Ilse Aigner

Ilse Aigner und das höchste Staatsamt

Wie viel Christentum verträgt die Bundespräsidentschaft?

Die CSU möchte Ilse Aigner als Nachfolgerin von Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue sehen. Die katholische Politikerin bekennt offen, wie sehr ihr Glaube ihr Leben und ihre politischen Entscheidungen prägt. Das ist ihr gutes Recht. Doch wie steht es um die weltanschauliche Neutralität eines Staatsoberhauptes, das auch die Hälfte der Bevölkerung repräsentieren soll, die keiner Religion angehört?

Dr. Thomas Heinrichs

Zum neuen Buch von Horst Groschopp

Pro Humanismus!

Horst Groschopps neues Buch, "Pro Humanismus. Eine Zeitgeschichtliche Kulturstudie" mit einer Dokumentation, ist allen organisierten Humanisten, insbesondere denen, die die Geschichte ihres Verbandes nicht aus eigener Erfahrung seit den 90ziger Jahren des letzten Jahrhunderts kennen, sehr zu empfehlen. Groschopp zeichnet detailliert die Entstehung der humanistischen Verbände nach.

Interview mit Thomas Osten-Sacken

Aleppo – "Ein moralisches Totalversagen"

Die Welt schaut auf Aleppo und die dortige humanitäre Katastrophe. In den vergangenen Tagen hatte das syrische Regime unter Baschar al-Assad mit Hilfe von Verbündeten die Stadt zurückerobert. Der hpd sprach mit dem Nahost-Experten Thomas Osten-Sacken. Er bewertet Aleppo als eine Zäsur in der internationalen Politik.

Andreas Edmüller, Helmut Fink, Gerhard Engel (v.l.n.r.)

Kontroverse Diskussion im Humanistischen Salon Nürnberg über die Bedeutung christlicher Moral in der pluralistischen Gesellschaft

Säkulare Denker uneins über christliche Werte

Wer neu in der säkularen Szene ist, könnte auf die Idee kommen, weltliche Humanisten müssten sich weitgehend einig sein in ihrer Bewertung christlicher Moral. Doch das ist natürlich mitnichten der Fall. Wie weit die Sichtweisen auseinandergehen können, bewies am letzten Wochenende eine Debatte zwischen Andreas Edmüller und Gerhard Engel mit dem Titel "Christliche Werte? Streit um ein schwieriges Erbe"

KOD-Demo am 13.12.2016 in Warschau

Notizen aus Polen

13.Dezember 1981 – 13. Dezember 2016

Der Staatschef im damaligen kommunistischen Polen, Wojciech Jaruzelski, verhängte am 13. Dezember 1981 den Kriegszustand im ganzem Land. Die Bürgerrechte wurden außer Kraft gesetzt, führende Mitglieder der Opposition wie Lech Wałęsa verhaftet und Schlüsselinstitutionen des Staates und des öffentlichen Lebens unter militärische Kontrolle gestellt.

Bibel reloaded? Über den Versuch, das Alte Testament der Philosophie zu empfehlen

Pünktlich vor Weihnachten erschien die Sonderausgabe des "Philosophischen Magazins": "Die Bibel und die Philosophen". Der Fokus liegt auf dem Alten Testament. Die Chefredakteurin dieser Sonderausgabe, Catherine Newmark, will dem Leser das Alte Testament als "ungeheuer bezugsreichen Denkraum" ans Herz legen, als einen "Raum für Philosophie". Dies sei, so Newmark, erst durch die Bibelkritik der Neuzeit möglich geworden. Denn die Bibel ist heute "mehr", als "nur eine Heilige Schrift für Gläubige". Sie sei eine Fundgrube "spannender" Geschichten, in denen beispielsweise "ein Vater seinen einzigen Sohn opfern soll".

Bernd Kammermeier und Karl Heinz Büchner

Ein monströser "Reformationstruck" der EKD tourt durch Europa

Im Luther-Jahr plötzlich ohne Luther?

In Heidelberg machte dieses auch "Geschichtenmobil" genannte Fahrzeug (offiziell vom Verein "Reformationsjubiläum 2017" betrieben) zwei Tage Station. Volkswagen und Deutsche Bahn sind Jubiläumspartner, die EKD, der evangelische Kirchentag und Luther2017 unterstützen das Projekt. Karl-Heinz Büchner, Reinhold Schlotz und unser Autor Bernd P. Kammermeier, die Luthers judenfeindliche Schriften in heutiges Deutsch übertrugen, besuchten den Truck, um zu erkunden, wie kritisch Luther – der Namenspatron der Lutherdekade und des Luther-Jahres - hier präsentiert wird. Sie fanden Überraschendes.

Schülerzahlen im Lebenskundeunterricht steigen, Teilnahme am Religionsunterricht stagniert

Berlin: Jeder fünfte Schüler erhält Lebenskundeunterricht

Der Humanistische Lebenskundeunterricht verzeichnete wie in den Jahren zuvor einen deutlichen Zuwachs von 60.257 im vergangenen Schuljahr auf aktuell 62.644 teilnehmende Schüler und Schülerinnen (+2.387). Damit besucht fast jeder fünfte Schüler in Berlin den Weltanschauungsunterricht des Humanistischen Verbandes. Dies geht aus den aktuellen Zahlen für den Religions- und Weltanschauungsunterricht im Schuljahr 2016/17 der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend, Wissenschaft hervor.

Weihnachtsmann

US-Pastor klärt Kinder auf:

Es gibt keinen Weihnachtsmann

Ein evangelikaler Priester hat im US-Bundesstaat Texas eine neue Form der Aufklärung erprobt. In einem Einkaufszentrum rief er Kindern, die sich mit einem verkleideten Weihnachtsmanndarsteller fotografieren ließen, zu, dass es in Wahrheit gar keinen Weihnachtsmann gäbe. Sie sollten sich lieber an Jesus halten – denn der sei schließlich real.

Syrien

Wir trauern um die Toten von Aleppo

Vor den Augen der Welt finden grausame Massaker in Syrien statt. Angesichts der humanitären Katastrophe ist es für uns nicht möglich, dem normalen Tagesgeschäft nachzugehen. Wir trauern um die Opfer von Gewalt, Terror und Krieg.

Veranstaltungsbericht

Tag der Menschenrechte: Tag zum Feiern oder Trauern?

Am internationalen Tag der Menschenrechte, dem 10. Dezember, lud das Säkulare Forum Hamburg e.V. unter dem Titel "Tag der Menschenrechte: Tag zum Feiern oder Trauern" erstmals zu einer Diskussionsveranstaltung. Der Rechtsanwalt Dr. Thomas Heinrichs, Gutachter der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und Hans-Peter Strenge, Synodenpräsident a.D. der Nordelbischen Kirche beleuchteten die Vor- und Nachteile des deutschen Religions- und Weltanschauungsrechts und stellten sich den Fragen des Publikums.

Das neue Buch von Otfried Höffe

Geschichte politischen Denkens in Portraits

Otfried Höffe, der lange Philosophie an der Universität Tübingen gelehrt hat, legt mit "Geschichte des politischen Denkens. Zwölf Porträts und acht Miniaturen" eine Gesamtdarstellung zum Thema mit Vorlesungscharakter vor. Der durch Lehr- und Publikationstätigkeit ausgewiesene Experte liefert damit einen überaus informativen Überblick, der sich aber nicht immer als wirkliche Einführung lesen lässt und hier und da insbesondere bei der Kommentierung etwas mehr Systematik verdient hätte.

Termine

Mehr aus den Rubriken

Wegweiser in viele Richtungen

Wenn Life-Coaches zu Weltdeutern werden

Experten für alles

In unserer zunehmend spezialisierten Gesellschaft erscheint der Life-Coach als Gegenmodell: er beansprucht nicht Expertise für ein einzelnes Beratungsfeld, sondern für „das Leben“ selbst. Je umfassender dieses Versprechen, desto dringlicher stellt sich jedoch die Frage nach seiner fachlichen Grundlage – und nach den Risiken von Grenzüberschreitungen, Dogmatismus und Conspirituality.

Ilse Aigner

Ilse Aigner und das höchste Staatsamt

Wie viel Christentum verträgt die Bundespräsidentschaft?

Die CSU möchte Ilse Aigner als Nachfolgerin von Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue sehen. Die katholische Politikerin bekennt offen, wie sehr ihr Glaube ihr Leben und ihre politischen Entscheidungen prägt. Das ist ihr gutes Recht. Doch wie steht es um die weltanschauliche Neutralität eines Staatsoberhauptes, das auch die Hälfte der Bevölkerung repräsentieren soll, die keiner Religion angehört?

Cover

Eine interessante journalistische Monographie

„Wie die Demokratische Partei Trump großmachte“

Welchen indirekten Anteil die Demokraten selbst an Trumps Wahlsiegen hatten, wird in Berichterstattungen und Diskussionen häufig ignoriert. Dass sie sich zugunsten des großen Geldes von den kleinen Leuten abgewandt haben, ist in einem Buch zum Thema die zentrale These: „Die Undemokraten“ von Jörg Wimalasena.

Millionen für die katholische Kirche

Katholische Kirche beteiligt sich nicht an Renovierungskosten für Bekenntnisschule

Nein, wir geben nichts

Die katholische Kirche erfreut sich an den knapp 800 katholischen Bekenntnisschulen in Nordrhein-Westfalen, werden sie doch zu 100 Prozent von der öffentlichen Hand bezahlt. Wenn aber eine verschuldete Stadt eine solche Schule für viele Millionen Euro renoviert und die Kirche um Hilfe bittet, wird diese Bitte wortreich zurückgewiesen. Das zeigt ein Fall aus dem nordrhein-westfälischen Städtchen Haan.

„Janosch“

Erinnerungen an Janosch

„Falsche Propheten schreiben sich mit f wie Fogel…“

Der Zeichner, Schriftsteller und Kinderbuchautor Janosch („Oh, wie schön ist Panama“) ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Die Giordano-Bruno-Stiftung erinnert an ihren ehemaligen Beirat („Herr Jott“, wie er sich manchmal nannte, verließ die Stiftung 2023 aus Altersgründen) mit dem Beitrag, den Michael Schmidt-Salomon 2021 zum 90. Geburtstag von Janosch verfasst hat.

Sparschwein

Die stille Umdeutung des Unterhaltsvorschusses

Politische Debatten verraten oft mehr durch ihre Begriffe als durch die konkreten Maßnahmen, über die gestritten wird. Das gilt auch für die aktuelle Diskussion um den Unterhaltsvorschuss. Nachdem Bundesfamilienministerin Karin Prien ihren ursprünglichen Vorschlag, den Unterhaltsvorschuss für 16- und 17-Jährige zu streichen, teilweise zurückgenommen hat, wird nun über eine Einkommensgrenze für Alleinerziehende diskutiert.

Säkularer Stand beim Tag der Deutschen Einheit

„Bremen hat uns mit offenen Armen empfangen”

Drei Tage, zwei Zelte auf der Einheitsmeile und ein Publikum, das zugewandt stehen blieb: Der Zentralrat der Konfessionsfreien blickt auf ein Bürgerfest zurück, das einen riesigen Zuspruch brachte. Mit Lesungen, Präsentationen und Diskussionen am Informationsstand stellte er in direkter Nachbarschaft mit dem AK Polis säkulare Politik und die Aufklärung über die Gefahren des Politischen Islam zur öffentlichen Debatte. Auch der hpd präsentierte sich am Stand.

Bundesadler im Bundesverfassungsgericht

75 Jahre Bundesverfassungsgericht

Erfolgreich, aber mit getrübter Bilanz

Das Bundesverfassungsgericht ist in Deutschland zu einer Institution geworden, die hohes Ansehen genießt. Ihm sind wegweisende Entscheidungen zu verdanken. Darüber sollte allerdings nicht übersehen werden, dass gleichfalls kritische Rückfragen geboten sind. Anlass zur Kritik bieten nicht nur die Entscheidungen, die das Karlsruher Gericht zu den Vorrechten der Kirchen getroffen hat.

Marburg

Ein Humanistenpreis an Islamisten?

Die geplante Verleihung des „Marburger Leuchtfeuers 2026“ an Bilal Farouk El-Zayat sorgt für Kontroversen. Im Zentrum der Debatte stehen seine dokumentierten Verbindungen zu islamistischen Milieus und der Umgang der Humanistischen Union Marburg mit der Kritik an ihrer Preisträgerwahl.

historischer Marktplatz

Der Einfluss der abrahamitischen Religionen auf das Wirtschaftswachstum

„Warum sind manche Länder reich und andere arm?“ – Das war die Ausgangsfrage, die sich drei Ökonomen gestellt haben. Zur Beantwortung der Frage wählten sie jedoch einen für die Ökonomie unüblichen Ansatz, denn sie interessierten sich dezidiert für den Einfluss der Religion auf die historische Entwicklung des Wirtschaftswachstums. Sie kamen zum Ergebnis, dass Religion das Wachstum sowohl positiv als auch negativ beeinflussen kann.

El-Zayat wiegelt ab

Der hpd hatte über die geplante Verleihung der Auszeichnung „Marburger Leuchtfeuer" berichtet. Es ging vor allem um die Verbindungen des Preisträgers Bilal Farouk El-Zayat zu islamistischen Milieus, über die bereits 2018 berichtet worden war.