die Autoren bieten 36 Konversationstechniken mit guten Beispielen und Ratschlägen, um "unmögliche Gespräche" in diesem gesellschaftlichen Klima zu führen.

Herr Möller hat keine Angst mehr

Religionskritiker Philipp Möller erklärte jüngst die Fridays-for-Future-Bewegung zur Säkularreligion und schockierte damit viele seiner bisherigen Fans. Wie kommt es dazu, dass Möller plötzlich eine These vertritt, die sich vor allem in Klimaleugner-Kreisen großer Beliebtheit erfreut? Auskunft darüber gibt sein aktuelles Buch.

Die Dekonstruktion einer Lichtgestalt

Heinz-Werner Kubitza, ein promovierter Theologe, der mit der Kirche brach, nimmt in seinem neuen Buch "Jesus ohne Kitsch. Irrtümer und Widersprüche eines Gottessohns" eine Dekonstruktion des genannten "Propheten" vor. Dabei stützt sich der Autor auf eine Fülle von Bibel-Zitaten und macht insbesondere bei den Ausführungen zur Ethik von Jesu viele problematische Positionen aus, was dem Buch eine aufklärerische Dimension verleiht.

Essays gegen die Orientierungslosigkeit

Der ehemalige SPD-Grundsatzreferent Nils Heisterhagen legt mit "Das Streben nach Freiheit. Essays gegen die Orientierungslosigkeit" kürzere politische Kommentare aus der Zeit zwischen 2013 und 2019 vor. Es gibt viele Allgemeinheiten und Wiederholungen, gelegentlich aber auch Innovationen und Zuspitzungen, welche in einem eigenen Buch mit klarer Struktur besser aufgehoben gewesen wären.

Vom Fischen und von der Liebe

Fast dreißig Jahre hat es gedauert, bis aus dem Nachlass von Benoîte Groult, ediert von einer ihrer drei Töchter, etwas herauskam, das ebenso interessant ist und wie eine Ergänzung von "Salz auf unserer Haut" wirkt. Jüngere kennen das damalige Werk der Bestsellerautorin vermutlich nicht, aber der Aufschrei damals, 1988 erst in Frankreich, 1989 in Deutschland, war riesengroß. Als sexistisch, feministisch, pornografisch wurde das Buch klassifiziert, hatte doch eine Frau mal über Sex und Gefühle geschrieben, was vornehmlich den Männern zugebilligt wurde – die dann natürlich von der Sicht der Männer über die Frauen und deren Sexabenteuer handelten, so als ob nur denen die wahre Sicht vorbehalten war.