Psychologie
Gibt es eine Atheistophobie?
Foto: pixabay.com, CC0 Public Domain
Atheisten werden eher eines Verbrechens verdächtigt als Gläubige. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Vergleichsstudie, die negative Vorurteile über Atheisten untersuchte.
Vorgestern wurde ein Bericht in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift "Nature Human Behaviour" veröffentlicht, der für Aufsehen sorgt. Eine Arbeitsgruppe um Will M. Gervais von der University of Kentucky befragte 3256 Menschen aus 13 Ländern und kam dabei zu einem überraschenden Ergebnis: Nicht nur in stark religiös geprägten Staaten, sondern auch in mehrheitlich säkularen sind anti-atheistische Vorurteile weit verbreitet.
In der Umfrage mussten die Studienteilnehmer entscheiden, ob sie ein grausames Verbrechen wie ein Serienmord eher einem Atheisten oder einem Gläubigen zutrauen würden. Der Atheist wurde dabei etwa doppelt so häufig mit dem Verbrechen assoziert. Das intuitive moralische Misstrauen gegenüber Ungläubigen zeigte sich dabei auch bei Teilnehmern, die sich selbst als Atheisten bezeichneten. Nur in Finnland konnten keine deutlichen Vorurteile gegenüber Atheisten festgestellt werden.
Die Forscher sehen die Ergebnisse mit Sorge: Anti-atheistische Vorurteile seien ein Problem, das sich auf Beschäftigung, das soziale und familiäre Leben sowie auf Wahlen auswirke. So zeigt eine ältere Studie von Will M. Gervais, dass Atheisten die schlechtesten Chancen bei einer Präsidentschaftswahl in den USA haben. Die Stimmbereitschaft betrug bei ihnen nur 45 Prozent, während 92 Prozent der Befragten afroamerikanische Kandidaten, 88 Prozent Frauen und 87 Prozent Hispanics wählen würden.
Nachtrag (06.09.2017):
Die Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid) kritisiert die Studie als "methodisch mehr als fragwürdig". Der vollständige Beitrag kann hier gelesen werden: www.fowid.de/meldung/atheisten-sommerloch
Kommentare (52)
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Die Studie belegt, dass auch
Die Studie belegt, dass auch deutsche Politiker (intuitiv?) Recht haben, wenn sie auf "Gott" und Bibel ihren Amtseid ablegen. Wir kommen aus einer Welt, die immer religiös sortiert war. Selbst im ansonsten liberalen oder mindestens toleranten Polytheismus war es ausgeschlossen, dass ein Atheist geduldet wurde. Viele Philosophen haben darunter gelitten.
Der Atheist ist gegen die Gemeinde, er ist ein Störenfried, ein Querulant, ein Besserwisser, ein Rechthaber. Gläubige fügen sich in die Gemeinde, lassen sich instrumentalisieren und rümpfen nicht die Nase über den Geisterglauben anderer.
Gerade heute, wo die Gläubigen weniger werden und selbst konfessionsübergreifend zusammenrücken müssen, will man einander nicht weh tun. Da lassen Juden den Christen auch mal die Trinität durchgehen und Christen akzeptieren, dass Juden Jesus nicht als Messias anerkennen. Und die Muslime glauben an den "Gott" Abrahams oder im Westen wenigstens an die Religionsfreiheit.
Da kann man sich arrangieren. Nicht aber mit denen, die alles infrage stellen. Die die Basis angreifen, den Urgrund für den Glauben - für den Sinn der Existenz. Wer mag sich schon all die liebgewonnenen Märchen und Trostpflästerchen, die wohlig-schaurigen Geschichten vom Beginn der Welt und Menschwerdung nehmen lassen? Diese Stoffe, die Hollywood liebt und der Pfarrer/Rabbi/Imam verbreitet?
Nein, den Spielverderber, der schon im Sandkasten gebrüllt hat, unsere echte Pistole sei bloß aus Holz und er habe keine Angst davor, konnte schon damals niemand leiden. Warum sollte das heute anders sein...?
Herr Kammermeier: sie sollten
Herr Kammermeier: sie sollten vielleicht mal "The magic of reality" von Richard Dawkins lesen. Nicht weil Dawkins der Gott der "Atheisten-Religion" sei, sondern weil er sehr schön und klar zeigt warum Ihre ganzen Vorwürfe voll daneben sind. Atheist heisst lediglich a-Theist, also ein nicht-Glauben an Göttern; wie macht das einem zum Querulanten? Und wenn manche sich zusammentun und sich aussprechen ist es nur weil organisierte Religion immer noch viel zu viel Macht und Privilegien hat und somit z.B. die Freiheit von Meinungsäusserung oder Freidenken bedrohen kann. Ich möchte bitte selber entscheiden was ich denke.
Es gibt nur Atheisten weil es Theisten gibt; jedes Kind wird als Atheist geboren.
Muss man heutzutage wirklich
Muss man heutzutage wirklich vor jede überspitzte, ironische Bemerkung einen "Achtung Ironie-Button" setzen? Ich denke, ein aufmerksamer Leser wird verstehen, wie ich gemeint habe, was ich geschrieben habe.
"Es gibt nur Atheisten weil es Theisten gibt; jedes Kind wird als Atheist geboren."
Ganz nebenbei: Niemand wird als Atheist geboren, denn dazu müsste das Neugeborene etwas von "Gott" wissen und sich dann bewusst gegen dieses Konzept aussprechen. Da hierzu ein neugeborener Mensch intellektuell außerstande ist, wird jeder Mensch konfessionsfrei geboren.
Den Atheismus - wie Sie richtig schreiben - gibt es nur solange des Theisten gibt. Jetzt einmal kurz nachdenken: Wenn es eines Tages keine Theisten mehr geben sollte, wird der Mensch dann immer noch als Atheist geboren...?
Lieber Robert, Sie irren!
Lieber Robert, Sie irren! Kein Kind wird als Atheist geboren. Auch nicht als Sozialdemokrat, Kommunist, Kapitalist oder anderweitig ideologisch geprägt.
Kinder werden geboren ohne jegliche ideologische Prägung. Was sie kennen, ist die Wärme der Mutter, deren Stimme und deren Launen.
Um A - theist zu sein, benötige ich erstmal eine gewisse Kenntnis des Theismus, diese Kenntnis hat ein Neugeborenes nicht.
Und wenn Sie nun argumentieren, das Kind sei OHNE Religion geboren, so bezieht sich das ja auf ALLE Neugeborenen, auch auf die, die zwangsgetauft und christlich zurechtgebogen werden!
Hallo Robert,
Hallo Robert,
E. Voland schreibt in seinem Buch "Soziobiologie" auf S. 227: "Children appear born to believe" resümiert entsprechend der evolutionäre Psychologe Bulbulia (2007, S. 632) nach seinem Überblick über einschlägige kognitions- und entwicklungspsychologische Studien, und Kelemen (2004) behauptet auf der Grundlage dieses Wissens, dass Kinder "intuitive Theisten" seien.
Hallo Ockham,
Hallo Ockham,
wohl kaum überraschend: Religion bedient sich von mehreren "Mechanismen" die wir mittlerweile quasi-fest eingebaut haben (deswegen wird Religion oft "the blind passenger of evolution" genannt). Da kann ich nur "Why we believe in god(s)" von J. Anderson Thomson raten; der Autor erklärt ganz schön und prägnant warum Leute als "intuitive Theisten" erscheinen könnten.
Und selbstverständlich werden Kinder nicht "gott-ablehnend" geboren. Ich bitte. Kinder werden ganz einfach ohne Idee von irgendwelcher Gottheit geboren und sind somit "gottlos" - atheistisch also. Das Präfix "a-" heisst doch letztendlich nicht aktive Verneinung (ein kognitiver Prozess) sondern ein simpeles "Nichtvorhandensein".
Ja, Atheisten sind
Ja, Atheisten sind Spielverderber, die die schöne imaginäre Welt des Glaubens zerstören wollen. "Atheist" ist für die vielen immer noch ein böses Schimpwort. Wenn also die Frage das Wort "Atheist" enthalten hat, war die Frage fast überflüssig.
Selten einen solchen Unsinn
Selten einen solchen Unsinn gelesen! Ein Atheist erklärt nichts über (Räuber-)Pistolen, schon gar nichts über hölzerne. Er sagt einfach "nein!" auf die banale Frage "glaubst du an Gott?"
Leider können bzw. wollen die meisten Gottesverehrer "Atheisten" nicht von "Anti-Theisten" unterscheiden. Das gehört aber eben zu dem Anti-Atheisten-Hype hier im Land!
K.
Ich finde die Parallele sehr
Ich finde die Parallele sehr aussagekräftig. Man baut sich mehr oder weniger bewußt eine Scheinwelt auf und dann kommt ein Klugscheißer und zerstört mit der offensichtlichen, banalen und grauen Realität diese heile Welt. Der ist wirklich fast ein Verbrecher.
Ich unterscheide zwischen
Ich unterscheide zwischen einem wissenschaftlichen Atheismus und einem ideologischen Atheismus. Für Letzteren bin ich ein Feindbild, weil ich mich von einem pauschalen Religionshass distanziere. Der Wille, die Welt zu verändern, ist etwas anderes als Andersdenkende zu diskriminieren. Ich meine, der Atheismus müsste sachlicher werden und zwischen der wissenschaftlich begründeten Erkenntnis und dem emotional begründeten ideologischen unterschiedslosen Religionshass unterscheiden. Vielleicht könnte dadurch das Image des Atheismus verbessert werden. Jedenfalls kann das Misstrauen gegen den Atheismus nicht nur bei den Anderen gesucht werden.
IMHO hat der Atheismus hat
IMHO hat der Atheismus hat nichts mit Religionhass zu tun. Atheismus ist ein "Normalzustand", er braucht nicht einemal den Begriff Religion zu kennen. Leider ist das Wort Atheismus ist ungeignet das auszudrucken, da es bereits das Theismus quasi als Normalzustand voraussetz.
Sie schreiben:
Sie schreiben:
"IMHO hat der Atheismus hat nichts mit Religionhass zu tun."
Da will ich Ihnen voll zustimmen. Das Problem ist, dass in der Praxis von vielen Atheisten der Religionshass kultiviert wird. Darum meine Unterscheidung zwischen "wissenschaftlichem Atheismus" und "ideologischem Atheismus."
Ich kann nicht beurteilen, ob
Ich kann nicht beurteilen, ob ein Herr Doktor E.L. mich nun als "wissenschaftlichen" oder "ideologischen Atheisten" bezeichnen würde, würde er mich kennen. Ich bin Atheist, weil ich zwecks Meisterung meines (langen!) Lebens noch nie eines Gottes bedurfte. Im Gegensatz zu vielen Christen, die nie gelernt haben, Andersdenkende zu tolerieren bzw. respektiern, habe ich auch nicht die geringsten Probleme damit, religiös geprägte Mitbürger zu respektieren, solange sie sich sozialverträglich in unsere Gesellschaft einfügen.
Ich brauche und habe kein Feindbild, und ich möchte - bei aller berechtigter Kritik an den Machenschaften der Glaubensfirmen - auch niemandes Feindbild sein. Christentum - sehr geehrter Herr Doktor - IST eine Ideologie. Atheismus ist keine Ideologie, weder wissenschaftlich noch ideologisch, und auch kein religiöser Glaube!
Früher bezeichnete ich mich
Früher bezeichnete ich mich als "Atheistischer Katholik", nunmehr als "Evolutionärer Katholik". Dies deshalb, weil ich mich von der kritischen Menge von Atheisten, die den Religionshass einfordern, auch äußerlich distanzieren will. Dabei bekenne ich mich nach wie vor zu einem monistischen Weltbild und den Werten des evolutionären Humanismus.
Herr Dr. EL, kann es sein,
Herr Dr. EL, kann es sein, dass die von Ihnen vorgetragenen Spiegelfechtereien dem Zweck der Eigendarstellung wenig dienlich sind, da es sich nicht um weltanschauliche Vergemeinschaftung handelt, sondern nur um glaubensunabhängige Standpunktdarlegung? Da es um Fakten geht, sollten Fantasieprodukte einer Realitätsdarlegung nicht im Wege stehen.
Bleiben wir bei den Fakten.
Bleiben wir bei den Fakten. Ich bekenne mich zu einem monistischen Weltbild und den Inhalten des evolutionären Humanismus. Trotzdem bin ich davon abgekommen, mich als atheistischer Katholik zu bezeichnen. Dies darum, weil es nicht nur zum guten Ton vieler Durchschnittsatheisten gehört, die Religionen zu verachten und als größtes Übel in der Menschheitsgeschichte darzustellen. Ich habe um meine Überzeugung gerungen, in den Schoß gefallen ist sie mir nicht. Wenn Sie meine Überlegungen für Spiegelfechterei ansehen, dann waren meine Kirchen- und Religionskritiken ebenso Spiegelfechtereien. Ich meine, dass Ihre Antwort aufzeigt, mit welcher Missachtung Atheisten einem Menschen entgegentreten, der ausgegebenen Parolen nicht Gefolgschaft leisten will. Wenn der Atheismus unter den Menschen Anerkennung finden will, muss er ein gerütteltes Maß an Selbstkritik und Empathie lernen und nicht ständig geflügelten Worten, wie „Ich bin ein Gegner der Religion. Sie lehrt uns, damit zufrieden zu sein, dass wir die Welt nicht verstehen. (Untertitel des Buchs Dawkins, Der Gotteswahn) nachzulaufen. Nicht umsonst habe ich weiter unten Lea Salomom zitiert.
Hallo Herr Kammermeier,
Hallo Herr Kammermeier,
es ist durchaus erfreulich, wenn sich unter den Bezeichnungen für Atheisten auch Komplimente wie "Besserwisser" und "Rechthaber" finden lassen. :-)
Woher kommt das pauschalisierende Vorurteil, dass Atheisten eher böse Taten zugetraut werden? Dazu folgende Vermutung:
Christen führen als Beweis für den Zusammenhang zwischen Gottlosigkeit und Unmoral meistens Hitler, Mao und Stalin an. Es handelt sich hier allerdings um einen logisch fehlerhaften Schluss von beliebigen Einzelfällen einer Gruppe auf die Gesamtmenge.
Bei Hitler handelt es sich um ein fehlerhaftes Beispiel. Hitler zahlte als Katholik zeitlebens pünktlich seinen Kirchenbeitrag, sah sich als Erfüller der Vorsehung und Vollender des Werk Jesus Christus im gemeinsamen Kampf von Protestantismus und Katholizismus gegen den Feind der Juden und ließ Beamte und Angehörige von Wehrmacht und SS ihren Eid "bei Gott" schwören (vgl. Hitler, 70/http://www.theologe.de/adolf-hitler_martin-luther.htm).
Angesichts jahrhundertelanger Praktiken der Ketzer- und Hexenverbrennungen und der Verfolgung von Juden oder Homosexuellen, schätzen religionskritische Denker das Christentum als die "intoleranteste Religion" und die "kulturelle Gesamtbilanz" des Christentums als "insgesamt verheerend" ein (Beck, 129/Schnädelbach 2009, 173).
Kann ein Fazit in Bezug auf die Moralität von Christen im Vergleich zu Atheisten gezogen werden?
Ehrlicher ist es wohl einzugestehen, dass eine nüchterne und objektive Bilanzierung nicht zuletzt aufgrund der vielfältigen Verflechtungen religiöser Einflüsse mit kulturellen, sozialen und politischen Faktoren unmöglich und eine prinzipielle Antwort auf diese Weise nicht zu finden ist (so Schnabel, 113/Hoerster, 62).
Quelle: Religionsethik, Dagmar Fenner, 2016, vgl. S. 132 f.
Nicht bange machen lassen,
Nicht bange machen lassen, nur ein neuer Schachzug, Vorurteile zu Atheisten auszubauen.
Solange mir ein Gott nicht persönlich sagt,meine atheistische Seele sei ernstlich gefährdet,
mache ich mir keine Sorgen. Sorgen bereiten mir nur jene Menschen, die dem Gotteswahn unterworfen sind, denn die sind zu allem fähig aber sonst zu nichts. Welcher Atheist möchte schon Präsident werden. Der ist viel zu intelligent für jenes Amt.
Atheistophobie, welcher Geist hat sich denn so einen Mist ausgedacht? Ach ein Christ?
Wenn es schon eine
Wenn es schon eine Klerikalphobie gibt, dann darf es, der Ausgewogenheithalber, auch eine Atheistophobie geben. Da wollen wir Kirchen- und Glaubensgeschädigte, doch mal Großmut walten lassen, oder?
Wen wundert es, dass das
Wen wundert es, dass das durch Religionen beeinflusste Denken solche Resultate hervorbringt? Können die Befragten zwischen Freidenkern und Atheisten überhaupt Unterschiede erkennen? Nur weil den Kleriker-Göttern eine Absage erteilt ist, soll ein Mensch automatisch dem gewaltbereiteren Spektrum zuordenbar sein? Was ist mit den Missetaten, die im Namen der Kleriker-Götter begangen sind und begangen werden? Klärung durch vorurteilsfreies Denken tut not.
Was ist wirklich der
Was ist wirklich der Unterschied zwischen Freidenkern und Atheisten?
Als Denkhilfe:
Als Denkhilfe:
Freies Denken erweist seine Evidenz in der Sache und nicht durch eine Autorität.
Atheismus bezeichnet die Abwesenheit oder Ablehnung des Glaubens an Gott bzw. Götter (Theismus). Im engeren Sinne bezeichnet der Atheist jedoch die Überzeugung, dass es Gottheiten nicht gibt.
Bitte bei der Frage bleiben.
Bitte bei der Frage bleiben. Ich sprach nicht vom "freien Denken" sondern von "Freidenkern". Trotzdem kann ich Ihren Ausführungen nicht folgen.
"Freidenker ist eine Bezeichnung für Menschen, die für eine selbstständige und selbstverantwortliche Lebensgestaltung im Sinne der Aufklärung eintreten und jeden religiösen Glauben, Gottesglauben und kirchliche Dogmen ablehnen oder allgemeiner sich als Atheisten, Agnostiker, Skeptiker und säkulare Humanisten verstehen.
Im engeren Sinne bezeichnet der Begriff Menschen, die sich in der Freidenkerbewegung engagieren, z. B. als Mitglied in einem Freidenkerverband." Wikipedia "Freidenker".
Realität und Rationalität
Realität und Rationalität schließen eine Zuordnung nach von Ihnen gewählter Gruppierungskennzeichnung aus. Gewissen, durch Indoktrination geleiteten Kreisen, fällt es schwer, sich von "Denkvorgaben" grundlegend zu befreien. Ja sie wollen es auch nicht, da ansonsten ihre Welt aus den Fugen gerät. Und freies Denken ist keineswegs dem "Kästlesdenken" zuordenbar.
Das muss man sich auf der
Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Da gibt es einen katholischen Theologen, der sich zum evolutionären Humanismus bekennt und dem vorgeworfen wird, dass er sich von „Denkvorgaben“ nicht befreien kann. Das ist nicht nur eine kühne und beleidigende Aussage. Sie geht auch am Anliegen des Threats vorbei. Er sollte doch kein wehleidiges Gejammer darüber sein, wie ungerecht die Welt mit dem Atheismus umgeht, sondern eine scheinbar vorhandene Tatsache zur Diskussion stellen, um eine Trendumkehr zu diskutieren. Weil ich mich weder von religiösen noch von atheistischen Denkvorgaben vereinnahmen lassen will, werde ich in einer Weise abgekanzelt, die ich als beleidigend empfinde. Sind Sie sich, Herr Dieter Bauer, bewusst, wie Sie durch solche Aktionen der Sache Atheismus schaden? Bekunden Sie damit nicht, dass man sich auch im Atheismus an Denkvorgaben halten muss, um nicht „exkommuniziert“ zu werden?
Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, dass das Wort „Atheismus“ keinen gesetzlichen Schutz hat. Jeder darf sich als Atheist bezeichnen. Vielleicht ist das Wort „wissenschaftlicher Atheismus“ keine glückliche Bezeichnung, es versucht jedoch, eine Differenzierung zu machen. In meinen Augen ist ein wissenschaftlicher Atheismus jener, der von einem Weltgeschehen ausgeht, das wissenschaftlich erkennbar und erklärbar ist. Wollen Sie ableugnen, dass die Tatsache, dass es Religionen gibt, wissenschaftlich erkennbar und erklärbar ist? Anders ist es mit den Glaubensinhalten der Religionen. Sie weichen so stark voneinander ab, dass man sie nicht als inhaltlich wahr anerkennen kann. Dadurch ist es offenkundig, dass der menschlichen Vorstellungswelt und nicht der realen Welt entspringen. Da die kulturelle Evolution nicht mit dem heutigen Menschen begonnen hat, muss man davon ausgehen, dass sich auch die menschlichen Werte parallel zur kulturellen Evolution entwickelt haben. Da es jedoch auch heute noch ein großes kulturelle Gefälle zwischen den Völkern dieser Welt und seinen Bewohnern gibt, ist es unrealistisch, alles über einen Leisten zu schlagen. Unrealistisch empfinde ich auch die Machtsucht vieler Atheisten, wenn sie sich selbst zu Vertretern aller religionsfreien Menschen machen. Diese können höchstens eine Zielgruppe der Atheisten sein. Können Sie vielleicht wirklich sagen, wer von den aus der Kirche Ausgetretenen Monist ist und wer daran glaubt, dass er „Irgendetwas“ geben muss?
Ich könnte noch mansch anderen Gedanken zum Thema beitragen. Aber die Wenigen zeigen, dass es grundfalsch ist, sich gegenseitig wegen der bestehenden Atheistophobie an zu agitieren. Überlegen wir uns lieber, was w i r tun können und müssen, um in der Welt ein besseres Image zu haben.
.... und das "Kästchendenken"
.... und das "Kästchendenken" nimmt kein Ende. Auch noch so launige Umschreibungen und wohlgemeinte Erklärungsversuche sind ungeeignet, von freiem Denken abzulenken. Selbst einem legitim erscheinenden Versuch weiterer Indoktrination wird kein Erfolg beschieden sein. ..... die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten..... weder Pulver noch Blei... d i e G e d a n k e n s i n d f r e i. ......
Nochmals meine ich, dass Ihre
Nochmals meine ich, dass Ihre Mentalität der Sache schadet. Sie engagieren sich häufig im Pressezentrum und übernehmen dadurch in gewisser Hinsicht eine Leitfunktion und Orientierungshilfe für andere. Da sollten Sie doch umsichtiger vorgehen. Anderenfalls könnten Sie und mit Ihnen der Atheismus an Glaubwürdigkeit verlieren. Erschreckend für mich ist, wie rasch Sie auf Allgemeinplätze ausweichen bzw. ausweichen mussten. Ja, die Gedanken sind frei! Nicht nur Ihre, sondern auch meine und die von anderen, die diese Diskussion verfolgen.
Sie werfen mir ohne Begründung „Kästchendenken“ vor, nur weil ich es gewagt habe, aus gegebenem Anlass auch über den Atheismus kritisch zu denken? Wäre ich denkfaul, würde ich Sie mit einem Leiter einer selbsternannten atheistischen Glaubenskongregation halten, der ex cathedra entscheiden will, was gedacht und gesagt werden darf, soll und muss. Gehe ich aber davon aus, dass wir Menschen nicht nur körperlich dem Tierreich entstammen, interessiert mich auch die Evolution des „Tier im Menschen“. Was empfand ein Urmensch, der in seiner Höhle die Naturgewalten erlebte? Bestehen vergleichbare Ängste noch im heutgen Menschen? Wie wichtig für das Überleben waren Revierkämpfe? Wie äußern sie sich in unserer Welt? Wie wirkt die Beobachtung, dass Tiere erfolgreiche Situationen wiederholen auf unsere Rituale? Welche Funktion haben Leittiere bei Rudeltieren und bei Herdentieren? Welche Kämpfe bestehen dabei in der Natur? Ab wann spaltete sich die Herrschaft über ein Rudel in Anführer und geistigen Führer? So gibt es tausende Fragen, die die Evolution des Tiers im Menschen betreffen. Der westliche Kulturmensch wurde zu einer Leitkultur mit Leitwerten, die für ihn richtig sind und waren. Sind alle Völkern und Nationen so weit, dass sie diese nachvollziehen können? Ist ein Leistungssport ohne Aufbautraining möglich? Man sagt, die Geschichte sei Lehrmeisterin für uns Heutige. Zeigt sie nicht, dass nur systemisches Denken der menschlichen Wirklichkeit gerecht wird? Erwarten wir uns Aufklärung oder wertende atheistische Denkdiktatur? Letztere ist sicher leichter und angenehmer, weil man mit Verachtung eines Parvenus auf Menschen herabschauen kann, die noch nicht dort angekommen sind, wo man selbst steht. Würden Atheisten sich mehr um solche Fragen, als die der Ausgrenzung kümmern, wäre auch das Image des Atheismus ein besseres. Ich schätze MSS sehr, weil er bereit und fähig ist, ganzheitlich zu denken. Mit Ihnen möchte ich jedoch die Diskussion beenden, weil sie in einen sinnlosen Kampf mit Windmühlen enden würde.
Es ist schon erstaunlich,
Es ist schon erstaunlich, dass eine Unterscheidung von Freidenkern zu Atheisten sooo schwer fällt. Den Atheismus lassen sich Frei-Denker nicht aufs Auge drücken. Dass Realisten rationales Denken und Wirken den Meinungen fantasieorientiert Denkender den Vorzug geben, dürfte nicht verwundern in Anbetracht der Schäden, die duch Wunschdenken angerichtet sind. Realität schlägt Fantasie. Und Wissenschaft wird siegen, da sie funktioniert. Ganz im Gegensatz zu unbeweisbarem Geistweltdenken.
Ein Realist und Frei-Denker kann und wird sich den Wunschvorgaben fantasieorientierter Gruppierungen nicht unterordnen lassen.
Mit freundlichen Grüßen des Freidenkers Dieter Bauer !
.... die Diskussion beenden,
.... die Diskussion beenden, weil sie in einen sinnlosen Kampf mit Windmühlen enden würde. ....
Da werde ich den Verdacht nicht los, dass die Sprachlosigkeit der Kleriker auf Grund fehlender Beweisführungsmöglichkeit ihrer Fantasiegebildendarstellung beruht. Mit Wissenschaft hatten und haben Theologen seit je her große Schwierigkeiten. Da erweisen sich alle Mäntelchen in den Darstellungskünsten der Fantasie Produzierenden letztlich als untauglich gegen rationales Denken; auch wenn das als aufregend angesehen wird.
Dass selbst Atheisten zu
Dass selbst Atheisten zu glauben scheinen, sie selbst seien "böser" als Menschen mit einem Glauben, zeigt eine Unterordnung, die sich höchstwahrscheinlich aus der Weltsicht ableitet, dass Mehrheiten stets im Recht sind, besser sind, die Guten sind.
Dabei gibt der Bezug auf Wertvorstellungen zunächst keinerlei Aussage über die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft. Sie können hier wie da ausgeprägt sein, verbinden sie sich allerdings in einem gemeinschaftlichen Glauben an eine höhere Macht und an eine Institutionalisierung der eigenen Religion, was eigentlich grundsätzlich ein höheres Misstrauen auslösen sollte, mit einer wenigstens gedanklich doch fassbaren Überzeugung, die eine möglicherweise angeborene Hoffnung nach Sinnhaftigkeit erfüllt.
Offenkundig sehen sich Atheisten sogar als "fehlerhaft" an, es "fehle" ihnen an einer Überzeugung an einen Gott, was wiederum ja impliziert, dass selbst Atheisten einen Gottesglauben nicht völlig ausschließen. Dies wiederum aber nur aus einer häufig zu beobachtenden Leere: Wie wird das "Vakuum" gefüllt, das bei Atheisten an der Stelle Gottes im Gegensatz zu religiösen Menschen eine "Lücke" hinterlässt?
Niemand weiß, ob der Platz für einen Gott je vorgesehen war - oder ob er nicht einfach ein "Mehr" ist in den Köpfen, auch eine Mär, die lediglich Sehnsüchte bedient, grundsätzlich zum Überleben aber nicht nötig ist.
Die Wissenschaft wird stärker diskutieren müssen, ob die Meinung, Atheisten seien eher böse und zu Verbrechen bereit, aus einer falsch verstandenen Zuschreibung und gleichsamen Verwechslung von Moral, Glaube, Ethik und Lehre entstammt - oder ob der Mensch im Geheimen, in seinem Gehirn überhaupt nicht anders kann, als davon überzeugt zu sein, an das Gute nur über ein religiöses (Gottes-)Verständnis zu gelangen.
Und selbst, wenn dem so sei, kann der konsequent denkende Atheist noch immer dagegenhalten, dass auch diese Haltung nur ein Denken ist, das die Realität nicht abbilden muss.
Die Kurzstudie ist für
Die Kurzstudie ist für Interessenten und als Diskussionsgrundlage verfügbar als pdf-Datei:
https://www.nature.com/articles/s41562-017-0151.pdf
Irre ich mich? Diese
Irre ich mich? Diese Kurzstudie nennt von den europäischen Staaten doch nur das UK. Hat sie für uns Mitteleuropäer überhaupt eine Relevanz?
(: ...Irre ich mich? ... :)
(: ...Irre ich mich? ... :)
Möglicherweise feiert das "Kästchendenken" Urstände. So lange an nicht belegbarem Fantasiegedankengut fest gehalten wird, ist eine Wende zu dringend notwendigem rationalen Denken ausgeschlossen, auch wenn dem von dogmatisch argumentierenden Klerikerkreisen heftigst widersprochen wird. Wo kein Beweis, da Realitätsmangel, also Fabelwesensdarstellung.
Macht doch bitte mal
Macht doch bitte mal folgendes Experiment. Nehmt eine Online-Bibel z.B.
https://www.biblegateway.com/quicksearch/?quicksearch=gottlos&qs_version=LUTH1545
Gebt in die Suchmaske - oben links - das Wort „gottlos“ ein. Es erscheinen 298 Stellen.
Das Interessante ist: „Gottlos“ wird immer mit „ungerecht“, „unmoralisch“, „schlecht“ „sündig“ in Verbindung gebracht. Eigentlich lustig, wo doch noch nie jemand einen Gott – was immer das sei – gesehen hat.
Müssen wir uns im 21. Jahrhundert solche Hetze gefallen lassen?
Hier sind die ersten Ergebnisse meiner Suche.
1 Mose 18:23
und trat zu ihm und sprach: Willst du denn den Gerechten mit dem Gottlosen umbringen?
1 Mose 18:25
Das sei ferne von dir, daß du das tust und tötest den Gerechten mit dem Gottlosen, daß der Gerechte sei gleich wie der Gottlose! Das sei ferne von dir, der du aller Welt Richter bist! Du wirst so nicht richten.
2 Mose 9:27
Da schickte Pharao hin und ließ Mose und Aaron rufen und sprach zu ihnen: Ich habe dasmal mich versündigt; der HERR ist gerecht, ich aber und mein Volk sind Gottlose.
2 Mose 23:1
Du sollst falscher Anklage nicht glauben, daß du einem Gottlosen Beistand tust und ein falscher Zeuge seist.
2 Mose 23:7
Sei ferne von falschen Sachen. Den Unschuldigen und Gerechten sollst du nicht erwürgen; denn ich lasse den Gottlosen nicht Recht haben.
4 Mose 16:26
und er redete mit der Gemeinde und sprach: Weichet von den Hütten dieser gottlosen Menschen und rührt nichts an, was ihr ist, daß ihr nicht vielleicht umkommt in irgend einer ihrer Sünden.
5 Mose 9:4
Wenn nun der HERR, dein Gott, sie ausgestoßen hat vor dir her, so sprich nicht in deinem Herzen: Der HERR hat mich hereingeführt, dies Land einzunehmen, um meiner Gerechtigkeit willen, so doch der HERR diese Heiden vertreibt vor dir her um ihres gottlosen Wesens willen.
5 Mose 9:5
Denn du kommst nicht herein, ihr Land einzunehmen, um deiner Gerechtigkeit und deines aufrichtigen Herzens willen; sondern der HERR, dein Gott, vertreibt diese Heiden um ihres gottlosen Wesens willen, daß er das Wort halte, das der HERR geschworen hat deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob.
Usw.
Gut , "man" kann an alles
Gut , "man" kann an alles glauben, so auch daran, dass Atheisten eher eines Verbrechens fähig sind als religiös gläubige Mitbürger. Statistisch gesehen ist das sicherlich grober Unfug oder (strafbare!) üble Nachrede.
Nehmen wir nur ein Beispiel: Das staatlich katholisch geprägte Polen (aber auch andere staatlich religiös geprägte Länder können genau so gut dafür herhalten): nach wie vor sind ca. 95% der Polen mehr oder weniger katholisch, Atheisten kommen dort so gut wie gar nicht vor, über Atheismus wird dort auch nicht diskutiert, ist kein Gesprächsthema. Und die Gefängnisse sind voll mit Verbrechern und Sündern! Das sollte den Menschen, die solche Thesen aufstellen und denen, die Ihnen hinterher laufen,doch zu denken geben! Scheinbar braucht die dumme Volksmasse immer einen Sündenbock! Mal sind es die Juden, dann die Zigeuner, dann die Gastarbeiter, dann die Flüchtlinge, und jetzt sind die Atheisten dran?
Ich denke, dass Atheisten bei
Ich denke, dass Atheisten bei den Gläubigen einen wunden Punkt berühren. Auch Christen leben in der heutigen Welt, in der es Konsens ist, dass es keine Geister und keine Monster unter dem Bett gibt. Was aber ist dann mit Gott, dem heiligen Geist? Irgendwie fühlt man sich blöde in diesem Dilemma, und wer ist Schuld? Natürlich, die Atheisten!
Ich habe mir zwei Theologen
Ich habe mir zwei Theologen aufs Korn genommen. Die ersten Fragen wurden recht phrasenhaft beantwortet, auf die nächsten Fragen kamen keine Antworten mehr. Wahrscheinlich sind sie mit ihrem Latein am Ende.
Ich behaupte, Theologen können nicht selbstständig denken, ihnen wurde das eigene Denken an der Kirchenpforte abgenommen.
Wolfgang Schäfer hat
Wolfgang Schäfer hat geschrieben:
"Ich behaupte, Theologen können nicht selbstständig denken, ihnen wurde das eigene Denken an der Kirchenpforte abgenommen."
Du suchst wieder den Feind außen, statt Dich damit zu befassen, warum es eine Atheistenphobie gibt. Lea Salomon schreibt in Michael Schmidt-Salomon & Lea Salomon, Leibnitz war kein Butterkeks, Vollständige E-Book-Ausgabe der im Piper Verlag erschienenen Buchausgabe 1. Auflage 2011, Seite 7:
"Wenn ein Getränkehersteller herausfindet, dass seine Limonade bei den Leuten nicht ankommt, dann heißt es nicht: `Die doofen Konsumenten haben mal wieder versagt. Egal, wir bleiben bei unserem Rezept!´ `Nee, ein solcher Getränkehersteller würde so lange neue Geschmacksrichtungen ausprobieren, bis er die Leute endlich erreicht.´ Lea grinste, `Jeder weiß, dass das vernünftig ist. Nur Ihr Philosophen habt das offenbar nicht begriffen. Kein Wunder, dass sich kaum jemand für euch interessiert."
"Theologen können nicht
"Theologen können nicht selbstständig denken"
Ich würde das so formulieren:
"Theologen können/wollen/dürfen nicht selbstständig denken"
Man müsste moderne
Man müsste moderne Psychologen und Wissenschaftler fragen, ob das rationale Denken überhaupt wirkungsvoll unterdrückt werden kann. Jedenfalls gibt es viele Theologen, die in zivile Berufe abgewandert oder sogar aus ihrer Religionsgemeinschaft ausgetreten sind. Von KatholikInnen, die in kirchlichen Institutionen im Gesundheits-, Erziehungs- und Unterrichtsbereich tätig sind, weiß ich, dass sie ihren Arbeitsplatz verlieren, wenn sie die kirchlichen Lehren kritisierten. Denken wir auch noch daran, dass die Religionsgemeinschaften zu den wichtigsten Arbeitgebern zählen, eine große Bedeutung in der staatlichen Verwaltung und durch ihr Kapital in der Wirtschaft einen gewichtigen Einfluss haben. Leider kann ich keine Ergebnisse von Umfragen finden, die von unabhängigen Institutionen anonym bei dieser Zielgruppe durchgeführt wurden. Ich denke darum, dass auch sehr viele Theologen zwischen zwei Stühlen sitzen.
Aus eigenen Erfahrungen mit
Aus eigenen Erfahrungen mit Theologen habe ich festgestellt, viele sind in ihrem Herzen keine Theologen mehr, möchten aber ihren Versorgungsstand nicht verlieren und auch von der Pension angemessen leben. Wenn ich mich gegenüber Theologen als Atheist bekannte,
erhielt ich grinsend die Antwort, "Ich mache nur meinen Job!" Und bei einer Kommunion überreichte mir der Pfarrer das Tablett mit dem Fleisch mit den Worten: "Essen Sie, essen Sie, man lebt nur einmal! "Und das sagen Sie als Pfarrer?" "Na klar, ich weiß doch Bescheid!"
Mit großem Bedauern habe ich
Mit großem Bedauern habe ich Ihren durchaus glaubwürdigen Beitrag gelesen. Es scheint genügend Priester und Laien zu geben, die in ihrer Jugendzeit aus Überzeugung in die Dienste der Kirche getreten sind, später aber ihren Glauben sukzessive verloren haben. Ein klares Bekenntnis zu ihrer nunmehrigen Überzeugung können sie sich nicht leisten, weil sie damit ihre Existenzgrundlage verlieren würden. Ich denke dabei nicht nur an im kirlichen Dienst tätige Laien, Diakone, und Priester, sondern auch an manche hochrangige Kleriker.
Mag sein, dass Sie, Herr Wolfgang, kein Verständnis dafür haben, wenn ich zwischen Religion und Religionsausübung unterscheide. Ich tue es jedoch deshalb, weil Religionen viele attraktive Betätigungsfelder haben. Der Leiter eines Kirchenchors, ein Organist, Sänger und Instrumentalisten können in erster Linie Musiker und keine Gläubige sein. Auch Atheisten können von der musikalischen Wucht eines Bruckner Tedeums hingerissen sein. Ebenso können hervorragende Künstler, die einer kirchlichen Kunstgalerie vorstehen, in erster Linie primär Kunstbegeisterte sein. So hat jeder seinen persönlichen Schwerpunkt, der ihm wichtiger ist als theologische „Wahrheiten“. Menschen sind Gemeinschaftswesen, die nur in „Rudel“ existieren und ihre Bedürfnisse befriedigen können. Keiner von uns will als Märtyrer sterben, sondern leben.
Heute erschien im Humanistischen Pressedienst ein Interview zum Buch „Konfessionslosigkeit aus kirchennaher Sicht“. Ich möchte zum Interview einen Kommentar schreiben und habe mir außerdem das Buch bestellt. Sie bitte ich als Mensch, der sich einem monistischen Welt- und Menschenbild zugehörig fühlt, um Verständnis dafür, dass sowohl religiöse als auch atheistische Fundamentelisten kaum etwas zum Wellbeeing der Menschheit beitragen.
Jedenfalls herzlichen Dank für Ihren Beitrag
Welche Religion ich bekenne?
Welche Religion ich bekenne?
Keine von denen, die du mir nennst.
Und warum nicht?
Aus Religion
Friedrich Schiller
Ich bin ein Gegner der Religionen.
Sie lehren uns damit zufrieden zu sein,
das wir die Welt nicht verstehen.
Richard Dawkins
Ein Christentum kann keine Religion sein, denn sie muss vom Staat geschützt und gestützt werden. Da dürfte doch etwas oberfaul sein, diesem unmenschlichen Kadaver aus früheren Zeiten.
Dass Sie sich zu keiner
Dass Sie sich zu keiner Religion bekennen oder bekennen wollen, ist mir seit Langem bewusst. Wenn Sie jedoch genau lesen, können Sie erkennen, dass ich lediglich darauf Bezug nehmen wollte, dass nicht alle, die einer Religionsgemeinschaft angehören, dies aus Glaubensüberzeugung tun. Dem Buch Fincke, Mit Gott fertig?, entnehme ich auf S 140, dass viele deutsche Arbeitssuchende sich evangelisch taufen lassen, weil sie einen in kirchlichen Institutionen nur dann unterkommen, wenn sie Christen sind. Kann man annehmen, dass sie damit auch den Glauben ihrer Kirche übernehmen?
Darum halte ich nochmals fest, dass die Religionszugehörigkeit und die Glaubensakzeptanz auseinanderklaffen und der Atheismus auch bei vielen Mitgliedern von Religionsgemeinschaften verbreitet ist
Dann sind wir uns ja endlich
Dann sind wir uns ja endlich einig: Wer sich für eine der etablierten Religionen "bekennt", bedeutet nur, er will seinen Status nicht gefährden. Mit der eigentlichen Religion hat das nichts zu tun. In meiner Verwandschaft hat eine atheistisches Ehepaar seine adoptierten Kinder katholisch taufen lassen (So was geht!!) um ihnen nicht die Zukunft zu verbauen.
Sie bleiben aber bei ihrer atheistischen Einstellung, aber was macht man nicht alles in
Bayern, damit Ruhe im Bau herrscht.
Ich habe übrigens noch niemals im Leben gebetet (warum auch?) und es geht mir ziemlich gut. Nur das Christentum stört mich in meinem Leben, da setze ich mich aber überheblich drüber weg. Ein Gott hauchte dem Klumpen Lehm Leben ein und erschuf den Menschen.
Ich blase zurück und lasse den Christengott verblassen. Mit verachtungsvollen Grüssen, Amen.
"Warum gehen Sie am Sonntag in die Kirche?"
"Um Gott zu dienen!"
"Und? Ist er je anwesend gewesen? "
Jeder Mensch hat seine eigene
Jeder Mensch hat seine eigene Vita. Ihre und meine sind grundverschieden. Was mich an Ihrer Antwort stört, sind die verachtungsvollen Grüße. Verachten Sie mich deswegen, weil ich unter anderen Verhältnissen aufgewachsen bin? Das nehme ich doch nicht an. Was Ihnen in den Schoß gefallen ist, musste ich mir mühevoll erarbeiten. Ich hoffe, dass Sie verstehen, was ein monistisches Weltbild ist und was es bedeutet, dass ich mich zu den Werten des evolutionären Humanismus bekenne. Vielleicht kennen Sie auch das Wort Toleranz. Darf ich nicht meiner Entwicklung und angestammten Gesellschaft gegenüber tolerant sein? Wenn ich mein Leben als Bilderbuch betrachte, muss ich jetzt viele Seiten aus ihm herausreißen, nur um von Ihnen nicht verachtet zu werden? Ich würde Ihnen die Lektüre des Buchs Schmidt-Salomons, Die Grenzen der Toleranz, empfehlen. Außerdem möchte ich Ihnen sagen, dass ich 85 Jahre alt bin und keine Chance mehr habe, mir einen neuen Gesellschaftskreis aufzubauen. Soll ich Ihnen zuliebe vereinsamen? Mein Bekenntnis zum Monismus hat mich bereits viele menschliche Kontakte gekostet. Das nahm ich gerne in kauf. Doch den gesellschaftlichen Märtyrertod will ich auf keinem Fall sterben, auch wenn Sie mich deshalb verachten.
Sie fragen mich, warum ich in die Kirche gehe? Wenn Sie das ernst meinen, könnten wir über das Ob, Wie-oft und Warum sowie darüber, was ich dabei empfinde, schon diskutieren. Genaueres könnten Sie in meinem Buch Emmerich Kathala, Sehnsucht, Hoffnung und Liebe nachlesen. Sie können es über Kindle unlimit kostenlos lesen, Ihnen würde ich sogar ein kostenpflichtiges Exemplar auf meine Kosten zukommen lassen oder ein Buch aus dem Restbestand der ursprünglichen Printversion kostenlos zuschicken. Warum? Weil ich mich für Ihre Kommentare bzw. eine allfällige Rezension interessieren würde.
Anmerkung:
Am 21. August 2017 wurde das Buch „Konfessionslosigkeit aus kirchennaher Sicht“ im hpd vorgestellt. In meinen beiden Kommentaren können Sie vielleicht auch ein wenig über mich erfahren.
Zur Information: mit den
Zur Information: mit den "verachtungsvollen Grüssen" meine ich nicht Sie, sehr geehrter Herr Dr. Lakatha, sondern meine Verachtung bezieht sich auf das Christentum. Nach meinen jahrelangen Recherchen und Erfahrung mit dem sogenannten Glauben, den scheinheiligen kirchlichen Verkündigungen und Heilsversprechen, der Hass auf Atheisten, hat mich zu einem eifrigen Atheisten gemacht. Das habe ich u.a. den Menschen zu verdanken, die auf dem Index der katholischen Kirche landeten. In der heutigen Zeit arbeiten Dieter Nuhr, Volker Pispers, Prof. Horst Herrmann, Prof. Gerd Lüdemann, Dr.Dr. Joachim Kahl u.v.a. an der Volksverdummung, genannt Christendumm.
Sokrates wurde hingerichtet, weil er nicht an die griechischen Götter glaubte. Wo sind die mächtigen Götter heute?
Wo sind Zeus, Odin, Mithras, Jupiter, Saturn u.v.a. heute? Es "regieren" ca. 2700 Götter auf der Erde. Bis heute wurde kein Gott persönlich gesehen oder gehört? Ist da nicht
meine Verachtung berechtigt, wenn ein Glaube nur mit Lügen, Betrug, Mord und Totschlag
erhalten werden konnte?
Ich danke Ihnen, das Sie mir so viel Aufmerksamkeit entgegengebracht haben. Auch ich bin ein "alter Hase" und es gibt für mich noch viel zu tun! Amen.
Es ist nicht zu fassen,
Es ist nicht zu fassen, Kleriker können es nicht lassen ihren "Labertrank" über die Menschheit auszugießen. Es ist wie bei vielen Produkten des täglichen Konsums; was auf der Verpackung angeprießen wird entspricht meist nicht dem Inhalt. Was fehlt, ist Wahrheit, ist Ehrlichkeit.
Darf ich aus DDR-Erfahrung
Darf ich aus DDR-Erfahrung anmerken, dass man dort zwar im allgemeinen die Christen eher belächelte ob ihres alten Weltbildes. Trotzdem war die Vorstellung, dass Christen anständige Menschen sind, weit verbreitet. Zumindest hielt man sie im alltäglichen Leben nicht für prinzipiell schlechter als die atheistische Mehrheit!
Ja, liebe Brunhild, so ist
Ja, liebe Brunhild, so ist das eben: Toleranz funktioniert nur auf Gegenseitigkeit!
Und das Wort Toleranz gegenüber Anders- oder Nichtgläubigen kommt eben in keinem Bibeltext vor, wird auch (zumindest offiziell) in der Kirche nicht gepredigt.
Atheisten können nicht
Atheisten können nicht beichten und somit müssen sie einfach die besseren Menschen sein.
Ätsch!
Das Christen anständige Menschen sein sollen, wird damit revidiert! Es war ja auch nur eine vage Vorstellung. Es gibt ja auch keine Unterschied zwischen einem atheistischen oder christlichen Tod. Tod für alle!
Und man darf nicht vergessen, Atheisten geht es auch nicht besser oder schlechter als den Christen. Steht schon bei Hiob. Hiobsbotschaften gab es immer nur bei den Christen, die lieben solche Sachen. Atheistische Hiobsbotschaften sind mir nicht bekannt.
Säkularenphobie - ist in der
Säkularenphobie - ist in der BRD so verbreitet, dass wir weiter zum EuGH, BGH, BVerfG, DIM, Antidiskriminierungsverbänden, Amnesty usw. gehen müssen! Und bei allen christl. Parteifreunden das Ende dieser Diskriminierung bedingenden Vorurteile anmahnen müssen. Sie widerspricht diametral dem Geist christlicher Nächstenliebe und dem der Feindesliebe. Genügt nicht einmal dem schwächeren Toleranzdenken. Säkulare sind toleranter als Christen. Christen haben ein besseres Selbstbewußtsein entwickeln können. Pharisäer werden solche seit Bibelzeiten genannt.
Diese menschen-/atheistenverachtenden Tendenzen greifen wegen des unsäglichen Staatskirchenrechts in der BRD besonders gut. Dranbleiben! Nur Mut! Karin Resnikschek