Defizite im Tierschutz

Anlässlich des Welttierschutztages wollen der Verein "Menschen für Tierrechte", der Deutsche Tierschutzbund und auch die Verbraucherzentralen mit einer bundesweiten Aufklärungsaktionen den Tieren eine Stimme geben.

Obwohl in Deutschland der Tierschutz seit zehn Jahren im Grundgesetz verankert ist, habe sich die Situation seither lediglich marginal verbessert, kritisieren die Tierschutzorganisationen. Hühner, Schweine und Rinder können in Deutschland nach wie vor auf engstem Raum gehalten werden.

Bei den Hühnern z.B. wolle Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner die Käfighaltung für weitere als 20 Jahre zulassen. Besonders kritisch in diesem Zusammenhang: Die Verbraucher werden nicht einmal darüber informiert, ob die Eier, die sie in Fertigprodukten verzehren, aus Käfig-, Boden- oder Freilandhaltung stammen.

Damit werde der Verbraucher im Grunde getäuscht, kritisiert Thomas Schröder vom Deutschen Tierschutzbund. Schröder fordert eine klare Kennzeichnung der Produkte, damit Verbraucher die Chance haben, entsprechend ihrem Gewissen einzukaufen. Auf diese Weise könnten die Verbraucher selbst eine Marktregulierung herbeiführen, ohne dass sie auf ein Verbot von politischer Seite warten müssten.

Neben mehr Engagement von politischer Seite und besserer Aufklärung fordern Tierschschützer vor allem ein Verbandsklagerecht gegen Tierquälerei. Bislang nämlich können nach dem Tierschutzgesetz nur Einzelpersonen gegen Verstöße klagen, die allerdings oft die Kosten wie auch langwierige juristische Auseinandersetzungen scheuen. Ein solches Verbandsklagerecht für Tierschutzorganisationen würde dem Tierschutz in Deutschland dagegen viel größeres Gewicht vor den Gerichten geben.