Frauenrechte

Für die Rechte der halben Menschheit

Vor knapp zwei Monaten gingen bereits weltweit rund zwei Millionen Frauenrechtler nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald J. Trump auf die Straße. Nun wird international wieder auf die fehlende Gleichberechtigung von Frauen hingewiesen: Der 8. März ist Weltfrauentag. Und dieser wird weltweit auf verschiedene Art und Weisen zelebriert.

Zwischen Theo-Populismus und heiliger Pornografie

Der wahhabitische Islam aus Saudi-Arabien überflutet die Welt im Netz mit seiner Propaganda. Darin rufen salafistische Prediger zum weltweiten Dschihad auf und Versprechen im Gegenzug 72 Jungfrauen im Paradies. Davon fühlen sich vor allem junge und sexuell frustrierte Menschen angesprochen. Der algerische Regisseur Merkaz Allouache hat in seiner Heimat die Folgen dieser religiösen Einflussnahme untersucht, sein sehenswerter Film "Investigating Paradise" erzählt davon.

Messer, die für die Genitalverstümmelung genutzt wurden.

Der 6. Februar: Ein internationaler Tag für Millionen von leidenden Frauen

Die Anfragen werden zahlreicher. Hilfsorganisationen und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer fragen nach Informationen zur weiblichen Genitalverstümmelung. Vor fünfzig Jahren wurde diese Problematik nur in wenigen feministischen Kreisen und ethnologischen Fachzeitschriften thematisiert. Kaum jemand wusste von dieser grausamen Praktik und noch weniger wusste man, wie man mit diesem Brauch umgehen kann. Da im fernen Afrika praktiziert, lag sie außerhalb unseres unmittelbaren Verantwortungsbereichs.

Straßenplakat in Uganda gegen Genitalverstümmelung

Genitalverstümmelung im Irak und Süd-Kurdistan

Nach Angaben der UNICEF wird in 29 Ländern Genitalverstümmelung praktiziert. Die im Jahr 2013 veröffentlichte Studie der UNICEF belegt, dass 80% der Frauen im Irak von Genitalverstümmelung betroffen sind und diese nach wie vor praktiziert wird. Die Mehrzahl der Betroffenen kommt aus der Region Südkurdistan. Wir wissen, dass insbesondere in den Dörfern diese Genitalverstümmelung (Beschneidung) verbreitet ist. Das Alter der Frauen, die der Genitalverstümmelung ausgesetzt waren/sind liegt zwischen 15-49 Jahren.

Weltweit 200 Millionen Mädchen und Frauen verstümmelt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass weltweit etwa 200 Millionen Mädchen und Frauen Opfer weiblicher Genitalverstümmelung sind. In jedem Jahr kommen etwa drei Millionen junge Mädchen dazu. Dabei ist diese Verstümmelung seit langem geächtet und in vielen Ländern auch verboten.

Alice Schwarzer in der EMMA-Redaktion

"Es drohen neue Gefahren und Rückschritte"

Im Januar vor 40 Jahren erschien sie zum ersten Mal, die Frauenzeitschrift EMMA. Anlässlich des Jubiläums führte die stellvertretende hpd-Chefredakteurin Daniela Wakonigg ein Interview mit EMMA-Gründerin und -Chefredakteurin Alice Schwarzer – über religiösen Fanatismus, Rassismus und Frauenrechte im Zeitalter von Donald Trump.

"Marsch für das Leben"

Keine Abtreibungen mehr im Kreis Schaumburg

Am Dienstag wurde bekannt, dass es im niedersächsischen Landkreis Schaumburg zukünftig keiner Frau mehr möglich sein wird, eine Abtreibung vorzunehmen zu lassen. Der Betreiber eines neuen Klinikums, der Agaplesion-Konzern, beruft sich dabei als gemeinnützige Aktiengesellschaft auf sein christliches Leitbild.

Es geht nicht nur um Abtreibung

Am Sonntag und am Montag vergangener Woche fanden in ganz Polen zahlreiche Proteste unter dem Namen "2. allpolnischer Frauenstreik" statt. Die erste Protestwelle am 3.Oktober hieß "Schwarzer Protest" bzw. "Schwarzer Montag" und war die Reaktion auf die Entscheidung des Parlaments vom 23. September, die Liberalisierung des Abtreibungsvorschriften abzuweisen und gleichzeitig ein totales Verbots der Abtreibung zu beschließen. Die PiS-Abgeordneten haben zwar danach unter dem Druck der protestierenden Frauen das Gesetz zurückgezogen, aber die Frauen, die ihre Kraft erkannt hatten, wollen jetzt mehr.