Zum AfD-Parteitag mobilisieren auch linksextremistische Gewalttäter. Ihr Agieren beförderte immer wieder das Opfernarrativ der Partei. Es dürfte beim nun bevorstehenden Parteitag am Wochenende in Erfurt ebenso kommen, sofern ihnen nicht auch friedliche Protestierende Einhalt gebieten.
Das Bundesinnenministerium hat die aktuellen Zahlen zur politisch motivierten Kriminalität veröffentlicht. Während Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) vor allem auf den Anstieg linksmotivierter Gewalt verweist, gerät ein anderer Befund weitgehend in den Hintergrund: die dramatische Zunahme frauenfeindlicher Straftaten.
Im Thalia Theater wurde der "Prozess gegen Deutschland" als Gerichtsdrama inszeniert und erlebte mit der Videoaussage von Erik Ahrens seinen Eklat im Eklat. Der frühere Szene-Akteur, einst im Umfeld des Instituts für Staatspolitik aktiv und später als TikTok-Stratege der AfD bekannt, sorgte mit Sprachverweigerung, einem wirren Auftritt und einer Holocaust-Relativierung für Empörung. Trotz möglichem Insiderwissen wirft sein widersprüchliches Auftreten die Frage auf, wie glaubwürdig dieser Zeuge tatsächlich ist.
Besonders brutale Angriffe von antifaschistischen Gewalttätern erfolgten in den letzten Jahren immer wieder gegen angebliche oder tatsächliche Neonazis. Deren Dimensionen werden mitunter auch von engagierten Gegnern des Rechtsextremismus verkannt. Darüber hinaus ist in einer liberalen Demokratie politische Gewalt grundsätzlich nicht legitimierbar, auch nicht gegenüber Menschen mit verabscheuungswürdigen Positionen. Ein Kommentar von Armin Pfahl-Traughber.
Die "Autonome Antifa" ist in dem Buch "Antifa. Portrait einer linksradikalen Bewegung. Von den 1920er Jahren bis heute" des Historikers Richard Rohrmoser das zentrale Thema. Er beschreibt darin anschaulich deren Entwicklung, verweist auch auf die problematische Gewaltbereitschaft, thematisiert aber nicht deren sonstige demokratietheoretisch problematische Positionen.
Die Sozialwissenschaftlerin Janine Schröder legt mit ihrem Buch "Politisch motivierte Gewalt. Eine qualitative Befragung in der linksautonomen Szene" eine Studie zum Thema vor. Auch wenn nur wenige Befragte in das Projekt einbezogen wurden, ergaben sich doch interessante Erkenntnisse zu Gewalteinstellungen und Positionen.
Die beiden Sozialwissenschaftlerinnen Anne-Kathrin Meinhardt und Birgit Redlich versammelten in dem von ihnen herausgegebenen Sammelband "Linke Militanz. Pädagogische Arbeit in Theorie und Praxis" diverse Aufsätze zu konzeptionellen Fragen und Projekten zum Thema. Dabei wird deutlich, dass die Forschungsarbeit hier noch in den "Kinderschuhen" steckt, wenngleich man mit dem Band auch erste Ergebnisse, Projekte und Theoriedebatten vermittelt bekommt.
Angesichts der AfD wird wieder über Extremismus gesprochen, Linke und Protestbewegte wollen mitunter aber nichts mit dem Terminus zu tun haben. Doch was ist damit überhaupt gemeint und warum ist das wichtig? Dies thematsiert der Extremismusforscher und hpd-Autor Armin Pfahl-Traughber aus politikwissenschaftlicher Sicht.
Durch ihr gewalttätiges Auftreten sind die Autonomen wohl die bekannteste Subkultur im Linksextremismus. Sie formulieren aber kaum konkrete politische Ziele über die Verteidigung oder Erweiterung von "Freiräumen" hinaus.
Die beiden Berliner Politikwissenschaftler Monika Deutz-Schroeder und Klaus Schroeder legen mit dem Buch "Linksextreme Einstellungen und Feindbilder" die Fortsetzung einer früheren Arbeit zu linksextremistischen Einstellungen in der Bevölkerung und linksextremistischen Bestrebungen in der Gesellschaft vor. Ihre Linksextremismus-Skala basiert nicht auf demokratietheoretischen Erwägungen, sondern auf jeweiligen Lektüreeindrücken, was nur ein Grund für besonders hohe Ergebnisse ist, wobei sich die statistischen Einzelerkenntnisse auch noch inhaltlich widersprechen.