"Vernunft ist die Herrin und Königin aller Dinge."

Marcus Tullius Cicero

* 3. Januar 106 v. d. Z. Arpinum, Δ 7. Dezember 43 v. d. Z. bei Formiae;
römischer Staatsmann, Schriftsteller, Philosoph und glänzender Redner.

In seinen politischen Schriften vertrat er republikanische Ansichten. Er zeigte sich stets um das Wohl des Staates besorgt, dessen Regierung sich aus gebildeten, intelligenten und patriotischen Männern zusammensetzen sollte, die das Staatswohl über ihre eigenen Interessen stellen.

Mit seinen literarischen und philosophischen Arbeiten machte er sich als herausragender Dichter klassischer römischer Kunstprosa bekannt. Er vertrat in seinen Schriften ein hohes Maß an menschlicher Toleranz. Populär wurde er auch durch seine rhetorisch meisterhaften Reden.

Cicero stammte aus einer nicht-adeligen aber vermögenden Familie, was ihm eine gute Ausbildung ermöglichte. Er studierte Recht, Rhetorik, Literatur und Philosophie in Rom. Nach seinem Militärdienst setzte er seine Studien in Griechenland und Kleinasien fort. 77 v. d. Z. kehrte er nach Rom zurück und begann seine Karriere als Politiker und Rechtsanwalt. Er bekleidet diverse politische Ämter, zeichnete sich durch seine Unbestechlichkeit und Redlichkeit aus und wurde schließlich 63 v. d. Z. zum Konsul gewählt. Da zu jener Zeit politische Differenzen häufig gewaltsam ausgetragen wurden, wurde er mehrfach verbannt und wieder begnadigt. Als Vertreter republikanischer Ideen war er ein Gegner Cäsars, aber nicht an der Verschwörung zu dessen Ermordung beteiligt. Nach Cäsars Tod wurde er zum Wortführer der republikanischen Minderheit im Senat und versuchte zu verhindern, dass Cäsars Mitkonsul Marcus Antonius nunmehr die Alleinherrschaft antrat. Nach dessen Bündnis mit Octavian geriet Cicero erneut ins politische Abseits. Er wurde zum Staatsfeind erklärt und von Schergen des Marcus Antonius ermordet.

Cicero war in religiösen Dingen ein Zweifler, verband sein persönliches Freidenkertum aber mit Pragmatismus. Er akzeptierte die religiöse Überzeugung des Volkes und hielt sie auch aus staatspolitischen Gründen für nützlich.

Zitat:
„Vernunft ist die Herrin und Königin aller Dinge.”