Kommentar

Debatte um Bibeltext an der Berliner Schlosskuppel

Kuppel des Humboldt-Forums
Kuppel des Humboldt-Forums mit dem fraglichen Spruchband

Das als "Humboldt-Forum" wiedererrichtete Berliner Stadtschloss wird an der Kuppel von einem Spruch "verziert", der dazu aufruft, "zu Ehren des Vaters" und "im Namen Jesu" das Knie zu beugen und sich dem Christentum zu unterwerfen. Der von Beginn an vorhandene Protest gegen die Inschrift nimmt jetzt neu an Fahrt auf.

Das Humboldt-Forum versteht sich selbst als "Ort für Kultur und Wissenschaft, für Austausch und Debatten". Umso deutlicher muss die Frage erlaubt sein, weshalb dieser Bau mit einem riesigen Kreuz geschmückt wurde, das weithin sichtbar über der wohl religionsfernsten Stadt Deutschlands prangt. Einschüchterung? Missionierung? Auch als Hinweis auf die Geschichte taugt das ehemalige Stadtschloss nicht so richtig: Hat Berlin die Jahre ohne Kaiser und König doch ganz gut überstanden und das Bauland an der Spree auch zuvor ganz ordentlich zu nutzen gewusst.

Doch so wie immer in diesem Land, in dem die Trennung von Staat und Religionen nicht nur hinkt, sondern eher einbeinig daher kommt, wurden kritische Stimmen an Kreuz und Spruch geflissentlich überhört. Auch, dass die Mehrheit der Berliner gegen Kreuz und Spruch ist, war auf Grund des nichtexistenten Demokratieverständnisses der Kirche schnurzpiepegal.

Foto: © Frank Nicolai
Foto: © Frank Nicolai

Jetzt jedoch kommt wieder Schwung in die Debatte – und von ganz unerwarteter Seite. Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) antwortete auf eine Anfrage der CSU/CDU-Fraktion, ob es tatsächlich Überlegungen gebe, die Bibelzitate an der Kuppel (zeitweilig) zu überdecken. In der Antwort heißt es: "Die Bundesregierung ist sich der Problematik bewusst, die von einer städtebaulich und baukulturell begründeten, gleichwohl politisch und religiös interpretierbaren Wiederherstellung der monarchischen und christlichen Symbolik am Gebäude einer Institution wie des Humboldt Forums ausgeht." Der Bundesregierung sei klar, dass die "Symbolik von Kuppel, Kreuz und Inschrift" problematisch sei und plädiert daher für ein "[Kunstprojekt] zur temporären Überblendung der rekonstruierten Inschrift mit alternativen, kommentierenden und reflektierenden Texten".

Solche Überlegungen genügen, um einigen sofort Schaum vor dem Mund zu verursachen. Man konnte darauf warten, dass sofort dagegen "argumentiert" wird. Die Boulevardzeitung BZ wetterte: "Es ist schon merkwürdig, wie die Bundesregierung unter der Führung von Claudia Roth gegen Worte zu Felde zieht, die seit 2000 Jahren in der Heiligen Schrift stehen und die sie offenbar gar nicht verstanden hat." Auch der Ländervorsitzende für Berlin und Brandenburg des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CDU/CSU, Günter Nooke, schlug in diese Kerbe. Er warf Roth "Intoleranz gegenüber dem christlichen Glauben sowie den eigenen geschichtlich-kulturellen Wurzeln" vor. Die kultur- und medienpolitische Sprecherin der Unions-Bundestagsfraktion, Christiane Schenderlein (CDU), bekam es angesichts der Roth'schen Worte sogar mit der Angst zu tun: Sie befürchte – ließ sie den rbb wissen –, dass im nächsten Schritt das Kreuz auf der Kuppel infrage gestellt werde.

So also klingt es, wenn christlichen Politikern langsam schwant, dass Religion den Einfluss auf Politik und Gesellschaft verliert.

"Es ist erstaunlich und geschichtsblind zu meinen, diese von Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. selbst aus zwei Bibelzitaten zusammengestellte Inschrift für seinen Schlossbau sei einfach nur ein unpolitisches Zeichen von Religiosität", konterte Claudia Roth bei Spiegel-Online. Die Inschrift sei vielmehr eine eindeutige politische Botschaft, "die den allein von Gott abgeleiteten Herrschaftsanspruch des Preußenkönigs untermauere".

Und dies passt nun wahrlich nicht in die weltoffene Stadt Berlin.

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Kommentare (28)

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Fr. 4 Nov 2022 - 11:36

Wie lange müssen wir Atheisten uns noch diesen unterwürfigen Unsinn der Religion anhören und ansehen? sollte es einen Gott geben, so sollte dieser sich zeigen und ein Machtwort sprechen, solange dies nicht geschieht, ist und bleibt er NUR eine erfundene Fiktion welche man schon den Kindern im Kindergarten einredet.
Dieser hilft den Menschen in keinster Weise, sondern bringt nur den Verkündern Macht und Geld, deshalb wird er uns ständig und überall vorgeführt.

Franz Edler (nicht überprüft)

Sa. 3 Dez 2022 - 10:25

Antwort auf von Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Da muss ich natürlich widersprechen. Für mich ist es einmal mehr eine Bestätigung der Bibel.
Die Kuppelinschrift ist ein „Stein des Anstoßes“. Kann man sie nicht einfach ignorieren, wenn sie einem nichts bedeutet?

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Fr. 4 Nov 2022 - 11:45

Wie wäre es - als Kompromiss -, wenn die Buchstaben blieben, nur in völlig wirrer, zufälliger Anordnung? Das würde symbolisieren, dass das Christentum mit seinen obrigkeitsgläubigen Gedanken eben nicht mehr die diktatorische Ordnung vorgibt und - wie schon immer - letztlich nur Kauderwelsch produziert.

An das Kreuz würde ich die Plastiknachbildung einer Leiche hängen, wie sie nach 2.000 Jahren am Kreuz hängend aussehen würde. Auch das könnte manchem die Augen öffnen, welch verwester Leiche er huldigt und blind nachrennt...

Das ist ein großartiger Vorschlag. Leider wird er sich so schnell nicht umsetzen lassen, weil auch viele der vermeintlich Ungläubigen im Bundestag/Berliner Senat tief in ihren gedanklichen Kellern einer christlichen Indoktrination verharren. Ein Lob für Claudia Roth und ihre zaghaften Versuche, die Gesellschaft säkularer zu machen.

A.S. (nicht überprüft)

Fr. 4 Nov 2022 - 12:03

Der Spruch auf der Kuppel ist entlarvend. Auch bei der christlichen Religion geht es um Macht.
Wenn die Kirchen auch mittlerweile anderes behaupten, ist es doch seit der Ernennung des Christentums zur römischen Staatsreligion immer um Macht gegangen: Um Macht für die Päpste und deren klerikales Gesinde(l).
Mit einer kommentierenden Tafel am Gebäude wäre der Aufklärung mehr genutzt als mit einem "Kunstobjekt", dass die Inschrift überstrahlen soll.

Verena Albrecht (nicht überprüft)

Fr. 4 Nov 2022 - 13:59

Mich ärgert diese Inschrift auch jedes Mal, wenn ich dort vorbeigehe. Passt weder zu Berlin, noch zum Anspruch dieses Ortes. Man hätte lieber so etwas wie Artikel 1 des Grundgesetzes - "Die Würde des Menschen ist unantastbar" - als Inschrift nehmen sollen....

Roland Fakler (nicht überprüft)

Fr. 4 Nov 2022 - 14:21

Zur Erinnerung: Friedrich Wilhelm IV. war der Preußenkönig, der maßgeblich die bürgerliche Revolution von 1848 niedergeschlagen und damit die erste deutsche Demokratie verhindert hat. Hätte die damals gesiegt, wäre Deutschland und der Welt wohl vieles erspart geblieben. Dass dieser Mann durch sein Schloss wiederauferstanden ist und geehrt wird, ist mehr als ein Skandal, es offenbart die ganze Geschichtsvergessenheit unserer Politiker und die Macht der reaktionären Kirche.
Satt dem Bibelspruch sollte dort stehen: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus!"

Roland Weber (nicht überprüft)

Fr. 4 Nov 2022 - 14:47

Wie prachtvoll diese Schrift zur Geltung kommt, sehe ich erst jetzt!

Diesen bekennenden Unsinn sollte man sich wahrlich schenken – und nicht auch noch als Inschrift finanzieren. Das Thema „Schloss“ an sich und seine Bestimmung mag jeder sehen wir er will.

Wie gerade beiden Kommentatoren hier bestens bekannt ist, stritt man vor einiger Zeit in den Medien und hier in der regionalen Nachbarschaft vehement über eine noch immern hängende und läutende „Hitler-Glocke“. Diese muss man nicht vernichten, aber man sollte sie nicht hängen lassen - auch wenn der Schriftzug nur im Glockenturm sichtbar ist. So viel läutende und andauernde Verehrung ist als bleibendes Erinnerungsstück unangebracht.

Wie ist es mit den mittelalterlichen Darstellungen von sog. „Judensäuen“ (ein Jude küsste den Hintern einer Sau oder säugt) an Kirchen? Hier wäre sogar das Entfernen der Originale angebracht! Was man aber merkwürdigerweise nicht für erforderlich hielt. Eine irgendwie aufklärende Hinweistafels soll da genügen.
Bei Neu-Errichtungen/Wiederaufbauten würde sich da gewiss keine Partei mehr dafür stark machen, dass diese „Botschaft“ nachgebildet und somit auch weiterhin erhalten bleibe.

Wieso also war/ist dieses "christliche Bekenntnis" am Schloss dann nachbauens- bez. erhaltenswert – und auch mit den Steuergeldern Nichtkirchlicher finanzierenswert?

Diese aktuell aufgemachte Propaganda ist vollkommen unangebracht! Gewiss trägt es jedoch zur Distanzierung bei - und dürfte damit genau das Gegenteil von dem erreichen, was die Befürworter und Erbauer sich dabei gedacht haben.
Bekanntlich sieht die Kirche mit ihrem Personal und ihrem propagierten Glauben nie besonders gut aus, wenn sie nicht auf gläubige Anhänger, sondern kritisch eingestellte und in Religisonsfragen informierte Mitmenschen treffen.

Gerhard Lein (nicht überprüft)

Fr. 4 Nov 2022 - 15:28

Dieses Gebäude mit seinen frömmelnden Geschichtsklitterungen ist einfach ärgerlich. Neben dem Bibelschriftzug rund um die Kuppel ist da ja auch noch das Kreuz mit dem Reichsapfel - mit 1 Mio. Euro. gestiftet von der Otto-Patriarchin aus Hamburg. Damit hat sie "elegant!?" die Debatte vermeiden geholfen, ob der Verfassungs-Staat heute noch Kreuze auf öffentlichen Gebäuden finanzieren sollte.
https://www.sueddeutsche.de/kultur/berlin-schloss-otto-1.4925561.

KDL (nicht überprüft)

Fr. 4 Nov 2022 - 16:11

Selbst Claudia Roth verweist darauf, dass kultur - bzw. baugeschichtliche Erwägungen für Kreuz und Inschrift handlungsweisend gewesen sind. Auch Agnostikern und Atheisten können das abendländisch- christliche Erbe, wie es sich in Kunst
und Architektur zeigt - in Abteien und Klöstern z. B. - als kulturgeschichtlich bedeutsam erachten und schätzen.
Und natürlich geht es im vorliegenden Fall auch um die Symbolik des monarchischen Gottesgnadentums. Wie anders.
Ein anderes Beispiel:
Bei archäologischen Grabungen bis tief in die Schichten der Römerzeit - z.B. beim Limes, den villae rusticae, den Aquaedukten - kann von militärischer Strategie nicht abgesehen werden, aber auch nicht von der bewundernswerten römischen Technik.
Natürlich wollen Heutige nicht etwa von den Römern überrannt werden, nur weil sie die zivilisatorischen Fertigkeiten und strategische Weitsichtigkeit schätzen.
Und schon gar nicht wollen heutzutage Deutsche von Kreuzrittern überrannt werden, nur weil das Kreuzessymbol einer architektonisch gelungenen Teilwiederherstellung des Preußenschlosses - also der historischen Provenienz - entspricht.

Udo Endruscheit (nicht überprüft)

Fr. 4 Nov 2022 - 17:24

CSU-Mandatsträger waren bei Twitter gleich wieder mit den "christlichen Werten" bei der Hand, die "dieses Land prägen würden (hoffentlich nicht) und die Frau Roth verleugne und missachte. Dass sich der klare Blick auf den unsäglichen Topic der "christlichen Werte" mit zunehmender Äquatornähe deutscher Landen bislang noch nicht recht geöffnet hat, ist hinreichend bekannt.

Nun aber ausgerechnet diese aggressive, deutlich einen missionarischen Imperialismus religiös rechtfertigende Inschrift wie die am Humboldt-Zentrum zum religiösen Symbol zu stilisieren und in Schutz zu nehmen, das ist schon mehr als grenzwertig. Irgendwo habe ich offenbar hirnphysiologisch bedingte Verständnisschwierigkeiten, wenn so ein Text, nur weil er auf "Bibelzitate" zurückgeht, sakrosankt sein soll.

Wie gehabt: aus Anlass der gut nachvollziehbaren Äußerungen von Frau Roth (ich kenne nicht viele gut nachvollziehbare von ihr) derart auszurasten und mal wieder zu postulieren, dies sei ein "christliches Land", ist unsäglich. Und entspricht in keiner Weise dem Anspruch unserer Verfassung. Solche Statements machen erst recht das Problem deutlich, das sich in der Kuppelinschrift in Berlin in goldenen Buchstaben zeigt.

Dass die Entscheidung beim Wiederaufbau, Inschrift und Kreuz als Teile einer geschichtlichen Rekonstruktion beizubehalten, nicht leichtfiel, ist gut erinnerlich. Letztlich fiel sie aber gewiss nicht deshalb, um ein Monument für "christliche Werte in einem christlichen Land" fröhliche Urständ' feiern zu lassen. Beim nächsten Mal kann man sich des Missbrauchs solcher Entscheidungen für ein immer noch verbreitetes Gott-und-Vaterland-Denken immerhin sicher sein - und sich anders entscheiden.

David Z (nicht überprüft)

Fr. 4 Nov 2022 - 18:28

Ist der Bau nicht dem Original nachempfunden? In diesem Falle würde mich weder das Kreuz noch der Spruch stören, da sie historische Zeichen ihrer Zeit sind.

Roland Weber (nicht überprüft)

Mo. 7 Nov 2022 - 16:00

Antwort auf von David Z (nicht überprüft)

Es besteht ein bedeutsamer Unterschied zwischen "belassen" (sogar sog. "Judensäue" an Kirchen) und einem Neubau/umfassende Restauration!
Ein Hinweisschild am Boden, dass da dereinst ein wunderbarer Spruch rund um die Kuppel zu lesen gewesen sei: " ..Wortlaut .." hätte dem Geschichtsinteressierten und -bewussten genügen sollen/müssen!

Helmuth Dau (nicht überprüft)

Fr. 4 Nov 2022 - 19:01

Na ja, dieses ganze Schloss aus Beton ist sehr ungluecklich. Erichs Lampenladen war zwar potthaesslich, aber Geschichte - haette ich vorgezogen.
Diese misglueckte christliche Symbolik kommt noch dazu - alles vergurkt.
Und unsere Kulturpolitiker wagen den Rollback: der Genitiv verschwindet zugunsten des Dativs und dieser zugunsten des Akkusativs. Hier ist mal in einer oeffentlichen Verlautbarung von Kulturpolitikern der Dativ zugunsten des Genitivs vergurkt worden: "die von einer ... Wiederherstellung der ... Symbolik ... einer Institution wie des Humboldt Forums ausgeht.". Muss heissen "... wie dem Humboldt Forum ausgeht.", die Genitive fuer "Symbolik" und "Institution" sind korrekt, mit dem "Forum" ist es genau einer zu viel. Kommt schon mal vor beim schachteln.

Ich muss Ihnen widersprechen: der Lampenladen war nicht potthässlich, er war im Vergleich mit vielem, dass danach entstanden ist - insbesondere aber nicht ausschließlich im Vergleich mit dem jetzt dort erbauten Potemkinschen Dorf - ein Stück ordentlicher Architektur. Dazu noch einer im Konzept als Ort der Politik und Treffpunkt der Bürger gleichzeitig wesentlich besser als Sinnbild der Demokratie taugender Architektur, als dieser Potemkinbau oder die Riesensäulenbauten des Bundestags.

Thomas Baader (nicht überprüft)

Sa. 5 Nov 2022 - 08:30

Sorry, ich bin Atheist, aber das ist nicht meine Art Atheismus. Ich will durchaus eine klare Trennung von Kirche und Staat (sinnvoll wäre es z.B., dass nicht länger der Staat die Kirchensteuer einzieht), aber eine Inschrift an einem historischen Gebäude oder, wie in diesem Fall, an der Rekonstruktion eines historischen Gebäudes, sollte bleiben, unabhängig davon, ob es hier einen religiösen Hintergrund gibt oder nicht. Das ist meiner Meinung nach das falsche Ziel für atheistischen Aktivismus.

Dem kann ich mich anschließen!

Was leider oft vergessen wird:
Unter der Kuppel war im Original die Schlosskapelle untergebracht und nur darauf bezogen sich damals das Kreuz und die Inschrift, also nicht auf das Schloss als ganzes!

Ja, nun haben wir hier nicht mit dem Original zu tun, sondern mit einem Nachbau aus Beton und mit der Kapelle (die dort erst gibt es nach der Märzrevolution errichtet wurde und nicht mal 100 Jahre existierte) offenbar auch nicht. Wenn dem Ersatz des viel länger existierenden Apothekerbaus und weiterer Schlossflügeln durch einen zeitgenössischen Bauteil nichts entgegen gestanden hat, warum muss so eine Aufschrift rekonstruiert werden?

Max Große Hündfeld (nicht überprüft)

So. 13 Nov 2022 - 09:48

Antwort auf von Thomas Baader (nicht überprüft)

Das gehe ich voll mit, die Kultur und Herkunft aendern zu wollen, indem man historische Symbole und Inschriften ausradiert ist immer kritisch. Mir hätte allerdings noch besser gefallen, wenn Erichs Lampenladen als Zeitzeugniss stehen geblieben wäre. Anders ist es wieder mit den Unzähligen Nazisymboliken, bei denen ich froh bin, dass sie entfernt wurden. Im Sinne der Geschichtswahrung sollten aber auch aus dieser Zeit und aus der DDR Zeit das ein oder andere Zeugnisse bewahrt werden. Ist also wohl nicht so einfach. Kann das weck oder ist das Kultur.

A.Müller (nicht überprüft)

Sa. 5 Nov 2022 - 12:06

Wo ist das Problem? Ich verstehe es wirklich nicht. Lasst das Gebäude einfach stehen wie es ist. Warum muss man sich an allem so aufregen. Es ist Kultur und bleibt Kultur. Wir befinden uns im Land mit Religionsfreiheit. Berlin ist bunt! Das macht diese Stadt auch so besonders. Wir können Menschen mit andern Überzeugungen stehen lassen, auch wenn wir nicht mit allem übereinstimmen. Ick bin ein Berliner! :-)
#Die Kuppel bleibt

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Mo. 7 Nov 2022 - 11:50

Antwort auf von A.Müller (nicht überprüft)

Kultur ist Kultur, O.K. aber warum muss ich als Atheist die Kirchen weiterhin von meinen Steuern finanzieren obwohl ich seit vielen Jahrzehnten aus dem Verein ausgetreten bin?
Wer an einen "Gott" glaubt, sollte diesen auch finanzieren, aber Nichtgläubige von Zwangsfinanzierung befreien.
Da es aber den Kirchen und den Kirchenaffienen Parteien nur um Macht und Geld geht, wird
darauf keine Rücksicht genommen.
Der mündige Bürger ist NUR die Melkkuh für deren Interessen.

Thomas B. Reichert (nicht überprüft)

Fr. 18 Nov 2022 - 22:44

Antwort auf von A.Müller (nicht überprüft)

Kultur ist alles was der Mensch erschafft hat und nicht Natur ist. Und somit ist Kultur auch Sklaverei, Folter, Krieg, Diktatur ... und auch Religion, wobei Religion und insbesonders die abrahamitischen Religionen nichts anderes sind als geistige Versklavung - bewusste Volksverdummung, wobei es hier je nach sozialer Kaste unterschiedliche Wissensstufen und Ideenlehren gibt. In der obersten Wissensstufe herrscht die böse Naturrechtslehre - eine Gesellschaft braucht nicht nur Intelligente, sie braucht auch Menschen welche sich unterordnen, beherrschen und nutzen lassen. Damit man Menschen ködern, führen, formen, trösten und schlussendlich nutzen kann muss man Geschichte fälschen, Wissen zensieren, Kinder indoktrinieren .... und diesen induzierten kollektiven Wahn noch als etwas positives verkaufen. Dieses Macht- und Herrschaftsinstrument gehört komplett aufgearbeitet und das Vermögen an die Nachfahren der Opfer zurückgegeben - 24.000 Euro für jeden.

wolfgang (nicht überprüft)

Fr. 11 Nov 2022 - 16:56

Solche Schriftzüge mit bahrem Unsinn an einer Schlosskuppel haben da nichts zu suchen.
Das ist ein öffentliches Gebäude und keine Bedürfnisanstalt für Gläubige!

Die Diskussionen zeigen, dass es Zeit wäre, sich einmal grundsätzlich mit Geschichte und ihren Zeugnissen auseinanderzusetzen.
Ärgerlicher als der Schriftzug an sich ist in meinen Augen die Instandhaltung der Kirchen auf Kosten der allgemeinen Steuerzahler. Allein die Instandhaltung des Kölner Domes kostet (wie ich gelesen habe!) jährlich rund 1 Million Euro. Und das ist nur ein (!) Dom …

Soll man alle Kulturgüter - wie sie auch Kirchen oder sonstiges, das sich mit erkennbar christlichen oder religiösen Bezügen darstellt- verfallen lassen? Bei einem unter Denkmalschutz stehenden Schloss die eingebaute Kapelle dem Zahn der Zeit überlassen?

Dann sind wir bald auch bei Bücherverbrennungen, Denkmäler-schleifen (Friedrich II. wegen „Preußentum), Straßenumbenennungen (Karl-der-Schlächter-Platz) usw.?!

Alles dicke Bretter!

Maik Fischer (nicht überprüft)

Sa. 19 Nov 2022 - 11:10

Interessante Kommentare und Diskusionen, es zeigt nur mehr das unser Land immer mehr Geshichtsvergessen wird, denn Grundlagen unserer Demokratie und unseres Sozialsystems entstammen nun mal Biblischen Ursprungs. Geht ganz einfach zu prüfen! Aber dann einen Spruch aus zuradieren, der die Verantwortung von Machthabern vor einer höheren Macht und deren Maßstäbe zu bedenken gibt, ist gefährlich, denn es eröffnet und das sehen wir nicht erst heute, die Tür für Boshaftigkeit, Hass und Rechtsbeugung. Es ist eben kein Herrschaftsanspruch des Christentums, sondern der Anspruch der Verantwortlichkeit vor einem Schöpfergott, der nun mal auch da ist und der auch jeden Nicht-Machthaber zu seiner Verantwortung in Familie, Gesellschaft und Land zur Rechenschaft ziehen wird.

@ Maik Fischer Mit dem "Schöpfergott" hat man Kanonen gesegnet – Sie sind "geschichtsvergessen": Geschichte am Beispiel der Portale IV und V des Berliner Schlosses: "Bei Beginn des Ersten Weltkriegs hielt Kaiser Wilhelm II. am 31. Juli 1914 vom Balkon des Portals V[31] die erste seiner zwei Balkonreden an zehntausende im Lustgarten versammelte Berliner. Die Ansprache sollte die Menschen auf den bevorstehenden Krieg einstimmen. Ihr folgte am 1. August eine zweite vom bodentiefen Fenster des Säulensaals über dem Portal IV., in der Wilhelm Deutschlands Eintritt in den Krieg verkündete und die Burgfriedenspolitik einleitete. Diese Rede, die am 6. August 1914 durch Veröffentlichung im Reichsanzeiger und eine im Januar 1918 angefertigte Schallplattenaufnahme große Verbreitung fand, machte das Portal IV zu einem historischen Ort.[32] (…)"

https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Schloss

Klaus Weidenbach (nicht überprüft)

Fr. 2 Dez 2022 - 17:34

Antwort auf von Maik Fischer (nicht überprüft)

Wieviele Schöpfergötter gibt es denn, welchen meinen Sie? Ahura Mazda, Allah, Amun, Daksha, Enki, Huitzolopochtli, Chronos....? Sie sind alle gestorben, weil keiner mehr an sie glaubt. Und das ist gut so.

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