Bedeutendster Kirchenkritiker unserer Zeit in Deutschland

Karlheinz Deschner

* 23. Mai 1924 in Bamberg; Δ 8. April 2014 in Haßfurt
Schriftsteller, Religions- und Kirchenkritiker.

Durch sein sehr umfangreiches Werk ist er zum bedeutendsten Kirchenkritiker unserer Zeit geworden. Sein Hauptwerk ist die auf 10 Bände angelegte "Kriminalgeschichte des Christentums", von denen jetzt alle Bände erschienen sind.

Er besuchte das Gymnasium in Bamberg. Nach dem Abitur im März 1942 meldete sich die gesamte Klasse als Kriegsfreiwillige. Später wurde er überzeugter Pazifist. Deschner studierte nach dem Krieg zunächst in Bamberg, ab 1947 an der Universität Würzburg Literaturwissenschaft, Philosophie und Geschichte und schloss 1951 mit einer Dissertation zum Dr. Phil ab.

Deschner betrieb Anfang der 1950er Jahre intensive literarische Studien. Die Philosophen Nietzsche, Kant und Schopenhauer prägten sein Denken. Auch befasste er sich mit Religion, weil er feststellte, dass man auch ohne Religion sein Leben gut meistern kann, wenn man es erst einmal geschafft hat, sich von der Einseitigkeit des eingetrichterten Weltbildes zu befreien und eine unabhängigere Sicht zu gewinnen, von der aus andere Weltanschauungen unvoreingenommen geprüft werden können. 1956 erschien sein erster Roman, weitere Bücher folgten. Sein erstes Werk über die Kirchengeschichte "Abermals krähte der Hahn" erschien 1962. Damit hatte er sein Thema gefunden. In der Folge forschte und veröffentlichte er bis heute vor allem zu diesem Thema, in den späteren Jahren auch mit Hilfe privater Sponsoren; lässt sich doch auf Kirchenkritik keine akademische Karriere aufbauen.

Erst seit den späten 80er Jahren wurde Deschner zunehmend öffentliche Anerkennung zuteil, die sich auch in Preisen und Auszeichnungen ausdrückte (u. a. Arno-Schmidt-Preis, Alternativer Büchnerpreis, International Humanist Award, Wolfram-von-Eschenbach-Preis, Premio letterario Giordano Bruno/Milano).

Zu seinem 80. Geburtstag gab die Giordano Bruno Stiftung die Schaffung eines nach ihm benannten Preises bekannt, womit Personen oder Organisationen ausgezeichnet werden sollen, "die in besonderem Maße zur Stärkung des säkularen, wissenschaftlichen und humanistischen Denkens und Handelns beitragen".

Zitat:
"Vieles bewundere ich zwischen Himmel und Erde; doch nichts bewundere ich weniger als die Wunder der Religionen."