Sie kämpft auch für die Säkularisierung Israels

Shulamit Aloni

* 29. November 1928 in Tel Aviv;
israelische Rechtsanwältin, Schriftstellerin, Politikerin, Friedens- und Menschenrechtsaktivistin. Die Sozialistin und bekennende Atheistin kämpft auch für die Säkularisierung des israelischen Staates.

Aloni wuchs mit sozialistisch-zionistischem Hintergrund auf und trat früh der jüdischen Selbstschutzorganisation Hagana bei. Nach der Staatsgründung Israels kämpfte sie im Unabhängigkeitskrieg. Anschließend engagierte sie sich für benachteiligte Kinder und war als Lehrerin tätig. Nebenbei studierte sie Jura und Wirtschaft, um Rechtsanwältin zu werden. Sie wurde 1959 Mitglied der Arbeitspartei und sechs Jahre später in die Knesseth gewählt. Nach Auseinandersetzungen mit der Parteiführung verließ sie 1973 die Arbeitspartei und gründete die Partei für Bürgerrechte "RaZ" aus der 1991 die linkssozialistische „Meretz" hervorging, die bei den Wahlen von 1992 zwölf Mandate erreichen konnte. Sie wurde im Kabinett von Rabin Erziehungsministerin. Sie geriet schnell in die Schlagzeilen, weil sie sich energisch für einen Dialog mit den Palästinensern einsetzte und die Rückgabe von Israel besetzter Gebiete forderte.

Auf noch größeren Widerstand stieß ihr Versuch, die Bildungspolitik des Landes zu reformieren. Unter anderem wollte sie den Bildungsetat gerechter verteilen und die deutliche Bevorzugung der religiösen Schulen vor den säkularen abschaffen. Nach nur einem Jahr wurde sie auf Druck der ebenfalls an der Koalitionsregierung beteiligten religiösen Parteien von diesem Amt zum Rücktritt gezwungen. Als Ministerin für Kommunikation, Wissenschaft und Kultur blieb sie aber weiter in der Regierung. Nach dem Sieg des rechten Likud-Blocks im Jahr 1996 zog sie sich aus der Partei-Politik zurück. Seitdem setzt sie sich für einen gerechten Frieden mit den Palästinensern ein, für die Wahrung der Menschenrechte insbesondere in den besetzten Gebieten, für Frauenrechte und säkulare Interessen, wie die Einführung der Zivilehe.

Sie schreibt Bücher und Kolumnen in Zeitungen und erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen von akademischen Institutionen in Israel und auf der ganzen Welt.

Zitat:
„Die Verbundenheit eines Bürgers zum Staat gründet sich auf seine Staatsbürgerschaft und nicht auf seine Religion."