Ein Zwischenfazit

Die Homöopathiedebatte und der Paradigmenwechsel in der Medizin

Die Homöopathie ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts wissenschaftlich erledigt. Ihre Annahmen zur Entstehung von Krankheiten und zur Funktion des Körpers wurden – wie unzählige andere vorwissenschaftliche Vorstellungen – durch die Zellularpathologie Rudolf Virchows und die rasant darauffolgenden medizinwissenschaftlichen Entdeckungen und Entwicklungen ad absurdum geführt. Die Grundannahmen von Samuel Hahnemanns Lehre sind unhaltbar.

Ein Ähnlichkeitsprinzip in der Natur existiert nicht, dies ist eine anthropozentrische Vorstellung, die von der irrigen Annahme ausgeht, die Natur erfülle einen Zweck und habe ein Ziel in Bezug auf den Menschen. Das Prinzip der Wirksamkeitssteigerung durch "Verdünnen und Verschütteln" ist physikalisch ohne jeden Halt, es widerspricht jeglicher Alltagserfahrung und ist nicht mit den täglich millionenfach bewährten Hauptsätzen der Thermodynamik vereinbar. Die Annahme einer "geistigen Lebenskraft" im menschlichen Körper, deren Fehlregulierung eine "geistige Arzneikraft" im Homöopathikum übernehmen möge, ist dem Vitalismus verhaftet, der vorwissenschaftlichen Vorstellung von einer "Allbeseeltheit", die sich Lebensvorgänge nicht anders als durch eine von außen zugeführte Lebenskraft vorstellen konnte.

Man mag fragen, wieso denn dann die Homöopathie so lange überlebt hat – und sich heute der immer wieder zitierten "Beliebtheit" erfreut. Das ist eine medizinhistorisch-soziologische Fragestellung, über die man sicher manches Buch schreiben könnte. Die Frage verstellt aber den Blick darauf, dass die Homöopathie seit ihrer Entstehung in Hahnemanns Ärztestube Ende des 18. Jahrhunderts keineswegs durchgängig eine anerkannte oder auch nur in wesentlichem Umfang praktizierte Methode war. Sie erfuhr bereits zu Hahnemanns Zeiten umfassende Kritik, deren Argumente heute noch Gültigkeit haben. Auch die bereits im frühen 19. Jahrhundert angestellten empirischen Untersuchungen gingen in aller Regel verheerend zu Lasten der Homöopathie aus. In einzelnen deutschen Ländern war sie gar zeitweilig verboten.

Dass Homöopathie eine Scheintherapie ist, die in ihrer Wirkung nicht über die bei jeder Art von Behandlung auftretenden Placebo- und sonstigen Kontexteffekte hinauskommt, ist heute weltweiter wissenschaftlicher Konsens. Und nein, es rechtfertigt sich nicht, nur wegen des Placeboeffekts eine eigene "Methode" mit all ihrem Brimborium aufrechtzuerhalten und den Anspruch zu erheben, dies sei "Teil der Medizin". Mit gleichem Recht könnte man z. B. Kuchenessen innerhalb eines rituell-therapeutischen Rahmens stattfinden lassen, durch Regeln den Anschein einer Systematisierung erzeugen und das Ganze als "medizinische Methode von therapeutischem Wert" ausgeben. Ohne Zweifel wären "Wirkungen" zu verzeichnen, schnell würde sich eine "Beliebtheit" einstellen.

Und auf diese Aspekte schrumpft auch das, was die homöopathische Fraktion unablässig als "Argumente" angeführt: Die "Beliebtheit" (Schokoeis für alle!), das "sanft und natürlich" (Euphemismus für: Spezifisch ohne Wirkung) und das "Traditionsargument".

Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) und das Informationsnetzwerk Homöopathie (INH) haben die Auslobung eines Preises in Höhe von 50.000 Euro für homöopathische Forscher bekannt gegeben. Derjenige, der als erster in zwei Durchgängen drei von ihm selbst vorher gewählte homöopathische Hochpotenz-Mittel (C30) unterscheiden und identifizieren kann und dies mit einer reproduzierbaren Verfahrensbeschreibung belegt, erhält den Preis.

Der Traditionsbegriff aber hat im Zusammenhang mit Erkenntnisgewinnung nichts verloren. Er ist ein soziologischer, kulturbildender und -tradierender Begriff, von Ort, Bevölkerung und Vergangenheit abhängig, der mit naturwissenschaftlicher Erkenntnis und kritischer Rationalität keine Schnittmengen hat. Wer zum Traditionsargument greift, versucht einen Appell an das Publikum mit dem Bild des "Schönen, Guten, Wahren", will für sein Anliegen sozusagen als "Kulturgut" Schutz einfordern. Was das mit einer Argumentation über Falsch und Richtig, Gut und Schlecht, Wirksamkeit und Unwirksamkeit zu tun hat: Wenig bis nichts.

Der Rest sind nicht einmal Ablenkungsmanöver, sondern regelrechte Unwahrheiten. Ja, es gibt einzelne Studien, die eine gewisse Überlegenheit homöopathischer Therapien zeigen. Nein, das sind keine Belege für eine spezifische Wirksamkeit der Methode. Denn: Diese Studien zeigen immer wieder methodische Mängel und bei einer zusammenfassenden Betrachtung (Reviews) verschwinden die positiven Effekte durchweg in der Gesamtbetrachtung (alle acht großen Reviews seit den 1990er Jahren, auch die der Homöopathen, kommen zu dem Schluss, dass keine belastbare Evidenz für eine spezifische Wirksamkeit vorliege). Und wie sollte es anders sein? Die Grundannahmen der Homöopathie sind wissenschaftlich unplausibel, um es höflich auszudrücken.

Die Homöopathie ist schon so manchen Tod gestorben und immer nur auf dem Rücken wechselnden Zeitgeistes wieder zu einem Zombiedasein erwacht. Momentan sind wir noch in einer Phase, wo die Wohlfühlfantasien des Neomystizismus der 1970er Jahre nachschwingen – aus dieser Zeit stammt nicht nur ein weiterer Wiederaufstieg der Homöopathie, sondern auch ihre gesetzliche Verankerung in der Gesetzgebung. Noch.

Wenn es auch viele nicht wahrhaben möchten – diese Zeit ist vorbei. "Pluralismus in der Medizin" ist von kritisch-rationalen Modellen wie der evidenzbasierten Medizin als unhaltbares Oxymoron entlarvt worden. Es gibt nur "eine" Medizin: Die, die mit wissenschaftlichen Methoden ihre Wirksamkeit nachweisen kann. Nun wird es möglicherweise noch eine komplette Generation dauern, bis in der Medizin die EbM verinnerlicht und verankert ist (das ist in der Wissenschaft fast immer so). Große Teile der heutigen praktizierenden Mediziner sind noch dem "Besten aus verschiedenen Welten" verhaftet, wie der frühere Ärztepräsident Hoppe in den 1990ern den "Pluralismus" gern propagierte. Das beste Beispiel dafür ist der derzeitige Ärztepräsident, der ersichtlich nach wie vor an Hoppe anknüpft und offenbar von einem Paradigmenwechsel (der sich längst vollzieht) nicht sehr angetan ist – aber sich zweifellos klar darüber ist, dass er kommen wird. Auch das Medizinstudium muss – und wird – darauf ausgerichtet werden.

Das Konzept der Evidenzbasierten Medizin strebt multifaktoriell eine im besten Sinne ganzheitliche Medizin an: Durch die Basierung auf der gegenwärtig besten verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz für den Behandlungsfall, durch die ärztliche Kunst und Erfahrung des Behandlers und durch die Berücksichtigung der Belange und Interessen des individuellen Patienten. Dies ist die ganzheitliche Medizin der Zukunft. Nicht etwas Nebulöses hinter dem Euphemismus der "Ganzheitlichkeit", mit dem die Homöopathen (und andere Anwender von pseudomedizinischen Methoden) ihr Publikum zu beeindrucken versuchen – obwohl sie nur dogmatische Artefakte aus spekulativen Zeiten vorzuweisen haben.

Die gesetzliche Privilegierung von Homöopathie muss und wird fallen, davon bin ich überzeugt. Deutschland wird sich der rasanten Entwicklung weg von der Homöopathie, wie sie in den letzten Jahren in vielen Ländern als Teil der Hinwendung zu rationalen Methoden stattgefunden hat, schlicht nicht entziehen können, wenn es sich nicht international lächerlich machen will. Daran wird auch die rührige Lobby der Hahnemann-Fraktion nichts ändern können. Der Wind weht ihr täglich stärker ins Gesicht. Ohnehin sind die Homöopathen keineswegs eine einheitliche Szene, sondern eine zwischen den Polen von Hahnemanns reiner Lehre und skurrilen Abarten oszillierende Gemengelage. Keine fundierte Lehre (sie kann nicht einmal ihre Grundhypothesen verifizieren), sondern extremer Eklektizismus, man kann auch sagen: Beliebigkeit. Das schwächt sie in einer (hoffentlich zunehmend) von kritischer Rationalität geprägten Debatte enorm zusätzlich.

Es ist zu konstatieren, dass die Homöopathielobby eine direkte argumentative Auseinandersetzung mit der wissenschaftlich fundierten Homöopathiekritik im Wesentlichen vermeidet. Es wird kein Diskurs gesucht, sondern vermieden. Man übt sich darin, die immer gleichen Parolen zusehends lauter in den Wald zu rufen. Aber dies verfängt zusehends weniger, da bin ich mir aufgrund mancher Anzeichen einigermaßen sicher. Niemals hätten wohl die Homöopathielobbyisten und -hersteller mit einer Dynamik der homöopathiekritischen Debatte gerechnet, wie sie seit zweieinhalb Jahren anhält und sich immer noch intensiviert, wesentlich initiiert und geführt vom Informationsnetzwerk Homöopathie, aber insgesamt als zivilgesellschaftlicher Diskurs, wie er in einer Demokratie besser nicht sein könnte.

Dies ist kein Selbstzweck. Ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem kann sich schlicht den Ballast vorwissenschaftlicher Artefakte nicht leisten. Solche Artefakte sind Steine auf dem Weg zu einer sich wandelnden, stärker auf die Belange des Patienten ausgerichteten Medizin. Sie müssen aus dem Weg geräumt werden, naturgemäß betrifft dies zu allererst die Homöopathie, weil sie eben einen "offiziellen" Status durch ihre Privilegierung in Arzneimittel- und Sozialrecht genießt und damit zu einem scheinseriösen Aushängeschild der gesamten Pseudomedizin geworden ist. Wer mag, soll weiterhin Homöopathie betreiben, aber nicht im Gebäude der Medizin (und insbesondere nicht mit dem Glaubwürdigkeitsbonus von Ärzten!) und nicht auf Kosten der Solidargemeinschaft. Und vor allem: In Kenntnis der Grundlagen der homöopathischen Lehre und nicht indoktriniert von der irreführenden Blümchenwiesen-Werbung der Homöopathie.

Diese Anliegen der Homöopathiekritik verstehen sich als Baustein auf dem Weg zu einer insgesamt besseren Medizin. Wenn dies – und dafür gibt es Anzeichen – durch einen zivilgesellschaftlichen Diskurs erreicht werden kann, wäre das ein Sieg für die Demokratie und ein zentrales humanistisches Anliegen: Gute wissenschaftsfundierte Medizin auf der Basis von Ehrlichkeit, Redlichkeit und gegenseitigem Respekt im Arzt-Patienten-Verhältnis.

Kommentare (62)

Rene Goeckel (nicht überprüft)

Di. 5 Jun 2018 - 12:43

Man darf heute als aufrichtiger Mensch nicht mehr den Standpunkt irgendwelcher Gauckler vertreten oder gar verteidigen. Mehr noch, wer den heutigen Kulturtechniken und dem belastbaren Wissen keinen Respekt entgegen bringt, befindet sich, wie etwa die Impfskeptiker, auf dem Wege zum Rand der Gesellschaft.

Lea H. (nicht überprüft)

Do. 7 Jun 2018 - 11:59

Antwort auf von Rene Goeckel (nicht überprüft)

Den Vorschlag der Kuchentherapie finde ich gut. Angesichts aktueller Außentemperaturen die Zuppa-Inglese-Therapie noch deutlich besser. Sollte es unbedingt auf Rezept geben: mind. 3 Kugeln täglich

Konrad Schiemert (nicht überprüft)

Di. 5 Jun 2018 - 12:58

Homöopathie ist IMHO längst eine Ersatzreligion geworden. Es wird daher noch lang dauern, bis sie ausgerottet wird. Wenn sie überhaupt ausgerottet werden kann.

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Di. 5 Jun 2018 - 13:03

Das ist so ähnlich wie Glaube - einmal davon besessen, ist es schwer (aber nicht unmöglich), davon wieder loszukommen.

Lena Naumann (nicht überprüft)

Di. 5 Jun 2018 - 14:29

Ich frage mich, was ein derart homöopathiefeindlicher Artikel eigentlich beim humanistischen Pressedienst zu suchen hat. Mir ist der Beitrag zu unkritisch; zu viel "Absicht" ist erkennbar, der Homöpathie zu schaden.Wurde der Autor etwa von der Schulmedizin dafür bezahlt, solch einen Rundumschlag zu formulieren?
Mir fehlt im Text schlichtweg die nötige Ausgewogenheit, welche seriösen Journalismus eigentlich auszeichnen sollte. Warum, so meine Frage an den Autor, existieren Naturheilmittelhersteller wie Wala, Weleda, Heel, Pascoe und andere Firmen seit hundert und mehr Jahren und machen Millionenumsätze mit ihren homöopathischen Einzel- und Komplexmitteln? Etwa weil sie nur unwirksames Zeug verkaufen? Man kann in der Medizin nicht alles mit Zellularpathologie erklären. Nur weil wir die genauen Wirkmechanismen der Homöopathie (noch) nicht nachweisen können, heißt es nicht, dass Homöopathie grundsätzlich nicht wirkt und nur Scharlatanerie ist. Zur Goethezeit kannte man auch noch keine Elektrizität, hatte keine Maßeinheiten wie Volt, Watt etc. zur Verfügung - wer damals behauptet hätte, Elektrizität würde es nicht geben, stünde heute ziemlich lächerlich da. Ich selbst, Mitglied der GBS, also eine durchaus kritische Zeitgenossin und alles andere als eine "gläubige" Anhängerin von irgendwelcher Scharlatanerie, habe bei mir und in meiner Familie mit homöopathischen Heilmitteln in den letzten dreißig Jahren die allerbesten Erfahrungen gemacht. Diese Präparate, sofern sie für den einzelnen Patienten und die konkreten Krankheitssymptome richtig gewählt wurden, sind tatsächlich in der Lage, beachtliche Heilerfolge zu erzielen. Und genau das ist der Grund, warum Homöopathie-Hersteller Millionenumsätze machen. Denn wer heilt, hat Recht - und nicht irgendwelche Propagandisten, denen aus welchen Gründen auch immer eine Therapiemethode ein Dorn im Auge ist.
Etwas weniger Hetze und etwas mehr Demut vor dem, was zwischen Himmel und Erde ist und was unsere Schulweisheit derzeit noch nicht vollumfänglich erfassen kann, hätte dem Autor gut getan. In den täglichen Newsletter des hpd gehören solche Haßartikel jedenfalls nicht. Sie schaden dem Ansehen der Redaktion enorm.

Petra Pausch (nicht überprüft)

Mi. 6 Jun 2018 - 11:45

Antwort auf von Lena Naumann (nicht überprüft)

Da der hpd einem wissenschaftlichen Weltbild verpflichtet ist, ist solch ein Artikel hier nicht unerwartet.

Ein Hinweis für Sie: Man kann Homöopathie nicht nachweisen, weil sie Unsinn ist. Nicht, weil die Menschen nur noch keine Methode dafür entwickelt haben.

Dass Sie einen kritischen Artikel gleich als "Hetze" bezeichnen spricht nicht gerade für Sie. Und man muss sich fragen, ob Sie tatsächlich in der GBS richtig aufgehoben sind. Denn auch die GBS steht für ein wissenschaftliches Weltbild ein.

Und nein, solche Artikel schaden dem hpd nicht; sie zeigen, dass er den Humanismus in seinem Namen ernst nimmt.

Lena Naumann (nicht überprüft)

Mi. 6 Jun 2018 - 13:27

Antwort auf von Petra Pausch (nicht überprüft)

Doch, dieser Artikel ist "Hetze", denn es fehlen Daten, Zahlen und Fakten. Es fehlt das "audiatur et altera pars", nämlich die Erfahrungen derjenigen Patienten, deren Symptome durch Homöopathie, und hier ist insbesondere die Komplexhomöopathie zu nennen, gelindert und geheilt wurden. Millionen Menschen in diesem Land kaufen sich bei Erkältungen und funktionellen Störungen homöopathische Heilmittel - weil sie gute Erfahrungen damit gemacht haben. Wollen Sie diese Leute alle als "Deppen" disqualifizieren, die einer Methode von Scharlatanen auf den Leim gehen? Man könnte Ihnen genauso gut vorwerfen, Sie seien "wissenschaftsgläubig", was auch eine Form von "Gläubigkeit" ist. Da können Sie dann gleich in der Kirche bleiben. An Homöopathie muss man nicht glauben. Man kann ihre guten Wirkungen praktisch erfahren - und das wiegt viel mehr als irgendwelche unqualifizierten "Meinungen" über diese Heilmethode.
Und ob ich in der GBS richtig aufgehoben bin, dass lassen Sie mal ruhig Herrn Steffen beurteilen, mit dem ich schon mehrfach sehr gute Telefonate hatte ... :-)

Petra Pausch (nicht überprüft)

Do. 7 Jun 2018 - 10:22

Antwort auf von Lena Naumann (nicht überprüft)

OK, Frau Neumann. Dann bieten Sie der Redaktion doch bitte einen Artikel an, der den wissenschaftlichen Nachweis der Wirkung von Homöopathie liefert. Ich bin mir sicher, dass eine solche wissenschaftliche Sensation vom hpd gern veröffentlicht wird. Es wird Ihnen ja sicherlich nicht schwer fallen, die Wirkung von Globuli über den Placebo-Effekt hinaus zu beweisen. Sie können sich auch gern an der GWUP-Challenge beteiligen und die ausgelobten 50.000 Euro gewinnen.

Ich verweise auf meine Antwort auf David Z zum Thema "Wissenschaftsgläubigkeit" und zu den Risiken, wenn man seine kritische Distanz zu wissenschaftlichen Ergebnissen verliert - beispielsweise bei den als Beispiel genannten "wissenschaftlichen" Studien von Pharma-Unternehmen. Der beste Beweis ist für mich immer noch, sozusagen "am eigenen Leib" zu erfahren, dass homöopathische Heilmittel tatsächlich wirken. Diese Erfahrung ist überzeugender als jede wissenschaftliche Theorie für oder gegen Homöopathie.

Bruno Kaufmann (nicht überprüft)

Fr. 8 Jun 2018 - 09:37

Antwort auf von Lena Naumann (nicht überprüft)

Liebe Frau Naumann, Sie berufen sich auf Ihre eigene Heilerfahrung – schön und gut. Erfahrungen sind aber trotzdem trügerisch: Ein Alkoholiker, der einen Tag keinen Alkohol erhalten hat, wird wohl die «Erfahrung» machen, dass ihm ein Glas Wein jetzt wirklich gut tut. Trotzdem ist für ihn Alkohol ein schlechtes Therapiemittel – ganz egal was er erfährt oder für sinnvoll empfindet.
Fakten – die Sie in diesem Artikel missen – sind leider weder erfahrungsabhängig noch demokratisch zu eruieren, sondern werden gemessen, gezählt oder gewogen. Auch wenn 99% der Weltbevölkerung homöopathische Präparate für wirkungsvoll erachten würden, änderte es nichts daran, dass diese Therapieform gänzlich wirkungslos ist. Dass sich eine Mehrheit von Menschen zeitweilig komplett irrt, sollte in Deutschland niemand anzweifeln (s. Nationalsozialismus). Herzlich Grüsse

Lena Naumann (nicht überprüft)

So. 10 Jun 2018 - 10:38

Antwort auf von Bruno Kaufmann (nicht überprüft)

Lieber Herr Kaufmann, bitte vergleichen Sie mich nicht mit einem Alkoholiker. Ich versichere Ihnen: Ich bin völlig nüchtern ... :-)
Ihren Satz "Auch wenn 99 % der Weltbevölkerung homöopathische Präparate für wirkungsvoll erachten würden, änderte es nichts daran, dass diese Therapieform gänzlich wirkungslos ist." finde ich bedenklich. Und wissen Sie, warum ich ihn bedenklich finde? Weil sie mit ihm die guten KÖRPERLICHEN Erfahrungen (Linderung von Schmerzen etc.) von 99 von 100 Menschen einfach so vom Tisch wischen. Wenn 99 Prozent der Menschen von Homöopathie überzeugt sind, dann sind sie es, weil sie POSITIVE ERFAHRUNGEN mit dieser Therapieform gemacht haben - und diese wiegen ungleich schwerer als die verkopften Argumente von Homöopathie-Gegnern, die immer nur dem Motto folgen "Was nicht sein kann, das nicht sein darf."
Eine von Patienten geschätzte Therapiemethode zudem mit einer autoritären, menschenverachtenden Diktatur zu vergleichen, finde ich völlig daneben und dem Diskussionsgegenstand nicht angemessen. Seien Sie mit Ihren Vergleichen (Alkoholiker, Nazi-Zeit) in Zukunft bitte etwas zurückhaltender. Beste Grüße

Bruno Kaufmann (nicht überprüft)

Di. 12 Jun 2018 - 10:35

Antwort auf von Lena Naumann (nicht überprüft)

Liebe Frau Naumann, da es scheint, dass Ihnen Erfahrungen mehr bedeuten, als knallharte kalte Fakten, erzähle ich Ihnen von meinen Erfahrungen: In meiner Umgebung gibt es nicht wenige Homöopathie Konsumenten, die dauernd irgendwelche Globuli spicken. Sie haben einen Lifestyle daraus gemacht und meinen, ungesund sein – und daher auch immer irgend etwas dagegen machen zu müssen – sei Normalzustand. Es fällt mir schwer ein solches Verhalten nicht als Sucht zu taxieren. Die Menge, die diese Menschen Pseudo-Arzneien zu sich nehmen, verglichen mit den 2 – 3 Tabletten (Schulmedizin mit Wirkung und Nebenwirkung) jährlich, die ich konsumiere, stehen in keinem Verhältnis. Wenn meine Beurteilung nicht stimmen sollte, so sind diese armen Menschen zumindest grob hypochondrig. Aber eben, das sind subjektive Erfahrungen. Mit meinem Vergleich vom Alkoholiker und Homöopathen wollte ich eigentlich gar nicht den suchtähnlichen Charakter aufzeigen, wie ich ihn es mit diesem Kommentar anhand «meiner Erfahrungen» jetzt trotzdem tue, sondern nur aufzeigen, dass Erfahrung eben subjektiv sind, sie nicht taugen für eine rationale Diskurs oder eben für die Beurteilung, ob ein Arzneimittel Kassenpflichtig sein soll oder nicht.
Auch das Nationalsozialismus-Ding haben Sie leider komplett falsch verstanden: Ich vergleiche Homöopathen mit keinem Wort mit Nationalsozialisten. Ich führe es lediglich als ein Beispiel der Geschichte an, in dem sich eine Mehrheit von Menschen komplett geirrt hat. Ich hätte auch folgendes Beispiel machen können: Wenn wir die 4 grössten Weltanschauungsgruppen betrachten (2.1 Mia. Christen, 1.5 Mia. Muslim, 1.1 Mia Säkulare, 0.9 Mia. Hindus) und all diese lieben 5.6 Mia. Menschen davon ausgehen, sie hätten die Wahrheit gefunden, so wird schnell klar, dass sich zwangsweise eine Mehrheit der Menschheit irren muss (im Besten Fall irren sich nur 2.1 Mia Menschen nicht, 3.5 Mia. irren sich dennoch). Irren ist also menschlich. Und es wird auch in dieser Mehrheit von Irrenden – ganz egal wie man sie zusammensetzt – bestimmt jede/r die «Erfahrung» gemacht haben, dass sein Gott/seine Götter wirkungsmächtig sind. Es darf uns also – wenn wir der Wahrheit näher kommen wollen – nicht interessieren, welche «Erfahrungen» eine Mehrheit von Menschen macht.
Wir haben es in der Menschheitsgeschichte mit Messen, Zählen und Wägen (Empirie) ziemlich weit gebracht. Und wir sollten diesen Pfad meiner Meinung nach auf keinen Fall verlassen, auch wenn er dann und wann beschwerlich ist, und kein Hokuspokus-Hally-Gally bietet.
Herzlich
Bruno Kaufmann

Die Wirkung der Homöopathie lässt sich derzeit noch nicht wissenschaftlich nachweisen, das wissen Sie so gut wie ich. Dass die Erde sich um die Sonne dreht, ließ sich vor 1000 Jahren auch noch nicht wissenschaftlich nachweisen (und trotzdem tat sie es damals schon). Nur weil man ein Phänomen derzeit noch nicht beweisen kann, heißt es nicht, dass das Phänomen nicht existiert. Die Behauptung, dass man Atomkerne spalten kann, konnte man vor 100 Jahren auch noch nicht beweisen. Liebe Frau Pausch, bleiben Sie einfach ein bißchen offen für die Wissenschaft der Zukunft. Irgendwann wird die medizinische Forschung herausgefunden haben, wie und warum homöopathische Heilmittel funktionieren, da bin ich mir ziemlich sicher. Und bis dahin sollte man eine Heilmethode, die von Millionen Menschen geschätzt wird, nicht bekämpfen, sondern weiterhin praktizieren, wenn es vom Patienten gewünscht wird.

Nein, Homöopathie hat kein Prinzip was wissenschaftlich wäre. Insofern wird sich auch in 1000 Jahren keine Wirksamkeit erweisen. Darüber hinaus gibt es auch kein "Phänomen", wie im Artikel erklärt es gibt Studien die postulieren leichte statistische Änderungen, diese lassen sich aber nicht wiederholen und darüber hinaus gibt es keine wissenschaftliche Arbeit die einen der vermeintlichen Wirkmechanismen erforscht.

Sie können das ganze nennen wie sie es wollen, aber das Problem ist diese Zuckerkügelchen werden in der Apotheke verkauft, das ist der Skandal. Diese Dinge gehören in den Supermarkt neben den Magensiumkapseln und Kräutertees - die aber wenigstens in manchen Fällen Linderung verschaffen.

Bekämpft wird nicht Homöopathie, sondern das diese als Medizin verkauft wird und das ist sie einfach nicht.

Maiki (nicht überprüft)

Mi. 6 Jun 2018 - 17:27

Antwort auf von Petra Pausch (nicht überprüft)

Ja, sie soll aus der gbs austreten. Ich wundere mich auch nur, wie man in diesem Verein Mitglied sein kann.

Frank Nicolai (nicht überprüft)

Do. 7 Jun 2018 - 10:32

Antwort auf von Maiki (nicht überprüft)

Die GBS ist kein Verein sondern eine Stiftung und man kann weder ein- noch austreten. Genaueres finden Sie auf https://www.giordano-bruno-stiftung.de/ - Menüpunkt "Aufbau"

David Z (nicht überprüft)

Do. 7 Jun 2018 - 01:55

Antwort auf von Lena Naumann (nicht überprüft)

"Ich selbst, Mitglied der GBS, also eine durchaus kritische Zeitgenossin und alles andere als eine "gläubige" Anhängerin von irgendwelcher Scharlatanerie,..."

Ein gutes Beispiel dafūr, dass auch aufgeklärte Menschen sich regelmässig selbstkritisch reflektieren sollten. Eine aufgeklärte Weltsicht ist kein Endpunkt sondern eine Reise, bei der man regelmässig Gefahr läuft, vom Weg abzukommen.

Kennen Sie den Begriff der "Wissenschaftsgläubigkeit"? Die Wissenschaft war auch einmal felsenfest davon überzeugt, dass die Erde Mittelpunkt des Universums und im Übrigen eine Scheibe sei ... Bei allem Respekt vor den Ergebnissen heutiger Wissenschaft, den ich durchaus besitze: Ein Blick in die Wissenschaftsgeschichte zeigt, dass die Wissenschaft sich oft irrte bzw. viele Antworten auf Fragen oft erst nach Jahrhunderten gefunden hat. Ein wirklich aufgeklärter Mensch "glaubt" nicht an die Wissenschaft, sondern hält auch zu dieser eine kritische Distanz, zum Beispiel beim Ergebnis wissenschaftlicher Studien, die von der Pharma-Industrie bezahlt werden und auffällig oft genau das Ergebnis bringen, was der Pharma-Hersteller sich gewünscht hat. Das Thema ist sattsam bekannt.
Und noch eine Anmerkung: der Begriff "Gefahr laufen, vom Weg abzukommen", ist Kirchen-Sprech. Müssen wir auf dem rechten Weg der Wissenschaftsgläubigkeit bleiben, weil wir ansonsten "Sünder" sind? Unter Aufklärung verstehe ich etwas anderes.

Mit Ihnen ist nicht zu reden. Wissenschaftliches Denken bedeutet, dass Fehler korrigiert werden. Eben deshalb glauben wir heute nicht mehr, dass die Erde eine Scheibe ist oder die Erde der Mittelpunkt der Welt.

Homöopathie ist davon sehr weit entfernt: Sich selbst zu überprüfen oder überprüfen zu lassen. Sie ist eine unwissenschaftliche Glaubenslehre. Es gibt keinen - ich wiederhole: keinen - einzigen Nachweis der Wirksamkeit von Homöopathie, der über den Placebo-Effekt hinausgeht.

Doch, mit mir ist sehr wohl zu reden. Im Austausch von Argumenten kann ich sehr ausdauernd sein .... :-)
Die Homöopathie ist im Übrigen keine Glaubenslehre. Das hat nie jemand behauptet. Sie ist eine in Deutschland und weltweit, z. B. in Indien, vielfach betriebene Therapieform, deren Wirkmechanismus wir im Moment noch nicht kennen. Mehr nicht. Verwechseln Sie die Homöopathie nicht mit der Kirche. An die Homöopathie muss man nicht glauben. Man kann ihre guten Wirkungen am eigenen Leib erfahren und körperlich spüren - und zwar weit über Placebo-Effekte hinaus, was ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.
Dass Jesus von Nazareth uns Menschen erlöst hat, kann man hingegen am eigenen Leib überhaupt nicht fühlen. Das muss man tatsächlich und in der Tat glauben. Noch einmal: Die Homöopathie ist ein wissenschaftlich derzeit noch nicht, aber möglicherweise in Zukunft erklärbares Therapieverfahren, der Katholizismus eine Glaubenslehre. Verwechseln Sie beides bitte nicht.

Sie sind in der Tat sehr ausdauernd. Das macht Ihre Argumentation allerdings nicht unbedingt besser. :)

"Die Homöopathie ist im Übrigen keine Glaubenslehre. Das hat nie jemand behauptet. "

Aber was soll sie denn bitte sonst sein, wenn die Behauptungen, die H. aufstellt, einer Ūberprūfung mit wissenschaftlicher Methodik nicht standhalten?

"Man kann ihre guten Wirkungen am eigenen Leib erfahren und körperlich spüren - und zwar weit über Placebo-Effekte hinaus, was ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann."

Seit wann sind Anekdoten Bestandteil der wissenschaftlichen Methodik?

"Jesus von Nazareth uns Menschen erlöst hat, kann man hingegen am eigenen Leib überhaupt nicht fühlen."

Das sehen die gläubigen Jesusjūnger, die sich durch Wunder geheilt sehen, sicher ganz anders. Interessant, dass Sie die gleiche Argumentation fūr sich selbst in Anspruch nehmem, diese anderen aber fröhlich absprechen.

"Die Homöopathie ist ein wissenschaftlich derzeit noch nicht, aber möglicherweise in Zukunft erklärbares Therapieverfahren"

Woher wollen Sie das wissen? Und sollte man, wenn Homöopathie tatsächlich kein Glaubenssystem ist, hier nicht zumimdest auch die Möglichkeit einräumen, dass die Prämisse falsch sein könnte?

Wissenschaft möchte kritisiert und hinterfragt und widerlegt werden. Das ist der Weg des Wissens. Diese Herangehensweise ist bei Homöopathie leider nicht zu erkennen, ganz ähnlich wie bei anderen ideologisierten Glaubenssystemen.

Lena Naumann (nicht überprüft)

So. 10 Jun 2018 - 10:50

Antwort auf von David Z (nicht überprüft)

Es gibt in der Wissenschaft nicht nur den Weg des Kritisierens, Hinterfragens und Widerlegens, sondern auch den Weg, dass man erst eine Theorie entwickelt und dann mit entsprechender Forschung herausfinden und bestätigen kann, dass und warum die Realität genauso funktioniert wie die vorher schon bestehende Theorie.
Ich kenne keinen homöopathischen Arzt und keinen Heilpraktiker, der irgendetwas dagegen hätte, wenn wir endlich den Wirkmechanismus homöopathischer Heilmittel entdecken und erklären könnten. Das wäre prima. Dann erübrigen sich nämlich solche Debatten wie diese hier.

Völlig richtig. Allerdings können solche Theorien auch widerlegt werden, ūbrigens das Schicksal der meisten Theorien. Und so weit ich die Forschungslage ūberblicke, ist das Ergebnis der Wissenschaft in Sachen Homöopathie eindeutig.

Im ūbrigen meine ich bei Ihnen einen gewissen bias zu entdecken, was die Sache dann doch etwas unwissenschaftlich macht. Sie wollen nicht ergrūnden, ob die Theorie wahr oder falsch ist. Sie erwägen noch nicht einmal die Möglichkeit, dass die Theorie falsch sein könnte. Stattdessen wūnschen Sie sich, dass mihilfe der Wissenschaft "wir endlich den Wirkmechanismus homöopathischer Heilmittel entdecken und erklären könnten."

Mir geht es um wahr oder falsch. Und Ihnen?

Liebe Frau Naumann,
Ich glaube, Sie haben gar nicht begriffen, was mit der Wissenschaftlichkeit auf sich hat. Das Wesen der Wissenschaften ist nicht geprägt vom Glauben an etwas, im Gegenteil: in den Wissenschaften geht es um Skeptizismus, darum, Dinge zu hinterfragen und zu überprüfen. Ein Wissenschaftler gesteht sich (und allen anderen) ein, dass er falsch liegen kann. Er biete der Gemeinschaft aller Wissenschaftler seine Thesen und Erkenntnisse an. D. h. er fordert sie indirekt dazu auf, sie kritisch zu hinterfragen und zu überprüfen. Und wenn sich dann herausstellt, dass seine Thesen und Schlussfolgerungen falsch sind, dann ist das Teil des Programms. Alle wissenschaftlichen „Wahrheiten“ werden irgendwann überholt. „Absolute“ Wahrheiten sind eine Illusion. Schon Sir Popper, der wohl wichtigste Wissenschaftstheoretiker des 20. Jhds. sagte: Fortschritt generiert sich aus Falsifikation umrunden nicht aus Verifikation.
Seit Descartes ist dieses Wissenschaftsparadigma der Treiber hinter allen wissenschaftlichen Fortschritt, auch dem medizinischen. Und ich will jedenfalls nicht mehr zurück ins sechzehnte Jahrhundert!
Herzlichst!

Lena Naumann (nicht überprüft)

So. 10 Jun 2018 - 10:51

Antwort auf von Szeberényi (nicht überprüft)

Was wir heute noch nicht wissen, wissen wir vielleicht in hundert Jahren ... ich verweise auf meine Antworten an Frau Pausch und Frau Grams.

David Z (nicht überprüft)

Mo. 11 Jun 2018 - 17:20

Antwort auf von Lena Naumann (nicht überprüft)

Da haben Sie völlig recht. Vielleicht stellt sich in 1000 jahren tatsächlich heraus dass die Erde eine Scheibe ist. Aber bis dahin schlage ich vor, uns darauf zu einigen, dass die Welt eine Kugelform besitzt..

"Kennen Sie den Begriff der "Wissenschaftsgläubigkeit"?"

Nein, kenne ich nicht. Kennen Sie ein besseres Werkzeug, um sich Wahrheiten anzunähern als die wissenschaftliche Methodik? Glaube vielleicht? Hoffnung? Wunschdenken? Willkūr?

"Ein Blick in die Wissenschaftsgeschichte zeigt, dass die Wissenschaft sich oft irrte"

Selbstverständlich. Sich zu widerlegen ist der Sinn der Sache.

"zum Beispiel beim Ergebnis wissenschaftlicher Studien, die von der Pharma-Industrie bezahlt werden"

Welche Pharma-Industrie meinen Sie? Die, die durch Homöopathie ein Bombengeschäft macht?

"Und noch eine Anmerkung: der Begriff "Gefahr laufen, vom Weg abzukommen", ist Kirchen-Sprech."

Nein, Sie mūssen gar nichts. Aber ein aufgeklärter Mensch sollte stets bemūht sein, soviel Wahres wie möglich zu glauben und so wenig Unwahres wie möglich.

"Die Wissenschaft war auch einmal felsenfest davon überzeugt, dass die Erde Mittelpunkt des Universums und im Übrigen eine Scheibe sei ..."

Nein, war die Wissenschaft nicht.

Zu dem Zeitpunkt, als die Wissenschaft gerade entstand (Galileo, Newton, etc.) wurde EXAKT der Geozentrismus durch die Wissenschaft widerlegt.

Noch einmal: Warum genau sind Sie gbs-Mitglied? Auch keine Ahnung von Naturwissenschaft und ihrer Geschichte!

Rene Goeckel (nicht überprüft)

Do. 7 Jun 2018 - 11:25

Antwort auf von Lena Naumann (nicht überprüft)

Liebe Lena Naumann. Ich fasse mal zusammen:
1. Samuel Hahnemann hat Ihrer Ansicht nach in einer vor-medizinischen Epoche ein Prinzip entdeckt, das wir heute, trotz unvergleichbarem Wissen, nicht zu verstehen in der Lage sind.
2. Dies ist so, weil da "was zwischen Himmel und Erde ist".
3. Homöopathiekritiker werden von der "Schulmedizin" bezahlt.

Ist das Ihr werter Ernst? Damit verfechten Sie die Homöopathie? Wer derartiges hervorbringt muss sich sagen lassen, dass er bereits vollständig immunisiert ist, und zwar gegen jegliche Kritik. Würden Sie dazu die ehemalige Homöopathin Natalie Grams lesen? Vermutlich nicht, da Sie ja bereits zu 100% über das Wissen verfügen.

Lieber Herr Goeckel,
"Meinungen" über die Homöpathie, ob man für oder gegen sie ist, interessieren mich nicht. Mich interessieren dagegen: Fakten! Nehmen Sie es einfach zur Kenntnis, dass Millionen Menschen, nicht nur in Deutschland, homöopathische Mittel schätzen, weil sie ihnen wirklich helfen. Das ist eine Tatsache. Ich kenne nicht nur die Publikationen von Frau Grams; ich kenne auch einige Ärzte für Naturheilverfahren, wohlgemerkt studierte Schulmediziner, die homöopathische Mittel in ihrer Praxis oft, gerne und mit Erfolg einsetzen. Sind das alles Deppen, die auf eine "vormedizinische Methode" hereinfallen?
Für mich ist damit die Diskussion beendet. Ich habe als Patientin von homöopathischen Mitteln schon so oft profitiert, dass Sie es nicht mehr schaffen werden, mich in diesem Leben davon zu überzeugen, dass Homöopathie nicht wirken kann. Halten Sie mich gerne für einen hoffnungslosen Fall - meine eigenen Erfahrungen mit einer Heilmethode wiegen für mich viel mehr als das, was andere über sie denken.

David Z (nicht überprüft)

Fr. 8 Jun 2018 - 08:42

Antwort auf von Lena Naumann (nicht überprüft)

"Mich interessieren dagegen: Fakten! Nehmen Sie es einfach zur Kenntnis, dass Millionen Menschen, nicht nur in Deutschland, homöopathische Mittel schätzen, weil sie ihnen wirklich helfen."

Vielleicht interessiert Sie ja auch dieses Faktum: Nur weil es Millionen von Menschen gibt, die Homöopathie zu schãtzen meinen, ist dies noch lange kein Beleg fūr die medizinische Wirksamkeit ūber dem placebo.

Udo Endruscheit (nicht überprüft)

Do. 7 Jun 2018 - 11:47

Antwort auf von Lena Naumann (nicht überprüft)

Was zur Homöopathie zu sagen ist, ist im Grunde - kurz gefasst - im Beitrag gesagt. Sie ist Hokuspokus. Dass sie gar von Ärzten praktiziert wird, ist eigentlich unfassbar. Das ist keine Privatmeinung, das ist die Ansicht praktisch der gesamten weltweiten Wissenschaftsgemeinde. Ein Land nach dem anderen verbannt deswegen die Homöopathie aus dem Gesundheitssystem. Deutschland ist inzwischen massiv isoliert. Noch vor zwei Tagen wurde in England eine Klage der British Homeopathic Society gegen die Entscheidung des NHS, keine Homöopathie-Verordnungen mehr zu akzeptieren, in allen Punkten abgeschmettert. Das Gesundheitsministerium wird wohl als nächsten Schritt die Homöopathie auf die Blacklist der Mittel und Methoden setzen, die im öffentlichen Gesundheitssystem überhaupt nicht mehr akzeptiert werden.

Das nur zur Sache. Warum dieser Artikel?

Unter anderem, weil die halbe Welt über Deutschland und seine gesetzliche Privilegierung den Kopf schüttelt. Vor allem aber, weil interessierte Kreise das massiv ausnutzen und eine derart massive Des- und Fehlinformation der Verbraucher betreiben, dass sich die Balken biegen. Gerade in dieser Woche sind Propaganda-Veröffentlichungen unter der Flagge von "Verlags-Sonderveröffentlichungen" im Stern und aktuell in der Brigitte erschienen (de facto massive Schleichwerbung, wie "Übermedien" gestern in einem Beitrag feststellte), die die Fakten zur Homöopathie buchstäblich auf den Kopf stellen. Und aus diesen Umständen speist sich das höchst humanistische Anliegen, gerade im Gesundheitsbereich systematischer Fehl- und Desinformation der Patienten entgegenzutreten - wobei die Homöopathiefraktion auch noch suggeriert, es gehe um "Patientenautonomie".

Alles andere im Artikel und beim Informationsnetzwerk Homöopathie (www.netzwerk-homoeopathie.eu).

Aber eines noch: Geschätze Lena Naumann, dass sie hier ein Kompendium der "Argumente" der Homöopatie-Apologeten wiedergeben, dazu das Vorstehende. Aber dass Sie mit dem ad hominem-Argument kommen, ich sei womöglich von "der Pharmaindustrie" bezahlt - wie sich das mit einer humanistischen Sicht vereinbaren lässt, das frage ich mich ernstlich.

Zudem handelt es sich dabei zweifellos um das platteste und uninformierteste "Argument" der Homöopathie-Apologeten überhaupt. Warum? Weil die Globuli-Hersteller selbst Teil der Pharmaindustrie sind, allen ihren Verbänden angehören und diese Verbände sich massiv FÜR die Homöopathie einsetzen. Teilweise werden Homöopathiekritiker von diesen Verbänden rüde angegriffen, so hatte der BDH im vorigen Jahr kein Problem damit, das Board des Zusammenschlusses der Europäischen Wissenschaftsgemeinschaften als "Einzelmeinungen unqualifizierter Leute" abzuqualifizieren. Beide Arzneimittelverbände betreiben bei ihren Webauftritten Promotionsseiten für die Homöopathie. Vor diesem Hintergrund ist es geradezu lächerlich, Homöopathiekritikern zu unterstellen, sie seien Mietfedern der Pharmaindustrie. Dass ich das hier in einem humanistischen Umfeld finden muss, schockiert mich ein wenig, muss ich sagen.

Vielleicht beruht dieses schräge Vorurteil auf der Annahme, Homöopathiekritiker wollten die Zuckerkugeln (die übrigens eine Gewinnspanne aufweisen, an die kein pharmazeutisches Mittel herankommt) durch "böse Pharmachemie ersetzen". Das ist völliger Unsinn. Wo Homöopathie "geholfen" hat, war es eh in aller Regel der natürliche Krankheitsverlauf, der meist auch mit einem "verantwortlichen Abwarten" so passiert wäre. In allen anderen Fällen ist gute Medizin nötig, keine Scheintherapie. Da die meisten Homöopathiekritiker auch ausgewiesene Kritiker von Mängeln und Unzulänglichkeiten in der "normalen" Medizin sind (Dr. Natalie Grams, Dr. Christian Weymayr, Dr. Werner Bartens, um nur drei zu nennen, die dazu bereits Bücher veröffentlicht haben), sind sie auch Vertreter eines solchen "verantwortlichen Abwartens" in der täglichen Praxis, das aber wohl erst wieder ein Teil der ärztlichen Alltagskultur werden muss.

Nein, Homöopathiekritik wie auch Pseudomedizinkritik allgemein ist ein zutiefst humanistisches Anliegen. So, wie es im letzten Absatz des Artikels steht.

Rene Goeckel (nicht überprüft)

Do. 7 Jun 2018 - 11:51

Antwort auf von Lena Naumann (nicht überprüft)

Noch eine Anmerkung zu Ihrer Frage, warum es die Firma Weleda schon so lange gibt. Ganz einfach, die Nachwuchskunden werden in den Waldorfschulen herangezogen. Wussten Sie das nicht? Krieg sie, solange sie jung sind!

Stimmt nicht ganz. Denn die Zahl der Käufer von homöopathischen Heilmitteln von Wala und Weleda ist um ein Vielfaches größer als die Zahl der Absolventen von Waldorfschulen ... Also bitte keine solch zynischen Kommentare mehr, ja?

Natalie Grams (nicht überprüft)

Do. 7 Jun 2018 - 12:19

Antwort auf von Lena Naumann (nicht überprüft)

Liebe Frau Naumann,
es gibt keine "journalistische Ausgewogenheit" in Bezug auf Fakten. Bei der Schwerkraft wird man ja auch nicht eine pro- und contra-Liste machen, oder? Und selten habe ich in den letzten 2 Jahren eine solche Ansammlung von Fehlannahmen in Bezug auf die Homöopathie gelesen - wo haben Sie gelebt, dass sie nichts von der Berechtigung der Homöopathie-Kritik (ganz im Sinne der Aufklärung, der sich der hpd verschrieben hat) gehört haben? Und kennen Sie das www.netzwerk-homoeopathie.eu? Da finde Sie die Antworten auf all Ihre Fragen. Beste Grüße

Lena Naumann (nicht überprüft)

So. 10 Jun 2018 - 10:19

Antwort auf von Natalie Grams (nicht überprüft)

Liebe Frau Grams,

die Frage "Wo haben Sie gelebt?" möchte ich gerne zurückgeben. In Deutschland werden Millionenumsätze mit homöopathischen Heilmitteln gemacht. Glauben Sie tatsächlich, Patienten würden über Jahrzehnte so viel Geld für Heilmittel ausgeben, die nicht wirken? Das macht man als Patient einmal, aber gewiss nicht ein zweites Mal. Und was ist mit Ihren Kollegen vom Zentralverein homöopathischer Ärzte, immerhin studierte Schulmediziner, medizinisch-wissenschaftlich ausgebildet und daher sicher zu kritischem Denken fähig? Alles Scharlatane? Diese Kollegen von Ihnen machen in der Praxis tagtäglich die Erfahrung, dass homöopathische Heilmittel wirken - und zwar weit über einen Placebo-Effekt hinaus. Auch viele Tierärzte setzen mittlerweile gerne homöopathische Mittel ein, weil sie mit ihnen gute Erfahrungen machen. Und eine Kuh weiß ganz bestimmt nicht, ob sie allopathisch oder homöopathisch behandelt wird ... :-)
Wenn Sie selber von der Homöopathie nichts halten, ist es Ihnen ja unbenommen, diese Therapiemethode in Ihrer Praxis nicht länger einzusetzen. Homöopathische Repertorisation ist schließlich auch eine sehr hohe Kunst. Aber nach Jahren als homöopathisch arbeitende Ärztin nun vom Saulus zum Paulus der Homöopathiekritik zu werden, finde ich bedenklich. Statt Feldzüge gegen die Homöopathie zu führen, fände ich es besser, ihr gegenüber eine gewisse Aufgeschlossenheit zu bewahren - auch wenn wir ihr Wirkprinzip immer noch nicht erklären können. Glauben Sie tatsächlich, Wissenschaft und medizinische Forschung seien im Jahr 2018 schon am Ende? Wir haben die Elektrizität entdeckt und die Kernspaltung - irgendwann werden wir auch herausgefunden haben, warum und wie Homöopathie funktioniert. Die hier Diskutierenden haben Recht, wenn sie sagen, dass man die Wirksamkeit von Homöopathie nicht beweisen kann. Aber vielleicht kann man es in 30, 50 oder 100 Jahren? Sie und viele Andere müssen aufpassen, dass Sie mit Ihrem unbedingten Glauben an den aktuellen (und damit nicht endgültigen) Stand der Wissenschaft nicht genau solche Feldzüge von geradezu missionarisch-inquisitorischem Charakter führen, wie die Kirche es früher gegenüber Menschen tat, die behaupteten, die Sonne drehe sich um die Erde und nicht umgekehrt. Es hat Jahrhunderte gedauert, bis die Wissenschaft gewisse Phänomene erklären konnte. Dafür sollte man sich eine gewisse Offenheit bewahren, statt eine Methode, nur weil sie im Moment noch nicht wissenschaftlich erklärbar ist, zu verfolgen, als sei sie der Beelzebub.
Das Problem, das in dieser Diskussion aufscheint, ist folgendes: Die Batterie von auf den ersten Blick überzeugenden Argumenten der Homöopathiegegner steht der Fülle von guten Erfahrungen vieler Patienten und von homöopathisch arbeitenden Ärzten und Heilpraktikern gegenüber. Argumente sind schön und gut, wichtig und richtig, aber ich sage Ihnen: Positive körperliche Erfahrungen wie die Heilung von Funktionsstörungen, Krankheiten, die Linderung von Schmerzen und anderen Beschwerden ... diese werden immer stärker sein als jedes noch so gut formulierte Argument!
Beste Grüße

Sven F (nicht überprüft)

Mi. 5 Sep 2018 - 23:12

Antwort auf von Lena Naumann (nicht überprüft)

"In Deutschland werden Millionenumsätze mit homöopathischen Heilmitteln gemacht. Glauben Sie tatsächlich, Patienten würden über Jahrzehnte so viel Geld für Heilmittel ausgeben, die nicht wirken?"

Dieser Satz geht einmal mehr völlig am Problem vorbei.
Patienten geben Jahrzehnte viel Geld für Heilmittel aus, die TATSÄCHLICH WIRKEN - aber EBEN NICHT MEHR ALS PLACEBO!

Und das ist ein FAKT, den auch Homöopathen selbst zugeben - wie es im Artikel steht.

Also hören Sie bitte mit obiger Strohmann-Behauptung auf.

Und ja, Leute geben tatsächlich über Jahre und Jahrzehnte Geld für völlig sinnloses, unwirksames aus. Beispiel: Horoskope und Mondkalender. Boomen seit Jahr und Tag. Verkaufserfolg ist keinerlei Hinweis auf Sinnhaftigkeit und Wirksamkeit.

MJ (nicht überprüft)

Do. 7 Jun 2018 - 13:31

Antwort auf von Lena Naumann (nicht überprüft)

Sind hier auch schon Verschwörungstheoretiker untewegs:

"Mir ist der Beitrag zu unkritisch"
Wie bitte? Was daran ist denn bitte unkritisch, bzw. nicht wissenschaftlich genug?

"Wurde der Autor etwa von der Schulmedizin dafür bezahlt, solch einen Rundumschlag zu formulieren?"
Was für ein lächerlicher Verschwöriblödsinn, und das hier beim HPD?

"nötige Ausgewogenheit"
Wie zwischen Flacherde und Kugelerde?

"Naturheilmittelhersteller wie Wala, Weleda, Heel"
Wala, Weleda sind esoterische Anbieter von Rudolf-Steiner-Blödsinn.
Heel: Homöopathie ist KEINE Naturheilmethode. Wussten Sie das nicht??

"Man kann in der Medizin nicht alles mit Zellularpathologie erklären"
wer sagt, dass es so sei? Was soll diese Verschwöri-Rhetotik?

"Nur weil wir die genauen Wirkmechanismen der Homöopathie (noch) nicht nachweisen können"
Man kann alles an der Homöopathie nachweisen. Ich meine, seit 200 Jahren wissen wir, nachweislich, dass sie nicht besser als ein Placebo ist.

"dass Homöopathie grundsätzlich nicht wirkt und nur Scharlatanerie ist"
Sie wirkt als ein Placebo, und ein Placebo wird dann zur Scharlatanerie, wenn ein Scharlatan es einer echten Therapie vorzieht.

"Zur Goethezeit kannte man auch noch keine Elektrizität, hatte keine Maßeinheiten wie Volt, Watt etc. zur Verfügung - wer damals behauptet hätte, Elektrizität würde es nicht geben, stünde heute ziemlich lächerlich da"
Was für eine Esoterik/Verschwöri-Argumentations-Idiotie! :) :) :D

"bei mir und in meiner Familie mit homöopathischen Heilmitteln in den letzten dreißig Jahren die allerbesten Erfahrungen gemacht"
Ohmann, andere haben mit der Bibel die besten Erfahrungen gemacht. Ein Humanist sollte so einen Blödsinn nicht als Argument vorbringen!

"Diese Präparate, sofern sie für den einzelnen Patienten und die konkreten Krankheitssymptome richtig gewählt wurden, sind tatsächlich in der Lage, beachtliche Heilerfolge zu erzielen"
Ein beachtlicher Blödsinn! In einer Tour nur Blödsinn! Blödsinn nonstop!

"ein Dorn im Auge ist
ACHTUNG, DIE PÖÖÖHSE PHARMAMAFIAAAAAAAAAAAAAAA!!1!!!!11

"was zwischen Himmel und Erde ist und was unsere Schulweisheit derzeit noch nicht vollumfänglich erfassen kann"
Was für ein hirnverbranntes Argument von Gläubigen aller Art!

MfG, MJ:)

Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

Fr. 8 Jun 2018 - 20:11

Antwort auf von Lena Naumann (nicht überprüft)

Liebe Lena Naumann,
Ihnen fehlt "schlichtweg die nötige Ausgewogenheit" bei diesem Artikel? Da frage ich Sie doch einmal, wie man Humbug ausgewogen darstellen soll? Humbug ist und bleibt nun mal Humbug - egal wie man ihn darstellt.
Udo Endruscheit hat sauber dargestellt: es gibt nicht eine einzige lege artis durchgeführte Studie (randomisiert und doppelt verblindet), die eine Wirksamkeit homöopathischer Mittel nachweist, die über den Placebo-Effekt hinausgeht. Was wollen Sie noch mehr?
Natürlich hat die Homöopathie bei Ihnen, Ihren Kindern, dem Hund und dem Neffen des Schwagers Wunderdinge bewirkt, nur in Studien, die dies alles objektiv nachweisen könnten, versagt sie kläglich.
Sie dürfen Ihre Schlüsse daraus selbst ziehen. Im Übrigen hat kein Mensch etwas dagegen, wenn Sie sich unwirksame Zuckerkügelchen einwerfen und danach gesund werden. Aber diesen unbewiesenen Hokus-Pokus in alle Ewigkeit von den Krankenkassen weiter bezahlen zu lassen, ist dann doch etwas zu viel verlangt. Und nein, es ist nicht die unglaubliche Wirksamkeit der richtig gewählten Homöopathika, die Ihre ganze Familie gesund hält, sondern unsere und Ihre Selbstheilungskräfte.
Es stimmt: wer heilt, hat Recht, aber der der Recht hat, ist nicht der Hersteller Ihrer Zuckerkügelchen, sondern Ihr eigener Körper, auf dessen tadelloses Funktionieren Sie sogar etwas stolz sein dürfen, weil Sie ihn offensichtlich nicht allzusehr in Schwierigkeiten bringen, so dass er sich immer wieder selbst heilen kann - oder Sie haben einfach nur Glück.
Samuel Hahnemann hat sich ein Prinzip zur Behandlung von Krankheiten ausgedacht, das schlicht und einfach falsch ist und ein Verfahren zur Herstellung seiner Medikamente, das physikalischer Unsinn ist - wenn man höflich sein will. Daraus kann keine richtige medizinische Behandlung werden, Und wenn Sie wissen wollen, warum so viele Menschen (übrigens vor allem in Deutschland) weiterhin an diesen Unsinn glauben, dann schauen Sie mal in "heilige Bücher", die noch schlimmeren Unsinn verkünden und trotzdem von Milliarden Menschen für absolute Wahrheit gehalten werden.

awmrkl (nicht überprüft)

So. 10 Jun 2018 - 13:51

Antwort auf von Lena Naumann (nicht überprüft)

Mir hat es beim Lesen all Ihrer Kommentare soeben etliche Bullshit-Bingos rasend schnell gefüllt, mein Ironie-Meter ist vollkommen übergeschnappt, und meine Kristallkugel rotiert schneller als ein Neutronenstern und bedarf dringend der Reparatur.

Nur zB:
"Wer heilt hat recht"
Nein, falsch. Nur wer heilt UND das auch nachweisen kann, hat recht!

"Haß ... Demut"
Nein. Wissenschaft beschäftigt sich nicht mit solchen Gefühlslagen. Sondern stellt fest, was ist oder eben nicht ist.

Usw usf: Sie erfüllen alle Klischees eines esoterisch Gläubigen.
Sehen Sie doch mal, was ist: Alle weltweiten großen Meta-Studien sagen eindeutig, an H. ist nix dran! Über Placebo.
Da können Sie auch gerne stattdessen Zuckerwürfel oder Maoam lutschen. Kommt aufs Gleiche raus.

Aber: Diese Beurteilung entsteht natürlich nicht im (bias-abhängigen) Eigenversuch. Sondern in GROßEN Studien (Anzahl Teilnehmer >>= 1000, doppelverblindet).

Aber was sag ich das eine(m/r) Gläubigen ...

Sven F (nicht überprüft)

Mi. 5 Sep 2018 - 23:02

Antwort auf von Lena Naumann (nicht überprüft)

Ich frage mich, Frau Naumann, was genau Sie an folgenden Passagen des Artikels nicht verstanden haben:

"Auch die bereits im frühen 19. Jahrhundert angestellten empirischen Untersuchungen gingen in aller Regel verheerend zu Lasten der Homöopathie aus. "
"bei einer zusammenfassenden Betrachtung (Reviews) verschwinden die positiven Effekte durchweg in der Gesamtbetrachtung (alle acht großen Reviews seit den 1990er Jahren, auch die der Homöopathen, kommen zu dem Schluss, dass keine belastbare Evidenz für eine spezifische Wirksamkeit vorliege)."

Haben Sie das jetzt verstanden? Die Studienlage ist eindeutig, und das geben die Homöopathen unter den Forschern selbst zu: Es gibt keinen Hinweis auf eine Wirksamkeit jenseits von Placebo!

Nebenbei: Mir ist völlig unverständlich, wie Sie der wissenschaftlich orientierten gbs angehören können, aber die wissenschaftliche Vorgehensweise in der Medizin entweder nicht kennen oder ablehnen.

R Kehrer (nicht überprüft)

Di. 5 Jun 2018 - 16:11

Bravo, Herr Endruscheit, was ein deutliches Statement! Insbesondere die Erklärung der Beliebtheit, welche mir stets ein Rätsel ist, da die meisten Anwender ja nicht unintelligent sind, eher im Gegenteil. Ich muss allerdings zugeben, dass mir der Gedanke „Kuchenessen auf Krankenkassenkosten“ durchaus gefällt ;)

Zum Thema "Erklärung der Beliebtheit": Kennen Sie die homöopathische Salbe "Traumeel"? Wenn nicht, sollten Sie sie mal ausprobieren. Sie wirkt bei Sportverletzungen wahre Wunder. Ein Beispiel: Ich hatte mir beim Skifahren einmal dermaßen den Fuß verstaucht, dass er abends angeschwollen war wie ein Ballon und an Auftreten gar nicht mehr zu denken war. Nach drei Tagen mit drei mal täglichem Einreiben des Sprunggelenks mit Traumeel Salbe war die Schwellung zu 100 % verschwunden und ich konnte so normal laufen, als wäre nichts gewesen. Die Traumeel Salbe wird übrigens von vielen Orthopäden in Deutschland empfohlen, und das, obwohl diese Fachärzte SCHULMEDIZINER sind und sich auch nicht erklären können, warum diese Salbe Sportverletzungen aller Art geradezu turbomäßig zum Abklingen bringt. Es sind diese und ähnliche Heilerfolge, die die Beliebtheit der Homöopathie ausmachen.

Petra Pausch (nicht überprüft)

Do. 7 Jun 2018 - 10:28

Antwort auf von Lena Naumann (nicht überprüft)

Sie meinen diese Salbe hier: https://www.medizin-transparent.at/traumeel-hilft-ein-homoeopathisches-mittel-bei-sportverletzungen ? Ich zitiere: "Ob Traumeel über die Kühlung hinaus auch einen heilenden Effekt hat, ist nicht geklärt." Über die Fehler in der Studie klärt der Artikel ebenfalls auf.

Ich wiederhole: Sie sind definitiv in der GBS falsch; denn die Stiftung steht für ein wissenschaftliches Weltbild ein und nicht für Hokuspokus. Sie können sich ja gern einmal mit der GBS-Beirätin Natalie Grams über das Thema austauschen.

Ein guter Vergleich wäre ja, wenn beide Sprunggelenke verstaucht sind und Sie eines mit der Salbe therapieren und das andere ohne. Ich würde behaupten, dass da kein zeitlicher Unterschied in der Heilung besteht.

Klaus Bernd (nicht überprüft)

Di. 5 Jun 2018 - 17:40

Das "Beste(n) aus verschiedenen Welten" Eine Formulierung so platt wie unlogisch. Als ob es verschiedene Welten gäbe. Es gibt eine reale Welt und viele virtuelle Welten mit allen möglichen Heilsversprechen. Und das Beste aus irgendeiner Welt muss noch lange nicht gut sein und ist ggf. im besten Falle unwirksam.
Zur „rührige(n) Lobby der Hahnemann-Fraktion“ wäre anzumerken, dass dazu längst auch die von Homömopathie-Gläubigen gern gescholtene Big-Pharma gehört.
Eine schön kompakte Kritik der Homöpathie, die deren Nähe zu anderen esoterischen Heilsverkündigungen aufzeigt. Vielleicht wäre noch eine explizite Kritik an der behaupteten „Informationsübertragung“ der sogenannten Wirkstoffe auf die Trägersubstanz angebracht. Hier wenden die Homöopathie-Priester ja auch gerne einen beliebten faulen Trick an: die Umkehrung der Beweislast. Homöopathen müssten beweisen, dass eine solche Informationsübertragung stattfindet, und nicht umgekehrt. Der Beweis wäre ganz einfach zu führen: Homöopathen müssten in unterschiedlichen nicht unterscheidbaren Verdünnungen den jeweiligen „Wirkstoff“ identifizieren.

Kay Krause (nicht überprüft)

Di. 5 Jun 2018 - 17:57

Wieso die Homöopathie so lange überlebt hat? Gute Frage!
Antwort: vergleiche Kirche!

Lena Naumann (nicht überprüft)

So. 10 Jun 2018 - 10:56

Antwort auf von Kay Krause (nicht überprüft)

Die Homöopathie ist eine wissenschaftlich in ihrer Wirksamkeit noch nicht erklärbare Therapieform, mit der viele Patienten gute Erfahrungen machen, die Kirche ist eine Glaubenslehre. Seit wann vergleicht man Äpfel mit Fahrrädern?

David Z (nicht überprüft)

Mo. 11 Jun 2018 - 17:18

Antwort auf von Lena Naumann (nicht überprüft)

Wie wollen Sie wissen, dass Homöopathie eine wirksame Theraphieform ist, wenn dies wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden kann?

Dr. Theis Stüven (nicht überprüft)

Di. 5 Jun 2018 - 19:50

Grundrichtig - eindeutig und erwiesener Maßen falsche Annahmen dürfen nicht mehr öffentlich gefördert werden.
Zu einer besseren Medizin gehören aber auch eine kritische Durchleuchtung der zunehmenden Kommerzialisierung des Gesundheitswesens. Ein Arztgespräch muss angemessen entlohnt werden. Gerade die seelenlose Fokussierung auf die Apparate und die Massenabfertigung im Wartezimmer treibt Gefühlsmenschen in die Hände der selbsternannten Alternativheiler.

Dr. Bruno Osuch (nicht überprüft)

Di. 5 Jun 2018 - 21:30

Bravo!!!

Udo Endruscheit (nicht überprüft)

Do. 7 Jun 2018 - 12:18

Ich kommentiere hier noch einmal nicht in einem Subkommentar, sondern der Übersichtlichkeit ganz "untendrunter".

Liebe, geschätzte Lena Naumann, nehmen Sie es mir nicht übel (ich nehme Ihnen Ihre ad-hominem-Attacken und die Vorwürfe, ich würde "Hass" und "Hetze" verbreiten auch nicht übel, keineswegs) aber sie liefern hier ein absolut prototypisches Bild eines Verteidigers von Pseudomedizin, der sich auf die absolut unhaltbare "Argumentation der Einzelerfahrung" beruft. Klar wenn das mit dem Vorwurf eines Wissenschaftsdogmatismus verbunden wird, immunisiert das erst einmal gegen alle Krititk. Aber:

Das ist ein irrationales Weltbild. Es gehört zu den großen Fortschritten in der Wissenschaft, dass man erkannt hat, dass Einzelerfahrungen niemals allgemeingültige Schlüsse zulassen. Niemals. Schon Aristoteles hat in seiner "Metaphysik" darauf hingewiesen, Kant hat den reinen Empirismus (also sogar mehr als "eine" Einzelerfahrung) als "nur so genanntes Wissen" bezeichnet.

Wären wir heute noch bei den Einzelerfahrungen als Grundlage des Wissens, hätten wir heute noch eine Try-and-Error-Medizin. Auf Einzelerfahrungen berief sich auch der Quacksalber auf den Marktplätzen früherer Zeiten. Wissenschaft dagegen ist kein Dogma, sondern eine Methode. Eine Methode, die versucht, durch Objektivierung, also eben jenseits von Einzelerfahrungen, zu allgemeingültigen Schlüssen zu kommen. Nicht nur in der Medizin. Darauf wird unglaublich viel Mühe verwandt. Dazu macht man Studien und betrachtet diese anschließend kritisch in der Wissenschaftsgemeinde. Ein strengeres Verfahren existiert überhaupt nicht.

Damit will ich individuelle Einzelerfahrungen keineswegs abwerten. Selbstverständlich bleibt es jedem Einzelnen unbenommen, diese zu haben und sie sind auch ein Teil der eigenen Persönlichkeit. Man kann selbstverständlich auch diese Einzelerfahrungen zur Handlungsmaxime für sich selbst machen. Welche humanistisch eingestellte Mensch würde das einem anderen bestreiten wollen? Man sollte die Einzelerfahrung aber nicht darüber hinaus ausdehnen und sie für eine "Waffe" im Streit gegen einen angeblichen "Wissenschaftsdogmatismus" halten.

Gerade die Homöopathie untergräbt in Deutschland (!) mit ihrer andauernden falschen und verdrehenden Propaganda neben allem anderen auch kräftig das Vertrauen in die wissenschaftliche Medizin und die Wissenschaft allgemein. Leider nehmen Sie, liebe Lena Naumann, in unserem konkreten Fall genau eine dem entsprechende Extremposition ein. Das bedauere ich sehr - ich spüre Ihren Furor durchaus. Vielleicht denken Sie noch einmal nach, ob Ihre Position ausreichend intersubjektiv ist. Meine ist es. In -zigfachem Konsens. So hat zum Beispiel kein einziges der in den letzten 20 Jahren erschienenen systematischen Reviews zu Homöopathiestudien eine belastbare Evidenz zugunsten einer Wirkung der Homöopathie bejahen können - und darunter sind Reviews führender Homöopathen. Eine Übersicht kann ich Ihnen gern zur Verfügung stellen.

Lena Naumann (nicht überprüft)

So. 10 Jun 2018 - 11:10

Antwort auf von Udo Endruscheit (nicht überprüft)

Lieber Herr Endruscheit,
hören Sie mit Ihrem missionarischen Eifer im Kampf gegen die Homöopathie einfach auf und öffnen Sie sich 1. für die Tatsache, dass viele Menschen, nicht nur ich mit meiner "Einzel-Erfahrung", homöopathische Mittel schätzen, weil sie gute Wirkungen zeigen, und zwar weit über Placebo-Effekte hinausgehend.
Und 2. für die Möglichkeit, dass wir die Wirksamkeit der Homöopathie zwar im Moment noch nicht wissenschaftlich beweisen können, dass das möglicherweise aber in einigen Jahrzehnten oder Jahrhunderten der Fall sein wird ...
Sie müssen ja selber keine homöopathischen Heilmittel einnehmen, wenn Sie diese Therapieform ablehnen.
Wir leben in einem freien Land und haben aus guten Gründen Pressefreiheit, Kunstfreiheit, Religionsfreiheit, die Freiheit der Meinungsäußerung - und eben die Freiheit, sich im Krankheitsfall für eine Therapieform wie die Homöopathie zu entscheiden, mit der man als Patient früher schon mal gute Erfahrungen gemacht hat. Freiheit, um es in Abwandlung eines bekannten Zitats zu sagen, ist immer auch die Freiheit derjenigen, die eine andere Therapie für ihre Erkrankungen wünschen als Sie es tun würden. Ihr missionarischer Feldzug gegen die Homöopathie ist für mich ein Angriff auf diese Freiheit anderer Menschen, die eben andere Therapieformen schätzen als Sie. Diese Menschen, darunter auch viele kritische und akademisch ausgebildete Zeitgenossen, haben vielleicht einfach nur gute Erfahrungen mit Homöopathie gemacht. Es sind keine Deppen, die von Ihnen, Udo Endruscheit, davor gerettet werden müssen, auf eine angeblich unwirksame Therapiemethode hereinzufallen.
Beste Grüße

Christian Drust (nicht überprüft)

Mo. 11 Jun 2018 - 13:42

Antwort auf von Lena Naumann (nicht überprüft)

Lena Naumann am 7. Juni 2018 - 12:06
"Für mich ist damit die Diskussion beendet."

So viel zu Ihrer Glaubwürdigkeit!

Helga Kuhn (nicht überprüft)

Do. 30 Aug 2018 - 17:09

Antwort auf von Lena Naumann (nicht überprüft)

Liebe Frau Baumann, da Sie persönliche Erfahrungen so hoch bewerten, steuere ich meine bei. Rund 20 Jahre lang litt ich schwer an allergischem Bronchialasthma. Immer wieder landete ich in der Notaufnahme, weil der verordnete Spray , die Tabletten und Tropfen , alle aus der Schulmedizin, nicht ausreichend wirkte. Schliesslich ging ich zu einer Ärztin, die klassische Homöopathie praktizierte und im Zentralverein homöopathischer Ärzte aktiv war. Nach sehr ausführlicher Annamnese in 2 mehrstündigen Sitzungen erhielt ich die Globuli - und sie wirkten wie von der Ärztin vorhergesagt. Es gab die sog Erstverschlimmerung, aber die wirkte nicht bedrohlich für mich, im Gegenteil. Meine Hoffnung auf nachhaltige Besserung, ja auf Heilung wuchs erstmals nach vielen Jahren. Mindestens drei jahre lang setzte ich auf diese Behandlungsmethode, meinte immer wieder eine besserung zu bemerken, schliesslich hatte ich die wirksamkeit doch gleich am anfang bereits deutlich am eigenen Leibe gespürt. Doch die Heilung blieb aus, im Gegenteil. Endlich kam ich in eine Spezialklinik, die mich schulmedizinisch richtig einstellte und das Asthma besserte sich dauerhaft mit Hilfe der richtigen schulmedizinischen Medikamente. Auf die homöopathie verzichtete ich fortan. Heute, weitere 20 Jahre später, ist das asthma sogar fast ganz verschwunden. Warum, ist nicht klar, aber an globulis kann es nicht liegen. Wäre ich bei der homöopathie geblieben, würde ich heute wohl glauben, sie hätte mich geheilt. Dies nur als beispiel wie einen die vermeintliche erfahrung des eigenen körpers täuschen kann, mich zumindest etliche Jahre lang.

Udo Endruscheit (nicht überprüft)

Do. 7 Jun 2018 - 13:18

Nur noch eine Schlussbemerkung.

Ich selbst bin seit Jahren Fördermitglied der gbs und sicher, dass Artikel wie der hier veröffentlichte den von ihr vertretenen Zielen von Aufklärung und Humanismus nicht nur entsprechen, sondern verpflichtet sind. Diskrepanzen oder Widersprüche kann ich nicht erkennen.

Helga Baumann (nicht überprüft)

So. 19 Aug 2018 - 20:34

Antwort auf von Udo Endruscheit (nicht überprüft)

Zwei Aspekte möchte ich noch ins Spiel bringen.
Erstens wurde noch gar nicht berücksichtigt, dass vielleicht die meisten, die sich der Homöopathie zuwenden, sich einfach vor den Medikamenten der Pharmaindustrie fürchten. Von dieser hat man ja immerhin recht massive Schnitzer mitbekommen (Contergan...). Zum Glück hat man inzwischen durch wirksamere Kontrollmethoden gegengesteuert - vermeiden lassen sich Fehler aber nie.
Wenn man allein deshalb keine Medikamente der Allopathie einnehmen wollte, sondern nur der Homöopathie, könnte man das Verhalten vielleicht vergleichen mit dem eines Menschen der, nur weil im Auto- und Flugverkehr immer mal jemand zu Schaden kommt, nur mehr zu Fuß ginge, egal wohin - womöglich auch nach Kanada oder Australien.

Zweitens gelten bei den meisten Mitbürgern nicht nur die Globuli als Bestandteil der Homöopathie, sondern allgemein alle Medikamente, für die man kein Arztrezept braucht, also auch Kamillentee, Propolis, Wadenwickel, etc. . Diese Mittel/Methoden haben aber, soviel ich weiß, sehr wohl eine anerkannte Wirkung.

Marion Zimmermann (nicht überprüft)

So. 2 Sep 2018 - 13:00

Nachdem in der hitzigen Debatte der Artikel über dem Glaubenskrieg etwas aus dem Fokus geraten ist, möchte ich doch noch ein paar Anmerkungen zur Herangehensweise machen: Der Artikel entbehrt der Objektivität, wie Frau Naumann ja schon ausführte, weil er Behauptungen aufstellt, die er nicht beweist und Gegensätze aufbaut, die so nicht richtig sind. Zum einen wird (der Plakativität halber?) selbstverständlich immer von "der Homöopathie" gesprochen, obwohl dem Autor selbst bekannt ist, dass das so nicht haltbar ist - wie im Artikel selbst dargestellt. Dem wird die per definitionem wissenschaftliche Medizin gegenübergestellt. Einziger Beweis für die Unwirksamkeit der Homöopathie - die als unumstößliche Tatsache angenommen wird - sind die Studien, die ja "sogar von Homöopathen durchgeführt wurden" (wobei hier wieder die Homöopathen als Gruppe angenommen werden, die obwohl sie selbst ihre Fehler ja schon zugegeben hat, trotzdem an ihrer irrigen Methode festhält). Nun ist die klassische Homöopathie aber eine sehr komplexe Individualtheraphie, d. h. es gibt z. B. kein "Schnupfenmittel". Zudem ist das Risiko eines Irrtums bei der Mittelwahl auch bei erfahrenen Homöopathen relativ hoch. Studien sind unter dieser Voraussetzung also sehr schwer durchführbar. Nun reduziert sich die Aussage des Artikels - abzüglich ihres missionarischen Eifers - aber auf die Aussage, dass mit einer Methode, die für die Nachweisbarkeit der Wirksamkeit von Homöopathie überwiegend ungeeignet ist, kein statistisch signifikanter Nachweis erbracht werden konnte - was nicht weiter überrascht. Darüber hinaus werden nur "die immer gleichen Parolen zusehends lauter in den Wald" gerufen: dass der homöopathische Wirkmechanismus (noch) nicht wissenschaftlich belegt werden kann, ist ja hinlänglich bekannt, dazu ist in der vorangegangenen Debatte schon viel gesagt worden.

Sven F (nicht überprüft)

Mi. 5 Sep 2018 - 23:19

Antwort auf von Marion Zimmermann (nicht überprüft)

Auf gut deutsch: Die Wirksamkeit lässt sich nicht belegen, aber ich habe trotzdem recht.

Nicht-Falsifizierbarkeit: Exakt das, was Pseudo-Wissenschaft auszeichnet.

Wie man nach der Lektüre der ausführlichen Schluss-Erklärung von Herrn Endruscheit immer noch einen solchen Stuss von sich geben kann, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben.

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