Diarmaid MacCullochs Buch „Niedriger als die Engel“ ist eine umfassende Kultur- und Kirchengeschichte, die den Wandel christlicher Vorstellungen von Sexualität über zwei Jahrtausende nachzeichnet.
Richard Herzinger war ein bekannter antitotalitärer und liberaler Publizist. An sein publizistisches Engagement erinnert jetzt ein Essay-Sammelband: „Letztes Wort: Freiheit. Essays 1992−2025“
Zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der USA legt der Historiker Philipp Gassert mit “Die Bipolare Nation – Was Amerika der Welt gegeben hat. Im Guten wie im Schlechten” eine zugespitzte Bilanz der amerikanischen Geschichte vor.
Die Auseinandersetzung mit einem islamkritischen Werk aus dem Jungeuropa Verlag eröffnet nicht nur einen Einblick in die Debatten der Neuen Rechten, sondern schärft auch die Konturen einer säkular-humanistischen Gegenposition. Dabei zeigt sich, wo seine Kritik am Islamismus berechtigt ist und warum seine Verallgemeinerungen über Muslime und den Islam dennoch nicht überzeugen.
Luzia Geier, freie Journalistin in New York, legt mit "Zohran Mamdani. Our Time Is Now" eine erste deutschsprachige Monographie über den dortigen Bürgermeister vor. Auch wenn die Autorin häufig zu apologetischen Darstellungen neigt, liefert sie in ihrem etwas unsystematischen Buch wichtige Informationen zu dessen Positionen und Wahlkampf.
Ein neues Buch zeigt die Metamorphose des SS-Hauptsturmführers Hans Ernst Schneider, der als Hans Schwerte zum Uni-Rektor und Vorzeigedemokraten konvertierte. Es schildert, wie Karrieren belasteter Nationalsozialisten in der Bundesrepublik verlaufen konnten.
Volker Weiß zeigt in "Katechon", wie ein rätselhafter Begriff aus dem Neuen Testament zur politischen Metapher der Gegenwart wurde. Von Carl Schmitt über Peter Thiel bis Alexander Dugin verfolgt er die Sehnsucht nach einem "Aufhalter", der Ordnung gegen Verfall verteidigen soll. So entsteht das Bild einer autoritären Endzeitpolitik zwischen politischer Theologie, Tech-Messianismus und rechter Ideologie.
Der christliche Nationalismus stellt eine ernsthafte Gefahr für demokratische Strukturen dar, vor allem in den Vereinigten Staaten. Der Journalist Arnd Henze beschreibt in seinem Buch, wie Religion dort zunehmend als politisches Machtinstrument missbraucht wird.
Sebastian Elsässer, Islamwissenschaftler an der Kieler Uni, legt mit "Die 'Schule' Hasan al-Bannas" eine Studie vor, welche die ideologische, organisatorische und strategische Entwicklung der Muslimbruderschaft untersucht. Der Autor geht häufig sehr informativ in die Details, hätte aber auch noch einige Kommentare zur politischen Einordnung liefern können.
Eine Demokratie dürfe nicht werterelativistisch sein, sondern müsse sich auch gegen ihre Gegner verteidigen. Diese Auffassung vertrat bereits in den 1940er Jahren Karl Mannheim, der damals im Exil lebende deutsche Soziologe. Seine Ausführungen dazu sind jetzt als kurzes Buch "Militante Demokratie. Reden zur Re-Education" erstmals in deutscher Sprache erschienen. Die Betrachtungen sind (leider) auch für die Gegenwart relevant.