In Köln ruft ab heute der Muezzin

Die Kölner DITIB-Moschee
Die Kölner DITIB-Moschee ist inzwischen ein Symbol für den Politischen Islam.

Heute wird zum ersten Mal der Muezzinruf über dem Kölner Stadtteil Ehrenfeld erschallen. Es handelt sich um ein städtisches Modellprojekt, das zunächst auf zwei Jahre angelegt ist. Die Entscheidung ruft viel Kritik hervor, vor allem auch bei säkularen Vertreter:innen.

Laut einem in dieser Woche geschlossenen Vertrag zwischen der türkischen Moscheegemeinde DiTiB und der Stadt muss die Glaubensgemeinschaft die Anwohner informieren, außerdem ist eine Lautstärkenbegrenzung von 60 Dezibel und eine zeitliche Beschränkung zwischen 12 und 15 Uhr und von fünf Minuten für den islamischen Ruf zum Freitagsgebet vorgesehen. Grundlage ist die verfassungsrechtlich garantierte Freiheit der Religionsausübung.

Viele sehen das Vorhaben jedoch kritisch, so etwa der Psychologe und Islamismus-Experte Ahmad Mansour. Er spricht von einer "Machtdemonstration des politischen Islam". Die DiTiB sei der verlängerte Arm der türkischen Religionsbehörde Diyanet, gibt Mansour zu bedenken. Außerdem sei das kirchliche Glockenläuten nicht mit dem islamischen Gebetsruf gleichzusetzen: "Beim Glockengeläut geht es um Klang, beim Muezzinruf geht es um konkrete religiöse Botschaften", zitiert ihn Zeit Online. Konservative Muslime fühlten sich durch das Zulassen des Gebetsrufs bestätigt, so Mansour, sie sähen es "als einen wichtigen Schritt hin zur Islamisierung Europas" und würden "immer mehr fordern".

Säkulare Verbände kritisieren den Muezzinruf

Davor warnt auch Philipp Möller vom Zentralrat der Konfessionsfreien: "Die Sonderrechte für die Kirchen sind verfassungswidrig, deshalb wäre es vollkommen falsch, allen anderen Religionsgemeinschaften die gleichen Sonderrechte zuzusprechen. Wir setzen uns für den Abbau aller Privilegien für alle Weltanschauungsgemeinschaften ein – das gilt auch für den öffentlichen Gebetsruf." Laut Grundgesetz sei Religion Privatsache, so Möller weiter, der bereits vor einem Jahr an einer Podiumsdiskussion zum Thema teilgenommen hatte (der hpd berichtete). "Ich verstehe ja, dass manche Menschen gern die Glocken läuten oder den Muezzin rufen hören, aber es gibt auch technische Möglichkeiten, die die Öffentlichkeit verschonen – so viel Rücksicht muss sein."

Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) Nordrhein-Westfalen äußert sich in einer Stellungnahme anders zur akustischen Präsenz von Religionen: "Wenn dieser säkulare Staat die lautstarke Religionsausübung grundgesetzlich geschützt sieht, dann werden wir religionsfreien Menschen uns mit der Kakophonie der verschiedenen Religions­ausübungen arrangieren müssen. Denn ein Recht darauf, von Religionen nicht behelligt zu werden, gibt es im Grundgesetz nicht." In Bezug auf den Kölner Muezzinruf sagt der Präsident des HVD in NRW Johannes Schwill dieser sei "weitaus mehr als nur ein irritierendes Geräusch im Alltag" und sieht wie Mansour einen Unterschied zum kirchlichen Glockengeläut: "Wer der arabischen Sprache mächtig ist, hört die eindeutige Feststellung, dass Allah allmächtig und der einzige Gott ist. Dies ist keine tradierte Form der Zeitansage wie es Kirchen­glocken sind. Dies ist auch ein gerufener Machtanspruch." Was als scheinbare Gleichberechtigung von Religionen daherkomme, werde so zu einer Manifestierung eines Anspruches, die bessere Religion zu sein. "Dies entspricht nicht unserem Verständnis einer pluralen Gesellschaft, in der unterschiedliche Weltanschauungen und Religionen respektvoll miteinander umgehen."

Die weltanschauungsrechtliche Perspektive

Einen nüchtern-juristischen Blick auf das Erlauben des muslimischen Gebetsrufs wirft das Institut für Weltanschauungsrecht (ifw). Direktoriumsmitglied Gerhard Czermak gibt zu bedenken: "Es ist streng zu unterscheiden zwischen der rechtlichen Zulässigkeit und der Beurteilung nach persönlichem Dafürhalten. Grundsätzlich ist der Muezzinruf genauso eine Religionsausübung wie das Glockenläuten. Auf dieses Grundrecht können sich selbstverständlich auch Muslime gleichberechtigt berufen, wenn sie auf dem Boden des Grundgesetzes stehen." Ob das veranstaltende Moscheeforum als Religionsgemeinschaft im Rechtssinn zu werten oder doch wie eine solche zu behandeln sei, bedürfe wegen der Besonderheiten des Islams näherer Prüfung. Wenn man vorläufig davon ausgehe, dass der Muezzinruf als Religionsausübung nach Artikel 4 Absatz 2 im Grundgesetz im Prinzip zulässig ist, sei dann nur die immissionsschutzrechtliche Genehmigungsfähigkeit fraglich, die bei erforderlichen und realistischen Auflagen kein besonderes Problem sein sollte. "Es ist jedenfalls eine Frage des baurechtlichen Gebietscharakters und der fachlichen Ermittlung des maximalen Lärmschutzpegels. Fünf Minuten sind wohl nicht zwingend, vielleicht reichen drei Minuten. Ob 60 Dezibel realistisch einzuhalten sind, muss vor Ort entschieden werden." Zum Schluss stellt Czermak noch einmal klar: "DiTiB-Einrichtungen beurteilen wir gesellschaftspolitisch kritisch, aber Anspruch auf Ihr Recht haben sie."

Was der Muezzinruf für vor Religion Geflohene bedeutet

Rana Ahmad aus dem Vorstand der Säkularen Flüchtlingshilfe bringt noch eine ganz andere Sichtweise in die Debatte ein: "Die Entscheidung den Muezzinruf zu erlauben, hat die Ex-Muslime in Köln nicht berücksichtigt. Viele werden gezwungen, den Muezzinruf in ihren Heimatländern zu hören. Traumatisierte und diskriminierte Menschen sind deshalb nach Deutschland geflüchtet. Solche Entscheidungen lassen uns immer eine Ungerechtigkeit fühlen."

Mina Ahadi, Sprecherin des Zentralrats der Ex-Muslime in Deutschland ergänzt: "Ich bin gegen den Muezzinruf, weil das ein Angriff auf unser Leben durch die Religion ist, und heutzutage besonders von Islamisten und der islamischen Bewegung." Sie stellt den nun genehmigten islamischen Gebetsruf den Freiheitsprotesten in ihrem Herkunftsland gegenüber: "Ich denke, wenn heute im Iran Frauen und Menschen allgemein eine Revolution gegen das Kopftuch und islamische Gesetze angefangen haben und so mutig für Freiheit kämpfen und die Weltöffentlichkeit zeigt, dass sie diese Bewegung versteht und solidarisch ist mit den Frauen und Männern im Iran, dann sollten auch Frau Henriette Reker (die Oberbürgermeisterin von Köln, Anm. d. Red.) und alle Politiker in Deutschland den Kern dieser Bewegung sehen und ihre Politik gegenüber Islamisten ändern."

Der Zentralrat der Ex-Muslime hat für heute um 13 Uhr eine Demonstration vor der Ehrenfelder DiTiB-Moschee angekündigt. "Wir werden uns am Freitag vor dieser Moschee versammeln und erklären, dass (…) es islamischen Organisationen in erster Linie nicht erlaubt sein sollte, diese politischen Rufe in der Öffentlichkeit zu tätigen und dabei Menschen zu stören, ängstigen und in einigen Fällen an ihr Trauma zu erinnern", heißt es in dem Protestaufruf bei Facebook.

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Kommentare (46)

Rene Goeckel (nicht überprüft)

Fr. 14 Okt 2022 - 13:14

Das erzeugt doch nur böses Blut. Wir brauchen weniger von dem Zeug und nicht mehr. Mehr als akkustische Pissmarken sind das doch nicht.

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Fr. 14 Okt 2022 - 13:59

Wieder mal ein Punkt mehr an dem die Politik gegen den Willen der Menschen agiert und
ihnen Glaubensrituale aufzwingt.
Reicht es nicht das wir das tägliche 12 Uhr Leuten ertragen müssen, jetzt auch noch in Köln den täglichen Muezzinruf als weitere Belästigung und ich fürchte, dass dies dann auch in allen Städten in welchen Moscheen sind beantragt wird.
Da kämpfen in anderen Ländern Menschen gegen die Zwänge der Religion und in der Kirchenrepublik Deutschland wird jede Religion hofiert.

Paul München (nicht überprüft)

So. 16 Okt 2022 - 19:24

Antwort auf von Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Herr Baierlein, bitte den Artikel genau lesen: "fünf Minuten für den islamischen Ruf zum Freitagsgebet vorgesehen".

Also nur 1x pro Woche und nicht täglich.

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Mo. 17 Okt 2022 - 19:03

Antwort auf von Paul München (nicht überprüft)

Auch das ist 1x zu viel, lesen Sie bitte auch den Rest meines Kommentars und nicht nur den Lapsus mit dem Täglich.
Glauben Sie das im Iran Kirchenglocken läuten dürften?
Dort versucht die Bevölkerung das Joch der religiösen Unterdrückung abzuschütteln und in der Kirchenrepublik BRD wird diese hoffähig.

Carsten Ramsel (nicht überprüft)

Mo. 17 Okt 2022 - 08:35

Antwort auf von Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Nur zur Richtigstellung: Der Muezzinruf in Köln erfolgt nur am Freitag. So dann ist mir unklar, woher Sie den Willen der Menschen kennen.

Etwas differenzierter: „Ein politischer Akt“ – Lale Akgün (SPD) über geplanten Muezzinruf in Köln https://www.deutschlandfunk.de/ein-politischer-akt-lale-akguen-spd-ueber-geplanten-muezzinruf-in-koeln-dlf-9169f2bb-100.html

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Mo. 17 Okt 2022 - 19:08

Antwort auf von Carsten Ramsel (nicht überprüft)

Ja is ja gut, wie man im Iran sehen kann ist der Wille vieler Menschen dort ähnlich gelagert,
auch diese wollen nicht weiter von Religion unterdrückt werden, genau wie in der (Kirchen)
Bundesrepublik Deutschland.
Ist halt eine Frage des Freiheitswillens und der Intelligenz.
Wo Habgier und Machtgier am Werke sind ist es schwer eine echte Demokratie zu entwickeln.

Silvia Spörk (nicht überprüft)

Fr. 14 Okt 2022 - 14:34

Würde der Filter eines demokratisch-humanistischen Grundgesetzes funktionieren, käme es nicht zu derartigen Entscheidungen. Das genannte Grundgesetz basierte auf Rationalität, fakten-/evidenzbasierter Wissenschaft, Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit und daraus resultierenden zeitgemäßen Werten. Damit verbunden: ein wirksamer Schutz vor demokratie- und humanismusgefährdenden Meinungen und Ideologien.
Jeder kann privat glauben, woran er will. Doch religiöse Zwangsbeglückungen gehören abgeschafft. Ebenso wichtig wäre die weltweite Abschaffung von Blasphemie-/Apostasie-Bestrafungsparagraphen. Strikte Trennung von Kirche/Glaube und Staat!

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Fr. 14 Okt 2022 - 14:38

Die wollen ja 'nur' die Privilegien der RKK/EKD und rumlärmen - nachvollziehbar. Und die Politik knickt ein - auch nachvollziehbar, aber ebenso inakzeptabel.

Roland Fakler (nicht überprüft)

Fr. 14 Okt 2022 - 16:32

Unnötiger Lärm im öffentlichen Raum ist in jedem Fall ein Ärgernis und zweimal falsch ist noch lange nicht richtig. Auch das Kirchengeläut sollte zurückgefahren werden. Wer ist eigentlich daran interessiert den Muezzinruf zuzulassen? Es sind nicht die Muslime, die sich bereits hier integriert haben und es sind bestimmt nicht diejenigen, die vor diesem Ruf geflüchtet sind und nun aufs Neue traumatisiert werden, es sind die von islamischen Ländern gesteuerten Dschihadisten, die die Abtrennung der Muslime von der deutschen Gesellschaft und die Herrschaft des Islams anstreben. Den Muezzinruf zuzulassen, ist kein Zeichen von Vielfalt, sondern von Einfalt und Unwissenheit, denn was ruft der Muezzin: „Gott ist groß … Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer Gott. Ich bezeuge, dass Muhammed Gottes Gesandter ist. Eilt zum Gebet … Es gibt keine Gottheit außer Gott.“ Mit diesem Gott ist selbstverständlich nur Allah gemeint und nicht etwa der christliche Gott oder andere Götter. Wie muss das wohl auf Hindus wirken, wenn damit ihre ganze Götterwelt für Null und nichtig erklärt wird? In diesem Ruf kommt der Herrschafts- und Alleingültigkeitsanspruch des Islams zum Ausdruck, einer Politreligion, die überall dort, wo sie Macht hat, Demokratie und Menschenrechte unterdrückt. Einer Weltanschauung, die solche Herrschaftsansprüche stellt, muss man Grenzen setzen und darf ihr keinen freien Lauf lassen. Wehret den Anfängen! Wir brauchen eine Trennung von Religion und Staat, einen säkularen Staat, der die Werte der Aufklärung gegen die Herrschaftsansprüche der Religionen verteidigt. Jede Religionsgemeinschaft einschließlich der Atheisten, hat gleichermaßen das Recht, von Türmen herab lautstark ihre Botschaft zu verkünden. Die Bevorzugung einer oder weniger Religionen ist grundgesetzwidrig, außerdem gibt es auch das Recht, nicht von Religion belästigt zu werden.

Paul München (nicht überprüft)

So. 16 Okt 2022 - 21:06

Antwort auf von Roland Fakler (nicht überprüft)

Habe mal gelesen, dass dem Propheten Mohammed damals verschiedene Vorschläge unterbreitet wurden, wie man die Gläubigen herbeirufen solle, darunter auch der Vorschlag, eine Glocke zu läuten. Da die Christen damals eine Glocke benutzten, hätten die Muslime sich für das Rufen entschieden. (Möglicherweise um Verwechslungen zu vermeiden?)

Hätten die Christen damals gerufen, dann wären im Islam möglicherweise Glocken üblich geworden.

Und was den Text anbetrifft, ich bin bzgl. der französischen Nationalhymne erschrocken, als ich vor Jahren die deutsche Übersetzung las. (Ob es psychologisch ratsam ist, diese zu Beginn von Fußballturnieren zu spielen? Da sollte man sich vielleicht eher Gedanken machen.)

Wer Arabisch nicht versteht, für den ist der Muezzin-Ruf eben ein fremdsprachlicher Gesang, und nicht von so durchdringender Akustik wie beispielsweise Kirchenglocken, von denen man morgens um 7 Uhr geweckt wird, egal ob man gläubig ist oder nicht.

Roland Fakler (nicht überprüft)

Mo. 17 Okt 2022 - 19:09

Antwort auf von Paul München (nicht überprüft)

Heute gibt es Handys, deswegen empfehle ich das Glockenläuten und den Muezzinruf über eine Handy-App zu senden,damit die noch denkende Bevölkerung nicht dauerend durch überflüssigen Lärm gestört wird. Müsste ich es mir auch gefallen lassen, wenn jemand regelmäßig mit Lautsprechern von Türmen herab verkündet, dass die Erde eine Scheibe ist und von den Heinzelmännchen regiert wird? Das ist geistige Umweltverschmutzung, unzulässige Propaganda und Lärmbelästigung. Selbst, wenn jemand die Wahrheit verkünden würde: „Gott ist nur Menschenwerk“, sollte er dies nicht dürfen.

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Mo. 17 Okt 2022 - 19:18

Antwort auf von Paul München (nicht überprüft)

Aber wer die Übersetzung des Rufes einmal gelesen und verstanden hat, der weiss das dies ein Eindeutiger Aufruf dazu ist alle "Ungläubigen" zu eliminieren und zu diesen Gehöhren wir sowie sämtliche anderen Konfessionen auch. Der Islam strebt die Alleinherrschaft über alle Menschen an, dies steht deutlich im Koran und sollte jedem zu Denken Geben.
Denn so wie alle Religionen behaupten auch diese, die einzig wahre zu sein und solange dieser Aberglaube noch auf der Welt ist, wird die Menschheit keine Ruhe finden.

Bitte erklären Sie uns, wo in der Übersetzung des Gebetsrufes Sie einen "Aufruf dazu alle "Ungläubigen" zu eliminieren" zu erkennen meinen.

In dieser Übersetzung ist davon nichts zu finden: https://de.wikipedia.org/wiki/Adhān

Wenn im Iran schon Menschen getötet werde weil diese ihr Kopftuch nicht ordnungsgemäß
tragen, sind Sie dann immer noch der Meinung, der Islamische Glaube und dessen Gebete sind harmlos? Nein der Islamische Glaube ist darauf ausgerichtet die Weltherrschaft zu erlangen und das steht so im Koran, es gibt nur einen wahren Gott und das ist Allah.
Alles andere sind Ungläubige welche entweder zum Islam konvertiert werde, oder ermordet
werden.
Die Mittel um dies durchzusetzen sind weltweit zu erkennen, dass dies nicht Wörtlich im Gebetsruf erschallt habe ich nur als Synonym geschrieben, es bedarf keiner Wortklauberei
um zu erkennen was die Islamische Konfession vorhat.

Paul München (nicht überprüft)

Do. 20 Okt 2022 - 19:06

Antwort auf von Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Lieber Herr Baierlein, so sehr ich sonst Ihre Beiträge schätze, diesmal muss ich Ihnen leider vorhalten, dass Sie entweder die Übersetzung des Gebetsrufes vorher nie gelesen haben und Ihre Behauptung, siehe oben, einfach ins Blaue hinein geschrieben haben und jetzt ausweichen, oder dass Sie bewusst in Kenntnis des Inhaltes wahrheitswidrig Unruhe schüren wollten.

Das hat auch NICHTS mit "Wortklauberei" zu tun. Den Vergleich mit dem Text der französischen Nationalhymne hatte ich bereits gebracht, bei der ich ernsthaft erschrocken bin, denn dort wird DIREKT zu den Waffen gerufen, dagegen beim Gebetsruf lediglich zum Gebet.

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Fr. 21 Okt 2022 - 10:46

Antwort auf von Paul München (nicht überprüft)

Werter Herr München, bitte klammern Sie sich nicht an einzelne Worte, das System Islam
ist ein rückständiges Glaubenskonstrukt welches zum durchsetzen seiner "Wahrheit" über Leichen geht, so wie es die Christen noch vor 400 Jahren taten.
Nur darauf wollte ich abzielen, Sie müssen diese Tatsache nicht verteidigen oder verharmlosen nur weil ich verbal übers Ziel geschossen habe, in meiner Verzweiflung über
die Fakten in den meisten Islamisch "regierten" Ländern.

Roland Fakler (nicht überprüft)

Fr. 21 Okt 2022 - 16:01

Antwort auf von Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Genau so ist es, man muss doch das Ganz im Blick haben: Die Französiche Revolution ist seit 200 Jahren vorbei und hat letztlich viel Freiheiten gebracht, der Islam herrscht aktuell und bringt überall dort wo er Macht hat, Unterdrückung und Unfreiheit. Das ist der Unterschied.

Michael Ganß (nicht überprüft)

Fr. 14 Okt 2022 - 16:57

Bei Kirchenglocken geht es um "Klang" oder "tradierte Form der Zeitansage"? Halte ich für eine Verharmlosung. Es geht doch dabei genauso um einen Ruf zum Gebet. Die christlichen "Horen" sind den muslimischen Gebetszeiten sehr ähnlich.

Na ja, hier auf den Dörfern läuten die Glocken noch alle 15 Minuten kurz, zur vollen Stunde lang. Das war durchaus eine Zeitansage, als die Menschen noch keine Uhren mit sich herumgetragen haben. Inzwischen ist es, wie ein anderer Kommentator bereits schrieb, eine "akustische Pissmarke". Ein Ruf zum Gebet ist es aber nicht, denn alle 15 Minuten wäre das doch reichlich übertrieben.

So ist es, Ruf zum Gebet. Am Münchner Piusplatz mit dichter Wohnbebauung wird nicht nur Sonntag vormittag, sondern auch dienstags früh um 7:45 Uhr in heftiger Lautstärke zum Gottesdienst geläutet. Es gibt auch Schichtarbeiter, die auf diese rücksichtslose Weise geweckt werden!

Die wenigen, überwiegend älteren Gottesdienstbesucher haben doch heutzutage alle einen Wecker zuhause und sind, wie man beobachten kann, um diese Uhrzeit eh schon auf der Treppe der Kirche.

Um 7:55 Uhr wird dann ein zweites Mal geläutet, diesmal gleich mit zwei Glocken, obwohl alle Interessierten schon in der Kirche drin sind.

Harmlos ist keine einzige Religion. Jede Religion von sich aus, behauptet die einzig richtige zu sein aber keine hat recht.
Warum dann die unseligen Religionskriege? Warum streiten sich Menschen und schlagen sich gegenseitig tot, obwohl sie doch den gleichen imaginären Gott anbeten? Kirchenglocken leiteten den Gang zu den Scheiterhaufen ein, die an Sonntagen (Brennetag) vollzogen wurden unter den geifernden zahlenden Zuschauern für besondere Plätze! Ich kann noch mehr!

Dahinter steht die Macht- und Geldgier der Priester.
Das ist die treibende Kraft hinter allen religiösen Konflikten.

Den Menschen wird Religion indoktriniert, dann werden sie mit Religion manipuliert. Bis dass sie sich für die weltlichen Interessen der religiösen Führer in Kriege stürzen.

Merke: Wer anderen ein posthumes ewiges Leben im Paradies verspricht und im Gegenzug absoluten Gehorsam fordert, ist ein übler Scharlatan.

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Mi. 19 Okt 2022 - 14:26

Antwort auf von wolfgang (nicht überprüft)

Genau, das war vor ca. 400 Jahren und in diesem Stadium befindet sich der Islam in der
Jetztzeit, also im 21. Jahrhundert, wo Homosexuelle Menschen aufgehängt werden und mit
einem Kran in der Schlinge durch die Städte gefahren werden und junge Frauen, welche das
Kopftuch nicht ordnungsgemäß aufgesetzt haben von der "Sittenpolizei" ermordet werden.

A.S. (nicht überprüft)

Fr. 14 Okt 2022 - 22:53

Die Kirchen wollen ihre Privilegien nicht verlieren.
Deshalb sind sie eher dafür, anderen Religionen - aber nicht den Atheisten - die gleichen Privilegien einzuräumen als für den gesellschaftlichen Frieden auf welche zu verzichten.

Die Atheisten sollten vielleicht auch auf lautstarke Kundgebungen aus Lautsprechern setzen:

"Die Götter sind erfunden! Sie waren es schon immer! Sie werden den Menschen von religiösen Führern und Priestern eingeredet!"

In Endlos-Schleife für 5 Minuten. Natürlich nur zwischen 12 und 15 Uhr und mit 60 dB...

Vielleicht sollte der DA! mal einen Antrag in Düsseldorf stellen, vor dem Landtag entsprechende Lautsprecherdurchsagen machen zu dürfen.

wolfgang (nicht überprüft)

Di. 18 Okt 2022 - 16:48

Antwort auf von A.S. (nicht überprüft)

Der Minister nimmt den Bischof am Arm
"Halt du sie dumm, ich mach sie arm."

Reinhard Mey

Das verrückte, je mehr Menschen aus der Kirche austreten, umso mehr Knete bekommen sie vom Staat. Und nicht vergessen, der Staat zieht für die Kirche die Steuern ein und er lässt sogar pfänden!

Rüdiger Kramer (nicht überprüft)

Sa. 15 Okt 2022 - 13:27

Das muss man sich mal vorstellen. Da kämpfen im Iran die Frauen für ihre Rechte und gegen diese Steinzeit-Religion und werden drangsaliert bis zum geht nicht mehr, da genehmigt die Stadt Köln vertreten durch Frau Reker den Muezzin Ruf. Ihr dreister eine Armlänge Vorschlag reicht da nicht, um nicht davon belästigt zu werden. Ich weis nun nicht, ob sie über den Inhalt des Rufes unterrichtet ist, wenn ja, muss sie zurücktreten, wenn nicht, dann auch, wie heißt es so schön: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Es wird endlich Zeit, dass die öffentliche Religionsausübung verboten wird. Religionen waren schon immer Kriegstreiber und sind es bis heute noch. Ein Unding, dass dies, bei angeblich gebildeten politischen Vertretern, noch nicht durch gedrungen ist.

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Di. 18 Okt 2022 - 17:37

Antwort auf von Rüdiger Kramer (nicht überprüft)

@ R.Kramer, das hat mit durch gedrungen nichts zu tun, es ist die alte Koalition zwischen Thron und Altar, welche auch noch heute im 21. Jahrhundert funktioniert, in manchen Ländern wie z.B. der BRD zwar verdeckt, dagegen, in vielen Islamischen Ländern offensichtlich, auch teilweise in den USA und Russland.
In Staaten wie China ist es nicht der Glaube an einen Gott, sondern der Glaube an den Parteivorsitzenden autokratisch regierenden Despoten der Freiheit verhindert.
So oder so wird die Menschheit unterdrückt und wenn sich diese nicht energisch zur Wehr setzt, wird sich an den Zuständen nichts ändern.
Natürlich ist joviale Unterwürfigkeit einfacher als der Kampf gegen die Unterdrückung, aber
auf Dauer bringt die Menschheit, wie aus der Geschichte selbiger zu ersehen, nur nichtnachlassender Kampf gegen Ungerechtigkeit weiter.
Ein wichtiger Aspekt dazu ist, schonungslose Aufklärung über die Fakten des Daseins.

Unechter Pole (nicht überprüft)

Sa. 15 Okt 2022 - 15:50

HVD NRW irrt, wenn er sagt, dass es im Grundgesetz kein Recht darauf gibt, von Religionen unbehelligt zu werden. Art. 140 GG verweist nämlich u.a. auf Art. 136 WRV, und dort steht im Ansatz 4: „4) Niemand darf zu einer kirchlichen Handlung oder Feierlichkeit oder zur Teilnahme an religiösen Übungen oder zur Benutzung einer religiösen Eidesform gezwungen werden.“ Durch ungewolltes Hören von Kirchenglocken oder Muezzinrufen wird man doch zur Teilnahme an kirchlicher Handlung gezwungen.

Udo Endruscheit (nicht überprüft)

Sa. 15 Okt 2022 - 19:34

Wird Glockenläuten als religiöse Äußerung verstanden, dann wäre die Konsequenz nicht eine Gleichstellung des Muezzinrufes damit, sondern ein Untersagen des Läutens. Und nein, Artikel 4 GG schützt die PERSÖNLICHE Religionsausübung oder auch Nicht-Ausübung - selbstverständlich gibt es ein Recht dazu, im öffentlichen Raum nicht durch religiös konnotierte Emissionen behelligt zu werden. Genau das ist nämlich dem immer missgedeuteten Artikel 4 GG immanent - das Recht zur Freiheit VON und nicht nur DER persönlichen Religionsausübung. Religion ist Privatsache.

Leider, wie ich schon früher dargelegt habe, wurde vom Bundesverfassungsgericht der verfassungshistorische Inhalt des Art. 4 GG zu einer Art Supergrundrecht Religionsfreiheit ausgedehnt, der angeblich nicht nur für Individuen, sondern auch für Religionsgemeinschaften gelten soll. Eine Missdeutung, mit der sich das BVerfG seinerzeit von seiner eigenen früheren Rechtsprechung klar entfernt hat.

Um es unkomplizierter zu sagen: würde der Art. 4 GG verfassungshistorisch korrekt ausgelegt, könnte es zu öffentlichen religiös konnotierten Äußerungen, die von nicht Betroffenen im öffentlichen Raum unerwünscht sind, gar nicht kommen. Unter Umständen dann eben auch nicht zum Glockenläuten. Dabei stellt man sich natürlich selbst ein Bein, wenn man das Glockenläuten zur religiös konnotierten Äußerung erklärt, um dann den Muezzinruf damit zu rechtfertigen.

Das sind Verirrungen, die ein bedenkliches Zeichen für den Anspruch sind, ein freiheitlich-säkulares Staatswesen zu verwirklichen.

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Di. 18 Okt 2022 - 17:58

Antwort auf von Udo Endruscheit (nicht überprüft)

Sehr konsequent durchdacht, Udo!
Ich fürchte nur, dass sich am status quo nichts ändern wird, solange das BVerfG seine einstige Entscheidung (Art. 4 GG zu einer "Art Supergrundrecht Religionsfreiheit" auszudehnen*, das nicht nur für Individuen, sondern auch für Religionsgemeinschaften gelten soll - wie es von Letzteren und ihren Helfeshelfern, aka Politik, heutzutage ja offenbar ausnahmslos verstanden wird) nicht selber korrigiert und entsprechend präzisiert.
Ginge das überhaupt?
*Hast du eine Quelle für diese Entscheidung samt erläuternder Begründung?

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Fr. 21 Okt 2022 - 10:52

Antwort auf von Udo Endruscheit (nicht überprüft)

Sehr gut dargestellt Herr Endruscheit, dem kann ich mich Inhaltlich nur anschließen.
Ich fürchte nur, dass diese Verirrungen unserer Politik und Gesetzgebung, bewusst so ausgelegt wurden um das generelle System, Religion, Als Teil der Macht beizubehalten.

DS (nicht überprüft)

So. 16 Okt 2022 - 13:46

Ich fürchte leider, dass es in Bezug auf den Muezzinruf letzten Endes bei der klaren Bewertung von Herrn Czermak wird bleiben müssen. Ob bzw. dass man diesen Ruf wie auch andere religiöse Bekundungen nicht gut findet (wie ich es auch tue) und dies ggf. unter diversen Gesichtspunkten (etwa Flüchtlinge) auch gut begründen kann, ist natürlich legitim, hebelt aber die Rechtslage nicht aus. Die Schlussfolgerung für Säkulare kann m.E. nur sein, weiterhin aufklärend gegen den Religionsschwachsinn als solchen aller Coleur tätig zu sein, also politisch-publizistisch und - da, wo es möglich ist (!) - auch rechtlich (z.B. Staatsleistungen; kirchliches Arbeitsrecht - spannend fände ich auch eine Ausweitung des "Wort zum Sonntag" auf alle möglichen "Weltanschuungen" inkl. Atheisten ... das hätte bestimmt einen hohen Irritationsfaktor)

a.S. (nicht überprüft)

Mo. 17 Okt 2022 - 12:21

Der Muezzin-Ruf macht eine Text-Aussage.
Textaussagen, die regelmäßig, oft und lautstark wiederholt werden, entfalten eine indoktrinierende Wirkung.

Die zur religiösen Naivität erzogenen Deutschen erkennen das offenbar nicht, oder nur unterschwellig.

Reinhard Moysich (nicht überprüft)

Mo. 17 Okt 2022 - 16:24

Muezzin-Ruf und Grundgesetz

Ich finde, bei dem Streit um die Muezzin-Rufe in neuerdings Köln und schon vorher in einigen anderen Orten wird nicht fair genug gestritten.
Wenn Menschen aus anderen Kulturkreisen bei uns glücklicherweise heimisch werden, stehen sie unter dem Schutz unseres Grundgesetzes und müssen demnach genauso gleich behandelt werden wie Einheimische. Wenn jene jedoch eine fremdartige Religion ausüben, meinen dann manche seltsamerweise, sie dürfen nicht gleich behandelt werden wie Personen mit einer christlichen Religion.
Ich möchte daran erinnern, dass das Gleichheitsgebot zu den Grundrechten unserer Verfassung gehört. Nach Art. 3 GG sind alle Menschen vor dem Gesetz gleich; dies bedeutet, dass sie auch alle gleich behandelt werden müssen. Wenn kein sachlicher Grund vorliegt, ist eine Ungleichbehandlung nicht gestattet.
Und es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es gemäß dem Gleichheitsgebot auch nicht erlaubt ist, jemanden aufgrund seiner Religion zu benachteiligen beziehungsweise zu bevorzugen.
Wenn ich diese gesetzliche Grundlage auf den Muezzin-Ruf-Streit anwende, so komme ich zu dem Schluss, dass die Anhänger sowohl der islamischen wie der christlichen Religion gleich behandelt werden müssen: Die maximale Lautstärke beider Gruppen hinsichtlich der Religionsausübung – einschließlich Muezzin-Rufe und Glockengeläut – muss bei beiden Gruppen (nach dem Gleichheitsgebot) gleich sein.
Ich finde, die jetzt in Köln für die Zentralmoschee gefundene Regelung von 60 Dezibel (normales Gespräch oder Rasenmäher in 10 m Entfernung) eine sehr gute Regel für sämtliche religiöse wie nichtreligiöse Weltanschauungsgruppen. Das würde nicht nur dem Grundgesetz entsprechenden, sondern wir hätten viel mehr Frieden zwischen den Weltanschauungsgruppen.
Übrigens: ich verstehe unter „Weltanschauung“ die wissenschaftliche Definition, wie sie z.B. auf Spektrum.de im Lexikon Psychologie definiert wird, nämlich als „Oberbegriff“, zu welchem z.B. auch „Religionen“ gehören.
Aber es darf natürlich nicht nur auf das Formale (Lautstärke) geachtet werden, sondern – noch viel wichtiger – auf den Inhalt, den die Weltanschauungsgruppen in Wort und Schrift von sich geben – zu meiner großen Verwunderung wird hierbei viel zu wenig kontrolliert, ob dabei alles grundgesetz- bzw. menschenrechtskonform ist. Schon 1992 kam Professor Buggle nach einer menschenrechtskritischen Untersuchung der Bibel zu dem Schluss, dass sie sowohl im Alten wie Neuen Testament sehr viele (nach unserem heutigen Verständnis) menschenrechtswidrige Sätze enthält (siehe Buggle: „Denn sie wissen nicht, was sie glauben“). Meines Wissens käme eine entsprechende Untersuchung des Korans zu einer ähnlichen Beurteilung. Ich finde es sehr ärgerlich, dass so wenig der Inhalt beachtet wird. Ich bin sehr dafür, dass eine Kommission eingerichtet wird, um nach und nach alle bedeutsamen religiösen wie nichtreligiösen Weltanschauungsgruppen daraufhin zu überprüfen, was sie in Wort und Schrift von sich geben. Und es sollte dann selbstverständlich sein, dass keine menschenrechtswidrige Inhalte geduldet werden, so dass wir danach z.B. nur noch einen menschenrechtskonformen Koran und eine menschenrechtskonforme Bibel hätten – zumindest erst einmal in Deutschland.
Mehr Weltanschauungsgerechtigkeit wäre ein großer Beitrag zu mehr sozialem Zusammenhalt!

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Mo. 17 Okt 2022 - 19:25

Antwort auf von Reinhard Moysich (nicht überprüft)

Sie haben natürlich formal Recht, aber mein Kampf gilt allen Religionen, den sie sind alle erfunden und basieren auf Aberglaube, Machtgier und Geldgier.
Erst wenn die Menschheit diesen Irrsinn durchschaut und abgelegt hat, sind wir wirklich frei
und selbstbestimmt und können selbstverantwortlich handeln.
Wir brauchen keinerlei Indoktrination über erfundene Märchenwesen, dies hemmt nur den
Fortschritt und zieht uns in Mittelalterliche Weltanschauungen.

Sie verkennen das Wesen der Religionen.

Religion wird uns indoktriniert (d.h. eingeredet).
Da die Priester/Prediger es nicht geschafft haben, überzeugende Gottesbeweise zu liefern, haben sie sich auf's indoktrinieren verlegt.
Indoktrination funktioniert (vereinfachte Beschreibung) über autoritäre Einrede und viele viele Wiederholungen stereotyper Aussagen. In Gruppen funktioniert das besonders gut. Mit Hilfe von Büchern kann man sich auch selbst indoktrinieren, wenn man die Bücher als "Wahrheit" liest, also ohne innere kritische Distanz. Bei den 68ern haben Mao-Bibel-Stunden so viele Maoisten produziert. Genauso fürht die distanzlose Lektüre von Bibel und Koran zu entsprechender Indoktrination.

Bei den "Gottesdiensten" findet autoritäre Einrede (Predigt, Lesungen aus "heiligen" Büchern die als Wahrheit präsentiert werden) in Kombination mit vielen Wiederholungen stereotyper Aussagen (Gebete, Bekenntnisse) statt. "Gottesdienste" sind bei rein formaler Betrachtung "Indoktrinierstunden". "Gotteshäuser" sind in Wirklichkeit Indoktrinierstuben bzw. Indoktrinierhallen.

Die ganzen religiösen Weltbilder beruhen nicht auf Evidenz, sondern werden uns systematisch im Kindes- und Jugendalter indoktriniert. Gleiches gilt für das "Christliche Menschenbild".

Soll man davor Hochachtung haben? Soll der Staat diese massenhafte Indoktrination unterstützen?

Die Juristen, in ihrer Jugend selbst religiös indoktriniert, fällen auf der Basis einer falschen Einschätzung von Religion falsche Entscheidungen über Religion.

Stark indoktrinierte Menschen sind kompromissunfähig, das zeigt die Erfahrung auf politischem Felde.
Wenn jetzt verschiedene Religionen innerhalb eines Staates wie die Wilden ihre Leute und ihren Nachwuchs verschieden indoktrinieren, wo führt das hin? Die religiöse Indoktriniererei macht die für die Demokratie zwingend erfoderliche Fähigkeit zu Kompromissen zunichte. So zerstört Religion Demokratie.

Falsche Weltbilder führen zu falschen Entscheidungen. Erst Katastrophen erzwingen eine Korrektur. Kontinuierliches Lernen wird durch religiöse und andere Indoktrination verhindert. Kontinuierliches Lernen würde viele menschengemachte Katastrophen verhindern.

Mir ist immer wieder schleierhaft, wenn nach schweren Katastrophen, Unglücken usw, zu Gottesdiensten aufgerufen wird. Der da oben irgendwo hat doch bei allem immer versagt!
Warum dann noch beten? Da werde ich doch bei dem Auferstehungsgedanken sehr nachdenklich. Wie können Verbrannte wieder auferstehen? Frage einen Priester jeder Religion, da kommt nix. Wetten, das?

A.S. (nicht überprüft)

Do. 20 Okt 2022 - 12:13

Antwort auf von wolfgang (nicht überprüft)

Die Religionen bescheren uns viele kognitive Dissonanzen (praktische Erfahrung steht im Widerspruch zur gelehrten Theorie

Die lösen sich aber alle auf, wenn man folgende Annahmen macht:
- Die Götter sind Produkte der menschlichen Fantasie
- Die Religionen sind von Menschen gemacht
- Die religiösen Weltbilder mit Gott, Paradies und Hölle werden uns indoktriniert
- Menschen glauben an die Götter, die ihnen in der Kindheit und in der Jugend indoktriniert wurden (Elternhaus, Kindergarten, Schule, Gesellschaft, religiöse Gemeinschaft)
- Religiöse Führer sind Hochstapler, die so tun als hätten sie Ahnung von Gott und den letzten Dingen

Unter diesen Annahmen wird schnell klar:
- Erfundene Götter werden sich niemals beweisen lassen.
- Erfundene Götter können gar nicht verantwortlich für das Weltgeschehen sein (Theodizee ade!)
- Hochstapler haben die allergrößte Schiß, entlarvt zu werden. Darum müssen sie das Hinterfragen ihrer Lehren mit ALLEN Mitteln unterbinden.
- Mit der indoktrinierten Schein-Wahrheit von Gott als Richter, Paradies und Hölle als Belohnung bzw. Strafe lässt sich das Menschenvieh wunderbar steuern. Religion ist schwarze Volkspädagogik mit allen negativen Folgen, die man von schwarzer Individualpädagogik kennt.

Um die Verhältniss in der Bundesrepublik Deutschland zu verstehen muss man wissen, dass sich die Kirchen so manches in unserer Verfassung auf den Leib haben schneidern lassen. Gottgläubige gab es in unserer verfassungsgebenden Versammlung anno 1949 genug.

Die Forderung, dass man Menschen ihre Religion nicht nehmen dürfe, entspricht der Wünschen der Kirchen. Defacto haeißt das, dass man Menschen nicht aufklären darf.

Die Forderung, dass man Rücksicht auf religiöse Gefühle zu nehen habe, geht in die gleiche Richtung. Sie ist ein Maulkorb für die Aufklärung.

§166StGB (Gotteslästerung) dient auch dem Schutz der kirchlichen Indoktrinierer vor Aufklärung.

Dass man Menschen die Teilnahme an religiösen Veranstaltungen nicht untersagen dürfe, dient dem Erhalt des indoktrinierten Zustand in den Köpfen der Gläubigen. Indoktrination erfordert regelmäßige Auffrischung. Falls die längere Zeit aus bleibt, war's das mit der Indoktrination.

Der Gottesdienst nach Katastrophen dient der Auffrischung der Indoktrination, die durch die Katastrophe gelitten hat. Er dient als Gehirnwäsche zur Beseitigung der durch die Katastrophe verursachten kognitiven Dissonanz.

Ein andere beliebter Trick ist, nach Katastrophen den Menschen die Schuld zuzuschieben (Zu wenig Glauben! Kehret um, tut Buße, und spendet üppig der Kirche!)

Meiner Meinung nach sind religiöse Führer Scharlatane, die einen auf heilig machen. Die Masche mit dem posthumen "ewigen Leben im Paradies ist halt genial und da bringt es wenig, einen Scharlatan ans Kreuz zu nageln. Ist die Msche mit dem ewigen Leben erst einmal in der Welt, finden sich schnell neue Scharlatane, die mit dieser bewährten Methode weiter machen.

Das ist wie beim "Enkel-Trick". Die Polizei kann noch so viele Enkel-trickbetrüger wegsperren. Solange die Masche funktioniert, rücken frische Enkeltrickbetrüger nach.

Lieber A.S. Das Wesen der Religion kenne ich seit meinen 13.Lebensjahr und wie Indoktrination funktioniert ist mir auch seitdem bekannt. Was Ihren Kommentar betrifft so ist dieser sehr gut geschrieben und zeigt die Realität der Kirchlichen Machenschaften wie diese seit tausenden von Jahren funktioniert.
Über meine Mailadresse würde ich Ihnen gerne ein Essay zusenden zum Thema.

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Di. 25 Okt 2022 - 10:20

Antwort auf von Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Wenn Sie möchten, dann können Sie auch mein gelbes Buch lesen, dann verstehen Sie mein
Engagement für Humanismus besser.
In jeder Buchhandlung oder im Internet-Buchhandel zu bekommen, wenn ihnen das 5 Euro wert erscheint.

Lieber Herr Baierlein,

ich habe Ihre Bücher vor ca. zwei Jahren gelesen. In den Aussagen stimme ich Ihnen weitgehend zu. Bei den Begründungen muss man meiner Ansicht nach tiefer graben. In den Religionen steckt m.E. jede Menge archaische Psychologie, die bis heute unverstanden ist.
Außerdem hat Religion eine politische Komponente. Beim "politischen Islam" haben wir angefangen, diese zu diskutieren. Die politische Komponente ist aber in allen Religionen vorhanden, auch in Christen- und Judentum.
Religion als Mittel der Politik zu diskutieren wird uns aber verwehrt. Von unseren christlichen PolitikerInnen.
Religion ist zum einen "schwarze Psychologie", zum andern Mittel der Politik. So wie Krieg.

Meinen derzeitigen Überzeugungsstand formuliere ich so:
"Mit Hilfe erfundener Götter manipulieren Priester die Massen."

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Do. 27 Okt 2022 - 10:03

Antwort auf von A.S. (nicht überprüft)

Lieber A.S.
Ihr Fazit ist vollkommen richtig, so funktioniert Religion Weltweit, die ängstliche Masse Mensch fällt darauf rein und lässt sich damit leicht manipulieren.

wolfgang (nicht überprüft)

Di. 18 Okt 2022 - 10:24

Wie sagte Johann Wolfgang von Goethe so trefflich: "Die Geister, die man rief, wird man nicht mehr los!"

SG aus E (nicht überprüft)

Mi. 19 Okt 2022 - 21:09

Bisher hielt ich religiöse Toleranz, die bürgerlichen Freiheiten, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit für wichtige Errungenschaften der Aufklärung – und das deutsche Grundgesetz für einen sehr gelungenen Versuch, diese Maximen in die Realität umzusetzen. Da wundert es mich schon sehr, wie wenig Zustimmung diese Regeln unseres Zusammenlebens in der säkularistischen Szene erfahren.

Stichwort "Neutralität des Staates": Für die frommen Muslime mag es zuersteinmal eine Zumutung sein, dass ihr "heiliger" Ezan / Adhan vom Ordnungsamt ganz profan nach der TA Lärm behandelt wird und ihr Moscheeverein damit den gleichen Regeln unterliegt wie der Sportverein von nebenan mit seinen Stadiondurchsagen und Fangesängen. Der neutrale Staat kümmert sich eben nicht um den Inhalt der Aussage, sondern nur um die Dezibel, die die Einen den Anderen zumuten wollen. In Oer-Erkenschwick war es wohl, dass Leute, die zwischen Moschee und Sportplatz wohnten, gegen den Muezzinruf klagten – gegen Sportveranstaltungen aber nicht. Warum nicht? Sind sportliche Dezibel leiser als religiöse?

Aber wahrscheinlich ist der Streit um den Muezzin nicht mehr als ein gutes Beispiel für das sog. Integtrationsparadox: Fortschreitende und gelingende Integration schafft eben auch neue Konflikte. Aladin El-Mafaalanis Tisch-Methapher: Die Neubürger, die nun auch mit am Tisch sitzen, wollen nicht nur mitessen, sondern irgendwann auch mitbestimmen, was auf den Tisch kommt. Allerdings scheinen manche damit weniger gut zurechtzukommen als andere.

Ach übrigens: Da, wo ich wohne, kommen die meisten Dezibel von Kraftfahrzeugmotoren. Das dürfte bei vielen andern ähnlich sein. Insofern lenkt die Muezzin-Debatte von den eigentlichen Problemen in diesem Land nur ab.

Gisa Bodenstein

Die Autorin studierte Kulturgeographie mit den Wahlfächern Politische Wissenschaft, English and American Studies und Physische Geographie in Erlangen. Danach war sie für die Erlanger Nachrichten und die Berliner Morgenpost tätig. Seit 2017 arbeitet sie für den hpd und hat im April 2025 den Posten der Chefredakteurin übernommen.

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