Österreich

Asyl nur mit schwuler Kleidung

Homosexualität ist für viele Menschen in muslimischen Ländern ein Grund zur Flucht. Als Asylgrund wird sie in Europa üblicherweise anerkannt. Ein österreichischer Beamter lehnte den Asylantrag eines homosexuellen Afghanen nun jedoch ab. Die Begründung: Der junge Mann entspricht nicht den stereotypen Vorstellungen des Beamten von Homosexuellen.

Kolumne UnARTig

Das Kreuz mit der Burka

Seit Dänemark vor zwei Wochen das Verschleierungsverbot einführte, sind auch hierzulande die Stimmen wieder lauter geworden, die ein "Burkaverbot" für Deutschland fordern. Doch ist ein Verschleierungsverbot in der Öffentlichkeit wirklich erstrebenswert?

Rezension

Endstation Brexit

Ein junger Historiker – nach eigener Definition "Geschichtenerzähler" – lädt ein, ihn auf einer unterhaltsamen Reise durch die Geschichte (Groß)Britanniens zu begleiten. Von den dunklen Anfängen bis zum Brexit, den er als vorläufigen Höhepunkt einer immer unberechenbar gebliebenen Mentalität "dieses merkwürdigen Inselvolkes" wahrnimmt, wobei er zeigen will, dass es in dessen Geschichte bereits zahlreiche ähnliche Weggabelungen mit wechselhaften Beziehungen zu Europa gab und der Brexit somit auch keine allzugroße Überraschung darstellt.

"Kirchenrepublik Deutschland"

Grundlagenaufsatz zur Missachtung der weltanschaulichen Neutralität erschienen

Der blinde Fleck des deutschen Rechtssystems

In einem rechtsphilosophischen Grundlagenaufsatz kritisiert der Philosoph und Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung Michael Schmidt-Salomon die Missachtung der weltanschaulichen Neutralität des Staates und führt aus, wie die damit einhergehende "illegitime Einschränkung bürgerlicher Freiheiten" behoben werden könnte. Dabei thematisiert er u. a. die Verantwortung der Parlamentarierinnen und Parlamentarier, die sich bei Gesetzgebungsverfahren keineswegs auf ihr "religiöses Gewissen" berufen dürften. Vielmehr seien sie gerade durch die "Gewissensformel" der Verfassung dazu verpflichtet, dem Gebot der weltanschaulichen Neutralität zu folgen.

"Verfassungsbruch-Ticker" veröffentlicht

"Happy Birthday, Verfassungsbruch!"

Heute vor 99 Jahren, am 14. August 1919, trat die Weimarer Reichsverfassung in Kraft. Mit dem 99. Geburtstag des demokratischen Verfassungsstaates beginnt allerdings auch das "100. Jahr des Verfassungsbruchs", denn bis zum heutigen Tag wurde nicht umgesetzt, was die Weimarer Verfassung gefordert hatte, nämlich die Gleichbehandlung aller Religionen und Weltanschauungen sowie die Ablösung der Staatsleistungen an die Kirchen.

Rezension

Seneca. Lehrer oder Tyrann?

Wie gelingt es, 2.000 Jahre rückblickend eine überaus vielschichtige historische Persönlichkeit anhand von widersprüchlichem Quellenmaterial, das sich vielfach als erratisch und unvollständig erweist, gut zu erfassen und – soweit es überhaupt möglich ist – historisch getreu abzubilden? Der in New York lehrende "Professor for Classics", James Romm, wählte dazu den Weg, die noch vorhandenen Schriften des Lucius Annaeus Seneca (etwa 1 – 65 n. Chr.) mit zeitgenössischen und posthumen Berichten zu seiner Person zur Deckung zu bringen.

Staatskirchenleistungen

Bund der Steuerzahler mehrheitlich für Ablösung der Staatsleistungen an Kirchen

Im Juni sorgte der Bund der Steuerzahler (BdSt) Rheinland-Pfalz für Schlagzeilen, als er die Landesregierung aufforderte, mit den Kirchen endlich eine Ablöse-Regelung für die Staatskirchenleistungen auszuhandeln. Auf Nachfrage des hpd bestätigten die meisten BdSt-Vereine in anderen Bundesländern, ebenfalls für eine Ablösung der Staatskirchenleistungen einzutreten.

Peter Zudeick 2013 bei den Tutzinger Radiotagen

Gegen die Instrumentalisierung von Begriffen:

"Heimat", "Volk" und "Vaterland"

Der Journalist Peter Zudeick geht in seinem Buch "Heimat, Volk, Vaterland. Eine Kampfansage an rechts" der Geschichte der genannten drei Begriffe nach, um deren Instrumentalisierung durch die politische "Rechte" zu kritisieren. Der Autor macht dabei auf andere Traditionen aufmerksam, reflektiert aber nicht bezüglich "linker" Vereinnahmungsbemühungen genügend mögliche kontraproduktive Wirkungen.

Aberglaube

Von Elfenbeauftragten und Fahrzeugsegnungen

Als jüngst bekannt wurde, dass eine Elfenbeauftragte die Unfallgefahr auf der A2 eindämmen soll, reichten die medialen Reaktionen – zu Recht – von Irritation bis Gelächter. Doch auch im Christentum findet regelmäßig ähnlicher Zauber statt, über den die Medien jedoch ernsthaft berichten.

Das Land Hessen fördert christliche Missionierung

Das Land Hessen fordert gemeinsam mit der "Stiftung Bibel und Kultur" Schüler dazu auf, sich unter dem Hashtag und Motto "#heilig" mit der heutigen Bedeutung der Bibel auseinandersetzen. Von dem Grundsatz der Trennung von Staat und Kirche scheinen Regierung und Kultusministerium nicht viel zu halten.

Termine

Mehr aus den Rubriken

Cover

Rezension

Miteinander reden, auch wenn es weh tut

Der Psychologe und Autor Ahmad Mansour sorgt sich um die Debattenkultur in Deutschland. In seinem neuen Buch „Haltung ohne Hass“ beschreibt er, wie und warum politischer Streit eskaliert und was geschehen muss, damit Menschen wieder verschiedene Meinungen aushalten.

Demonstration in Berlin

Kommentar

Gen Z regelt: Und was kommt nach dem Protest?

Unter dem Motto „Gen Z regelt“ sind am 31. Oktober junge Menschen in zahlreichen deutschen Städten auf die Straße gegangen. Sie fordern bessere Bildung, ein bezahlbares Leben und mehr Mitsprache bei Entscheidungen über ihre Zukunft. Viele Medien berichteten jedoch vor allem über Ausschreitungen am Rande einiger Demonstrationen, kaum aber über die Forderungen der jungen Menschen.

Cover

Eine interessante journalistische Monographie

„Wie die Demokratische Partei Trump großmachte“

Welchen indirekten Anteil die Demokraten selbst an Trumps Wahlsiegen hatten, wird in Berichterstattungen und Diskussionen häufig ignoriert. Dass sie sich zugunsten des großen Geldes von den kleinen Leuten abgewandt haben, ist in einem Buch zum Thema die zentrale These: „Die Undemokraten“ von Jörg Wimalasena.

Millionen für die katholische Kirche

Katholische Kirche beteiligt sich nicht an Renovierungskosten für Bekenntnisschule

Nein, wir geben nichts

Die katholische Kirche erfreut sich an den knapp 800 katholischen Bekenntnisschulen in Nordrhein-Westfalen, werden sie doch zu 100 Prozent von der öffentlichen Hand bezahlt. Wenn aber eine verschuldete Stadt eine solche Schule für viele Millionen Euro renoviert und die Kirche um Hilfe bittet, wird diese Bitte wortreich zurückgewiesen. Das zeigt ein Fall aus dem nordrhein-westfälischen Städtchen Haan.

Janosch

Erinnerungen an Janosch

„Falsche Propheten schreiben sich mit f wie Fogel…“

Der Zeichner, Schriftsteller und Kinderbuchautor Janosch („Oh, wie schön ist Panama“) ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Die Giordano-Bruno-Stiftung erinnert an ihren ehemaligen Beirat („Herr Jott“, wie er sich manchmal nannte, verließ die Stiftung 2023 aus Altersgründen) mit dem Beitrag, den Michael Schmidt-Salomon 2021 zum 90. Geburtstag von Janosch verfasst hat.

Sparschwein

Die stille Umdeutung des Unterhaltsvorschusses

Politische Debatten verraten oft mehr durch ihre Begriffe als durch die konkreten Maßnahmen, über die gestritten wird. Das gilt auch für die aktuelle Diskussion um den Unterhaltsvorschuss. Nachdem Bundesfamilienministerin Karin Prien ihren ursprünglichen Vorschlag, den Unterhaltsvorschuss für 16- und 17-Jährige zu streichen, teilweise zurückgenommen hat, wird nun über eine Einkommensgrenze für Alleinerziehende diskutiert.

Säkularer Stand beim Tag der Deutschen Einheit

„Bremen hat uns mit offenen Armen empfangen”

Drei Tage, zwei Zelte auf der Einheitsmeile und ein Publikum, das zugewandt stehen blieb: Der Zentralrat der Konfessionsfreien blickt auf ein Bürgerfest zurück, das einen riesigen Zuspruch brachte. Mit Lesungen, Präsentationen und Diskussionen am Informationsstand stellte er in direkter Nachbarschaft mit dem AK Polis säkulare Politik und die Aufklärung über die Gefahren des Politischen Islam zur öffentlichen Debatte. Auch der hpd präsentierte sich am Stand.

Bundesadler im Bundesverfassungsgericht

75 Jahre Bundesverfassungsgericht

Erfolgreich, aber mit getrübter Bilanz

Das Bundesverfassungsgericht ist in Deutschland zu einer Institution geworden, die hohes Ansehen genießt. Ihm sind wegweisende Entscheidungen zu verdanken. Darüber sollte allerdings nicht übersehen werden, dass gleichfalls kritische Rückfragen geboten sind. Anlass zur Kritik bieten nicht nur die Entscheidungen, die das Karlsruher Gericht zu den Vorrechten der Kirchen getroffen hat.

Marburg

Ein Humanistenpreis an Islamisten?

Die geplante Verleihung des „Marburger Leuchtfeuers 2026“ an Bilal Farouk El-Zayat sorgt für Kontroversen. Im Zentrum der Debatte stehen seine dokumentierten Verbindungen zu islamistischen Milieus und der Umgang der Humanistischen Union Marburg mit der Kritik an ihrer Preisträgerwahl.

historischer Marktplatz

Der Einfluss der abrahamitischen Religionen auf das Wirtschaftswachstum

„Warum sind manche Länder reich und andere arm?“ – Das war die Ausgangsfrage, die sich drei Ökonomen gestellt haben. Zur Beantwortung der Frage wählten sie jedoch einen für die Ökonomie unüblichen Ansatz, denn sie interessierten sich dezidiert für den Einfluss der Religion auf die historische Entwicklung des Wirtschaftswachstums. Sie kamen zum Ergebnis, dass Religion das Wachstum sowohl positiv als auch negativ beeinflussen kann.

El-Zayat wiegelt ab

Der hpd hatte über die geplante Verleihung der Auszeichnung „Marburger Leuchtfeuer" berichtet. Es ging vor allem um die Verbindungen des Preisträgers Bilal Farouk El-Zayat zu islamistischen Milieus, über die bereits 2018 berichtet worden war.