Die Geister, die er rief, waren dann auch sein Tod

Georges Jacques Danton

* 26. Oktober 1759 Arcis-sur-Aube; Δ 5. April 1794 Paris, hingerichtet;
einer der führenden Köpfe der französischen Revolution. Er war einerseits Volkstribun, andererseits ein eher pragmatischer Politiker, der kein stringentes theoretisches Konzept hatte, was ihn letztlich in Gegensatz zum eher ideologisch geprägten Robespierre brachte. Danton war Atheist.

 

Danton wurde in einer kleinbürgerlichen Familie geboren. Er studierte bei den Oratorianern und wurde Schreiber und Advokat beim Prokurator von Paris. Ab 1785 war er Rechtsanwalt im Conseil du Roi. Durch seine ungeheure Redegewandtheit und Energie vermochte er die Massen mitzureißen und zu begeistern. Er war einer der führenden Köpfe der als Cordeliers bezeichneten radikalen Demokraten in den Reihen der Jakobiner.
Nach der Flucht des Königs aus Paris forderte Danton den Sturz von Ludwig XVI. und die Einführung der Republik. Er hatte entscheidenden Anteil daran, dass die Tuilerien gestürmt wurden und die königliche Familie am 10. August 1792 verhaftet werden konnte. Er wurde zur Triebkraft der Revolution.
Den Höhepunkt seiner Karriere erreichte er, als er den Posten als Justizminister übernahm. Kirche und Geistlichkeit, die er als konterrevolutionär betrachtete, bekämpfte er unerbittlich. Durch radikale Stellungnahmen heizte er vor den Septembermorden die Stimmung an. Mit der Einführung des Revolutionstribunals und des „Wohlfahrtsausschusses” im März 1793 schuf er Gremien, die dann eine Terrorherrschaft ermöglichten, die er so nicht gewollt hatte. Er erkannte, dass sich der Terror zu verselbständigen begann. So versuchte er im Konvent, das Leben der Königin zu retten und widersetzte sich ab November 1793 der Terrorpolitik. Innenpolitisch trat Danton für eine Annäherung mit den Girondisten ein, um die Einheit Frankreichs zu sichern. Auch in der Außenpolitik orientierte er auf einen Ausgleich und lehnte die Fortführung der Kriegspolitik ab. Die Gegensätze zu Robespierre wurden immer deutlicher. Während Danton, der für einen ausschweifenden Lebenswandel bekannt war, die Guillotine abschaffen wollte, kämpfte Robespierre für die radikale Durchsetzung der prinzipientreuen Ideologie. Am Ende der Revolution erkannte Danton die Ungerechtigkeit der neuen Schreckensherrschaft der Jakobiner und versuchte Kompromisse zu schließen, auf die sich Robespierre nicht einlassen wollte. Im Kampf um die Meinungshoheit und die universal gültige Auslegung von Wahrheit und Recht, die beide für sich beanspruchten, stürzte ihn Robespierre. Dem Rat ins Ausland zu flüchten, entgegnete er mit den berühmten Worten: „Nimmt man denn das Vaterland an den Schuhsohlen mit?”
Am 31. März 1794 wurde Danton verhaftet, nach kurzem Prozess durch den Wohlfahrtsausschuss als vermeintlicher Revolutionsgegner verurteilt und am 5. April mit 13 seiner Anhänger guillotiniert.

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