Er war die Inkarnation des politisch engagierten Künstlers

André Malraux

* 3. November 1901 in Paris; Δ 23. November 1976 in Créteil;
französischer Schriftsteller, Abenteurer und Politiker.

Malraux hatte viele öffentliche Betätigungsfelder. Sie reichten vom intellektuellen Abenteurer und engagierten antikolonialistischen Revolutionär über die Résistance bis in gehobene Regierungsstellen in der Republik von de Gaulle. Er wurde einerseits als politisch tätiger und engagierter Künstler geachtet und verehrt, sowie andererseits als bedeutender Schriftsteller seiner Zeit. In seinen Werken verband er geschickt die spannungsgeladene Handlung mit politischer Auseinandersetzung und philosophischen Fragestellungen.

Er wurde als Sohn einer Beamtenfamilie in Paris geboren. Ab 1920 publizierte er mehrere Artikel über moderne Literatur und Kunst, dann studierte er Archäologie, Sanskrit und Chinesisch. 1923 nahm er an einer archäologischen Expedition nach Südostasien teil. Dort wurde er erstmals mit den Problemen des Kolonialismus konfrontiert und sein Interesse an sozialistischen Ideen erwachte. Danach lebte er einige Jahre in Saigon, wo er sich journalistisch gegen das französische Kolonialregime engagierte. Über seine angebliche Teilnahme am chinesischen Bürgerkrieg gibt es keine Klarheit, sie ist aber wenig wahrscheinlich.

Zurück in Frankreich begann er 1926 mit seinen ersten schriftstellerischen Arbeiten. Malraux war beeinflusst von Dostojewski, Nietzsche und Spengler. In den folgenden Jahren veröffentlichte er vier große Romane, die seinen Ruf als Frühexistentialist begründeten. Die Helden seiner Romane sind Beispiele der Würde menschlicher Existenz und Beweis der Freiheit des Menschen. Seine Romane gestalten die schrankenlose Selbstverwirklichung des Menschen unter extremen Umständen.

Durch seine jüdische Frau Clara sensibilisiert, begann Malraux sich aktiv gegen den Faschismus einzusetzen und engagierte sich 1933 in der kommunistischen Bewegung. 1934 setzte er sich für die Freilassung von Georgi Dimitrow und Ernst Thälmann ein. Im gleichen Jahr nahm er am ersten Sowjetischen Schriftstellerkongress in Moskau teil. Im Spanischen Bürgerkrieg wurde er auf republikanischer Seite Kommandeur einer Fliegereinheit, obwohl er kein Pilot ist.

Der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt führte zu seinem Bruch mit dem Kommunismus. Er war immer mehr der Abenteurer, der vor allem seinem eigenen Leben einen Sinn geben wollte.

Im 2. Weltkrieg meldete er sich als Freiwilliger, geriet in deutsche Gefangenschaft, konnte aber fliehen. Nach längerem Zögern schloss er sich schließlich im März 1944 der französischen Widerstandsbewegung an. Er wurde Anhänger von General de Gaulle. Als Links-Gaullist war er von 1947 bis 1953 Leiter des Pressedienstes der Bewegung de Gaulles, widmete sich aber überwiegend bis 1958 der Schriftstellerei.

De Gaulles Rückkehr in die Politik im Jahr 1958 veränderte Malraux' Leben radikal. Er wurde zum Informationsminister ernannt und ein Jahr später zum Staatsminister für kulturelle Angelegenheiten. In den 10 Jahren als Verantwortlicher für die Kulturpolitik förderte er die moderne Kunst und deren Popularisierung und setzte sich für die Bewahrung alter Kulturobjekte ein.

 

Zitat:
„In Bezug auf die absurden Mythen von Gott und der unsterblichen Seele ist der modernen Welt in ihrer weitgehenden Ohnmacht leider nichts Besseres eingefallen als dem die lächerlichen Mythen von Wissenschaft und Fortschritt entgegenzusetzen.”

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