Aufklärung gegen Gewohnheitsdenken, Kritikimmunisierung und Manipulationstechniken

Einwände zur Fleischkonsumkritik in der Prüfung

Der hpd-Autor Armin Pfahl-Traughber greift noch einmal die Debatte um die Fleischkonsumkritik auf und macht dabei in vielen Kommentaren inhaltliche Fehlschlüsse und Manipulationstechniken aus. Er plädiert demgegenüber für Aufklärung gegen Gewohnheitsdenken und Kritikimmunisierung. Einwände sollten sich nicht auf das angeblich Gesagte, sondern auf das tatsächlich Gesagte beziehen.

Wenn beliebte Einstellungen, Gewohnheiten oder Glaubensinhalte hinterfragt werden, reagieren nicht wenige Menschen mit emotionaler Vehemenz. Dabei tragen sie häufig Aussagen vor, welche den Eindruck von Sachlichkeit vermitteln sollen, aber für Fehlwahrnehmungen, Kritikimmunisierung oder Manipulationstechniken stehen. Dies lässt sich sowohl bei privaten Auseinandersetzungen und politischen Diskussionen wie bei beruflichen Konflikten und ethischen Kontroversen feststellen.

Dabei können auch formal Hochgebildete die Grundlagen des vernünftigen Argumentierens ignorieren, sofern bei ihnen Gewohnheiten, Interessen, Kritikimmunität oder Statusdenken im Vordergrund stehen. Beliebte Argumentationsmuster sind dabei, dass dem Andersdenkenden persönliche Motive unterstellt, seine Auffassungen einseitig oder falsch wiedergegeben, ganz andere Fragen in den gemeinten Kontext gebracht, inhaltlich falsche Gleichsetzungen vorgetragen, absurde Positionen unterstellt oder die Sein-Sollen-Unterscheidungen ignoriert werden.

Für das Gemeinte stehen hier als Musterbeispiele bestimmte Reaktionen, die auf zwei Beiträge des Verfassers erfolgten. Er hatte am 25. November 2018 in Nürnberg einen Vortrag gehalten, worin die Begründungen für den Fleischkonsum einer kritischen Prüfung ausgesetzt wurden. Dieser findet sich mit "Die Ereignisse vor dem Schnitzel" als Titel auch auf Youtube. Darüber hinaus erschienen die dort vorgetragenen Auffassungen im Humanistischen Pressedienst, der das dafür zugrundeliegende Thesenpapier am 5. Dezember 2018 veröffentlichte. Daraufhin erfolgten viele Kommentare, welche die dort vorgetragenen Auffassungen kritisieren wollten. In der Folge der Kontroverse kam es noch zu einem Interview, worin der Autor am 21. Dezember 2018 seine Positionen erneut vortrug. Auch dazu wurden viele Kommentare veröffentlicht. Sie bilden für die folgende Analyse die Materialgrundlage, um exemplarisch die gemeinten Fehlschlüsse, Kritikimmunisierungen und Manipulationstechniken bei diesem Thema zu verdeutlichen.

Armin Pfahl-Traughber / Screenshot YouTube-Video
Armin Pfahl-Traughber / Screenshot YouTube-Video

Zu den bekanntesten Manipulationstechniken gehört die "Strohmann"-Taktik: Dabei wird dem Kritisierten eine bestimmte Position unterstellt, welche entweder gar nicht in seinen Aussagen vorhanden war oder sie wird mit Übertreibungen referiert. Beides soll dazu dienen, den Andersdenkenden lächerlich zu machen. Ein Leser bemerkte etwa: "Menschenrechte sind ein Kooperationsinstrument von und für Menschen … Das Konzept auf Tiere auszuweiten, die es gar nicht verstehen, verwässert es nur und stellt uns alle schlechter". Doch der Autor forderte gar keine Ausdehnung von Menschenrechten auf Tiere. Ganz im Gegenteil, der kantianisch ausgerichtete Ansatz (Tom Regan) wurde sogar ausdrücklich kritisiert und der Fleischkonsum als Folge einer vom Menschen vorgenommenen ethischen Positionierung verworfen. Ein anderer meinte: "Was ist an einer 'Vitamin-B12-Supplementierung' eigentlich noch 'natürlich'?". Doch von einer derartigen "natürlichen" Ernährung war gar nicht die Rede.

Eine weitere weit verbreitete Manipulationstechnik ignoriert die Sein-Sollen-Unterscheidung. Dabei wird aus einer beschreibenden Aussage eine normative Forderung abgeleitet. Nur weil aber etwas ist, muss es nicht so sein. Das folgende Beispiel steht für einen derartigen naturalistischen Fehlschluss: Ein Kommentator schrieb: "Wir müssen akzeptieren, dass wir Tiere sind, die in eine Welt des (evolutionär bedingten) Fressen-und-Gefressen-Werdens leben. … Die Wirklichkeit hat uns dazu verurteilt, Lebewesen zu essen …" Diese Aussage ist zunächst inhaltlich falsch: In seiner evolutionären Entwicklung hat sich der Mensch sowohl fleischlich wie pflanzlich ernährt. Demnach kann er seine Ernährungsform wählen und ist hier von der Natur zu nichts verurteilt. Bedeutsamer ist aber, dass in dieser Denkperspektive das Handeln des Menschen von der Natur abhängig gemacht wird. In seiner Geschichte gab es auch immer Kriege, Morde und Unterdrückung. Dies alles würde in dieser "Logik" dann auch durch die Natur gerechtfertigt.

Gern genutzt wird auch die Taktik der thematischen Verschiebung, wobei eine Abschottung der eigenen Auffassungen durch den anklagenden Hinweis auf angeblich problematische Bestandteile der anderen Position erfolgt. Ein Kommentar bemerkte: "Woher nehmen sich diese Leute das Recht zu entscheiden, welche Lebewesen man töten und essen darf und welche nicht. Darf man pflanzliche Lebewesen zu minderwertigen Spezies erklären, die man töten und essen darf …" Hier stellt sich zunächst die Frage, warum eine solche Aussage vorgetragen wird. Geht es um das behauptete Leiden von Pflanzen oder die Legitimation von Tiertötungen? Ersteres soll in vielen Fällen letzteres rechtfertigen. Denn es wird dabei meist nicht auch gegen pflanzliche Ernährung argumentiert. Damit erfolgt ein Abdrängen der Debatte auf andere Themen. Zur Sache selbst lässt sich sagen: Es fehlen bislang die wissenschaftlichen Belege dafür, dass von einer Leidensfähigkeit von Pflanzen ähnlich wie der von Tieren gesprochen werden kann. Die Aussage geht am Thema vorbei.

In der Auseinandersetzung um die Fleischkonsumkritik tauchte eine ansonsten sehr häufig vorkommende Manipulationstechnik nicht auf: der genetische Fehlschluss, der sich auf die Herkunft, aber nicht auf die Inhalte von Positionen bezieht. Dabei gelten die Einwände häufig einer Person, der bestimmte Absichten oder Einstellungen unterstellt werden. Gleichzeitig erscheint die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Gesagten überflüssig.

Derartige Aussagen gab es jedoch bei anderen Artikeln des Verfassers: Etwa bei der kritischen Einschätzung der AfD ("Die AfD ist eine rechtsextremistische Partei" vom 20. November 2018) und einmal von Rosa Luxemburg ("Rosa Luxemburg – eine demokratische Sozialistin?" vom 15. Januar 2019). Im ersten Fall ging ein Leser davon aus, dass die Auffassung des Autors "links" sei, im zweiten Fall meinte ein andere Kommentator, dass die Kritik ein "reaktionärer Versuch" sei. Entscheidend sind aber die inhaltlichen Argumente und nicht die angeblichen Positionen: Egal ob "links" oder "reaktionär", um richtig oder falsch sollte es gehen.

Die vorstehenden Beispiele aus der Fleischkonsum-Kontroverse stehen auch für das, was im Interview mit folgendem Satz gemeint war: "Um sich damit nicht selbstkritisch auseinandersetzen zu müssen …, reagieren nicht wenige emotional über, wobei das intellektuelle Niveau hierbei nicht selten sinkt." Dabei ging es nicht nur um die provokativen Kommentare, sondern um die oben erwähnten Manipulationstechniken im öffentlichen Vernunftgebrauch. Darauf hinzuweisen, dürfte erneut persönliche Herabwürdigungen auslösen. Wer keine besseren Argumente hat, spricht von "arroganter Überheblichkeit". Auch der "Gutmensch"-Vorwurf darf da nicht fehlen. Derartige Beleidigungen sind wie die Manipulationstechniken erfreulich und ärgerlich zugleich: Sie sind ärgerlich, weil sie für schlechtes Benehmen sprechen. Sie sind erfreulich, weil sie die sachlichen Gegenargumente ersetzen sollen. Insofern sind die Beleidigungen doch wieder ein Kompliment.


Literaturhinweise:

  • Alt, Jürgen August Alt: Richtig argumentieren oder wie man in Diskussionen recht behält, München 2000.
  • Beck, Gloria: Verbotene Rhetorik. Die Kunst der skrupellosen Manipulation, München 2007.
  • Edmüller, Andreas/Wilhelm, Thomas: Argumentieren, sicher, treffend, überzeugend. 1Trainingsbuch für Beruf und Alltag, Planegg 2000.
  • Edmüller, Andreas/Wilhelm, Thomas: Manipulationstechniken. Erkennen und abwehren, Planegg 2002.
  • Schleichert, Hubert: Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren. Anleitung zum subversiven Denken, München 1997.
  • Thiele, Albert: Argumentieren unter Stress. Wie man unfaire Angriffe erfolgreich abwehrt, München 2007.
  • Thomson, Anne: Argumentieren – und wie man es gleich richtig macht, Stuttgart 2001.
  • Weimar, Wolfgang: Logisches Argumentieren, Stuttgart 2005.

Kommentare (105)

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Do. 31 Jan 2019 - 12:50

Es reicht.
"Ein Kommentator schrieb: "Wir müssen akzeptieren, dass wir Tiere sind, die in eine Welt des (evolutionär bedingten) Fressen-und-Gefressen-Werdens leben. … Die Wirklichkeit hat uns dazu verurteilt, Lebewesen zu essen …" Diese Aussage ist zunächst inhaltlich falsch: In seiner evolutionären Entwicklung hat sich der Mensch sowohl fleischlich wie pflanzlich ernährt."
Was soll an der im Zitat zitierten Aussage (Lebewesen zu essen) falsch sein? Und wird sie mit dem folgenden "sowohl fleischlich wie pflanzlich"irgendwie widerlegt? Oder nicht vielmehr wiederum ein Strohmann aufgebaut?

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Do. 31 Jan 2019 - 15:53

Antwort auf von Hans Trutnau (nicht überprüft)

Hans, den Punkt wollte ich mir auch rauspicken. An ihm wird die schräge Form von "Argumentation" deutlich. Neulich habe ich bei einem Kommentar gelesen, es sei ein Märchen, dass die Menschen der Altsteinzeit sich überwiegend fleischlich ernährt hätten. Diese veganen Fake-News - in diesem Fall sind die "Märchen" nämlich wahr - sind nicht auszurotten. Der Kalorienbedarf jener Zeit wurde mit 5.000 bis 9.000 kcal berechnet. Wie ist das mit Pflanzen, die in den Kaltzeiten nicht mal in ausreichender Menge verfügbar waren, zu decken?

Solche Diskussionen regen mich regelmäßig auf, von plumpen Beleidigungen ganz abgesehen. Egal, was man oben argumentativ reinsteckt - Hauptsache es kommt Veganismus unten raus...

Markus Schiele (nicht überprüft)

Do. 31 Jan 2019 - 17:17

Antwort auf von Hans Trutnau (nicht überprüft)

Dem Autor (Armin Pfahl-Traughber) scheint hier in der Tat eine kleine Unachtsamkeit unterlaufen zu sein. Sich jetzt aber auf ein solches Missverständnis zu kaprizieren, ist symptomatisch für die ganze Debatte und gibt Armin Pfahl-Traughber in dem von ihm oben Gesagten sogar recht: Es entwertet nicht seine Argumentation, sondern zeigt überdeutlich, dass es um echte Argumente gegen seine Position sehr schlecht bestellt sein muss!

Dasselbe gilt auch für den folgenden Kommentar von Sascha Larch, in dem der Autor sogar direkt angegriffen wird.

Chapeau, Herr Pfahl-Traughber! Q.E.D.

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Fr. 1 Feb 2019 - 22:51

Antwort auf von Markus Schiele (nicht überprüft)

"dass es um echte Argumente gegen seine Position sehr schlecht bestellt sein muss" darum ging es mir überhaupt nicht, nicht bemerkt!?
Es geht um intellektuelle Redlichkeit.
APT behauptet von der ursprünglich von B. Kammermeier stammenden, faktisch richtigen Aussage (>... Lebewesen zu essen<) wider besseren Wissens und völlig unbegründet, dass sie inhaltlich falsch sei - und argumentiert damit (so akribisch er die Kommentare auf seine Artikel seziert) noch unredlicher als er seinen Kritikern vorwirft.
Das Ganze ist zunächst von pro oder contra vegan völlig unabhängig, offenbart aber schlussendlich APTs magere Sachargumentation.
Es hat dann im Endeffekt so ein Geschmäckle religiöser Allmachtsphantasie, Leid vollständig vermeiden zu können und diese Einstellung allen Mitmenschen oktroyieren zu müssen.

Markus Schiele (nicht überprüft)

So. 3 Feb 2019 - 19:23

Antwort auf von Hans Trutnau (nicht überprüft)

Armin Pfahl-Traughber intellektuelle Unredlichkeit und "religiöse Allmachtsphantasie" vorzuwerfen ist schon starker Tobak. Dass dem Autor sehr wohl klar ist, dass Pflanzen Lebewesen sind, geht doch aus dem Kontext hervor!

Auch geht es nicht darum "Leid vollständig vermeiden zu können und diese Einstellung allen Mitmenschen oktroyieren zu müssen". Ersteres ist utopisch, sollte einen aber nicht daran hindern darauf hinzuarbeiten Leid immerhin zu verringern. Es ist zu billig, nicht zu handeln, nur weil kein auch nur annhähernd hundertprozentiges Ergebnis zu erwarten ist. Bin ich zu naiv wenn ich davon ausgehe, dass regelmäßigen Besuchern des hpd prinzipiell daran gelegen ist, die Welt zu einem besseren Ort zu machen?

Was (zweitens) das Oktroyieren von Einstellungen betrifft: davon kann ich bei Armin Pfahl-Traughber beim besten Willen nichts erkennen. Er ist von seinen Argumenten überzeugt und stellt sie zur Diskussion (siehe den ursprünglichen Artikel, auf den sich obige Replik bezieht.) Dies geschieht durchweg sachlich, was man von einigen Kommentaren nicht behaupten kann. Vielleicht lesen Sie etwas in den Text hinein, was gar nicht da steht? Oder ich übersehe etwas? Das mag daran liegen, dass wir von vorn herein mit unterschiedlichen Erwartungshaltungen herangehen.

In der Tat finde ich persönlich die von Pfahl-Traughber genannten Argumente stärker als die seiner Gegner, soweit überhaupt welche genannt werden. Trotzdem bin ich noch immer kein hundertprozentiger Veganer, wenn auch seit über einem Vierteljahrhundert Vegetarier aus ethischen Gründen. Meiner Überzeugung nach müsste ich auch die restlichen Tierprodukte, die ich gelegentlich konsumiere, vollständig weglassen. Aber, nun ja, der Wille ist stark, das Fleisch aber schwach. Immerhin gebe ich dies zu.

Lieber Hans Trutnau, ich schätze durchaus den Verve mit dem Sie sich in viele Debatten auf dem hpd einbringen. Bei dieser Thematik jedoch, tja ...

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Mo. 4 Feb 2019 - 14:52

Antwort auf von Markus Schiele (nicht überprüft)

Lieber Markus Schiele, nochmals, es geht mir hier hauptsächlich um intellektuelle Redlichkeit, die APT einfordert, aber selber nicht einlöst, wenn er den Kommentar von BK als inhaltlich falsch deklariert und damit diskreditiert.
Ich habe das hier mehrfach, zuletzt ausführlich am 3.2. 23:05 als Antwort auf Andreas kommentiert und wiederhole das nicht mehr.

Was pro oder contra vegan anbelangt, denke ich, dass ich mich da noch nicht konkret geoutet habe. Es ist wohl so, dass mein Fleisch noch schwächer als Ihres ist - aber ich komme damit im Rahmen meiner (wie hier ganz selten gemeint, faschistischen) Ethik ganz gut zurecht.

Thomas R. (nicht überprüft)

Di. 5 Feb 2019 - 10:21

Antwort auf von Hans Trutnau (nicht überprüft)

"Was pro oder contra vegan anbelangt, denke ich, dass ich mich da noch nicht konkret geoutet habe."
-
ROFL, Sie sind ja ein Komiker!
-
"ich komme damit im Rahmen meiner (wie hier ganz selten gemeint, faschistischen) Ethik ganz gut zurecht."
-
"Faschistische Ethik" ist ein Selbstwiderspruch! Anderenfalls wäre es möglich, z.B. den Holocaust als Klasse moralischer Akte zu bezeichnen. Dazu werden wohl nicht einmal Sie sich herablassen wollen.

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Di. 5 Feb 2019 - 00:43

Antwort auf von Markus Schiele (nicht überprüft)

Ach ja, noch ganz nebenbei - ich habe APT keine "religiöse Allmachtsphantasie" vorgeworfen, sondern, dass "Es [das Ganze, die Geschichte] ... dann im Endeffekt so ein Geschmäckle", d.h. einen Beigeschmack, hat; so kam das bei mir rüber, sonst nix.

Roman Uljuschew (nicht überprüft)

Do. 31 Jan 2019 - 17:19

Antwort auf von Hans Trutnau (nicht überprüft)

Stimmt, wenn mit der Aussage "Die Wirklichkeit hat uns dazu verurteilt, Lebewesen zu essen" auch tatsächlich nur beliebige Lebewesen, egal ob pflanzlich oder tierlich, gemeint wären, dann wäre die Aussage inhaltlich richtig, allerdings auch gleichzeitig ziemlich überflüssig. Betrachtet man aber den Kontext, in dem die Aussage verfasst wurde (nämlich als Rechtfertigung für den Fleischkonsum), dann ist es wohl plausibel anzunehmen, dass mit "Lebewesen" vor allem Tiere gemeint sind, und so ergibt die Antwort auf diesen Einwand wieder mehr Sinn.
Unabhängig davon hat Herr Pfahl-Traughber recht mit dem Verweis auf den Naturalistischen Fehlschluss, der hier begangen wird. Menschen sind Omnivoren, ja, allerdings keine obligaten Omnivoren. Fleisch ist keine Notwendigkeit.
Die (evolutionär bedingte) "Natürlichkeit" einer Handlung rechtfertigt diese nicht. Denn sonst könnte man ja jegliche (noch so grausame) Handlung mit dem Verweis auf die (evolutionär bedingte) "Natürlichkeit" dieser Handlung rechtfertigen.
Löwen töten Antilopen, aber Löwen töten auch die Jungen anderer Löwen.

Miriam R. (nicht überprüft)

Do. 31 Jan 2019 - 21:38

Antwort auf von Hans Trutnau (nicht überprüft)

Das hat dir der Autor doch erklärt, du musst es nur lesen:

"Diese Aussage ist zunächst inhaltlich falsch: In seiner evolutionären Entwicklung hat sich der Mensch sowohl fleischlich wie pflanzlich ernährt. Demnach kann er seine Ernährungsform wählen und ist hier von der Natur zu nichts verurteilt. Bedeutsamer ist aber, dass in dieser Denkperspektive das Handeln des Menschen von der Natur abhängig gemacht wird. In seiner Geschichte gab es auch immer Kriege, Morde und Unterdrückung. Dies alles würde in dieser "Logik" dann auch durch die Natur gerechtfertigt."

Heutzutage ist eine vollwertige, gesunde Ernährung ohne Fleisch problemlos möglich. Wir sind mitnichten dazu "verurteilt", Tierleichen zu konsumieren. Welche Auswirkungen diese Denkweise analog auf andere Bereiche angewandt nach sich zöge, wurde ja bereits genannt.

Jann Wübbenhorst (nicht überprüft)

Fr. 1 Feb 2019 - 08:28

Antwort auf von Hans Trutnau (nicht überprüft)

Falsch ist, die "Wirklichkeit [habe] uns dazu verurteilt, Lebewesen zu essen " (gemeint sind hier natürlich tierische Lebewesen, sonst macht das Argument keinen Sinn).

Jann Wübbenhorst, "gemeint" ist Interpretation.
Kammermeier sagt nix anderes, als dass wir Lebewesen (Organismen jeglicher Art) zum Überleben benötigen; und das macht zweifellos Sinn.
Wo ist das Problem?

Jann Wübbenhorst (nicht überprüft)

Mo. 4 Feb 2019 - 19:08

Antwort auf von Hans Trutnau (nicht überprüft)

Ich sehe es so: Wenn einer für Vegetarismus argumentiert, und ein Kritiker hält ihm entgegen: "Wir sind aber verurteilt (pflanzliche oder tierische) Lebewesen zu essen" - dann wäre das eine relativ alberne Platitüde. Der Angegriffene würde dann natürlich erwidern: Pflanzliche ja, aber tierische aus den genannten Gründen eben nicht.
Deshalb kann der Kritiker hier eigentlich nur Tiere gemeint haben, und darauf reagiert Pfahl-Traughber.

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Di. 5 Feb 2019 - 00:21

Antwort auf von Jann Wübbenhorst (nicht überprüft)

Sry, ich halte das Argument von BK nicht für eine "alberne Platitüde", sondern für einen schlichten Fakt, den APT als "zunächst inhaltlich falsch" deklariert und damit diskreditiert.
Aber egal; ich habe das jetzt oft genug, kurz und länger, erläutert.

Jann Wübbenhorst (nicht überprüft)

Mo. 4 Feb 2019 - 19:22

Antwort auf von Hans Trutnau (nicht überprüft)

Sollte es anders sein, dann hat Pfahl-Traughber aber vmtl. den Satz "Wir sind verurteilt, Lebewesen zu essen" so verstanden, dass nur Tiere gemeint waren. Hier zu unterstellen, er habe die Aussage absichtlich verfälscht, um einen "Strohmann aufzubauen", halte ich für sehr gewagt.
Die meisten Menschen (wenn sie keine Biologen sind) verstehen unter "Lebewesen" im Alltagsgebrauch nur Tiere (und natürlich die Tierart Mensch). Wenn Sie das nicht glauben, machen Sie einen Test un zeigen Sie 10 beliebigen Nicht-Biologen das bekannte Windows-XP-Wallpaper "Grüne Idylle" ("Bliss"), verbunden mit der Frage, ob hier irgendwelche Lebewesen zu sehen sind. Die meisten werden das verneinen.

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Di. 5 Feb 2019 - 01:44

Antwort auf von Jann Wübbenhorst (nicht überprüft)

Ich glaube nicht.
Kurzum, ich bin einer der "10 beliebigen Nicht-Biologen", obschon (Bio-)Chemiker und Geowissenschaftler mit reichlich Interesse an der Evolution der Lebewesen.
Und ich sehe (sehr wahrscheinlich mit APT und BK, die sich nicht unbedingt an "Nicht-Biologen" wenden) in der Grünen Idylle jede Menge Lebewesen.
Ob das andere Nicht-Biologen verneinen, ist m.E. eigtl. unerheblich.

Michael Fischer (nicht überprüft)

Fr. 1 Feb 2019 - 13:17

Antwort auf von Hans Trutnau (nicht überprüft)

Du bist zu streng, Hans. Auch der Duden weist darauf hin, daß der Begriff Lebewesen insbesondere für Menschen oder Tiere verwendet wird (https://www.duden.de/rechtschreibung/Lebewesen). Es ist eigentlich klar, daß Armin Pfahl-Traughber den Begriff ausschließlich in diesem Kontext benutzt hat.

Nicht streng genug, Michael.
So akribisch, wie APT die Kommentare auf seine tendenziösen Artikel nicht nur auseinandernimmt, sondern sie (mit Absicht?) verdreht - da bin ich gerne noch strenger, vor allem aber genau.
Der Autor operiert hier noch unredlicher als er seinen Kritikern vorwirft.
Möglicherweise darf er sich hierüber noch in einer weiteren Stellungnahme ausheulen.

Was der Duden da meint, ist biologisch krasser Unsinn. Auch ist er ja keinesfalls vor Kritik geschützt, wenn er z.B. den Doppelmoppel 'aufoktroyieren' durchgehen lässt.

@ Hans Trutnau Du konstruierst einen Fehler, der bei Armin Pfahl-Traughber nicht da ist.

Hans Trutnau (nicht überprüft)

So. 3 Feb 2019 - 23:09

Antwort auf von Andreas (nicht überprüft)

Andreas, ich denke, der Fehler ist da und nicht konstruiert (auch wenn er nicht auf den ersten Blick auffällt und gerade deswegen erwähnenswert ist); ich hatte das oben (1. Februar 2019 - 22:51) bereits beantwortet - aber hier gerne nochmals und ausführlicher als gestern im FB-Ableger vom hpd:

APT schreibt im Teaser: "Einwände sollten sich nicht auf das angeblich Gesagte, sondern auf das tatsächlich Gesagte beziehen."
Ja, das ist doch völlig ok und ein guter Anfang, nicht wahr? *Aber*:

Genau das macht APT gerade *nicht*, wenn er die faktisch korrekte Aussage ("... Lebewesen zu essen") von Bernd Kammermeier (BK) zitierend zunächst völlig unbegründet und nicht näher ausgeführt lapidar als "inhaltlich falsch" (aber inwiefern denn falsch?) deklariert (das ist das "angeblich Gesagte"!), um sie direkt im nächsten Halbsatz wieder (zwar etwas halbherzig, aber faktisch) zu bestätigen ("fleischlich wie pflanzlich" = Lebewesen; das ist das von BK "tatsächlich Gesagte" - dass wir nämlich definitiv darauf angewiesen, 'verurteilt', sind, Organismen, egal ob tot oder lebendig, zu essen, um zu überleben).

Das "inhaltlich falsch" steht allerdings zuerst da und diskreditiert die Aussage von BK (und soll sie vllt. sogar vorsätzlich dikreditieren?).
Das ist deshalb intellektuell unredlich und noch dazu auf besonders perfide Art (weil APT seinem eigenen Anspruch im Teaser nicht gerecht wird, sondern angeblich Gesagtes - zwar etwas zwischen den Zeilen, aber eindeutig sichtbar - hineinfantasiert!).

Dies ist zunächst völlig unabhängig von pro oder contra vegan; es ist schlicht die krude Argumentationsweise, die mir auf den Sack geht und dem Veganismus eigtl. überhaupt keinen Gefallen tut.

Nebenbei, ich wundere mich tatsächlich, dass hier noch keine 'eingefleischten' Frutarier (FrutanerInnen?) aufgeschlagen sind mit Argumenten wie "Pflanzenzellen sind komplexer als Tierzellen aufgebaut (stimmt sogar!), empfindsam (gab's hier schon), vermeidbares Morden von Wurzelgemüse etc." und den Veganismus als immer noch speziesistisch auseinandernehmen.
Das wäre dann weiteres Salz in der Fleischbrü..., ähm, sry, Gemüsebrühe.

Sascha Larch (nicht überprüft)

Do. 31 Jan 2019 - 13:11

Zitat:

"Wir müssen akzeptieren, dass wir Tiere sind, die in eine Welt des (evolutionär bedingten) Fressen-und-Gefressen-Werdens leben. … Die Wirklichkeit hat uns dazu verurteilt, Lebewesen zu essen …"
Diese Aussage ist zunächst inhaltlich falsch...

Zitat Ende

Nein ist sie nicht!

Diese Aussage als falsch zu bezeichnen zeigt zum wiederholten mal den grundlegenden Fehlschluß des Autors der offenbar nicht in der Lage ist unter dem Begriff "Lebewesen" auch Pflanzen zu verstehen. Auf dieser Grundlage kann nicht sinnvoll diskutiert werden.

Wie ich bereits in meinen früheren Kommentaren dargelegt habe bin ich offen für eine vernünftige, faktenbasierte Diskussion über das Thema und bin auch gerne bereit sachliche Argumente der Gegenseite zu akzeptieren, ich fürchte aber daß eine solche Diskussion mit dem Autor nicht möglich sein dürfte.

Der HPD sollte Extremisten, auch extremistischen Veganern wie dem Autor dieses Aufsatzes, keine Plattform bieten.

Manfred H. (nicht überprüft)

Do. 31 Jan 2019 - 14:55

Antwort auf von Sascha Larch (nicht überprüft)

Ich gebe Ihnen recht. Auch Pflanzen sind Lebewesen. Aber warum konnten sie sich diese Plattitüde nicht einfach schenken?

Petra Pausch (nicht überprüft)

Do. 31 Jan 2019 - 15:01

Antwort auf von Sascha Larch (nicht überprüft)

Wie er das mit den getroffenen Hunden?
Genau für Kommentiere wie Sie wurde der Artikel geschrieben und veröffentlicht.
Die Sache mit der nicht vorhanden Leitfähigkeit von Pflanzen haben Sie z. B. überlesen.

Alfred Binder (nicht überprüft)

Do. 31 Jan 2019 - 16:04

Antwort auf von Sascha Larch (nicht überprüft)

Wörtlich genommen ist die Aussage, wir sind gezwungen Lebewesen zu essen, natürlich richtig, da Pflanzen nach unseren Kategorien ebenfalls Lebewesen sind. Aber wie Pfahl-Traughber in diesem Artikel auch feststellte, es gibt bis jetzt noch keinen Beweis, dass Pflanzen leiden und das ist der einfache entscheidende Punkt bei der Diskussion über das Fleischessen. Zu behaupten, er sei ein extremistischer Veganer (weil er hier versehentlich Pflanzen nicht als Lebewesen behandelte?) und zu fordern, der hpd dürfe ihm keine Plattform bieten, ist wohl emotionaler Erregung geschuldet. Jeder Artikel von Herrn Pfahl-Traughber ist informativ, sachlich und ausgewogen. Er ist eine Säule des hpd, ohne ihn wären dessen „Telegramme“ nur halb so interessant.

Hans Trutnau (nicht überprüft)

So. 3 Feb 2019 - 23:41

Antwort auf von Alfred Binder (nicht überprüft)

"weil er hier versehentlich Pflanzen nicht als Lebewesen behandelte"

'Versehentlich', Alfred Binder?
Vielleicht nicht eher Methode?

Aber deswegen "eine Säule des hpd"?

Daniel Bauer (nicht überprüft)

Do. 31 Jan 2019 - 16:42

Antwort auf von Sascha Larch (nicht überprüft)

In allen vorangegangenen Artikeln zum Thema und erneut im vorliegenden, wurden den Befürwortern des Fleischkonsums persönliche Motive unterstellt. Es wurden psychologische Vorgänge wie Verdrängung, emotionale Überreaktion, Festhalten an Liebgewonnenem und vieles mehr unterstellt. Herr Pfahl-Traughber tut also genau das, was er seinen Gegnern in dieser Sache vorwirft.
Zum psychologischen Argument greift der, der keine Sachargumente hat!

Das Kernargument, auf das die Diskussion hinausläuft, ist das Leid der Tiere. Das ist aber kein Sachargument. Es ist ein emotionales Argument basierend auf Mitleid. Ich (und viele andere) teile(n) diese Emotion in Bezug auf nichtmenschliche Tiere nicht und so verpufft das Argument im Nirvana.

Herr Pfahl-Traughber, da Sie keine Sachargumente haben, bleibt Ihnen eigentlich nur eine Möglichkeit: Wenn Sie mir monatlich 1.000 € Netto überweisen, bin ich gerne bereit auf Fleisch zu verzichten. Dann haben Sie ein Sachargument: Ich habe einen Nutzen davon! Das wohl der Tiere bringt mir nichts. Der Klimaschutz für anderer Leute Kinder bringt mir auch nichts. Zeigen Sie mir meinen Nutzen und Sie werden mich überzeugen. Kommen Sie mir psychologisch und ich lache schallend!

Michael Fischer (nicht überprüft)

Fr. 1 Feb 2019 - 18:55

Antwort auf von Daniel Bauer (nicht überprüft)

"Es wurden psychologische Vorgänge wie Verdrängung, emotionale Überreaktion, Festhalten an Liebgewonnenem...unterstellt."

Nun ja, um ehrlich zu sein, trifft er damit zumindest bei mir (mit Ausnahme emotionaler Überreaktion, das möchte ich betonen) voll ins Schwarze!
Ich verstehe ehrlich gesagt auch gar nicht, warum man sich hier so über ihn echauffiert. Ich werde zwar morgen auf dem Stadtmarkt beim Oberschlesier wieder dieses exzellente Schnitzel mit Kartoffel-Gurkensalat essen, aber deswegen hat Pfahl-Traughber trotzdem recht.

Thomas R. (nicht überprüft)

Sa. 2 Feb 2019 - 10:17

Antwort auf von Daniel Bauer (nicht überprüft)

"Das Kernargument, auf das die Diskussion hinausläuft, ist das Leid der Tiere."
-
Richtig, und zwar das Leid ALLER (menschlichen und nichtmenschlichen) Tiere! Willkürlich bestimmten Teilmengen von ihnen die vollumfängliche Anerkennung ihrer ethischen Objekthaftigkeit zu verweigern, ist faschistisch und somit antimoralisch. Wer das tut, verwirkt die Berechtigung, sich zu beklagen, wenn er seinerseits faschistischem und antimoralischem Verhalten zum Opfer fällt. Überhaupt kann es eine bestmöglich leidbefreite Welt nur geben, wenn sich (so gut wie) alle moralisch handlungsfähigen Wesen auch tatsächlich leidvermeidend nach dem ethischen Gleichheitsgrundsatz verhalten und KEINERLEI faschistische Unterscheidungen mehr dulden.
-
"Ich (und viele andere) teile(n) diese Emotion in Bezug auf nichtmenschliche Tiere nicht"
-
Und was, wenn Leute "diese Emotion" in Bezug auf Sie persönlich oder irgendeine Gruppe von Menschen, der Sie angehören, nicht teilten? Wie alle Speziesisten haben auch Sie DIE entscheidende Lektion aus der Braunen Phase nicht gelernt.
-
"Das wohl der Tiere bringt mir nichts."
-
Und Ihr Wohl bringt MIR nichts. Dieser "Logik" folgend dürfte ich Ihnen nach Belieben Leid zufügen (lassen) oder wenigstens "schallend lachen", wenn es jemand anderes tut.

Eberhard Duschl (nicht überprüft)

Do. 31 Jan 2019 - 19:44

Antwort auf von Sascha Larch (nicht überprüft)

Pflanzen sind die einzigen Wesen, die unserem Planeten Energie von außen erschließen und damit tierisches Leben erst ermöglichen. Dass sie dazu gefressen werden müssen, ist so banal, dass sich eine Diskussion darüber erübrigt, es sei denn, man stelle die Regeln der Evolution infrage.
Der Schmerz, und nur um den geht es bei der ethischen Frage des Tiere-Essens, hat den Sinn, schädliche Situationen zu vermeiden, was auch jedes Tier versucht, es sei denn, es ist eingesperrt.
Da Pflanzen aber dem Schmerz durch Flucht nicht entgehen könnten, dürfte die rationale Evolution ihnen diesen als sinnlosen Luxus vorenthalten haben.
Und in der Tat braucht das Pflanzenreich die Verletzung durch Pflanzenfresser, um zu gedeihen und nicht zu vergreisen.
Im Tierreich übernehmen diese Aufgabe die Tiere mit den Reisszähnen. Falls Sie solche vorweisen können, haben auch Sie von der Evolution die ausdrückliche Erlaubnis, das auch zu tun. Ansonsten sind Sie ein Irrläufer, der nichts zum Wohl der Tiere beiträgt.

Miriam R. (nicht überprüft)

Do. 31 Jan 2019 - 21:41

Antwort auf von Sascha Larch (nicht überprüft)

Der Unterschied ist offensichtlich "Lebewesen mit einem zentralen Nervensystem und komplexeren, neuronalen Beschaffenheiten, um Schmerz vergleichbar mit dem Schmerz eines Menschen wahrzunehmen".

Das liegt bei einigen Tieren vor. Bei Pflanzen jedoch nicht. Insofern kann auf Grundlage deiner undifferenzierten Weltsicht schlicht nicht argumentiert werden.

Andere ohne gute Begründung als Extremisten abzustempeln zeugt auch nicht gerade von Anstand und intellektueller Redlichkeit.

Achim (nicht überprüft)

Fr. 1 Feb 2019 - 10:05

Antwort auf von Sascha Larch (nicht überprüft)

"Diese Aussage als falsch zu bezeichnen zeigt zum wiederholten mal den grundlegenden Fehlschluß des Autors der offenbar nicht in der Lage ist unter dem Begriff "Lebewesen" auch Pflanzen zu verstehen. Auf dieser Grundlage kann nicht sinnvoll diskutiert werden."

Inwiefern kann auf "dieser Grundlage kann nicht sinnvoll diskutiert werden"? Für wen ist inwiefern relevant, dass Menschen Pflanzen essen? Wofür soll das als Argument dienen?

Thomas R. (nicht überprüft)

Do. 31 Jan 2019 - 17:27

Wie wär's denn, wenn sich die Herren Trutnau und Larch endlich herbeiließen zu begreifen, daß Herr P.-T. nicht so strunzendämlich ist, wie sie ihm unterstellen, und mit dem Begriff des Lebewesens - offenkundig! - nur EMPFINDUNGSFÄHIGE Wesen meint? Man (wie auch ich) mag mit diesem Sprachgebrauch nicht einverstanden sein, aber man muß ihn schon als Faktum zur Kenntnis nehmen, um keine Aussagen zu kritisieren, die so nie getroffen worden sind.

Zitat: https://www.duden.de/rechtschreibung/Lebewesen

Le­be­we­sen, das

Wortart: ℹ Substantiv, Neutrum

BEDEUTUNGSÜBERSICHT ℹ
Wesen mit organischem Leben, besonders Tier oder Mensch; Organismus

Beispiele
einzellige, tierische, pflanzliche Lebewesen
der Mensch als höchstentwickeltes Lebewesen

Tobias Michael (nicht überprüft)

Do. 31 Jan 2019 - 18:27

Zitat: "Dabei können auch formal Hochgebildete die Grundlagen des vernünftigen Argumentierens ignorieren, sofern bei ihnen Gewohnheiten, Interessen, Kritikimmunität oder Statusdenken im Vordergrund stehen. Beliebte Argumentationsmuster sind dabei, dass dem Andersdenkenden persönliche Motive unterstellt [werden]"

Das geht in beide Richtungen.

Jens B. (nicht überprüft)

Do. 31 Jan 2019 - 19:37

Argumente hin oder her: Gegenüber den Tieren macht der Mensch vom "Recht des Stärkeren" Gebrauch. - Oder anders gesagt: Trotz aller sich selbst bescheinigten Ethik gilt hier das Faustrecht.

A.S. (nicht überprüft)

Do. 31 Jan 2019 - 21:53

Die Debatte um den Fleischkonsum hat was religiöses. Einige Menschen fühlen sich berufen, anderen Menschen vorzuschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben. Ohne Diskussion, ohne demokratische Legitimation, nur auf eine angeblich höhere Moral gestützt.
Igittigittigit.

Eine der Konsequenzen aus der Evolutionstheorie ist doch die Einsicht, dass der Mensch ein Tier und TEIL DER NATUR ist, einschließlich der unschönen Seite des Fressens und Gefressenwerdens. Als Tier ist der Mensch meiner Ansicht nach als "allesfressender, waffentragender Wolf" zutreffend beschrieben. Das "allesfressend" ist schon auch in dem makaberen Sinne gemeint, dass der Mensch den gesamten Planeten leer frißt und am Ende wohl sich selbst (Kannibalismus). Das wird auch ein verordneter Veganismus nicht verhindern, solange die Weltbevölkerung weiter wächst wie bisher.

Michael (nicht überprüft)

Fr. 1 Feb 2019 - 17:55

Antwort auf von A.S. (nicht überprüft)

A.S. hat es knapp und treffend auf den entscheidenden Punkt gebracht.

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Fr. 1 Feb 2019 - 19:18

Antwort auf von A.S. (nicht überprüft)

So ist es!

Es gibt Menschen, die träumen vom Transhumanismus, andere hadern mit ihrer fleischlichen Existenz. In jedem Fall erahne ich in diesen Fällen eine gewisse Unfähigkeit, das Leben so zu nehmen, wie das Leben eben ist: leidvoll, mal dreckig, anstrengend, aber letztlich wunderschön.

Tierethik ist ein wohlklingendes, aber aus meiner Sicht nicht gut durchdachtes Konstrukt, um diesem negativen Grundgefühl eine intellektuelle Begründung umzuhängen. Vielleicht ist die Erkenntnis bitter, aber wir sind nackte Affen, die durch ihre Fähigkeiten zu ungeheuerlicher Vermehrung kamen und so Umweltprobleme schufen.

Ohne den Intellekt - die Quelle der tierethischen Mantelgeschichte - gäbe es kein tierethisches Problem. Ein paar hundert Millionen Menschen, auf der Welt verteilt, würden im globalen Überlebenskrieg gar nicht auffallen. Erst Millionenstädte haben die Industrie Massentierhaltung erfinden lassen, damit schlecht bezahlte Arbeiter sich Fleisch leisten können, um ihrer Arbeit erledigen zu können.

Nur die Verringerung der menschlichen Weltbevölkerung bringt hier Heilung, denn der Mensch wird noch viele Generationen ein Omnivore bleiben. Daran ändert kein philosophisches Konzept etwas. Wir können das Denken der Menschen positiv beeinflussen, aber der Körper bleibt - es sei denn, wir wollen ihn genetisch anpassen. Aber dann wird es endgültig absurd...

Thomas R. (nicht überprüft)

Sa. 2 Feb 2019 - 10:20

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

"aber letztlich wunderschön."
-
Nicht für Abermilliarden von Lebewesen, die leiden und qualvoll sterben müssen, weil es zu viele Menschen gibt, die sich nicht (systematisch und lückenlos) moralisch verhalten.
-
"Tierethik ist ein wohlklingendes, aber aus meiner Sicht nicht gut durchdachtes Konstrukt,"
-
Ethik und "Tierethik" sind identisch, denn ALLE LEIDENSFÄHIGEN WESEN SIND TIERE!
-
"der Mensch wird noch viele Generationen ein Omnivore bleiben."
-
Leute Ihres Schlages werden sicher alles tun, damit sich diese "Prophezeiung" erfüllt, aber seien Sie gewiß, daß auch der Widerstand wachsen wird.
-
"Daran ändert kein philosophisches Konzept etwas."
-
Doch - wenn es nur früh genug vermittelt und integraler Bestandteil des Denkens wird. Sind Menschen in ihrer Ethikverweigerung erst wahnhaft erstarrt, ist es zu spät, ihnen Vernunft beizubringen.

Jens B. (nicht überprüft)

So. 3 Feb 2019 - 08:25

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Nach dieser Argumentation stellt sich die Frage, welche anderen Gebiete der Ethik noch "undurchdachte Konstrukte" sein könnten. Vielleicht ist die Ethik insgesamt überflüssig, weil das Leben nunmal hart und von Egoismen und Notwendigkeiten durchsetzt ist. Wozu dann also philosophische Luftschlösser bauen? Oder braucht Ethik nur den Wesen zu dienen, die uns besonders am Herzen liegen?
Dass das Leben am Ende wunderschön ist, sei dem Autor sicherlich gegönnt. Aber stellt es das Resümee der meisten Lebewesen dar?
Aus menschlicher Sicht ist es wahrscheinlich völlig gleichgültig, wie sich das Huhn in einer Legebatterie fühlt oder das Schwein in einer Mastbox. Gut, dass der Autor diesen Tieren nicht die Schönheit des Lebens zu erklären braucht.
Wie schön, wenn wir Ethik und Empathie - soweit vorhanden - trennen können. So läßt es sich auch viel einfacher argumentieren.
Warum aber nur laufen uns noch immer diese lästigen Bilder gequälter Tiere so nach? - Aber auch das bekommen wir noch in Griff. - Hauptsache es schmeckt!

Andrea Pirstinger (nicht überprüft)

Sa. 2 Feb 2019 - 01:45

Antwort auf von A.S. (nicht überprüft)

A.S.schreibt (31.01.2019,21.53 h):
Als Tier ist der Mensch meiner Ansicht nach als "allesfressender, waffentragender Wolf" zutreffend beschrieben.

Noch einmal: Wölfe sind Wölfe und Menschen sind Menschen! Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen diesen beiden Säugetierarten. Wann kommt dies endlich mal in euer Bewußtsein? Glaubt etwa auch A.S. an die Existenz sog. "Werwölfe"?

Ansonsten sehe ich es ähnlich wie A.S. das Problem dargestellt hat.

Thomas Baader (nicht überprüft)

Fr. 1 Feb 2019 - 08:26

Also, zunächst mal begrüße ich den Artikel, weil er dem Grundsatz folgt, einen Dialog mit jenen zu führen, die Gegenpositionen vertreten. Was die inhaltliche Seite angeht, war ich bei dem Rosa-Luxemburg-Artikel nahe beim Autor, beim Veganismus-Artikel hingegen schienen mir die Positionen schwach, weil mir auch die Argumente eher schwach erschienen. Ich werde darauf auf in einem späteren Beitrag detaillierter eingehen. Aber unterschiedliche Ansichten sollten eigentlich dort, wo rational diskutiert wird, nichts Ungewöhnliches sein.

Andreas (nicht überprüft)

Fr. 1 Feb 2019 - 10:30

Die Illustration "rohes Fleisch" geht gar nicht. Schrecklich. Abstoßend.

Joachim Sohn (nicht überprüft)

Fr. 1 Feb 2019 - 10:35

Zum Glück leben wir nicht mehr in einer Welt aus 'Fressen und Gefressen werden', wobei es mit Sicherheit noch immer Menschen gibt, die sich mit Pfeil und Bogen durch den Supermarkt kämpfen, um gefährliche Tiere zu erlegen, damit sie vor Ort ihre Fleischeslust befriedigen können, bevor sie sich wieder in die Wildnis zurückziehen müssen. Ist nun mal ihre einzige Überlebenschance. Dazu wurden sie verurteilt. Hätten sich die Menschen seit jeher rein pflanzlich erlebt, wäre die Welt heute vermutlich eine andere: friedvoller und intelligenter.

Ein Säugetier kann sich nicht 100% pflanzlich ernähren, zumindest nicht in Zeiten vor der Landwirtschaft. Interessanterweise sind aber viele unserer Vorfahren vegetarisch - jetzt ist die Frage ob der Fleischkonsum für die Evolution zum Menschen mit verantwortlich ist, um ein großes Gehirn zu entwickeln braucht es Protein und Fett.

"...jetzt ist die Frage ob der Fleischkonsum für die Evolution zum Menschen mit verantwortlich ist, um ein großes Gehirn zu entwickeln braucht es Protein und Fett."

Die Frage ist längst beantwortet. Der Mensch wurde intelligent, weil er sich phasenweise fast ausschließlich fleischlich ernährte. Er entwickelte dabei eine ganze Reihe von Eigenschaften und Fähigkeiten, die unmittelbar mit der Jagd zu tun haben. Ein natürlich veganer Mensch (als Art) wäre heute gar nicht imstande, sich Gedanken zu machen, warum die Fleischfresser ihn jagen. Weil er dafür zu blöde wäre...

Andrea Pirstinger (nicht überprüft)

Sa. 2 Feb 2019 - 02:37

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Werter Bernd,
du hast mich mit diesem, deinem Kommentar mal wieder erfreut und zum Lachen gebracht.

Wer ist denn nun eigentlich dieser "DER Mensch", der immer wieder erwähnt wird (auch von dir)?
Ist das evtl. dieser "Gott", der zu blöd ist zu begreifen, warum WIR ihn jagen?

Dagmar (nicht überprüft)

Sa. 2 Feb 2019 - 17:25

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Wo ist diese Frage in diesem Sinne beantwortet?
Müssten dann nicht Raubtiere alle deutlich intelligenter sein als Pflanzenfresser? Also Löwen intelligenter als Elefanten, Wölfe intelligenter als Blauwale?
Die menschliche Gehirnentwicklung liegt, glaube ich Studien entnehmen zu können, eher am Feuer, also der Möglichkeit, Essen durch Kochen und Braten leichter verdaulich zu machen.
Übrigens esse ich sehr gern Fleisch, aber nicht für die Intelligenz, sondern weil es eben schmeckt und ich die schmerzfreie Tötung von "glücklich gelebten" Tieren nicht verwerflich finde.

Es war wohl so, dass die Individuen der Gattung Homo bereits vor zwei Millionen Jahren zunehmend proteinreichere Kost verzehrten.
Man geht davon aus, dass ein anwachsender Konsum tierischer Proteine und Fette die Energie für den anschwellenden Denkapparat geliefert hat.
"Bei Zunahme der karnivoren Diät, die für Homo habilis, mehr noch für Homo rudolfensis mit Veränderungen an Gebiss und Gehirn belegt ist, war die Verwertung dieser Nahrung durch Garen wesentlich effizienter."(https://de.wikipedia.org/wiki/Feuer#Pr%C3%A4historische_Feuernutzung)

Eberhard Duschl (nicht überprüft)

Di. 5 Feb 2019 - 14:38

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Sehr geehrter Herr Kammermeier,
ob der Homo demens sein Hirn dem Fleisch verdankt, ist fraglich und keineswegs geklärt: Erstens müssten Sie erklären, warum uns die Evolution so schnell mit einem getunten IQ belohnt, uns aber seit Hunderttausenden von Jahren die Modernisierung unseres alten PflanzenfresserGebisses verweigert. Zweites müsste Sie uns beweisen, dass der Reisbauer in Asien dümmer ist als der Red Neck im Bible Belt, der Elefant dümmer als der Tiger.
Mir erscheint es viel logischer, dass das durch das moderne Feuer ermöglichte Garen der Speisen die nun leichtere Verdauung Energie freisetzte, die nun im Hirn investiert wurde.

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Mi. 6 Feb 2019 - 22:32

Antwort auf von Eberhard Duschl (nicht überprüft)

"unseres alten PflanzenfresserGebisses" - haben wir das?

Michael (nicht überprüft)

Fr. 1 Feb 2019 - 10:59

Aus humanistischer Warte bekomme ich bei der Pseudo-Argumentation von Menschen des Schlages von Herrn Pfahl-Traughber das Gruseln.

Woher nehmen sich diese Leute das Recht zu entscheiden, welche Lebewesen man töten und essen darf und welche nicht?

Darf man pflanzliche Lebewesen zu minderwertigen Spezies erklären. die man töten und essen darf, nur weil diese kein "Bewußtsein" nach menschlicher Lesart haben oder weil sie uns nicht so "treuherzig" wie ein Kälbchen oder Häschen anschauen können?

Nein! Diese speziesistische Diskriminierung steht uns Menschen nicht zu, sie ist vielmehr genauso von Übel wie rassistische Diskriminierung.
Alle Lebewesen sind gleichwertig. Nur weil Pflanzen andere Empfindungen haben ( sie können im Übrigen durchaus vielfältig untereinander kommunizieren), darf man sie nicht zur minderwertigen Spezies machen, die man im Gegensatz zu Tieren töten und essen darf!

Diese Zusammenhänge kommen in der einfachen Weltsicht des Herrn Pfahl-Traughber nicht vor. Er ist ein Fundamentalist, der sich einer differenzierenden Argumentation entzieht - und sich dabei noch als intellektuell überlegener "Gutmensch" geriert.

Deshalb finde ich es auch für sehr problematisch, wenn hpd diesen kruden Theorien immer wieder eine Plattform bietet!

Krümel (nicht überprüft)

Sa. 2 Feb 2019 - 08:10

Antwort auf von Michael (nicht überprüft)

"sehr problematisch, wenn hpd diesen kruden Theorien immer wieder eine Plattform bietet!"

Ganz genau!
Die Beweihräucherung des Veganismus trägt religiöse Züge. Diskussionen mit den Befürwortern sind sinnlos und ja offenbar auch nur erwünscht, wenn am Ende der Fleischesser zu Kreuze kriecht.
Was hat dieser Unsinn auf einer Humanistenseite verloren?

Frank (nicht überprüft)

Fr. 1 Feb 2019 - 15:59

""Woher nehmen sich diese Leute das Recht zu entscheiden, welche Lebewesen man töten und essen darf und welche nicht."
So etwas machen die Menschen tagtäglich wenn sie beschließen Rattenfallen aufzustellen, um Ratten zu töten. Ratten gelten als Schädlinge, die eine Gefahr für die
menschliche Gesundheit und für die Ernten sind.

Udo Zeitvogel (nicht überprüft)

Sa. 2 Feb 2019 - 08:49

"Doch der Autor forderte gar keine Ausdehnung von Menschenrechten auf Tiere."

Ich bin hier auf hpd von Veganern mehrfach als Faschist und Nazi bezeichnet worden, weil ich die Tiernutzung verteidigt habe. Ich habe mehrfach Gleichsetzungen von menschlichen Personen und nichtmenschlichen Tieren erlebt, z.B. als ich auf die höhere Priorität des Selbstbestimmungsrechts von Menschen am Lebensende hinwies und daraufhin von Gabriele Wruck die Antwort kam: "Solange die Fremdbestimmung am Lebensende von Ihnen selbst an anderen verübt (bzw. in Auftrag gegeben) wird, finden sie die doch auch in Ordnung." Hier findet eine bewusste Ausdehnung des Prinzips der Menschenrechte auf Nutztiere statt, gegen die ich mich verwehrt habe.

Ein weiteres Beispiel kam von Kommentator Kay Krause zur Anbindehaltung: Zum besseren Verständnis (sprich "Einsicht") wäre es vielleicht angebracht, eine Reihe der Befürworter der Anbindehaltung selbst für ein paar Wochen anzubinden? Ja, natürlich wäre das strafbare Folterung. Aber ist es das für ein Rindvieh etwa nicht?"

Abermals habe ich darauf geantwortet, indem ich den funktionalen Unterschied zwischen Menschenrechten und Tierrechten für die menschliche Gesellschaft deutlich gemacht habe. Als Antwort wurde ich abermals von Kommentator Thomas R. als widerwärtigen Faschisten bezeichnet.

Obwohl ursprünglich von den hier anwesenden Veganern pseudo-tolerant keine staatlichen Verbote eingefordert wurden, änderte sich dies ausdrücklich mit dem Beitrag "Wer A sagt und gerichtlich Fahrverbote durchsetzt, muss auch B sagen und Fleischverbote durchsetzen". Hier wurde ein staatliches Fleischverbot aufgrund Schadstoffbelastungen analog zum Dieselverbot diskutiert. Ich ging in meinem Kommentar zunächst differnziert darauf ein - etwa, dass man diese für Menschen schädliche Externalität durch marginale Besteuerung internalisieren kann, oder dass man die Fleischproduktion wie ja auch das Dieselfahren nur in belasteten Innenstädten verbieten kann. Aus den veganen Kreisen unter den hpd-Kommentatoren kam aber sofort die Umdeutung des Vorschlags im Sinne der Tierrechte: Nicht mehr die menschliche Schadstoffbelastung war das Argument, sondern das "verbrecherische" Verhalten der Menschen gegenüber den Tieren, z.B. im Kommentar von Thomas R.: "Fleischverbot? Von mir aus gerne! Leute, die sich nicht aus Einsicht leidvermeidend nach dem ethischen Gleichheitsgrundsatz verhalten, muß man eben per Gesetz dazu zwingen. Es ist das Los vieler Menschen mit verbrecherischen Neigungen, sich nicht unbedroht von Strafe an vermeidbarem Leid (mit)schuldig machen zu können."

Auf mein Argument, dass das Verbot sexueller und kulinarischer Freiheiten durch den Staat generell eine Einschränkung der Menschenrechte darstellt und damit antihumanistisch ist, kam von Gabriele Wruck der Einwand: "Dann wäre es für Sie also o.k., z.B. Opfer einer Gruppenvergewaltigung zu werden? Schließlich wäre es ja extremistisch, anderen Leuten ihre Sexualität zu verbieten zu wollen."

Dieser Einwand ignoriert, dass die Freiheit des Einzelnen natürlich sehr wohl da endet, wo die Freiheit des anderen beginnt. Ein staatliches Sexualverbot schränkt zwar sehr wohl die Menschenrechte ein, aber ein Verbot von Vergewaltigungen tut dies nicht, da Vergewaltigungen das sexuelle Selbstbestimmungsrecht anderer menschlicher Personen verletzen. Diese Logik auf nichtmenschliche Tiere auszuweitenn - also den Fleischkonsum mit Vergewaltigungen von Menschen gleichzusetzen - ergibt nur dann einen Sinn, wenn Menschenrechte und Tierrechte gleichgesetzt werden, wogegen ich argumentiert habe.

In der Tat stellen selbst höhere Tierschutzstandards wie das Verbot der Ferkelkastration oder der Anbindehaltung eine Einschränkung menschlicher Freiheit dar, da sie die Produktion der entsprechenden Produkte verteuern und damit menschliche Investoren und Konsumenten schlechter stellen. Wenn Tiere keine Rechte haben, gibt es auch keine Grundlage, Menschen diesen Freiheitsverlust staatlich aufzuzwingen.

Natürlich kann Herr Armin Pfahl-Traughber auf Tierprodukte verzichten, wenn er das möchte. In der Tat habe ich sogar Vorschläge gemacht, wie Veganer und Tierschützer den Fleischkonsum von Karnisten reduzieren können, ohne diese schlechter zu sellen, z.B. durch eine von den Tierschützern über Spenden finanzierte Subventionierung von veganen Produkten. Diese Vorschläge wurden allesamt als zynisch abgelehnt. Der Vorschlag eines staatlichen Fleischverbots wurde hingegen unterstützt.

Wenn Armin Pfahl-Traughber uns mit dieser Diskussion motivieren wollte, künftig kein Fleisch mehr zu essen, so ist ihm dies jedenfalls gründlich misslungen.

Da hatte ich glatt noch Pfahl-Traughbers eigene Aussage zum Thema Tierrechte vergessen, die auf hpd am 5.12. veröffentlicht worden war: "Bezogen auf "Gewalt" gilt es festzustellen, dass der Mensch die Mittel zur Tiertötung hat; dabei aber ignoriert wird, dass ein Eigentumsanspruch schlicht aus dieser Macht abgeleitet wird, dem Menschen aber nicht die Tiere, sondern sie sich nur selbst gehören."

Laut Herr Pfahl-Traughber gehören Tiere also sich selbst. Für mich ist das Selbsteigentum des Menschen ein libertärer Menschenrechtsbegriff, aus dem Rechte wie körperliche Autonomie, individuelle Handlungsfreiheit und teilweise auch materielle Eigentumsrechte abgeleitet werden, die dann natürlich rechtsstaatlich kodifiziert und implementiert werden müssen.

Unklar ist, wie dieser Selbsteigentumsbegriff auf Tiere anzuwenden wäre, wenn man gleichzeitig die Tierrechte als Prinzip ablehnt. Welchen Sinn soll die Aussage, dass Tiere nur sich selbst gehören, denn sonst haben, wenn nicht zumindest als negatives Recht gegen das Eigentum oder die Nutzung von Tieren durch Menschen? So viel also zum Thema Strohmann.

"Wenn Armin Pfahl-Traughber uns mit dieser Diskussion motivieren wollte, künftig kein Fleisch mehr zu essen, so ist ihm dies jedenfalls gründlich misslungen."
-
Ja genau, nicht die Verbrecher sind an ihrem leiderzeugenden Verhalten schuld, sondern die, denen es nicht gelingt, sie davon abzuhalten. Es ist wirklich atemberaubend, wie Sie mit Ihren verbalen Absonderungen immer neue Dimensionen schamloser Infamie eröffnen.

Zum Glück werden Leser, die ihre grauen Zellen zu organisieren wissen, mühelos erkennen können, worum es mir geht und mich nicht permanent, vorsätzlich und aus durchsichtigen Gründen "mißverstehen", wie Sie und gewisse andere Kommentatoren das tun. Ich setze mich für eine Welt ein, die bestmöglich leidbefreit ist, weil niemand mehr duldet, daß empfindungsfähige Wesen faschistischen Unterscheidungen zum Opfer fallen - egal, ob Menschen oder Nichtmenschen. Wer nicht einsieht, daß und wie er von einer Gesellschaft profitiert, in der sich alle ethischen Subjekte (einschließlich er selbst!) systematisch und lückenlos moralisch verhalten, hat keine Phantasie oder sich einfach nicht ausreichend mit Ethik beschäftigt. Jedenfalls sollte er keine freundlichen Reaktionen erwarten, wenn er den ethischen Fortschritt offen sabotiert, statt einfach schweigend zu genießen, daß er unter den gegebenen Umständen ein Arschloch sein "darf", ohne sozial geächtet zu werden oder gar mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten.

Wir haben Sie sehr genau verstanden und Sie haben uns auch sehr genau verstanden. Keine weitere Diskussion ist nötig oder möglich, Sie sind schlicht und ergreifend ideologische Feinde.

Thomas R. (nicht überprüft)

Mi. 6 Feb 2019 - 12:49

Antwort auf von Udo Zeitvogel (nicht überprüft)

"Sie sind schlicht und ergreifend ideologische Feinde."
-
Ethik ist keine Ideologie! Auch für Sie noch einmal (obwohl es vermutlich nichts nützen wird): http://tr63.alfahosting.org/f/at2.htm

Machen Sie, Thomas R., sich bitte keine unnötigen Gedanken über die in unseren Hirnen vorhandenen grauen, weißen etc. vorhandenen Zellen.

Verschwenden Sie, Thomas R., ihre Lebenszeit und -energie nicht weiterhin damit, uns alle anderen davon zu überzeugen, daß nur Ihre Ego-Lebens-/Weltsicht die einzig wahre auf diesem Planeten ist.

Daß Sie, Thomas R. hier auf der hpd-site ihre Meinung ungehindert äußern dürfen - wie auch wir anderen - nenne ich DEMOKRATIE = die best-mögliche aller menschlich-gesellschaftlichen Gesellschaftsformen.

Das VOLLKOMMENE gibt es nicht!

Thomas R. (nicht überprüft)

Mi. 6 Feb 2019 - 15:56

Antwort auf von Andrea Pirstinger (nicht überprüft)

"Verschwenden Sie, Thomas R., ihre Lebenszeit und -energie nicht weiterhin damit, uns alle anderen davon zu überzeugen, daß nur Ihre Ego-Lebens-/Weltsicht die einzig wahre auf diesem Planeten ist."
-
Was ich mit meiner Lebenszeit und -energie anfange, überlassen Sie doch bitte MEINER Entscheidung - danke.
-
"Das VOLLKOMMENE gibt es nicht!"
-
Na sowat. Hattick nonnich jewußt jehabt.

Rüdiger Weida (nicht überprüft)

Sa. 2 Feb 2019 - 13:14

Ein Autor, der inhaltliche Fehlschlüsse und Manipulationstechniken aufzeigen möchte, sollte selbst auf solche verzichten(s. Kommentar Hans Trutnau).
Das macht ich und seine Botschaft nur hochgradig unglaubwürdig.

Pavlovic (nicht überprüft)

Mo. 4 Feb 2019 - 10:42

Grundsätzlich ist es so, dass eine vegane Position gut begründet sein soll. Ich konnte bisher nirgendwo eine ethisch fundierte Begründung dafür finden. Letzenendes verlief ein aufrichtiger Praxistest meinerseits negativ sich länger als 3 Monate vegan zu ernähren, es ist daher in meinen Augen gefährlich und fahrlässig diese einseitige Ernährung in der Öffentlichkeit zu propagieren, ähnlich wie der ewige Unsinn von Impfgegnern der Gesellschaft schadet. Es gibt mittlerweile gut dokumentierte Fälle von Mangelernährung die wegen des veganen Wahnsinns zunimmt. Die meisten Mangelernährungen bleiben unentdeckt, korrekte Diagnosen sind aufwändig und nicht banal: https://www.spektrum.de/news/wie-der-koerper-die-seele-krank-macht/1621142 Auch bindet diese sinnlose Debatte Zeit und Kräfte für die Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner da draußen. Ich habe zu dem Thema zwei Artikel auf meinem Blog verfasst, hier zum Nachlesen: https://monotheismus.wordpress.com/2017/01/22/radikale-veganer-rvegs-fernziel-kulturzerstoerung/ eines davon eine Satire, weil man sonst verzweifelt: https://monotheismus.wordpress.com/2016/07/20/wolf-und-schaf/ Die fundiertesten, kontinuierlich publizierten Artikel kommen, in meinen Augen, von Klaus Alfs und man sollte sich an denen abarbeiten, das ist meine Empfehlung (nicht nur) an Armin Pfahl Traughber: https://www.novo-argumente.com/autor/alfs_klaus und es reichen eben nicht ad hominem Argumente dieser oder jener schriebe für sonstwen oder verfolge ein Interesse. Für philosophisch-ethische Argumente spielt es keine Rolle wer sie äußert sondern nur deren inhaltlicher Gehalt. Ich habe in einer Email an den HPD gefragt ob K. Alfs mal beim HPD publizieren dürfe, ich würde mich dafür einsetzen. Dies blieb leider bisher seit dem 14.01. von Frank Nicolai unbeantwortet.

Danke; habe mal in den Link zu "Klaus Alfs" reingeschaut. Viele der Blogeinträge sind auch nicht so ganz unpolemisch (wie auch sonst?), enthalten aber einige interessante Gedanken bzgl. der veganen (und natürlich der eigenen) Argumentation.
Alfs sollte vllt. 'einfach' mal einen kondensierten Artikel schreiben und zur Veröffentlichung an die Redaktion (s. https://hpd.de/impressum) schicken?

"Grundsätzlich ist es so, dass eine vegane Position gut begründet sein soll. Ich konnte bisher nirgendwo eine ethisch fundierte Begründung dafür finden."
-
http://tr63.alfahosting.org/f/at2.htm - zum drölfzigsten Mal. Alle übrigen Gründe sind in den hpd-Artikeln zum Thema, etlichen der Kommentare dazu und auf einschlägigen Seiten im Internet zu finden. Nicht alle von ihnen sind gleich gut, aber schon wenige der besten wiegen schwer genug, um sich SOFORT vom Karnismus zu verabschieden.
-
"Ich habe in einer Email an den HPD gefragt ob K. Alfs mal beim HPD publizieren dürfe"
-
Was für eine gestörte Idee! Genausogut könnte man Lutz Bachmann, Björn Höcke oder irgendeinen Reichsbürger um Einlassung bitten, denn deren Überzeugungen sind mit dem Evolutionären Humanismus ebenso unvereinbar wie die des Betonkopfspeziesisten Alfs.

Thomas Heinrichs (nicht überprüft)

Mo. 4 Feb 2019 - 14:43

Ich kann Herrn Pfahl-Traughber nur zustimmen, da ich das gleiche auch bei meinen Artikeln in hpd häufig erlebe. Viele Kommentatoren auf hpd lesen nicht was man schreibt. Sie haben eine Meinung und die wollen sie nicht in Frage stellen lassen. Sie argumentieren daher absichtlich an der Sache vorbei. Da stellt sich für mich dann die Frage, wozu sollen diese Kommentare dienen? Wenn man Argumente hat und auf die Argumente des Autors eingeht, machen Kommentare Sinn. Wenn das nicht der Fall ist, ist ein Kommentar als Form von Debatte, von Kommunikation zu einem Thema sinnnlos. Er dient offensichtlich nur der Selbstvergewisserung der eigenen Meinung. Offensichtlich haben von den Lesern des hpd einige einen großen Selbstvergewisserungsbedarf.

Udo Zeitvogel (nicht überprüft)

Di. 5 Feb 2019 - 10:38

Antwort auf von Thomas Heinrichs (nicht überprüft)

Es ist schlicht und ergreifend normal im Internet, dass das ständig passiert. Tatsächlich ist die durchschnittliche Qualität hier durchschnittlich doch sogar höher als anderswo. Jedoch ist es schlichtweg falsch zu behaupten, die hier anwesenden Veganer würden nicht ebenso mit Manipulationsmitteln und emotionaler Stimmungsmache agieren. Wenn Armin Pfahl-Traughber z .B. mir persönlich eine Strohmann-Taktik vorwirft und ich nachweisen kann, dass dies faktisch falsch ist - s. meine Kommentare weitter oben - dann ist dies selbst eine von P.-T. verwendete Strohmann-Taktik. In der Sache finde ich es geradezu eine realsatirische Farce, dass der Humanismus, der ohnehin schon genug Feinde hat und eigentlich menschlichen Interessen dienen sollte, nun offensichtlich von veganen Aktivisten übernommen und antihumanistisch ausgerichtet werden soll. Viel Spaß mit dem Endergebnis wünsche ich Ihnen!

Manfred H. (nicht überprüft)

Di. 5 Feb 2019 - 16:36

Antwort auf von Udo Zeitvogel (nicht überprüft)

"Tatsächlich ist die durchschnittliche Qualität hier durchschnittlich doch sogar höher als anderswo."

Ich würde ja sagen, sie ist im Durchschnitt bestenfalls durchschnittlich.

Udo Zeitvogel (nicht überprüft)

Di. 5 Feb 2019 - 22:26

Antwort auf von Manfred H. (nicht überprüft)

Ja, das durchschnittlich war doppelt. Hatte ich beim Editieren aus Versehen nochmal hinzugefügt. Durch diese intelligente Beobachtung haben Sie nun natürlich die Debatte inhaltlich gewonnen und bewiesen, dass Hühner und Schweine auch Personen sind, die die gleichen Rechte wie Sie und ich haben sollten...

Aber Schwamm drunter, was soll's. Wir haben ohnehin noch nichtmal einen echten Menschenrechtskonsens. Selbst Angriffe auf das Folter- oder Mordverbot sehe ich ständig im Internet, auch gegen meine Person gerichtet, insbesondere von religiös-faschistischen Kreisen. Wir sind also in der Situation, dass wir die Menschenrechte verteidigen sollen, die uns unsere religiösen Feinde hämisch absprechen, während unsere veganen Pseudo-Verbündeten sich lieber mit der Interessenvertretung von Ziegen und Kühen beschäftigen. In dieser Konstellation ist auch humanistisches Denken für mich praktisch komplett wertlos geworden; ich werde mich einfach persönlich bewaffnen und ggf. persönliche Blutrache gegen Menschenrechtsverletzungen üben, die mir zugefügt werden. Gesamtgesellschaftlich nicht so toll, aber es scheint mir ein unvermeidbares Äquilibrium zu sein.

"ich werde mich einfach persönlich bewaffnen und ggf. persönliche Blutrache gegen Menschenrechtsverletzungen üben, die mir zugefügt werden."
-
Das ist in der Tat die einzig vernünftige Reaktion auf die Bedrohung, die von diesem veganen Gutmenschendreckspack ausgeht. Dem Vernehmen nach haben sich bereits einige hundert Pflanzenmörder zusammengerottet und auf den Weg zu Ihrem Haus gemacht - WEH IHNEN!

"Durch diese intelligente Beobachtung haben Sie nun natürlich die Debatte inhaltlich gewonnen und bewiesen, dass Hühner und Schweine auch Personen sind, die die gleichen Rechte wie Sie und ich haben sollten..."
Aber nicht doch...das ist wirklich zu viel des Lobes...ich habe ja nicht mal ansatzweise zu debattieren versucht, geschweige denn irgendetwas zu beweisen...Calm down!

Manfred H. (nicht überprüft)

Mo. 4 Feb 2019 - 17:58

Zunächst dachte ich, dem Autor sei mit der Verwendung des Begriffes Lebewesen im Eifer des Gefechtes eine Ungenauigkeit unterlaufen. Mittlerweile beginne ich mich aber zu fragen, ob das womöglich mit Absicht geschah.
Jedenfalls fehlte im Artikel noch die Nebelkerze als rhetorisches Mittel, welche postwendend im Kommentarbereich kräftig gezündet wurde. Falls das tatsächlich ein Test gewesen sein sollte: Chapeau!

"Sich jetzt aber auf ein solches Missverständnis zu kaprizieren, ist symptomatisch für die ganze Debatte..." bemerkte Herr Schiele bereits weiter oben treffend. Nicht beim Thema zu bleiben stellt nun aber eine klassische Nebelkerze dar.
Ich frage mich nun, ob der Autor den Lesern diesen Brocken nicht mit Absicht vor die Füße geworfen haben könnte, quasi als Test oder Hausaufgabe. Jedenfalls haben Sie sich ja sofort darauf gestürzt und reiten seitdem darauf herum.
Eigentlich geht es in dem Artikel aber um etwas ganz anderes, nämlich um inhaltliche Fehlschlüsse und Manipulationstechniken. Der Autor "plädiert demgegenüber für Aufklärung gegen Gewohnheitsdenken und Kritikimmunisierung. Einwände sollten sich nicht auf das angeblich Gesagte, sondern auf das tatsächlich Gesagte beziehen." Hätten Sie's noch gewußt?

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Mi. 6 Feb 2019 - 00:57

Antwort auf von Manfred H. (nicht überprüft)

"... nicht mit Absicht vor die Füße geworfen ..." - ach so! Nee, nich?

"Einwände sollten sich nicht auf das angeblich Gesagte, sondern auf das tatsächlich Gesagte beziehen" - ebend; meine Rede. Schrieb ich doch nun schon mehrfach.

Und genau deswegen funzt die 'Absicht vor die Füße geworfen' schlicht nicht. Schon gemerkt?

Manfred H. (nicht überprüft)

Mi. 6 Feb 2019 - 14:46

Antwort auf von Hans Trutnau (nicht überprüft)

Er hat Ihnen das Streichholz in die Hand gegeben und Sie haben daraufhin eine Nebelkerze abgebrannt. Ich glaube aber ehrlich gesagt nicht wirklich, dass das Absicht war - weder von ihm noch von Ihnen.
Hätte der Autor den Begriff Lebewesen mit dem Adjektiv tierisch versehen, wäre alles in Ordnung gewesen, oder!? Definitiv geht es in obigem Artikel und bei dem strittigen Begriff in Besonderem in keinster Weise um irgendeine Art von Nomenklatur. Sprache ist tolerant und Begriffe dehnbar. Entscheidend ist daher in der Alltagssprache immer der Kontext. Daher war dieses Cherrypicking m.E. völlig unangebracht.

Doch, ich habe mit voller Absicht kritisiert, dass der Autor (dem es in dem Artikel praktisch ausschließlich um den Argumentationsstil geht) eben diesen Stil nicht praktiziert. Wenn Sie das für eine Nebelkerze halten, ist das allein Ihr Problem.
"Hätte der Autor den Begriff ..." - hätte, hätte, Fahrradkette. Hat er aber nicht.
Konnte er auch nicht, da der zitierte Original-Kommentator (Bernd Kammermeier, BK) den Begriff eben *nicht* mit dem entsprechenden Adjektiv eingeschränkt hat, dies von APT aber als 'inhaltlich falsch' diskreditiert wurde (was im Übrigen BK nach meinem ersten Kommentar hier oben ebenso bemängelt; ein weiterer kritisierter Kommentator, UZ, ganz ähnlich).
Warum kriegt APT das nicht auf die Reihe, wenn er schon so ein akribisches Kommentar-'Cherrypicking' betreibt?
Gehen Sie doch einmal direkt BK und UZ an; da werden Sie geholfen.

Manfred H. (nicht überprüft)

So. 10 Feb 2019 - 09:43

Antwort auf von Hans Trutnau (nicht überprüft)

"Gehen Sie doch einmal direkt BK ... an"

Ich habe mir den Originalkommentar von BK angesehen. Das Problem ist aber, daß die Intention dahinter m.E. eine ganz andere war. Es ging gar nicht primär um Fleischkonsum, sondern um BK's Lieblingsthema Religion, konkret um die Formulierung "Krönung der Schöpfung". BK argwöhnte, es hier womöglich mit einem Theisten zu tun zu haben und beschloss, ihm ein paar derb-saftige Wahrheiten vor den Latz zu knallen.
Salopp gesagt hat er sich einfach mal abreagieren wollen (es sei ihm meinerseits zugestanden, seine vorherigen Kommentare empfand ich als sehr differenziert und qualtitativ hochwertig).

Ich (nicht überprüft)

Di. 5 Feb 2019 - 08:28

Ich verstehe das so, Veganer stören sich an Massentierhaltung als auch am Töten. Da stellt sich mir eine Frage.

Wenn ein Rind ein oder zwei Jahre auf der Weide lebt, und dann dort erschossen wird, dann ist das keine Massentierhaltung. Das Rind kann entspannt in seiner Herde leben, irgendwann unvermittelt ist sein Leben am Ende. Das Tier hat also ein gutes Leben und einen kurzen Tod fast ohne oder ganz ohne Leiden.

Der Tod ist für das Rind unvermeidlich, er kommt nur früher, als es in freier Wildbahn wäre. Und er kommt sicher mit weniger Leiden, ohne Krankheit, ohne Jagd durch Fressfeinde.

Nun meine Frage: Wenn Veganer auch das noch ablehnen, wie stehen sie zum Schwangerschaftsabbruch? Hier wird ein menschliches Tier sehr früh in seinem Leben getötet, das müssten Veganer doch auch ablehnen? Damit ensteht dann ein ziemliches Spannungsfeld zum Thema Schwangerschaftsabbruch, das hier auch beim hpd eines ist.

Auch wenn Tiere ein "gutes" Leben hatten, bringen es einige Menschen eben nicht fertig, sie zu verspeisen. Zumindest manche Menschen könnten auch ihren Hund oder ihre Katze nicht essen, selbst wenn das Leben dieser Tiere noch so gut war. Dabei geht es nicht um Wissenschaft oder Philosophie sondern mehr um Empathie und die Achtung vor anderen Lebensformen.
Kannibalen fragten sich möglicherweise auch, warum man keine Menschen essen soll, wenn sie doch lecker schmecken und ein gutes Leben hatten, vielleicht sogar durch einen Unfall ums Leben kamen. Warum also nicht? Bei Veganern und Vegetariern ist das Spektrum eben nur breiter gefaßt. Sie können ebensowenig Tiere wie Mitmenschen aufessen.
Bei Abtreibungen muss ein "hoher Wert" diese rechtfertigen. Zum Beispiel eine ernste gesundheitliche Gefährdung oder eine Vergewaltigung. Da stehen sich sich zwei Werte gegenüber, die gegenseitig zu berücksichtigen sind.
Beim Essen von Tieren geht es nur um Geschmack und Gewohnheit. - Die Frage ist, ob das Werte sind, die das Leiden und die Tötung der wehrlosen Tiere rechtfertigen. Anders als bei Abtreibung geht es hier nur um persönlichen Genuss auf Kosten andere Lebewesen. Das stellt aber nicht unbedingt einen Wert dar.

Okehh, ich darf also Tiere nicht töten, aber Menschen schon, wenn es dann passt. Mal etwas provokativ ausgedrückt.

Das ist dann vegan?

Jens B.:
letztendlich/in letzter Konsequenz müßten menschliche Veganer auf jegliche physische Nahrung verzichten - um nicht zu töten.

Wenn es "hart auf hart" kommt würden/werden auch menschliche Tiere, die sich Veganer nennen, Leichenteile essen/fressen - nicht nur nicht-menschliche sondern auch menschliche Leichenteile.. Solche konkreten Fälle hat es bereits gegeben (z.b. im Kontext Flugzeugabstürze in unwegsamen Gelände) und es wird auch weiterhin so sein.

Nein Jens B.:
Beim Verspeisen von Leichenteilen nichtmenschlicher Tiere durch menschliche Tiere geht es nicht nur um Geschmack und Gewohnheit;
es handelt sich zunächst - und immer wieder - um Überleben (des einzelnen Ego's).

Das Thema "Abort"/Abtreibung hat noch eine andere Bedeutung:

Hier handelt es sich nicht um direkte, physische Ernährung der bereits vorhandenen menschlichen Tiere.

Warum sollten menschliche MÄNNLICHE Kinder mehr Bedeutung für die Fortsetzung des "grossen" Lebens auf diesem Planeten haben als feminine Menschenkinder?

Warum überhaupt/generell sollten mÄnschliche Kinder mehr sog. Rechte als nicht-mÄnschliche irdische Kinder haben?

Deine, Jens B., Äußerung: Bei Veganern und Vegetariern ist das Spektrum eben nur breiter gefaßt...

... ist falsch. Das ist eine Verdrehung der Realität.

Wir, "omnivorischen" menschlichen Tiere sind die Vertreter*innen des GROSSEN Lebens, weil wir nichts ausschließen sondern alles (auch wenn es uns nicht immer bewußt ist) "ein"schließen.

Gute Frage, "Ich":
geht es menschlichen Veganern nur um das Thema "Ernährung" oder auch um das Thema "Tod"/töten?

Tod ist ebenso Bestandteil des LEBENS wie Geburt = entstehen/werden und vergehen.

Wenn es also HIER nur um das Thema "Nahrung" geht, dann sollten wir auch dabei bleiben.

Nun hat allerdings das Wort "Nahrung" in menschlich-deutscher Sprache drei/3 verschiedene Bedeutungen:

1 = physiche/leibliche Nahrung

2 = geistige Nahrung

3 = seelische/psychische Nahrung

Worüber - über/von welcher Art Nahrung reden/schreiben wir HIER?

Ich (nicht überprüft)

Mi. 6 Feb 2019 - 15:05

Antwort auf von Andrea Pirstinger (nicht überprüft)

Die Veganer verurteilen die Massentierhaltung und das Töten, also darf der Tod hier als Thema erhalten bleiben.

Hier beim hpd ist auch die Gesetzeslage zum Schwangerschaftabbruch ein Thema. Es wird die Meinung vertreten, die schwangere Frau solle selbst entscheiden können, solange der Embryo noch nicht leidensfähig sei. Es bleibt aber die Tötung menschlichen Lebens, und das möglicherweise nur aus dem Grund, weil es für die Frau bequemer so ist. (Nur zur Ergänzung, ich teile hier die Meinung des hpd, die Frau solle selbst entscheiden können)

Wenn ein Rind auf der Weide erschossen wird, dann leidet es nicht. Und trotzdem finden Veganer diese Tat verwerflich.

Aus meiner Sicht müssen Veganer auch Gegner eines jeden Schwangerschaftsabbruches sein (Ausnahme: Gefahr für die Mutter). Sonst sind sie unglaubwürdig, weil sie das Töten von Tieren verurteilen, das von Menschen unter gewissen Bedingungen aber akzeptieren.

Manfred H. (nicht überprüft)

Mi. 6 Feb 2019 - 14:02

Eine grundsätzliche Frage ist, ob Kritikimmunisierung nicht sogar zutiefst menschlich ist. Das ausgerechnet in einem "Humanisten"-Blog zu kritisieren entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Menschen sind von Natur aus zutiefst gläubig. Wir glauben an unsere eigenen Überzeugungen. Deshalb "missionieren" wir auch, indem wir anderen unsere Meinung aufdrängen, z.B. in Form von Kommentaren. In der Folge geht es primär um den Schutz des Selbstbildes. Die logische Konsequenz ist dann aber Immunisierung gegenüber unseren festgefahrenen Ansichten widersprechenden Meinungen.
Nebelkerzen, Strohmänner u.s.w. passieren nicht böswillig, sondern sind Ausdruck einer automatisch erfolgenden unbewußten Abwehrreaktion.

Sie und andere hier glauben z.B. dass es sich bei BK's Äußerung lediglich um eine Feststellung, einen schlichten Fakt handelt.
Das glaube ich nicht. Ich glaube, dass es sich um eine gezielt manipulative Formulierung von BK handelte (wozu man sich nur anschauen muß, was im Original an der Stelle steht, wo in APT's Artikel drei Punkte stehen).
Jann Wübbenhorst und andere wiederum glauben, dass es in Wirklichkeit nur eine alberne Pattitüde war.

Nur eine Seite kann recht haben, alle anderen glauben lediglich, recht zu haben. Am Ende der Diskussion ist aber keine Seite bereit, einen Irrtum einzugestehen, obwohl eine definitiv im Irrtum sein muß. Das verstehe ich unter zutiefst gläubigen Menschen.

@Thomas R.: Sie haben nicht begriffen, dass Menschenrechte jedem Menschen etwas bringen, Tierrechte aber keinem Menschen etwas bringen.

Außerdem ist die einzige Möglichkeit, Leid zu vermeiden, die Vernichtung allen Lebens. Wenn Sie Leidvermeidung als moralisches Gebot proklamieren, müssen Sie die Vernichtung allen Lebens fordern oder Sie handeln unlogisch.

"Sie haben nicht begriffen, dass Menschenrechte jedem Menschen etwas bringen, Tierrechte aber keinem Menschen etwas bringen."
-
Entsprechendes gilt für "Arier" und "Nichtarier", Männer und Frauen, Weiße und Schwarze, Deutsche und Nicht-Deutsche, Heteros und Homos etc. pp.. Außerdem argumentiere ich ETHISCH und habe in diesem Zusammenhang keine Verwendung für den Rechtsbegriff. Ein moralischer Mensch verhält sich nämlich ALLEN empfindungsfähigen Wesen gegenüber leidvermeidend - egal, ob ihnen irgendwer irgendwelche Rechte gewährt hat oder nicht.
-
"Außerdem ist die einzige Möglichkeit, Leid zu vermeiden, die Vernichtung allen Lebens."
-
Sie haben nicht begriffen, daß Ethik dem Zweck eines möglichst leidfreien LEBENS dienen soll. Wer sterben will, braucht keine Ethik mehr.
-
"Wenn Sie Leidvermeidung als moralisches Gebot proklamieren,"
-
Tue ich nicht, und das wüßten Sie, wenn Sie dem Link in meinen Beiträgen vom 5. und 6.2. gefolgt wären.

Andrea Pirstinger (nicht überprüft)

So. 10 Feb 2019 - 02:34

Antwort auf von Thomas R. (nicht überprüft)

Was ist der Unterschied zwischen "ethisch" und "moralisch"?

Wenn die Äußerung "Menschen essen Lebewesen" als falsch benannt wird,
dann ist eine solche Äußerung falsch.

Thomas R. (nicht überprüft)

So. 10 Feb 2019 - 12:06

Antwort auf von Andrea Pirstinger (nicht überprüft)

"Was ist der Unterschied zwischen "ethisch" und "moralisch"?"
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Ganz platt gesagt: Ethik ist die Theorie und Moral(ität) die aus ihr erwachsende Praxis. Eine Handlung oder Unterlassung ist also genau dann moralisch, wenn sie ethisch motiviert ist und genau dann ethisch motiviert, wenn sie auf bestmögliche Leidvermeidung nach dem Grundsatz der gleichen Berücksichtigung gleicher Interessen abzielt. Ein MENSCH ist dann moralisch, wenn er sich systematisch und lückenlos um leidvermeidendes Verhalten nach dem ethischen Gleichheitsgrundsatz bemüht (also nicht nur, wenn und wie es grade "paßt").
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"Wenn die Äußerung "Menschen essen Lebewesen" als falsch benannt wird, dann ist eine solche Äußerung falsch."
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Wie aus dem Zusammenhang unzweifelhaft hervorgeht, hatte Kammermeier tatsächlich behauptet, die "Wirklichkeit" "verurteile" uns zu nicht-veganer Ernährung - eine Falschaussage, der Herr P.-T. vollkommen zurecht widerspricht. Demzufolge kann man Trutnaus und Larchs Angriffe auf ihn nur als bösartig beurteilen.

Udo Zeitvogel (nicht überprüft)

Fr. 8 Feb 2019 - 21:53

Antwort auf von Daniel Bauer (nicht überprüft)

Daniel Bauer, ich respektiere Ihr Ansinnen, mit sachlichen Argumenten auf die vegane Fraktion hier eingehen zu wollen, aber Sie sollten fairerweise wissen, dass all Ihre Argumente genau denselben Leuten bereits zigfach auf dem digitalen Silbertablett serviert wurden. Es kommen immer dieselben Ausflüchte und Umdefinitionen. Gegenargumente darauf werden danach routinemäßig ignoriert und es wird so getan, als seien sie nie formuliert worden. Sie können genausogut mit einer Wand reden. Nur so als Warnung, falls Sie es noch nicht mitbekommen haben.

Wie war der Spruch bei Doktor House: "If you could reason with religious people, there would be no religious people". Kann man sinngemäß auch auf die veganen Ideologen anwenden.

Oh, wie recht Sie doch haben! Mit Wänden soll man nicht diskutieren. Glücklicherweise werden die Veganer stets gegen die Wand der mächtigen Fleischindustrie rennen, gegen die sie immerdar verlieren werden ;-)

"Glücklicherweise werden die Veganer stets gegen die Wand der mächtigen Fleischindustrie rennen, gegen die sie immerdar verlieren werden ;-)"
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Erstens kann das niemand wissen, und zweitens braucht es moralische Menschen nicht zu interessieren, weil sie sich auch dann nicht an vermeidbarem Leiden und Sterben mitschuldig machen wollen, wenn es ohne ihr Zutun (vorläufig) weitergeht. Wie alle gesellschaftlichen Entwicklungen beginnt auch jeder ethische Fortschritt mit individuellen Denk- und Verhaltensänderungen. Sobald diese Veränderungen eine "kritische Masse" gewinnen, müssen selbst jahrtausendealte Faschismen weichen. Für keine Barbarei gibt es eine ewige Bestandsgarantie - auch für den Karnismus nicht.

Armin Pfahl-Traughber

Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, Jg. 1963, ist hauptamtlich Lehrender an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung mit den Schwerpunkten "Politischer Extremismus" und "Politische Ideengeschichte". Außerdem gibt er seit 2008 ebendort das "Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung" heraus.

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