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24. 06.

"Cyankali"

Filmvorführung anlässlich 150 Jahre Kriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs - Veranstaltung in Berlin

Am 15. Mai 1871 wurden die Bestimmungen zum Schwangerschaftsabbruch im ersten Reichsstrafgesetzbuch verabschiedet. Auch heute, 150 Jahre später, sind Schwangerschaftsabbrüche nach § 218 StGB eine Straftat. Die Regelung im Strafgesetzbuch entmündigt Betroffene und verweigert ihnen eine würdevolle, selbstbestimmte Entscheidung. Außerdem haben 150 Jahre Kriminalisierung ein gesellschaftliches Tabu rund um den Schwangerschaftsabbruch geschaffen. Anlässlich dieses "Jubiläums" greift der Geschichtssalon im Beginenhof das historische, aber immer noch brandaktuelle Thema auf und zeigt das Abtreibungsdrama "Cyankali" aus dem Jahr 1930.

Im Mittelpunkt steht die junge Hete, die von ihrem Freund Paul schwanger wird. Als Paul seinen Job verliert, ist Hete verzweifelt und entscheidet sich für eine Abtreibung. Sie sucht Rat und Hilfe bei ihrem Frauenarzt, der ihr nicht helfen kann und will, weil ihm die Hände durch den § 218 gebunden sind. Hetes Weg führte nach einem Selbstversuch zu einer Engelmacherin, die ihr zur Behandlung Cyankali-Tropfen mitgibt.

1929 hatte das Theaterstück "Cyankali" des Arztes und Kommunisten Friedrich Wolf Premiere. Statt der Strafverfolgung bei Schwangerschaftsabbruch forderte er eine humane Gesetzgebung und trat für das Selbstbestimmungsrecht der Frauen ein. 1930 folgte die Filmversion von Hans Tintner, mehrfach verboten und schließlich von der Zensur freigegeben. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten verschwand der Film aus den Kinos. (Quelle: absolutmedien.de/film/3010/Cyankali).

Die Historikerin und Mitbegründerin des Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung Gisela Notz wird in den Film einführen und die anschließende Diskussion moderieren.

Da die TeilnehmerInnenzahl beschränkt ist und um die Corona-Regeln einzuhalten, ist eine Anmeldung erforderlich unter gisela.notz@t-online.de, Klingel: Erkelenzdamm 51, Gemeinschaftsraum