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Esther Vilar / Foto: Evelin Frerk

14. 10.

Der betörende Glanz der Dummheit

Lesung mit Esther Vilar zur GegenBuchMasse in Frankfurt

"Dummheit" müsse im Zeitalter des Computers anders definiert werden als in den Jahrzehnten zuvor, so Esther Vilar. Angesichts der Leistungsfähigkeit der elektronischen Rechenmaschinen spricht sie sich dafür aus, Intelligenz als Zusammenspiel von Phantasie und Sensibilität zu verstehen. Dummheit zeichnet sich dann nicht durch mangelnde Rechengewandtheit oder Auffassungsgabe aus, sondern durch fehlende Kreativität, Humorlosigkeit, Gefühlskälte und Rücksichtslosigkeit.

Doch obwohl sich niemand mit derlei Eigenschaften schmücken würde, erscheint diese Art von "Dummheit" geradezu Voraussetzung für gesellschaftlichen Aufstieg. Ihr Glanz betört. Und sie findet sich nicht nur bei den Herrschenden...

Esther Vilars brillantes Psychogramm der bürgerlichen Gesellschaft analysiert mit provozierender Schärfe die Vorherrschaft von Mittelmaß und Selbstbezogenheit.

Dank freundlicher Unterstützung der Giordano Bruno Stiftung können wir die deutsch-argentinische Autorin nach Frankfurt einladen.

Die Neuauflage ihres Buches erscheint bei Alibri.