Er verkörperte die Idee eines „neuzeitlichen Menschen“

Francesco Petrarca

* 20. Juli 1304 in Arezzo, Δ 18. Juli 1374 in Arquà, Padua;
italienischer Dichter, Philosoph und Historiker.

Er war der Sohn eines aus Florenz verbannten Notars. Petrarca wuchs in Italien und in Avignon auf. Ein Jurastudium brach er ab und beschäftigte sich danach mit römischen Dichtern und Literatur. Er wollte eine philosophisch-literarische Laufbahn einschlagen, dabei bediente er sich auch der Obrigkeit, um seine Ideen zu verwirklichen.

Er war sehr reiselustig und wechselte oft den Wohnort, was sich auch in seinem vielschichtigen Werk niederschlägt. Er verkörperte den „neuzeitlichen Menschen“ in ganz besonderer Weise und repräsentierte ein humanistisches Lebensgefühl, was sich zwischen Mittelalter und Renaissance herausbildete.

In Petrarcas Fokus stand die Wiederentdeckung antiker Autoren. Auf seinen Reisen suchte er immer wieder nach verschwundenen Handschriften. Er setzte sich in seinen Schriften mit den antiken Vorlagen auseinander. Die meisten seiner Werke sind in lateinischer Sprache verfasst. Er versuchte eine Verbindung herzustellen zwischen der antiken und der zeitgenössischen Philosophie und diskutierte das Verhältnis von Glauben und Dichtung.

Petrarcas zahlreiche Kunstbriefe, die oft in Hexametern verfasst waren, begründen seine Bedeutung für den Frühhumanismus. Er schrieb an Freunde, Verwandte oder bereits tote Dichter und Denker. In der Gesamtheit kamen sie einer ersten modernen Autobiographie nahe.

Den größten Ruhm erwarb sich Petrarca mit seinen Gedichten in italienischer Sprache. Diese Gedichte verlassen den konventionellen Rahmen der damals gängigen Lyrik. Sie drücken selbst erlebte und erlittene Stimmungen und Gefühle aus. Petrarca wirkte sowohl inhaltlich als auch formal auf die Lyrik des 15. und 16. Jahrhunderts ein. Er fasste seine italienischen Gedichte unter dem Titel „Rerum vulgarium fragmenta" zusammen; sie werden gewöhnlich als „Canzoniere“ bezeichnet.

Er war bereits zu Lebzeiten ein berühmter und anerkannter Dichter und Humanist. Mit der Krönung zum Dichter und der Ernennung zum „Poeta Laureatus“ wurde er 1341 in Rom geehrt. Nach seinem Tod wurde er auch als bedeutender italienischer Dichter anerkannt, nachdem die Volkssprache im 16. Jahrhundert endlich Einzug in die Dichtung hielt.

Ohne, dass er das Christentum grundsätzlich in Frage stellte, übte er dennoch Kritik an seinen Erscheinungen und der Rolle der Religion.

Zitate:
„Es ist üblich und alter Brauch, Erzählungen, die zum größten Teil erlogen und erdichtet sind, mit dem Mäntelchen der Religion und der Heiligkeit zu umkleiden, auf dass den menschlichen Betrug die Vorstellung von einer Gottheit decke.“

„Die einst heilge Gotteshäuser hießen,
sind zu Räuberhöhlen jetzt entweiht,
die den Eingang nur den Guten wehren.
Zwischen nackten Statuen und Altären,
scheint es, wohnt nur wilde Grausamkeit ...“