Prof. Christoph von der Malsburg

Interview

„Gegenwärtige KI ist nur ein gefährliches Spielzeug in der Hand des Menschen“

Im Vorfeld seines Vortrags auf dem „Symposium Kortizes“ am Samstag in Nürnberg spricht der Neuroinformatiker Prof. Christoph von der Malsburg im Interview über die zentralen Schwächen moderner Deep-Learning-Architekturen. Er erläutert, warum Maschinen ohne Verankerung in einer realen und sozialen Umwelt keine echte Autonomie entwickeln können, welche Parallelen und Unterschiede zum menschlichen Gehirn bestehen und wie die Zukunft einer biologisch inspirierten KI aussehen könnte.

Planet der Affen, oder: Die Federal Reserve und das Ende der Welt

Das Ende der Welt stellen wir uns gemeinhin als pompöses Ereignis vor: Ob mit Feuer und Donnergrollen, ob mit Posaunen und Chorälen, ob mit Schwärmen von Atomraketen und KI-gesteuerten Killerdrohnen – es ist wahrhaftig ein Spektakulum. Was aber, wenn nicht? Was, wenn sich das Ende der Welt nicht auf blutigen Schlachtfeldern zuträgt, sondern in den staubigen Büros einer dreibuchstabigen Behörde?

Justitia

Die verwundbare Gewalt

Die unabhängige Justiz, so denkt man, ist ein Bollwerk. Ein Bollwerk gegen autoritäre Populisten, die, sollten sie an die Macht kommen, durch Gerichte in ihre Grenzen gewiesen werden. Doch andernorts wankt das Bollwerk längst. In den USA, in denen die "checks and balances" die Trump-Regierung nicht zu stoppen vermögen. Ähnlich ist es in Polen, in Ungarn, in der Türkei, in Israel und anderen Ländern. Und hier bei uns? Stehen wir auf sicherem Boden mit unserer Gewaltenteilung? Ganz und gar nicht – so ließe sich das Fazit einer aktuellen Arbeit mit dem Titel "Das Justiz-Projekt" zusammenfassen.

"Warum ist überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?"

Was kommt nach "Sterben ohne Gott"? Filmemacher Moritz Terwesten dreht jetzt den Film, den es so noch nie gab: "Der Übersehene" bringt den Philosophen Franz Josef Wetz mit Richard Dawkins, Sam Harris und den schärfsten Denkern unserer Zeit zusammen – für einen Kinofilm über die größte aller Fragen: Warum existiert überhaupt etwas und nicht nichts? 

Wo Vorbehalte gegen den Islam vorschnell als "rechtsextrem" gelten

Islamfeindlichkeit hänge vor allem mit Fremdenfeindlichkeit und Autoritarismus zusammen, weit weniger mit christlicher Religiosität. Zu diesem Befund kam eine groß angelegte Erhebung der Universität Mainz unter der Leitung des Politikwissenschaftlers Kai Arzheimer. In der Studie finden sich jedoch einige Ungereimtheiten, die legitime Ansichten leichtfertig in die Nähe von Rechtsaußen rücken.

Multiversum

Die zufällig richtigen Naturkonstanten

Der Jahreskalender 2026 der Regionalgruppe der Giordano-Bruno-Stiftung Rhein-Neckar gibt Informationen über die physikalisch grundlegenden Gegebenheiten, die unser Leben ermöglichen – die Naturkonstanten – und stellt die Frage nach Gründen und Bedingungen für die Genauigkeit ihrer Werte.

Gründungsteam der Partei FIF

Frauen in Führung

In Hamburg präsentierte sich die neue Partei "Frau in Führung" erstmals der Öffentlichkeit. Die Partei, die Frauen- und Menschenrechte in den Mittelpunkt eines "weiblichen, modernen und mutigen" Politikansatzes stellen möchte, tritt klar gegen patriarchale Strukturen sowie religiösen und rassistischen Extremismus auf. Die Parteiführung betonte zum Auftakt, dass echte Freiheit nur dort herrsche, wo Frauen frei sind.

Passauer Dom

Missbrauchsgutachten für die Diözese Passau: Die Dimension der Abgründe ist unfassbar

Vor kurzem wurde das Missbrauchsgutachten präsentiert, das ein Historiker der Universität Passau im Auftrag der Diözese erstellt hat. Bischof Stefan Oster bittet in einem Videostatement mit "großer Hilfslosigkeit" um Verzeihung. Allein die Fakten machen sprachlos: Seit 1945 wurden im Bistum von kirchlichen Amtsträgern weit über 672 Kinder und Jugendliche sexuell und körperlich missbraucht. Das Versagen der Kirche ist historisch – und moralisch verheerend.

Sitz des slowenischen Parlaments

Wie ein gut organisiertes "Nein" siegte

Eine konservativ-kirchliche Allianz nutzte Angst, Werteframing und starke Netzwerke, um ein bereits beschlossenes Gesetz zu Fall zu bringen. Obwohl die Bevölkerung 2024 in einer unverbindlichen Befragung mehrheitlich ein Sterbehilfegesetz befürwortete, scheiterte die Reform nun an einem bindenden Referendum. Verantwortlich war eine koordinierte Allianz konservativer Gruppen, die den wichtigsten gesellschaftlichen Wert der Slowenen – Fürsorge für nahestehende Menschen – gezielt politisch instrumentalisierte.

Cover

Rezension

Fremde Feinde

Verhaftet, angeklagt, hingerichtet. Der Prozess gegen Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti gilt als einer der unfairsten der amerikanischen Justizgeschichte. Die Beweislage, die den beiden italienischen Einwanderern die Schuld an einem Raubmord gab, war brüchig. Sie mussten am 23. August 1927 sterben – trotz weltweiter Proteste. Waren sie unschuldig?

Weitere Rezensionen

Termine

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Antisemitismus unter Muslimen öfter gewaltförmig

Antisemitische Vorfälle mit islamisch/islamistischem Hintergrund haben seit dem 7. Oktober 2023 deutlich zugenommen – und sind überdurchschnittlich häufig gewalttätig. Eine neue Analyse des Bundesverbands der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (kurz: RIAS) zeigt, wie eng israelbezogener Antisemitismus, islamistische Radikalisierung und die Mobilisierung durch transnationale islamistische Akteure wie Hizb ut-Tahrir miteinander verbunden sind.

Hape Kerkeling

Wie Hape Kerkeling für ein AfD-Verbotsverfahren wirbt

Nie zuvor stand der Justizausschuss des Thüringer Landtags so im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit wie bei seiner jüngsten Sitzung. Eine Ausschussanhörung in einem Landtag interessiert normalerweise nur wenige Menschen. Den Thüringer Linken gelang jedoch ein besonderer Coup, indem sie den Komiker und Entertainer Hape Kerkeling auf die Expertenliste setzten und damit bundesweite Beachtung für ein Thema erzielten, das bislang in Talkshows und Medien diskutiert und bei Demonstrationen eingefordert wird: die Einleitung eines AfD-Verbotsverfahrens.

Das Erlöschen der Sterne

Morgen spricht der Astronom Prof. Dr. Erwin de Blok live online über seine Forschung zur Frage, wie lange die Entstehung neuer Sterne im Universum anhalten kann und wann sie enden muss. Sterne werden aus den Gasreservoirs von Galaxien heraus gebildet, doch ob diese im Laufe der Zeit neu aufgefüllt werden oder das Material zur Bildung von Sternen in naher kosmischer Zukunft ausgehen wird, ist eine offene Frage. Der Vortrag findet im Rahmen des Onlineformats „Sternenklar“ statt, das vom gemeinnützigen Institut für populärwissenschaftlichen Diskurs Kortizes in Kooperation mit der Astronomischen Gesellschaft in der Metropolregion Nürnberg organisiert wird.

Vor dem Kanzleramt

Sterbehilfe, Gesetze und ein noch nicht beendeter Kampf

In diesem Jahr feiert der Humanistische Pressedienst (hpd) sein 20-jähriges Jubiläum. Die Redaktion möchte diese Zeit Revue passieren lassen und jeden Monat auf einen Artikel oder ein Thema hinweisen, der beziehungsweise das die Gesellschaft mitverändert hat. So begleitet unter anderem auch das Thema „Sterbehilfe“ den hpd seit seiner Gründung.

Verleihung 2025

„Praktisch jeder Kandidat birgt ein Schadenspotenzial“

Mit dem Satirepreis „Goldenes Brett vorm Kopf“ zeichnen die Wiener Skeptiker den „größten unwissenschaftlichen Blödsinn des Jahres“ aus. Gemeint sind laut Ausschreibung Personen, „die mit wissenschaftlich längst widerlegten Behauptungen oder absurden Verschwörungstheorien Geld, Ruhm oder Einfluss anstreben, obwohl sie es eigentlich besser wissen müssten“. Der hpd hat mit dem Mitorganisator Stefan Uttenthaler gesprochen, über skurrilen Aberglauben, gefährliche Verschwörungserzählungen und warum es wichtig bleibt, über kritisches Denken aufzuklären.

K.o.-Tropfen in Getränk

„Frank S. ist kein Einzelfall“

Heute ist der nächste Verhandlungstag gegen Frank S. vor dem Berliner Landgericht in Moabit. Er soll viele Frauen betäubt, vergewaltigt und das Ganze auf Datenträgern festgehalten sowie teilweise weiterverbreitet haben.

Schrott

In Europas Elektrogeräten verbirgt sich ein Rohstoffschatz

Rohstoffe im Wert von 65 Milliarden Euro schlummern europaweit ungenutzt in Waschmaschinen, Smartphones und anderen Elektrogeräten. Eine neue Studie der Boston Consulting Group und der Cradle to Cradle NGO zeigt: Konsequente Kreislaufwirtschaft könnte einen Großteil dieses Materialwerts zurückgewinnen – und würde Europas Herstellern angesichts neuer EU-Gesetze und wachsenden Wettbewerbsdrucks entscheidende Vorteile verschaffen.