Ein Bürgerrechtler, als Sklave geboren

Frederick Douglass

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* 14. Februar 1817 im Talbot County, Maryland; Δ 20. Februar 1895 in Washington (D.C.), Geburtsname: Frederick Augustus Washington Bailey;
Als Sklave geboren, wurde Douglass zum Bürgerrechtler, Schriftsteller und einem der ersten anerkannten Interessenvertreter der Afroamerikaner.

 

Mit 20 Jahren gelang Douglass die Flucht aus der Sklaverei in den Norden, wo sie zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschafft war.

Er schloss sich der American Anti-Slavery Society an, für die er jahrelang als Redner auftrat. 1845 veröffentlichte er seine Autobiographie, „Life of an American Slave", die zu einem großen Erfolg wurde. „Ich betete zwanzig Jahre lang und erhielt keine Antwort bis ich dann mit den Füßen betete" schrieb er darin mit Bezug darauf, dass er nach zwanzig Jahren Sklaverei sein Schicksal in die Hand bzw. die Füße nahm und floh.

Angesichts der öffentlichen Aufmerksamkeit, die er nunmehr genoss, rieten ihm seine Freunde nach Europa zu gehen, da sie befürchteten, sein Ex-Besitzer könne versuchen, sich sein „Eigentum" zurückzuholen. Er blieb zwei Jahre in Großbritannien. Dort sammelten Sympathisanten für seinen Freikauf. Für 711.66 $ erhielt er schließlich seine legale Freiheit und konnte in die USA zurückkehren. Er ließ sich in Rochester, New York nieder und gründete eine Zeitung. Douglass kritisierte das amerikanische Christentum heftig und bezichtigte es, u. a. wegen seiner Haltung zur Sklaverei der Heuchelei. 1848 nahm er auch an der ersten Frauenrechtsversammlung in den USA teil. Er war einer der wenigen männlicher Unterstützer dieser Bewegung. Die besondere Unterdrückung, der gerade Frauen durch die Sklaverei ausgesetzt waren, war eins seiner Motive. Im Kampf gegen die Sklaverei beließ er es nicht mehr nur beim Reden und Schreiben. Er unterstützte geflohene Sklaven und hatte auch Kontakt zu dem militanten Antisklavereiaktivisten John Brown, der 1859 wegen des Versuchs, einen Sklavenaufstand zu entfachen gehängt wurde. Um deshalb einer möglichen Verhaftung zu entgehen, floh er erneut für kurze Zeit nach Europa. Während des Bürgerkriegs warb Douglass für den Eintritt von Schwarzen in die Armee der Nordstaaten. Als er feststellen musste, dass diese dort ebenfalls diskriminiert wurden, intervenierte er persönlich bei Präsident Lincoln. Der machte ihn wenig später zum Berater und Douglass setzte sich nunmehr dafür ein, Bürgerrechte für Schwarze in der Verfassung zu verankern. In den folgenden Jahren übte Douglass mehrere öffentliche Ämter aus, war u. a. Marshall von Washington D.C. und Generalkonsul in Haiti.

Zitat:

"Von allen Sklavenhaltern, denen ich je begegnet bin, sind die religiösen die schlimmsten. Ich habe sie die gemeinsten, niederträchtigsten, grausamsten und feigsten unter allen anderen gefunden."