Bundesadler im Bundesverfassungsgericht

75 Jahre Bundesverfassungsgericht

Erfolgreich, aber mit getrübter Bilanz

Das Bundesverfassungsgericht ist in Deutschland zu einer Institution geworden, die hohes Ansehen genießt. Ihm sind wegweisende Entscheidungen zu verdanken. Darüber sollte allerdings nicht übersehen werden, dass gleichfalls kritische Rückfragen geboten sind. Anlass zur Kritik bieten nicht nur die Entscheidungen, die das Karlsruher Gericht zu den Vorrechten der Kirchen getroffen hat.

UK: Kirche zum heiligen Tequila

"Ihr habt in zwei Wochen mehr Gutes getan als die katholische Kirche in 2000 Jahren", schreibt eine Anhängerin der Church of the Four Hundred Rabbits unter einen Facebook-Beitrag ihrer Kirche, der die Ankunft neuer liturgischer Gewänder in Form von T-Shirts mit Kaninchen-Aufdruck verkündet. Während die katholische Kirche neben ungewürzten Miniportionen Weißbrots nur Hauswein der Marke Jesusblut anbietet, gönnt Nottinghams Tequila-Kirche ihren Bunny Believern auch Hochprozentiges und eine reichliche Portion Kritik an den britischen Covid-Schutzmaßnahmen.

100 Jahre Cottingley Fairies

Von Elfen, Geistern und Meisterdetektiven

Vor 100 Jahren veröffentlichte der berühmte britische Schriftsteller Arthur Conan Doyle Fotografien von Elfen. Er war überzeugt, dass sie die Existenz der kleinen mythischen Wesen beweisen. Die Geschichte der "Cottingley Fairies" sorgte für hitzige Diskussionen und ist bis heute eines der lehrreichsten Beispiele für pseudowissenschafliches Denken.  

Kolumne: Sitte & Anstand

Krippenspiel

Genau ein Typ. Genau eine Frau. Genau ein Kind. Sonst niemand. Das ist die mächtigste Botschaft der christlichen Religion. Was eigentlich genau in der Bibel drinsteht, oder was vielleicht von den diversen Propheten, deren Visionen noch nicht behandelbar waren, verkündet worden ist – kümmert eher weniger.

Timnit Gebru

Soziale Medien und Information (Teil 5)

Deus Ex Algorithmo: Wenn Maschinen zu Rassisten werden

Für gewöhnlich empfindet der aufgeklärte Mensch die Maschine als Epitom der Objektivität. Unbefangen von Gefühlen, Glauben und Vorurteilen, einzig der Mathematik verpflichtet, so stellen wir sie uns vor, die binären Geister. Doch diese Vorstellung ist gefährlich naiv. Im vorerst letzten Teil der Reihe "Deus Ex Algorithmo" wollen wir uns der Fehlbarkeit der Maschine widmen und aufzeigen, warum blindes Vertrauen in die Entscheidungen von Algorithmen den Weg zu einer völlig neuen Dimension der Ungerechtigkeit ebnet.

Düsseldorf, Stadtpanorama

"Einsegnung" des Stadtrats

Düsseldorfer Religionsfreie zeigen Rat die "Rote Karte“

Vor seiner Eröffungssitzung wurde der Düsseldorfer Stadtrat von Vertretern einiger Religionen "eingesegnet". Dafür vergeben nun Düsseldorfs religionsfreie Bürger eine "Rote Karte" an den Rat. Denn staatliche Institutionen müssen religiös und weltanschaulich neutral sein. Das sieht das Neutralitätsgebot der Verfassung so vor.

Die evangelikale Aktion "Weihnachten im Schuhkarton"

Missionierung in Geschenkpapier

In der Weihnachtszeit macht man gern Geschenke und spendet bereitwillig für einen guten Zweck. Als geschickte Verbindung von beidem inszeniert sich die Aktion "Weihnachten im Schuhkarton", veranstaltet von einer Organisation namens "Samaritan's Purse". Alljährlich ruft sie dazu auf, kleine Präsente wie Kleidung, Hygieneartikel, Stofftiere und Spielzeug, Schulmaterial oder Süßigkeiten in eine Schuhschachtel zu packen und an einer Sammelstelle abzugeben.

Lohnt sich in Nordrhein-Westfalen Verfassungsbruch?

Ricarda Brandts, die Präsidentin des Oberverwaltungsgerichtes (OVG) Münster, tritt Ende Mai in den Ruhestand ein. Viele in Justiz und Politik in Nordrhein-Westfalen erwarten, dass der Präsident des Verwaltungsgerichts Düsseldorf, Andreas Heusch, sich als ihr Nachfolger bewerben wird. Seine Wahl "wäre ein Trauerspiel für die Justiz des Landes", erklärt der ehemalige Richter am Bochumer Amtsgericht Dr. Ralf Feldmann. Denn vor gut zehn Jahren brachte Heusch im offenen Affront gegen den Kruzifixbeschluss des Bundesverfassungsgerichts von 1995 im Treppenhaus des Düsseldorfer Gerichts ein Kreuz an.

MIZ 3/20 erschienen:

30 Jahre ohne Mauer

Nachdem die MIZ vor einem Jahr einen Blick auf Religion und Kirche in der DDR geworfen hatte, stellt der Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe die Frage, was sich 30 Jahre nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten "im Osten" diesbezüglich verändert hat. Das gezeichnete Bild ist vielschichtig, aber eines zeichnet sich deutlich ab: Verliererinnen sind die Frauen.

Olaf Latzel während einer Predigt am 13.11.2020

Bremen

Volksverhetzender Pastor vorläufig des Dienstes enthoben

Ende November war der Bremer Pastor Olaf Latzel wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Nun hatte dies auch dienstrechtliche Konsequenzen: Nach dem Predigtverbot folgte die vorläufige Dienstenthebung durch die Bremische Evangelische Kirche. Die Gemeinde des Verurteilten will dagegen Widerspruch einlegen und zieht ein Ausscheiden aus dem Kirchenverbund in Betracht.

Cover

Rezension

Miteinander reden, auch wenn es weh tut

Der Psychologe und Autor Ahmad Mansour sorgt sich um die Debattenkultur in Deutschland. In seinem neuen Buch „Haltung ohne Hass“ beschreibt er, wie und warum politischer Streit eskaliert und was geschehen muss, damit Menschen wieder verschiedene Meinungen aushalten.

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Rezension

Miteinander reden, auch wenn es weh tut

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EU-Parlament in Straßburg

EU-Parlament fordert „Strategie gegen islamistische Unterwanderung“

Das Europäische Parlament hat sich mit 381 zu 167 Stimmen für eine Strategie "zur Bekämpfung islamistischer Unterwanderung und zur Eindämmung des Einflusses des Netzwerks der Muslimbruderschaft" ausgesprochen. Einer der Auslöser war die Untersuchung des AK Polis und des Pariser Forschungszentrums CERIF zur verdeckten Förderung des Forum of European Muslim Youth and Student Organisations (FEMYSO), das als Kaderschmiede der Muslimbrüder gilt. Auch „Linke“ sollten sich am wachsenden Widerstand gegen den Politischen Islam beteiligen.

Gehirne

Die Ergebnisse des historischen Forschungsprojekts liegen vor

Hirnforschung und NS-Verbrechen

Das von der Max-Planck-Gesellschaft geförderte unabhängige Verbundprojekt zur Identifizierung von Opfern der nationalsozialistischen „Euthanasie“ und anderen Formen der NS-Verfolgung, von denen Hirnpräparate in zwei Max-Planck-Instituten (vormals Kaiser-Wilhelm-Instituten) zu wissenschaftlichen Zwecken gesammelt wurden, ist nach neun Jahren abgeschlossen. Anlass waren Funde von Hirnschnitten im Archiv der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin sowie im Historischen Archiv des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München.

Notausgang

Kritische Einordnung der neuen S2k-Leitlinie zur Suizidassistenz

Prüfen, bis der Zweifel kommt

Seit dem 22. Oktober liegt die erste fachübergreifende Leitlinie zum Umgang mit Anfragen nach Suizidassistenz vor. Sie gibt sich ergebnisoffen und zugewandt. Tatsächlich baut sie ein mehrstufiges Prüfverfahren auf, dessen zentrale Fristen nach eigenem Eingeständnis der Autor:innen keine empirische Grundlage haben. Aus dem verfassungsrechtlichen Ausgangspunkt Autonomie wird so ein Endpunkt, den Sterbewillige sich erst verdienen müssen.

Stipendiat*innen-Treffen des Bertha von Suttner-Studienwerks

Das Bertha von Suttner-Studienwerk bekommt zum Oktober zehn neue Stipendiat*innen

Wissenschaftliche Exzellenz trifft auf humanistisches Engagement

Das Bertha von Suttner-Studienwerk (BvS) begrüßt seine neuen Stipendiat*innen. Die Auswahlkommission hatte auch in diesem Jahr keine leichte Aufgabe: Aus mehr als 170 Bewerbungen galt es, die zehn überzeugendsten Kandidat*innen auszuwählen. Ab Oktober werden sie vom Studienwerk gefördert und in das stetig wachsende BvS-Netzwerk aufgenommen.

Titelblatt

Freidenker*innen-Kalender 2027 erschienen

Gegen den Strom

Geschichte nicht nur als Rückblick zu verstehen, sondern danach zu fragen, was sie mit unserer Gegenwart zu tun hat. Diesen Anspruch verfolgen die Freidenker*innen Ulm/Neu-Ulm mit ihrem Kalender für das Jahr 2027.

EMMA-Logo

Schluss nach 50 Jahren

Die EMMA geht in den Ruhestand

Heute teilte die prominente Feministin Alice Schwarzer mit, dass „nach 50 Jahren und 398 Ausgaben mit 36.584 Seiten“ die feministische Zeitschrift EMMA „die Bühne verlässt“. Ein Rückblick.

Rentner, alte Menschen

Was die amerikanische Rentendebatte mit dem New Deal zu tun hat und warum sie auch für Deutschland interessant ist

Sozialversicherung: Ein überraschender Blick in die USA

Bernie Sanders, der Senator aus Vermont, will die amerikanische Rentenversicherung, die Social Security, langfristig finanziell absichern und zugleich ihre Leistungen verbessern. Dazu schlägt er vor, ihre Finanzierungsbasis zu verbreitern und insbesondere hohe Einkommen stärker heranzuziehen.

Säkularer Stand beim Tag der Deutschen Einheit

„Bremen hat uns mit offenen Armen empfangen”

Drei Tage, zwei Zelte auf der Einheitsmeile und ein Publikum, das zugewandt stehen blieb: Der Zentralrat der Konfessionsfreien blickt auf ein Bürgerfest zurück, das einen riesigen Zuspruch brachte. Mit Lesungen, Präsentationen und Diskussionen am Informationsstand stellte er in direkter Nachbarschaft mit dem AK Polis säkulare Politik und die Aufklärung über die Gefahren des Politischen Islam zur öffentlichen Debatte. Auch der hpd präsentierte sich am Stand.

Bundesadler im Bundesverfassungsgericht

75 Jahre Bundesverfassungsgericht

Erfolgreich, aber mit getrübter Bilanz

Das Bundesverfassungsgericht ist in Deutschland zu einer Institution geworden, die hohes Ansehen genießt. Ihm sind wegweisende Entscheidungen zu verdanken. Darüber sollte allerdings nicht übersehen werden, dass gleichfalls kritische Rückfragen geboten sind. Anlass zur Kritik bieten nicht nur die Entscheidungen, die das Karlsruher Gericht zu den Vorrechten der Kirchen getroffen hat.

Marburg

Ein Humanistenpreis an Islamisten?

Die geplante Verleihung des „Marburger Leuchtfeuers 2026“ an Bilal Farouk El-Zayat sorgt für Kontroversen. Im Zentrum der Debatte stehen seine dokumentierten Verbindungen zu islamistischen Milieus und der Umgang der Humanistischen Union Marburg mit der Kritik an ihrer Preisträgerwahl.

Die Angst vor der Hamas

Der hpd hatte über Extremisten im Parteiumfeld der Berliner Die Linke berichtet. Der Spiegel macht nun Details aus einem Interview mit der Berliner Bürgermeisterkandidatin Elif Eralp öffentlich, die zeigen, wie weit der Einfluss dieser Kreise reicht.