Kommentar

Kardinal Marx kritisiert Island wegen Verbot der Knabenbeschneidung

Kardinal Reinhard Marx
Kardinal Reinhard Marx, Verteidiger der Menschenrechte

Kardinal Reinhard Marx hat sich wieder einmal in Dinge eingemischt, von denen er nichts versteht. Dieses mal kritisierte er Island dafür, dass dort die Beschneidung von männlichen, unmündigen Kindern verboten werden soll.

In einer am Dienstagabend in Brüssel veröffentlichten Erklärung forderte der Präsident der EU-Bischofskommission COMECE, Kardinal Marx, die EU auf, diese "Bedrohung der Grundrechte" zu verhindern. Denn schließlich sei der Gesetzentwurf "ein gefährlicher Angriff auf die Religionsfreiheit".1

Hintergrund seiner Empörung ist, dass isländische Parlamentsmitglieder einen Gesetzentwurf vorgelegt haben, in dem eine Freiheitsstrafe von bis zu sechs Jahren für Personen vorgesehen ist, die einem Kind einen körperlichen Schaden oder eine sonstige gesundheitliche Beeinträchtigung durch "das ganzheitliche oder teilweise Entfernen von Sexualorganen" zufügt.

Herrn Marx, der offensichtlich ein sehr eigenwilliges Verständnis von Grund- und Menschenrechten hat, kommt schon allein der Gedanke, dass die männliche Beschneidung Unrecht sein könnte, wie Blasphemie vor. "Die Gesundheit von Kindern zu schützen, ist ein legitimes Ziel einer jeden Gesellschaft", gibt Marx laut domradio immerhin zu. Um dann gleich darauf kundzutun, dass in diesem Fall die Bedenken "ohne jegliche wissenschaftliche Grundlage instrumentalisiert" würden und "um bestimmte Religionsgemeinschaften zu stigmatisieren".

Ohne jegliche wissenschaftliche Grundlage? Im Ernst Herr Marx?

Nun, es ist wahrscheinlich, dass die Theologie, die Herr Marx mit Sicherheit zu den Wissenschaften rechnet, darauf keine Antworten hat. Echte Wissenschaften haben sehr wohl und sehr viele Argumente, die gegen die Beschneidung von Minderjährigen sprechen. Vielleicht sollte sich Kardinal Marx einmal eingehend mit diesen befassen. 

Schlimmer ist jedoch, dass er den Isländern (und auch den Dänen, die er aber nicht erwähnt) unterstellt, aus niederen Beweggründen gegen Juden und Muslimen zu agieren. Diese Totschlagargumente bestimmten auch in der Debatte in Deutschland seinerzeit den Ton der Befürworter des "Gesetzes zur Beschneidung des männlichen Kindes" (§ 1631d BGB), das am 12. Dezember 2012 vom Bundestag beschlossen wurde. Auch damals bereits gegen alle vernünftigen und belegbaren Gründe. Und auch damals schon mit Zustimmung der katholischen Kirche.

Als würde sich der Missionarsverein, der sich katholische Kirche nennt, tatsächlich um die Belange anderer Religionsgemeinschaften kümmern. Nur weil den Religionen die Gläubigen in Scharen weglaufen, wird versucht, ein einigendes Band der Religionen (und Religiösen) gegen den säkularen Staat zu flechten. Und so besteht "Religionsfreiheit" für Marx und die Seinen nur immer in dem Recht, die Hände in die Geldtöpfe des Staates zu stecken und sich in alles einzumischen, auch wenn es ihre Kompetenz überschreitet. 

Laut domradio sagte Marx sogar: "COMECE betrachtet jeden Angriff auf das Grundrecht der Religionsfreiheit als inakzeptabel" und verschweigt dabei nicht nur die Religionsfreiheit des Kindes, sondern auch das Recht auf die Unversehrtheit des Körpers, welches in jedem Falle höher zu werten ist als die Religionsfreiheit der Eltern.

Noch schlimmer kann es nicht werden? Doch, kann es! Denn Marx legt nach: "Die Kriminalisierung der Beschneidung ist eine sehr schwerwiegende Maßnahme, die tiefe Besorgnis hervorruft."

Besorgniserregend sollte vielmehr sein, mit welcher Selbstverständlichkeit das leibliche Wohl und die Rechte von Kindern missachtet werden. Jede Beschneidung, die nicht aus medizinischen Gründen notwendig ist, ist eine zu viel.

Wenn ein Junge oder junger Mann verständig genug ist, darüber selbst zu entscheiden; Bitteschön! Niemand nimmt ihm das Recht, mit seinem Körper anzustellen, was er möchte. Ob Tatoos, Piercing oder Vorhautamputation: Wer erwachsen ist, kann mit seinem Körper tun und lassen, was ihm gefällt.

Doch gut, wissen wir doch, dass Kinderrechte der katholischen Kirche generell ziemlich gleichgültig waren und sind: Die tausendfachen Mißbrauchsfälle zeigen es. Und ausgerechnet eine solche Institution spielt sich hier als Bewahrer der Grundrechte auf?


  1. FunFact: Island ist nicht einmal Mitglied der EU. ↩︎

Kommentare (46)

Elke (nicht überprüft)

Do. 8 Feb 2018 - 11:30

Soll sich der Herr Kardinal doch als Akt interreligionsgemeinschaftlicher Solidarität die eigene Vorhaut abschneiden lassen. Von mir aus kann er sie dann in eine Monstranz stecken und bei der Fronleichnamsprozession durch München tragen. Da gäbe wenigstens was zu lachen.

Mit Blick auf die religiös verbrämte Verstümmelung kleiner Jungs auf Anordnung irgendwelcher Rabbiner oder Imame - schon wieder mal geht's um Knabenpimmel, läutet da was, Herr Marx??? - kenne ich allerdings keinerlei Toleranz.

Elke spricht mir aus dem Herzen.
Schon oft habe ich mich gefragt, wie diese Typen es finden würden, wenn jemand diesen Ritus an ihnen vollziehen würde. Natürlich öffentlich und vor den Augen ihrer versammelten Gemeinde.
Scheiße Jungs, das tut sehr weh und ist erniedrigend!

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Christian (nicht überprüft)

Do. 8 Feb 2018 - 22:42

Antwort auf von Volkmar H. Weber (nicht überprüft)

Natürlich kann man auch versuchen, Herrn Marx zu überzeugen. Das erscheint mir aber aussichtslos.

Es ist auch legitim, in Richtung der Öffentlichkeit zu argumentieren, mit dem Ziel, dass seiner Organisation möglichst niemand folgt und die zumindest nicht noch privilegiert wird.

Volkmar H. Weber (nicht überprüft)

Fr. 9 Feb 2018 - 11:09

Antwort auf von Christian (nicht überprüft)

Hallo Christian, sicher wird der Marx davon nicht beeindruckt sen, wenn 1 oder 2 Leute da was schreiben, jedoch würde ei richtiger shitstorm doch etwas bewegen.

Herr Marx argumentiert natürlich nur so, damit er auch für seine Kirche die ein oder andere unsinnige "Tradition" unter dem Schutzbegriff der Religionsfreiheit weiter betreiben kann. Im Grunde ist es ihm völlig egal, was andere mit den Geschlechtsteilen ihrer Anhänger machen. Das ist reiner Utilitarismus.

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Do. 8 Feb 2018 - 11:47

Ich habe nichts anderes vom Vertreter einer Firma erwartet, deren Personal nicht am Genital, wohl aber (nach Eigendefinition) am Herzen beschnitten ist - und gelegentlich auch am Gehirn.

Wer Gotteswahnvorstellungen über die körperliche Unversehrtheit von Kindern stellt, liefert mächtige Argumente gegen die bisherige Praxis der Religionsfreiheit. Freiheit - egal welche - darf niemals dazu missbraucht werden, andere Freiheiten unverhältnismäßig zu beschneiden.

Denn wer setzt hier dann noch die Grenzen? Welche Religion ist mit welchem Ritus frei, diesen ohne staatliche Intervention auszuleben? Es fallen einem spontan hunderte unappetitlicher Praktiken aus dem religiösen Umfeld ein, denen dann ebenfalls Tür und Tor geöffnet werden müssten.

Der 1631d ist ein genauso unausgegorener Quark, wie offenbar die Füllung des Kopfes von Herrn Marx. Es liegt an ihm und am Staat das Gegenteil zu beweisen...

Tobias Stelmaszyk (nicht überprüft)

Do. 8 Feb 2018 - 11:56

Ich würde ihm gerne das Kostüm für Karneval stibitzen, aber dann hat er ja nix mehr zum lustig sein.

Inhaltlich ist alles gesagt.
Mir graust es. Jeder Elektiveingriff muss in der Medizin abgewogen werden und der Horror ist immer, dass dann doch etwas schief geht, ob in der Anästhesie, Chirurgie (hier Urologie/Kinderchirurgie) oder rein pharmakologisch, sonstwo, - da verliert z.B. Codein als Antitussivum die Zulassung bei Kindern, weil dann doch mal wieder eines wegen einer Atemdepression blau und tot im Bett liegt, und hier wird mehr legitimiert- , doch den Herren interessiert´s nicht, wenn es um das Hirngespinst im Oberstübchen geht. Da darf man sogar unmündige Knaben zerstümmeln und sogar potentiell letalen Risiken exponieren.
Ein Stück weiter wären wir vielleicht, wenn er sagen würde, nach Zirkumzision sieht das Teil einfach "geiler" aus, damit sich "Herren" besser dran ergötzen können.

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Do. 8 Feb 2018 - 12:06

Aus der Ecke habe ich nix Anderes erwartet. Die wird sich auch nicht mehr ändern.

Agnosius (nicht überprüft)

Do. 8 Feb 2018 - 12:24

Den Bischof treibt anscheinend nicht die Sorge um (alle) Grundrechte um, sondern nur die Sorge um die Religionsfreiheit, so wie er sie gerne hätte, nämlich als anderen Grundrechten vorrangiges Recht. Wäre es anders, so hätte er es nicht unterlassen, sich mit der Frage nach den durch die übrigen Grundrechte, hier insbesondere das Grundrecht des Beschneidungsdelinquenten auf körperliche Unversehrtheit, konstituierten Schranken der Religionsfreiheit zu befassen. Im Geltungsbereich des Grundgesetzes spricht man hier von den verfassungsimmanenten Schranken der Religionsfreiheit. Bei der Auffassung, wonach die religiös motivierte Beschneidung diese Genzen überschreitet, handelt es sich keineswegs um einen auf niedrigen Motiven gegründeten Angriff auf die Grundrechte, sondern um eine sehr gut vertretbare, aus meiner Sicht im Übrigen absolut zutrefeffende Rechtsauffassung.

A.S. (nicht überprüft)

Mo. 12 Feb 2018 - 23:38

Antwort auf von Agnosius (nicht überprüft)

Richtig.
In der aktuellen Formulierung und Auslegung durch das BVerfG ist die Religionsfreiheit m.E. das "Trojanische Pferd" unter den Grundrechten. Eine Neufassung mit dem Inhalt: "Niemandem darf eine bestimmte Religion aufgezwungen werden" wäre besser.

Dennis Riehle (nicht überprüft)

Do. 8 Feb 2018 - 12:45

Es geht um weit mehr als die Unversehrtheit des Körpers, es geht um die gesamte Würde eines Menschen. Denn die Beschneidung ist ein Eingriff in die Persönlichkeit, sie führt nicht nur zu körperlich sichtbaren Konsequenzen, sondern vor allem auch zu seelischen Wunden, die oftmals erst weit nach dem eigentlichen Eingriff zum Tragen kommen.

Religionsfreiheit gehört zwar zu einem Grund- und Menschenrecht. Doch es kollidiert schon bald mit weitaus wichtigeren Ansprüchen, die ein Mensch stellen darf. Und gerade bei Kindern wiegen Rechtsgüter noch deutlich schwerer, besonders dann, wenn in einem Alter in den Körper eingegriffen wird, in dem ein Mensch noch nicht einmal den Sinn und Zweck einer Tradition (wenn es ihn denn überhaupt geben mag) verstehen und geschweige denn ein aufgeklärtes Urteil über das abgeben kann, was dort mit ihm geschehen soll.

Wir müssen Kinder vor einem falschen Brauchtum schützen, wir müssen Dogmen entgegentreten, auch wenn uns dafür Toleranzlosigkeit entgegengehalten wird. Es hat nichts mit Antisemitismus zu tun, wenn man miteinander kollidierende Rechte anders zu bewerten versucht, als es beispielsweise die katholische Kirche tut, die Religionsfreiheit offenbar als das höchste aller Güter ansieht - und dafür Menschen leiden lässt.

Ich tue mir schwer damit, einer Lehre - nicht einer Religion, nicht einem Menschen - die demokratische Absolution zu erteilen, die einem Kind Schaden zufügt, andererseits aber nur durch Schriften und Schriftgelehrte von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Ich habe Respekt vor religiösen Praktiken, nicht aber vor Körperverletzung.

Rene Goeckel (nicht überprüft)

Do. 8 Feb 2018 - 13:09

Auch für die Religionsfreiheit gilt: Es gibt keine Freiheit ohne Grenzen. Die Freiheit endet dort, wo sich alte, seltsam gekleidete Männer mit scharfen Gegenständen kleinen Kindern nähern, um ihre Genitalien zu verstümmeln.

Würde ich derartiges tun, käme ich wegen gefährlicher Körperverletzung und Vergewaltigung in's Gefängnis und anschließend in Sicherheitsverwahrung.

Die Verantwortung für diese barbarische Handlung tragen alle, die nichts dagegen unternehmen. Also wir. Alle.

A.S. (nicht überprüft)

Mo. 12 Feb 2018 - 23:41

Antwort auf von Rene Goeckel (nicht überprüft)

Keine Freiheit ist grenzenlos, richtig.
Aber zu Freiheit gehört auch Verantwortung.
Die Religionsfreiheit nehmen die Kirchen in unverantwortlicher Weise wahr.

Roland Weber (nicht überprüft)

Do. 8 Feb 2018 - 13:11

Es ist vollkommen klar, warum sich ein christlicher Kleriker zu Wort meldet:
Solange über Beschneidung debattiert wird und dort Grabenkriege zugunsten des Islam und der Juden geführt werden - wer will sich da bis in letzter Konsequenz Antisemitismus oder Islamfeindlichkeit vorwerfen lassen? - ist man mit dem Thema "Kindertaufe" als harmlose Varianten der Vereinnahmung unmündiger Säuglinge und Kinder "fein raus". Solange die Bastionen mit abenteuerlichsten Begründungen für Beschneidungen halten, hält eben auch erst recht der Anspruch der Kirchen, Kinder erst mal unter ihre Fittiche zu bekommen.

H. Müller (nicht überprüft)

Do. 8 Feb 2018 - 13:55

Ich glaube, Herr Marx hat Angst, dass religiöse Privilegien langsam aber sicher abgeschafft werden könnten, irgendwann auch christliche. Und Körperverletzungen die strafrechtlich nicht geahndet werden, sind Privilegien.

Ich (nicht überprüft)

Do. 8 Feb 2018 - 14:37

Ich verstehe nicht, warum der Herr unter dem Begriff "Religionsfreiheit" auch das Recht versteht, andere Menschen zu verstümmeln. Denn wenn man das tut, muss man doch auch die religösen Selbstmordattentate gutheißen.

Dagmar Rehak (nicht überprüft)

Do. 8 Feb 2018 - 14:52

Eine Körperverletzung ist IMMER verboten, in jedem Land der Welt, auch in Island und Dänemark, seit diese Länder funktionierende Rechtsstaaten sind. Dass dieses schwere Verbrechen, das das gesunde Sexualleben fürs ganze Leben zerstört, nicht bestraft wird, ist daher immer rechtswidrig. In manchen Ländern gibt es sogar eigene Schutzbestimmungen für das sexuelle Empfinden, zB in O. Dort kann in eine Körperverletzung, die das sexuelle Empfinden beeinträchtigt, nicht eingewilligt werden. Bestraft wird es aber trotzdem nicht.

Ernst-Günther Krause (nicht überprüft)

Do. 8 Feb 2018 - 15:08

"Kirchenfürst" Reinhard Marx kämpft für ein Recht auf schwere Körperverletzung und gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit der Schutzwürdigsten. Ohne Erbarmen.

Timo Ranzenberger (nicht überprüft)

Do. 8 Feb 2018 - 15:10

Wer so etwas wie ein Verbot der Beschneidung kritisiert und hierzulande in der Kirche einst Bischof von Trier war, der macht auch in meinen Augen nichts gegen sexuellen Missbrauch von Kirchenangehörigen gegenübern Kindern. Dieser Herr Kardinal Marx ist seines Amtes nicht würdig und sollte unbedingt und umgehend von Päpstlicherseite abgesetzt werden. Dieser Herr verstößt mit seinen Aussagen fundametal gegen sämtliche Menschenrechte. In der Kirche während des Gottesdienstes etwas von Menschenrechte predigen und dann hier bei diesem Verbotsvorschlag sein eigens gepredigtes al acta legen,-das nennt man auch Scheinheilig,-- So jemand hat in der Kirche nichts zu suchen.

Roland Weber (nicht überprüft)

Fr. 9 Feb 2018 - 12:02

Antwort auf von Timo Ranzenberger (nicht überprüft)

Sie übersehen leider, dass das genau der Inhalt der Kirche ist! Da ist nichts zu reformieren -
auch wenn genau das die Abergläubischen immer bei Laune hält!. Warum sich Herr Marx breitbeinig aufstellt, habe ich in meinem Beitrag dargestellt!

Tobias Stelmaszyk (nicht überprüft)

Fr. 9 Feb 2018 - 13:11

Antwort auf von Timo Ranzenberger (nicht überprüft)

@Timo Ranzenberger
Wieso "nicht würdig" in seinem Amt?
Dort ist er doch bestens aufgehoben.

Götz (nicht überprüft)

Do. 8 Feb 2018 - 15:23

Nur der 1. Satz gefällt mir nicht, er habe sich in Dinge eingemischt von denen er nichts versteht. Es geht diesem Mann nur um den Erhalt der eigenen Macht – davon versteht er was und das hat eine lange Tradition in der Geschichte der Religionen. Kinder und Frauen werden ohne Bedenken geopfert.

Gerade habe ich die bemerkenswerte Geschichte in 1.Buch Mose 19 gelesen: "Lot ging heraus zu ihnen vor die Tür und schloss die Tür hinter sich zu und sprach: Ach, liebe Brüder, tut nicht so übel! Siehe, ich habe zwei Töchter, die haben noch keinen Mann erkannt, die will ich herausgeben unter euch, und tut mit ihnen, was euch gefällt; allein diesen Männern (das waren die 2 Engel, die bei ihm übernachtet haben) tut nichts, denn darum sind sie unter den Schatten meines Daches eingegangen.

Peter Friedrich (nicht überprüft)

Do. 8 Feb 2018 - 16:03

Die kirchliche Sexuallehre (unter deren Indoktrination Marx aufgewachsen ist), von klein auf in die Gehirne geprügelt, kann zwar nicht unmittelbar den Körper beschädigen, wie es bei dem entsetzlichen sadistischen Ritual der sog. Beschneidung geschieht, aber sie kann den für das notwendige Mitgefühl mit den gequälten Kindern zuständigen Bereich im Gehirn zerstören.

Klaus Bernd (nicht überprüft)

Do. 8 Feb 2018 - 16:16

"um bestimmte Religionsgemeinschaften zu stigmatisieren". Ihrer Kritik dieser ungeheuerlichen Aussage kann ich nur aus vollem Herzen (und mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch) zustimmen. Es ist ja nun mal glücklicherweise so, dass nicht in allen Religionen der „Bund mit Gott“ durch Verstümmelung geschlossen wird. Ibs. schon die frühen Christen haben sich aus gutem Grund davon verabschiedet. Warum also muss sich die r.k.K., aktuell durch die COMECE, dafür stark machen ?
Ich möchte aber mal den Blick auf das Elternrecht richten und fragen, was das für Eltern sind, die ihre Kinder einem derart riskanten Ritual unterziehen ? (Und ich will hier nicht groß darüber diskutiern, ob das im Baby- oder im Kindesalter geschieht.)
Sind das Väter, die sich sagen „Warum soll es ihm besser gehen als mir ?“ Sind es Mütter, die ihren Sohn nicht lieben ? Ich will das nicht glauben.
Vielleicht gehöre ich noch zu den Personen, die sich nicht vorstellen können, wie es ist, unter dem Diktat einer übermächtigen Priesterkaste zu leben. Viele muslimische und ex-muslimische Kritiker benennen das als die Hauptursache für die Fehleinschätzungen westlicher Linker und Grüner und … . Ich lerne aber dazu, wenn ich z.B. nach Polen schaue, oder auf die kürzliche Verurteilung von Kristina Hänel wegen §219a. Und auch wenn ich den Blick in die 50-er Jahre richte, erinnere ich mich daran, wie das ist, wenn der Herr Pfarrer mit Hochwürden anzureden ist. Noch glauben die Menschen hier, sie könnten dem Druck der Priesterkaste ausweichen, indem sie für eine Abtreibung oder für Sterbehilfe in Länder gehen, wo diese noch nicht oder nicht mehr ihre inhumanen Dogmen in der Legislative durchzusetzen können. Der soziale Druck ist hier ja glücklicherweise weitgehend abhanden gekommen.
Ich glaube, es ist dieser soziale Druck, der Eltern dazu zwingt, derart lieblos zu handeln. Ausgrenzen, Mobben, verächtlich machen bis hin zur Ruinierung der Existenz sind die Mittel.
Mit aller Unbarmherzigkeit wird dieser Druck aufgebaut und aufrecht erhalten von einer machtbesessenen Priesterkaste, die sich jeder Rechtfertigung durch den Verweis auf GOTT entzieht. Dabei gibt es durchaus Rabbis, die die physische Beschneidung durch einen symbolischen Akt ersetzen wollen. Denen hat Marx bzw. die COMECE eine deutliche Abfuhr erteilt. Die COMECE outet sich vielmehr als zu der Kumpanei der Pfaffen gehörig, die unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit unter Missachtung von Menschenrechten auch in Europa den von ihnen gelenkten sozialen Druck wieder aufbauen wollen.
So mancher Flüchtling mag nach Europa geflohen sein, mit der Hoffnung, diesem Druck zu entkommen; jetzt muss er feststellen, dass er auch hier dagegen ankämpfen muss.

Robert (nicht überprüft)

Do. 8 Feb 2018 - 17:45

Ob Herr Marx die beschnittenen "Knaben" einfach ästhetischer findet?

jacinto pereira (nicht überprüft)

Do. 8 Feb 2018 - 18:50

in Spanien Die Verfassung erkennt individuelle Grundrechte an.
der eine ist der Religiöse, der INDIVIDUELLE, nicht der Vater des Individuums.
deshalb muss es erhalten bleiben,
ohne seit der Kindheit gezeichnet zu sein.
zwei Tage vor dem Welttag gegen weibliche Verstümmelung,
eine weitere Schwachstelle aufgrund von Diskriminierung aufgrund des Geschlechts,

Udo Endruscheit (nicht überprüft)

Fr. 9 Feb 2018 - 02:51

Schöner Beitrag, sachlich genug und ausreichend bissig. Ehrlich gesagt, habe ich mich diesmal derart über Marx geärgert, dass ich lieber die Finger von der Tastatur gelassen habe. Ich hätte sonst meine gewohnte Höflichkeit möglicherweise fahren lassen.

Also danke für diesen Beitrag.

Marx heißen, ohne rot zu werden...

Helga (nicht überprüft)

Fr. 9 Feb 2018 - 10:34

UNGEHEUERLICH!!!

Karl Frischholz (nicht überprüft)

Fr. 9 Feb 2018 - 11:59

Wer für die Beschneidung von Knaben ist, der ist auch für die Verstümmelung von Mädchen.

Der Herr lebt noch im Mittelalter - das beste ist denen endlich die Kirchensteuer zu entziehen.

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Di. 13 Feb 2018 - 12:28

Antwort auf von M. Zipperle (nicht überprüft)

Nicht mal die Kirchensteuer.

Der feine Herr Marx lebt zu 100% auf Kosten der Öffentlichen Hand, also vom Steuergeld auch konfessionslosen Bürger. D.h. mehr als ein Drittel seines üppigen Gehalts (ca. 13.000 Euro plus) stammt aus der Arbeit säkularer Bürger dank der Dotationen aus dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 (!!!), der laut GG (Art. 140) seit 69 Jahren abgelöst sein müsste.

Dass wir Personen mit Steuergeld ein fettes Leben finanzieren, die mit ihren unerträglichen Äußerungen deutlich machen, dass sie Ideologie über Menschlichkeit stellen, ist ein unerträglicher Zustand, den wir nächstes Jahr (100 Jahre Verfassungsauftrag, 70 Jahre GG)gebührend "feiern" sollten...

Noncredist (nicht überprüft)

Fr. 9 Feb 2018 - 12:59

> "ohne jegliche wissenschaftliche Grundlage instrumentalisiert"

Ich frage mich, welche "wissenschaftliche Grundlage" die Religionsgemeinschaften darlegen können, um Vorhäute, Schamlippen Ohrläppchen oder andere äußere Körperteile durch chirurgische Eingriffe zu verändern. Wenn eine ästhetische Veränderung alleinig durch eine religiöse Ideologie gerechtfertigt wird, weil dessen Mitglieder ansonsten in ihrer Tradition gestört fühlen könnten, so dürfe auch andere Handlungen erlaubt werden. Wenn der Schutz der körperlichen Unversehrtheit daran scheitert, weil (religiöse) Gefühle verletzt werden könnten, dann ist das IMHO ein Dammbruch sondergleichen.

Es darf OHNE MEDIZINISCHE NOTWENDIGKEIT *KEINERLEI* (unveränderliche) Maßnahmen vorgenommen werden, wenn man die Menschenrechte ernst nehmen würde. Das dies bei den typischen Religionsgemeinschaften nunmal nicht der Fall ist, dürfte wohl niemanden überraschen.

Dieter Bauer (nicht überprüft)

Sa. 10 Feb 2018 - 00:36

Dass hier eine Diskurs über Scheinexistenzen (religiöse Fantasiegebilde) geführt wird, ist verwunderlich. Kann es sein, dass gewisse Kreise über eine immense Wissenslücke in realer Existenz verfügen und diesen Mangel mit Fantasiegewäsch und Märchenverbreitung zu vertuschen versuchen? Herr Marx und seine scheinheiligen Kollegen scheinen jeglichem Realitätsbezug abhold zu sein. In der Fantasie lassen sich ausufernde Scheinwelten konstruieren, die durchaus menschenfeindlichen Charakters sind. Wollen Menschen freiwillig solch unsäglichem Tun Folge leisten, sei ihnen das unbenommen; jedoch sollten sie es tunlichst unterlassen, anderen Mitmenschen durch ihr verschrobenes Denken Zwänge aufzuerlegen. Die Wissenschaft wird über alle Fantasie siegen (und Theologie ist keine Wissenschaft, sondern nur Scharlatanerie).

Dr. Michael Balke (nicht überprüft)

So. 11 Feb 2018 - 22:34

Herr Marx versteht das Grundgesetz nicht, versteht wohl nur Geschwurbel und Glauberei: hier ein Grundkurs zur Menschenwürde und zum Rechtsstaatsprinzip, die nach der Ewigkeitsgarantie des Grundgesetzes (Artikel 79 Absatz 3 GG) über den Religionen stehen: https://m.youtube.com/watch?v=MRz2dPEYQLo

Wolfgang (nicht überprüft)

Mo. 12 Feb 2018 - 16:59

Antwort auf von Dr. Michael Balke (nicht überprüft)

Kardinäle haben keinen Verstand, sonst würden sie kniend vor dem Kreuz nicht so einen Unsinn von sich geben. Wer an ein Leben nach dem Tode glaubt, dem kann man keinen Verstand zutrauen.

M. Zipperle (nicht überprüft)

Mo. 12 Feb 2018 - 20:08

Er hat keine Ahnung vom Grundgesetz und von den Menschenrechten. Keiner über die körperliche Integrität eines anderen entscheiden. Auch er muss kapieren dass das Mittelalter vorbei ist. Bravo Island - ich habe die Isländer als cleveres Völkchen kennengelernt.

A.S. (nicht überprüft)

Mo. 12 Feb 2018 - 23:45

geschrieben am Rosenmontag:

Herr Marx liefert uns ein Maß für die Reichweite der christlichen Nächstenliebe:
Bis zur Vorhaut, ca. 10 cm.

Manuela Ganzer (nicht überprüft)

Di. 13 Feb 2018 - 11:04

Was interessiert so ein röm.-kath. Kardinal Marx,andere Jungen Geschlechtsteil - Pädophilität vom röm.- kath. Kardinal ?

Benno Hagen (nicht überprüft)

Di. 13 Feb 2018 - 19:55

Der Harr Marx gehört leitend einer Organisation an, die weltweit durch immer wiederkehrende Kindermissbrauchs- und Päderastiefälle gekennzeichnet ist. Von der Knabenvorhaut dürfte Herr Marx daher sehr, sehr viel verstehen.

Davon wird seine Meinung aber keinen Deut weniger skandalös.

Josef Damberger (nicht überprüft)

Mi. 14 Feb 2018 - 08:56

Auch ich bin FÜR Religionsfreiheit, wenn folgende drei Kriterien erüllt sind:
1. Niemand darf an der Religionsausübung gehindert werden.
2. Niemand darf zu einer Religion gezwungen werden.
3. Jeder hat das Recht, seine religiösen Ansichten zu ändern.
Die religiös motivierte Genitalverstümmelung verstößt gegen das 2. Kriterium, weil es irreversibel ist. Die religiöse Indoktrination wehrloser Kinder hat hier ihren Höhepunkt erreicht, der unbedingt vom Gesetzgeber gestoppt werden muß. Wenn ein Erwachsener glaubt, dass die Beschneidung ein Symbol für einen Bund zwischen Jehowa und der Menschheit ist, so will ich ihm diesen Glauben belassen. Aber laßt bitte die Finger von wehrlosen Kindern! Es gibt keine jüdischen oder muslimische Kinder, nur Kinder jüdischer oder muslimischer Eltern. Glaube ist jedermanns Privatsache, und Glaube heißt, etwas für die Wahrheit halten, das weder bewiesen noch widerlegt werden kann. Glaube hat schon immer unvorstellbares Leid über die Menschen gebracht: Kreuzzüge, 30-jähriger Krieg, Hexenverbrennung, 11.September, IS-Terror usw usw. Für das friedliche Zusammenleben der Menschheit wäre es sehr wünschenswert, wenn die Leute mehr nachdenken und weniger glauben würden.

Cerberus456 (nicht überprüft)

Mi. 14 Feb 2018 - 17:43

Juristisch gesehen ist das Körperverletzung. Mehr brauch ich da glaube ich nicht zu sagen.
Ach ja, ich denke es ist logisch wergegen die Beschneidung von Frauen ist muss es zwangsläufig auch gegen die von Jungs sein. Alles andere wäre sexistisch.

Axel Graf (nicht überprüft)

Di. 27 Feb 2018 - 19:17

Seine Behauptungen/Forderungen mit Bezug auf eine transzendente Instanz zu begründen/rechtfertigen, darauf erfolgt in anderen Zusammenhängen durchaus die Zwangseinweisung. Diese unsere vermeintliche Toleranz gegenüber der intoleranten Unvernunft ist eindeutig nicht angebracht und gehört gestoppt zu werden.

Elena Witt (nicht überprüft)

Fr. 9 Mär 2018 - 02:22

Tja, Du neckisches Kardinälchen, das selbständige DENKEN ist wahrlich nicht Euer Ding. Diese Knabenbeschneidung (von der hier die Rede ist) hat nichts, aber auch gar nichts mit "Religiösität / Religion" zu tun ... oh nein, ganz im Gegenteil, dabei handelt es sich um eine der schlimmsten Gotteslästerungen überhaupt, eben weil man hierbei unabstreitbar versucht, Gottes "stümperhaft zurechtgemanschte Schöpfung" (welche als solche - für Euch - obendrein auch noch keinerlei Rechtsanspruch auf eine eigene Willensentscheidung besitzt) zu korrigieren. Ja, Ihr unterstellt Gott damit eine Pfusch-Arbeit, wobei Ihr vorgebt, es sehr viel besser noch herrichten zu können, indem Ihr diese Pfusch-Arbeit Gottes "beschneidend" zu korrigieren beliebt. Riecht stark nach ÜBERGRÖßENWAHN, nech !?

Um sowas fertigzubringen und also um Gott somit als einen stetig korrekturfälligen "Stümper beim Austüfteln und Ausfertigen seiner Schöpfungen" bloßzustellen, muß man sich selbst über(!!!) Gott stellen. Einzig nur dann, wenn man sich selbst für noch sehr viel gescheiter und perfekter als Gott wähnt und sich dem selben damit auch als überlegen bzw. als überstellt begreift, nimmt man sich eine solche gotteslästernde Angemaßtheit überhaupt auch nur erst heraus ... einzig nur dann, sonst nicht ! Wahrhaft gottesehrfürchtige Menschen nämlich würden sowas niemals wagen !

Tja, und wer seinen Gott in der Form, Art und Weise als einen stümpernden Idioten ausweist, dem selben also gar nicht wirklich dient und sich ihm sogar noch weit überstellt, der benutzt hier einfach nur das Wort: Gott zum Austoben seiner Gottlosigkeit ! Du neckisches Kardinälchen hast (ebenso wie Deinesgleichen Typen) demzufolge also nichts, aber auch gar nichts mit Gott zu tun ... Ihr verdient Euch daran (an diesem falschen Zauber) nur 'ne goldene Nase und dies schon seit Jahrtausenden.

Es ist allerdings auch gut möglich, daß Dir diese zuschlimmste Gotteslästerung bislang noch nicht - als eine solche - so sehr deutlich ersichtlich gemacht wurde ... und damit wären wir wieder dort angelangt, was ich anfänglich hierzu veräußerte ... das selbständige DENKEN ist wahrlich nicht Euer Ding ! Das Unterlassen des selbständigen Denkens gehört übrigens auch noch mit zu den schlimmsten Gotteslästerungen, denn Gott gereichte uns nicht einfach nur so zu seinem eigenen Vergnügen ein zum selbständigen DENKEN befähigtes Gehirn, sondern ... !? Richtig, in dieser Gottes-Gabe steckt der Gottes-Auftrag: DENKE !!! ...

"Du kannst, denn Du sollst." Immanuel Kant !
Du kannst denken, denn Du sollst denken !

Tja, und Du neckisches Kardinälchen "kannst"(!!!) ganz offensichtlich nicht, oder etwa doch ... verfügst Du etwa auch über ein solches zum DENKEN befähigtes Gehirn ... und folgst aber dem darin enthaltenen Gottes-Auftrag nicht, indem Du das selbständige DENKEN unterläßt !? ... Huuuuuh, böse, böse, böse ....

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