Termine

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Der Humanistische Pressedienst übernimmt die Meldungen von den jeweiligen Veranstaltern/Verbänden. Die Verantwortlichkeit für die Richtigkeit der Angaben und die Durchführung der Veranstaltung verbleibt daher ausschließlich bei den Veranstaltern/den Verbänden.

Bodenstedt-Haus

11. 09.

Tag des Offenen Denkmals

Die Freireligiöse Gemeinde lädt ein zu Informationen und Ausstellung in Wiesbaden,

Einladung anlässlich des Tag des Offenen Denkmals in Wiesbaden mit vielfältigem Veranstaltungsangebot im Gemeindesaal und einer Plakatausstellung zur Geschichte der Freireligiösen Gemeinde Wiesbaden.

Um 12 Uhr referiert Gemeindevorsteher Dr. Holger Behr über das Thema: „Deutscher Vormärz und Hambacher Fest“.

Um 15 Uhr referiert Jochen Enders, M.A. über das Thema: „Aufstand gegen Kirchen und Staat - Deutschkatholiken/Freireligiöse Wiesbadens und ihr Kampf für die Menschenrechte im 19. Jahrhundert.“

Zur Präsentation der von den Nationalsozialisten beschlagnahmten Bücher: Erstmals seit mehr als 75 Jahren sind in Wiesbaden wieder einige der von den Nationalsozialisten beschlagnahmten Bücher aus der Bibliothek der 1934 verbotenen Freireligiösen Gemeinde Wiesbaden zu sehen. Es handelt sich hierbei ausschließlich um Bücher, die in der Universitätsbibliothek Marburg aufgefunden wurden und von denen bereits 2006 / 2007 eine Auswahl in der Marburger Ausstellung 'Displaced Books' präsentiert wurde. Darunter befinden sich äußerst seltene Schriften wie die bibelkritische Studie von Karl Brandt („Die Bibel“) aus dem Jahre 1908.

Zur Plakatausstellung: Präsentiert wird die Geschichte der Freireligiösen Gemeinde Wiesbaden, die sich 1845 als deutsch-katholische Gemeinde gegründet hat und zu den ältesten Freireligiösen Gemeinden Deutschlands zählt. Im Laufe ihrer mehr als 160-jährigen Geschichte setzte sich die Wiesbadener Gemeinde entschieden für die Trennung von Staat und Kirche ein, engagierte sich für die Abschaffung des § 166 StGB (sogenannter Gotteslästerungsparagraph) sowie für die Ausbreitung des Toleranzgedankens. 

Eine Zäsur in der Gemeindegeschichte bildete das Verbot der Gemeinde und die Beschlagnahmung ihres Eigentums im Jahre 1934. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist die Gemeinde Eigentümer des Bodenstedt – Hauses. Dieses wurde 1881 / 82 durch den Architekten Georg Fürstchen (auch bekannt als Architekt der Villa Clementine) für den Dekorationsmaler Johann Peter Schlier errichtet. Friedrich von Bodenstedt (1819-1892), der Dichter (u.a. „Die Lieder des Mirza-Schaffy“) und Übersetzer (u.a. von Puschkin) verbrachte hier seine letzten Lebensjahre und verstarb in diesem Haus.