Gentechnik-Gegner: Schlecht informiert und meinungsstark

Der Bioladen um die Ecke, der mit "genfreiem" Gemüse warb, hat längst dichtgemacht. Heute befriedigen die großen Supermärkte und Discounter die enorme Nachfrage nach Produkten ohne Gentechnik. Als "Frankenfood" verschrien, haben genetisch veränderte Lebensmittel einen schlechten Ruf, obgleich Wissenschaftler den Verzehr als sicher einstufen.

Ob Information und Aufklärung helfen, die irrationale Angst zu vermindern? Eine aktuelle Studie versetzt dieser Hoffnung einen gehörigen Dämpfer. Ein Team von nordamerikanischen Psychologen befragte dafür mehr als 2.000 Personen in Frankreich, Deutschland und den USA zu ihrer Einstellung gegenüber Gentechnik und präsentierte ihnen eine Liste von 15 Aussagen über Genetik und Wissenschaft, die sie jeweils als wahr oder falsch bewerten sollten. Eine weitere Aufgabe bestand darin, in einer Selbsteinschätzung den eignen Wissensstand auf den Gebieten Genetik und Naturwissenschaften zu beurteilen. Dabei zeigte sich, dass diejenigen mit den größten Vorbehalten gegen genetisch veränderte Lebensmittel am wenigsten darüber wussten.

"Je weniger jemand über Gentechnik weiß, desto stärker widerspricht er dem wissenschaftlichen Konsens", resümieren die Forscher. Dabei hielten sich gerade Personen mit geringem Sachwissen für bestens informiert.

Dieses Auseinanderklaffen von realem und geschätztem Wissen ist eng mit extremistischen Ansichten verbunden, so Philip Fernbach, Erstautor der Studie. Unvoreingenommene Personen sind demnach besser in der Lage, ihren Kenntnisstand einzuschätzen.

Dagegen spielen Bildungsstand und politische Einstellung kaum eine Rolle, schreiben die Forscher. So weit Linke und Konservative in anderen Fragen auch auseinander liegen, bei der Ablehnung von GMOs sind sie sich einig. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei der Einstellung zur Gentherapie zur Behandlung von Krankheiten. Andres sah es jedoch beim Klimawandel aus. Dort sei die Diskussion so stark politisch polarisiert, dass Personen die Position des Lagers übernehmen, in dem sie sich selbst verorten

Das Ganze erinnert an den bekannten Dunning-Kruger-Effekt: Inkompetenz auf einem bestimmten Gebiet führt dazu, dass die Betroffenen die eigenen Irrtümer und Wissenslücken übersehen und sich gerade deshalb für besonders kompetent halten.

In einem ersten Impuls möchte man schmunzeln über eine so groteske Selbstüberschätzung. Doch die Betroffenen sind keine Minderheit. In einer früheren Befragung schätzten nur 37 Prozent der Amerikaner genetisch veränderte Lebensmittel als sicher ein, unter den befragten Wissenschaftlern waren es 88 Prozent. Auch in der aktuellen Studie lehnten 93 Prozent die grüne Gentechnik ab. Forscher dagegen bescheinigen der Technologie ein Potenzial zur Verbesserung der Welt-Ernährungssituation: Durch genetische Veränderung lassen sich Nutzpflanzen mit erhöhtem Nährstoffgehalt und besserer Haltbarkeit züchten, die höhere Erträge bringen und widerstandsfähiger gegen Erkrankungen sind.

Mit schierer Information wird sich kaum eine höhere Akzeptanz der Gentechnik erreichen lassen. Derartige Initiativen haben sich bereits in der Vergangenheit als wenig erfolgreich erwiesen. Deshalb schlagen Fernbach und sein Team eine andere Strategie vor. Im ersten Schritt soll sich das Publikum der eigenen Wissenslücken bewusst werden, und erst anschließend die Fakten erfahren. Doch wie können Wissenschaftskommunikatoren das erreichen? Diese Frage dürfte zukünftigen Forschungen ein breites Betätigungsfeld eröffnen.

Kommentare (104)

Andreas (nicht überprüft)

Do. 7 Feb 2019 - 12:41

Wer Gen-Technik nicht gut findet, ist eben doof. So wie ich. Klar, ich überschätze mich auch selber: "Dunning-Kruger-Effekt" ... anders gesagt: Solch einen Artikel möchte ich nicht noch einmal beim Humanistischen Pressedienst lesen.

Das sollte kein lustiger Kommentar sein, sondern darauf hinweisen, dass du selbst wohl kaum an der Umfrage teilgenommen hast.
Also bezieht sich der Artikel auch nicht auf dich.

Der Artikel behauptet auch nicht, dass jeder, der gegen Gentechnik ist, sich im Bereich Gentechnik selbst überschätzt, sondern nur eine große Gruppe. Letzteres ist in der Studie tatsächlich nachgewiesen worden, wenn ich den Artikel richtig verstehe.

Und ob du Autor bist oder nicht, ist irrelevant bei der Frage nach der Gefahr der Gentechnik.
Auch sollte niemand, der dem Artikel inhaltlich nicht zustimmt, darüber bestimmen, ob er veröffentlicht wird.

Dann habe ich noch eine Frage:
Was ist Gentechnik?
Ab welchem Jahr/ welcher Technik ist Gentechnik gefährlich?

Manfred H. (nicht überprüft)

Di. 12 Feb 2019 - 14:22

Antwort auf von Andreas (nicht überprüft)

Sie dürfen beim hpd schreiben, weil Sie sich bei einem ganz bestimmten, eng umgrenzten Thema - welches allerdings mit Biologie nicht das Geringste zu tun hat - sehr gut auskennen.

..."solch einen Artikel"... die Kritik an diesem Artikel ist so konkret wie die an der Gentechnik. Sie hätten die Gelegenheit gehabt, ein Gegenbeispiel zu liefern. Stattdessen haben Sie das gezeichnete Bild mit Ihrem Kommentar nur bestätigt.

Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

Do. 7 Feb 2019 - 23:02

Antwort auf von Andreas (nicht überprüft)

Ich möchte dauernd solche Artikel auf hpd lesen. Genauso wie es nicht oft genug betont werden kann, dass sich Leute entgegen aller wissenschaftlichen Informationen über die Unwissenschaftlichkeit des homöopathischen Voodoo immunisieren, geschieht dies in gleichem Maße in Bezug auf die angeblichen Gefahren der gentechnisch veränderten Lebensmittel. Keinerlei Fakten über die angebliche Schädlichkeit, aber totale Ablehnung aus einem reinen Bauchgefühl heraus. Es reicht doch die obligatorische Kennzeichnung, dann kann sich jeder das aussuchen, was er mag.

libertador (nicht überprüft)

Fr. 8 Feb 2019 - 10:42

Antwort auf von Andreas (nicht überprüft)

Sie sollten das Ergebnis der Studie hier nicht verfälschen. Diejenigen, die gegen Gentechnik waren, kannten sich damit unterdurchschnittlich mit gentechnisch veränderten Lebensmitteln aus, meinten aber gutes Wissen zu haben.
Das heißt nicht, dass jeder Gegner doof sein muss, da ihre Ablehnung nicht auf Basis der Konsumsicherheit begründet wird. Mein Eindruck ist, wie auch bei unteren Kommentare zu sehen, das bei einem Großteil der Opposition ökologische und technik, bzw. wirschaftspolitische Gründe (Monopole und Patente) verbunden werden.
Welchen Grund haben Sie gegen Gentechnik zu sein?

André Hahnwald (nicht überprüft)

Fr. 8 Feb 2019 - 12:16

Antwort auf von Andreas (nicht überprüft)

Du willst also nicht von wissenschaftlichen Erkenntissen beim hpd lesen, sondern lieber von irrationale Ängsten?

Ja, Unwissen für Wissen zu halten ist dumm. Aber so geht es nahezu allen. Die Fachgebiete sind nur unterschiedlich.

Kay Krause (nicht überprüft)

Fr. 8 Feb 2019 - 12:43

Antwort auf von Andreas (nicht überprüft)

Hallo, Herr Andreas! Das müssen Sie ja auch nicht: Sie können Artikel, Die nicht Ihrer Kragenweite entsprechen, einfach überschlagen und löschen, oder sich beim hpd abmelden.
Mir gefällt auch vieles nicht, was Ihre(?) BILD-Zeitung schreibt. Darum kaufe und lese ich sie nicht! Aber vielleicht gibt es doch eine große Anzahl von Lesern, die sich für kritische Artikel dieser Art interessieren. Wollen Sie derjenige sein, der bestimmt, was wir gefälligst zu lesen haben, und was nicht? Zur Pressefreiheit gehört auch die Leserfreiheit!
;it freundlichem Gruß,
Kay Krause

@ Kay Krause Wie kommen Sie auf "Bild-Zeitung"? Ich sagte, dass ich Autor beim "Humanistischen Pressedienst" bin.

Lieber Herr Andreas, das muß dann wohl an Ihrer merkwürdigen, und (für mich) teilweise unverständlichen Argumentation liegen? Aber an anderen Kommentaren sehe ich, dass es mir offensichtlich nicht allein so geht.
nix für ungut!

MM (nicht überprüft)

Do. 7 Feb 2019 - 12:46

Bitte bei Gelegenheit mal "Monsanto verklagt Bauern" googeln. Danke!

Ja, da steht, dass Monsanto in USA Bauern verklagt hat, die gegen Verträge verstoßen haben und dass es keine Studie gibt, die die Schädlichkeit von gentechnisch veränderten Lebensmittel nachweist. So, was jetzt? Mögen muss man dieses Zeug trotzdem nicht, aber es steht ja auch weder in der amerikanischen Verfassung noch in unserem Grundgesetz, dass man es essen muss.

Erkläre uns doch einfach kurz, was wir dort finden würden.

Soweit ich weiß wird immer wieder ein Fall genannt, in dem ein Bauer so getan hat, als wären die Monsanto-Pflanzen zufällig rüber auf sein Feld geweht. Dann hat er nur die Samen dieser Pflanzen wieder für seine nächste Aussaat verwendet (gezielt).
Und dafür wurde er verklagt. Weil er gezielt betrogen hat.

Nora Koch (nicht überprüft)

Do. 7 Feb 2019 - 14:42

Lasst alle Hoffnung fahren... ich habe diese Spezies mittlerweile aufgegeben. Hat auch Vorteile.

Welche Spezies? Sind die evidenzfreien Negierer jeglichen Fortschritts jetzt schon eine eigene Spezies? Ich hoffe nicht ...

Nora Koch (nicht überprüft)

Mo. 11 Feb 2019 - 11:05

Antwort auf von Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

Nene, ich meine schon die Spezies Mensch an sich. Unterm Strich seh ich da schwarz, egal wie viel Mühe sich manche geben.

Stefan P. (nicht überprüft)

Do. 7 Feb 2019 - 15:26

Man könnte diesen entschieden größeren Zuspruch, den die Gentechnik aus Reihen der Wissenschaft erfährt im Gegensatz zur breiten Ablehnung in der Bevölkerung, allerdings wenigstens teilweise auch mit der Nähe zum Metier begründen – statt wirklich ausschließlich mit Informiertheit im Gegensatz zu Uninformiertheit und „grotesker Selbstüberschätzung“ der meisten Menschen.

So, wie die Schere des Friseur zum Schneiden dient und er überdurchschnittlich stark zum Haareschneiden tendiert oder ein Konditor als Ernährungsexperte eher zum „Genießen“ rät, das „Leib und Seele zusammenhält“, tendiert der Wissenschaftler sicherlich auch eher zu wissenschaftlich/technischen Lösungen (als z. B. zu sozialen).
Nicht zu unterschätzen ist neben der inhaltlichen Affinität auch der Interessenskonflikt – ein guter Teil der Wissenschaft und (Gen-)Technik wird von der Wirtschaft bezahlt (gesponsert, wie man modernerweise sagt). Die Einflussnahme fängt da bekanntlich in großem Stil spätestens in den Universitäten an.

Ich bitte, dergleichen mitzuberücksichtigen, nachdem Sie „in einem ersten Impuls schmunzeln mochten über eine so groteske Selbstüberschätzung“.

Ich bin der Meinung, dass man himmelschreienden Missständen wie etwa der Unterernährung weiter Teile der Weltbevölkerung (oder dem Klimawandel) auf allen Ebenen und mit allen Mitteln begegnen muss. Deshalb würde ich Gentechnik nicht verteufeln. Es ist jedoch ein gängiges Muster der Wissenschaft/Technik/Wirtschaft, technische Lösungen als ein Allheilmittel anzupreisen, um angesichts der oft selbst zu verantwortenden ökologischen und sozialen Probleme weitermachen zu können wie bisher, wo man selbst der Profiteur ist.
(So wurde etwa die Technik der CO2-Abschneidung und Speicherung in einer Weise instrumentalisiert, die es den fossilen Energiekonzernen und der Gesellschaft erlauben sollte, auch angesichts des Klimawandels weiterzumachen wie bisher.)

Deshalb erfüllt mich der Geist, der in diesem Artikel mitschwingt, im Besitz der alleinigen Wahrheit zu sein, mit Unbehagen – mehr eigentlich als die Gentechnik selbst.

Noch ein Aspekt: Ich bin froh, dass die Gruppe der Menschen, die sich zu keiner Religion bekennen, beständig wächst. Dies ist freilich eine von Humanisten gern herausgestrichene Entwicklung, offenbar, um der eigenen Haltung das Gewicht der Mehrheit und des Zeitgeistes zu verleihen. Gleiches könnte man da natürlich auch der breiten Mehrheit der Gentechnikgegner zuschreiben.
Umgekehrt könnten Kirchen argumentieren: Je geringer meine Nähe zur Religion mit ihrem Weltbild, Glauben, ihren Dogmen und Riten usw., desto stärker widerspricht er dem Glaubenskonsens.
Auch hier könnte man es so drehen: „Dieses Auseinanderklaffen von realem und geschätztem Wissen ist eng mit extremistischen Ansichten verbunden. Unvoreingenommene Personen sind demnach besser in der Lage, ihren Kenntnisstand einzuschätzen.“
Ist halt die Frage, was man selbst als „unvoreingenommen“ und als „extremistisch“ definiert. Was Atheisten aus Sicht religiöser Menschen sind, brauch ich Ihnen ja nicht zu sagen ...

Letzteres ist gewiss nicht mein Ansatz – ich möchte nur zur Selbstüberprüfung anregen: dass es redlich wäre, entweder in der einen oder der anderen Weise nur mit einem Maß zu messen: Entweder, man sagt, gesellschaftlicher Konsens hat inhaltlich keine Bedeutung, oder man billigt diesem auch im Falle der Gentechnik das entsprechende Gewicht zu (wie es etwa Umweltschutzorganisationen tun).

Frank (nicht überprüft)

Do. 7 Feb 2019 - 15:30

Ich halte dies für einen reinen Propaganda Artikel. Zum einen gibts es ja wohl sehr wohl Erkenntnisse darüber, daß gentechnisch modifizierte Gene unkontrolliert zwischen Pflanzen wandern (Stichwort Monsantos gerntechnisch modifizierte Produkte wo Monsanto ja wohl sogar gegen Bauern klagt, die sich "fremde Gene eingefangen" haben, selbst aber nie Monsanto Saatgut benutzt haben) und zum anderen gibt es ja wohl keine Langzeitstudien zu den Folgen des Konsums gentechnisch veränderter Organismen. Ich habe hierzu auf die Schnelle keine Links greifbar, kann mich aber erinnern, daß es dazu immer wieder Berichte aus seriösen Quellen gab, in denen immer wieder auftauchte, daß Gentechnik Anbieter/Befürworter die Hinweise auf Probleme kurzerhand abgestitten oder nicht zur Kenntniss genommen haben. "Wissenschafter" in diesem Atrikel ist ein sehr breiter Begriff und ohne Nennung von Namen ist es unmöglich herauszufinden, ob es sich hier um unabhängige Wissenschaftler handelt oder um "von der Genlobby direkt oder indirekt bezahlte". Derartige Vorgehensweisen sind sehr wohl im Zusammenhang mit der Tabakindustrie oder von Monsanto im Umfeld von Glyphosat bekannt (um nur ein paar zu nennen).

Thomas Greve (nicht überprüft)

Do. 7 Feb 2019 - 17:52

Antwort auf von Frank (nicht überprüft)

Ich fühle mich unwohl einen solchen Artikel auf der Seite des hpd zu lesen und stimme Ihren Ausführungen zu. Ergänzend möchte ich noch erwähnen, dass zu bedenken ist, dass ja auch die Wissenschaftler über keine längerfristigen Erfahrungen verfügen.

Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

Di. 12 Feb 2019 - 11:01

Antwort auf von Thomas Greve (nicht überprüft)

Niemand Herr Greve,
verfügt "über längerfristige Erfahrung". Wenn das der Grund sein sollte, auf Forschung und Innovation zu verzichten, hätten wir vor 7 Mio. Jahren auf den Bäumen oder in der Savanne bleiben müssen.
Im Übrigen muss ich es auch ertragen, wenn auf hpd wieder mal ein Veganistenartikel veröffentlicht wird und ich gleichzeitig die Bilder von enthaupteten Salatköpfen, bei lebendigem Leib zerschnetzelten Möhren und ohne Betäubung zerquetschten Sojakeimlingen aus meinem Bewußtsein wegdrücken muss. Aber ich kann Ihnen versichern, es geht. Man braucht viel Disziplin und Willenskraft, aber wozu sind wir erwachsen?

Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

Do. 7 Feb 2019 - 22:55

Antwort auf von Frank (nicht überprüft)

"Zum einen gibts es ja wohl sehr wohl Erkenntnisse darüber, daß gentechnisch modifizierte Gene unkontrolliert zwischen Pflanzen wandern ... "
Ich wüßte gerne, wie die Ablehnung der gentechnisch veränderten Lebensmittel begründet wird. Wenn anhand von identifizierbaren Genen erkennbar ist, dass diese "unkontrolliert zwischen Pflanzen wandern", dann tun das nicht identifizierbare Gene , von denen wir nicht wissen, wie sie verändert sind, ebenfalls. Und die Auswirkungen kratzen niemanden, obwohl sie durchaus für Unverträglichkeiten und Allergien verantwortlich sein könnten.
Im Übrigen braucht es keine jahrhundertelange Beobachtung von Lebensmitteln, um zu wissen, dass manche Menschen dagegen Unverträglichkeiten entwickeln. Das ist immer geschehen und wird auch weiterhin geschehen, egal, ob die Pflanzen gentechnisch verändert wurden oder nicht. Reicht es nicht, wenn die veränderten Lebensmittel strikt gekennzeichnet werden müssen? Dann kann jeder entscheiden, ob er solche Lebensmittel kauft oder nicht. Es wird sicher immer genug Konsumenten geben, die aus Prinzip keine gentechnisch veränderten Lebensmittel mögen, also auch immer Anbieter, die die verkaufen wollen.
Dass es hier Foristen gibt, die dem hpd einen Maulkorb bzw. ein Schreibverbot zu bestimmten Themen verpassen wollen, finde ich allerdings völlig daneben.

"Ich wüßte gerne, wie die Ablehnung der gentechnisch veränderten Lebensmittel begründet wird. Wenn anhand von identifizierbaren Genen erkennbar ist, dass diese "unkontrolliert zwischen Pflanzen wandern", dann tun das nicht identifizierbare Gene , von denen wir nicht wissen, wie sie verändert sind, ebenfalls."

Der kleine Unterschied besteht darin, daß das eine unter dem Stichwort Evolution unvermeidbar ist und so schon n Thema für sich (z.B. bei diversen Krankheiten), das andere Resultat eines Herumdokterns an Systemen (Lebenwesen) zur Gewinnmaximierung ist, die ja wohl noch nicht wirklich in allen ihren Details verstanden werden. Was erst einmal an veränderten Genen im Umlauf ist kann nicht mehr eingesammelt oder neutralisiert werden.

Abgesehen davon, daß wir z.B. nicht wissen, ob die tierischen Lebensmittel, die wir kaufen, nicht zu irgend einem Zeitpunkt mit Gentechnik in Kontakt kamen, zeigen Berichte aus dem Umfeld von gentechnisch verändertem Mais (auch im Zusammenhang mit der "Genwanderung"), daß es eben nicht so einfach ist wie "strikt gekennzeichnet". Zumal "die Industrie" schon immer Möglichkeiten gefunden hat Kennzeichnungspflichten zu umgehen/unterlaufen.

Wenn ich mir Stichworte wie Erderwärmung, Plastikmüll, Umweltverschmutzung usw. ansehe und das Verhalten "der Industrie" im Zusammenhang mit diesen Themen, dann möchte ich nicht, daß die darüber bestimmen was in die Umwelt gelangt. Mir fällt spontan noch die Asbest Problematik als Beispiel ein.

Ich will niemandem nen Maulkorb verpassen, habe aber schon kein gutes Gefühl dabei einen Artikel wie den bezogenen zu lesen, den ich als reinen Propagandaartikel Pro Gentechnik lese.

Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

So. 10 Feb 2019 - 10:34

Antwort auf von Frank (nicht überprüft)

"Der kleine Unterschied besteht darin, daß das eine unter dem Stichwort Evolution unvermeidbar ist und so schon n Thema für sich (z.B. bei diversen Krankheiten), das andere Resultat eines Herumdokterns an Systemen (Lebenwesen) zur Gewinnmaximierung ist, die ja wohl noch nicht wirklich in allen ihren Details verstanden werden. Was erst einmal an veränderten Genen im Umlauf ist kann nicht mehr eingesammelt oder neutralisiert werden."
Wann wirst Du verstehen, dass zwischen zufälligen und per Gentechnik erzeugten Veränderungen des Erbgutes kein Unterschied besteht und dass "per Gentechnik veränderte Gene" per se erst mal nicht mehr Gefährdungspotential besitzen als durch "natürliche Mutation" entstandene?
Wenn "die Industrie schon immer Möglichkeiten gefunden hat Kennzeichnungspflichten zu umgehen/unterlaufen", dann liegt das daran, dass die gentechnischen Veränderungen des Erbgutes von natürlichen nicht zu unterscheiden sind. Wo ist also das Problem?
Es gibt jede Menge sehr positiver Beispiele von genveränderten Lebensmittel (Stichwort Golden Rice), auch wenn Greenpeace mittlerweile davon abgerückt ist und meint, der Reis stelle zwar die Vitamin-A-Versorgung sicher, verhindere aber eine ausgewogene Ernährung. Man findet für alles dämliche Argumente, wenn man nur lange genug sucht.
Und was "Erderwärmung, Plastikmüll, Umweltverschmutzung" mit genveränderten Lebensmitteln zu tun hat, erschließt sich mir nicht, es sei denn, du meinst es hinge sowieso alles mit allem zusammen, also auch die katholische Kirche mit der chinesischen Landung auf der Rückseite des Mondes.

Manfred H. (nicht überprüft)

Mo. 11 Feb 2019 - 20:15

Antwort auf von Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

Ich bewundere Ihre Energie. Trotzdem scheint es der reinste Kampf gegen Windmühlen zu sein, den Sie da führen. Hat sich eigentlich schon einmal jemand bei Ihnen bedankt und gesagt: Oh, das haben Sie jetzt aber gut erklärt?

Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

Di. 12 Feb 2019 - 10:26

Antwort auf von Manfred H. (nicht überprüft)

Ach, in anderen Foren gibts schon mal die Möglichkeit, ein "Gefällt mir" unter den Beitrag zu setzen und da kommt dann schon mal das eine oder andere Mal Zustimmung. Im Übrigen bin ich überhaupt nicht der Meinung, dass die Gentechnikgegner die Mehrheit bilden, sie schreien nur am lautesten und ich mag nun mal nicht, dass die, die kenntnisfrei von ihrer nackten Angst vor dem Unbekannten getrieben, ihr Bauchgefühl in die Welt brüllen, als Mehrheit wahrgenommen werden.

Gentechnik ist ein Werkzeug und das ist immer nur so gut oder schlecht wie derjenige der es einsetzt. Was jetzt aber intrinsisch schlechter an der gezielten Veränderung des Erbguts als zufällige Veränderung des Erbguts sein soll, das erschließt sich mir nicht.

Am Ende ist es ja immer eine Frage die man von Fall zu Fall zu beantworten hat ob jetzt ein konkreter Organismus gut, schlecht oder egal für die Ernährung/Gesundheit ist.

Dass es keine Langzeit Daten dazu gäbe ist natürlich Quatsch. Denn gentechnisch veränderte Produkte wie Mais oder Soja werden seit Jahrzehnten verkauft ohne dass jemanden aufgefallen wäre dass die Leute daran sterben. Das halte ich auch für unplausibel weil wenn dann müssten da schon konkrete giftige Stoffe innerhalb der Organismen nachweisbar sein. Aber das wird ja überprüft bevor es eine Freigabe für den Markt gibt. Tatsächlich sind gentechnisch veränderte Organismen mit die am besten überprüfte Nahrung überhaupt.

"Dass es keine Langzeit Daten dazu gäbe ist natürlich Quatsch. Denn gentechnisch veränderte Produkte wie Mais oder Soja werden seit Jahrzehnten verkauft ohne dass jemanden aufgefallen wäre dass die Leute daran sterben. Das halte ich auch für unplausibel weil wenn dann müssten da schon konkrete giftige Stoffe innerhalb der Organismen nachweisbar sein. Aber das wird ja überprüft bevor es eine Freigabe für den Markt gibt."

Das kann so nicht stehen bleiben. Daß jemand etwas auffällt ist nicht das gleiche wie gezielt zu untersuchen, ob es problematische Wirkungen gibt. Ich habe z.B. schon Berichte über Bauern im öffentlich rechtlichen Fernsehen gesehen, die berichtet haben, daß ihre Tiere in der Folge der Fütterung von Gen-Mais allerlei schwerwiegende gesundheitliche Probleme bekamen. Die Funktion von Genen wird ja, sowohl in Tieren als auch beim Menschen, bisher nur in Ansätzen verstanden und die Gen-Industrie gibt sich sehr viel Mühe, daß Probleme möglichst nicht bekannt werden. Weshalb sind denn Studien immer wieder "Geschäftsgeheimnis"?

Es wird auch z.B. bei immer mehr Stoffen klar, daß sie hormonelle Wirkungen haben. Selbst in kleinsten Mengen. Giftig, im klassischen Sinn, sind diese Stoffe nicht. Aber es sind Tiere und Menschen in unterschiedlichem Maß beeinträchtigt, wenn sie diesen Stoffen ausgesetzt sind.

Es ist ja auch nicht so, daß es keinerlei Berichte über Probleme gibt. Aber wenn welche auftauchen wird sehr gerne mit Artikeln wie dem bezogenen hantiert. Das ist Propaganda und keine sachliche Auseinandersetzung.

"Tatsächlich sind gentechnisch veränderte Organismen mit die am besten überprüfte Nahrung überhaupt."

Das ist eine unbewiesene Behauptung. Das Beispiel Glyphosat, bei dem gen-manipulierte Pflanzen auch eine Rolle spielen, zeigt ja wohl sehr deutlich, wie eine gewinnorientierte Industrie prüft und untersucht.

Es ist ja keineswegs so, daß sich "die Wissenschaft" in Bezug auf Gentechnik einig wäre und es wäre nicht das erste mal, daß eher vorsichtige/warnende Wissenschaftler am Ende Recht behalten hätten. Gentechnik ist eine unumkehrbare Technologie. Insofern halte ich die Ignoranz gegenüber den Risiken, die mit Propaganda arbeitet, für sehr problematisch.

Es ist wie bei den Homöopathen. Die meinen auch, mit Fallbeispielen die Wirkung ihrer Zuckerkügelchen beweisen zu können.Fallbeispiele beweisen nichts außer, dass Ereignisse anderen Ereignisse zusammengetroffen sind. Die groß angelegten wissenschaftlichen Studien - nicht von Monsanto - haben keinerlei Gefährdungspotential von gentechnisch veränderten Lebensmitteln ergeben. Und solange das der Stand der Wissenschaft ist, gibt es keinen Grund, mehr als eine obligatorische Kennzeichnungspflicht für diese Lebensmittel anzuordnen.
Wer dagegen verstößt, handelt kriminell und wird bestraft - falls er erwischt wird.

Es ist offensichtlich, dass auf Sie genau das oben beschriebene zutrifft: "Je weniger jemand über Gentechnik weiß, desto stärker widerspricht er dem wissenschaftlichen Konsens".

Daher meine Frage: Warum schreiben Sie persönlich derart viele engagierte Kommentare zu einem Thema, in dem Sie bestenfalls oberflächlich Bescheid wissen? Was treibt Sie konkret an?
Man könnte ja einfach mal alle fünf gerade sein lassen und z.B. einen Wikipedia-Artikel konsumieren, aber den Gedanken haben Sie offenbar bislang nicht mal in Erwägung gezogen.

Lieber Frank

Sie schreiben am Kern des Problems vorbei. Worum es Ihnen zu gehen scheint ist Lebensmittelsicherheit. Und da bin ich voll bei Ihnen. ALLES was als neues Produkt auf den Markt kommt und konsumiert werden soll, muss natürlich und selbstverständlich gut untersucht werden. Selbst alte Produkte die schon lange konsumiert werden sollte natürlich immer und immer wieder mit neusten Methoden und im Lichte neuer Erkenntnis untersucht werden. Davon sind GMOs nicht befreit.

ABER! Es ging mir hier um die Frage wieso moderne gentechnische Verfahren im Vergleich zu alten gentechnischen Verfahren ( welche nicht so genannt werden, aber es trotzdem sind), als schlechter oder gefährlicher angesehen werden.

Gezielte Veränderung (Gentechnik) Vs. zufällige Änderung (Konventionelle Züchtung) des Erbguts. Aber eine Änderung findet in jedem Fall statt. Diesen Punkt verstehe ich beim besten Willen nicht. Welchen logischen Grund können Sie benennen um die herkömmlichen Methoden als sicherer und/oder den neuen Verfahren gegenüber als überlegen auszuweisen?

Ich fordere kurzgesagt: Alle Produkte müssen auf Unbedenklichkeit hin untersucht werden aber es darf keine Abschwächung dieses Standards, für konventionell hergestellte Lebensmittel, geben.

P.S.: "Tatsächlich sind gentechnisch veränderte Organismen mit die am besten überprüfte Nahrung überhaupt." ist z.B auch eine Aussage des Molekularbiologen und Science-Slammers Martin Moder. Schauen Sie sich doch einfach mal seinen Vortrag "Giftige Gene" an, ist leicht zu finden.
Ich denke, der Mann weiß, wovon er spricht. Bei Ihnen habe ich da erhebliche Zweifel.

René Bastian (nicht überprüft)

Do. 7 Feb 2019 - 17:10

Die Kommentare sind mir lieber als der Artikel.

Mirko (nicht überprüft)

Sa. 9 Feb 2019 - 11:53

Antwort auf von René Bastian (nicht überprüft)

Mittlerweile sind die Kommentare ja etwas ausgewogener...

Bei der Frage nach der Verwendung gezielter Gentechnik* sollte uns doch interessieren, was tatsächlich Sache ist. Ist es da nicht recht egal, ob dir ein Artikel "lieb" ist? Es geht ja nur darum, dass offensichtlich die meisten der Leute, die strikt gegen gezielte Gentechnik sind, besonders wenig Ahnung von Gentechnik haben. Wenn dir das nicht lieb ist, dann ist das verständlich. Aber es ändert ja nichts daran, dass viele Leute ihr Wissen um Gentechnik auffrischen sollten.
Wenn man sich dazu entschließt, dann hilft es natürlich nicht, Dinge wie "Monsanto verklagt Bauern" zu googeln (wie es hier an anderer Stelle empfohlen wird). Denn "Monsanto" ist in dieser Diskussion bereits zum Kampfwort verkommen. Abgesehen davon erhält man so nur Infos zu einem Unternehmen, nicht aber zu einem technischen Verfahren.

*moderne Gentechnik: Ich benutze diesen Ausdruck, um die von Gentechnik-Gegnern angeprangerte Gentechnik anzusprechen. Andere (nichtmoderne) Gentechnik ist ja von allen akzeptiert: vor circa 10.000 Jahren begann die Zucht von Pflanzen. Im letzten Jahrhundert setzte man Pflanzen radioaktiver Strahlung aus und suchte sich dann die Mutanten raus, die einem gefielen. Dazu gab es eine Art Schrotflinten-Verfahren, bei dem man blind Pflanzen-DNA beschoss und sich später wieder die Lieblings-Mutanten aussuchte.
All diese Gentechnik-Verfahren müssen nicht deklariert werden. Würde man die so entstandenen Produkte vom Markt nehmen, wäre der Markt leer. Es gäbe auch keine Tierprodukte mehr, da Tiere ebendiese Produkte konsumieren, wenn sie noch leben.
Wem die Infos in diesem Exkurs wenig sagen, der sollte sich eingestehen, dass er wenig bis gar keine Ahnung von Gentechnik hat. Ich selbst bin absoluter Laie (ein echter Experte würde meinen Exkurs zerreißen, schätze ich). Aber: sich darüber klar werden, welche Arten von Gentechnik es gibt, und wie sie jeweils im Markt auftauchen (dürfen), ist ein super Einstiegspunkt in die Materie.

Link zur Süddeutschen über die Gentechnik mit radioaktiver Strahlung:
https://www.sueddeutsche.de/wissen/zucht-mit-radioaktiver-stralhung-die-atom-gaertner-1.1270439-2
Und hier noch eine einfache Einführung, in der Argumente beider Seiten mal etwas aufgedröselt werden: https://www.youtube.com/watch?v=DE11uy4spho (Kurzgesagt)

Michael Haß (nicht überprüft)

Do. 7 Feb 2019 - 21:25

Allen sich hier äußernden Kritikern der Pflanzengentechnik sei das umfangreiche Dossier auf folgender Website zur Lektüre anempfohlen: https://www.novo-argumente.com/thema/gruene_gentechnik
Zudem sei auf den Aufruf diverser Nobelpreisträger verwiesen, mit welchem diese Greenpeace als Protagonist der Angstkampagne gegen den sog. "Goldenen Reis" kritisieren: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/greenpeace-nobelpreistraeger-kritisieren-kampf-gegen-gen-reis-a-1100758.html

ich denke das Beispiel Einstein, der irgendwann bereut hat, daß er die Entwicklung der Atombombe forciert hat, zeigt doch sehr deutlich, daß sich auch Nobelpreisträger irren können.

Aussagen wie "Vordergründig geht es dabei um Verbraucherschutz, tatsächlich um die Verteidigung einer Weltanschauung." sprechen für sich. Auf die Weltanschauung hinter Novo geben schon diverse Artikelüberschriften auf deren Webseite deutliche Hinweise, ganz zu schweigen davon in welchem Tonfall die Artikel geschrieben sind.

Bei der Suche nach Novo bin ich auf folgenden, älteren Artikel der FAZ gestossen, der wohl für sich spricht (was Novo betrifft):
https://www.faz.net/aktuell/wissen/klima/klimaskeptiker-die-letzten-fortschrittsglaeubigen-1901995.html

Manfred H. (nicht überprüft)

Mo. 11 Feb 2019 - 15:05

Antwort auf von Frank (nicht überprüft)

"ich denke das Beispiel Einstein, der irgendwann bereut hat, daß er die Entwicklung der Atombombe forciert hat, zeigt doch sehr deutlich, daß sich auch Nobelpreisträger irren können."

Wissen Sie, das ist auch wieder so eine platte Aussage, die man immer dann bringen kann, wenn einem zu einem bestimmten Thema konkret nichts einfällt. Einstein war sich sehr wohl der Problematik der Atombombe bewußt, aber er sah keine Alternative.

Novo ist eine neoliberale Meinungsseite. Sie fühlt sich den Werten der Aufklärung verpflichtet und ist auch auch in punkto Wissenschaftsfreundlichkeit geradezu vorbildlich - außer es geht um den Klimawandel. Denn die ganze Wissenschaftsfreundlichkeit ist nur Mittel zum Zweck und daher nur angebracht, solange sie sich der neoliberalen Ideologie von unbegrenztem Wirtschaftswachstum unterordnet.

ich habe eben noch einen Eintrag bei Wikipedia zu Novo gefunden:

"Das Magazin ist Kooperationspartner des gleichfalls libertären, britischen Online-Magazins Spiked und des alljährlich in London stattfindenden Debattenfestivals Battle of Ideas. Zu den privaten Förderern zählen das Institute of Ideas in London sowie der Industrieverband Agrar.[3]"

Roland Fakler (nicht überprüft)

Do. 7 Feb 2019 - 22:23

Die Wissenschaft erfindet neue Stoffe, die Wirtschaft setzt sie massenhaft in die Welt, aber niemand kennt die langfristigen Folgen von z.B. Plastik, Aluminium, DDT, Glyphosat....Ich glaube etwas mehr Skepsis wäre gesünder.

ein Biologe (nicht überprüft)

Do. 7 Feb 2019 - 23:39

Ein kleiner Hinweis, ich lese schon seit Jahren hpd und denke es gibt hier ab und an sehr kontroverse Themen , doch beim Thema Gentechnik sollte man ein wenig länger nachdenken als bis zur Haustür. Erstens ist jeder Organismus der heute auf der Erde lebt Genetisch verändert (Mutation, Drift, Cross-over, usw.) Die allgemeine Zucht von etwas mag es Botanischen oder Zoologischen Ursprungs sein, verändert das Genom. Was wir Mensch seit tausenden von Jahren machen, ist nichts anderes als Gentechnik! Aber "Gentechnik" ist schlecht? Bei der "natürlichen" Mutation durch Zucht entsehen weit mehr unerwünscht Allele, die wirklich gesundheitsschädlich sind, als bei Gentechnik, da hier genau Ausgewählt weren kann was wo und wie in der Zelle zur Ausprägung von Merkmalen führt. Um es einfach zu machen nehmen wir z.B. tierisches Lab... für die Käse Herstellung, es müssen tausende von Kälbern dafür geschlachtet werden, durch Gentechnik können nun Mikroorganismen dieses Lab herstellen = keine toten Tier... just saying

Falls jemand mehr Wissen möchte, schreibt hier einfach drunter.

So wie es aussieht, will keiner mehr wissen. Vermutlich haben Sie als Biologe einfach zu viel Ahnung. Schlecht für die Besserwisser.

Nora Koch (nicht überprüft)

Fr. 8 Feb 2019 - 09:28

Ich bin hier offenbar ziemlich allein mit meiner Nicht-Ablehnung dieses Artikels, interessant.

Thomas R. (nicht überprüft)

Fr. 8 Feb 2019 - 10:12

Wer ein philosophisch gereiftes Verständnis von der Komplexität natürlicher Systeme hat und sich aus ethischen Gründen dem Vorsorgeprinzip verpflichtet fühlt, MUSS der Gentechnik kritisch bis ablehnend gegenüberstehen. Wohin es führt, wenn Menschen handeln, bevor sie wissen und verstehen, läßt sich an all den Umweltproblemen erkennen, unter deren Folgen menschliche und nichtmenschliche Tiere schon heute leiden und die möglicherweise nicht mehr unter Kontrolle zu bringen, geschweige denn zu lösen sind. Von guten Wissenschaftlern erwarte ich, daß sie bei Eingriffen in die Natur zu maximaler Zurückhaltung raten und engagiert erforschen, wie sich die unterschiedlichen Aspekte der Zivilisation konsequent umweltschonend gestalten lassen. Leider stellen solche Wissenschaftler nur eine verschwindend kleine Minderheit unter ihresgleichen. Alle übrigen hätten also einen gewaltigen Berg an Hausaufgaben zu erledigen, bevor sie (großenteils zurecht) besorgten Menschen die Berechtigung absprechen, besorgt zu sein.

Manfred H. (nicht überprüft)

Mo. 11 Feb 2019 - 14:22

Antwort auf von Thomas R. (nicht überprüft)

Wer ein philosophisch gereiftes Verständnis von der Komplexität natürlicher Systeme hat und sich aus ethischen Gründen dem Vorsorgeprinzip verpflichtet fühlt, MUSS der Gentechnik kritisch bis ablehnend gegenüberstehen."

Das ist ja interessant. Welchen akademischen Grad können Sie denn für das Ihnen innewohnende "philosophisch gereiftes Verständnis" vorweisen?

Übrigens würde ich sagen: Muss man natürlich nicht, falls man sich auskennt. Auch die ganzen Umweltprobleme sind kein Argument, denn die Wissenschaft weiß bzgl. sämtlicher Problematiken sehr gut Bescheid und weist auch seit Jahrzehnten auf diese hin. Wenn diese ignoriert werden, ist das schlichtweg ein politisches Problem, aber keines der Wissenschaften.

Thomas R. (nicht überprüft)

Di. 12 Feb 2019 - 05:30

Antwort auf von Manfred H. (nicht überprüft)

"Welchen akademischen Grad können Sie denn für das Ihnen innewohnende "philosophisch gereiftes Verständnis" vorweisen?"
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Irrelevant.
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"Auch die ganzen Umweltprobleme sind kein Argument, denn die Wissenschaft weiß bzgl. sämtlicher Problematiken sehr gut Bescheid"
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Nö, bzw. viel zu oft erst viel zu spät und zu oberflächlich oder bruchstückhaft. Wissenschaftler forschen nicht nur, sie sind auch auf allen Ebenen der Produktentwicklung und Herstellung aktiv. Wären sie mehrheitlich moralische Menschen mit einem hinreichend tiefen Verständnis von der Beschaffenheit der Welt, würden wir seit Jahrzehnten täglich von Heerscharen aufständischer Wissenschaftler hören, die sich verantwortungslosem Umgang mit wissenschaftlichen Kenntnissen in den Weg stellen. Statt dessen wird meist so lange und oft genug aus reinem Geschäftsinteresse "rumgesaut", bis sich die katastrophalen Folgen nicht mehr verheimlichen lassen. Zu übler Letzt mag auch noch die Politik schimpflich versagen, aber das ändert nichts daran, daß die primäre Verantwortung für die Wissenschaft und den praktischen Einsatz ihrer Kenntnisse ganz persönlich bei jedem einzelnen damit befaßten Wissenschaftler liegt - egal, ob Ökologie-Prof an einer *Elite*uni oder Chemiker bei einem kleinen Putzmittelhersteller.

"Sie sind also einfach nur ein Hobbyphilosoph, der vor sich hinmoralisiert"
-
Das ist eine evidenzfreie Behauptung. Außerdem beteilige ich mich grundsätzlich nicht an primitiven Wettbewerben der Art "isch habe aber viel mehr Doktortitels als wie du, und darum bin isch auch viel klüger als wie du". Für mich zählt nur die Qualität von Argumenten, denn ich habe schon zu oft erleben müssen, daß vermeintliche "Geistesgrößen" strunzendämliches Wortgebräu abscheiden.

Könnte es nicht vielleicht sein, dass es sich hier um Fehlwahrnehmungen Ihrerseits handelt? Ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten, aber sich selbst aus dem Stegreif ein "philosophisch gereiftes Verständnis" zu attestieren könnte schon ein Zeichen von massloser Selbstüberschätzung sein, finden Sie nicht!?

"sich selbst aus dem Stegreif ein "philosophisch gereiftes Verständnis" zu attestieren könnte schon ein Zeichen von massloser Selbstüberschätzung sein, finden Sie nicht!?"
-
Nö. Lernen und verinnerlichen Sie Bunges Emergentistischen Materialismus. Dann wissen Sie, was ich meine.

Werde ich machen, wenn ich Muße habe.
Trotzdem würde ich behaupten: Wer ein philosophisch gereiftes Verständnis von der Komplexität natürlicher Systeme hat, muß der Gentechnik keineswegs kritisch oder gar ablehnend gegenüberstehen.

Als ethisch denkender Emergentistischer Materialist muß man nicht nur gentechnischen, sondern ALLEN Eingriffen in hoch- bis höchstkomplexe natürliche Systeme kritisch bis ablehnend gegenüberstehen, weil man begriffen hat, wie wenig man sicher genug wissen kann, um solche Eingriffe ethisch rechtfertigen zu können. Vielleicht werden Sie das ja noch einsehen.

Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

Mi. 20 Feb 2019 - 16:55

Antwort auf von Thomas R. (nicht überprüft)

"... wie wenig man sicher genug wissen kann, um solche Eingriffe ethisch rechtfertigen zu können." Das ist Unsinn. Es geht um eine Güterabwägung. Das ist wie bei der ersten Hilfe. Egal, ob Du bei der Herzmassage was falsch machen kannst, nichts zu tun ist immer die schlechtere Alternative. Bunge hin oder her.

Thomas R. (nicht überprüft)

Do. 21 Feb 2019 - 17:52

Antwort auf von Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

"Es geht um eine Güterabwägung."
-
Das brauchen Sie einem Ethizisten nicht zu sagen. Gerade deshalb gilt: je genauer die Vorstellung von der Gefährlichkeit bestimmter Eingriffe in natürliche Systeme, umso größer die Entschlossenheit, nach anderen Lösungen für vorliegende Probleme zu suchen. Diese Lösungen mögen oft nicht "bequem" sein, aber dafür sind sie bedeutend sicherer.

Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

Fr. 22 Feb 2019 - 13:58

Antwort auf von Thomas R. (nicht überprüft)

" ...je genauer die Vorstellung von der Gefährlichkeit bestimmter Eingriffe in natürliche Systeme ..."
Je genauer die "Vorstellung" heißt auf gut Deutsch: Wir haben keine Ahnung, aber "genaue Vorstellungen", sprich "einfach nur Angst vor dem Unbekannten"?
Und wer ist es, der mit "umso größerer Entschlossenheit" nach anderen Lösungen sucht?
Bin ich der Einzige, der nichts davon merkt?
Wo sind die Alternativansätze zur Gentechnik?
Hakenpflug und Schulklasseneinsätze auf dem Kartoffelacker zum Absammeln?
Und was ist im 21. Jhd. ein "natürliches System"? Die gibt es in Europa schon seit mehr als 500 Jahren nicht mehr.
Sprüche sind meistens wohlfeil ...

Thomas R. (nicht überprüft)

Sa. 23 Feb 2019 - 05:36

Antwort auf von Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

"Je genauer die "Vorstellung" heißt auf gut Deutsch: Wir haben keine Ahnung, aber "genaue Vorstellungen", sprich "einfach nur Angst vor dem Unbekannten"?"
-
Nein, diese "genaue Vorstellung" geht auf eine hochdifferenzierte Ontologie sowie das entsprechende Verständnis von der Beschaffenheit und Erkennbarkeit der Welt zurück, das unter ethischer Lenkung dazu anhält, mit Eingriffen in die Natur umso zurückhaltender zu sein, je tiefer und/oder breiter sie angelegt sind. Auch Ihnen kann ich das Studium der Bungeschen Philosophie nur dringend empfehlen.
-
"Und wer ist es, der mit "umso größerer Entschlossenheit" nach anderen Lösungen sucht?"
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Emergentistisch-materialistisch UND ethisch denkende Wissenschaftler. Noch gibt es so gut wie keine. (U.a.) deshalb wird die Umweltzerstörung auch vorläufig weitergehen.
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"Wo sind die Alternativansätze zur Gentechnik?"
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Korrigierte Prioritäten, Konsumverzicht (incl. Veganismus) und bessere Gleichverteilung der Ressourcen.
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"Hakenpflug und Schulklasseneinsätze auf dem Kartoffelacker zum Absammeln?"
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Warum nicht? Etwas mehr Kontakt zur Natur dürfte vielen Kindern guttun.
-
"Und was ist im 21. Jhd. ein "natürliches System"?"
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Im Prinzip nichts anderes als in früheren Jahrhunderten. Die "Natur" mag durch die menschliche Herumpfuscherei mehr oder weniger große Veränderungen erfahren haben, aber von ihrer Komplexität hat sie dabei nichts verloren, und abhängig von ihr sind wir nach wie vor. Folglich ist heute im Umgang mit ihr nicht weniger Vorsicht geboten, als schon zu Beginn der Industrialisierung geboten gewesen wäre.

Ja und? (Mit DIESER Frage haben Sie jetzt nicht gerechnet, was?) Wenn Sie den Maddin doof finden, können Sie ja die Solowerke des Großmeisters selbst konsultieren.

Ich weiß. Herr Dr. Mahner hat sich große Verdienste um den Emergentistischen Materialismus erworben, aber mit der Ethik nimmt er es leider nicht so genau.

Konrad Schiemert (nicht überprüft)

Fr. 8 Feb 2019 - 10:15

Das ist hier keine Stellungsnahme, nur eine Bemerkung: Wenn die Gentechnik mehr akzeptanz in der Bevölkerung finden sollte, muss man einfach ein aderes Wort dafür finden. "Gentechnik" ist schon sehr schwer belastet. Die Umbenennung eines negativ belasteten Begriffs wird auch von Politiker praktiziert, mit mehr oder weniger Erfolg. (Obergrenze->..., Hartz4->Bürgergeld)

Tobias Michael (nicht überprüft)

Fr. 8 Feb 2019 - 11:37

Ich halte GMOs nicht für grundsätzlich schädlich, finde aber die Unbedenklichkeit sollte für jede neue Sorte von unabhängigen Forschern kontrolliert werden. Und genau hier liegt das Problem.

Große Unternehmen haben die Öffentlichkeit seit Jahrzehnten nach Strich und Faden verarscht, und die Politik erwies sich dabei zuverlässig als willfähriger Helfer. Studien, die von der Industrie in Auftrag gegeben (sprich: gekauft) wurden, haben gezeigt dass es keinen Klimawandel gibt, dass es ihn gibt, er aber nicht vom Menschen verursacht wird, dass Rauchen nicht gesundheitsschädlich ist, dass synthetische Opioide kaum abhängig machen, und und und ...

Von Unternehmen bezahlte Studien sind wertlos. Vielleicht stimmen sie, vielleicht nicht. Und solange die Zulassungsbehörden ihre Entscheidungen mit gekauften Studien begründen, habe ich absolut kein Vertrauen in sie. Ich kann jeden verstehen, der erst mal das Gegenteil annimmt, wenn die Industrie ihm etwas neues als unbedenklich verkaufen will.

GMOs haben bisher für folgendes gesorgt:
- mehr Herbizideinsatz
- mehr Monokulturen
- mehr Macht für große Konzerne
- geringere Sortenvielfalt

Das hat nichts damit zu tun, dass GMOs an sich schädlich wären, sondern damit wie sie genutzt werden. Und ja, diese Entwicklung ist auch ohne sie in der industriellen Landwirtschaft angelegt, sie wird durch GMOs aber nochmal beschleunigt.

Ich sehe durchaus das Potential für positive Effekte, aber in der Wirklichkeit werden sie GMOs überwiegend eingesetzt, um immer größere Monokulturen mit immer weniger Arbeitsaufwand zu bewirtschaften. Möglichkeiten für weniger Wasserverbrauch, Krankheitsresistenz etc. taugen da bisher nur als Feigenblatt. Menschen, die nur die positive Seite ansprechen, ohne auf die negative einzugehen, machen sich in meinen Augen unglaubwürdig. Ist ja einfacher, Kritiker einfach für dumm zu erklären, da spart man sich die Argumente.

Gentechnik ist weder gut noch böse, es kommt darauf an, wie man sie nutzt. Und deshalb halte ich die Technologiegläubigen für wahnsinnig naiv. Es ist egal, welche Probleme man im Labor lösen kann, wenn in der Praxis immer die Profitmaximierung um jeden Preis an oberster Stelle steht. Technologie wird den Menschen nicht vor sich selber retten.

Stefan P. (nicht überprüft)

Fr. 8 Feb 2019 - 19:41

Antwort auf von Tobias Michael (nicht überprüft)

Ein wirklich treffender Kommentar – vielen Dank!

Es ist in der Tat wie mit vielen Techniken oder Werkzeugen – es kommt darauf an, wer sie wie und wofür einsetzt. Wie das Messer, das in der Hand des Mörders Leben beenden oder in der Hand des Chirurgen Leben retten kann.

Was dieser gegenüber der Mehrheit der Menschen fast schon höhnisch zu nennende Artikel vollkommen negiert, ist, wie wenig die Gentechnik bislang als das „Geschenk an die Menschheit“ eingesetzt wird, als das es so gerne idealisierend beworben und verkauft wird. Wie sehr es ganz im Gegenteil in den Händen einiger Großkonzernen deren Profit und Macht weiter vergrößert, die Schere zw. Arm und Reich weiter öffnet und immenses weiteres soziales Elend erzeugt. Hinzu kommen die genannten ökologischen Belastungen, die ebenfalls mit dieser Art des Gentechnikeinsatzes zusammenhängen.

Menschen haben durchaus auch ein Empfinden dafür, wo sie manipuliert und ausgebeutet werden, und es ist ihr Recht, sich zur Wehr zu setzen – ja, es ist ermutigend und ihnen sehr zu wünschen.

Vielleicht wird zu viel von den genannten Schattenseiten der Technik selbst angelastet. Das zu ändern braucht es jedoch mehr als den Hohn eines solchen Artikels gegenüber den Adressaten und als reine Information über die technische Funktionsweise des„Werkzeugs“ selbst. Wer das ernsthaft korrigiert wissen möchte, sollte sich mit sozialer Gerechtigkeit befassen.

Noch eine Anregung:
Der humanistischen Bewegung wird von ihren Gegnern ja häufig eine arrogante und elitäre Haltung vorgeworfen, die sich im exklusiven Besitz der Wahrheit wähnt und mit dem "Menschen" eher eine Abstraktion meint als ganz konkret die große Zahl einfacher Menschen mit ihren täglichen Sorgen und Nöten. Ein solcher Umgang mit Andersdenkenden wie in diesem Artikel trägt nicht dazu bei, das Bild zu korrigieren. Ich finde das schade und unnötig und halte mich lieber etwa an die stets respektvoll-argumentierende Art von Michael Schmidt-Salomon auch gegenüber Andersdenkenden oder den wahrhaft "menschlichen", empathischen Humanismus eines Erich Fromm ...

Manfred H. (nicht überprüft)

Mo. 11 Feb 2019 - 20:02

Antwort auf von Tobias Michael (nicht überprüft)

"Von Unternehmen bezahlte Studien sind wertlos."

So können Sie das nicht sagen. Eine Studie ist entweder gut oder schlecht gemacht - von wem sie finanziert wurde, ist so gesehen egal. Natürlich ist immer eine gewisse Skepsis angesagt, aber die müssen sie z.B. gegenüber einer von Greenpeace in Auftrag gegebenen Studie auch haben.

Tobias Michael (nicht überprüft)

Di. 12 Feb 2019 - 11:51

Antwort auf von Manfred H. (nicht überprüft)

Studien können nicht nur gut oder schlecht gemacht sein, sie können auch bewusst falsch interpretiert oder direkt gefälscht sein. Kam in der Vergangenheit immer wieder vor, vor allem wenn sie von jenenin Auftrag gegeben wurden, die von einem bestimmten Ergebnis finanziell profitierten. Dazu kommt, dass zu Grunde liegende Daten oder ganze Studien mal gerne unter Verschluss gehalten werden, um "Betriebsgeheimnisse" zu schützen.

Wenn ich aber keinen Erkenntnisgewinn aus einer Studie ziehen kann, weil sie ebensogut falsch wie richtig sein kann, ist sie für mich wertlos. Leider haben weder Politik noch Wissenschaftsbetrieb bis heute Konsequenzen aus der Problematik gekaufter Studien gezogen.

Und ja, auch von nicht-wirtschaftlichen Gruppe wie Greenpeace in Auftrag gegebene Studien unterliegen dieser Problematik. Da aber Politik und Zulassungsbehörden dazu neigen, eher den Einflüssen der Wirtschaft nachzugeben, sind die gesellschaftlichen Auswirkungen hier geringer.

a) Daher verlässt man sich auch nicht auf eine einzige Studie allein.
b) Neigen Politik und Zulassungsbehörden tatsächlich dazu, eher den Einflüssen der Wirtschaft nachzugeben? Tja, kommt vermutlich darauf an, wer an der Regierung ist.
Die Zulassungsbehörden auch? Bei der Häufigkeit von Wahlen und Regierungswechseln in einem föderalistischen Staat dürfte eine direkte Einflussnahme hier eher schwierig zu realisieren sein.

Derart pauschal und undifferenziert formuliert halte ich diese Aussage für alles andere als zweckdienlich, sondern erst einmal einfach nur für ein Mittel zur Kritikimmunisierung.

Bruno Kaufmann (nicht überprüft)

Fr. 8 Feb 2019 - 21:21

Schade verpasst es der hpd in diesem Artikel, die «schlecht Informierten» besser zu informieren.

Als Gen-Food-Befürworter empfinde ich das «Verbesserung der Welt-Ernährungssituation»-Argument das ziemlich schwächste Argument, da 1. momentan noch immer genug kcal Nahrung hergestellt werden, um alle Menschen ausreichend ernähren zu können, es aber an der Verteilung mehr als happert, 2. in Gebieten wo Mangelernährung herrscht, kein Kleinbauer das nötige Kleingeld hat, (wohl noch alljährlich neu) Saatgut von Forschern der ersten Welt abzukaufen, 3. Gensaatgut für die grosse Agrarindustrie hergestellt wird, und eben nicht für die kleinteilige Landwirtschaft, die in Krisengebieten vorherrscht, wo sie doch den Vorteil hätte, das viel schwierigere Verteilungsproblem gar nicht lösen zu müssen.

Z. B. hat mich der Einblick, wie herkömmliches neues Saatgut zu Stande kommt, viel eher zum Gen-Food-Befürworter gemacht. Dass da ziemlich ergebnisoffen Radioaktivität auf das gesamte Erbgut angesetzt wird, um der «natürlichen» Mutation auf die Sprünge zu helfen, und hinterher «selektioniert» werden muss, hat mich doch ziemlich erstaunt. Da ist mir ein präziser zielgerichteter Eingriff per Crisper/CAS9 doch sympathischer.

Einen Artikel darüber wäre m. M. n. viel erhellender, als einmal mehr irgendeine Studie breitzuklopfen, und die Ergebnisse dieser Studie als weiteren Beweis für den wissenschaftlich nicht ernst zu nehmenden «Dunning-Kruger-Effekt» zu halten.

Also ich war jedenfalls ziemlich verblüfft, als ich (im Skeptiker 3/2016) las: "Bei den über 18 Millionen Bauern, die heute GVO anbauen, handelt es sich zu 90 Prozent um ressourcenarme Kleinbauern in Entwicklungsländern..."
Auch der Wikipedia-Artikel zur Grünen Gentechnik scheint mir da ein anderes Bild abzugeben.

Bruno Kaufmann (nicht überprüft)

Fr. 15 Feb 2019 - 14:03

Antwort auf von Manfred H. (nicht überprüft)

Lieber Herr H.,
den Skeptiker 3/2016 kann ich leider nicht lesen. Wikipedia, sofern sie als Quelle durchgehen darf, vermittelt mir ein anderes Bild zumindest bezüglich Anbaufläche:

Rang Land Fläche (106 ha) Anteil Pflanzen
1 USA 72,9 48 % Mais, Sojabohne, Baumwolle, usw.
2 Brasilien 49,1 61 % Soja, Mais, Baumwolle
3 Argentinien 23,8 61 % Soja, Mais, Baumwolle
4 Kanada 11,6 27 % Raps, Soja, Mais, Zuckerrüben, usw.
5 Indien 10,8 7 % Baumwolle
6 Paraguay 3,6 75 % Soja, Mais, Baumwolle
7 Pakistan 2,9 10 % Baumwolle
8 China 2,8 2 % Baumwolle, Papaya, Pappeln,
9 Südafrika 2,7 22 % Mais, Soja, Baumwolle
10 Uruguay 1,3 54 % Soja, Mais

Es ist mir klar, dass dies nicht unbedingt der Anzahl von Bauern in Entwicklungsländern, die der Skeptiker verzeichnet, widersprechen muss. Dennoch, die Gensaat wird nicht an die Bedingungen die dort herrschen, wo Menschen verhungern (meist afrikanische Länder) angepasst. Dieses Saatgut wird für die Bedingungen der Industrie- und Schwellenländer entwickelt, wo es auch am meisten Absatz findet: wie obige Liste zeigt sind dies USA, Brasilien, Argentinien. Dort erzielt 1 Bauer den selben Ertrag, wie 1000 Bauern in Afrika. Die Anzahl Bauern in diesem Zusammenhang zu bringen ist m. M. n. schönfärberische Statistik, nicht mehr. Die Anzahl Bauern die in Entwicklungsländern leben, dürfte die Anzahl Bauern der Industrieländer um das 10'000-fache übersteigen.
Herzlich Bruno Kaufmann

Manfred H. (nicht überprüft)

Mo. 18 Feb 2019 - 11:22

Antwort auf von Bruno Kaufmann (nicht überprüft)

Manchmal ist es doch besser, einen Satz vollständig wiederzugeben: "Bei den über 18 Millionen Bauern, die heute GVO anbauen, handelt es sich zu 90 Prozent um ressourcenarme Kleinbauern in Entwicklungs
ländern, wo seit 2012 mehr als 50% der gesamten Anbaufläche von GVO-Kulturen liegt." heißt es im Skeptiker.

Tatsächlich wird nur zwischen Entwicklungs- und Industrienationen unterschieden: "It should be noted that of the top ten countries, each growing 1.0 million hectares or more of biotech crops, the majority (8 out of 10) are developing countries, with Brazil, Argentina, India, Paraguay, Pakistan, China, South Africa and Uruguay, compared with only two industrial countries, USA and Canada. " Quelle ist der ISAAA-Jahresbericht. Ich habe hier noch auf die Schnelle auf der Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung den Bericht von 2009 gefunden, der die Angaben im Skeptiker bestätigt, vermutlich beruhen beide auf derselben Quelle: https://www.pflanzenforschung.de/de/journal/journalbeitrage/isaaa-jahresbericht-2009-zum-anbau-von-gv-pflanzen-533/

Eine Frage noch: "Dieses Saatgut wird für die Bedingungen der Industrie- und Schwellenländer entwickelt" - was meinen Sie damit? Meinen Sie hier Unterschiede in der Qualität der Ackerböden?

Herzlichst, M.H.

Lieber Manfred H.

Mir war nicht bewusst, dass in den aufgezählten Ländern noch so viel Hunger herrscht:
https://de.wikipedia.org/wiki/Welthunger#/media/File:Percentage_population_undernourished_world_map.PNG

Dennoch kenne z. B. keine genveränderte Pflanze, die den Dürren auf dem afrikanischen Kontinent besser «gewachsen» wäre. Es müsste m. M. n. möglich sein per Gentechnik eine Pflanze zu entwickeln, die z. B. die Wurzeln tiefer schlägt, so dass sie vielleicht einer Dürre um 1 – 2 Wochen länger standhält, oder Pflanzen, die für Heuschrecken unbekömmlich sind. Ich kenne leider in erster Linie Gensaat, die z. B. herbizidresitent sind gegen ein Herbizid, dass vom selben Saatguthersteller produziert und vertrieben wird. (Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.) Solches Saatgut bringt den Hungernden im Mosambique, Sambia, Ethiopien, Eritrea, Burundi herzlich wenig. Ich bin da sehr skeptisch, ob wirklich jemand Interesse hat für diese Menschen etwas Sinnvolles zu entwickeln.

Die Mehrerträge in den aufgeführten Schwellenländer führen bestimmt dazu, dass die internationalen Marktpreise für Getreide auch für diese Krisenländer einigermassen erschwinglich bleiben. Das möchte ich nicht verneien. Nur eine solide Lösung zur Vermeidung des krassen Hungers bietet die Gentechnik in diesen Ländern m. M. n. trotzdem nicht.

Herzlich
Bruno Kaufman

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Fr. 8 Feb 2019 - 23:27

Die abschließende Frage: "Doch wie können Wissenschaftskommunikatoren das erreichen?" erscheint mir am wichtigsten, ist m.E. aber nicht zufriedenstellend beantwortet worden. Wie auch?

Stefan Evertz (nicht überprüft)

Sa. 9 Feb 2019 - 19:34

Man muss nicht unbedingt genetisches Fachwissen haben um zu erkennen, dass die Agrarindustrie mit Hilfe der Gentechnik zweifelhafte Ziele verfolgt (z.B. Glyphosatresistenz).
Ablehnung besteht weniger gegen die Technik als gegen solche Ziele!
Leider scheint die Studie diesbezüglich nicht zu differenzieren.
Infam ist jedoch, wie Gentechnikgegner immer wieder als unwissend diffamiert werden.

Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

So. 10 Feb 2019 - 10:45

Antwort auf von Stefan Evertz (nicht überprüft)

Nein, sie werden ja gar nicht diffamiert, sondern es wird leidenschaftslos festgestellt, dass die Ablehnung der Gentechnik bei den besonders Ahnungslosen besonders groß ist. Und das ist das Ergebnis der erwähnten Studie. Punkt.

Stefan Evertz (nicht überprüft)

So. 10 Feb 2019 - 16:43

Antwort auf von Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

Wie bereits erwähnt differenziert die Studie nicht zwischen Ablehnung der Ziele und Ablehnung der Technik und hat deshalb m.E. kaum Aussagekraft.
Da nützt auch der imperative "Punkt" nichts.

Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

Mo. 11 Feb 2019 - 21:10

Antwort auf von Stefan Evertz (nicht überprüft)

Es ging in der Studie nicht um eine Differenzierung zwischen Ablehnung der Ziele und Ablehnung der Technik. Es ging auch nicht darum, ob mehr Blonde oder mehr Dunkelhaarige aus welchen Gründen auch immer die Gentechnik ablehnen. Die Studie hat festgestellt, dass die generelle Ablehnung der Gentechnik - aus welchen Gründen auch immer - umso größer ist, je größer das Nichtwissen um diese Dinge bei den Befragten war. Heißt im Klartext: Die nackte Angst vor Unbekanntem diktiert die Antwort der Befragten. das Problem kann man auch anders bewältigen...

Manfred H. (nicht überprüft)

Mo. 11 Feb 2019 - 22:42

Antwort auf von Stefan Evertz (nicht überprüft)

Sie betreiben hier das, was von Armin Pfahl-Traughber erst jüngst unter der Bezeichnung "thematische Verschiebung" als schlechte Argumentationstechnik gebrandmarkt wurde (s. mein Kommentar einen Tick unter diesem).

Was genau soll „Punkt.“ bedeuten? Klingt irgendwie auch nicht gerade nach lebendiger Streitkultur einer offenen Gesellschaft, oder?

Dazu Folgendes:

Ihr Auseinanderklaffen von realem und geschätztem Wissen über Gesprächsrethorik ist eng mit extremistischen Ansichten verbunden. Unvoreingenommene Personen sind besser in der Lage, ihren Kenntnisstand einzuschätzen.

Das Ganze erinnert an den bekannten Dunning-Kruger-Effekt: Inkompetenz auf einem bestimmten Gebiet führt dazu, dass Sie Betroffenen die eigenen Irrtümer und Wissenslücken übersehen und sich gerade deshalb für besonders kompetent halten.

In einem ersten Impuls möchte man schmunzeln über eine so groteske Selbstüberschätzung. Denn die Betroffenen sind eine Minderheit …

Das sei nur leidenschaftslos festgestellt. Punkt.

Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

Mo. 11 Feb 2019 - 21:20

Antwort auf von Stefan P. (nicht überprüft)

Der Punkt bedeutete: Dies und keine weiteren Differenzierungen der Befragten nach Alter, Religion, Körpergröße etc. war Gegenstand der Studie und nicht irgendwelche Differenzierungen nach weiteren Kriterien, wie sie Stefan Evertz ins Spiel gebracht hat. Kann man machen, wenn man Totschlagargumente liebt. Er hätte aber auch schauen können, ob es weitere Studien gibt, die seinen Wissensdurst befriedigen. Diskutanten, die über eine "groteske Selbstüberschätzung" anderer Leute urteilen, haben nach meiner Lebenserfahrung überhaupt nichts auf der Pfanne frei nach dem Motto des dialektischen Materialismus: "Wenn man merkt, dass die eigenen Argumente, denen des Gegners unterlegen sind, so werde man grob, beleidigend und ausfallend. Das wusste man schon vor über hundert Jahren. Interessant, nicht wahr?

„ Diskutanten, die über eine "groteske Selbstüberschätzung" anderer Leute urteilen, haben nach meiner Lebenserfahrung überhaupt nichts auf der Pfanne ...“

<--- Das ist jetzt wirklich bemerkenswert, Herr Büchner. Ihnen ist offensichtlich nicht aufgefallen, dass die „groteske Selbstüberschätzung“ ein Zitat von Frau Inge Hüsgen aus ihrem von Ihnen so hochgeschätzten Artikel war – genauso wie die übrigen Phrasen.

Also hat Frau Hüsgen „nach Ihrer Lebenserfahrung überhaupt nichts auf der Pfanne“? - Welch ein Meinungsumschwung!

„ ... grob, beleidigend und ausfallend ...“? - Meinten Sie nicht zuvor, Frau Hüsgen schriebe „leidenschaftslos“?

Recht selbstentlarvend, Ihre jetzige Wertung, nicht wahr? Unfreiwillig zweierlei Maß offenbarend …

So scharf freilich hätte ich es gegen Frau Hüsgen auch wieder nicht formuliert, wie Sie es tun … aber ich gebe Ihnen Recht: Sie äußert sich alles andere als „leidenschaftslos“, wie ihre Formulierungen zeigen. Ich persönlich würde die Haltung in ihrem Artikel eher als „die Studie + Interpretation vollkommen kritiklos willkommen heißend und 1:1 übernehmend“ bezeichnen.

Und es stimmt: Wer - wohlüberlegt schriftlich - äußert, er/sie „möchte im ersten Impuls schmunzeln über eine so groteske Selbstüberschätzung“, zeigt auch in meinen Augen eine beträchtliche Überheblichkeit und Geringschätzung gegenüber den Andersdenkenden … ich glaube, damit lehnen wir uns nicht zu weit aus dem Fenster ...? Was Wunder, dass sich da so viele der Andersdenkenden zu Wort melden ...

Wissenschaftlichkeit bedeutet ja u. A. (in guter Tradition eines Charles Darwin!), Theorien akribisch auf Schwächen und Fehler hin zu untersuchen. Den wissenschaftsjournalistischen Job machen hier aus meiner Sicht eher Stefan Evertz und viele andere – ganz gleich, wie man inhaltlich dazu steht.

Ein Problem der Studie besteht für mich darin: Das Merkmal, über das die befragten Wissenschaftler vornehmlich definiert werden, ist die im Vergleich zum Gros der Menschen „bessere Informiertheit“ . Das möchte ich gar nicht in Zweifel ziehen. Daraus wurde abgeleitet:

Bessere Informiertheit = größere Akzeptanz der Gentechnik

Hätte man die Wissenschaftler dagegen z. B. vornehmlich definiert über das Merkmal „abhängiger von der Wirtschaft und geldgebenden Konzernen“ als das Gros der Menschen (Stichwort: Interessenskonflikt), würde eine Interpretation, die derart automatisch erfolgt, dagegen lauten:

Größere wirtschaftliche Abhängigkeit = größere Akzeptanz der Gentechnik

Dass in ersterer Weise verfahren wurde, da könnte vielleicht mit hineinspielen, dass die Wissenschaft hier quasi sich selbst mit unter die Lupe nimmt. Wissenschaftler sind halt auch nur Menschen mit menschlichen Schwächen. Wissenschaftler ausschließlich als „informierter“ zu betrachten, ist das Idealbild und entspricht nicht der ganzen (heutigen) Realität.

In Wahrheit müsste man bei der Auswertung sorgfältiger schauen und alle für die Interpretation relevanten Aspekte einbeziehen: Was alles macht Wissenschaftler aus und was kann davon in die Bewertung der Gentechnik einfließen? Das wäre wissenschaftlicher, als für das Ergebnis relevante, aber unliebsame Aspekte als „nicht Gegenstand der Studie“ oder „Totschlagargumente“ zu definieren.

Und: Ja, es stimmt, Ihr frei formuliertes Motto des dialektischen Materialismus, von dem man schon vor über hundert Jahren wusste, ist interessant. Auch Begriffe darin wie „Gegner“ und „unterlegen“, die dem Andersdenkenden zugeschrieben werden ...

Mein lieber Stefan,
"... dass die „groteske Selbstüberschätzung“ ein Zitat von Frau Inge Hüsgen ..."
Hättest Du jemanden zitieren wollen, hättest Du Dein Zitat besser in Anführungszeichen gesetzt. So aber waren das Deine Worte und ich habe sie entsprechend kommentiert.
Der Rest Deines Beitrags sind Spekulationen über Inge Hüskens Fähigkeiten und Intentionen und eine Reihe von hätte, könnte, wäre usw. An derlei Unfug beteilige ich mich nicht.
"Wissenschaftler ausschließlich als „informierter“ zu betrachten, ist das Idealbild und entspricht nicht der ganzen (heutigen) Realität."
Das entspricht der Realität. Nur wer sich mit den Dingen beschäftigt ist informiert. Wie jemand informiert sein kann, der von nichts eine Ahnung hat, kannst Du hier bei Gelegenheit mal erläutern.
Und mein(wieso mein?) "frei formuliertes Motto des dialektischen Materialismus" ist nicht das Motto des Dialektischen Materialismus, sondern stammt wohl aus einer Abhandlung des polnischen Philosophen Bochenski über den DiaMat.

Nun ja, ich kann Herrn Büchner schon verstehen. Haben Sie Armin Pfahl-Traughbers Artikel vom 31.01. über Kritikimmunisierung und schlechte Argumentationstechniken gelesen? Ich zitiere: "Gern genutzt wird auch die Taktik der thematischen Verschiebung, wobei eine Abschottung der eigenen Auffassungen durch den anklagenden Hinweis auf angeblich problematische Bestandteile der anderen Position erfolgt. "
Genau das hat Herr Evertz gemacht. Er hätte beim Thema bleiben sollen.

@ Karl-Heinz Büchner Was beweist eigentlich, dass Sie als glühender Verfechter der Gentechnik "mehr Ahnung" haben, als irgendeiner der Gegner? Sie beten doch einfach alles an, was "irgendwie wie Fortschritt" aussieht ...

Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

Di. 12 Feb 2019 - 10:38

Antwort auf von Andreas (nicht überprüft)

Nein Andreas, ich habe mal Mikrobiologie studiert und weiß einfach, dass Mutationen die Triebfeder der Evolution und kein Werkzeug des Gottseibeiuns sind. Verstanden zu haben, wo man drehen und flicken muss, um Verbesserungen an den suboptimalen Verhältnissen anzubringen, die die Natur uns anbietet, ist wie die Behebung von Stoffwechseldefekten oder das Heizen von Wohnungen, wenn es in unserer ökologischen Nische mal wieder zu kalt wird. Schließlich war es immer unser Ziel, durch Veränderung unserer Umwelt, unser eigenes Dasein so komfortabel, gefahrlos und sorgenfrei wie möglich zu gestalten. Dabei geht auch schon mal was schief, aber das tut es schließlich auch, wenn wir nichts unternehmen. Andere Tiere können das nicht und würden uns beneiden, wenn sie dazu in der Lage wären.

Andreas (nicht überprüft)

Di. 12 Feb 2019 - 15:25

Antwort auf von Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

@ Karl-Heinz Büchner, Zitat: "Verstanden zu haben, wo man drehen und flicken muss, um Verbesserungen an den suboptimalen Verhältnissen anzubringen, die die Natur uns anbietet ..." Sie denken, Sie sind GOTT – das paßt zu allem, was ich bisher von Ihnen gelesen habe ... in Zukunft verzichte ich wohl einfach darauf: Größenwahn gibt’s an jeder Ecke, dazu brauche ich nicht den Humanistischen Pressedienst

Lieber Andreas,
ich fürchte, jetzt ist der Moment gekommen, wo Du ganz stark sein musst - Es gibt keine Götter!
Ja, ich nehme an, das wusstest Du nicht, deshalb ist der Schock für Dich wohl auch besonders groß, aber das sind nun mal die Tatsachen. Wenn Du wieder aus der Schnappatmung raus bist, versuche mal ruhig zu überlegen, wo wir wären, wenn wir nicht seit tausenden von Jahren versuchen würden, diese unwirtliche Welt zu verbessern, die alles andere als optimal ist. Richtig, in der Savanne oder auf den Bäumen. Nichts von dem, was uns die Natur geboten hat, ist perfekt und weniges von dem, was wir verändert haben, ist nicht weiter verbesserungswürdig.
Ohne Forschung und Technik hätten wir keine Medizin, die in den letzten 500 Jahren unsere Lebenserwartung verdoppelt hat, obwohl wir ständig durch Glyphosat und Genfood vergiftet werden, wir dürften den Boden mit dem Hakenpflug aufreißen, unsere Kinder würden zur Hälfte wegsterben, ehe sie erwachsen wären und 95 % von uns würden auf dem Acker arbeiten.
Aber sonst wäre alles in Ordnung.

Andreas (nicht überprüft)

So. 3 Mär 2019 - 11:21

Antwort auf von Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

@ Karl-Heinz Büchner, Zitat: "Es gibt keine Götter!" Wollen Sie ernsthaft behaupten, die griechische Mythologie lügt?!?

Jetzt musst Du wieder ganz stark sein: JA!
Ein Mythos ist eine Erzählung mit Wahrheitsanspruch, der aber schon seit 2500 Jahren bestritten wird. Die griechische Mythologie ist eine Märchensammlung.
Abgesehen davon, sind mir die griechischen Götter sehr sympathisch. Sie haben, gelogen, betrogen, gemeuchelt, gestohlen, sind fremd gegangen usw., also mit einem Wort: sie waren Menschen mit ein paar Spezialbegabungen. Damit kann man leben.

Manfred H. (nicht überprüft)

Mo. 11 Feb 2019 - 20:05

Antwort auf von Stefan Evertz (nicht überprüft)

Das erinnert mich sehr an die Zeugen Jehovas, die auch keine Ahnung von der Evolutionstheorie haben, aber genau wissen, dass deren Ziel einzig darin besteht, die Diener Gottes vom Weg der Wahrheit abzubringen.

Arno Gebauer (nicht überprüft)

So. 10 Feb 2019 - 17:01

Moin,

die Vertreter der Kirchenorganisationen sitzen in allen Wissenschaftsräten
und achten auf den Erhalt des Schöpfungsglauben.
Weil die Gentechnik den Schöpfungsglauben untergräbt, wird diese mit allen Mitteln bekämpft und als Werkzeug des Teufels den Gläubigen verkauft.

Schlimm ist, dass die meisten Wissenschaftler dieses Spiel nach den Regeln der
Kirchen mitspielen und sich nicht für ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse einsetzen.

Die Gläubigen sind in der Tat schlecht informiert und als Masse sehr meinungsstark.

Gruß
Arno Gebauer

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Mo. 11 Feb 2019 - 15:19

Was regt ihr euch auf über Genveränderte Pflanzen, in 50-100 Jahren wird es nur noch Genetisch designte Menschen geben. Diese Elite wird dann über die dummen herrschen
die früher an die Religion geglaubt haben.

Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

Di. 12 Feb 2019 - 10:49

Antwort auf von Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Hallo Herr Beierlein,
ich bin da nicht so optimistisch wie Sie. Die meisten wünschenswerten Eigenschaften, die wir uns "andesignen" könnten, sind definitiv multifaktoriell und damit bis auf weiteres außer Reichweite. Außerdem sind 50 bis 100 Jahre bei Homo sapiens mal gerade 2 bis 5 Generationen, da hat die Genetik noch nicht mal die Vorversuche abgeschlossen. Es wird uns nicht einmal gelingen, die unikausalen Stoffwechseldefekte zu eliminieren. Wir werden sie vermutlich im Einzelfall beheben können, aber ein zukünftiges Auftreten können wir ebensowenig verhindern, wie wir die Evolution anhalten können. Mutationen sind eine intrinsische Eigenschaft der Zellteilung.
Aber der Gedanke, die Menschheit könnte ihre abstrusen Vorstellungen von der Existenz unsichtbarer Geister und ihr Eingreifen in unsere reale Welt ablegen, ist so schön, dass man sich immer wieder mal daran erinnern sollte.

Manfred H. (nicht überprüft)

Do. 14 Feb 2019 - 11:13

"Umfragen Ende der 90er Jahre ergaben, dass 35 % der EU-Bürger und 65 % der US-Amerikaner glaubten, dass nicht-transgene Tomaten keine Gene enthielten." (https://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCne_Gentechnik#Rezeption_in_der_%C3%96ffentlichkeit)

Karl-Heinz Büchner (nicht überprüft)

Mo. 4 Mär 2019 - 11:41

Antwort auf von Andreas (nicht überprüft)

Mag sein, aber es stimmt wohl. Unwissenheit führt zu Angst vor dem Unbekannten.
Deswegen hat der Mensch die Welt der Götter und Geister erfunden, läßt sich nicht impfen und bevorzugt genfreie Tomaten.

Inge Hüsgen

Die Autorin ist die Chefredakteurin des "Skeptiker", der Vierteljahreszeitschrift der GWUP (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften) sowie Redakteurin beim Humanistischen Pressedienst.

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