Dichter der "Liebe und Freiheit", Freireligiöser

Waldeck Manasse

4. März 1864 in Lübben; Δ 13. Mai 1923 in Berlin;
Kaufmann, Schriftsteller und sozialdemokratische Kommunalpolitiker; er gehörte 1905 zu den Gründungsmitgliedern des „Vereins für Freidenker zur Ausführung der Feuerbestattung" aus dem der Deutsche Freidenkerverband hervorging.

Manasse stammt aus einer bürgerlichen Familie. Nach einigen Semestern Universitätsstudium wurde er Kaufmann. Nach seinem Austritt aus der jüdischen Gemeinde kam Manasse über die Berliner Freireligiöse Gemeinde zur Sozialdemokratie. Er begann zu schreiben und war damit recht erfolgreich. 1888 erschien seine Gedichtsammlung „Liebe und Freiheit" bereits in der dritten Auflage. Auch in seinem literarischen Werk engagierte er sich für Freiheit und soziale Gerechtigkeit.

Er war Mitglied des Verwaltungsrates der Schiller-Stiftung, zu deren Aufgaben es gehörte, den schriftstellerischen Nachwuchs zu unterstützen. 1887 wurde er zum Sprecher der Berliner freireligiösen Gemeinde gewählt. Dort wirkte er über 30 Jahre und engagierte sich für die Zulassung der Feuerbestattung in Preußen.

1906 zog er in die Berliner Stadtverordnetenversammlung ein, der er bis 1920 angehörte. Danach wirkte er im preußischen Landtag. Herausragende Arbeit leistete Manasse in der Sozialpolitik, u. a. bei der Reform der „Armenkommissionen", auch bildungs- und kulturpolitisch war er engagiert. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde.