Klaus Ungerer

Der Autor war Redakteur im Feuilleton der "FAZ" und bei der Spiegel-Online-Satirerubrik "SPAM", sowie Textchef des "Freitag". Er hat Romane, Erzählungen, Lyrik und Sachbücher veröffentlicht, darunter das religionskritische "Gott go home! Friede auf Erden gibt es nur ohne Religion". 

Artikel des Autoren

Der Gott kennt keine Moral

Die Idee der Menschenrechte wurde über Jahrhunderte gegen den brutalen Widerstand der Kirchen durchgesetzt. Heute tun Berufschristen gern so, als hätten sie sie erfunden. Menschenwürde, las man kürzlich wieder, leite sich aus der "Ebenbildlichkeit" der Menschen mit Gott ab. Das ist natürlich grober Unfug. Denn das Konzept "Gott" ist per se ein unsoziales und moralfreies.

Der Gott hinterm Busch

Was du nicht besiegen kannst, das musst du dir zum Freund machen. Die katholische Kirche hat jetzt diese Weisheit beherzigt und den Kampf Gott gegen Pokémon erst einmal aufgegeben. Gott hatte, mit seinen bisherigen Skills "Unsichtbarkeit" und "Kampfstärke Null", keine Chance gegen all die kleinen, bunten, lustig herumwuselnden und muntere Battles austragenden Pokémon-Figuren, die man aber immerhin ja sehen kann – die Spiel-App auf dem Smartphone vorausgesetzt.

Und alle so: Huch, herrje!

Kirchenvertreter zeigen sich schockiert über den sexuellen Missbrauch, den ihre Kollegen weltweit zigtausendfach begangen haben. Die Wahrheit ist: Diese perfide Form der Unterdrückung ist in Ideologie und Struktur der Kirche bereits angelegt.

Große Männer nerven eher

Gott ist überwunden. Aber der Glaube an das Erhabene und "große Männer" bleibt uns treu – wohin wir auch gehen, wo hinein wir auch blättern. Zum Beispiel in diesen neu aufgelegten Atheismus-Dialog von Diderot.