Bundesadler im Bundesverfassungsgericht

75 Jahre Bundesverfassungsgericht

Erfolgreich, aber mit getrübter Bilanz

Das Bundesverfassungsgericht ist in Deutschland zu einer Institution geworden, die hohes Ansehen genießt. Ihm sind wegweisende Entscheidungen zu verdanken. Darüber sollte allerdings nicht übersehen werden, dass gleichfalls kritische Rückfragen geboten sind. Anlass zur Kritik bieten nicht nur die Entscheidungen, die das Karlsruher Gericht zu den Vorrechten der Kirchen getroffen hat.

Kritik an religiösen Bekenntnissen ist in Deutschland strafbar

Abbas M. wurde am Montag vom Stuttgarter Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 10 Euro verurteilt. Bei einer angemeldeten Protestkundgebung vor circa neun Monaten in Stuttgart hatte M. auf die Gefahr durch den Politischen Islam aufmerksam machen wollen. Dabei wurde er Opfer eines tätlichen Angriffs.

Indonesische Behörden schließen Bar wegen Blasphemie

Kostenlose Drinks für Maria und Mohammed

Wohl um mehr Publikum in ihre Filiale der Holywings Bar- und Restaurantkette in Indonesiens Hauptstadt Jakarta zu locken, hatten sechs Barkeeper kostenlosen Gin für Frauen namens Maria und Männer namens Mohammed versprochen. Nach einer Anzeige religiöser Gruppen schlossen Behörden die Bar. Die Barkeeper sehen sich nun mit dem Vorwurf der Blasphemie konfrontiert. Holywings hat sich für die Promo-Aktion entschuldigt. Human Rights Watch stuft die Reaktion auf die harmlose Aktion als gefährlich ein.

Audienz

Folgsam und gehorsam

Die deutsche katholische Kirche will mit dem "Synodalen Weg" erste, zaghafte Reformen anstoßen. Vor allem für Frauen und Homosexuelle soll sich etwas ändern. Papst Franziskus kann den Vorschlägen wenig abgewinnen. Die katholische Kirche soll bleiben, was sie ist: eine weltabgewandte, grundrechtverletzende Männer-Domäne: starr, autoritär, machtbewusst. Warum machen die Gläubigen das mit?

Religionsfreie und Christen fast gleichauf

Australien: Anzahl religiöser Personen nimmt ab

Am 10. August 2021 wurde der Zensus vom Australischen Statistikbüro durchgeführt. Neben Themen wie Wohnort, Haushalt und Familie, Einkommen, unbezahlte Arbeit und kulturelle Diversität wurde auch die Religionszugehörigkeit abgefragt. In der vergangenen Woche wurden die Ergebnisse veröffentlicht. Dabei zeigte sich, dass die Anzahl christlicher Personen im Vergleich zum Zensus 2016 abgenommen hat: Über eine Million Menschen weniger gab an, christlich zu sein – damit rutschte der Wert erstmals unter die 50-Prozent-Marke. Auch die Zahl Religiöser im Allgemeinen schrumpfte.

Ein Kollisionsereignis im Atlas-Detektor: Ein Higgs-Boson koppelt an ein Top-Quark

Genaue Kenntnis des Higgs-Bosons könnte bei Antwort auf offene Fragen der Physik helfen

Das Higgs-Teilchen wird zehn

Vor zehn Jahren vermeldeten die Experimente Atlas und CMS einen durchschlagenden Erfolg: Nicht einmal drei Jahre nach dem Start des Large Hadron Collider (LHC) am Cern war das letzte fehlende Steinchen im Standardmodell der Teilchenphysik gefunden: Das Higgs-Boson, eine Art Botschafter des Higgs-Feldes, das allen Materieteilchen Masse verleiht. Zum Higgs-Geburtstag ziehen Physikerinnen und Physiker eine Bilanz, welche Erkenntnisse sie bislang gewonnen haben und welche Einsichten noch zu erwarten sind.

Maria Montessori: Reformpädagogik, Humanismus und ein Hang zur religiösen Esoterik

Maria Montessori ist bis heute eine der bekanntesten und einflussreichsten Reform- und Freiheitspädagoginnen. Sie repräsentierte ein neues Frauenbild und revolutionierte die Kindererziehung. In ihrer Pädagogik spielten jedoch auch Religion und Esoterik eine tragende Rolle, wodurch ein fragwürdiges Wissenschaftsverständnis entstand. Am 6. Mai 2022 jährte sich ihr Todestag zum 70. Mal.

Rückschläge für den Einsatz gegen Genitalverstümmelung und Kinderehen

Für das Jahr 2030 hatten die Vereinten Nationen ein Ende der weiblichen Genitalverstümmelung vorausgesehen. Kampagnen in 17 afrikanischen und nahöstlichen Ländern sollten für ein Ende der grausamen Tradition sorgen. Die Covid-19-Pandemie sowie schwere Dürren haben dem nun dramatische Rückschläge beschert. Die Zahl der Genitalverstümmelungen sowie der Verheiratungen Minderjähriger hat in den letzten Monaten wieder zugenommen.

Heiß, Heißer, Humanistischer Sommer

Es gibt sie wieder: Sommerfeste, Konzerte, Konferenzen und Festivals. Auch die Säkularen und Humanisten feiern. Am kommenden Wochenende findet in Mannheim der "Humanistische Sommer" statt. Er versteht sich als Hybridveranstaltung aus Sommerfest und Konferenz. Zwei Tage lang soll für Begegnung der säkularen, humanistischen und konfessionsfreien Art gesorgt sein. 

Supreme Court entscheidet: Wir wollen die Welt brennen sehen

Der Supreme Court of the United States (SCOTUS) hat in einer 6-3 Entscheidung festgelegt, dass die Environmental Protection Agency (EPA) nicht die Befugnis hat, Emissionsobergrenzen für Bundesstaaten durchzusetzen. Die Richter*innen geben damit einer Klage von 20 republikanischen Bundesstaaten statt, die sich partout weigern, nicht-fossile Quellen zur Stromerzeugung zu nutzen. Ein Kommentar.

Kirche in Luxemburg-Stadt

Luxemburger räumen der Religion einen immer geringeren Stellenwert ein

Eine Umfrage im Großherzogtum Luxemburg ergab, dass sich mehr als die Hälfte aller Luxemburger als nicht religiös ansieht. Nur ein Viertel der Bevölkerung hält Religion überhaupt noch für wichtig. Die Allianz der Luxemburger Atheisten und Agnostiker (AHA), welche die Umfrage in Auftrag gegeben hat, sieht daher nun Handlungsbedarf, die staatliche Finanzierung der katholischen Kirche zu beenden.

Afghanische Moderatoren trugen aus Solidarität Masken.

#FreeHerFace: Afghanische Moderatoren solidarisieren sich

Die radikal-muslimischen Taliban fordern, dass sich alle Frauen in Afghanistan verhüllen – das betrifft selbstverständlich auch TV-Journalistinnen. Dass Moderatorinnen nun mit Burka die Nachrichten verlesen sollen, löst Empörung aus. Aus Solidarität haben die männlichen Kollegen die Kampagne #FreeHerFace gestartet und aus Protest auch ihr Gesicht maskiert. Nicht nur unter Journalist*innen unterstützen den Hashtag.

Termine

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Kinderehen in Baden-Württemberg: 358 Fälle, nur acht Aufhebungen

358 Fälle von Kinderehen, aber nur acht rechtskräftige Aufhebungen: Zahlen aus Baden-Württemberg werfen Fragen zum Schutz minderjähriger Betroffener auf. Wie gehen die Behörden mit solchen Fällen um, und welche Rolle spielen rechtliche Hürden, gesellschaftliche Strukturen und religiöse Traditionen? Ein Blick auf die Hintergründe eines Problems, bei dem der Schutz von Kindern im Mittelpunkt stehen sollte.

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Die Ergebnisse des historischen Forschungsprojekts liegen vor

Hirnforschung und NS-Verbrechen

Das von der Max-Planck-Gesellschaft geförderte unabhängige Verbundprojekt zur Identifizierung von Opfern der nationalsozialistischen „Euthanasie“ und anderen Formen der NS-Verfolgung, von denen Hirnpräparate in zwei Max-Planck-Instituten (vormals Kaiser-Wilhelm-Instituten) zu wissenschaftlichen Zwecken gesammelt wurden, ist nach neun Jahren abgeschlossen. Anlass waren Funde von Hirnschnitten im Archiv der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin sowie im Historischen Archiv des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München.

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Filmfest „FrauenWelten“ stellt Programm vor

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Unmittelbar vor dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen lädt das Filmfest „FrauenWelten“ vom 18. bis 24. November 2026 ins Kino in der KulturBrauerei in Berlin ein. 32 Filme aus 29 Ländern, drei Themenschwerpunkte und 27 Premieren zeigen, wie Frauen sich patriarchaler Macht widersetzen.

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Da sich durch die geplanten Reformen die Schere zwischen der maximalen Entlastungswirkung des Kinderfreibetrages und dem Kindergeld immer weiter öffne, entstehe eine finanzielle Schieflage zulasten von Familien aus dem unteren und mittleren Einkommenssegment. Das Deutsche Kinderhilfswerk findet daher, dass die geplanten Anpassungen in die völlig falsche Richtung gehen.

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