Eine unheilvolle Periode beginnt

Die Hexenbulle

Auf Betreiben von Heinrich Institoris, des selbst ernannten Hexenjägers, der vier Jahre später das unheilvolle Buch Der Hexenhammer  verfasste, unterzeichnet Papst Innozenz VIII. die Hexenbulle.

 

Damit bestätigte er offiziell die Existenz der Hexerei und verwarf eine bisher gültige kirchliche Lehrmeinung. Nunmehr begann die Periode der Hexenverfolgungen in Mitteleuropa, die bis Mitte des 18. Jahrhunderts andauerte. Zudem setzte sich nunmehr jeder, der die Existenz von Hexen anzweifelte, der Gefahr aus, als Ketzer angeklagt zu werden.

Die Verfolgung von zu Hexen erklärten Frauen und Männern forderte in ganz Europa nach neueren Forschungen und umfangreichen Auswertungen der Gerichtsakten etwa 40.000 bis 60.000 Todesopfer, davon ca. 25.000 auf dem Boden des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. 80 % der Opfer waren Frauen. Dazu kam eine hohe Zahl weiterer zu Konfiskation und Haft Verurteilter. Insgesamt soll etwa drei Millionen Menschen der Prozess gemacht worden sein, etwa jeder Fünfzigste wurde hingerichtet.

Die Hexenverfolgungen blieben nicht auf den katholischen Einflussbereich beschränkt. Die Verfolgung von Hexen wurde auch von den lutherischen, reformierten, anglikanischen und puritanischen Kirchen betrieben. Martin Luther bejahte ebenfalls die Existenz von Hexen und die Notwendigkeit, sie zu verfolgen. Die letzte überlieferte Hinrichtung einer Hexe in Mitteleuropa fand 1793 im Großherzogtum Posen statt.

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