Schon in jungen Jahren wandte er sich vom Christentum ab

Benjamin Franklin

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Benjamin Franklin

* 17. Januar 1706 in Boston, Δ 17. April 1790 in Philadelphia;
amerikanischer Politiker, Schriftsteller und Naturwissenschaftler. Er war ein Multitalent. Als Politiker gehörte er zu den Gründervätern der USA, als Wissenschaftler erfand er den Blitzableiter.

 

Franklin stammte aus einer kindereichen Familie, deshalb musste er schon mit zehn Jahren die Schule verlassen und zum Unterhalt der Familie beitragen. Sein Bildungshunger war jedoch groß, durch Lesen eignete er sich sehr viel Wissen an. Mit 12 Jahren begann er bei seinem Bruder, der eine Zeitung herausgab, eine Ausbildung als Drucker. Da dem 15 jährigen verwehrt wurde, auch selbst Artikel zu schreiben, veröffentlichte er erfolgreich Artikel unter einem weiblichen Pseudonym.

1730 hatte er als Gehilfe eines Kaufmanns in Philadelphia schließlich genügend Geld verdient, um einen Verlag zu gründen und die Rechte für eine eigene Zeitung, die „Pennsylvania-Gazette“, zu erhalten. Durch seine Bemühungen entstand eine der ersten öffentlichen Leihbibliotheken in Amerika im Jahr 1731. Einige Jahre später gründete er die erste Feuerversicherungsgesellschaft und wurde 1737 Oberpostmeister. 1748 verkaufte er seine Geschäfte hatte nun mehr Zeit, sich seinen anderen Interessen zuzuwenden.

Bereits 1743 hatte er die American Philosophical Society gegründet. Nunmehr schrieb er ein Buch über Bildungs- und Erziehungsfragen und wandte sich danach Forschungen über die Elektrizität zu. Dabei erfand er 1752 den Blitzableiter. Zu den ersten Anwendern dieser Erfindung gehörten übrigens etliche Pfarrer, die sich beim Schutz ihrer Kirchtürme nicht mehr allein auf ihr Gottvertrauen verlassen wollten. Schon 1754 stattete ein Pfarrer in Mähren seine Kirche damit aus, der erste deutsche Blitzableiter wurde 1769 auf dem Hamburger Jacobikirchturm errichtet.

Ab 1750 wurde Franklin auch politisch aktiv. Er war u. a. Abgeordneter, Vertreter Pennsylvanias in London, Generalpostmeister der englischen Kolonien in Nordamerika und gehörte zu den Unterzeichnern der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Als Gesandter in Paris schmiedete er ab 1777 das Bündnis der USA mit Frankreich. Zurück in den USA wurde er 1787 Präsident der Gesellschaft gegen Sklaverei. Im selben Jahr unterzeichnete er die amerikanische Verfassung.

Sein ganzes Leben lang veröffentlichte Franklin Schriften zu diversen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Themen. Auch korrespondierte er mit vielen bekannten Zeitgenossen und schrieb seit 1771 an seiner letztlich unvollendeten Autobiographie.

Schon in jungen Jahren wandte sich Franklin vom Christentum ab und wurde Deist. Die Gedanken der Aufklärung und christliche Orthodoxie ließen sich für ihn nicht vereinbaren. Auch wenn er in späteren Jahren seine Kritik am Christentum abschwächte und dessen Moralvorstellungen als positiv ansah, behielt er seine Kritik an der organisierten Religion und deren Theologie bei. Entsprechend gehörte er keiner Glaubensgemeinschaft an, engagierte sich jedoch stark in der Freimaurerei.

Zitat:
"Jene, die grundlegende Freiheit aufgeben würden, um eine geringe vorübergehende Sicherheit zu erwerben, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit."