Studie des Pew Research Center

USA: Vertrauen in den Papst massiv gesunken

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Papst Franziskus
Papst Franziskus

Die aktuelle Ausweitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche hat auch Auswirkungen auf die Beliebtheitswerte von Papst Franziskus. Dies belegt eine aktuelle Umfrage des US-amerikanischen Pew Research Center in den USA.

Eine aktuelle Umfrage des US-amerikanischen Pew Research Center unter 1.754 Erwachsenen US-Amerikanern, darunter 366 katholischen Personen, zeigt, wie unzufrieden die Menschen in den USA damit sind, wie der Papst mit den aufgedeckten Fällen sexuellen Missbrauchs durch Amtsinhaber und Angestellte der katholischen Kirche umgeht. In den USA war erst im August eine Missbrauchsserie unfassbaren Ausmaßes aufgedeckt worden.

Die telefonische Befragung richtete sich an katholische sowie nicht-katholische Menschen über 18. Diese sollten die Arbeit des aktuellen Papstes beurteilen. Abgefragt wurde die Bewertung seiner generellen Arbeit, seiner Tätigkeiten bezüglich der Missbrauchs-Skandale, der Auswahl neuer Bischöfe und Kardinäle, der Verbreitung des katholischen Glaubens und seines Einstehens für traditionelle Werte. Da das Pew Research Center seit 1987 regelmäßig in Umfragen die Päpste bewerten lässt, ist ein Vergleich mit früheren Umfragewerten zu Franziskus, sowie ein Abgleich mit den Werten seiner Amtsvorgänger möglich.

Die Auswertung der aktuellen Daten zeigt, dass Papst Franziskus sowohl bei katholischen als auch nicht katholischen Menschen die niedrigsten Werte seit Beginn seiner Amtszeit im Jahre 2013 erreicht. In den letzten fünf Jahren hatte das Pew-Forschungszentrum neun Befragungen durchgeführt. Bereits die beiden letzten Befragungen vom Januar und September 2018 weisen erhebliche Unterschiede auf. Während im Januar noch 84 % der Katholik*innen die Arbeit des Papstes postiv bewerteten, waren es im September nur noch 72 %. Dies ist vor allem dem Umgang mit den Fällen sexuellen Missbrauchs durch katholische Amtsträger geschuldet. Weltweit sind Menschen verärgert darüber, dass die Kirche keine Transparenz schafft, Verbrecher in den eigenen Reihen selbst bestrafen möchte, statt sie der Justiz zu übergeben, und noch immer keine überzeugenden Strategien aufweisen kann, um zukünftige Übergriffe und Vergewaltigungen zu verhindern.

Ein Vergleich der Befragungen von 2014 und 2018 belegt, dass der Verlust der Glaubwürdigkeit bei der Aufarbeitung des Missbrauchs auch Auswirkungen auf andere Felder hat. So hatten Kaholik*innen im Januar 2018 noch zu 58 % erklärt, Franziskus leiste gute Arbeit bei der Ernennung von Bischöfen und Kardinalen, im September waren es nur noch 43 %. Ähnlich sieht es auch bei der "Verbreitung des katholischen Glaubens" und dem "Einstehen für traditionelle Werte" aus (jeweils abgesunken von 81 % auf 55 %). Auch bei Protestant*innen zeigt sich der Verlust an Wertschätzung für Papst Franzsiskus. Im Januar sahen ihn noch 67 % positiv, im September nur noch 48 %.

Auch im Vergleich mit seinen Vorgängern kann der aktuelle Papst nicht mehr punkten. Während Papst Johannes Paul II. in den USA noch hohes Ansehen genoss, konnte Papst Benedikt XVI. von Anfang an nicht mithalten. Der zunächst hochgelobte und vermeintlich fortschrittliche Papst Franziskus startete seine Karriere mit Vorschusslorbeeren, konnte den Erwartungen jedoch offenbar nicht gerecht werden. Seine Umfragewerte liegen derzeit noch unter denen von Benedikt.