Ossip-K.-Flechtheim Preises 2011
Festakt zur Verleihung des Preises in Berlin.
Der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg und die Humanismus Stiftung Berlin vergeben zum fünften Mal den Ossip-K.-Flechtheim-Preis, der mit 2.500 Euro dotiert ist und alle zwei Jahre vergeben wird an Persönlichkeiten oder Projekte, die zur Förderung von Aufklärung, Toleranz und Selbstbestimmung sowie der Einhaltung der Menschenrechte in der Gesellschaft beitragen. Sieger der diesjährigen Ausschreibung ist die Stiftung ZURÜCKGEBEN. Stiftung zur Förderung Jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft.
Hilde Schramm, die Tochter des ehemaligen Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt und Reichsministers für Bewaffnung und Munition Albert Speer, gründete 1994 mit einigen Frauen die Stiftung, um jüdische Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen in Deutschland zu fördern. Das Startkapital der Stiftung bestand aus dem Erlös der Versteigerung der Bilder, die Hilde Schramm von ihrem Vater geerbt hatte und die ihrer Vermutung nach aus arisiertem jüdischen Vermögen stammten. Seither sammelt die Stiftung ZURÜCKGEBEN Gelder, um jüdische Frauen zu fördern. Bislang hat die Stiftung ca. 90 Stipendiatinnen und ihre Arbeiten unterstützt, darunter Filme und Buchprojekte sowie moderne Kunst und Medieninstallationen.
Die Jury des Ossip-K.-Flechtheim-Preises beschloss einstimmig, den Preis an die Stiftung ZURÜCKGEBEN zu vergeben. Die Arbeit der Stiftung zeige beispielhaft, „wie man mit der Vergangenheit verantwortungsvoll umgehen kann und wie sich die Frage von Schuld und Verantwortung positiv und produktiv in die Zukunft wenden lässt“, begründete die Jury ihre Entscheidung.
Stella Hindemith, Vorstandsmitglied der Stiftung ZURÜCKGEBEN, erklärte anlässlich der Entscheidung: „Wir sind hocherfreut über den Preis und erinnern uns dankbar an Ossip Flechtheim, den die älteren von uns persönlich kannten und schätzten. Es ist das erste Mal, dass die Stiftung als solche ausgezeichnet wird. Mit dem Preisgeld können wir ein weiteres Projekt fördern. Vor allem aber sehen wir in dem Preis eine Anerkennung unserer Stiftungsidee: Mit Blick auf die Vergangenheit: ‚Zurückgeben‘, mit Blick auf die Zukunft: ‚Fördern von jüdischen Frauen‘ - und in der Gegenwart: die Verbindung von beidem.“
Die Laudation hält Lea Rosh, Vorsitzende des Förderkreises Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V. Das musikalische Programm gestalten Jalda Rebling (Gesang), Miriam Kaul (Saxofon) und James Scholfield (Gitarre) sowie Galina Jarkova (Querflöte, Gesang). Die drei Künstlerinnen werden durch die Stiftung ZURÜCKGEBEN gefördert.
Anmeldungen zur Festveranstaltung bitte bis zum 20. Oktober unter Tel.: 030 61390410, Fax: 030 613904864 oder per E-Mail: info@hvd-berlin.de