Arbeitsleben

Eine Versicherung nur dem Namen nach? Die Entkernung der Arbeitslosenversicherung

Die Arbeitslosenversicherung war ursprünglich der Zweig der Sozialversicherung, der dem klassischen Versicherungsprinzip am nächsten stand. Sie sollte ein temporäres Erwerbsrisiko absichern, Übergänge ermöglichen und den sozialen Abstieg verhindern. Heute erfüllt sie diese Funktion nur noch in Fragmenten. Der abrupte Übergang von beitragsfinanzierter Versicherungsleistung zu bedürftigkeitsgeprüfter Fürsorge untergräbt ihre Legitimation – und hat die kulturelle Wahrnehmung des Systems grundlegend verändert.

Symbolbild

Pandemie: Alte Rollenbilder, neue Arbeitswelt

Neue Studien der Soziologin Caroline Berghammer zeigen, wie der Homeoffice-Anteil während der Lockdowns stark anstieg und sich seither auf einem höheren Niveau stabilisiert hat. Gleichzeitig hat sich die Verteilung von Erwerbs- und Fürsorgearbeit nach der Pandemie wieder an frühere Muster angepasst.

Frau am Computer

Geschlechterrollen und Ökonomie sind eng verbunden

Wirtschaftliche Prozesse könne man nicht losgelöst von den gesellschaftlichen Erwartungshaltungen gegenüber Mann und Frau betrachten, sagt Alyssa Schneebaum. In ihren Studien zeigt die Ökonomin etwa, wie ungleich Vermögen innerhalb von Partnerschaften verteilt ist und wie die Institution Ehe diese Ungleichheiten noch vertiefen kann.

Praktischer Humanismus und Zukunftskompetenzen

Ein Büro der fernen Vergangenheit: Schreibmaschine, Stenographie und Telegramm sowie "Frollein zum Diktat". Danach kamen PC, Papierausdruck und Faxgerät sowie das Streben nach Geschlechtergerechtigkeit. Wo geht die Reise hin? Die Arbeitswelt der Gegenwart unterscheidet sich von der in der Vergangenheit mindestens so sehr wie sie sich von der in der Zukunft unterscheiden wird.

Titelblatt

Fachkräftemangel

In Deutschland geht ein Virus um. Davon befallen sind immer mehr Unternehmen: Das Fachkräftemangelvirus. Wer zum Thema Fachkräftemangel recherchiert, findet viele Unternehmen, die mit pfiffigen Ideen die Aufmerksamkeit von Bewerbern auf sich lenken und so neue Mitarbeiter gewinnen. Zwölf erfolgreiche Beispiele aus der Praxis finden sich im Protestonaut-Kalender 2023.

Wer durch das Raster der Leistungsgesellschaft fällt, findet sich hier wieder.

Michael J. Sandels allzu einfache Deutung

Der US-amerikanische Moralphilosoph Michael J. Sandel erklärt sich in seinem Buch "Vom Ende des Gemeinwohls" den Niedergang des gesellschaftlichen Zusammenhalts durch die Dominanz des Leistungsprinzips. Auch wenn er berechtigt diverse Fehlentwicklungen anspricht, macht er es sich mit dieser Fixierung auf einen Ursachenfaktor zu einfach.

Das Kapitol in Washington D.C., Sitz des US-Kongresses

Von Mythen und Menschen

Manche Mythen haben uns fest im Griff: Wachstums- und Fleißmythos etwa. In den USA kommen noch religiöse Mythen dazu: Ohne eine Bekenntnis zu Gott könne man dort kein Politiker sein, heißt es immer. Der Kongressabgeordnete Jared Huffman hat diesen Mythos auf die Probe gestellt und sich zum Nichtglauben bekannt. Und siehe da: Die Wähler dankten es ihm.