Heilpraktiker(un)wesen unter Druck der Politik

Die Politik sieht Handlungsbedarf bei der Berufsgruppe der rund 46.000 HeilpraktikerInnen in Deutschland. Der bevorstehende Prozess gegen Klaus R. wegen des Todes von drei Krebspatienten hat die Frage aufgeworfen: Ist er Ausdruck eines Systemfehlers? GesundheitspolitikerInnen der Parteien im Bundestag fordern nun Reformen bis hin zum Auslaufen des Heilpraktiker(un)wesens.

Mit dem Einzelfall rückt eine ganze Berufsgruppe in Verruf. Dem Heilpraktiker Klaus R. wird von der Staatsanwaltschaft die intravenöse, zudem zu hoch dosierte Verabreichung von "in ihrer Qualität erheblich geminderten Arzneimitteln" vorgeworfen, was ursächlich zum Tod von drei seiner PatientInnen führte. Er unterhielt ein "Biologisches Krebszentrum". Sein Prozess beginnt ist am 29. März vor der zweiten großen Strafkammer des Landgericht Krefeld.

Der Systemfehler beim Heilpraktikerberuf

Wie mehrfach berichtet, gibt es keine vorgeschriebene staatliche Ausbildung zum Heilpraktiker. Es reicht der Hauptschulabschluss und das Bestehen eines Multiple-Choice-Tests sowie einer mündlichen Prüfung beim Gesundheitsamt der Stadt beziehungsweise beim Amtsarzt. Über dieses Problem wird seit längerem diskutiert und gestritten. Mitte 2017 machte der "Münsteraner Kreis" Schlagzeilen. Darin sprachen sich 17 WissenschaftlerInnen für die Abschaffung des Berufsbildes in der bisherigen Form aus. Als Grund gaben sie das "Missverhältnis von Qualifizierung und Befugnissen der Heilpraktiker" an.

Nun haben auch Gesundheitspolitiker im Bundestag das Heilpraktiker-Wesen infrage gestellt. "Persönlich befürworte ich ein Auslaufen der staatlichen Erteilung der Heilpraktiker-Erlaubnis", sagte die FDP-Abgeordnete Katrin Helling-Plahr der Welt. Die Heilpraktiker-Lobby beobachtet die Entwicklung mit zunehmender Sorge. Einer umfassenden Reform, so Ursula Hilpert-Mühlig, Präsidentin des Fachverbandes Deutscher Heilpraktiker, bedürfe es nicht. Schon jetzt sei das Niveau der Zulassungsprüfung hoch – das zeigten die "hohen Durchfallquoten".

Fraktionen uneinig wie weit Reform gehen soll

Das weitestgehende Verständnis zeigt Karin Maag (CDU), gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, die betont, dass die meisten Heilpraktiker ihren Beruf "sehr verantwortungsbewusst" ausführten. "Daher muss die Existenzgrundlage dieser freien und selbstständigen Heilpraktiker gesichert bleiben." Allerdings strebe die Fraktion etwa "einheitliche Kriterien der Berufsausübung" an.

Laut der Abgeordneten Kordula Schulz-Asche, Gesundheitsexpertin der Grünen, dürften zwar Heilpraktiker "nicht generell als Scharlatane" darstellt werden. "Im Sinne des Patientenschutzes ist es jedoch vernünftig, das Heilpraktikergesetz zu reformieren. Vorgaben etwa zu Dokumentationspflichten und Weiterbildung sollten zur besseren Qualitätssicherung bundesweit verbindlich gemacht werden." Auch solle überlegt werden, "bestimmte Verfahren wie etwa invasive Eingriffe einzuschränken". Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ließ bereits einen Gesetzentwurf erarbeiten, mit dem die Herstellung von bestimmten Medikamenten und die Entnahme sowie Verabreichung von Gewebe eingeschränkt werden soll.

Bereits im vorigen Jahr hatten die Gesundheitsminister der Länder eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, um das Heilpraktikerwesen neu zu organisieren und damit den Schutz der Bevölkerung sicher zu stellen. Die Leitung hat die Hamburger Gesundheitsbehörde, die verlauten ließ: "Es ist nicht nachzuvollziehen, dass Heilpraktiker ohne geregelte Ausbildung schwerwiegende Erkrankungen behandeln oder Arzneimittel herstellen dürfen, während andere Gesundheitsberufe mit erheblichen Qualifikationsanforderungen geregelt sind."

Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Gesetzgeber zwar dringenden Reformbedarf sieht, aber die Fraktionen sich bezüglich einer Neuregelung uneins sind.

Vorstoß der AfD bereits 2018

Nicht unerwähnt bleiben soll, dass 2018 Axel Gehrke, gesundheitspolitische Sprecher der AfD im Bundestag mit einem Vorschlag für Aufregung bei Deutschlands Heilpraktikern gesorgt hatte: Der von der Partei angestrebte Gesetzentwurf sah vor, ihren Beruf zum Facharzt hoch zu stufen – womit die herkömmlichen Heilpraktiker vom Markt verschwinden würden ("Qualifizierungslösung").

Die AfD wies darauf hin, dass der Heilpraktikerberuf eine 1939 gesetzlich umgesetzte Erfindung der Nationalsozialisten gewesen sei. Vor allem aber führte sie als Begründung die damals neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union an. Diese sähe vor, dass Patientendaten nur von Gesundheitsberufen verarbeitet werden dürfen, die ihre Berufsausbildung mit einem Staatsexamen abgeschlossen haben. Da Heilpraktiker lediglich eine nichtstaatliche Prüfung vor dem Amtsarzt ablegen, sei ihre Berechtigung zur Datenverarbeitung nicht gegeben.

Kommentare (83)

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Do. 21 Mär 2019 - 12:49

Richtig so. Und die H'pathie gleich mit auf den Prüfstand.

Claudia (nicht überprüft)

So. 24 Mär 2019 - 17:07

Antwort auf von Hans Trutnau (nicht überprüft)

Dann haben Sie vielleicht nicht die passende Therapie gehabt oder richtigen Therapeuten. Ich kann Ihnen nur sagen, dass kein Arzt meine Symptome ernst genommen hat und es mir seit Jahren schlecht ging. Viel ausprobiert und jetzt endlich Hilfe bekommen, weil ein Heilpraktiker die Ursache gefunden hat. Die die Schulmedizin nicht mal in Erwägung gezogen hat genau zu untersuchen. Es kann ja nur Einbildung sein, wenn Sie nix finden. Wer heilt, hat Recht!

Hier sieht man das sie keine Ahnung haben! Sollten die Ärzte mal auf dem Prüfstand bei 140000 Toden durch Ärztliche Kunstfehler.

Mein lieber Herr Rose,
erstmal: Woher haben Sie die zahl 140 000? Und gehen nicht weitaus mehr Menschen zu Ärzten als zu HP? Also muss die Fehlerquote bei den Ärzten zwingend höher liegen. Schließlich gehen zu HP fast nur Gesunde. Und zu Ärzten aus Sterbenskranke. Da Ärzte Menschen sind, unterlaufen ihnen Fehler. Sien Sie, Herr Rose, unfehlbar? Und, mal ehrlich, wenn sich Ihr Kind vergiftet hat, schicken Sie es in die Heilpraktiler-Notaufnahme?

Timo Ollech (nicht überprüft)

Mo. 25 Mär 2019 - 16:50

Antwort auf von Christof Sperl (nicht überprüft)

Es scheint gar nicht so einfach zu sein, belastbare Zahlen zu finden. Wikipedia schreibt über Behandlungsfehler (https://de.wikipedia.org/wiki/Behandlungsfehler#H%C3%A4ufigkeit):

"Diese Angaben sind wie die des MDK der Krankenkassen unvollständig, da es kein Register für Behandlungsfälle gibt. Zudem bleiben viele Behandlungsfehler unerkannt. Durch das ungleich verteilte Fachwissen können viele Patienten gar nicht wissen oder merken und ahnen es erst Jahre später, dass sie (vielleicht) falsch behandelt wurden. Eine Untersuchung darauf findet dann üblicherweise nicht statt. Auch liegen keine Zahlen über Fälle vor, in denen sich Ärzte und Patienten ohne Schlichtungsstelle auf eine Schadensregulierung geeinigt hatten."
Weiss jemand Näheres?

Enrice (nicht überprüft)

Do. 21 Mär 2019 - 12:58

Danke für die "Durchfallquoten". Made my day!

Timo Ollech (nicht überprüft)

Do. 21 Mär 2019 - 23:16

Seit wann sind Humanisten so staatsgläubig? Ist ein Staatsexamen automatisches Gütesiegel dafür, dass der so Examinierte alles richtig macht? Haben nicht examinierte Ärzte in Auschwitz und anderswo die übelsten Gräueltaten staatlich sanktioniert begangen?
Da wünsche ich mir doch mehr Weitsicht von so genannten "Humanisten".

Bauen Sie hier bitte keinen Strohmann auf. Die Diskussion um den Beruf des Heilpraktikers hat nichts mit den fürchterlichen Verbrechen von Ärzten während der NS-Zeit zu tun.
1. Natürlich ist ein Staatsexamen keine Unfehlbarkeitsbescheinigung. Aber wenn es jemand erfolgreich erworben hat, kann man davon ausgehen, dass er zumindest über ein solides Grundwissen in seinem Fach verfügt. Die Heilpraktikerprüfung ist ein Witz. Selbst an examinierte Krankenschwestern werden bei der Ausbildung höhere Anforderungen gestellt als an Heilpraktiker. Dennoch dürfen Heilpraktiker weitaus mehr.
2. Die Gräueltaten von Ärzten in Auschwitz und anderswo ergaben sich nicht aus der medizinischen Lehre und Wissenschaft, sondern aus dem verabscheuungswürdigen Menschenbild der Nazis.

Auch Dumme und Ahnungslose haben Verbrechen begangen. Das weiß jeder, der Lebenserfahrung und Intellekt besitzt.

Monika Königstein (nicht überprüft)

Fr. 22 Mär 2019 - 09:31

Es bleibt leider peinlich, dass die - selbstverständlich sehr zu bedauernden - Todesfälle der drei Krebspatienten aus Brüggen-Bracht (2016) immer wieder neu missbraucht werden, sich negativ gegen Heilpraktiker zu äußern. Und dabei hätte u.a. die Autorin Gita Neumann, ihres Zeichens Medizinethikerin, doch ein bedeutend größeres Beschäftigungsfeld, kümmerte sie sich um die vielen (5-stellig) tausend Toten, die als Kollateralschäden Jahr für Jahr die medizinischen Behandlungen in deutschen Kliniken nicht überleben. - Es lässt sich der Eindruck nicht vom Tisch wischen, dass man Patienten, die aus Angst vor Operationen oder weil sie seit Jahren / Jahrzehnten ziel- und ergebnisfrei auf die immer gleichen Medikamente eingestellt sind, eine alternative Anlaufstelle nehmen will. In letzter Instanz fügen Sie diesen Patienten den Schaden zu. Ob diese das Bestreben, den Heilpraktiker massiv zu behindern oder gar abzuschaffen, unterstützen würden, darf sicherlich in Frage gestellt werden.

Denn ohne Patienten, die eigenverantwortlich für ihre Gesundheit etwas tun wollen und dafür privat in die eigene Tasche greifen, weil die Gelder des Gesundheitsbetriebs zielgerichtet der Pharmaindustrie sowie der Gerätemedizin (und immer weniger den Land- und Hausärzten) zugeschoben werden, wäre der Heilpraktikerberuf lange ausgestorben. - Dass Patienten trotz zusätzlicher Kosten zum Heilpraktiker gehen und damit u.U. als Kunden der Schulmedizin wegfallen, könnte möglicherweise der Grund dafür, dass soviel Energie in rufschädigende mediale Bemühungen gesteckt wird. - Wie gesagt, es wäre peinlich.
Was die geschichtliche Reduktion hier über den Heilpraktikerberuf betrifft, darf ich aufgrund des Umfangs der Informationen an diesen Link verweisen: www.heilpraktiker-fakten.de/heilpraktikerfakten/die-geschichte-der-heilpraktiker/

Mit freundlichen Grüßen,
Monika Königstein, Heilpraktikerin (aus Überzeugung)

.

Schultheiß (nicht überprüft)

Fr. 22 Mär 2019 - 12:53

Antwort auf von Monika Königstein (nicht überprüft)

Wer Menschen behandeln will, braucht in Deutschland zum Glück ein Staatsexamen. Die Damen und Herren Heilpraktiker wissen das und können eins ablegen
Anschließend können sie dann gerne ganzheitlich arbeiten. Sind Ihnen die ausbildungsjahre zu anstrengend? Wer Patienten behandeln will, muss mehr wissen als für eine Prüfung beim amsarzt. Ich habe für meine Approbation mit 10 Jahre studiert und bin gut vorbereitet auf den Beruf und offen für neue Methoden und Erkenntnisse. Das sind wir den Patienten schuldig. Keine dünnbrettbohrerei aus bequemlichkeitsgründen.

Monika Königstein (nicht überprüft)

Sa. 23 Mär 2019 - 23:31

Antwort auf von Schultheiß (nicht überprüft)

Wer Menschen "be-hand-eln" will, braucht ein gediegen Maß an Fähigkeit und Empathie, Herr/Frau Schultheiß. Deshalb arbeite ich ganzheitlich und nicht (nur) an einzelnen (Organ-)systemen.

"Nach 10 Jahren Studium die Approbation und gut vorbereitet auf den Beruf und dann noch offen für neue Methoden und Erkenntnisse"? - Chapeau! Mehr von Ihrer Sorte und ich hätte weniger Patienten, die wütend/traurig/frustriert/entsetzt/hoffnungslos/desillusioniert.... vor mir sitzen und sich fragen, warum sie von ihren Ärzten so miserabel behandelt werden. (Ich bin an diesem und den drei letzten drei Wochenenden auf Wochenend-Fortbildungsseminaren (gewesen) und Sie?)

Christof Sperl (nicht überprüft)

So. 24 Mär 2019 - 17:05

Antwort auf von Monika Königstein (nicht überprüft)

Ärzte haben die Verpflichtung zur Fortbildung. Bei Heilpraktikern gilt: Einbildung ist keine Bildung. Wer HP werden will, sollte Medizin studieren.

Rüdiger Weida (nicht überprüft)

Fr. 22 Mär 2019 - 12:57

Antwort auf von Monika Königstein (nicht überprüft)

Der Abschluss bzw. die Qualifikation "aus Überzeugung" sind mir nicht bekannt. Könnten Sie, Frau Königstein, mir das bitte näher erläutern?

Welche Bedeutung steht hinter dem Begriff? Ist "aus Überzeugung" erworben, evtl. an einer Uni, oder ist das in Ihrem inneren Kern einfach angelegt? Haben Sie selbst sich überzeugt oder kam das von außen? Welche Berufe sind ebenfalls geeignet, mit "aus Überzeugung" als Titel eine ausreichende Befähigung nachzuweisen?

Ich freue mich schon sehr auf Ihre Antwort.

Monika Königstein (nicht überprüft)

Sa. 23 Mär 2019 - 23:32

Antwort auf von Rüdiger Weida (nicht überprüft)

Melden Sie sich gern mal bei mir und kommen Sie mich in der Praxis besuchen, Herr Weida. Dann erläutere ich Ihnen gern, was ich zu sagen habe. :)

Christof Sperl (nicht überprüft)

So. 24 Mär 2019 - 17:08

Antwort auf von Monika Königstein (nicht überprüft)

Das war aber ein schwacher Beitrag. „Wieviel sind 100
durch 27?“ „Besuchen Sie mich mal in meiner Praxis, dann erkläre ich Ihnen das.“

Müller (nicht überprüft)

Mi. 27 Mär 2019 - 20:37

Antwort auf von Christof Sperl (nicht überprüft)

In ihrer Praxis!? Schaffen sie das mir in 7,5 Minuten zu erklären? Oder haben Ärzte plötzlich mehr Zeit pro Patient?

Rüdiger Weida (nicht überprüft)

Mo. 25 Mär 2019 - 13:25

Antwort auf von Monika Königstein (nicht überprüft)

Aber, aber, Frau Königstein.
Wir sind hier in einer öffentlichen Diskussion. Da sollten die Fragen auch öffentlich beantwortet werden, nicht im stillen Kämmerlein.

Muss ich also entnehmen, dass Sie keine für die Öffentlichkeit geeignete Antwort geben können?

Petra Pausch (nicht überprüft)

Fr. 22 Mär 2019 - 13:00

Antwort auf von Monika Königstein (nicht überprüft)

Niemand streitet ab, dass auch Medizinern - und damit meine ich: echten, ausgebildeten Medizinern - Fehler unterlaufen. Doch daraus zu schließen, dass Heilpraktiker die besseren Mediziner sind ist dann doch wohl arg weit hergeholt.

Und selbstverständlich darf der Hinweis auf die pöse Pharmaindustrie nicht fehlen. Fallen doch alle "Heilmittel" der "Alternativ"medizin vom Himmel und entstammen nicht den Laboren von Bayer und Konsorten.

Monika Königstein (nicht überprüft)

Sa. 23 Mär 2019 - 23:38

Antwort auf von Petra Pausch (nicht überprüft)

Lieber Frau Pausch, u.U. ist Ihnen entgangen, dass ich hier kein gelangweiltes Statement zum Thema "Heilpraktiker sind die besseren Therapeuten" abgegeben habe, sondern lediglich auf den Beitrag von Frau Gita Neumann REAGIERT habe, die sich ihrerseits berufen gefühlt hat, mal wieder den Heilpraktiker aufs Korn zu nehmen. Sagen Sie mir Bescheid, wenn wir QUOTEN ins Boot holen sollten, indem jeden Therapeuten ein oder zwei Tote pro Jahr zustehen. In dem Fall hätte ich ein Guthaben in zweistelliger Höhe.

Den Rest vom Text lasse ich verdampfen. Oder wollen Sie die zwölf-euro-zehn für ein spagyrisches oder pflanzliches Mittel ernsthaft mit den zwei- bis fünf-stellig teueren Pharmazeutika auf einen Rechenzettel schubsen?

.

Manfred H. (nicht überprüft)

So. 24 Mär 2019 - 14:58

Antwort auf von Monika Königstein (nicht überprüft)

Spagyrikum für Zwölf-zehn? Dafür kaufe ich mir lieber eine Flasche Asbach-Uralt - da weiß ich wenigstens, wofür ich das Geld ausgegeben habe.

Monika Königstein (nicht überprüft)

So. 24 Mär 2019 - 19:21

Antwort auf von Manfred H. (nicht überprüft)

*lach* Tun Sie das nicht zu häufig (in der Woche), Manfred. H., sonst habe ich Sie am Ende doch da sitzen, um Ihnen Mariendistel-Urtinktur anzubieten. Dieses Mittel ist allerdings mit 24,80 Euro doch ein bisschen teurer, aber eine sehr gute Unterstützung für eine Asbach-Uralt getränkte Leber. ;)

Christof Sperl (nicht überprüft)

So. 24 Mär 2019 - 17:10

Antwort auf von Monika Königstein (nicht überprüft)

Opium ist auch ein pflanzliches Mittel, oder? Dürfen Sie das in Ihrer „Praxis“ verschreiben?

Ellen Hibbeler-Weiss (nicht überprüft)

Fr. 22 Mär 2019 - 13:01

Antwort auf von Monika Königstein (nicht überprüft)

Sehr geehrte Frau Königstein, genau das wäre hier auch meine Argumentation gewesen, wobei ich lediglich Patientin bin.
Für mich stellt sich im Zusammenhang mit den 3 verstorbenen Krebspatienten noch die Frage, ob diese ihre Erkrankung überlebt hätten, wären sie schulmedizinisch behandelt worden?

Vielen Dank für Ihren "auf den Punkt gebrachten" Kommentar.

Mit freundlichen Grüssen
E. Hibbeler-Weiss

Vielleicht hätten sie etwas länger gelebt. Oder wären wieder gesund geworden. Mittlerweile kann man 50% der Krebspatienten heilen. Aber nicht durch Hobbyschamanen.

Monika Königstein (nicht überprüft)

So. 24 Mär 2019 - 19:45

Antwort auf von Christof Sperl (nicht überprüft)

"Mittlerweile kann man 50% der Krebspatienten heilen."

Herr Sperl, ohne diese Zahl konkret zerpflücken zu wollen, möchte ich Ihnen nur eben den Zahn ziehen, dass die Medizin "mittlerweile", also "heute" bedeutend weiter wäre in Sachen "erfolgreiche Krebstherapie" als vor 50 Jahren. Bei einigen wenigen Krebsarten (z.B. kindliche Leukämie) gibt es bessere Erfolgszahlen, aber es bleibt da gerne unerwähnt, dass die brachialen Krebsbehandlungsarten in aller Regel Spätfolgen nach sich ziehen, die dann nicht mehr so gut in den Griff zu bekommen sind. Aber okay, wer die 5-Jahres-Überlebensrate überlegt, gilt als geheilt. Und zwar egal, was ab dem 6. Jahr passiert. - Ob der Grund für die heute kaum noch verwendete 10-Jahres-Überlebensrate wohl sein könnte, dass am Ende des 10. Jahres nur noch sehr wenige klassisch behandelte Krebspatienten leben?

Gern möchte ich Ihnen an dieser Stelle das Buch von Siddhartha Mukherjee: "Krebs - Der König aller Krankheiten", für das er den Pulitzer-Preis erhalten hat, empfehlen. Lesen Sie mal rein oder lesen Sie es durch und dann reden wir noch einmal über Ihre 50% geheilten Krebspatienten.

.

Manfred H. (nicht überprüft)

Mo. 25 Mär 2019 - 15:43

Antwort auf von Monika Königstein (nicht überprüft)

"Vor 1980 starben mehr als zwei Drittel aller Krebspatienten an ihrer Krebserkrankung. Heute kann mehr als die Hälfte auf dauerhafte Heilung hoffen."

Quelle: www.krebsinformationsdienst.de/grundlagen/krebsstatistiken.php
© 2019 Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

So, jetzt zerpflücken Sie mal, Frau Heilpraktikerin!

Christof Sperl (nicht überprüft)

Mo. 25 Mär 2019 - 17:15

Antwort auf von Monika Königstein (nicht überprüft)

Verehrte Frau Königstein, die Medizin weiß, dass Chemotherapie schlimm ist. Doch leider hat unsere Zeit noch nichts Besseres gefunden. Wer fünf Jahre überlebt, gilt als geheilt. Stimmt. Aber ob die Zeit lebenswert ist? Dennoch wären es beim HP vielleicht nur 6 Monate geworden.

Natürlich gibt es schon lange a der Mittel und Wege gegen Krebs, aber solange ersten die Pharmaindustrie noch das Patent auf der senfgaspille hat und gleichzeitig am Band neben dran krebserregenden Dünger produziert, wird es dem Fußvolk weiter verabreicht! Macht euch schlau wann das Patent aus läuft, und die Pille nur noch 10cent Wert ist, dann wird wie Phönix aus der Asche ein neues wundermittel empor steigen!

Vielleicht, vielleicht auch nicht. Es wäre die einzige Chance gewesen. Wenn Sie bei Krebs zum Heilpraktiker gehen, können Sie genauso gut auch einfach in die Kirche gehen und beten.

Amen.
So viel zum christlichen Abendland...

Monica Grimmeis (nicht überprüft)

Fr. 22 Mär 2019 - 14:22

Antwort auf von Monika Königstein (nicht überprüft)

Wie
Sie sagen, leider gibt es Situation wo wegen falsche Dosierung zu Todesfällen zu führen. Doch was Tag täglich in Krankenhäusern an Fehler gibt ist erschreckend und als Patient darfst du nichts sagen. Die Ärzte sind Fachleute, Studierte und Staatliche geprüft ändert aber an Arbeitsplatz nicht viel.

Sind viele Heilpraktikern die leidenschaftlich ihre Arbeit ausüben, schade wenn diese Beruf abgeschafft wird.

Monica Grimmeis, ich unterstütze gerne diese Brauchen aus Überzeugung und vielleicht eines Tages werde ich mich einschließen.

Markus (nicht überprüft)

Fr. 22 Mär 2019 - 15:36

Antwort auf von Monika Königstein (nicht überprüft)

Danke für Ihren Beitrag.
Lesen wir nicht auch über Fälle, bei denen Ärzte und Apotheker Fehler machen, die auch zum Tode führten? Über Krankenpfleger und-schwestern, die ebenfalls Patienten sterben ließen? Trotz Studium und Staatsexamen passiert das! Fordern wir die Abschaffung dieser Berufe? Anscheinend wird hier wirklich mit zweierlei Maas gemessen. Ich kann nicht feststellen, dass reglementierte Ausbildungen den Patienten vollauf schützen. Was ist bloß los mit uns in Deutschland? Wo ist unser normaler Menschenverstand geblieben?

B. W. (nicht überprüft)

Fr. 22 Mär 2019 - 18:58

Antwort auf von Monika Königstein (nicht überprüft)

Sehr sehr gute Antwort! Sie sprechen mir aus der Seele!
Ich arbeite im Tierpflegeberuf und weiß wie sehr Tiere auf Naturheilkunde und Homöopathie ansprechen. Und Tiere können sich nunmal nichts einbilden, da doch immer wieder vom sog. Placeboeffekt zu hören ist. Ohne Heilpraktiker, sei es für Mensch oder Tier, wäre der gesundheitliche Aspekt in einer tiefen Misere!
Herzliche Grüße an Sie
B. Weil

Was heißt hier einbilden? Überlegen Sie mal, wie Tiere mit Ihnen kommunizieren. Hunde registrieren jede noch so kleine Veränderung Ihrer Mimik.
Noch nie etwas vom klugen Hans gehört? (https://de.wikipedia.org/wiki/Kluger_Hans#Folgen_f%C3%BCr_die_Wissenschaft)

gita neumann (nicht überprüft)

Fr. 22 Mär 2019 - 22:08

Antwort auf von Monika Königstein (nicht überprüft)

Sie unterstellen mir völlig falsches und täuschen sich gewaltig. Schon ewig kämpfte ich (wie hier) mit Dr. Thöns und anderen humanen Patientenvertreter*innen und Ärzt*innen gegen leidvolle und sinnlose Übertherapie auf unseren Intensivstationen:
https://www.patientenverfuegung.de/leidvolle-uebertherapie-taegliche-realitaet-auf-intensivstationen/

MfG Gita Neumann

Monika Königstein (nicht überprüft)

Sa. 23 Mär 2019 - 23:49

Antwort auf von gita neumann (nicht überprüft)

Hallo Frau Neumann,

ich freue mich, dass Sie mir ebenfalls kommentieren und bin jederzeit zum Gespräch bereit! - Dass Sie sich an anderer Stelle gegen Über-Therapie engagieren, finde ich phantastisch und unglaublich wichtig. Aber da stellt sich mir die Frage, warum Sie dann gegen DIE Therapeuten wettern, die genau die Patienten dann auffangen könnten, die Sie vor Über-Therapie bewahren wollen. - Oder glauben Sie, dass die Klinik oder der Therapeut, der eben noch ein Knie operativ austauschen wollte im Rahmen Ihres Protestes nickend auf Taping und Ernährungsumstellung umschwenkt?

.

Aber ich würde mir hier und jetzt wünschen, dass Sie sich nicht parallel dazu gegen DIE Menschen kommentieren, die als Alternative zur Über-Therapie einspringen könnten.

Christof Sperl (nicht überprüft)

Sa. 23 Mär 2019 - 10:33

Antwort auf von Monika Königstein (nicht überprüft)

Frau Königstein, Sie müssen einmal richtig nachdenken. Viel mehr Menschen gehen zu Ärzten als zu HP. Ärzte sind Menschen. Menschen machen Fehler. Ärzte müssen am gesamten Organismus Behandlungen durchführen. Dies erhöht das Schadenrisiko. Der Mensch unterliegt der Illusion, alles sei kontrollier- und behandelbar. Dem ist nicht so. Es gibt unheilbare, schwere und tödliche Krankheiten. Auch der Arzt steht dem Tod hilflos gegenüber. Und zuletzt: Stellen Sie sich vor, Ihr Kind vergiftet sich. Wo gehen Sie hin? Etwa in die Notaufnahme vom Heilpraktiker? Sie kritisieren den Missbrauch der Todesfälle beim HP. Doch bedenken Sie auch, wieviele hoffnungslose Fälle Ärzten begegnen, die sich jahrelang vom HP verscharlatanieren ließen, und denen keiner mehr helfen kann. Rechen Sie die auch der „Schulmedizin“ an? Gespannt auf Ihre kluge Antwort.

Monika Königstein (nicht überprüft)

So. 24 Mär 2019 - 00:00

Antwort auf von Christof Sperl (nicht überprüft)

Lieber Herr Sperl,

Ihr Statement in allen Ehren, aber mit was für einem Maß messen Sie da eigentlich? "Ärzte sind Menschen"? "Und Menschen machen Fehler."? "Ärzte müssen am gesamten Organismus Behandlungen durchführen. Das erhöht das Schadensrisiko"?

Herr Sperl, feilschen wir hier um Quoten, wer wieviele Fehler machen darf?

Wir alle - Ärzte UND Heilpraktiker UND alle anderen Menschen, die im Gesundheitssystem abeiten - sind NUR daran interessiert, kranken Menschen wieder auf die Beine zu helfen. Aber JEDER macht auch Fehler! Das ist in Sachen Menschen-therapieren wirklich nicht immer einfach weg zu stecken, aber auch nur schlecht verhinderbar. Nur scheint es ein bedeutend größerer Fehler zu sein, wenn einem Heilpraktiker einem Menschen Schaden zufügt, als wenn das einem Arzt passiert. Und da kommt die große Frage auf >>>> WARUM? - NIEMAND hat die Absicht, irgend einem Menschen Schaden zuzufügen! Auch Heilpraktiker wollen das nicht. (Die Zahlen sprechen tatsächlich immer noch für sich.) Aber es kann Ihr Ernst nicht sein, tatsächlich den Ärzten größere Quoten zuzusprechen, nur weil sie "den gesamten Organismus behanden".

Und ich weiß jetzt nicht wirklich nicht, wie klug eine Antwort hier hätte sein sollen. *seufz*

Christof Sperl (nicht überprüft)

So. 24 Mär 2019 - 17:00

Antwort auf von Monika Königstein (nicht überprüft)

Verehrte Frau Königstein, waren Sie nicht diejenige, welche von der Masse ärztlicher Behandlungsfehler berichtete? Nun argumentieren Sie, alle wollten helfen. Da passt doch einiges nicht zusammen. Wenn Heilpraktiker aber Fehler machen, darf man Berichte dazu nicht als Mißbrauch darstellen. Der HP ist sich bestenfalls seines großen Unwissens bewusst, und dürfte schon allein deshalb gar keine Behandlung durchführen, wäre sie/er verantwortungsbewusst.

Monika Königstein (nicht überprüft)

Mo. 25 Mär 2019 - 14:00

Antwort auf von Christof Sperl (nicht überprüft)

Herr Sperl,

mir scheint, Sie sind völlig argumentationsresistent zu. Das von mir Geschriebene jeweils umzubasteln zu immer neuen Provokationen, das ist doch langweilig.

Fakt ist, in Sachen Menschenleben sollte es kein proportional zu berechnendes Recht auf Tote geben. Jeder einzelne iatrogen Verstorbene muss als VERLUST gesehen werden. Und die Verstorbenen von 2016 (von der Schulmedizin aufgegebene Krebspatienten!) dürfen und sollen selbstverständlich öffentlich betrauert werden! Aber ich nenne es MISSBRAUCH, wenn der Vorall über Jahre hinweg immer wieder medial aufgewärmt wird und das ausschließlich zu dem Zweck, den Heilpraktikerberuf als Ganzes zu diskreditieren. Oder sollte es einen einzigen Bericht über den Unfall geben, in dem NICHT parallel gefordert wird, den Heilpraktiker in seiner Arbeit zu beschneiden oder gleich ganz zu verbieten? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. (Wenn diese Form der Pressearbeit übertragen wird auf alle Berufssparten, sollten zumindest Ärzte - oder auch Piloten) sich warm anziehen.)

Christof Sperl (nicht überprüft)

Di. 26 Mär 2019 - 14:47

Antwort auf von Monika Königstein (nicht überprüft)

Liebe Frau Königstein, leider sind Sie nicht stringent. Wir reden hier über Heilpraktiker. Nicht über Ärzte und iatrogene Katastrophen. Und wenn wir über HP reden, dann eben nur über HP. Sonst leisten wir uns das, was man auch als Whataboutism bezeichnet. Da gab es nun also Todesfälle. OK, legen wir die mal ad acta. Dann beleiben immer noch die Tausenden Leute, denen vielleicht geholfen werden könnte, die aber statt zum Doc zum HP gehen. Durch allerlei Wohlfühlgetue fühlen die sich dann vielleicht wirklich wohler, reiner Placeboeffekt. Am schlimmstet aber sind die Eltern, die sich Heilpraktikeradressen austauschen, ihre Kinder von laien behendeln lassen, wo doch besser die Ärztin ran sollte. Wir sollten unsere Energie darauf verwenden, die Medizin besser zu machen. In Krankenhäusern, die als Spekulationsobjekte nur dafür sorgen sollen, dass sich die Reichen die Taschen vollstopfen können, funktioniert das aber nicht.

Christof Sperl (nicht überprüft)

So. 24 Mär 2019 - 17:15

Antwort auf von Monika Königstein (nicht überprüft)

Ärzte, wie gesagt, betreuen mehr Patienten. Mehr Patienten, erklärt Ihnen jeder Mathematiker, bedeutet höheres Risiko. Was ist da so schwer zu verstehen?

Moment - Sie sprechen mit einer Heilpraktikerin! Da dürfen Sie nicht mit Mathematik kommen.

[Anm. d. Mod.: Bitte bleiben Sie sachlich.]

Christoph Ahlb… (nicht überprüft)

Fr. 22 Mär 2019 - 12:39

Wie kritisch werden eigentlich die jährlichen rund 19000 Todesfälle durch vermeidbare Behandlungsfehler durch Ärzte in deutschen Krankenhäuser gesehen? Da muss man kein Akademiker sein um zu erkennen, dass die Gefahr ärztlicher Fehler um ein vielfaches höher als die der Heilpraktiker ist. Das würde ich, zum Schutz der Voksgesundheit, als erstes untersuchen.

Henning Lehrmann (nicht überprüft)

Fr. 22 Mär 2019 - 14:34

Für eine weitere Qualitätssicherung steht die Politik bei den Heilpraktikerverbänden vor offenen Türen. Ein kritisch-konstruktiver Austausch sollte von daher auch kein Problem sein.

Die Frage ist aber auch, inwiefern die Politiker und Parteien an diesem Austausch interessiert sind und welches Ziel verfolgt werden soll. Möchten wir in Deutschland unseren Bürgern die Möglichkeit geben weiter eine Therapiefreiheit zu ermöglichen; oder möchten wir den Freiraum, der neben der Evidenzbasierten Medizin Wunderbar Lücken schließen kann aufgeben? Auch hier nochmal bedenken: der Heilpraktiker hat seinen Schwerpunkt auf dem Verständnis der Heilkunde. Das ist seine unangefochtene Stärke! Der Arzt ist in erster Linie (Und das ist auch vernünftig) Kliniker! Dafür ist auch das Medizinstudium da. Aus eigener Erfahrung können beide Berufsgruppen sehr gut zusammenarbeiten. Ich denke das dies auch eine Stärke unseres Gesundheitssystems sein kann.

Ich hoffe in Bezug auf die Patientenversorgung, dass es zu einem sachlich neutralem Austausch kommt. Mir selbst ist bekannt, dass viele Gegner in den Medien den Heilpraktiker als deutlich unterqualifiziert darstellen. Dies sollte ggf. überdacht werden. Ich kann dies ebenfalls aus eigener Erfahrung, zumindest für mich, ad acta legen.

Vielen Dank fürs Lesen!

Henning Lehrmann

Claudia (nicht überprüft)

Fr. 22 Mär 2019 - 14:56

Es ist zum Heulen wie hier wieder Heilpraktiker nieder gemacht werden und für alles her halten müssen. Auch wenn ich das mit den Todesfällen traurig finde
.ich selbst habe jetzt gerade wieder gemerkt wie "unfähig " die Medizin bei Grenzbereichen ist. Nach sehr sehr langer "Leidenszeit" habe ich über einen Heilpraktiker machen können, der mir endlich Klarheit meiner Beschwerden gegeben hat...Epstein-Bar Erreger und noch andere. Ich war schon ganz verzweifelt und kein einziger Mediziner hat mich gründlich untersucht. Immer nur oberflächlich und dass ich auch auf Leaky Gut Diagnose gekommen bin nur nachdem ich von einer HP davon gehört habe und aufgrund dessen letztes Jahr bei einer homöopatischen Ärztin einen Test veranlasst wurde. ..ich kenne auch andere Beispiele, wo geholfen wurde..aber ea gibt auch Unterschiede bei HP und die Eigenverantwortung darf man nicht vergessen. .hinterfragen, Meinungen einholen usw..

Angela (nicht überprüft)

Fr. 22 Mär 2019 - 14:59

Wie sieht es denn so mit den vielen Krebstoten mit Hilfe der Chemotherapie aus?
Wer hat denn da so viel Angst vor Abwanderung zu Heilpraktikerin?

Ohne Chemo wäre meine Mutter nicht mehr am Leben. Die war ziemlich hart, aber die einzige Chance. Heute gilt sie als geheilt. Und sie ist sehr dankbar für die geschenkten Lebensjahre.

Tina (nicht überprüft)

Fr. 22 Mär 2019 - 15:45

Heilpraktiker ist eines der ältesten Berufe überhaupt. Und wurde nicht in Deutschland in 1939 ausgedacht. Verbieten den Beruf den 46000 Heilpraktikern ausüben und Mehrheit der Bevölkerung Heilpraktiker aufzusuchen verstößt gegen Grundgesetz.

Ärzte machen auch Fehler. Und es gibt Fälle bei Ärzten, wo Patienten gestorben sind. Deswegen verbietet man doch nicht den Beruf.

Bei mir persönlich nach 10 Jahren unzählige Termine bei Ärzten, habe ich festgestellt, dass Ärze nur was abschneiden können oder Medikamente verschreiben. Aber heilen ist was anderes. Das können nur die wenigsten. Und in meinem Fall haben mehrere Ärzte zugegeben, dass sie mir nicht helfen können. Nur operieren. Aber auch dafür keine Sicherheit, dass es was bringt.

Klar schwierige Prüfungen haben Ärzte bestanden. Aber heilen ist ein Beruf und fängt in Herz an. Arzt arbeitet mitteile wie Geschäftsmann. 20 Patienten in einer Stunde.
Und nicht traditionelle Medizin ist Beruf, der vor Tausenden Jahren entstand. Und es bleibt.

Steffi (nicht überprüft)

Fr. 22 Mär 2019 - 18:11

Ich stehe seit 30 Jahren als Krankenschwester am Patientenbett, bin Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivmedizin, habe eine Ausbildung in Palliativpflege, bin Suchthelferin im Betrieb und ich bin Heilpraktikerin. Und ich habe nie so viel über Schulmedizin gelernt wie in meiner Heilpraktikerausbildung.
Ich bin nicht esoterisch angehaucht, aber ich habe in den letzten 17 Jahren auf einer Intensivstation gelernt, dass die Patienten mehr brauchen als Apparatemedizin und Antibiotika.
Viele Dinge aus der Naturheilkunde wie z.B. die Aromatherapie oder die Unterstützung des Darmflora bei Antibiotikagaben, genauso wie Akupunktur oder Hypnose finden allmählich wieder Einzug in die Schulmedizin.
Das Argument der Patientensicherheit finde ich im Zusammenhang mit den Heilpraktikern mehr als fragwürdig. Laut Robert-Koch-Institut versterben in deutschen Kliniken jedes Jahr ca 50.000 Menschen an multiresistenten Keimen. Viele dieser Infektionen könnten durch eine sinnvolle Nutzung von Antibiosen und eine gute personelle Ausstattung der Kliniken vermieden werden , doch dem stehen die wirtschaftlichen Interessen der Krankenhausbetreiber und Pharmakonzerne entgegen.
Vielleicht sollte die Autorin dieses Artikels mal in dieser Richtung recherchieren.
Übrigens habe ich in meiner Heilpraktikerschule viele Aussteiger aus der Gesundheitsbranche kennengelernt, Physiotherapeuten, Pflegekräfte, Altenpfleger, Rettungsassistenten oder Medizinisch Technische Assistenten. All diese Leute suchten eine Alternative, um teils schlimmen Arbeitsbedingungen mit mangelnder Anerkennung ihrer Arbeit, unsicheren Dienstplänen oder schlechter Bezahlung zu entkommen.

Danke. :)

Ich finde, so ein Beitrag hilft, Brücken zu bauen.

Tina Dresbach (nicht überprüft)

Fr. 22 Mär 2019 - 19:56

Unerwähnt bleibt, wie viele Menschen in Folge der Krebsbehandlung von Schulmediziner sterben, oder die hohe Zahl an Todesfällen durch Krankenhauskeime, die unverhältnismäßig hoch ist. Aber der eine Fall von 3 Krebstoten, was sehr traurig ist, muss immer wieder herhalten, um die Heilpraktiker in ein schlechtes Licht zu rücken. Das Gesundheitswesen ist völlig überlastet. Darunter leiden die Patienten enorm. Die Ärzte haben keine Erklärung für sogenannte Autoimmunerkrankungen. Die einzige Behandlung ist Immunsuppresion. So kann doch kein Mensch gesund werden. Warum haben die Mediziner so viel Angst vor den Heilpraktikern, dass sie so stark gegen sie ankämpfen. Ich bin froh, wenn ich einen Heilkundigen habe, der sich Zeit nimmt und mir eine Alternative zur konventionellen Pharmachemie anbietet.

Gut dass Sie es aussprechen! Auf den Gedanken scheinen etliche Heilpraktiker tatsächlich noch nie gekommen zu sein. Man sollte eben nicht jeden Hinz und Kunz auf die Menschheit loslassen.

Meine Frau erkrankte leider von zwei Jahren an Krebs. Nun gilt sie als geheilt. Eine befreundete, heilpraktologisch-esoterisch angeheuchte Dame sagte auf einer Party zu meiner Frau: "Krebs? Überleg' dir mal, was dein THEMA ist." Mir blieb die Spucke weg. Mir fehlten die Worte. Im Grunde der Versuch, der Patientin die Schuld an der Krankheit zu geben.

Manfred H. (nicht überprüft)

Mi. 27 Mär 2019 - 16:25

Antwort auf von Christof Sperl (nicht überprüft)

Auch meine Mutter gilt als geheilt. Die Stammzelltherapie war hart, aber die einzige Chance. Und sie ist unglaublich dankbar für die geschenkten Lebensjahre. Alles Gute Ihrer Frau!

Annette (nicht überprüft)

Fr. 22 Mär 2019 - 20:21

Unglaublich wie ein "schwarzes Schaf" zur Verunglimpfung eines Berufsstandes missbraucht wird... Wie viele Krebspatienten sterben unter der sogenannten evidenzbasierten schulmedizinischen Therapie??? Da kräht kein Hahn danach, weil alles schön wissenschaftlich und nach allen Regeln der geltenden Behandlungsrichtlinien passiert... Die Ärzte sind safe, der Patient trotzdem tot!

Manfred H. (nicht überprüft)

Mo. 25 Mär 2019 - 14:49

Antwort auf von Annette (nicht überprüft)

"Ein schwarzes Schaf"? Allein eine gute Bekannte von mir saß schon bei zwei Freundinnen am Sterbebett, weil die sich entschlossen hatten, eine wirksame Krebstherapie zu vermeiden und sich lieber alternativ behandeln zu lassen! Als sie es endlich schnallten, war es zu spät.

Das ist jetzt vermutlich nur die Spitze des Eisberges.

Was heißt hier, da kräht kein Hahn danach? Die Schulmedizin tut ihr Möglichstes, kann aber auch keine Wunder wirken. Wenn Sie bei Krebs zum Heilpraktiker rennen, können Sie genauso gut in der Kirche Messen lesen lassen!

Unbekannt (nicht überprüft)

Fr. 22 Mär 2019 - 20:47

Warum will man die HPs loswerden? Angst, dass man die Butter vom Brot wegnimmt? Oder warum behandeln Schulmediziner mit den Methoden von HP??? Es scheint große Angst zu bestehen...

Marion (nicht überprüft)

Fr. 22 Mär 2019 - 22:31

Dann sollten Ärzte auch von Naturheilmethoden ausgeschlossen werden. Ihre Wochenendseminare sind meist weniger qualifiziert. Das der Heilpraktiker Beruf auf einen gesetzlich gegründet Examen beruht finde ich sehr richtig. Die Befugnisse muessen geklärt und eingeschränkt werden.! Ich bin selbst HP. Ausbildungen sind oft Abzocke und nur 30% aller HP können von ihrem Beruf leben. Es gibt bessere Ausbildungen und ich kann nur jedem raten sich nicht in das Feld so manchem selbsternannten Lehrer und Profi zu begeben und die Finger von einer teuren, zeitaufwendigen HPausbildung zu lassen!

Hallo Marion,

ich weiß nicht, welche Ausbildungen du besucht und als Abzocke empfunden hast. ICH habe mir meine WEG sehr gut überlegt und mir vorab von vielen Kollegen|innen Empfehlungen und Informationen eingeholt, welche Aus-/Fortbildung nutzt und welche eher nicht. - Natürlich gibt es so genannte (selbst ernannte) Meister, die für Fortbildung eigentlich erst selber noch ein paar Jahre "wachsen" sollten. Wenn man Wert drauf legt, findet man das schnell heraus. - Ob diese "Überlegung" allerdings HIER, in einer Diskussion um Sinn und Zweck des Heilpraktikerberufs, gut aufgehoben ist, darf in gediegen Maß angezweifelt werden.

Herzliche Grüße. :)
Monika Königstein

.

Im Deutschen schreibt der gebildete Mensch Heilpraktiker-Beruf oder Heilpraktikerberuf. Keinesfalls aber Heilpraktiker Beruf. Sie müssen Ihren Text an verschiedenen Stellen noch einmal auf Verständlichkeit prüfen. Im Übrigen behaupten Sie hier einfach "deren Wochenendseminare sind weniger qualfiziert". Ja, was soll das denn? Woher haben Sie die Info, und was soll "weniger" überhaupt sein im Vergleich zu was?

Markus (nicht überprüft)

Sa. 23 Mär 2019 - 17:46

Der Unterschied liegt sicher darin begründet, dass niemand glaubt das Zitronnenfalter Zitronen falten! Das liegt sicher an unserem gesunden Menschenverstand. Bei Ärzten hinterfragen wir in der Regel keine Methode und keine Therapie. Wir nehmen es oft hin. Lassen uns führen und entführen. Das lernen wir schließlich schon als kleines Kind. Wenn ich mich also dazu entscheide zum Heilpraktiker zu gehen,... schalte ich dann meinen Verstand aus? Ich jedenfalls nicht und wir leben auch nicht mehr im Mittelalter. Ich weiß doch, dass ich z.B. bei Krebs nicht mit Naturheilkunde heilbar bin. Wenn ich mich ausschließlich dazu entscheide, der Schulmedizin als Krebspatient den Rücken zu kehren, dann bin ich in erster Linie selbst dafür verantwortlich. Und jetzt kommt der HP ins Spiel. Er muss verantwortungsbewusst den Patienten aufklären und ihn nicht belügen. Das machen sicher nur vereinzelte schwarze Schafe, aber nicht der größte Teil der HPs. Alle HPs als unqualifiziert darzustellen und unter Generalverdacht zu stellen ist nicht der richtige Weg. Denn das könnte man dann mit jedem Beruf so machen. Ist das richtig?!? Nein!!! Es gibt in jedem Beruf schwarze Schafe, egal ob sie studiert haben oder nicht. In Deutschland heben wir nur noch auf Diplome und Urkunden ab. Wie viele Absolventen haben sich durch das Studium gemogelt? Auch das kann sein. Mich stört generell die propagierte einseitige Hetzjagd auf die HPs. Sachliche Diskussion, ja, aber dann auf alle Ebenen und in jede Richtung. Wenn auf den Prüfstand, dann bitte auch das gesamte Gesundheitssystem! Bitte!

"Ich weiß doch, dass ich z.B. bei Krebs nicht mit Naturheilkunde heilbar bin."

Der Heilpraktiker, den ich vom Sport kenne, weiß das nicht. Er ist sogar felsenfest davon überzeugt, dass man allein mit Homöopathie Krebs heilen kann.

... aber Sie wissen es, dass das so nicht ist! Deshalb würden Sie sich von diesen HP bei einem Krebsleiden nicht behandeln lassen. Sind deswegen alle anderen HPs, die verantwortungsvoll arbeiten, grundsätzlich zu verbieten? Ich sage, nein. Das wäre nicht gerechtfertigt. Ich kenne HPs, die einen wirklich guten Job machen. Und sie kennen ihre Grenzen.

Ich gebe Ihnen recht. Es wäre ja auch schlimm, wenn es anders wäre. Bloss: Darum geht es überhaupt nicht. Die Frage ist, ob es hier einen Systemfehler gibt.

Inge Guendling Grimm (nicht überprüft)

So. 24 Mär 2019 - 09:34

Es ist immer wieder schade und traurig zu erleben, wie engstirnig Menschen sein können.
Es steht außer Frage, dass der Heilpraktiker mit den verstorbenen Krebspatienten weit über seine Kompetenzen gegangen ist. Er ist definitiv ein schlechtes Vorbild für diesen Berufsstand ! ...
Aber, wie war das kürzlich mit dem Chirurgen, der einem jungen Mann aus Versehen eine gesunde Niere entfernt hat, statt der kranken Milz? Streichen wir diesen Berufszweig dann einfach auch!? ...
Oder, wie steht es mit den Alten-/Krankenpflegern, die, aus welchen Gründen auch immer, einfach mal die Patienten für immer "einschlafen" lassen ...weg mit diesem Berufszweig !? ...
Dann gibt es natürlich auch noch die vielen Lkw-Fahrer, bei denen kürzlich festgestellt wurde, dass, ich glaube ca. 18 % alkoholisiert fahren und dadurch schon viele schwere Unfälle passiert sind ... wer braucht schon Lkw's ... weg mit den Berufskraftfahrern !? ...
Und wie ist das mit der Pharma-Industrie, die bestimmt ein besonders großes Interesse daran hat, dass natürliche und einfache (sprich Natur-Heilmittel) verordnet durch Heilpraktiker, möglichst vom Markt verschwinden. Der Profit an chemischen Medikamenten wird dadurch ja kleiner ... Vergessen wird auch hier, dass schon einiges auf dem Markt erschien, das mehr Schaden angerichtet als geholfen hat ...
Oder der Apotheker, der Chemotherapien gepanscht hat, wodurch Patienten nachweislich starben ... weg mit der Pharma-Industrie und den Apotheken !???
Es gibt sicher noch viele Berufe, in denen manches schwarze Schaf gewütet hat, aber das ist noch lange kein Grund, diese Berufe einfach aussterben zu lassen ...
Wäre es nicht sinnvoll MITEINANDER Hand in Hand für das Wohl eines jeden Patienten/Kunden zu sorgen?
... und zum Schluss nur noch die Anmerkung: Jede/r, Patient/in geht aus freien Stücken zu einer heilpraktischen Behandlung. Ich denke, jeder sollte das Recht haben, selbständig zu entscheiden, ob er eine solche Behandlung haben möchte oder nicht !

Christof Sperl (nicht überprüft)

Di. 26 Mär 2019 - 14:50

Antwort auf von Inge Guendling Grimm (nicht überprüft)

Nein, der Chirurg wird zur Verantwortung gezogen. Aber sein Berufsstand ist dennoch der Goldstandard, den es zu verbessern gilt.Aber elider ist es nicht jedem gegeben, alles zu verstehen.

Netti (nicht überprüft)

So. 24 Mär 2019 - 15:00

Die ganze Diskussion geht völlig am eigentlichen Problem vorbei.
Der Knackpunkt ist, dass das Gesetz dem Heilpraktiker schon jetzt alle Tätigkeiten untersagt, zu denen er nicht nachweislich ausgebildet wurde.
Als Podologe und Heilpraktiker kann ich sehr wohl diabetische Füße behandeln. Als Heilpraktiker mit Ausbildung in Homöopahtie eben nicht.
Es müssen Kontrollen stattfinden und die schwarzen Schafe hart bestraft werden.
Aber unsere Justiz ist ja auch schon jetzt völlig überlastet. Also erfindet man eben neue Gesetze, von denen man hofft, dass sie leichter zu überwachen sein werden.

Claudia Kierspe (nicht überprüft)

Mo. 1 Apr 2019 - 13:14

Wohl niemand, der noch bei Troste ist, käme auf die Idee, die Bremsen seines Autos von einem Mechaniker reparieren zu lassen, der über eine ähnlich fadenscheinige Ausbildung verfügte - wenn überhaupt eine -, wie ein Heilpraktiker mit Blick auf Heilkunde.

Weshalb aber, wenn man es mit seinem Auto nicht machte, macht man es bedenkenlos mit dem eigenen Körper (bzw. der eigenen Psyche, an der Heilpraktiker ja auch ohne die geringste fachliche Qualifikation herumdilettieren dürfen)??? Ich verstehe das nicht, auch nicht, dass das alles immer noch völlig legal ist.

Heilpraktiker haben qua Ausbildung von Heilkunde soviel Ahnung wie Astrologen von Astronomie, nämlich gar keine.

Gita Neumann

Die Autorin studierte Sozialwissenschaft, Philosophie und Psychologie an der Universität Bochum und der FU Berlin. Als Referentin des Humanistischen Verbandes Deutschlands (HVD) in Berlin und Medizinethikerin (AEM Göttingen) ist sie häufig zu Themen wie Humanes Sterben / Patientenverfügung in Presse, Funk und Fernsehen präsent. Sie hat für den HVD Stellungnahmen auf Anfrage des Gesundheitsausschusses des Dt. Bundestages zum Hospiz- und Palliativgesetz sowie des Bundesverfassungsgerichtes zum  § 217 StGB verfasst.

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