Mikrofon Deutschlandradio/Deutschlandfunk

Kommentar

Deutschlandradio: Auch künftig ein Sender mit kirchlichem Schwerpunkt?

Deutschlandradio hat eine umfassende Programmreform angekündigt, die zum 30. November in Kraft treten soll. Mehr Analyse, mehr Einordnung, mehr Tiefgang lautet das Versprechen. Doch bei einem Bereich scheint sich nichts zu ändern: Religion bleibt im Programm deutlich stärker verankert als Philosophie, Ethik oder säkulare Weltanschauungen.

Corona-Ausbruch in Assisi

Insgesamt 18 Mönche im italienischen Mutterkloster des Franziskanerordens wurden positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Die übrigen Mitglieder der Gemeinschaft betreuen in der Pilgerhochburg weiterhin Touristen.

"Medical Students for Choice"

Von Friseuren und Ärzten

Man stelle sich vor, ein Friseur teilt an seinem Schaufenster mit, dass er die Haare mit der Schere schneidet. Und wird dafür angezeigt, verurteilt und an den Pranger gestellt. Er möge sich in eine öffentlich einsehbare Liste eintragen, nur dort dürfe er mitteilen, dass er Haare schneidet; aber nicht, womit. Klingt skurril… ist aber in einem anderen Beruf Standard.

Asyleinrichtungen, die Gesetze verletzen

Fünf Jahre ist es nun her, seit Angela Merkel mit dem Satz "Wir schaffen das" ein Signal in der deutschen Migrationspolitik setzte. Hunderttausende Flüchtlinge suchten damals Asyl in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Die Entwicklung seither ist auch ein Thema für die Forschung. In der Max-Planck-Gesellschaft hat sich eine interdisziplinäre Wissenschaftsinitiative mit den Herausforderungen von Migration, mit Integration und Exklusion befasst. In diesem Rahmen analysierten zwei Studien die Situation von Menschen in den EU-Hotspots auf den griechischen Inseln und in den sogenannten Ankerzentren in Deutschland. In beiden Einrichtungen – so das Ergebnis – werden grundlegende Rechte von Asylsuchenden verletzt.

Die Pandemie und der Glaube

Muss sich denn grad alle Welt mit Corona beschäftigen? Inklusive der MIZ, die sich doch der Analyse und Kritik von Religionen und deren gesellschaftlichen Folgen verschrieben hat? Ja, muss sein, meinte die Redaktion und wählte die Pandemie zum Schwerpunkt des soeben erschienenen Heftes. Denn im Verhalten gegenüber Covid-19 zeigte sich nicht nur, dass gerade streng Religiöse sich oft freigestellt von den für alle geltenden Regeln sahen, es war und ist auch die Stunde irrationaler Erklärungsmuster.

Mina Ahadi

Neue Welle von Morddrohungen gegen Mina Ahadi

Mina Ahadi ist Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime, bekannte Islamkritikerin und kämpft seit langem für Frauen- und Menschenrechte. Dass ein solcher Aktivismus auch Gegenwehr verursachen kann, weiß Ahadi aus Erfahrung selbst am besten, dennoch hat sich die Gefahrenlage für sie in letzter Zeit wieder akut erhöht. Im letzten Monat erhielt sie neun telefonische Morddrohungen.

Südkorea: Sektenführer wegen Behördenbehinderung in der Pandemie festgenommen

Als im Februar diesen Jahres das neue Corona-Virus die ersten Menschen in Südkorea infiziert hatte, wurden auch Gläubige aufgefordert, keine gemeinsamen Gottesdienste mehr abzuhalten. Für Sektenführer Lee Man-hee kein Grund, sich daran zu halten. Er ließ für seine Sekte Shincheonji weiter große Messen abhalten und erklärte Covid-19 zum Werk Satans, um das Sektenwachstum zu verhindern.

Vollständig auf Institution verlassen, die vertuscht hat

Die Zahlen der Missbrauchsstudie der Katholischen Kirche sind erschütternd: 1.670 katholische Geistliche in Deutschland wurden beschuldigt, über Jahrzehnte hinweg mehr als 3.600 Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht zu haben. Dennoch wurden nur wenige Täter angeklagt und verurteilt.

Warum Gendern sinnvoll ist

Die Nutzung einer gendergerechten Sprache fällt vielen Menschen auch heute noch schwer. Dabei ist ein Umstieg denkbar einfach und birgt das Potenzial, einen Beitrag zur Schaffung von gleichen Verhältnissen für Männer und Frauen zu leisten. Der Macht von Sprache sowie der Tatsache, dass es möglich ist, durch eine zeitgemäße Sprache bereits im Kleinen Verantwortung zu übernehmen, sollten sich mehr Menschen bewusst werden. Ein Kommentar von Constantin Huber.

Friedensdenkmal in Hiroshimal

Kunst als Einstieg in die Geschichte des Grauens

Vor 75 Jahren warfen die USA zwei Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki. Dieser erste und bisher einzige Einsatz von Atombomben im Krieg bedeutete den Tod von über 200.000 Menschen. In der japanischen Gesellschaft und auch weltweit ist dieses Ereignis zu einem wichtigen Erinnerungsort geworden. Dies soll anhand von drei Beispielen aufgezeigt werden.

Indigene Frau mit Kind in Kolumbien

Kolumbien: Erzeuger soll Abtreibung zustimmen

Abtreibung ist in Kolumbien nur in wenigen Ausnahmen legal möglich. Während Menschenrechtsgruppen für einen bedingungslosen straffreien Schwangerschaftsabbruch in den ersten Wochen kämpfen, hat eine rechtskonservative Senatorin nun ein Projekt angekündigt, welches die Zustimmung des Erzeugers zur Beendigung der Schwangerschaft erfordern soll. Eine gefährliche Forderung, die für Empörung sorgt.

Die Entdemokratisierung der Demokratie

Der Politikwissenschaftler und Autor Philip Mano analysiert in einem Buch mit dem Titel "(Ent-)Demokratisierung der Demokratie" die Gleichzeitigkeit von Demokratisierung und Entdemokratisierung dieses Ordnungsmodells. Dabei handelt es sich eher um einen Problemaufriss, der auch bezogen auf die Demokratie einige Schwächen und Widersprüche benennt, woraus in Kombination miteinander sein aufklärerischer Wert besteht.

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Mehr aus den Rubriken

Regenbogenfahne

Islamismus, Israel und Identität: Warum die LGBTQ-Szene gespalten ist

Die Islamismus- und Israelfrage spaltet die LGBTQ-Bewegung. Bei den einen zeigt sich – vor und nach dem islamistischen Anschlag auf den CSD – ein Unvermögen, die LGBTQ-Feindschaft des Politischen Islam zu fassen. Für die anderen ist es selbstverständlich, sich in der Tradition einer schwul-lesbischen Bürgerrechtsbewegung gegen den Islamismus als Bedrohung der eigenen Existenz zur Wehr zu setzen. Was bewegt die einen? Was die anderen? Gleichzeitig existieren Grautöne: Stimmen, die explizit Anleihen beim Queeraktivismus machen und sich dennoch aktiv gegen den Islamismus positionieren.

500-Euro-Scheine

Schulden – Das süße Gift der Politik

„Misstraue allen Theorien, die deinen Neigungen entsprechen.“ Dieser Satz von David Hume ist mehr als ein kluger Hinweis. Er ist eine Warnung. Eine Warnung davor, gerade den Argumenten zu glauben, die sich gut anfühlen. Und kaum ein politisches Instrument fühlt sich so gut an wie Staatsschulden. Denn Schulden versprechen das scheinbar Unmögliche: heute geben, ohne heute zu nehmen. Sie erlauben Politik, Wünsche zu erfüllen, ohne sofort die Rechnung präsentieren zu müssen. Genau darin liegt ihre Verführungskraft – und genau darin liegt ihr Problem.

Ram-Tempel in Ayodhya, Uttar Pradesh, Indien

Der Ram-Tempel in Ayodhya: Fanal der Gerechtigkeit oder Mahnmal der Schande?

Bis 1992 stand in der Stadt Ayodhya, Uttar Pradesh, Indien eine Moschee. Die Babri Masjid war jahrhundertelang ein heiliger Ort des indischen Islam und wurde am 6. Dezember 1992 von einem hinduistisch-nationalistischen Mob niedergerissen. Jahrzehnte später wurde das Gelände dem Hinduismus zugesprochen, mit Hilfe zahlreicher Spenden begann der Bau eines opulenten Tempels. Nun erschüttern Vorwürfe von Veruntreuung und Korruption das Bauprojekt. Ein Blick auf die Geschichte dieses Geländes ist gleichzeitig ein Blick auf die Geschichte der Hindutva, des hinduistischen Nationalismus.

"Weißes Schweigen ist Gewalt"

Kommt jetzt die Krise der Soziologie?

Forschung soll objektiv und ergebnisoffen sein. Aber in sozialwissenschaftlichen Fächern wirkt sich offenbar die politische Einstellung der Forscherinnen und Forscher auf die Ergebnisse aus. Dazu kommt ein weitgehend postmodernes Menschenbild. Kein Wunder, dass sozialwissenschaftliche Studien kaum helfen, gesellschaftliche Probleme zu lösen.

Ältere Frau mit Laptop telefoniert

Ein Dokument, das Leben und Sterben leichter und sicherer macht

Die Frage, wie wir am Ende unseres Lebens behandelt werden möchten, beschäftigt viele – doch nur wenige setzen sich aktiv damit auseinander. Der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg hat mit seinem neuen Fragebogen zur Erstellung einer Patientenverfügung ein Werkzeug geschaffen, das nicht nur rechtssicher ist, sondern auch menschlich, klar und alltagstauglich.

Plakat der Ausstellung „Demokratie und Humor“

Die Demokratie im Spiegel von Wort und Bild

In welchem Verhältnis stehen eigentlich Demokratie und Humor? Gewährleistet Demokratie die Freiheit der komischen Kunst? Oder ist der Humor eine der kontrollierenden Gewalten, die dafür sorgt, dass diese Freiheit nicht verschwindet? Gerade wurde eine Ausstellung eröffnet, deren Werke dazu einladen, über diese Frage nachzudenken. Mit dabei sind auch „Spott sei Dank“-Karikaturen, die beim hpd erschienen sind.

öffentliche Debatte (Symbolbild)

Gegen die Abschaffung der Öffentlichkeit

Die erste Ausgabe der Zeitschrift Materialien und Informationen zur Zeit (MIZ) in diesem Jahr ist erschienen. Darin: der Öffentliche Raum unter Druck und ein Blick auf christliche Fundamentalisten, während die Kirchen immer weiter an Bedeutung verlieren.

Staatsdienst mit Kopftuch

Mit Kopftuch bei der Feuerwehr

Ein Foto einer Feuerwehranwärterin mit Kopftuch hat in Berlin die Debatte über religiöse Symbole im Staatsdienst neu entfacht. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob das Berliner Neutralitätsgesetz künftig auch für Uniformträger der Feuerwehr ausdrücklich gelten soll. Dabei prallen die bekannten Positionen zwischen dem Anspruch staatlicher Neutralität und dem Vorwurf einer Diskriminierung von Kopftuchträgerinnen erneut aufeinander.

Bedrohte Demokratie

Die Demokratie und die Überforderung durch das Netz

Steffen Mau hat in seiner Analyse „Die vielen Krisen der Demokratie“ präzise seziert, woran die liberale Demokratie derzeit krankt. Seine Bestandsaufnahme ist zutreffend – aber dennoch unvollständig. Denn sie benennt zwar die Symptome, nicht aber die wohl wichtigste gemeinsame Ursache der gegenwärtigen Verwerfungen.

Friedhof

Manche gingen leider für immer

In diesem Jahr feiert der Humanistische Pressedienst (hpd) sein 20-jähriges Jubiläum und lässt Ereignisse aus dieser Zeit Revue passieren. Der frühere Chefredakteur Frank Nicolai arbeitet seit Mitte 2009 für den hpd und hat seitdem viele Menschen im Umfeld der Redaktion kommen und gehen sehen. Manche gingen leider für immer. Eine persönliche Rückschau.

Geld

Unzulässige Steuerabsetzung von Religionsbeiträgen in Österreich

Eine Informationsfreiheitsanfrage ans österreichische Bundesministerium für Finanzen ergab, dass mehrere Religionsgesellschaften die Zahlungen der Mitglieder als steuerlich absetzbare Pflichtbeiträge melden, während sie gleichzeitig damit werben, dass sie ausschließlich von Spenden leben, die steuerlich nicht begünstigt sind. Der Schaden betrug zwischen 2020 und 2024 mindestens 10 Millionen Euro. Der Zentralrat der Konfessionsfreien Österreich wird hier juristische Schritte einleiten.

Neue und bisherige Geschäftsführung

Neue Geschäftsführung beim HVD Niedersachsen

Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) Niedersachsen hat ab morgen einen neuen Landesgeschäftsführer. Sebastian Kurtz übernimmt die Geschäftsführung des Landesverbands Niedersachsen von Catrin Schmühl, die sich nach rund sechs Jahren neuen beruflichen Aufgaben zuwendet.

Plakat C2C Congress 2026

Lösungen für eine bessere Zukunft

Die Zukunft ist nicht mehr das, was sie einmal war. Viele Menschen haben jede Hoffnung auf Fortschritt verloren. Allerdings beweist das Konzept „Cradle to Cradle“ schon seit vielen Jahren, dass es sehr wohl möglich ist, den allgemeinen Wohlstand zu steigern, ohne die Natur zu zerstören. Mitte September findet nun der 10. Internationale C2C-Kongress statt, zu dem abermals rund 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet werden.