Offener Brief von Rolf D. Herzberg an Manfred Lütz

"Der Skandal der Skandale"?

Rolf Dietrich Herzberg
Rolf Dietrich Herzberg

Manfred Lütz hat mit "Der Skandal der Skandale – Die geheime Geschichte des Christentums" einen weiteren Bestseller vorgelegt, der die Kirchengeschichte in apologetischer Weise umdeutet. Der bekannte Strafrechtsprofessor Rolf Dietrich Herzberg, der im Beirat der religionskritischen Giordano-Bruno-Stiftung gerne mal den "advocatus dei" spielt und dabei kirchliche Sichtweisen verteidigt, hat nach der Lektüre des Buchs einen "Offenen Brief an Manfred Lütz" verfasst, den der hpd nachfolgend veröffentlicht.

Sehr geehrter Herr Dr. Lütz!

Sie haben vielen und auch mir über das Fernsehen einen ersten Eindruck verschafft von Ihrem neuen Buch "Der Skandal der Skandale – Die geheime Geschichte des Christentums". Ich hatte auch vorher schon viel Belehrendes und Einleuchtendes aus Ihrem Munde vernommen – aber noch keine Zeile aus der Feder des Bestsellerautors Manfred Lütz gelesen. Dass mich nun Ihr Buch interessierte, hat einen besonderen Grund. Ich gehöre dem Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) an. Vielleicht wissen Sie, dass aus dieser Stiftung heraus Kritik geübt wird an vielen religiösen Glaubenssätzen und manchem realen Verhalten religiöser Gemeinschaften, z.B. christlicher Kirchen; Kritik, wie man sie etwa in dem zehnbändigen Forschungsbericht "Kriminalgeschichte des Christentums" von Karlheinz Deschner findet.

Ich selbst bin immer noch ein kirchensteuerzahlender Katholik und verspüre in mir Reste emotionaler Anhänglichkeit. In Wuppertal-Ronsdorf, wo ich wohne, pflege ich freundlichen Umgang mit katholischen, lutherischen und reformierten Geistlichen, die meines Wissens zur Kriminalgeschichte des Christentums noch nichts beigetragen haben und durchaus dem Wohle des Volkes dienen. So fällt mir in stiftungsinternen Gesprächen, wenn es um die Kirchen geht, oft die Rolle dessen zu, der relativiert und zum Guten redet.

Cover

Nun war mir nach Ihrer Vorstellung des Buches klar, dass Sie darin die "Skandalgeschichte des Christentums" (Lütz, S. 14 !) eher mildernd und gewiss nicht kirchenfeindlich darstellen. Aber die gbs lässt, das kann ich versichern, jeden objektiven Bericht und jedes rationale Argument gelten, einerlei, welche Weltanschauung, Sympathie oder Neigung ihm zugrunde liegt. Darum dachte ich, Ihr Buch könne vielleicht einen interessanten Kontrapunkt zu Deschners polemischem Werk bilden; vorausgesetzt natürlich, dass es vom Geist der Vernunft und wissenschaftlichen Redlichkeit geprägt ist, dass Ihnen, um noch etwas höher zu greifen, ein "kritischer Rationalismus" die Feder geführt hat, wie dies unser Beiratssenior, der Philosoph Hans Albert, verlangt. Den besten Aufschluss, wes Geistes Kind der neue Bestseller ist, erhoffte ich mir davon, zu erfahren, wie Sie die katholische "Dogmatik" beurteilen, in Sonderheit die beiden Dogmen, dass der Papst unter bestimmten Umständen "unfehlbar" die Wahrheit erkenne und verkünde und dass Maria "nach Ablauf ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen" worden sei. Hier geht es ja um klare Behauptungen, man kann schwerlich etwas umdeuten, abschwächen und "historisch richtigstellen", wie man es bei manchen Skandalen der Ketzerverfolgung, der Inhumanität und Grausamkeit kann. Z.B. im Fall Giordano Bruno. Da kann man betonen, dass das "Heilige Offizium" dem kritischen Gelehrten zwar wegen Ketzerei und Magie das Urteil gesprochen, ihn aber dem weltlichen Gericht des Gouverneurs in Rom überstellt habe, und das verbunden mit der christlichen Bitte um Schonung seines Lebens. Die kirchlichen Inquisitoren, ließe sich vorbringen, hätten den Scheiterhaufen zwar vorausgesehen, aber nicht gefordert. Der Gouverneur sei schuld, nicht die Kirche, und die habe, schon nach wenigen Jahrhunderten, zunächst den Index librorum prohibitorum, mithin das Verbot der Lektüre Bruno’scher Schriften aufgehoben und dann sogar die Hinrichtung zum "Unrecht" erklärt.

Mein Vorsatz war also, nach der Einleitung sogleich in unsere Zeit, ins 19. und 20. Jahrhundert zu springen und den Abschnitt "Die Unfehlbarkeit des Papstes – ein liberales Dogma?" zu studieren. In der "Skandalgeschichte des Christentums" sehe ich hier so etwas wie einen "intellektuellen Skandal": Die Kirche, so sagt es die katholische Glaubenslehre auch heute noch, kann in der Person des Papstes, wenn er "ex cathedra" spricht, unter Ausschluss der Möglichkeit des Irrtums etwas als wahr, als tatsächliches Geschehnis erkennen und verkünden, und zwar auch dann, wenn die Wissenschaft es als höchstwahrscheinlich unwahr, als tatsächlich nicht geschehen, als naturgesetzlich ausgeschlossen beurteilt. Z.B. dass vor gut 2.000 Jahren im Morgenland einmal ein menschlicher Embryo aus einer unbefruchteten Eizelle entstanden und zum Menschen ohne einen biologischen Vater geworden sei. Oder dass Jesus gestorben sei und sein Leichnam sich im Grabe zurückverwandelt habe in einen lebenden Menschen. Oder dass der Leib seiner Mutter Maria vom Erdboden weg in eine jenseitige Welt entschwunden sei. Und noch mitten im 20. Jahrhundert verpflichtete Pius XII. in seiner Enzyklika "Humani generis" die Christen, daran zu glauben, dass die gesamte Menschheit von einem einzigen, von Gott erschaffenen Mann namens Adam abstamme. Obwohl nicht ex cathedra verkündet, ist auch das laut Enzyklika eine "durch die Kirche geoffenbarte Wahrheit, die wie ein heller Stern den Verstand des Menschen erleuchtet" und die zu bestreiten "die Kirche dem Christenmenschen nicht die Freiheit" lasse. An dieser Lehre hält Pius fest, weil der "Polygenismus" – die Evolutionstheorie erwähnt er gar nicht erst – nicht "in Übereinstimmung gebracht werden kann mit dem, was die Quellen der Offenbarung und die Akten des kirchlichen Lehramtes über die Erbsünde sagen"; sie sei die "wirklich begangene Sünde Adams, die durch die Geburt auf alle überging und jedem einzelnen zu eigen ist".

Wenn ein Papst solche absurden Behauptungen ex cathedra aufstellt, dann "besitzt er", sagt das Dogma von 1870, "Unfehlbarkeit", dann sind die Behauptungen mit Gewissheit wahr. Und "wenn sich jemand – was Gott verhüte – herausnehmen sollte", der jeweiligen Behauptung "zu widersprechen, so sei er ausgeschlossen". Man hüte sich also, die päpstliche Unfehlbarkeit für Ex-cathedra-Sprüche oder die "leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel" zu bestreiten! Es droht der "Ausschluss" – was immer das heißen mag. Was die katholische Glaubenslehre mit solchen Glaubensbefehlen der menschlichen Vernunft zumutet, ist ungeheuerlich und lächerlich zugleich.

Und wie stellen Sie sich dazu? Keine Empörung, kein Spott, nicht einmal ein Zweifel, nur Sympathie und freundliche Billigung. Sie legitimieren das Mariendogma mit den Erkenntnissen päpstlich-sorgfältiger Glaubenserforschung – als ob es darauf für die Glaubwürdigkeit ankäme! "Mehrere Tausend Bischöfe in aller Welt hatte Papst Pius XII. zuvor befragt, ob man das bei ihnen in der Diözese seit unvordenklichen Zeiten glaube, und erst als fast alle das bestätigten, schritt der Papst zur Dogmatisierung" (S. 200). Notabene: Ich kenne niemanden, der glaubt, dass jemals ein Mensch "mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden sei" (S. 200), und nicht einmal Ihnen oder dem Papst traue ich diesen Glauben zu.

Aus dem Dogma von 1870 machen Sie sogar ein Ruhmesblatt der Kirche! Sie argumentieren: Weil Pius IX. der Unfehlbarkeit des Papstes Grenzen zieht, erlaubt er indirekt auch Kritik an päpstlichen Äußerungen und an der Kirche. Das Dogma, sagen Sie, betont geradezu die Fehlbarkeit der Kirche und verbietet "allen Katholiken … und dem Papst fast immer auch", für sich Unfehlbarkeit zu beanspruchen. "Das Unfehlbarkeitsdogma wirkt daher eher als Unfehlbarkeitsverbot"; "im Grunde könnte man es liberal nennen" (S. 201). Nicht die leiseste Kritik üben Sie am positiven Kern des Dogmas. Stattdessen greifen Sie die Kritiker an und lenken schnell ab auf den Kulturkampf, worin die katholische Kirche manche Schikanen erlitten und dabei eine respektable Figur gemacht hat. "Man verfälschte die Aussage des Dogmas grotesk zum Skandal", und Bismarck setzte "eine regelrechte Katholikenverfolgung ins Werk, obwohl doch eigentlich das, was Katholiken glaubten, den Staat überhaupt nichts anging" (S. 201). Aber skandalös ist das Dogma ohnehin, man muss es nicht erst verfälschen. Und dass Katholiken das Recht haben zu glauben, was ihre Kirche lehrt oder was immer sie glauben wollen, war auch für Bismarck selbstverständlich. Die Kritik an Dogmen und Glaubenslehren ist ohne Weiteres vereinbar mit der entschiedensten Anerkennung der Glaubensfreiheit und der Freiheit, sich zu seinem Glauben laut zu bekennen. "Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst" (Voltaire).

Sie mögen vieles richtig dargestellt und manches auch richtiggestellt haben. Aber Ihr Versprechen, "der Skandalgeschichte des Christentums vorurteilsfrei mit dem Skalpell der Wissenschaft zu Leibe zu rücken" (S. 14), das lösen Sie nicht ein. Statt die Arroganz, die geistige Enge und wissenschaftliche Rückständigkeit, die Intoleranz und die Absurdität mancher Glaubenssätze der katholischen Kirche anzuprangern, bieten Sie im einschlägigen Abschnitt nichts als Apologie, Beifall und Irreführung. Wieso stehen "hohe Hürden" vor einem Ex-cathedra-Spruch? Wieso begrenzt ausgerechnet das Unfehlbarkeitsdogma die "Rechthaberei"? Kirchenrechtlich hindert nichts den Papst, die abenteuerlichsten Glaubenssätze zu Dogmen zu erhöhen. Z.B. die jungfräuliche Schwangerschaft Mariens. Oder den Kreationismus. Ihm hängen ja viele religiöse Menschen an. Pius XII. hat ihn schon in Form eines skurrilen "Adamismus" per Enzyklika zur geoffenbarten Wahrheit erklärt, die wie ein heller Stern den Verstand des Menschen erleuchte. Jederzeit konnte und kann ein Nachfolger diese Offenbarung ex cathedra besiegeln. Sie können nicht sicher sein, sondern nur hoffen, dass der Geist der Aufklärung und Wissenschaft dies verhindert. Auf den Heiligen Geist würde ich mich da nicht verlassen.

Mit freundlichen Grüßen und guten Wünschen
Rolf Dietrich Herzberg

Kommentare (42)

Wolfgang (nicht überprüft)

Mi. 4 Apr 2018 - 12:55

Das große Problem, das ich mit dem Christentum habe, Kritik ist ketzerisch, gemein und jeder ist verdammt, der eine christliche Frage stellt, die von einem Theologen oder auch von einem Katholiken nicht beantwortet werden kann. Kritik wird sofort im Keim erstickt,früher waren das die Scheiterhaufen, die aber heute immer noch nicht erloschen sind. Theologen haben ein 8jähriges Studium hinter sich, können aber z.B. nicht richtig antworten auf die Frage: "Wer hat Gott erschaffen, wann und wo?" Ketzer! Ketzer!!

In meinem Beichtspiegel von Ende der 50iger stand noch: "Hast du an heiligen Dingen gezweifelt?" Das war so eine Schere im Kopf. Heute findet man sie noch scharf geschliffen im Islam, nicht im Christentum.
Ein Zen-Meister wurde von einem reisenden Mönch befragt: "Meister, stimmt es, dass alle Geräusche vom großen Buddha kommen?" "Ja." "So auch Geräusche beim Stuhlgang?" Da schlug ihn der Meister: "Es gibt Meinungen die so verkehrt sind, dass sie nur durch Schläge ausgetrieben werden können!" Andere Religionen haben auch ihre Eigenheiten ...
Die meisten Scheiterhaufen der Geschichte waren weltlicher Natur. Je näher man Rom kam, desto weniger Hexen wurden verbrannt.
Gott ist ein Axiom. Gott wird beweislos vorausgesetzt oder grundsätzlich abgelehnt. Die Frage, wer ihn geschaffen habe ist somit substanzlos.

Michael Böhles… (nicht überprüft)

Di. 1 Mai 2018 - 11:51

Antwort auf von Jürg Rückert (nicht überprüft)

... vonwegen "substanzlos": "Der Augenblick in der Zeit ist jener Schnitt-Punkt der Gegen-Wart, worin Vergangenheit einmündet und aufgehoben, und Zukunft ergriffen und eingebunden wird. In ihm berühren wir Ewigkeit und erfahren Dauer in Raum, Zeit und Punktualität." Mathematisch-geometrisch ist dies im Koordinaten-Kreuz die Null-Funktion, die allen übrigen Zahlen-Werten vorausgeht "auf Un-Endlichkeit hin... Biblisch-theologisch entspricht sie dem vor Moses im brennenden Dornbusch geoffenbarten Gottes-Namen...

Mit wem unterhalten Sie sich auf kath. Seite? Ketzer und Du bist verdammt habe ich seit 40 Jahren nicht mehr erlebt. Eher Verunsicherung. Mit anderen Worten: Ich habe den Eindruck, Sie übertreiben.
Liebe Grüße

Der Eindruck trügt: ich übertreibe nicht.
Wer sich nicht über das Christentum empört, kennt es nicht. Dr.Dr, Joachim Kahl

Ich empfehle zur Vertiefung der Kenntnisse z.B den Hexenhammer, den Gotteswahn, die Bibel der Atheisten, den Pfaffenspiegel, Die Verwüstung westindischer Länder, die Cautio Criminalis, Der Hexenwahn, Warum ich kein Christ bin und fragen Sie mal irgend einen Theologen, wann und wo und von wem "Gott geboren" wurde. Da erleben Sie ein Wunder!
Ich bin ein froher Ketzer und verdammt gut, gelle?

Michael Böhles… (nicht überprüft)

Di. 1 Mai 2018 - 11:44

Antwort auf von Wolfgang (nicht überprüft)

"Obwohl die Welt ja, sozusagen, wohl manchmal etwas mangelhaft, wird sie doch in den nächsten Tagen vermutlich noch nicht abgeschafft." (Eugen Roth) Eine "christliche Frage" ist als solche per se nicht "ketzerisch" - im Übrigen gibt es keine Ungläubigen, sondern nur Andersgläubige?!? Vielleicht interessiert das Thema: "KÖNIGS KREUZ UND FISCHERNETZ - Biblisch-theologische Spekulationen zu J.K. Rowlings 'Harry Potter'-Saga aus pastoral-psychologischer Sicht" (ISBN 978-3-945462-27-0) als Materialsammlung?

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Mi. 4 Apr 2018 - 14:41

Ein sehr schön pointierter Brief.

Er wird und darf jedoch Herrn Lütz nicht erreichen, nicht seinen Verstand, denn den hat er beisammen, wenn er den Glauben auf Biegen und Brechen verteidigt. Schließlich sieht er, welche Auflagen kirchenkritische Bücher erzielen und welche die kirchenhuldigenden.

Wer - wie er - dank medialen Einflusses Bücher verkaufen kann, wird diese immer an die richten, denen der Kirchenzirkus noch lieb und teuer ist. Bürger, die von Kirche einfach nur in Ruhe gelassen werden wollen, kaufen keine Bücher, die sich kritisch mit Kirche auseinandersetzen.

Vielleicht hat er auch einfach nur Mitleid mit einem Glaubenskonzern, der in seinen antiken Ammenmärchen festhängt und Angst hat, loszulassen, weil es viel zu viele Aussagen gibt, die das Schicksal des Christentums untrennbar mit diesen Ammenmärchen verbinden.

Da stört es auch nicht, wenn eine jüdisch gläubige Maria in den christlichen Himmel kommt, wo sie an der Seite ihres jüdischen Sohnes sitzt, was es beides nach jüdischem Glauben gar nicht geben darf. Wäre es real, wäre dies eine religiöse Vergewaltigung - faktisch jedoch der Grund für die Judenverfolgung durch Christen.

In der Konsequenz hätten Christen auch die ganze heilige Familie verfolgen müssen, da alle drei (oder mehr, wenn ich die Brüder hinzurechne) niemals zum Christentum konvertierten oder im Namen "des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes" getauft wurden.

Aber vielleicht verehren Christen deswegen das Kreuz so sehr, weil daran der Jude gestorben ist...

Michael Böhles… (nicht überprüft)

Di. 1 Mai 2018 - 11:59

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Schalom Ben Chorin macht darauf aufmerksam, dass der Schuld-Titel des Pilatus über dem Gekreuzigten in den drei Sprachen Lateinisch, Griechisch und Hebräisch angegeben war: das bekannte I.N.R.I. dürfte im Hebräischen I.H.W.H. gewesen sein - das ist das Tetragramm des vor Moses geoffenbarten Gottes-Namens (deswegen verlangten "die Juden" die umgehende Entfernung! Pilatus aber rächte sich auf seine Art? > "Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben!" ...)

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Mi. 4 Apr 2018 - 14:42

Ha! - Da sind sie wieder:
Die (an Lächerlichkeit nicht zu überbietenden) gewissen Wahrheiten.
Denen ich widerspreche.
Und - zack! - schon ausgeschlossen.
Und das ist auch gut so.

... was wäre die Bratwurst ohne Senf?!?...
Da nicht gewiss war/ist, ob den Autor des "skandalizierten Opusculum" auch dieser offene Leserbrief erreicht, wurde ihm derselbe per Post zur Kenntnis gebracht - "Reaktion fraglich?"...
Für Sie speziell drei Zitate des Briefschreibers:
1) "Die Tatsache der Publikation beweist noch nicht keine Beachtlichkeit."
2) "Eine unplausible These wird nicht schon dadurch begründet, dass man sie aufstellt."
3) "Das Abwegige entzieht sich zupackender Kritik."
(Alle drei Zitate wurden 1986 aus-formuliert... (Ist die "Wurst mit Senf" nun verspachtelt?)

Roland Weber (nicht überprüft)

Mi. 4 Apr 2018 - 15:30

Diese Kritik ist zwar richtig, gibt aber nur Gedanken wieder, die schon vor 100 Jahren als "kritisch" anerkannt wurden. Wer heutige Kritik anbringen möchte, sollte Hermann Detering (auch Internet "Radikalkritik", Harald Specht oder Joseph Atwill lesen). Erst ab da wird es richtig "eng"!

Wie wäre es, wenn Sie uns mit einigen Argumenten, und nicht nur Buchtiteln, an ihren Erkenntnissen teilnehmen ließen?
Liebe Grüße

Lieber H.Lambert, Specht und Detering schlagen sich in ihren Büchern damit herum, aus welche antiken Religionen und Mythen sich das Christentum zusammensetzt. Wenn ich Specht mit 3 Büchern und Detering mit ebenfalls 3 Büchern veranschlage, kommen ich bei beiden locker über 1000 Buchseiten. Im Unterschied zu Ihnen nenne ich meine 2 Bücher mit über 600 Seiten. Mit Detering stimme ich weitgehend überein und liefere Argumente, warum es um 50 gar keinen Paulus gegeben hat.
Ich fürchte, alle diese Argumente aufzulisten, würde den Rahmen hier gewaltig sprengen!
Haben Sie sich schon einmal über ein mögliches Motiv zur Entstehung des Christentums Gedanken gemacht? Da fragt bisher außer mir niemand danach. Aber es gibt eben eine Antwort. Die Kritik vom Briefeschreiber, die hier geäußert wird, ist eben uralt und was soll ich da an Argumenten liefern? Das alles sind letztlich sogar nur Peanuts, wenn man das Konstrukt "Christentum" einmal verstanden hat. Amazon hilft zur Not mit einem kostenfreien "Blick ins Buch" um zu ahnen, wo der Hase im Pfeffer liegt!

Vielen Dank für Ihre Zeilen. Eine kurze Erklärung zu der von Ihnen aufgeworfenen Frage, warum das Christentum entstanden ist, würde zu meiner Aufklärung beitragen und evtl. Lust auf die von Ihnen erwähnten Bücher erzeugen.
Vielen Dank.

Bei Amazon können Sie unter:
Denken statt glauben - Wie das Christentum wirklich entstanden ist - und -
Jesus, Römer, Christentum - Makaberste Tragödie des Abendlandes
einen kostenfreien "Blick ins Buch werfen".
Theologisch Zielscheibe ist vor allem ein erfundener Paulus. Eine Erklärung für den inzwischen offenbar nicht mehr ausrottbaren Antisemitismus (Begriff ist zwar ohnehin falsch, wird aber so anti-jüdisch verstanden!) hätte ich so nebenbei auch zu bieten. Ich verbreite keinen Glauben, sondern liefere eine plausible Erklärung für diese Glaubensentstehung!

Gita Neumann (nicht überprüft)

Mi. 4 Apr 2018 - 15:47

Zu Herrn Herzberg: Schön zu erfahren, dass die gbs auch solche Stimmen in ihren Reihen hat!!
Zu Herr Lütz: Er hat sich sicher verdient gemacht um behinderte, psychisch-kranke, dementielle Patienten. A B E R: Nur um den Preis, einer der radikalsten Lebensschützer und Gegner des von ihm sog. "Totspritzens" zu sein, der vor keiner noch so unseriösen Fehldarstellung (Verwechselung von Suizidhilfe mit Töten) und schlimmsten Polemiken zurückschreckt.

Gita Neumann
(Bundespräsidiumsmitglieds des Humanistischen Verbandes Deutschlands)

Aktueller Auszug Interview mit Manfred Lütz aus DOMRADIO.DE (DR) 2018:
Lütz: " ...Wenn man tatsächlich eine rechtliche Regelung schafft, aufgrund derer man Menschen töten kann, wie in den Niederlanden, dann führt das dazu, dass selbstbestimmtes Sterben in Deutschland für Schwerkranke, Demenzkranke und Behinderte nicht mehr möglich ist. Die stehen dann nämlich alle unter Druck, ihren Angehörigen und Mitmenschen nicht mehr zur Last zu fallen: Sie könnten sich ja töten lassen, es gibt dann ja eine rechtliche Regelung. Und wenn sie es nicht tun, dann stehen sie unter Druck. ... Ja, das ist eine große Gefahr für die gesamte Gesellschaft. Und wenn es tatsächlich den ärztlich assistierten Suizid gegeben hätte – der ja aber Gott sei Dank im Bundestag abgelehnt worden ist – dann hätte sich das auf alle Millionen Arzt-Patienten-Beziehungen in Deutschland ausgewirkt. Ich selbst bin Psychiater und ich muss immer in den Augen des Patienten sehen: Will dieser depressive Patient mich jetzt bald fragen, ob ich ihn töte? Und der Patient schaut mich an, nach dem Motto: `Würde er mich töten, wenn ich ihn frage?´ ... Momentan ist es so, dass, wenn ein depressiver Patient zu mir kommt, der auch suizidal ist, und er mir das sagt, dann weiß er von mir, dass ich ihm zum Leben helfen werde. Wenn er dann aus der Depression raus ist, wird er sagen: `Was habe ich da für einen Quatsch gesagt? Gott sei Dank lebe ich noch.´..."
" ... Man muss schon aufpassen, dass man nicht von morgens bis abends an den Tod denkt. Aber das Sterben an sich ist etwas sehr Wichtiges. Wir Christen haben einen Sterbenden bei uns im Wohnzimmer hängen, am Kreuz: den Gottessohn Jesus Christus."

(DR)
 Lütz wird Mitglied der Päpstlichen Akademie für das Leben
  Papst-Akademie will Lebensschutz weiter fassen
 Vatikan lädt Brüder der Nächstenliebe ein

Nachtgebet Gebetsanliegen und Fürbitten hier abschicken.
Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen
Weihbischof Dominikus Schwaderlapp | © Marcus Laufenberg (Erzbistum Köln)
Alle Fragen und Antworten hier!

Ludwig A. Minelli (nicht überprüft)

Mi. 4 Apr 2018 - 16:16

Die wohlwollend gestaltete Gardinenpredigt Herzbergs wird bei Lütz kaum auf Verständnis stossen, und zwar ganz einfach deswegen, weil - wie Arthur Schopenhauer überaus zutreffend sagt -, die in früher Jugend erfolgte Indoktrination mit kirchlichen Dogmen führe bis zu einer «partiellen Gehirnlähmung, die sich dann zeitlebens in jener blödsinnigen Bigotterie äussert, durch welche sogar übrigens höchst verständige und geistreiche Leute unter ihnen sich degradieren und uns an ihnen ganz irre werden lassen.» Ist ein Gehirn in einem solchen Abschnitt teilweise gelähmt, ist vernünftige Einsicht grundsätzlich nicht mehr möglich, herrscht somit Unvernunft. Sie ist letztlich die Grundlage des Glaubens.

Roland Weber (nicht überprüft)

So. 8 Apr 2018 - 10:27

Antwort auf von Ludwig A. Minelli (nicht überprüft)

Ein sehr guter Hinweis! Es wird immer gefordert, dass man Gläubigen gerade aufgrund ihres Glaubens mit Respekt gegenübertreten soll. Dem kann ich nicht mehr folgen. Wo man nichts weiß, darf oder muss man glauben. Aber auch für mich ist religiöser (!) Glauben eine behebbare Denkschwäche und damit eine Geisteskrankheit. Der ganz große Unterschied zu geistig kranken Menschen ist, dass religiöses Glauben eine selbstverschuldete und mit Stolz verteidigte Geisteskrankheit ist! Auch wenn man religiös erzogen worden ist, entschuldigt das nicht die lebenslang verteidigte Gehirnlähmung. Wer die Texte der Evangelien und andere Machwerke liest, an Gebete und Reliquien, an Gott nähere Menschen (Priesterkaste) glaubt, ist für mich eben doch nur ein Dummkopf. Es wäre schön, wenn auch die Religionsrespektierer ihre Scheu vor einer derartigen Einstufung ablegen würden und Gläubige auch einmal auf breiterer Front erfahren, für wie blöd sie eigentlich gehalten werden. Das ist kein Hass, sondern Notwehr und konsequenter Humanismus!

Michael Böhles… (nicht überprüft)

Di. 1 Mai 2018 - 13:30

Antwort auf von Roland Weber (nicht überprüft)

Mit "Humanismus" hat Ihre Einstellung überhaupt nichts zu tun - denn: "Alles, was ist, kann auch aus seiner Umkehrung heraus erkannt werden." In diesem Falle gilt: "Du benutzt doch deinen Verstand? Hast du den schon mal gesehen???" Eugen Roth und Wilhelm Busch geben kund: "Wir lieben die Menschen, die frisch heraus sagen, was sie denken - vorausgesetzt, sie denken und sagen dasselbe wie wir..."

Michael Böhles… (nicht überprüft)

Di. 1 Mai 2018 - 12:11

Antwort auf von Ludwig A. Minelli (nicht überprüft)

"Für Zeit und Ewigkeit gilt: 'Alle Menschen sind klug. Die einen vorher, die anderen nachher'." Und: "Man lebt nur einmal, sagen die Narren. Man lebt nur einmal, sagen die Weisen." Nüchtern also angemerkt darf gelten: Glauben - Hoffen - Lieben gehören zusammen im "Humanum" - auch aus wissenschaftlicher (= Wissen schaffender) Sicht; diese "Drei-Einigkeit" ist grundlegende Voraus-Setzung dank der natürlichen Neugier...

Dr. Michael Balke (nicht überprüft)

Mi. 4 Apr 2018 - 16:24

Sehr geehrter Herr Professor Rolf Dietrich Herzberg, sehr interessant ist Ihr offener Brief gegen das neue Buch von Dr. Manfred Lütz. Ich denke, alles das, was Sie dort an Bereitschaft zur Wahrheitsfindung vermissen, werden Sie in dem Werk vom Steuerrechtsprofessor Klaus Johannes Tipke aus dem Jahr 2017 finden; dazu der hpd-Beitrag vom 14.2.2018: https://hpd.de/artikel/viel-glauben-und-wenig-denken-muss-nicht-jedermanns-ideal-sein-15275

Roland Fakler (nicht überprüft)

Mi. 4 Apr 2018 - 19:25

Mit Hilfe eines Theologiestudiums kann das Hirn offensichtlich alle Regeln der Logik erfolgreich überwinden. Widersprüche sind nicht Widersprüche, sondern höheres Wissen.

Lütz: Das Christentum hat die Toleranz erfunden!
Markus 16:16 „Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden“.
Joh. 15:6 Wenn jemand nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorret, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie müssen brennen. …
Luk. 10:15 Und du, Kapernaum, die du bis an den Himmel erhoben bist, du wirst in die Hölle hinunter gestoßen werden …weil die Stadt seine Jünger nicht aufgenommen hat.

Michael Böhles… (nicht überprüft)

Di. 1 Mai 2018 - 13:35

Antwort auf von Roland Fakler (nicht überprüft)

"Das Christentum" ist wohl nicht "identisch" mit der Nachfolge Jesu ("Jünger"/"Follower")?
Blaise Pascal und Sören Kierkegaard deuten in diese Richtung...

Lila Grütze (nicht überprüft)

Mi. 4 Apr 2018 - 19:33

Brillant! Ich bin gespannt, ob eine Antwort von Herrn M. Lütz folgt.

henry burchardt (nicht überprüft)

Mi. 4 Apr 2018 - 22:36

Der Papst Groupie Lütz schafft es immer wieder sich in allen Medien als liberalen, freundlichen, witzigen Vorzeigekatholik zu präsentieren. Mit seinen Formulierungs- und Verdrehungskünsten gelänge es ihm sicherlich auch als Muslime, das Mullah Regime im Iran als fortschrittliches, humanistisches und falsch verstandenes Glaubenssystem zu rechtfertigen. Solange er sich nicht ausgiebig mit Deschner, Kubitza, Kahl, Ranke Heinemann usw. auseinandersetzt, gibt es für mich keinen Grund Lütz zu lesen. Er ist im Kern ein ganz normaler Bibel- (und christliche Geschichte) -Stock-Picking Theologe, der einige Reiz Themen aus der Kirchengeschichte in den Disput-Ring wirft und hofft, dass sich einige für einen Showkampf zur Verfügung stellen. Wir sollten ihm diesen Gefallen nicht tun.

Wilhelm Brehm (nicht überprüft)

Mi. 4 Apr 2018 - 23:37

In seiner "Psycho-Analyse der kath. Kirche" von 1999 ("Der blockierte Riese") hatte Manfred Lütz Deschners "Kriminalgeschichte" schon als "gescheiterten Versuch" abgetan und in Fußnote 153 dazu "H.R. Seeliger (Hrsg.) 1993" angegeben. Damit bezog er sich auf das von Seeliger geleitete Symposium an der Kath. Akademie Schwerte (Okt. 1992) zur "Widerlegung" Deschners. (Was von der Wissenschaftlichkeit dieser Veranstaltung zu halten ist, geht aus einem Aufsatz von Hermann Josef Schmidt hervor.)
Lütz erwies also schon damals seine intellektuelle Unredlichkeit in der Betrachtung und Bewertung des Christentums. Wie sein neuestes Werk zeigt, hat er sich seither wohl kaum um bessere Erkenntnisse bemüht - wie sollte er auch, wähnt er sich doch im Besitz des allerhöchsten Wissens durch Glauben.

Thomas (nicht überprüft)

Do. 5 Apr 2018 - 07:33

"In Wuppertal-Ronsdorf, wo ich wohne, pflege ich freundlichen Umgang mit katholischen, lutherischen und reformierten Geistlichen, die meines Wissens zur Kriminalgeschichte des Christentums noch nichts beigetragen haben und durchaus dem Wohle des Volkes dienen."
-
Diese oberflächliche Sichtweise treibt mich regelmäßig zum Facepalm. Nicht die religiösen Verblödungsprofis tragen "zum Wohle des Volkes" bei, sondern jene, die daran arbeiten, ihnen das Handwerk zu legen und evidenzwidriges Glauben möglichst restlos aus den Köpfen der Menschen zu vertreiben. Aus Falschem folgt Beliebiges - wer das nicht nur weiß, sondern auch in seiner ganzen Tragweite erfaßt hat, legt jede Duldsamkeit mit dem Irrationalismus und seinen Multiplikatoren ab. Überdies erwartet er von jemandem wie Lütz nichts anderes als das, was er in seinem neuesten Machwerk abgeliefert hat.

Hannelore Brenner (nicht überprüft)

Do. 5 Apr 2018 - 09:40

Gut gekontert. Und gut, dass der hpd diesen Brief veröffentlichte.

Jürg Rückert (nicht überprüft)

Do. 5 Apr 2018 - 16:34

Je älter eine Tradition, desto mehr Schutt schiebt der Gletscher vor sich her.

Für die Gläubigen war der Priester der Magier mit Geheimwissen (z.B. lateinische Gebete) und Empfänger von himmlischen Eingebungen. Die Zeit heute zeichnet sich vor allem durch Respektlosigkeit aus: Unter der Soutane steckt einfach ein Mann!

Der kleine Gläubige will Gewissheiten (1000 Rosenkränze als Garant für den Himmel). Der Priester muss mitspielen oder gehen. Er wusste, warum die Erde nicht fällt: "Mein Sohn, die Scheibe ruht auf Grundfesten!" "Und die stehen wiederum auf einer Scheibe und immer so fort?" "Oh nein, sie ruhen im Ur-Ur-Urgrund!"
Diese Grundfesten stelzen durch die gesamte Theologie, sind aber völlig überflüssig, denn warum sollten wir die Erden nicht direkt im Urgrund ruhen lassen? Weil dann die Theologen ziemlich überflüssig wären, und kein Berufsstand schafft sich gern ab.

Die Summe der Theologie lautet: Gott ist groß, Gott ist mächtig, ohne Kopf 3 Meter und 60!
Das Unerklärliche erklären - bis auf den Kopf ...

Ist ein gezählter Gott nicht eine Blasphemie? 1, 2, 3 – gezählt und benannt, mein Besitz!

Warum soll ein Kardinal nach seiner Wahl zum Papst auf einmal seine Kollegen turmhoch überragen? Welche Weihen hat er durch die Wahl empfangen? Die sei göttlich inspiriert gewesen? Wie bitte? War es nicht die Mafia zu St. Gallen? Hat sich der Himmel nach der Wahl geöffnet und eine weiße Taube gesandt? Nichts dergleichen!
Wo sind die 11 übrigen Apostel geblieben? Von Petrus hinweggefegt!

Von Astronomen wird ernsthaft erwogen, ob unser Kosmos nicht nicht ein Hologramm sein könnte. Die dazu nötige Information werde in einem zweidimensionalen Rand vermutet.
Wie dem sei: Darwin ist noch nicht der Schöpfung letzter Schluss. Der Begriff "Information" könnte wegweisend sei, wobei dies kein Gottesbeweis ist.

Michael Böhles… (nicht überprüft)

Di. 1 Mai 2018 - 13:39

Antwort auf von Jürg Rückert (nicht überprüft)

... oder: "Historiker verfälschen die Vergangenheit. Ideologen die Zukunft." (Zarko Petan) ...

Manfred Schleyer (nicht überprüft)

Sa. 7 Apr 2018 - 07:16

Ist Dr. Lütz wirklich gegen die Taufe von Kindern? "... der ... eine Gott forderte die individuelle, höchstpersönliche, freie ethische Entscheidung. Er fordert etwas Innerliches." (Seite 24)? Obwohl nicht nur die von ihm so sehr verteidigte katholische Kirche die Babytaufe praktiziert? Ganz gegen Gottes Forderung etwas Äußerliches?! Und etwas Unmögliches: ein Baby kann nicht individuell und höchstpersönlich und frei und ethisch entscheiden. Und auch ein Kind kann so etwas übermenschlich-göttlich schwieriges noch nicht beurteilen.

Michael Böhles… (nicht überprüft)

Di. 1 Mai 2018 - 13:44

Antwort auf von Manfred Schleyer (nicht überprüft)

... sehr richtig! Nur: Welcher Mensch ist je gefragt worden, ob er gezeugt - empfangen - geboren werden wollte?!? Wenn ein Kind wirklich Frucht der Liebe ist zwischen Mann und Frau, dann ist es als Drittes vor seinen Eltern das Zeugnis dieser Liebe - in diesem Sinne will Taufe wohl verstanden werden: diese "Frucht" darf auch offen sein für die Liebe des Schöpfers zu Seinem Geschöpf... (Die Eltern schöpfen also ihr Liebe voll-kommen aus?!)

Friedhelm Mandt (nicht überprüft)

Sa. 7 Apr 2018 - 10:51

Alle Probleme um die "Unfehlbarkeit" wären gelöst, wenn der jetzige Papst
"ex cathedra"
erklären würde:Alle Menschen sind fehlbar!
Und das darf er doch ?!

libertador (nicht überprüft)

Di. 10 Apr 2018 - 10:24

Antwort auf von Friedhelm Mandt (nicht überprüft)

Ein Ausweg wäre es, die Päpste aus der Menge der Menschen auszuschließen.

Michael Böhles… (nicht überprüft)

Di. 1 Mai 2018 - 13:52

Antwort auf von libertador (nicht überprüft)

"Ihr sollt niemanden auf Erden euren Vater nennen, denn nur Einer ist euer Vater: Gott..."
Immerhin meint Wladimir Putin, für "Moral ist der Papst zuständig"...

Michael Böhles… (nicht überprüft)

Di. 1 Mai 2018 - 13:50

Antwort auf von Friedhelm Mandt (nicht überprüft)

"Gewiss ist alles, was vom Papst kommt, wichtig. Aber es ist ein großer Unterschied zwischen Wichtigkeit und Unfehlbarkeit." (John Henry Newman, später auch Kardinal) ... Ironie des Lebens: was ganz offensichtlich ist und allgemein bekannt, bedarf keiner "ex-cathedra-Erklärung"? Glücklicherweise f e h l t uns noch eine ganze "Unendlichkeit": denn "was wir wissen, ist ein Tropfen.; was wir nicht wissen, ein Ozean." (Isaac Newton)

Kay Krause (nicht überprüft)

Mo. 9 Apr 2018 - 07:13

Für mich beweist sich somit immer wieder, dass Theologie eben KEINE Wissenschaft ist, und dass dieses Studienfach nicht an öffentliche und aus Steuergeldern finanzierte Universitäten gehört! dafür gibt es kirchlich geführte Universitäten, wo sich jeder Interessiertemit eigenem Erspartem an Grimms Märchen erfreuen kann!

Nikolaus Monzel (1906-1960) hat diese Problematik aufgegriffen, als er nach dem "Ort der Theologie innerhalb der Wissenschaften" suchte. Er kam zu einer bemerkenswerten Einsicht, die konform geht mit dem mittelalterlichen Weltbild einer Hildegard von Bingen und der neuzeitlichen Evolutions-Involutions-Theorie eines Pierre Teilhard de Chardin...
In summa: "Die einzige Grenze des Endlichen ist DAS Un-Endliche" im "System der Wissenschaften" - "Die einzige Grenze des Endlichen ist DER Un-Endliche" im "Organismus der Wissenschaften" ...

Manfred Schleyer (nicht überprüft)

So. 15 Apr 2018 - 08:09

Die katholische Kirche hat immer Recht! Mit seiner Rosinenpickerei hat Dr. Lütz dies bestsellend gezeigt: durch die Widersprüche der Bibel, dieses sogenannten Wort des lebendigen Gottes, lässt sich alles "beweisen", und das Gegenteil davon übernatürlich auch noch. Alles nur eine Frage der Hinein- und Heraus- und Umdeuterei. Und der allmächtige Gott wird seinen vielen (Be)Vormunden dabei nie nie nie in die Quere kommen. Die Priester erschaffen nicht nur jeden Tag den Leib ihres Gottes, als frisches Frühstücksfleisch (anstelle des gebotenen Abendmahls), sie deuteln auch die heilige Schrift immer wieder neu: wie es für sie am profitabelsten ist. Und so sind sie nach fast 2000 Jahren dann fast für die Gleichberechtigung. Dass Gott zuerst Adam schuf, dann die Tiere und dann aus Adams Rippe die Frau, die die Sünde in die Welt brachte - das müssen Gläubige dann bitte ebenso vergessen wie deren Rolle als Finanziers und groupies jener jesuanischen Männergruppe.

Michael Böhles… (nicht überprüft)

Di. 1 Mai 2018 - 14:16

Antwort auf von Manfred Schleyer (nicht überprüft)

Errare humanum est": in Genesis wird "der Mensch" ("isch") ganz zum Schluss erschaffen, und aus ihm heraus "die Männin" ("ischah") - "ADAM" (= "der-von-der-roten-Erde-Genommene")/"EVA"... (Die Tiere waren schon vorher da, weshalb Gott durchaus als "Lehm der Erde" einen Primaten erwählen konnte. (Die "Psychopathologie" vergleicht ja die Triebwelt des Menschen mit Tieren...) Zum Menschen wurde der "Primat" erst "durch Überschreiten der Schwelle der Selbst-Reflexion" (so TdCh) - angeregt von Innen her, nicht von Außen... Die legendäre "Rippe" darf als "Schwanz des Primaten" erkannt werden, welche energetisch-plasmatisch durch das "Knochengerüst" des Adam hindurch-geschleust wurde und i n ihm "Form annahm". D a s ist die "Gleichheit von Mann und Frau v o r dem Fall... ["Durch den Neid des Teufels kam der Tod" als Frucht des "Sünden-Falls" in die Welt... Also Eva ist "nur" Hintergangene... (Sonst gäbe es nicht das "Danach" als Heils-Geschichte...] Was also "die" Kirche angeht, so gilt: "Das Ewige Leben ist nicht den Institutionen verheißen worden, sondern den einzelnen in ihnen..." (Das zur Unterscheidung von "Kirche" als tote, weil juristische Person, im Gegensatz zur natürlichen Person hin...

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