Physiker zweifelt zwar, braucht aber keinen Gott.

Richard Phillips Feynman

* 11. Mai 1918 in Queens, New York; Δ 15. Februar 1988 in Los Angeles;
US-amerikanischer Physiker und Nobelpreisträger.

Richard Feynman wurde als Sohn jüdischer Eltern in Queens, einem Viertel im New York geboren. Seine Familie besuchte zwar wöchentlich die Synagoge, praktizierte aber keine jüdischen Riten.

Sein Vater trainierte ihn früh in wissenschaftlichem Denken und drängte ihn zum Studium. In der Schule war er dem Lehrstoff in naturwissenschaftlichen Fächern weit voraus und löste Aufgaben aus Büchern für Fortgeschrittene. Feynman studierte ab 1935 am Massachusetts Institute of Technology vier Jahre lang Physik. Als Student machte er durch seine mathematischen Fähigkeiten auf sich aufmerksam. Er gewann 1939 als MIT-Student den angesehenen Putnam-Mathematik-Wettbewerb. Danach studierte er bis 1943 an der Universität von Princeton. Dort war er Assistent von John Archibald Wheeler, bei dem er auch 1942 promovierte. In seiner Dissertation entwickelte er, auf der Grundlage der Erkenntnisse des Nobelpreisträgers Paul Dirac, seine Pfadintegralformulierung der Quantenphysik.

Im Zweiten Weltkrieges beteiligte er sich wie viele amerikanische Physiker in Los Alamos am Manhattan-Projekt, dem Bau der ersten Atombombe. Er war für die umfangreichen mathematischen Berechnungen zuständig. Nach dem Krieg war er maßgeblich an einer Formulierung der Quantenelektrodynamik beteiligt, die 1947 auf der Shelter Island Konferenz vorgestellt wurde.

Von Hans Bethe wurde er an die Cornell University in New York berufen. Ab 1951 war er Professor für Theoretische Physik am Caltech in Pasadena. Dort widmete er sich intensiv den Studenten und es entstanden die bekannten Feynman Lectures on Physics. Bei den in den 60er Jahren entstandenen Schriften - aus einem Reformprojekt der Physik-Einführungsvorlesungen hervorgegangen - war es Feynman wichtig, Studenten und Lesern ohne Vorkenntnisse die interessanten, aber nicht leicht fassbaren Gesetzmäßigkeiten der Quantenphysik nahezubringen und verständlich zu machen. Für diese Leistungen in der Vermittlung der Physik erhielt er 1972 die Oersted Medal der American Association of Physics Teachers. Die anschauliche Darstellung, quantenfeldtheoretischer elementarer Wechselwirkungen, durch Diagramme ist heute Standard. Seine charismatische Art und seine Fähigkeit, sich auf seine Zuhörerschaft einzustellen, machten seine Vorlesungen und Vorträge bemerkenswert.

In den 50er Jahren befasste er sich mit der Festkörperphysik und untersuchte u. a. die Supraflüssigkeit (einem bei tiefen Temperaturen entdeckter Zustand von Flüssigkeiten, die dabei ihre innere Reibung verlieren). Feynman gilt als einer der großen Physiker des 20. Jahrhunderts, der wesentliche Beiträge zum Verständnis der Quantenfeldtheorien geliefert hat.

Im Jahr 1965 wurde ihm für seine Beiträge zur Entwicklung der Quantenelektrodynamik der Nobelpreis verliehen. Nach der Nobelpreisverleihung wurden Feynman diverse Ehrendoktorwürden angetragen. Er lehnte sie ab, weil er als junger Doktorand erlebt hatte, für welch geringe Leistungen Ehrendoktorwürden verliehen wurden. Mit seiner unkonventionellen Art verfasste er populärwissenschaftliche Bücher wie Sie belieben wohl zu scherzen, Mr. Feynman (1985) und Kümmert Sie, was andere Leute denken? (1988), die mit Anekdoten und autobiografischen Details ergänzt wurden.

Auf einem der ersten Workshops 1981 zum Thema „Physik und Berechenbarkeit” stellte Feynman die Frage, ob es mit klassischen Computern möglich wäre, Quantenphysik effizient zu simulieren. Er kam zu dem Schluss, dass dies mit Quantencomputern möglich sei, einem heute sehr aktuellen Forschungsgebiet.
1986 wurde er in die Untersuchungskommission zur Challenger-Katastrophe berufen. Sein Bericht kritisierte vor allem die bürokratische Organisation der NASA und wurde nur gegen Widerstand als Anhang dem offiziellen Bericht beigefügt.

Seine Krebserkrankung wurde 1987 akut. Er hatte sich bereits Jahre zuvor deswegen operieren lassen, lehnte aber dann jede Weiterbehandlung ab. Zwei Wochen vor seinem Tod hielt er seine letzte Vorlesung.

Feynman war dreimal verheiratet. Seine erste Frau Arlene starb 1945 an Tuberkulose. Mit seiner dritten Frau Gweneth hatte er einen Sohn und eine Adoptivtochter.

Zitat: „Ich kann damit leben, etwas nicht zu wissen, aber ich möchte nicht an etwas glauben, dass möglicherweise falsch ist.”

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