Kommentar

Papst Leo XIV.: Abtreibungen zerstören den Frieden

Leo XIV.
Papst Leo XIV.

Papst Leo XIV. hat den "Zerstörer des Friedens" identifiziert. Gemeint ist nicht Wladimir Putin, nicht das Leid in Gaza, Syrien oder im Iran – sondern der Schwangerschaftsabbruch. Mit drastischer Sprache greift das Oberhaupt der katholischen Kirche erneut ein Thema auf, das für ihn offenbar höher rangiert als reale Kriege, autoritäre Gewalt und millionenfaches menschliches Elend.

Als hätte die Welt derzeit nicht dringendere Probleme, inszenierte sich Papst Leo XIV. bei einer Audienz am vergangenen Samstag als kompromissloser Hardliner. Unter Berufung auf Mutter Teresa erklärte er, es könne keinen Frieden geben, solange der "Krieg der Menschheit gegen sich selbst" nicht beendet werde – womit er Abtreibungen meinte. Die logische Konsequenz aus dieser Haltung: Ein globales Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen – und schon herrscht Frieden? Willkommen in einer moralischen Gedankenwelt, die vielleicht ins Mittelalter passt, aber sicher nicht ins 21. Jahrhundert.

Frauenrechte, körperliche Selbstbestimmung, soziale Realität – all das spielt in dieser Argumentation keine Rolle. Stattdessen greift Leo XIV. auf die Worte Mutter Teresas zurück, die 1994 vor Mitgliedern von US-Senat und Repräsentantenhaus erklärte: "Jedes Land, das Abtreibung akzeptiert, lehrt sein Volk nicht zu lieben, sondern zur Gewalt zu greifen, um zu bekommen, was man wünscht. Das ist der Grund, warum Abtreibung der größte Zerstörer der Liebe und des Friedens ist."

Diese Aussage ist ebenso absurd wie radikal und entlarvend. Denn sie setzt medizinische Eingriffe, die oft aus Notlagen heraus erfolgen, mit Gewalt gleich – und blendet konsequent aus, was Abtreibungen in der Realität sind: Teil der Gesundheitsversorgung, Ausdruck individueller Gewissensentscheidungen und oft die einzige Möglichkeit, Leid zu begrenzen. Dass Mutter Teresa zugleich Empfängnisverhütung strikt ablehnte – selbst in Regionen extremer Armut – fügt sich nahtlos in ihre Grundüberzeugung. Eine Weltanschauung, in der moralische Prinzipien über die harten Realitäten des Lebens gestellt werden.

Besonders problematisch wird diese Haltung dort, wo kirchliche Dogmen ganz real in staatliche Strukturen hineinwirken. In Deutschland etwa geht die katholische Kirche juristisch gegen jene vor, die sie als "Zerstörer des Friedens" betrachtet. Der Fall des Gynäkologen Joachim Volz zeigt dies exemplarisch (siehe dazu auch den heutigen Artikel des hpd): Nach einer Krankenhausfusion untersagte ein katholischer Träger dem Arzt, weiterhin Schwangerschaftsabbrüche im Lippstädter Krankenhaus durchzuführen. Volz brachte sein Entsetzen treffend auf den Punkt: "Schluss mit religiösen Vorschriften in öffentlichen Krankenhäusern. Kirchliche Dogmen haben dort nichts zu suchen. Medizin braucht Herz und Verstand, keine Moralpredigt."

Der Papst spricht vom Frieden – meint aber Kontrolle. Kontrolle über weibliche Körper, über reproduktive Entscheidungen, über moralische Deutungsmacht. Dass ausgerechnet eine Institution, die über Jahrhunderte Gewalt legitimiert, Missbrauch vertuscht und autoritäre Strukturen verteidigt hat, sich heute als Hüterin des Friedens aufspielt, ist eine bittere Ironie. Die Kirche besitzt sicherlich keine Überlegenheit in moralischen Fragen.

Frieden entsteht nicht durch Verbote, Dogmen oder Schuldzuweisungen religiöser Art. Frieden entsteht durch soziale Sicherheit, Bildung, medizinische Versorgung und das Recht, über das eigene Leben selbst zu entscheiden. Wer Abtreibungen zum "größten Zerstörer des Friedens" erklärt, verharmlost reale Kriege und Eroberungspläne – und erklärt Frauen einmal mehr zum Schlachtfeld einer moralischen Ideologie.

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Kommentare (69)

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Roland Fakler (nicht überprüft)

Do. 5 Feb 2026 - 13:37

Tausend Jahre voll danebenliegen, das schafft nur katholische Tradition. Letztlich ist es genau umgekehrt: Durch die rigide katholische Sexualmoral, die auch künstliche Empfängnisverhütung verbietet, entstehen soviele Kinder, dass die Welt aus allen Nähten platzt. Die Ressourcen werden knapp, die Umwelt wird zerstört, die Zahl der Armen steigt und das wiederum führt zu Verteilungskämpfen und Kriegen.

A.S. (nicht überprüft)

Fr. 6 Feb 2026 - 12:18

Antwort auf von Roland Fakler (nicht überprüft)

Die Kirche will doch Krieg, denn dann sind erstens die Kirchen voll und zweitens kann sie Trost spenden. Um im Krieg bestehen zu können, braucht es viele Soldaten. So ergibt eins das andere.

Ja, es ist traurig aber wahr: Die Kirche hat immer Zulauf bekommen, wenn es den Menschen schlecht ging. Uns letzlich geht es ihr ja gar nicht darum, das Glück auf Erden zu schaffen, sondern möglichst viele Seelen für das himmlische Paradies zu gewinnen. Dort hat man nicht die irdischen Probleme mit Umeltzerstörung und begrenzten Resourcen.

Werner Blumenthal (nicht überprüft)

Do. 5 Feb 2026 - 13:38

Was soll das bringen, wenn jemand über den Katholischen Glauben schreibt, der Null - aber wirklich Null! - Verständnis für katholische Grundannahmen hat? Genau: Nichts. Ausser: "In the Ghetto", im Atheisten-Ghetto.

Klaus Weidenbach (nicht überprüft)

So. 8 Feb 2026 - 21:37

Antwort auf von Werner Blumenthal (nicht überprüft)

Katholische Grundannahmen sind Folgende: Es gibt ein immaterielles Wesen irgendwo im Universum, das eigentlich von Anbeginn aus drei Personen besteht (Gott Vater, Gott Sohn, Gott heiliger Geist). Dieser "Gott" (er ist allwissend, allmächtig und allgütig) hat das Universum geschaffen. Auf der Erde schuf er den Menschen nach seinem Bilde als Krone der Schöpfung und setzte ihn in einen Garten, genannt "Eden", zusammen mit allen Pflanzen und Tieren, aber auch mit krankmachenden, zum Teil tödlichen Viren, Bakterien, Pilzen, die dem Menschen bis heute Probleme bereiten. Leider hat diese "Krone" einen Konstruktionsfehler: der Mensch hat ein Gehirn zum eigenständigen Denken. Mit diesem Gehirn ausgestattet wollte er eine Frucht vom "Baum der Erkenntnis" essen, was ihm der Gott untersagt hatte. Wegen dieser Unbotmäßigkeit vertrieb ihn Gott aus dem Garten. Die katholische Kirche nennt das die Ursünde, die von den ersten Menschen (Adam und Eva) durch den Geschlechtsakt bis in die heutige Zeit immer weitergegeben wird, d.h. alle Menschen sind von der Zeugung an "Sünder". Weil "Gott" aber ein liebender Gott ist, will er seine Geschöpfe von der Sünde erlösen. Er zeugt mit einer Jüdin einen Sohn, der aber schon (s.o.) von Beginn an existierte. Diesen Sohn (den Messias) wollte er als (steinzeitliches) blutiges Menschenopfer von den Römern kreuzigen lassen.
Die Christenmenschen haben aber nicht daran gedacht, dass die wenigen sog. "Berichte" aus der Zeit den vermeintlichen echten Christusworten widersprechen: bei der "Erlösung" war nicht die ganze Menschheit gemeint. In Matthäus 10,5f sagte der "Gott Sohn" zu seinen Jüngern: "Geht nicht in die Häuser der Heiden. Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel". Der sog. "Missionsbefehl" (Matthäus 28,19f: ) ist wohl eine Fälschung aus späterer Zeit. Es gibt in der Theologie der katholischen Kirche so unglaublich viele Widersprüche, Ungereimtheiten, Wundergeschichten, die allesamt erfunden wurden wie die Märchen aus 1001 Nacht, orientalische Fabulierkunst halt. Wer im 21. Jahrhundert angekommen ist, kann nicht "glauben", dass zum Todeszeitpunkt des "Gottsohnes" der Tempelvorhang zerriss, ein Erdbeben Jerusalem erschütterte, sich Gräber auftaten, die Leichen von Heiligen durch Jerusalem wandelten. Alles nachzulesen in der Bibel bei Matthäus. Da die ersten drei Evangelisten voneinander abgeschrieben haben, findet man diese Märchen bei allen dreien.

A.S. (nicht überprüft)

Mo. 9 Feb 2026 - 15:30

Antwort auf von Klaus Weidenbach (nicht überprüft)

Die katholischen Grundannahmen sind bar jeder experimentellen Evidenz.
Ein wichtiges Kriterium experimenteller Evidenz ist die Reproduzierbarkeit.
Wurde der "Sohn Gottes" je reproduziert? Wurde die "Schöpfung" je reproduziert?

Die Religionen sind meiner Meinung nach Produkte menschlicher Fantasie, einzuordnen zwischen Darth Vader und Harry Potter.

Paul München (nicht überprüft)

Mo. 9 Feb 2026 - 18:59

Antwort auf von Klaus Weidenbach (nicht überprüft)

Katholische Grundannahme ist auch die Überzeugung, dass der Segen eines Priesters irgendetwas Positives bewirkt und dass die Speisung mit einer Oblate eine "Stärkung" sei.

Werner Blumenthal (nicht überprüft)

Di. 10 Feb 2026 - 12:09

Antwort auf von Paul München (nicht überprüft)

@ Paul München Wenn man dran glaubt, bewirkt der Sagen eines Priesters sicher etwas Positives. Atheisten würden das Phänomen wohl "Psychologie" nennen.

Jutta Behne (nicht überprüft)

Di. 10 Feb 2026 - 06:57

Antwort auf von Werner Blumenthal (nicht überprüft)

Die "katholischen Grundannahmen" wie Schöpfungsgeschichte, Jungfrauengeburt, Auferstehung von den Toten, Existenz von Himmel und Hölle, kennt eigentlich jeder...(bekommt mein Enkel schon im Ethikunterricht vermittelt - leider auf eine sehr unkritische Art).
Wirklich Null Verständnis hat der normale Mensch allerdings von den theologischen Nebelbomben, die gerne verstreut werden, um die Absurditäten des christl. Glauben zu vertuschen und ihn irgendwie doch noch glaubhaft erscheinen zu lassen.

Werner Blumenthal (nicht überprüft)

Di. 10 Feb 2026 - 12:12

Antwort auf von Jutta Behne (nicht überprüft)

@ Jutta Behne Ich halte es mit Pasolini: „Das Evangelium stellte mich vor folgendes Problem: Ich konnte es nicht wie eine klassische Geschichte erzählen, weil ich nicht glaube, sondern Atheist bin. […] Um das Evangelium erzählen zu können, musste ich mich daher in die Seele eines Gläubigen versenken. Das ist die indirekte freie Rede (le discours indirect libre): Einerseits ist die Handlung durch meine eigenen Augen gesehen, andererseits durch die Augen eines Gläubigen.“ zitiert aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Das_1._Evangelium_–_Matthäus

Klaus Bernd (nicht überprüft)

Do. 5 Feb 2026 - 13:50

Make Catholicism Great Again
Dieser Papst ist dabei, seinen Vorgänger an Populismus, absurden Metaphern und dummdreisten Beschuldigungen noch zu übertreffen. Man mag sich darüber streiten, ob die persönliche Diffamierung von Ärzten als „Auftragskiller“ oder die absurde pauschale Schuldzuweisung „Abtreibung zerstört den Frieden“ die größere Gemeinheit ist, dummdreist und nicht hinnehmbar sind beide.
Was Populismus betrifft wanzt er sich lieber an Spitzensportler, Filmstars und schließlich auch an einen deutschen Schnulzensänger ran statt sich mit dem französischen Staatspräsidenten auszutauschen. Fürchtet er etwa, dass dieser ihm die im Beitrag aufgezählten GUTEN Gründe für eine Abtreibung entgegenhalten könnte ?

[Anmerkung der Redaktion: Dass Macron aufgrund seiner Haltung zu Schwangerschaftsabbrüchen und Sterbehilfe keine Papstaudienz bekommen habe, stellte sich als Falschmeldung heraus: https://religion.orf.at/stories/3233870/]

Kürzlich erklärte er zum Thema Schriftauslegung in einer Generalaudienz man müsse „das Wort Gottes in einer Sprache (zu) verkünden, die die Herzen der Menschen erreicht.“ Wie man das, nur 1 Beispiel unter unglaublich vielen, für das Ersäufen fast der gesamten Menschheit bewerkstelligen könnte, verrät er leider nicht. In meinem Herzen erreichen diese Horror-Geschichten jedenfalls nur eins : Abscheu. Für die Geschichten selbst, für den angeblichen Gott und für die menschlichen Verkünder; insbeondere für die, die sie selbst kleinen Kindern als Tatsachen erzählen und KITAs nach ihrem Symbol, der Arche Noah benennen.

Vielen Dank für den Hinweis. Halte es auch nicht für wahrscheinlich, dass das die Begründung für das Nichtzustandekommen einer „Audienz“ (!) sein soll. Allerdings macht es einem die groteske Absurdität dieser Behauptung nicht leicht, das ganz auszuschließen. Wenn das nicht nur ein eben mal so rausgehauener dummer Spruch sein sollte, dann lautet die realpolitisch umzusetzende Forderung des Papstes: alle Staaten müssen nur die brutalst möglichen Gesetze gegen jede Form des Schwangerschaftsabbruchs verabschieden und schon kehrt der vor 2000 Jahren versprochene „Friede auf Erden“ ein.

Sie soll sich auch nicht ändern, sie soll sich auflösen! Eine freie kluge Menschheit braucht keine Lügner und Schwätzer, welche den Nachwuchs von Anfang an verdummt mit ihren Schauermärchen, die Bibel ist ein Sammelsurium von Grausamkeiten und dies soll das Buch der Bücher sein, jeder der diese schon einmal gelesen hat, dem sollten eigentlich die Augen geöffnet werden über diesen realitätsfernen Unsinn.

Guggemos, Walter (nicht überprüft)

Do. 5 Feb 2026 - 14:21

Zu den Worten von „Mutter Teresa“:
„Jedes Land, das Abtreibung akzeptiert, lehrt sein Volk nicht zu lieben, sondern zur Gewalt zu greifen, um zu bekommen, was man wünscht. Das ist der Grund, warum Abtreibung der größte Zerstörer der Liebe und des Friedens ist.“

Diese Aussagen sind an Übergriffigkeit kaum zu überbieten. Selbst einer brutal vergewaltigten Frau das Austragen einer Schwangerschaft aufzwingen zu wollen, hat weder mit Menschlichkeit noch mit „Mütterlichkeit“ etwas zu tun.

Als Vertreterin eines klassischen, streng katholischen und stark leidenspositiven Weltbildes spielte Selbstbestimmung für sie offenbar keine Rolle. Entscheidend war für sie nicht das Wohlergehen der Betroffenen im Hier und Jetzt, sondern allein die vermeintliche „Erlösung“ nach dem Tod.

Ich empfinde es als äußerst bedrückend, dass ein Papst auch heute noch in solchen Kategorien denkt.

GeBa (nicht überprüft)

Do. 5 Feb 2026 - 14:57

Der letzte Satz diese guten Artikels sagt genau was Sache ist und was die Prioritäten der Kirche sind, weltenferner kann man kaum sein als der Vatikan.

Gerhard Lein (nicht überprüft)

Do. 5 Feb 2026 - 16:34

Da fragt mensch sich, wie bekennende Katholiken öffentlich für diese hahnebüchenen Einstellungen/Aussagen ihres StellvertreterGottes und seiner Organisation noch einstehen können. Müsste sie das nicht mehr noch als nur verlegen machen,

Nein, müssen sie nicht, für katholische Menschen ist der Papst die höchste Instanz und die
hat immer recht, egal was für einen Schwachsinn dieser von sich gibt.
Eine Organisation wie die katholische Kirche, darf auch ungestraft sich an Kindern vergreifen
und je mehr es davon gibt, desto größer ist die Auswahl.

A.S. (nicht überprüft)

Do. 5 Feb 2026 - 18:30

Was die Kirche so alles behauptet...
Wie der Islam will auch die katholische Kirche "Frieden" durch Unterdrückung.

Die religiösen Führer sind es doch, die Krieg gegen die Menschheit führen. Siehe Kyrill I., die Mullahs, die jüdischen Ultras, die Jihadisten.

Die Strategie ist durchschaubar: Zur Ablenkung von dem, was man selber tut, wirft man es anderen vor.

Die Kirche wirft den "Kapitalisten" vor, sie würden die Menschen ausbeuten. So wird davon abgelenkt, dass die Kirche selber Menschen in ganz großem Stile ausbeutet. Womit ich kapitalistische Ausbeutung nicht leugnen will. Die gibt es schon auch.

David Guerrero (nicht überprüft)

Do. 5 Feb 2026 - 20:43

Lieber Artikelhersteller
Fragen Sie mal die Frauen die Abtreibungen durchgeführt haben in was für einen traumapsychologischen Zustand sie sich versetzt haben. Die Abtreibung ist der größte Genozid unserer Menschheitsgeschichte und Sie verharmlosen es mit dem Etiketten ,,Selbstbestimmung''. Wenn wir die Anzahl der bisherigen Abtreibungen zusammen addieren, dann sind dabei mehr Menschenleben umgekommen als im 1. Und 2 Weltkrieg zusammen. Schämen sollte Sie sich für diesen Artikel.

GeBa (nicht überprüft)

Fr. 6 Feb 2026 - 17:45

Antwort auf von David Guerrero (nicht überprüft)

Da haben die Kriege welche die Kirchen angezettelt haben wesentlich mehr Menschen getötet als es durch die Abtreibung von noch nicht geborenen Lebewesen in all den Jahrhunderten.
Versuchen Sie doch einmal logisch darüber nachzudenken werter Herr Guerrero.

Ihr Argument ist vielerlei Hinsicht einfach nur dumm.

1.Seit wann werden Abtreibungen durchgeführt? Ca Anfang des 18. Jhd. Seit wann existiert die Kirche. Seit 2000 Jahren.

2. Zeigen Sie mir historisch auf wo die katholische Kirche wutwillig aus Hass Menschen ermordert hat. Argumente wie Hexenverbrennung sind einfach nur Quatsch weil sie hauptsächlich von Protestanten durchgeführt wurden. Die Kreuzzüge wurden veranlasst um die Pilger nach Jerusalem zu beschützen.
Jährlich werden in Deutschland um die 100.000 Kinder durch Abtreibung getötet. Zeigen Sie mir historisch wo die katholische Kirche jährlich 100.000 Menschenleben vernichtet hat.

Wenn Sie doch Abtreibung so verharmlosen dann gehen Sie doch zu ihrer Mutter und sagen Sie ihr dass es für Sie kein Problem gewesen wäre, wenn Ihre Mutter Sie abgetrieben hätte. Mal schaun wie Ihre Mutter darauf reagiert.

Das geht leider nicht, ich bin jetzt im 80sten Lebensjahr und meine Mutter lebt schon lange nicht mehr, diese hat damals auch 2 Abtreibungen gemacht, aus Armutsgründen, dies werden Sie sicher nicht verstehen junger Mann.

Lila Farfalla (nicht überprüft)

Mo. 9 Feb 2026 - 11:02

Antwort auf von David Guerrero (nicht überprüft)

Lieber Kommentarhersteller,
das sog. psychologische Trauma nach Abtreibungen, das Frauen angeblich ereilen soll, ist ein längst widerlegter Mythos. Traumatisierung geschieht viel mehr durch Stigmatisierung und durch Tabuisierung durch die Umwelt induziert. Es gibt eine Reihe von Frauen, die mit ihrer Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch sehr gut leben, da es für sie die richtige Entscheidung war.

LIla Farfalla (nicht überprüft)

Di. 10 Feb 2026 - 15:32

Antwort auf von Lila Farfalla (nicht überprüft)

Lieber Kommentarhersteller, es genügt eine kurze Googlesuche bzw. ein Wikipedia-Artikel, um herauszufinden, dass ein Post-Abortion-Syndrom nicht existiert. Zitat aus Wikipedia: "Mit dem Ausdruck Post-Abortion-Syndrom (PAS, von engl. „post abortion“ – „nach dem Schwangerschaftsabbruch“), sowie mit den Synonymen Post-Abortion-Stress (PAS) oder Post-Abortion-Stress-Syndrom (PASS), wird ein angebliches psychisch-emotionales Syndrom als Folge eines Schwangerschaftsabbruchs behauptet.

Das „Post-Abortion-Syndrom“ wird weder in der ICD der Weltgesundheitsorganisation noch im DSM der American Psychiatric Association als Störung klassifiziert.[1] In der Wissenschaft ist die Existenz eines Post-Abortion-Syndroms nicht anerkannt.[1][2][3][4][5][6]" An den Zahlen sehen Sie, dass dem Artikel reichlich Quellen aus der wissenschaftlichen Literatur angefügt sind.

Jutta Behne (nicht überprüft)

Di. 10 Feb 2026 - 07:16

Antwort auf von David Guerrero (nicht überprüft)

Sie verharmlosen hier praktisch den größten Genozid unserer Menschheitsgeschichte, nämlich die Judenvernichtung der Nazis - ist Ihnen das entgangen?

10-20 Prozent der Schwangerschaften enden von Natur aus durch eine Fehlgeburt. Was ist da los - hat der liebe Gott es sich in diesen Fällen anders überlegt... oder wie ist da die theologische Erklärung der kath. Kirche?

David Guerrero (nicht überprüft)

Di. 10 Feb 2026 - 12:27

Antwort auf von Jutta Behne (nicht überprüft)

Sie verharmlosen den Genozid der Abgetriebenen Kinder. Ist Ihnen das bewusst? Jährlich 100.000 unschuldige Kinder werden in Deutschland ermordert. Weltweit liegen wir bei 70 Millionen !!! Während dem Holocausts wurden 6 Millionen Juden ermordert. Welche Zahl ist höher? 6 oder 70?

Beim Fötus verbinden sich Sinnesnerven mit der Hirnrinde erst in der 25.Woche, was Voraussetzung für eine rudimentäre Bewusstseinsform ist (der Schwangerschaftsabbruch ist nur bis zur 12. Woche erlaubt) - wie können Sie das mit einen Menschen vergleichen, der ein volles Bewusstsein hat...?

Wie ist denn nun die theologische Erklärung dafür, dass 10-20% der Schwangerschaften in den ersten Monaten auf natürliche Art abgebrochen werden?

David Guerrero (nicht überprüft)

Mi. 11 Feb 2026 - 07:24

Antwort auf von Jutta Behne (nicht überprüft)

weshalb ist der Bewusstsein entscheidend dafür ob ein Mensch lebenswürdig ist oder nicht? Nach Ihrer Theorie könnte ich jeden Menschen der im Koma ist oder einfach bewusstlos da liegt einfach umbringen. Was ist das für eine menschenverachtende Haltung?! Auch wenn ein Fötus noch kein Bewusstsein hat ist es trotzdem ab dem Moment der Befruchtung ein entstandenes Leben!

Ich weiß nicht weshalb Sie nach einem Theologischen Hintergrund fragen wo ich eh vermute das sie eh nicht an einen Gott glauben aber seit der Ursünde von Adam und Eva ist der Mensch verflucht. Die Ursünde ist der Ursprung allen Übel und Krankheiten und somit auch von Kinder die in den ersten Wochen versterben. Das hat nichts damit zu tun das Gott sich das anders überlegt hat sondern weil der Mensch gesündigt hat.

Genauso könnten Sie sagen ,,wenn es einen Gott geben würde dann würde es doch keine Krankheiten und Leiden existieren''. Und da ist Ihr Denkfehler. Nicht Gott hat sich gegen uns gewendet sondern wir von ihm.

Paul München (nicht überprüft)

Mi. 11 Feb 2026 - 12:14

Antwort auf von David Guerrero (nicht überprüft)

Herr Edler, sind Sie es unter neuem Namen? Ihre "Argumentation" kommt mir von früher so bekannt vor.

Das mit der "Ursünde" ist nur einer von vielen hilflosen Erklärungsversuchen für Krankheiten. In manchen Weltgegenden z.B. wurde Nachbarn der "böse Blick" unterstellt als Krankheitsursache. - Bis die medizinische Forschung, die von der Kirche behindert wurde, die wahren Ursachen entdeckte.

Genauso verhält es sich mit Naturkatastrophen, früher dachte man, dass Gott seinen Zorn auf diese Weise auslebt.

Dass der erste Absatz Ihres Kommentars völlig daneben ist mit einem bewusstlosen Menschen, bedarf keiner weiteren Erörterung.

Jutta Behne (nicht überprüft)

Mi. 11 Feb 2026 - 14:56

Antwort auf von David Guerrero (nicht überprüft)

"...aber seit der Ursünde von Adam und Eva ist der Mensch verflucht. Die Ursünde ist der Ursprung allen Übel und Krankheiten..." schreiben Sie. Da hab ich doch noch zwei Fragen:

Gläubige glauben oft, Gott habe bei Überwindung eines Übels/ Leiden geholfen...macht das Gott Ihrem Glauben nach trotz der Verfluchung ab und zu mal oder bilden sich die Gläubigen die göttliche Hilfeleistung nur ein?

Auch durch Naturkatastrophen entsteht Leid: hat Gott diese extra gemacht, um den Menschen noch mehr leiden zu lassen?

Ich glaube tatsächlich nicht an einen Gott; da sich aber Religion auch in das Leben Nichtgläubiger einmischt, interessiere ich mich halt für theologische Aspekte.

zu Ihren ersten Frage:
Durch Gottes Gnade und seinen Engeln und Heiligen möchte Gott sich durch unser Leiden sich offenbaren. Das hängt ganz allein von uns ab wie wir uns zu Gott positionieren.

zu ihren zweiten Frage:
Auch die Naturkatastrophen sind eine Folge der Ursünde.

Wenn Sie sich mit Religion beschäftigen ist es sehr gut. Sie sind auf dem besten Weg. Selbst der Atheismus ist eine Religion. In den ganzen Auswahlmöglichkeiten gibt es aber nur eine objektive Wahrheit und nur eine wahre Religion. Und sie ist nicht subjektiv. Machen Sie sich auf die Suche danach.

Paul München (nicht überprüft)

Mi. 11 Feb 2026 - 21:19

Antwort auf von David Guerrero (nicht überprüft)

Der Atheismus ist KEINE Religion, sondern die Negation jeglicher(!) Religion, genauso wie "keinen Sport treiben" keine Sportart ist.

David Guerrero (nicht überprüft)

Do. 12 Feb 2026 - 15:41

Antwort auf von Paul München (nicht überprüft)

Doch weil der Atheismus auch eine Glaubenslehre beinhaltet. Und zwar GLAUBT ihr das es keinen Gott gibt. Und das ist auch eine Religion bzw eine Ideologie.

Wenn es Gott/Götter gäbe, dann hätte der "einzig wahre" schon längst dafür gesorgt, die in den Köpfen Andersgläubiger vorhandenen Vorstellungen zu korrigieren, denn laut Bibel ist er ja ein "eifersüchtiger". Jahrhundertelang ist nichts derartiges geschehen, das ist für sich allein bereits der Beweis, dass es keine(!) Götter gibt.

David Guerrero (nicht überprüft)

Mo. 16 Feb 2026 - 13:10

Antwort auf von Paul München (nicht überprüft)

Deine Vorstellung wie ein Gott zu funktionieren hat entspricht nicht dem den du dir vorstellst. Er hat dir und allen anderen Menschen einen freien Willen gegeben. Sonst wärst du einfacher nur Sklave. Aber gut. Bleibt bei eingeschränkten Gottesvorstellung. Vorallem wenn du schon von Götter sprichst zeigt es mir dass du von Theologie und Philosophie absolut keine Ahnung hast weil der Polytheismus absolut gar keinen Sinn macht.

Paul München (nicht überprüft)

Mo. 16 Feb 2026 - 20:59

Antwort auf von David Guerrero (nicht überprüft)

"Polytheismus absolut gar keinen Sinn macht" - sagen Sie das doch mal denjenigen Menschen, die an mehrere Götter glauben. Und selbstverständlich kann ich Gott keine Vorschriften machen, wie er "zu funktionieren hat", wie Sie es formulieren. Für einen eifersüchtigen - laut Bibel(!) - wäre es eben die logische Vorgehensweise, und "zusätzlicher Effekt": es gäbe keine Religionskriege mehr!

Ahnung von Theologie, darauf verzichte ich gerne, wie ich auch auf Ahnung von Astrologie verzichte, denn beides ist Humbug, wie man durch relativ kurzes Nachdenken erkennen kann - wenn man will und sich rationalen Argumenten nicht verschließt.

Jutta Behne (nicht überprüft)

Do. 12 Feb 2026 - 13:38

Antwort auf von David Guerrero (nicht überprüft)

Meine zweite Frage haben Sie praktisch mit "Ja" beantwortet - sehe ich das richtig?
Mit der Antwort der ersten Frage komme ich nicht klar - welche von meinen beiden Vermutungen trifft zu?

Die "Suche" habe ich abgeschlossen.
Man sagt immer, die Theodizee-Frage sei der Fels des Atheismus; viel mehr ist es aber die blutige Geschichte der Religionen.

Ich würde genauso wieder antworten wie ich es davor auch gemacht habe.

Sie sollten an Ihrer Fragestellung etwas arbeiten da Sie mir nur eine a oder b Antwortmöglichkeit gegeben haben und beide Antwortmöglichkeiten nicht richtig sind.

Jutta Behne (nicht überprüft)

Fr. 13 Feb 2026 - 09:02

Antwort auf von David Guerrero (nicht überprüft)

"Durch Gottes Gnade und seinen Engeln und Heiligen möchte Gott sich durch unser Leiden sich offenbaren. Das hängt ganz allein von uns ab wie wir uns zu Gott positionieren."

Sie sollten vielleicht an Ihren Antworten arbeiten. Diese Ihre Antwort auf meine recht einfache Frage (also ob Gott nun manchmal doch helfend eingreift, obwohl er Leid zwecks Strafe ja möchte oder ob sich die Gläubigen die göttliche Hilfe nur einbilden) ist das, was ich theologische Nebelbombe bezeichnen würde.

David Guerrero (nicht überprüft)

Fr. 13 Feb 2026 - 16:41

Antwort auf von Jutta Behne (nicht überprüft)

Wie gesagt...Sie geben mir nur eine a oder b Antwortmöglichkeit.
Es ist wie wenn Sie mich fragen würden ,,hat eine Katze 4 oder 6 Ohren?'' Keins von beidem stimmt.

Die Kirchen haben in den tausenden von Jahren ihrer Existenz wesentlich mehr als 70 Millionen erwachsene und geborene Kinder ermordet, so sieht das in der Realität aus.

Udo Endruscheit (nicht überprüft)

Fr. 6 Feb 2026 - 02:08

Und erneut zeigt sich: Ihr, die ihr auf neugewählte Päpste schaut und hofft, dass sich in ihnen eine Restvernunft manifestieren könnte, lasst alle solche Hoffnung fahren.

Werner Blumenthal (nicht überprüft)

Fr. 6 Feb 2026 - 17:13

Antwort auf von Udo Endruscheit (nicht überprüft)

@ Udo Endruscheit Als Autor des Humanistischen Pressedienstes wie Sie, würde ich mir schon genau überlegen, mit was ich in die Öffentlichkeit trete: Sicher nicht mit so einer billigen Polemik - "Restvernunft" ...

Den neuen Papst kann ich noch nicht einschätzen, Papa Francesco hat sicher Verdienste, zum Beispiel »Laudato si’« – hat jemals jemand so Ökologie und Soziales verbunden?

Nach philosophischen Kriterien bin ich Angostiker und halte alle Religionen für Menschenwerk.
Die religiösen Führer halte ich für Lügner, für Hochstapler.
Die zentralen Lügen sind:
1. Die Lüge, Ahnung von Gott zu haben.
2. Die Lüge, dass Religion von Gott käme.
3. Die Lüge, dass genau ihr Gott der einzig wahre sei.
4. Die Lüge, dass sie Gottes Willen kennen und verkünden würden.

Richtig ist meiner Meinung nach, dass die religiösen Führer sich Götter erfunden haben, die Religionen das Werk von Priestern und Theologen sind und dass die religiösen Führer ihren eigenen Willen als den Willen Gottes ausgeben. Hölle und Paradies sind ebenfalls Erfindungen von religiösen Führern.

So sehe ich die Religionen, die Priester und die Gläubigen und aus dieser Perspektive heraus kommentiere ich auch.
Gläubige sind meiner Meinung nach Dummköpfe, weil sie die Lügen der Priester glauben und auch noch stolz darauf sind.

Ich kenne viele Gläubige, die hoch anständige Menschen sind. Die Lügner sitzen in der
Chefetage.

Hinweise in eigener Sache:
1.) Ich habe Abitur in einer Klosterschule gemacht.
2.) Agnostiker und Atheisten haben keine Götter, die zu Kriegen aufrufen und zum Mord an Gläubigen.

Werner Blumenthal (nicht überprüft)

Di. 10 Feb 2026 - 21:14

Antwort auf von A.S. (nicht überprüft)

"Nach philosophischen Kriterien" sagen Sie Nichts.

Schwätzen hat nichts mit Philosophie zu tun, Hass nichts mit Humanismus.

A.S. (nicht überprüft)

Mi. 11 Feb 2026 - 10:09

Antwort auf von Werner Blumenthal (nicht überprüft)

Ich hasse nicht.
Ich mag nur nicht belogen werden.
Und ich mag nicht, dass uns Religion in der Schule indoktriniert wird.

Was mich vor einigen Jahren auf die Palme gebracht hat, war der Quatsch vom "antimuslimischen Rassismus" und die Reaktion der deutschen Politik auf die islamistischen Anschläge in Paris, Charlie Hebdo und Bataclan.

Seither kämpfe ich aktiv gegen ALLE Religionen. Vorher waren sie mir egal.

Werner Blumenthal (nicht überprüft)

Mi. 11 Feb 2026 - 20:31

Antwort auf von A.S. (nicht überprüft)

@ A.S., Zitat: «der Quatsch vom "antimuslimischen Rassismus»: was ist an Rassismus gegen Muslime "Quatsch"? Kommen Sie jetzt bitte nicht mit: "Muslime sind keine Rasse ..." das ist so doof, und wurde trotzdem wiederholt beim hpd gebracht.

Ihre Kommentare sind von Hass geprägt. Das können Sie tausendmal in Abrede stellen.

Religion hat nichts mit Rasse zu tun. So lautet das Argument.
Rasse, sofern überhaupt existent, ist angeboren.
Religion wird uns von klein auf indoktriniert.

Die Frage, ob Religion angeboren oder indoktriniert ist, muss diskutiert werden dürfen.

Ich leugne nicht, dass es Rassismus gibt.

Meiner Meinung nach wurde die Vokabel vom "antimuslimischen Rassismus" erfunden, um uns Bürger in demagogischer Absicht zu einem Kategorienfehler zu verleiten.

Jutta Behne (nicht überprüft)

Mi. 11 Feb 2026 - 10:28

Antwort auf von A.S. (nicht überprüft)

"Gläubige sind meiner Meinung nach Dummköpfe, weil sie die Lügen der Priester glauben...."

So einfach ist das nicht. Viele Gläubige sind nicht dumm, sie brauchen aber den Glaube, dass da jemand ist, der hilft; und sie brauchen die Hoffnung, dass mit dem Tod nicht alles vorbei ist, um mit den Widrigkeiten des Lebens klar zu kommen. Schade, dass die Menschheit diesen billigen Trost noch benötigt - aber eben gut für Leute, die über andere herrschen wollen.

Und genau das tun die Kirchen, über ihre Schäfchen herrschen und Reichtum generieren,
daß es Menschen gibt, welche nicht wahrhaben wollen, daß sie eines Tages nicht mehr leben
und sich deshalb an die Phrasen der Pfaffen klammern, ist ein Armutszeugnis der Gläubigen,
welche einfach die Realität negieren und hartnäckig an den Märchen der Kirchen festhalten.

@ Jutta Behne "Schade, dass die Menschheit diesen billigen Trost noch benötigt" Und Sie brauchen gar keinen "Trost"? Liegt das vielleicht daran, dass das "Nichts" - nach dem Tod - für Sie nur ein abstrakter Gedanke ist?

Wenn wer schon einmal tot war, reanimiert wurde, und danach (ziemlich) sicher weiß, dass da nichts ist, ist das alles nicht mehr so "billig". Vor allem, wenn wer eben nicht gläubig ist. Der Humanismus hat darauf keine Antworten.

Lieber keine Antworten als zusammengelogene Antworten.
Nicht-Wissen zugeben ist ehrlich.
Wunschdenken als "Wahrheit" zu verkaufen ist Betrug.
Schauen Sie in die Geschichte, Herr Blumenthal: Ablaßhandel. Das war Betrug.

Die Kirche basiert auf dem Betrug mit dem "Ewigen Leben im Paradies".
Wenn Kriegern versprochen wird, das Ewige Leben würde auf sie warten und Gott würde sie fürs Menschenmorden reich belohnen (z.B. mit Jungfrauen), dann ist das kein Trost sondern arglistige Täuschung.

Jutta Behne (nicht überprüft)

Do. 12 Feb 2026 - 07:25

Antwort auf von Werner Blumenthal (nicht überprüft)

Das "Nichts" nach dem Tod ist genau wie das "Nichts" vor der Geburt. Es ist nichts Schlimmes. Natürlich ist der Gedanke, die Welt wieder verlassen zu müssen und nicht mehr zu existieren nicht schön und erst mal eine Zumutung, aber es ist nun mal so. Sich damit abzufinden, dass alles endlich ist (und nicht auf jenseitige Spekulationen bezüglich eines ewigen Lebens zu hoffen) - das ist die humanistische Antwort. Und die ist tröstlicher, als der Glaube, möglicherweise in einer Hölle zu landen, wo man ewig gequält wird (den Himmel stelle ich mir stink-langweilig vor - ewig nur Friede-Freude-Eierkuchen...wäre also auch nicht besser bzw. tröstlicher).

@ Jutta Behne Sie werden es auch selber wissen, dass Ihre Antwort ein humanistischer Allgemeinplatz ist. Eine vermeintliche Vernunft, die verhindert, überhaupt erst echte, ernstgemeinte Fragen stellen zu können.

"Natürlich ist der Gedanke, die Welt wieder verlassen zu müssen und nicht mehr zu existieren nicht schön und erst mal eine Zumutung, aber es ist nun mal so ..." Passen Sie gut auf, dass das Kunstwerk Sie nicht beisst: "The Physical Impossibility of Death in the Mind of Someone Living" https://de.wikipedia.org/wiki/The_Physical_Impossibility_of_Death_in_the_Mind_of_Someone_Living

"den Himmel stelle ich mir stink-langweilig vor - ewig nur Friede-Freude-Eierkuchen" - und keiner weiß, welches Hobby man dort noch pflegen kann, ob soetwas überhaupt noch möglich ist. Aber nein, man muss ja dann ohne Unterlaß "Gott schauen von Angesicht zu Angesicht", also in alle Ewigkeit, wie langweilig und eintönig!

Roland Fakler (nicht überprüft)

Fr. 6 Feb 2026 - 12:56

Info: Ich bin lange davon ausgegangen, dass das absolute Abtreibungsverbot der katholischen Kirche zeitlos und selbstverständlich sei. Erst die Beschäftigung mit den historischen Quellen hat mir gezeigt, wie trügerisch diese Annahme ist. Zwar wurde Abtreibung im Christentum von Beginn an moralisch abgelehnt, doch ein durchgehend absolutes Verbot existierte über viele Jahrhunderte nicht. Die Kirche übernahm antike Vorstellungen einer verzögerten Beseelung des Fötus und unterschied entsprechend zwischen früher und später Abtreibung.
Erst im 19. Jahrhundert, genauer 1869, wurde diese Differenzierung aufgegeben. Das heutige strikte Verbot ist das Ergebnis einer kirchlichen Entscheidung – nicht einer durchgehenden, unveränderten Tradition.

Klaus Weidenbach (nicht überprüft)

So. 8 Feb 2026 - 21:56

Antwort auf von Roland Fakler (nicht überprüft)

Vor 1869 war die "Sukzessivbeseelung" des Embryos die gängige Glaubensvorstellung der Kirchen, wobei noch unterschieden wurde zwischen einer männlichen "Beseelung" bis zur 12. Woche, die weibliche erst bis zur 20. Woche. Da fragt man sich doch, warum? War der männliche Embryo besser als der weibliche? Oder war die weibliche Seele komplizierter herzustellen? Wie kam dieser Sinneswandel, die göttliche Eingebung, zu Papst Pius IX? Oder brauchte die Kirche wieder mehr "Gläubige", im Verbund mit den weltlichen Staaten wieder mehr Soldaten? Die Günde sind wohl nicht vollständig erforscht, das hält man auch lieber unter der Decke.

GeBa (nicht überprüft)

Mi. 11 Feb 2026 - 16:27

Antwort auf von Klaus Weidenbach (nicht überprüft)

Die Kirchen handeln immer so wie es ihnen in den Kram passt, ein befestigte Meinung dazu
ist in keiner Weise zu erkennen, es wird geh nach Gusto bestimmt und gehandelt.

Diekmannn Heiko (nicht überprüft)

So. 8 Mär 2026 - 08:16

Das Problem entsteht, weil Menschen die nicht an einen leben gebenden Gott glauben sich als Eigentümer ihres Lebens sehen, wobei ein Gläubiger Mensch sich nur als Besitzer sieht.
Ein Mieter ist der Besitzer der Wohnung. Der Vermieter der Eigentümer.
Der Dieb ist der Besitzer einer gestohlenen Sache, der dem es gestohlen wurde ist der Eigentümer.
Wenn Gott das Leben geschenkt hat, darf keiner Gott ins Gesicht spucken und das Leben nehmen. (Die zehn Gebote: du sollst nicht töten.)
Das Problem zeigt sich auch bei selbstbestimmtes sterben oder beim Dienst im Militär.
Gott hat das Leben gegeben, ich darf mich nicht selbst töten.
Wer Soldat wird, dem steht die Regierung eine Religion zu Seite, um dem Soldaten zu erklären dass es Gottes Wille ist das er einen Gegner tötet.

Ralf Nestmeyer

Der Autor ist Historiker und Schriftsteller (zu seiner Website geht es hier). Er hat zahlreiche Reiseführer, Sachbücher und Krimis geschrieben und gehört zu den Gründungsmitgliedern von PEN Berlin.

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